#61

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:00
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #57
Sagt mal Jungs, jetzt mal ganz ehrlich. Ein Militärseelsorger in der NVA oder bei den Grenztruppen wäre doch nicht schlecht gewesen.

Aber die Entscheidung ist Euch ja abgenommen worden:


Gott sei Dank?

LG von der grenzgaengerin




Nein, einen Militärseelsorger gab es nicht. Aber wer ein klein wenig mit offenen Augen und geistig fit war der fand bei der Truppe den Weg zu seinem Seelsorger und wußte diesen auch zu nutzen.
1. der StKCPA
2. der MA der Abt. 2000
wer sich gegenüber denen mit seinen Problemen offenbarte - dem wurde geholfen. Das sind meine Erfahrungen, auch persönlich.


zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:11 | nach oben springen

#62

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:01
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #59


Seelsorger, @grenzgaengerin wieviel benötigte man z.B. bei den Grenztruppen ? Einen pro Kompanie oder Bataillon ?




Ich dachte so: Jedem Polit wird ein Seelsorger an die Seite gestellt. Frei nach Don Camillo und Peppone

LG von der grenzgaengerin


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:01 | nach oben springen

#63

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:05
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #60
Zitat von seaman im Beitrag #58
War auch ohne Militärseelsorger dem Himmel näher als er selber....

seaman


Du und Himmel So nach dem Motto: Böse Buben kommen in den Himmel, gute überall hin?

LG von der grenzgaengerin



Irgendwie interpretierst Du etwas falsch:

a.)Ich war und bin kein böser Bube.

b.)Es ging um christlichen Beistand für NVA-Soldaten.

c.)Ich war dem Himmel als Soldat einfach näher.

seaman


zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:06 | nach oben springen

#64

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:09
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #62
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #59


Seelsorger, @grenzgaengerin wieviel benötigte man z.B. bei den Grenztruppen ? Einen pro Kompanie oder Bataillon ?




Ich dachte so: Jedem Polit wird ein Seelsorger an die Seite gestellt. Frei nach Don Camillo und Peppone

LG von der grenzgaengerin



..also für jede Kompanie ..ich weiß ja nicht, wieviele da bei der NVA und den GT zusammenkommen ...denke mal...eine kleine Armee und wenn die das nicht kostenfrei machen....gute Nacht


xxx
nach oben springen

#65

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:12
von turtle | 6.961 Beiträge

Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buße dürften nicht ausreichen. Die Frage nach Gott habe ich mir schon mehrmals gestellt. Wenn es ihn gibt warum ist er so ungerecht ,lässt z.B.unschuldige Kinder sterben ? Lässt so viel Elend zu ? Ich höre dann er will uns prüfen. Im Himmelreich geht es besser. Ich lebe lieber heute und hier ,das heute und unsere Erde gibt es. Aus dem Himmelreich traf ich noch keinen. Maria als biologisches Wunder hat mich auch nicht überzeugt. Aber wie schon erwähnt wer an einen Gott glaubt, ist das für mich in Ordnung. Glaube kann Berge versetzen, sagt man,
Ich glaube lieber an mich selber ,dann schaffe ich das meistens


seaman, silberfuchs60, Küchenbulle 79, eisenringtheo und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:36 | nach oben springen

#66

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:14
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #61
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #57
Sagt mal Jungs, jetzt mal ganz ehrlich. Ein Militärseelsorger in der NVA oder bei den Grenztruppen wäre doch nicht schlecht gewesen.

Aber die Entscheidung ist Euch ja abgenommen worden:


Gott sei Dank?

LG von der grenzgaengerin




Nein, einen Militärseelsorger gab es nicht. Aber wer ein klein wenig mit offenen Augen und geistig fit war der fand bei der Truppe den Weg zu seinem Seelsorger und wußte diesen auch zu nutzen.
1. der StKCPA
2. der MA der Abt. 2000
wer sich gegenüber denen mit seinen Problemen offenbarte - dem wurde geholfen. Das sind meine Erfahrungen, auch persönlich.


Abt. 2000 geholfen ?


xxx
nach oben springen

#67

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:17
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #65
Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buse dürfte nicht ausreichen.



@turtle...das gibt mir zu denken und ...


xxx
nach oben springen

#68

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:22
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #67
Zitat von turtle im Beitrag #65
Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buse dürfte nicht ausreichen.



@turtle...das gibt mir zu denken und ...


Mir nicht.
Die Verlockungen waren zu gross,das Paradies zu verführerisch.
Wer 5 Vaterunser schreibt und bei Buße schon wieder an Buse......denkt,einfach Freud lesen.

seaman


nach oben springen

#69

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:23
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #66
Zitat von Mike59 im Beitrag #61
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #57
Sagt mal Jungs, jetzt mal ganz ehrlich. Ein Militärseelsorger in der NVA oder bei den Grenztruppen wäre doch nicht schlecht gewesen.

Aber die Entscheidung ist Euch ja abgenommen worden:


Gott sei Dank?

LG von der grenzgaengerin




Nein, einen Militärseelsorger gab es nicht. Aber wer ein klein wenig mit offenen Augen und geistig fit war der fand bei der Truppe den Weg zu seinem Seelsorger und wußte diesen auch zu nutzen.
1. der StKCPA
2. der MA der Abt. 2000
wer sich gegenüber denen mit seinen Problemen offenbarte - dem wurde geholfen. Das sind meine Erfahrungen, auch persönlich.


Abt. 2000 geholfen ?

Sicher - und ich meine es positiv! Die Probleme haben dann meist die Führungskräfte bekommen, auch eine persönliche Erfahrung. Gab es ein Problem welches von der Kompanieführung nicht im Interesse des GWD'lers angegangen wurde und er wand sich an den 2000'er hatte die Führung schlechte Karten. Zumindest der S-Urlaub für die Klärung persönlicher Probleme war sicher. Und dafür musste sich wohl keiner als IM verpflichten.


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#70

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:33
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #68
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #67
Zitat von turtle im Beitrag #65
Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buse dürfte nicht ausreichen.



@turtle...das gibt mir zu denken und ...


Mir nicht.
Die Verlockungen waren zu gross,das Paradies zu verführerisch.
Wer 5 Vaterunser schreibt und bei Buße schon wieder an Buse......denkt,einfach Freud lesen.

seaman



na sachte, nicht gleich mit Paradies kommen...genauso wie Schlaraffenland, wo Milch und Honig fließen und die gebratenen Tauben....für mich gibt es weder das eine, noch das andere.


xxx
nach oben springen

#71

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:38
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #69
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #66
Zitat von Mike59 im Beitrag #61
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #57
Sagt mal Jungs, jetzt mal ganz ehrlich. Ein Militärseelsorger in der NVA oder bei den Grenztruppen wäre doch nicht schlecht gewesen.

Aber die Entscheidung ist Euch ja abgenommen worden:


Gott sei Dank?

LG von der grenzgaengerin




Nein, einen Militärseelsorger gab es nicht. Aber wer ein klein wenig mit offenen Augen und geistig fit war der fand bei der Truppe den Weg zu seinem Seelsorger und wußte diesen auch zu nutzen.
1. der StKCPA
2. der MA der Abt. 2000
wer sich gegenüber denen mit seinen Problemen offenbarte - dem wurde geholfen. Das sind meine Erfahrungen, auch persönlich.


Abt. 2000 geholfen ?

Sicher - und ich meine es positiv! Die Probleme haben dann meist die Führungskräfte bekommen, auch eine persönliche Erfahrung. Gab es ein Problem welches von der Kompanieführung nicht im Interesse des GWD'lers angegangen wurde und er wand sich an den 2000'er hatte die Führung schlechte Karten. Zumindest der S-Urlaub für die Klärung persönlicher Probleme war sicher. Und dafür musste sich wohl keiner als IM verpflichten.


jetzt wo Du es schreibst, stimmt...die grauen Zellen haben die Erinnerungen wieder frei gegeben.
Die "Kollegen" waren ja im Nachbareingang beim Bataillon.


xxx
nach oben springen

#72

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:39
von turtle | 6.961 Beiträge

Ja ich bin ein Sünder und gebe es zu. Bei Buße an Buse--- zu denken ,ist schon Frevel. Habe es aber verbessert und gleich noch einige Zeilen dazu geschrieben.


silberfuchs60 und seaman haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#73

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #70
Zitat von seaman im Beitrag #68
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #67
Zitat von turtle im Beitrag #65
Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buse dürfte nicht ausreichen.



@turtle...das gibt mir zu denken und ...


Mir nicht.
Die Verlockungen waren zu gross,das Paradies zu verführerisch.
Wer 5 Vaterunser schreibt und bei Buße schon wieder an Buse......denkt,einfach Freud lesen.

seaman



na sachte, nicht gleich mit Paradies kommen...genauso wie Schlaraffenland, wo Milch und Honig fließen und die gebratenen Tauben....für mich gibt es weder das eine, noch das andere.


Dachte eher an das weltliche Paradies a la Achim Reichel mit Aloha heja he ,Textzeile"...ich hab das Paradies gesehen...".
Da wird mir turtle auf sicher Recht geben.

seaman


zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:43 | nach oben springen

#74

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:44
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #72
Ja ich bin ein Sünder und gebe es zu. Bei Buße an Buse--- zu denken ,ist schon Frevel. Habe es aber verbessert und gleich noch einige Zeilen dazu geschrieben.

..dann sei Dir verziehn .


xxx
turtle hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#75

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:45
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #73
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #70
Zitat von seaman im Beitrag #68
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #67
Zitat von turtle im Beitrag #65
Mir genügt es das mich meine Frau anbetet. Akzeptiere aber alle Weltreligionen. Nicht wenige finden im Glauben Hoffnung, Stärke ,Beistand und inneren Frieden. Die 10 Gebote haben schon Sinn. Werde aber nicht antworten gegen welche ich schon verstoßen habe.
Bin aber ein Ungläubiger . Wenn ich zur Beichte müsste ,würde das etwas länger dauern, und 5 Vaterunser als Buse dürfte nicht ausreichen.



@turtle...das gibt mir zu denken und ...


Mir nicht.
Die Verlockungen waren zu gross,das Paradies zu verführerisch.
Wer 5 Vaterunser schreibt und bei Buße schon wieder an Buse......denkt,einfach Freud lesen.

seaman



na sachte, nicht gleich mit Paradies kommen...genauso wie Schlaraffenland, wo Milch und Honig fließen und die gebratenen Tauben....für mich gibt es weder das eine, noch das andere.


Dachte eher an das weltliche Paradies a la Achim Reichel mit Aloha heja he ,Textzeile"...ich hab das Paradies gesehen...".
Da wird mir turtle auf sicher Recht geben.

seaman



ok, da habe ich Dich Mißverstanden, sorry


xxx
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#76

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 01:48
von turtle | 6.961 Beiträge

Ach Seaman es gibt auch arme Menschen die nie zur See gefahren sind , Habe Nachsicht mit Ihnen Sie wissen nicht was ein Paradies für einen Seemann ist . Ja von Gonokokken singt der Achim da ,die gehörten eben auch mit zum Paradies.


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.06.2013 01:50 | nach oben springen

#77

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 07:39
von Gelöschtes Mitglied
avatar

http://www.mitteldeutsche-kirchenzeitung...triebe-der-nva/

Es gibt auch kirchliche Zeitschriften ,welche sich mit der NVA und Kirche auseinander setzt .

Kirchenzeitungen
Glaube + Heimat (Weimar)
DER SONNTAG (Leipzig)
Glaube + Heimat (Magdeburg)
Nutzungsbedingungen
Impressum

Abo-Service
Media-Daten
Leserreisen 2013





Im Blickpunkt
Glaube und Alltag
Familie
Kultur
Eine Welt





Startseite / Im Blickpunkt / Der Sand im Getriebe der NVA

Der Sand im Getriebe der NVA



13. Mai 2011 von mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de
Abgelegt unter Im Blickpunkt


1 Lesermeinung


Friedensdienst: Auf der Insel Rügen war in den 80er Jahren die größte Einheit unbewaffneter Bausoldaten stationiert


Schulterstuck
Die Bausoldaten sind ein ­Kapitel DDR-Geschichte, das noch ungenügend aufgearbeitet ist. Besonders in Prora auf Rügen gab es ­Auseinandersetzungen, wie mit der Erinnerung an die Waffenverweigerer umgegangen werden soll.


Andreas Ilse, Hendrik Liersch und Stephan Schack haben etwas gemeinsam: Die drei waren in den 1980er Jahren Bausoldaten – nicht irgendwo, sondern in Prora. Hier – im Block V des von den Nazis errichteten Gebäudekomplexes für ein Seebad Prora – war zwischen 1982 und 1989 zeitweise die größte Einheit der DDR-Waffenverweigerer mit bis zu 500 Bausoldaten stationiert. Eingesetzt waren sie beim Bau des Fährhafens Mukran. Das war das größte Verkehrsbauvorhaben der DDR zu jener Zeit. Hauptgrund für den Hafenbau war der Wunsch der Sowjetunion aufgrund der unsicheren Lage in Polen, einen direkten Zugang zur DDR zu bekommen.

Ilse, Liersch und Schack haben viele Erinnerungen an ihre Zeit in Prora. Es sind schmerzliche Erinnerungen an Schikanen und Ungerechtigkeiten, denen sie als Bausoldaten ausgesetzt waren, an teils unmenschliche Arbeitsbedingungen während der Zwölf-Stunden-Schichten oder auch – wie im Fall von Hendrik Liersch – an einen Bausoldaten-Freund, der den Druck nicht aushielt und sich das Leben nahm. In Erinnerung geblieben ist aber auch manche Aktion, mit der die Bausoldaten ihren Vorgesetzten und dem DDR-Staat das Leben schwer machten, und der Zusammenhalt unter den Bausoldaten.

Ilse, Liersch und Schack waren drei Zeitzeugen, die in Binz an einer Tagung zur Geschichte der Bausoldaten teilnahmen. Von ehemaligen Proraer Bausoldaten war in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert worden, dass an dieses Kapitel der DDR-Geschichte kaum erinnert wurde. In Prora stand der von den Nazis errichtete mehr als vier Kilometer lange Gebäudekomplex im Focus, in dem 20000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen sollten, der aber wegen des Kriegsbeginns nicht fertiggestellt worden war.

Zu DDR-Zeiten dienten Teile dieses monströsen Gebäudes als Kaserne, unter anderem für die Baueinheiten. Lediglich an der Turnhalle, in der die Bausoldaten seinerzeit ihr ­Gelöbnis ablegen mussten, erinnert eine kleine Tafel daran.

Nicht die Nazi-Architektur soll im Mittelpunkt stehen

»Die Tagung soll helfen, eine Lücke in der DDR-Geschichtsschreibung der letzten 20 Jahre zu schließen«, sagt ­Jochen Schmidt, der Direktor der ­Landeszentrale für politische Bildung (LpB) Mecklenburg-Vorpommern. Ob es sich bei dieser Lücke lediglich um einen »blinden Fleck« oder um »bewusstes Verdrängen« gehandelt habe, ließ er offen. Dankbar sei er jedenfalls, dass die ehemaligen Bausoldaten diese Auseinandersetzung immer wieder eingefordert haben.

Landrätin Kerstin Kassner (Die Linke) gesteht: »Wir haben uns nach der Wende mit der Situation in Prora sehr schwergetan«, und weißt in diesem Zusammenhang auf die Schwierigkeiten im Umgang mit dem denkmalgeschützten viereinhalb Kilometer langen Gebäudekomplex hin. »Wenn jetzt im Juli im Block V, der ehemaligen Bausoldaten-Kaserne, ei­ne Jugendherberge eröffnet wird, dann werden die Jugendlichen auch die Möglichkeit haben, sich mit dieser Geschichte zu beschäftigen.«

In die Hand genommen hat das vor allem der Verein Prora-Zentrum mit Bildungsangeboten, einer Ausstellung und dem Erhalt von Zeugnissen aus jener Zeit. Warum ist diese Erinnerung wichtig? »Es gibt einen großen Gegenwartsbezug«, sagt Susanna Misgajski vom Prora-Zentrum und nennt die Friedensfrage, soziales Engagement und Demokratieerziehung. Bei DDR-Projekttagen am Gymnasium in Bergen hat sie mit ihren Angeboten zum Thema »Bausoldaten« schon gute Erfahrungen gesammelt.

»Geschichte kommt an die Schüler heran über die Geschichte, die vor Ort ist«, unterstreicht Jana Romanski, die an diesem Gymnasium als Geschichtslehrerin arbeitet. »Wir brauchen Demokraten. Wie aber sollen wir welche erziehen, wenn wir sie nicht mit solchen Beispielen wie den ­Bausoldaten konfrontieren?« Wohin Nicht-Demokratie führe, könne man am Beispiel der Bausoldaten deutlich zeigen. Sie selbst habe sich bei diesem Thema auch mit ihrer eigenen Vergangenheit in der DDR auseinandersetzen müssen, gesteht Jana Romanski. Sie sei als Tochter eines Offiziers der Nationalen Volksarmee (NVA) auf die Insel Rügen gekommen.

Der silberne Spaten zierte die Schulterstücken der DDR-Bausoldaten - eine im Ostblock einmalige Form des waffenlosen Dienstes.
Der silberne Spaten zierte die Schulterstücken der DDR-Bausoldaten - eine im Ostblock einmalige Form des waffenlosen Dienstes.

Auch Landrätin Kassner wies auf ihre Biografie als Offizierstochter hin. »Heute habe ich große Hochachtung vor Ihrer Haltung und vor Ihrem Mut«, sagte sie den ehemaligen Bausoldaten.
Mut zeigten die Bausoldaten nicht nur mit ihrer Entscheidung für die Verweigerung des Dienstes mit der Waffe, sondern auch mit Eingaben und ­Beschwerden über Missstände. Das machte sie zum »Sand im Getriebe der NVA«, sagt Thomas Widera von Hannah-Arendt-Institut Dresden. »Die Eingaben der Bausoldaten zwangen die obersten Vertreter von Staat und Partei, sich mit aus ihrer Sicht belanglosen Dingen zu beschäftigen.«

1984 deckten Bausoldaten die Wahlfälschung auf

Die Aktivitäten der Bausoldaten konnten aber die DDR-Mächtigen durchaus auch in ernste Schwierigkeiten bringen. Ein Beispiel dafür sind die Kommunalwahlen 1984. Die Proraer Bausoldaten nahmen damals das DDR-Wahlgesetz ernst und forderten ihre Rechte ein. Die Kandidaten mussten sich im Gespräch mit ihnen vorstellen, ein Bausoldat wurde in den Wahlvorstand entsandt und an der Auszählung nahmen ebenfalls Bausoldaten teil.

Als dann in den veröffentlichten Ergebnissen für den Kreis Rügen die Zahl der Nein-Stimmen deutlich kleiner war als die Zahl der Nein-Stimmen, die allein die Proraer Bausoldaten ausgezählt hatten, forderten sie dafür eine Erklärung. Hektisch suchten die Verantwortlichen danach und argumentierten schließlich, dass die Wahlstimmen von NVA-Angehörigen aus Geheimhaltungsgründen nach einem geheimen Schlüssel auf die Wahlkreise der ganzen DDR aufgeteilt würden.

Stephan Schack, der diese Zeit in Prora miterlebt hat, sieht hier einen Beleg für die Verbindung zwischen den Bausoldaten und der Opposition in der DDR. »Die Aufdeckung der Wahlfälschung bei der Kommunalwahlen 1989 hat hier einen Vorläufer«, sagt er. Wenn es heute um Demokratieerziehung am Beispiel der DDR-Bausoldaten gehe, heiße eine Frage für ihn dabei auch: »Wo ist heute ­Widerstand gefordert?«

Matthias Holluba

Bookmark and Share



Tags: Bausoldaten, DDR, Nationale Volksarmee, Prora

mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de ist ein Angebot der Kirchenzeitungen GLAUBE UND HEIMAT (Weimar/Magdeburg) und DER SONNTAG (Leipzig)


Reaktionen unserer Leser
1 Lesermeinung zu “Der Sand im Getriebe der NVA”

Dr. Stefan Wolter sagt:

5. Juli 2011 um 10:23

Leserbrief zu „Sand im Getriebe“

Sie war überfällig: Die Tagung zur Geschichte der Bausoldaten in Prora, ein Ergebnis des jahrelangen Kampfes der Initiative Denk-MAL-Prora gegen die Verdrängung der DDR-Nutzungsgeschichte des Ortes. Ohne uns wäre alles wegsaniert: der Arrestzellentrakt, ein ehemaliger Gemeinschaftsraum mit einer von einem Bausoldaten gemalten Rügenkarte und manch anderes. Das alles musste Denk-MAL-Prora mühsam erkämpfen. Für eine Erinnerungstafel mobilisierten wir beherzte Menschen aus ganz Deutschland, während die Verantwortlichen das „weltberühmte ehemalige KdF-Bad“ in Szene setzten (Infokatalog der geplanten Jugendherberge). Die sich zuspitzenden Ereignisse lösten Ende letzten Jahres das “große Umdenken“ vor Ort aus. Doch nachdem die „doppelte Vergangenheit“ nun endlich akzeptiert ist, werden wir weiterhin missachtet. Ein Fachbeirat, der eigentlich aufgrund unserer Initiative eingerichtet wurde, ist ohne mich, den Initiator des Denk-MAL-Prora, besetzt worden. An der Tagung, deren Termin und Inhalt an uns vorbei entschieden wurde, konnte ich aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen. Unverständlich (oder bezeichnend ?) ist es, dass nun auch die Berichterstattung jene ausspart, ohne die die Tagung letztlich nie stattgefunden hätte. Es störte sich wohl auch niemand daran, dass weder die Zeitzeugenliteratur noch das Virtuelle Museum Proraer Bausoldaten auf der Tagung eine Rolle spielten. Doch wir waren jahrelang das „Sand im Getriebe“ fragwürdiger politischer Entscheidungen. Nun gilt es, sich keinen Sand in die Augen streuen zu lassen, genauer hinzuschauen: Denn jetzt ist die Zeit, interessierte Kräfte zu bündeln, damit auch wirklich das Machbare geschieht. Für das von uns geforderte Bildungszentrum stehen bislang weder Finanzierung noch ein Gesamtkonzept. Impulse gibt die zur Tagung erschienene Broschüre der Schriftenreihe Denk- MAL-Prora: Stefan Wolter: KdF und Kaserne. (Un)sichtbare DDR-Geschichte in der Jugendherberge Prora. Spurensuche am Standort, ISBN: 978-3-86237-503-5, 5.50 Euro. Mehr Infos, auch zum einschlägigen Kirchentagsstand


turtle, Lutze und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.06.2013 07:41 | nach oben springen

#78

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 08:44
von furry | 3.581 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #51
Zitat von 94 im Beitrag #49
Zitat von turtle im Beitrag #14
... katholisches Eichsfeld ,,, Tochter von einem Pfarrer ...
ahja

Ich bin übrigens gern, wenn es in den Dienstplan paßte in Eisenach und auch in Mühlhausen in die Kirche gegangen, wegen der Orgelmusik.



@94 - ich war 1968 mit meiner damaligen Freundin (sie studierte Kunst und Geschichte in Leipzig) auch in Uniform in der Thomaskirche in Leipzig gewesen. Nicht wegen der Predigt, bei der mich der Pastor etwas ungläubig betrachtete, sondern wegen dem anschließendem Konzert, wo es die Motetten von Johann Sebastian Bach mit dem Thomanerchor gab. Ich war zu dieser Zeit noch einmal auf der "Roten Jahne" bei Eilenburg zum Überprüfungsspringen.
Vierkrug


Wenn der Herr Pastor mal anderen den Taktstock überlässt, können Kirchen einiges bieten.
Anfang der 70er durfte ich mal Etta Cameron und Hannes Zerbe in einer Kirche erleben.
Im Kloster Loccum, hier gleich um die Ecke, sind meine Frau und ich mal in eine Orgel- und Chorprobe hineingeplatzt. Wenn auch nur eine Probe, es war grandios.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
nach oben springen

#79

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 10:03
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von turtle im Beitrag #76
Ach Seaman es gibt auch arme Menschen die nie zur See gefahren sind , Habe Nachsicht mit Ihnen Sie wissen nicht was ein Paradies für einen Seemann ist . Ja von Gonokokken singt der Achim da ,die gehörten eben auch mit zum Paradies.


Achim Reichel - 1960 noch Gründer der "The Rattles".
Auch wenn man nicht zur See gefahren ist, so hat man zumindest den Teil des Paradieses gesehen, den Achim Reichel im seinem Lied besingt. Ich war auf Sansibar und Pemba zum Tauchen. Wunderschöne Inseln, die auch als Gewürzinseln (Nelken u.a.) bekannt sind.
Als Parasies würde ich eher die pazifischen Südseeinseln sehen, wie Bora Bora, Palau - nicht nur traumhafte Inseln, sondern auch traumhafte Sichtweiten unter Wasser. Tahiti ist immer noch auf meiner Wunschliste.

Auf Gonokokken kann man verzichten. Mit denen sollen mal lieber Seeleute selbst klarkommen.

Vierkrug


nach oben springen

#80

RE: am Sonntag geht es zur Kirche

in Grenztruppen der DDR 24.06.2013 10:06
von Lutze | 8.042 Beiträge

die Orgeln in den Kirchen,der Klang ist einmalig
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen



Besucher
5 Mitglieder und 35 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 295 Gäste und 29 Mitglieder, gestern 3617 Gäste und 188 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558749 Beiträge.

Heute waren 29 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen