#1

Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 13:15
von Lutze | 8.039 Beiträge

hat jemand mal einen Befehl verweigert,
und was waren die Konsequenzen?
Gruß Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#2

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 13:32
von Krepp | 534 Beiträge

Hallo,

Zitat von Lutze im Beitrag #1
hat jemand mal einen Befehl verweigert,

ja, ich habe NICHT Staubgesaugt

Zitat von Lutze im Beitrag #1

und was waren die Konsequenzen?
Gruß Lutze

ohoh, die waren ganz schrecklich



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#3

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 16:22
von nimmnix | 196 Beiträge

ja ,icke .
ein offz-schüler kahm bei uns in die kompanie und sollte erste Erfahrungen in Sachen zug führen (heute würde man Praktikum dazu sagen )machen .und wat macht so ein Offs-schüler als erstes ?...........................................natürlich, uns nach dem Nachtdienst um 14 uhr wecken und Frühsport machen !
det schlimme war ja das wir alten ja immer unser bandmass bei haben mussten ,denn jeder der den anderen alten ohne bandmass erwischt hat musste den anderen eine kanne kaffe ausgeben ! und bis man ohne bandi wieder auf zimmer war kann das ganz schön teuer werden .
der geläufigste spruch den anderen zum bandmass zeigen aufzufordern war "volle länge "zu sagen .

und wat macht so ein offz-schüler nachdem er uns aufgefordert hatte in Stellung zu gehen ?er sagt dann noch so beiläufig
...................." volle länge "............................und wat macht man da ?
ich ziehe det bandmass aus der hose und zeige volle länge !
ohhhh...........war der wütend ! aber bekommen hat er es nicht trotz mehrmaliger Aufforderung ihm das zu geben !
Gesprächsstoff für die ganze kompanie würd ich mal sagen .
konzequenz war offiziell keine .aber wahrscheinlich ein paar schichten objektwache mehr .(hatte fast 45 in 12 Monaten zusätzlich zum normalen grenzdienst ).

ein glück das wir nicht wussten das er in Wirklichkeit noch 8 Wochen vor unserer Entlassung als unterleutnant unser Zugführer wurde .
und uns als neuer natürlich das was er 4 jahre auf offz-schule gelernt hat noch im Schnellkurs beibringen wollte .

wenn das eine Befehlsverweigerung war dann habe ich eine begangen !
ich bitte um eine standrechtliche Bestrafung .........................ohne augenbinde und eine letzte


LO-Wahnsinn hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 16:33
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat von nimmnix im Beitrag #3
ja ,icke .
ein offz-schüler kahm bei uns in die kompanie und sollte erste Erfahrungen in Sachen zug führen (heute würde man Praktikum dazu sagen )machen .und wat macht so ein Offs-schüler als erstes ?...........................................natürlich, uns nach dem Nachtdienst um 14 uhr wecken und Frühsport machen !
det schlimme war ja das wir alten ja immer unser bandmass bei haben mussten ,denn jeder der den anderen alten ohne bandmass erwischt hat musste den anderen eine kanne kaffe ausgeben ! und bis man ohne bandi wieder auf zimmer war kann das ganz schön teuer werden .
der geläufigste spruch den anderen zum bandmass zeigen aufzufordern war "volle länge "zu sagen .

und wat macht so ein offz-schüler nachdem er uns aufgefordert hatte in Stellung zu gehen ?er sagt dann noch so beiläufig
...................." volle länge "............................und wat macht man da ?
ich ziehe det bandmass aus der hose und zeige volle länge !
ohhhh...........war der wütend ! aber bekommen hat er es nicht trotz mehrmaliger Aufforderung ihm das zu geben !
Gesprächsstoff für die ganze kompanie würd ich mal sagen .
konzequenz war offiziell keine .aber wahrscheinlich ein paar schichten objektwache mehr .(hatte fast 45 in 12 Monaten zusätzlich zum normalen grenzdienst ).

ein glück das wir nicht wussten das er in Wirklichkeit noch 8 Wochen vor unserer Entlassung als unterleutnant unser Zugführer wurde .
und uns als neuer natürlich das was er 4 jahre auf offz-schule gelernt hat noch im Schnellkurs beibringen wollte .

wenn das eine Befehlsverweigerung war dann habe ich eine begangen !
ich bitte um eine standrechtliche Bestrafung .........................ohne augenbinde und eine letzte

Kannst ganz beruhigt sein - war keine Befehlsverweigerung - zählt somit auch nicht als Widerstand und Opposition gegen die DDR und zieht auch keine finanzielle Entschädigung nach sich. Wie du dies mit einem angegeben Geburtsdatum von xx.xx.1980 vollbracht hast wird mir allerdings immer ein Rätsel bleiben.


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#5

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 17:50
von chantre | 425 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Zitat von nimmnix im Beitrag #3
ja ,icke .
ein offz-schüler kahm bei uns in die kompanie und sollte erste Erfahrungen in Sachen zug führen (heute würde man Praktikum dazu sagen )machen .und wat macht so ein Offs-schüler als erstes ?...........................................natürlich, uns nach dem Nachtdienst um 14 uhr wecken und Frühsport machen !
det schlimme war ja das wir alten ja immer unser bandmass bei haben mussten ,denn jeder der den anderen alten ohne bandmass erwischt hat musste den anderen eine kanne kaffe ausgeben ! und bis man ohne bandi wieder auf zimmer war kann das ganz schön teuer werden .
der geläufigste spruch den anderen zum bandmass zeigen aufzufordern war "volle länge "zu sagen .

und wat macht so ein offz-schüler nachdem er uns aufgefordert hatte in Stellung zu gehen ?er sagt dann noch so beiläufig
...................." volle länge "............................und wat macht man da ?
ich ziehe det bandmass aus der hose und zeige volle länge !
ohhhh...........war der wütend ! aber bekommen hat er es nicht trotz mehrmaliger Aufforderung ihm das zu geben !
Gesprächsstoff für die ganze kompanie würd ich mal sagen .
konzequenz war offiziell keine .aber wahrscheinlich ein paar schichten objektwache mehr .(hatte fast 45 in 12 Monaten zusätzlich zum normalen grenzdienst ).

ein glück das wir nicht wussten das er in Wirklichkeit noch 8 Wochen vor unserer Entlassung als unterleutnant unser Zugführer wurde .
und uns als neuer natürlich das was er 4 jahre auf offz-schule gelernt hat noch im Schnellkurs beibringen wollte .

wenn das eine Befehlsverweigerung war dann habe ich eine begangen !
ich bitte um eine standrechtliche Bestrafung .........................ohne augenbinde und eine letzte

Kannst ganz beruhigt sein - war keine Befehlsverweigerung - zählt somit auch nicht als Widerstand und Opposition gegen die DDR und zieht auch keine finanzielle Entschädigung nach sich. Wie du dies mit einem angegeben Geburtsdatum von xx.xx.1980 vollbracht hast wird mir allerdings immer ein Rätsel bleiben.


Er war vielleicht Mitglied der AG Junge Grenzsoldaten.


Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Kurt Tucholsky
zuletzt bearbeitet 20.06.2013 17:51 | nach oben springen

#6

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 18:04
von nimmnix | 196 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Zitat von nimmnix im Beitrag #3


Kannst ganz beruhigt sein - war keine Befehlsverweigerung - zählt somit auch nicht als Widerstand und Opposition gegen die DDR und zieht auch keine finanzielle Entschädigung nach sich. Wie du dies mit einem angegeben Geburtsdatum von xx.xx.1980 vollbracht hast wird mir allerdings immer ein Rätsel bleiben.


xx.xx.1980 is wegen den spiogenten der Gegenseiten .um die in die irre zu leiten und ick meine Tarnung aufrechterhalten kann .
verstehste doch oder ?


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#7

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 18:19
von GZB1 | 3.287 Beiträge

Zitat
....noch 8 Wochen vor unserer Entlassung als unterleutnant unser Zugführer wurde .
und uns als neuer natürlich das was er 4 jahre auf offz-schule gelernt hat noch im Schnellkurs beibringen wollte .....



Unterleutnant und vier Jahre OHS widerspricht sich auch irgendwie.

Es sei denn, er wurde zwischen Ernennung zum Leutnant und anschließender Versetzung in die GK gleich wieder degradiert.

Das Praktikum der zukünftigen Diplomberufs-Leutnante war wohl im dritten Jahr an der OHS.


zuletzt bearbeitet 20.06.2013 18:59 | nach oben springen

#8

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 19:06
von Mike59 | 7.977 Beiträge

Zitat von GZB1 im Beitrag #7

Zitat
....noch 8 Wochen vor unserer Entlassung als unterleutnant unser Zugführer wurde .
und uns als neuer natürlich das was er 4 jahre auf offz-schule gelernt hat noch im Schnellkurs beibringen wollte .....


Unterleutnant und vier Jahre OHS widerspricht sich auch irgendwie.

Es sei denn, er wurde zwischen Ernennung zum Leutnant und anschließender Versetzung in die GK gleich wieder degradiert.

Das Praktikum der zukünftigen Diplomberufs-Leutnante war wohl im dritten Jahr an der OHS.



Das wurde in den letzten Jahren der DDR geändert. Vorher 2 Jahre OHS 1 Jahr Truppendienst. Jedenfalls für OaZ, später dann insgesamt 4 Jahre Dienstzeit mit 3 Jahren OHS (?)
Ansonsten war das nix mit 4 Jahren OHS und Ultn. oder einfach mal @94 fragen.


zuletzt bearbeitet 20.06.2013 19:08 | nach oben springen

#9

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 19:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Oder @ 254Spielregel ... klick

Ändert aber nix an der Story, ach ja ... das Praktikum auf der GK.
Wer danach nicht wußte wie der Hase läuft, der hat's mMn nimmer gerafft. Eine richtige Befehlsverweigerung war äußert selten. So trägt ein ordentlicher Befehl den Sinn in sich und bietet keine Angriffsfläche zum Verweigern. Na und was sonst so Einige mit überschnappender Stimme nach 'Ich befehle Ihnen sofort ...' von sich gaben ... oft wars einfach nur lächerlich und peinlich. Ärgerlich konnte es allerdings werden, wenn es zu Handgreiflichkeiten kam, aber das war auch sehr selten, zumindest am Kanten.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 20.06.2013 19:31 | nach oben springen

#10

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 20.06.2013 20:03
von Knolli | 16 Beiträge

Hallo Mike59

Die Studienzeit an der OHS der GT in Plauen i.V. betrug drei Jahre, nach erfolgreichem Abschluß wurden alle zum Ltn. ernannt. Es erhielt jeder einen Ehrendolch. Die mit herrauragenden Leistungen erhielten einen Ehrendolch mit Gravur.

Ultn wurden ein Jahr ausgebildet und nach weiteren zwei Jahren Dienst als Ltn. entlassen.

Eigene Erfahrung 74-77 OHS GT

Zu Befehlsverweigerungen habe ich keine Erkenntnisse. Hätte beinah das Thema vergessen.

Gruß Knolli


zuletzt bearbeitet 20.06.2013 20:25 | nach oben springen

#11

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 06:53
von nimmnix | 196 Beiträge

ich bedanke mich bei euch für die rasche Aufklärung darüber das der offz schüler nach drei jahren als Leutnant in die gk kahm und ein uleu nach einem jahr auf die gk um noch zwei bzw drei ? jahre abzureissen .
nach 30 jahren kann man schon mal was verwechseln !
aber das ändert ja nichts an der geschichte ,oder ?

ihr kleinen Pfennigfuchser ihr


94 und GZB1 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 08:26
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
hat jemand mal einen Befehl verweigert,
und was waren die Konsequenzen?
Gruß Lutze

Hallo Lutze,

die Frage ob jemand dabei war, als ein Befehl verweigert wurde, würde eher zu einem Ergebnis führen. Aber auch da erinnere ich mich an keinen gravierenden Fall einer Befehlsverweigerung. Es gab immer mal wieder Diskussionen über einen Befehl. Die führten in Einzelfällen sogar zur Änderung des entsprechenden Befehls. Aber offen gesagt "Ich verweigere diesen Befehl" hat wohl kaum jemand. Das Risiko, direkt und hart bestraft zu werden, war viel zu hoch. Da ging man eher das Risiko einer "Nichtausführung eines Befehls" ein. Bei einer Nichtausführung hatte man die Chance, wenn gefragt wurde, warum man den Befehl nicht ausgeführt hatte, Gründe vorzubringen. Das war zwar wie eine nachträgliche Diskussion über den Befehl, hatte aber den Charme, dass nun auch der Befehlende vor einer vollendeten Tatsache stand und erst mal Klarheit für sich selbst schaffen musste. Bei einer offenen Verweigerung musste es nicht um das Warum gehen. Es galten die Prinzipien der militärischen Einzelleitung und des unbedingten Gehorsams. Da brauchte es keine Gründe, da konnte sofort bestraft werden.

Das mit dem Bestrafen bei Nichtausführung war übrigens gar nicht immer so leicht. Ein kleines Beispiel: Ab 08:00 Uhr sollte eine Veranstaltung der Politabteilung in der Klubbaracke stattfinden (im Winter). Die Klubbaracke wurde über zwei einzelne Öfen beheizt, die zwischen 04:00 und 05:00 Uhr angeheizt werden mussten, damit die Temperatur um 08:00 Uhr erträglich war. Befehl Nummer 1 an den UvD der Kompanie: Sie wecken um 04:00 Uhr Soldaten X zum Heizen der Klubbaracke. Befehl Nummer 2 an Soldaten X: Sie heizen die Klubbaracke bis 04:30 an - ich mache Sie verantwortlich, dass die Temperatur bis 08:00 Uhr auf ca. 20 Grad ist. --- Nun macht man als Diensthabender der Kompanie ca. 06:15 Uhr einen Rundgang durch die Verantwortungsbereiche. Die Klubbaracke ist kalt, die Öfen sind nicht beheizt. Zurück in die Kompanie, vorsichtshalber schon mal auf Tobsuchtsmodus umgeschaltet. Der Soldat behauptet, der UvD habe ihn nicht geweckt. Der UvD behauptet, er habe den Soldaten geweckt und der wäre wieder eingeschlafen. Egal, als Diensthabender Offizier der Kompanie hast du schon das liebliche Geläut der Stimme deines Leiters der Politabteilung im Ohr, wenn der Raum bis 08:00 Uhr noch arschkalt ist. Also: Soldaten rüberschicken, Befehl - mehr Holz zum Anheizen nehmen (die Öfen glühen dann zwar fast in einer Holzbaracke, aber wenn sie abbrennt, ist das ein Problem des Brandschutzes - wenn sie kalt ist, bist du definitiv schuld --- so denkt man da bisweilen). Und wen bestrafst du nun wegen Nichtausführung?

Man stellt sich oft Befehle als etwas großartiges vor. Aber der militärische Alltag besteht aus unzähligen kleinen Befehlen und Weisungen, die zur Erfüllung der Aufgaben und zur Organisation des Dienstes, schlichtweg zum Funktionieren des militärischen Organismus notwendig sind. Und diese Befehle waren notwendig. Hast Du eine Vorstellung, Lutze, wie oft ich selbst im Winter in dieser sch***kalten Klubbaracke gefroren habe? Es war ja nicht nur eine Frage der Zeit, wann die Öfen angeheizt wurden, sondern auch eine Frage der Qualifikation des Soldaten. Was machst Du denn, wenn Du, den Tinitus vom lieblichen Gebrüll des eigenen Vorgesetzten noch im Ohr, Dir den Soldaten heranzitierst und rundmachen willst, und der sagt Dir: "Tut mir leid, ich weiß nicht, wie das geht, denn wir haben Fernheizung zuhause"? Der Vorgesetzte ist bei der Erteilung eines Befehls verantwortlich, dass der, dem er den Befehl erteilt, in der Lage ist, diesen auch auszuführen! Selbst schuld also! Trotzdem gab es dann den Anschiss und ggf. Reviere - schon mal rein prophylaktisch - wozu hat man Macht?

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.06.2013 08:27 | nach oben springen

#13

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 08:48
von utkieker | 2.924 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #1
hat jemand mal einen Befehl verweigert,
und was waren die Konsequenzen?
Gruß Lutze

Ja Lutze hab ich,

ich hab mich geweigert das "aktuell" politische Gespräch nach schematischer Vorgabe zu erfüllen, weil so was nie aktuell sein kann. Somit war ein weißer Fleck im Gruppenbuch. Danach wurde ich zusammengenießt! Danach habe ich meine eigene Vorgabe ins Gruppenbuch eingetragen, daß mißfiel auch dem Vorgesetzten. Schließlich habe ich es aufgegeben meinen Vorgestzten zu "ärgern", denn den Ärger hatte ich ja. Die Truppe wollte ganz einfach belogen werden und so schrieb ich ins Gruppenbuch, was die Herrschaften wünschten und ich hatte meine Ruhe!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
Küchenbulle 79 und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 09:14
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Das in einer Armee alles nach Befehlen gehen muss das ist klar,und damit habe ich auch nie ein Problem gehabt.Auch wenn ich manchmal gedacht habe bei dem Kunden dreht sich doch eine Exzenterwelle in der Birne.
Das auch manchmal alles in einem schärferen Ton erfolgt,oder erfolgen muss,alles in Ordnung. Folgende wahre Begebenheit :

Wir waren zur Gefechtsmäßigen Grenzsicherung draussen.Es wurde alles Mitgeschleppt was tragbar war,oder auch nicht,das wurde eben gefahren.
Wir haben auch im Grenzgebiet geschlafen,dafür wurden extra Zelte aufgebaut.Essen wurde an die Postenpunkte gebracht.

Die ganze Aktion ging 3 Tage,und wurde von Offizieren des Battalions Überprüft ,oder Begutachtet,wie auch immer.Jeder räumte dann seinen Mist wieder Zusammen.Wir waren Angetreten,als gerade mich ein Major des Battalions anbrüllte,ich solle Ihm bei seinen Zeltabbau gefälligst Helfen.
Wir waren genau so fertig auf den Röhren wie dieser adipöser Offizier.
Das wäre aber immer noch kein Problem gewesen,das ich Ihm bei eigentlich seiner Arbeit helfe. Der Brüllte dann nochmal " Sie haben wohl in Ihrem Leben noch nie gearbeitet"
Ich hatte so eine Wut im Bauch,das kann sich warscheinlich niemand vorstellen. Mein KC hörte natürlich das Theater und kam aus seinem Zelt,das Bild vergesse ich nie Ziggarre im Mund und nur eine nickende Kopfbewegung zu mir,ich solle jetzt endlich beim Abbau helfen.
Ich habe mich also letztendlich doch entschieden den Befehl nicht zu verweigern.
Ich habe diesen Menschen leider nie wieder gesehen im Leben,Ich bin mir nicht sicher was ich gemacht hätte.

Gruß Peter


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#15

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 09:24
von 94 | 10.792 Beiträge

Dein KC hatte seinen Laden bestimmt 'im Griff'? Und der Brüll-Affizier vermißte doch sicher beim nächsten Aufbau seiner Dackelgarage dann die Zeltnägel und /oder die Abspannschnüre? Na wie auch immer, ich weiß nicht mehr wie und in welchem Zusammenhang ich folgenden Spruch auf der OHS vernahm, er half mir schon oft im richtigen Leben ...

Wer befiehlt, muß sicherstellen!

(Sozusagend die militärische Variante von 'Du kannst nur die zur Verfügung stehenden Resourcen nutzen')

Zum Nichtausführen eines Befehls wie von Rainmen erwähnt war's besonders geschickt, wenn es inzwischen sich wiedersprechende Befehle gab *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.06.2013 09:27 | nach oben springen

#16

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 09:39
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Mal eine Frage an unsere Offiziere hier im Forum (Eigentlich habe ich ja selber einen im Haus,aber der denkt immer noch das alles sehr geheim ist )

Ist an dem "Gerücht" was drann,das im Ernstfall Offiziere ausgetauscht oder versetzt werden,um der Gefahr zu entgehen die ersten Opfer zu sein ?


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#17

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 10:02
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Ich weiß nicht ob man das Befehlsverweigerung nennen kann.Habe mal als UvD den KC nicht in den Wachraum gelassen.Grund, er war noch nicht ganz nüchtern vom Vorabend und in der Hütte standen ja die Waffen von der Objektwache.Habe den Polit gerufen,aber der hörte den Lärm auf den Flur schon.Der schickte den KC ersteinmal nach Hause.Später bekam der KC , 3.Tage Kompaniearrest.Ansonsten ist nie was danach gekommen. Nur der KC sagte so etwa zu mir---nun wohne ich schon nebenan und muss hier 3.Tage abbrummen.


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#18

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 11:18
von Fritze (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #17
Ich weiß nicht ob man das Befehlsverweigerung nennen kann.Habe mal als UvD den KC nicht in den Wachraum gelassen.Grund, er war noch nicht ganz nüchtern vom Vorabend und in der Hütte standen ja die Waffen von der Objektwache.Habe den Polit gerufen,aber der hörte den Lärm auf den Flur schon.Der schickte den KC ersteinmal nach Hause.Später bekam der KC , 3.Tage Kompaniearrest.Ansonsten ist nie was danach gekommen. Nur der KC sagte so etwa zu mir---nun wohne ich schon nebenan und muss hier 3.Tage abbrummen.


Das tut gut zu lesen,daß es auch mal einen "Sacki" erwischt hat. Drei Tage Kompaniearrest klingt doch schön .
Ich hatte ja ja im Waffenkeim vom "Henker" geschrieben . Der Olt. durfte auch 3 Tage im Battalion verbringen und anschließend wurde er DH .
Was fürn Schwachsinn doch der Personenmangel trieb !?!


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#19

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 16:02
von utkieker | 2.924 Beiträge

Übrigens gab es auch Befehle die durfte man auf gar keinen Fall befolgen und damit meine ich nicht nur Befehle, die gegen einen bestimmten Ethos verstießen!
Folgendes: der StKC ist auf Kontrolle im Abschnitt und tritt an einen Posten heran mit der Aufforderung: "Genosse X ihre Waffe ist ja total verdreckt, geben sie diese doch mal her!"
Gibt man die Waffe raus hat man schon verloren, hier ist vor allem die Findigkeit und Schlagfertigkeit auch des Postenführers gefragt! Etwa so: "Genosse Oberleutnant nach Dienstschluß wird die Waffe gewartet, ich persönlich werde den Wartungszustand überprüfen!" Auf jeden Fall mußte die Herausgabe der Waffe verhindert werden .....

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#20

RE: Befehlsverweigerung

in Mein Leben als DDR Grenzsoldat 21.06.2013 18:29
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Versetzt Euch doch mal so in die alten Zeiten. Lehnt Euch mal in Ruhe zurück und lasst das mal so Reveu passieren. Bei mir wars so Ende der 70er Jahre. So ein richtiger Vorgesetzter von Major aufwärts, wer hätte denn dessen Befehle in Frage gestellt gar noch sich irgendwie gewagt, da irgendwo was zu kritisieren? Also bitte Männer, "das waren Götter in Uniform" sich stets und ständig ihrer Macht bewusst, da gab es doch nie eine Widerrede gar noch ne andere Art der

"Genosse Major, äh ich weiß nicht so Recht, also wenn ich bitte mal bemerken darf, Sie haben gerade den falschen Befehl erteilt oder so ähnlich???" Der, der das, diesen kühnen Satz formuliert hätte wäre wohl mit dreihundert Mal Häschen Hüpf am Abend des Tages über die Sturmbahn gehüpft(hier auch der Rest der stolzen NVA inbegriffen)

"Befehlsverweigerung bei der NVA"????? Ha ha hu hi nee ne, da wäre doch eher der Mond statt der Sonne früh im Osten aufgegangen.

Lebensläufer


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