#21

RE: Arbeiter-und- Bauern-Fakultät (ABF)

in DDR Zeiten 07.09.2013 11:28
von Semih | 1 Beitrag

Hallo,

ich bin Semih un komme aus dem Ausland, ich moechte gern in Deutschland Studieren, in Netz habe ich diesen interesanten Artikel gefunden http://www.mawista.com/blog/auslandsstudium-in-deutschland/ , er heisst Auslandsstudium in Deutschland und er sagt etwas ueber Bologna Reform, koenntet Ihr bitte mir sagen wass das ist?

Vielen Dank
Semih


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#22

RE: Arbeiter-und- Bauern-Fakultät (ABF)

in DDR Zeiten 08.04.2016 19:14
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Ich hole das Thema mal wieder hoch. Nicht zuletzt, weil in den letzten 2 Jahren einige neue user dazu gekommen sind und vielleicht der eine oder andere etws zu Thema beitragen knn.

Zwischen Huf seiner Bewerbung 1976 bei der ABF und dem Aufnahmeverfahren kurz nach der Gründung 1949 liegen Welten.

Mein Vater wurde 1932 geboren und 1939 eingeschult. Er war der zweitjüngste von 6 Kindern und in der Schule eher der Klassenclown und daher was die Schule betrifft, das Sorgenkind meiner Großmutter. Der Krieg und das Kriegsende hatten mit dazu beigetragen, dass in der Zeit einiges wichtiger war. 1947 hat mein Vater nach 8 Jahren mit mehr oder weniger guten Ergebnis die Schule beendet.

Hier sein Abschlußzeugnis. Aufgefallen sind mir die Fremdsprachenfächer. Neben Russisch waren dort auch Englisch, Französisch und Latein aufgeführt.



Unmittelbar nach Schulabschluß begann mein Vater in Espenhain eine Lehre als Elektriker. Espenhain deshalb, weil mein Großvater, der eigentlich schriftsetzer war, aber während der Weltwirtschaftskrise seinen Job im Buchhandwerk verlor, dort als Maschinist arbeitete. Während der Ausbildung ist bei meinem Vater der Knoten geplatzt. Wie mein Onkel mir vor kurzem erzählte, sehr zur Freude meiner Großmutter. Neben seiner Lehre in Espenhain belegte er diverse kurse in der Volkshochschule.

Hier einer seiner Hörerausweise:



Sein Lehrabschluß war dann garnicht mehr so schlecht. Was mir bei dieser Urkunde von 1950 aufgefallen ist, ist das schwarz- rot - goldene Band ohne Hammer, Zirkel, Ährenkranz , nur mit dem schriftzug Deutsche demokratische Republik, aber mit dem Wappen vom Land Sachsen. Was ich bis dahin nicht wußte - bei der Gründung der DDR wurde nicht nur die Volkskanmmer, sondern auch eine Länderkammer geschaffen, die noch bis 1958 existierte. Also eine ähnliche Struktur wie in der Bundesrepublik mit Bundestag und Bundesrat. Aber das nur nebenbei.



Im Sommer 1950 bewarb sich mein Vater bei der ABF in Leipzig und bekam folgendes Schreiben:



Es muss einige Bewerber gegeben haben, wenn man darauf hingewiesen hat, dass das Verfahren länger als 24 Stunden dauern könnte. Jedenfalls hat mein Vater die Aufnahmeprüfung bestanden und ist an der ABF Dresden immatrikuliert worden:



Später sagte er einmal, dass er auf der einen Seite froh war, die Chance genutzt zu haben, die man ihm, aus enfachen Verhältnissen stammend, geboten hat und auf der anderen Seite stolz, es seinen Eltern und älteren Geschwistern bewiesen zu haben.

Moskitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

schulzi, furry und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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