#21

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 17:01
von schnatterinchen (gelöscht)
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Quatsch!
Ist doch immer die gleiche Leier. Der gierige Wessi und die armen Lämmchen im Osten.
Der User ist doch wohl Pädagoge. Der müßte es doch besser wissen, wenn ihm seine ideologische Brille nicht alles so dunkelrot einfärben würde.
Diese Pauschalisierungen müßte ich mir beim Thema Stasi erlauben, da würden die Schilder und Schwerter aber rasseln.


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#22

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 17:13
von Kurt | 933 Beiträge

Nein, Schnatterinchen, es nicht immer die gleiche Leier und schon gar keine Pauschalisierung, wenn Einzelpersonen einen Radweg für die Allgemeinheit blockieren. Wir sprechen von 7 zugereisten Personen, bei 160 000 Einwohnern.
Was hat das mit meinem Beruf zu tun?
Aber Egoismus steht bei Dir ganz oben. Insofern hat all das Dein volles Verständnis - schon klar!


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#23

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 17:18
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #21
Quatsch!
Ist doch immer die gleiche Leier. Der gierige Wessi und die armen Lämmchen im Osten.
Der User ist doch wohl Pädagoge. Der müßte es doch besser wissen, wenn ihm seine ideologische Brille nicht alles so dunkelrot einfärben würde.
Diese Pauschalisierungen müßte ich mir beim Thema Stasi erlauben, da würden die Schilder und Schwerter aber rasseln.


Liebes Schnattchen,

das Problem in Brandenburg geht viel tiefer. Da geht es nicht nur um einen Uferweg, sondern um die Privatisierung von ganzen Seen:

Ostdeutsche Seen - einst Volkseigentum, bald Privatbesitz?

Jens Berger 15.08.2009

Alte und neue Naherholungsgebiete werden Opfer des Privatisierungswahns

Dort wo stressgeplagte Menschen ihre Freizeit beim Baden, Angeln, Sonnen oder Segeln verbringen, könnte vielerorts schon bald der Spaß ein Ende haben: "Privatbesitz - Zutritt verboten". Zu Zeiten der DDR galten Seen als Volkseigentum und der Freizeitspaß an den idyllischen Kleinoden war kostenfrei. Das ehemalige Volkseigentum der DDR-Bürger wurde im Einigungsvertrag neu verteilt. Die meisten ostdeutschen Seen gingen dabei in das Finanzvermögen des Bundes über und werden seitdem nach und nach verkauft.

http://www.heise.de/tp/artikel/30/30912/1.html

Einen aktuelleren Stand der Dinge habe ich auf die Schnelle nicht gefunden.

Dieser Prozess ist schleichend und wird von der Öffentlichkeit kaum wahr genommen.

LG von der grenzgaengerin


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#24

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 17:24
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von studfri im Beitrag #15
Ich kenne zwar die Situation da zwischen Berlin Potsdam nicht aus eigener Anschauung, aber ich würde einmal vermuten, dass diese Grundstücke doch früher einmal zu den Villen gehört haben und die Eigentümer der Villen bekamen diese Grundstücke dann einfach abgenommen, oder nicht?


Naja, die Geschichte des Uferweges am Griebnitzsee ist schon etwas kompliziert. Ich habe bis 2010 in unmittelbarer Nähe gewohnt und das ganze Theater mit bekommen.
Die Stadt Potsdam hatte in den 90'ern einen Bebauungsplan verabschiedet, der den Uferweg als öffentlichen Weg vorsah und den Bau von Bootshäuser und Steganlagen verbietete. Das war allen Käufern der dortigen Villengrundstücke bekannt - sie kauften und bauten trotzdem. Irgendwann 2008 oder 2009 kam es dann zum Eklat. Trotz des gültigen Bebauungsplanes sperrten einige der Grundstücksbesitzer den Uferweg für den öffentlichen Zugang und es kam zu einer Reihe von Gerichtsverhandlungen in denen letztendlich das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg den bestehenden Bebauungsplan für nichtig erklärte. Begründung: die Interessen der Anrainer wären im Bebauungsplan nicht ausreichend berücksichtigt worden. Potsdam hat dann knapp 3 Jahre gebraucht, ehe ein neuer Bebauungsplan vorlag, der im August 2012 mit weitreichenden Zugeständnissen für die Seeanrainer dann verabschiedet wurde. Dieser Bebauungsplan sieht u.a. den (eingeschränkten) Bau von Bootshäusern und Steganlagen vor, allerdings unter Beibehaltung des öffentlichen Uferweges, ich glaube in der Breite von 1,50 m. Derzeit ist wohl absehbar, dass sich ein Teil der Villenbesitzer damit nicht zufrieden geben werden und z.T wohl auch schon die entsprechende Klage vorbereitet und z.T. auch schon eingereicht haben.
Potsdam scheint allerdings entschlossen, den Uferweg durchziehen zu wollen und beschäftigen sich wohl auch bereits mit den entsprechenden Enteignungsverfahren.

Es werden wohl die Gerichte entscheiden, ob der Uferweg am Griebnitzsee öffentlich bleibt oder ob das private Interesse an der kompletten Grundstücksnutzung höher zu bewerten ist.
Die letzte Entscheidung des OVG zu den Flugrouten des BER über den Berliner Müggelsee lassen da wohl nur eingeschränkte Hoffnungen auf bürgernahe Entscheidungen zu.

Hier schliesst sich der Kreis dann wohl wieder: Ex-Flughafenchef R. Schwarz gehört zu den Anwohnern am Griebnitzsee. Ob er allerdings zu den Klägern gehört oder gar Mitglied der örtlichen Bürgerinitiative "Keine Flieger über Potsdam" (oder so) ist, ist leider nicht überliefert.

Am Ende wird wohl die Erkenntnis bleiben: Kaufe das Grundstück in exklusiver Lage erstmal auch dann, wenn es gültige Bebauungspläne gibt. Diese lassen sich dann mit dem nötigen Geld und der Zeit auch wegklagen.

andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Kurt hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.06.2013 17:28 | nach oben springen

#25

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 19:28
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #16

Das müsstest Du mal in einem Vortrag den Eltern erklären deren Kinder Erschossen wurden im " militärischen Sicherheitsbereich"


Hallo,
das würde ich ggf. auch so wiederholen. Beim Pilzesuchen kam dan niemand zu Schaden. Und ich denke auch daß wohl
alle selbständig Reisenden ( also über ca. 15 Jahre alt ) in der DDR wußten wie die Staatsgrenze gesichert ist.
Ja, die Kombination von Ignoranz gegenüber Sicheheitskräften und Dummheit kann tödlich enden. Zu einem Rechtsstaat
gehört auch die konsequente Umsetzung geltenden Rechtes ohne Willkür und "Selbstjustiz"!

Und das neben der emotional-persönlichen Sphäre auch Fragen des kalten Krieges, Doppelstaatsbürgerschaft nach Verständniss
der BRD, Wertschätzung der Bürger inkl. ihrer Ausbildungen eine große Rolle spielten wird ja gerne verdrängt.

Anmerkung:
Wehrpflicht bis hin zum Rsiko getötet oder schwerstverwundet zu werden gilt ja als legitimes Recht der Staaten um so über ihre
Bürger zu verfügen. Ggf. getötet zum Wohle des Gesamtstaates, der herrschenden Klasse oder des Volkes.

Warum gilt dann die Variante NUR die Arbeitskraft und die vom Volke bezahlte Ausbildung zum Wohle des Gesamten einsetzen zu
müssen als fürchterlichen Verstoß gegen Menschenrecht, angemerkt NICHT in einem Straflager?



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#26

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 19:39
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #18

In einem anderen Thread wurde ich hämisch gefragt, warum wir denn einen Wessi-Bürgermeister haben. Wir könnten ja selbst demokratisch an die Macht kommen...
Nein, das ist alles Parteienklüngel. Wenn Du ein SPD-Parteibuch hast (und die SPD ist hier die stärkste Kraft), dann gehst Du in den Osten und bekommst den Posten und damit Macht & Einfluß.

Hier mal ein Wiki Poträt vom Bürgermeister:
http://de.wikipedia.org/wiki/Jann_Jakobs



Das fett gedruckte stimmt aber nicht so ganz: In der Stadtverordnetenversammlung Potsdam hat Die Linke 31 %, die SPD 27,1 %, die CDU 11,8 % etc.
Mithin ist die Linke die stärkste Kraft in Potsdam - es nutzt ihr nur nichts.

Gruss

icke



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#27

RE: exklusive Grundstücke im Todesstreifen

in Mythos DDR und Grenze 23.06.2013 21:54
von andy | 1.199 Beiträge

Ob das das aktuelle Kräfteverhältnis widerspiegelt - ich wage das zu bezweifeln. Potsdams Einwohnerschaft hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Babelsberg ist kernsaniert und teuer geworden (10 €/qm) und wird von Beamten, IT'lern, Bankern usw. bewohnt. Rentner kommen als Pensionäre oder Ruheständler mit geldintensiver Arbeits-Historie vor. Der Schlaatz wird z.T. an Ausländer, Arbeitslose und Hartz IV vermietet, Stern und Zentrum-Ost geht es nicht anders. Berliner Vorstadt (Jauch und RTL-Meyer) und Nauener bzw, Brandenburger Vorstadt sind Nobel-Viertel, die Wohnungen (Altbau) sind riesig und damit teuer. Ich habe 25 Jahre in Klein Glienicke (Dorf in Babelsberg) gewohnt und wenn man in diesem Ortsteil "verwurzelt" ist, ist die Lebenqualität nach dem Bewohneraustausch eine ganz andere. Die Dorfgemeindschaft ist komplett verschwunden, ich war einer der Letzten, der geflüchtet, oder soll ich "vertrieben" sagen(?), ist.

Die Stadtgebiete Stern, Schlaatz, Zentrum-Ost oder Nauener Vorstadt waren früher traditionelle Wählerkreise der Linken, ich glaube das hat sich verändert und die nächsten Kommunalwahlen werden die Linken sicher nicht mehr bei 32% erleben. Ich persönlich finde das schade, kenne ich doch die führenden Akteure der Linken in Potsdam genauso wie die SPD- und CDU-Stadtverordneten (bis 2010) fast alle persönlich. CDU- und z.T. auch SPD-Stadtverordnete habe ich z.B. im Bereich der Schulsanierung als desinteressiert und wenig hilfreich erlebt. Die Linken waren z.B. in Person von Ex-Bürgermeisterkandidat Scharfenberg sehr pragmatisch und zielorientiert. Ich kenne ihn persönlich aus meiner Tätigkeit als Elternvertreter - SPD- und CDU-Vertreter konnte man ... - da kam einfach nix. Scharfenberg hat sich eingesetzt und seine IM-Tätigkeit war nicht nur mir vollkommen egal. Entscheidend war das Ergebnis - wir konnten mit ihm die komplette Schulsanierung gegen die Absichten des OB von Potsdam durchsetzen (2,5Mio).
Viele Fa.-Ansiedlungen wurden in Potsdam zum Ärger der SPD durch die Linken organisiert - von wegen Unternehmerfeindlichkeit ...

Ich bin gespannt auf Potsdams Zukunft - auch wenn ich das vom Ufer des Zeuthener See's aus sehr entspannt beobachte.

andy


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CAT und Kurt haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.06.2013 22:05 | nach oben springen


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