#101

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:42
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #98

Den 17. Juni würde ein Großteil der Deutschen wohl mit Bier und Grillfleisch, nicht aber mit dem Arbeiteraufstand 1953 in der DDR, in Zusammenhang bringen.

Wenn man es unter dem Gesichtspunkt betrachtet bräuchten wir eigentlich gar keinen Feiertag.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#102

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:44
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #100
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #95


Das ist richtig! Es wurde kein neuer Staat gegründet, sondern dem Westteil Deutschlands nur eine organisatorische Struktur bis zur Wiedervereinigung gegeben. Deswegen auch Grundgesetz und keine Verfassung, während auf der Ostseite eine Verfassung ausgearbeitet wurde.

Nicht schlecht, kljngt ein bisschen wie die"selbstständige politische Einheit", das haben wir uns einfallen lassen um Westberlin zu definieren.
Und warum haben wir das dann gelassen mit dem Grundgesetz, nachdem wir uns Wiedervereinigt haben? Oder haben wir immer noch keine Verfassung?


Streng genommen nicht. Denn die Väter des GG sahen es so, dass sich das deutsche Volk selbst nach der Wiedervereinigung eine Verfassung geben sollte. Da sich in der Zwischenzeit die allgemeine Auffassung durchgesetzt hat, zumindest im Westen, dass das GG als Verfassung zu werten ist, griff man in die Trickkiste mit dem Beitritt. Und schon war eine historische Chance vertan............


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#103

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Ist doch egal ob das Ding GG oder Verfassung heisst.
Wichtig ist doch,dass man sich daran hält und das durchsetzt was dort geschrieben steht.

seaman


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#104

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:50
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #99
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89

Einen Gründungstag der "BRD-Alt" als Staat gibt es nicht (siehe Feststellung des Bundesverfassungsgerichts im Juli 1973). Somit auch kein Feiertag.

Ari


Das heißt also den Staat BRD gab es eigentlich gar nicht, oder wie muss ich das verstehen?


Sehr komplexes Thema. Die BRD sah sich identisch mit dem deutschen Reich, quasi als Rechtnachfolger, bzw. als Deutschland. Durch die Teilung Deutschlands aber nicht voll Handlungsfähig. Um in diesem Chaos irgendwie handlungsfähig zu sein, wurde die BRD gegründet, aber halt nicht als neuer Staat.


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#105

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:55
von Duck | 1.741 Beiträge

Ohne mir jetzt die vorangegangenen Beiträge durchgelesen zu haben, würde ich sagen nein, der 17. Juni ist ein Gedenktag genau wie der 13.08.61., kein Feiertag.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#106

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:59
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #103
Ist doch egal ob das Ding GG oder Verfassung heisst.
Wichtig ist doch,dass man sich daran hält und das durchsetzt was dort geschrieben steht.

seaman


Formal juristisch schon! Allerdings sollte man bedenken, dass eine nicht geringe Gruppe unserer Bevölkerung keinen Einfluß auf das hatte, was dort geschrieben steht. So sahen das auch die Väter des Grundgesetzes. Das GG sollte so lange gelten, bis das deutsche Volk sich eine Verfassung gibt. Und das GG wurde noch nicht mal durch eine Wahl durch die Teilbevölkerung legitimiert. Kann man sich also durchaus streiten, ob das alles so in Ordnung ist.


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#107

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 11:08
von SET800 | 3.104 Beiträge

hallo,
den Feiertagskalender mal gründlich umgestalten.

1. zwischen 8 - 12, ein politischer Konsens dafür ist nötig, auf Mo - Sa fallende Tage festlegen.

2. Ob immer auf einem bestimmten Wochentag oder festes Kalenderdatum, eine Abstimmungsfrage.

3. Aus Tradition hier in Mitteleuropa den 25.12 und 26.12, und den 1.1., dazu einige Frühjahres, Sommer und Herbsttage.

Mit welchem Sinn interessierte Kreise dann diese Tage zu "ihrem" Tag machen, das ist Freiheit.

Die einen mögen Jesus feiern, andere an dem Tag Mohameds Himmelsritt, Gewerkschafter ihren Kampftag, die Bundesrepublik als Staat ihre Gedenken udn Traditionen, Nordlandfreaks die Sommersonnenwende oder im Winter den kürzesten Tag, das ist Freiheit.

PS.:

Kirchen haben ihre Feiertage auch mal um 10 Tage verschoben. Und so wie frührer die großen Zampanos der Religionsgrupppen Kraft eigener Macht Feiertage festlegten, so kann man das heute auch ändern.



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#108

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 11:27
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zwar wäre es mir egal, wenn der 17.6. gegen den 3.10. getauscht werden würde, aber einen interessanten Aspekt für die Neuzeit hätte ein solcher Feiertag mit Blick auf Parallelentwicklungen der Weltgeschichte, Stichworte "Arabischer Frühling"/ "Orange Revolution" dennoch gehabt.
Es ist anfangs eben nicht immer abzusehen, ob die Initiatoren und Volksmassen einer solchen Bewegung überhaupt das Ergebnis erhalten, das sie vorgesehen hatten und ob am Ende nicht doch wieder mal die Rattenfänger das Gelände als Sieger verlassen.
Im Taumel des vermeintlichen Sieges formieren sich doch recht schnell die Profiteure, die solche Revolutionen für ihre Zwecke nutzen, nachdem andere die Feldarbeit geleistet hatten.
Ganz dramatisch war damals auch der Fakt, daß ja die Normen wohl im letzten Moment vom SED- Politbüro zurück genommen wurden http://widerstandsmuseum.de/berlin-fried...m-17-juni-1953/

Auszug daraus:
Ständig bildeten sich neue Demonstrationszüge an verschiedenen Stellen der Innenstadt. Dass mittlerweile die Normenerhöhung vom SED-Politbüro zurückgenommen worden war und die östlichen Rundfunksender diese Nachricht verbreiteten, interessierte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemanden, denn mittlerweile ging es um mehr: „Freie und geheime Wahlen!“
Zitat Ende

Da wollten einige mehr und es ist nicht geklärt, ob das mit den Neuwahlen nun tatsächlich der Willen des Volkes war, zumindest nicht um diesen Preis. Die Duplizität der Ereignisse der Neuzeit ist immerhin beeindruckend, oft ging es den Volksmassen primär darum verhaßte Diktatoren zu eleminieren und die Korruption in ihren Ländern zu beenden, die arabischen Islamisten beispielsweise waren aber schneller und kochten ihr eigenes Süppchen mit den heute bekannten Ergebnissen.
Genauso schnell wie die westdeutschen Konzerne waren als es darum ging, das Potenzial der DDR- Wirtschaft in der unmittelbaren Nachwendezeit zu vernichten um neue Konsumentenheere für ihre Produkte zu erschließen.
Die interessierte weder die neue Freiheit ihrer Landsleute noch deren Träume von einer wahren Demokratie, das waren einfach nur makroökonomische Hütchenspieler, die ganz anders kalkulierten als die CDU- Sonntagsredner und unsere ehemaligen Bürgerrechtler.
Darüber nachzudenken lohnt es sich zu jeder Zeit, ob dazu jedoch die Grillatmosphäre geeignet ist, können wir getrost in Frage stellen.



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#109

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 12:17
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #99
Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89

Einen Gründungstag der "BRD-Alt" als Staat gibt es nicht (siehe Feststellung des Bundesverfassungsgerichts im Juli 1973). Somit auch kein Feiertag.

Ari


Das heißt also den Staat BRD gab es eigentlich gar nicht, oder wie muss ich das verstehen?

Für die "Alt-BRD", also vor dem 3.10.1990 wurde das durch das Verfassungsgesetz so festgestellt.

Die Situation vom 7./8./9. Mai 1945 bis zum 3.10.1990 ist so meines Wissens so vorher für einen oder mehrere Teilstaaten nie dagewesen und wurde unter Billigung der Alliierten und Wahrung der Interessen der jeweiligen Besatzungsmächte von den verschiedenen Seiten unterschiedlich interpretiert und ausgelegt. Da dieser provisorische Zustand viel länger dauerte als von den Beteiligten erwartet, nahm man (Bevölkerung) dieses Provisorium irgendwann nicht mehr als solches wahr und hielt alles für in Stein gemeisselt.

Das änderte sich spätestens am 9.11.1989, zumindest in Bezug auf die beiden damaligen Teilstaaten.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
zuletzt bearbeitet 19.06.2014 12:18 | nach oben springen

#110

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 12:27
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #108
Zwar wäre es mir egal, wenn der 17.6. gegen den 3.10. getauscht werden würde, aber einen interessanten Aspekt für die Neuzeit hätte ein solcher Feiertag mit Blick auf Parallelentwicklungen der Weltgeschichte, Stichworte "Arabischer Frühling"/ "Orange Revolution" dennoch gehabt.
Es ist anfangs eben nicht immer abzusehen, ob die Initiatoren und Volksmassen einer solchen Bewegung überhaupt das Ergebnis erhalten, das sie vorgesehen hatten und ob am Ende nicht doch wieder mal die Rattenfänger das Gelände als Sieger verlassen.
Im Taumel des vermeintlichen Sieges formieren sich doch recht schnell die Profiteure, die solche Revolutionen für ihre Zwecke nutzen, nachdem andere die Feldarbeit geleistet hatten.
Ganz dramatisch war damals auch der Fakt, daß ja die Normen wohl im letzten Moment vom SED- Politbüro zurück genommen wurden http://widerstandsmuseum.de/berlin-fried...m-17-juni-1953/

Auszug daraus:
Ständig bildeten sich neue Demonstrationszüge an verschiedenen Stellen der Innenstadt. Dass mittlerweile die Normenerhöhung vom SED-Politbüro zurückgenommen worden war und die östlichen Rundfunksender diese Nachricht verbreiteten, interessierte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemanden, denn mittlerweile ging es um mehr: „Freie und geheime Wahlen!“
Zitat Ende

Da wollten einige mehr und es ist nicht geklärt, ob das mit den Neuwahlen nun tatsächlich der Willen des Volkes war, zumindest nicht um diesen Preis. Die Duplizität der Ereignisse der Neuzeit ist immerhin beeindruckend, oft ging es den Volksmassen primär darum verhaßte Diktatoren zu eleminieren und die Korruption in ihren Ländern zu beenden, die arabischen Islamisten beispielsweise waren aber schneller und kochten ihr eigenes Süppchen mit den heute bekannten Ergebnissen.
Genauso schnell wie die westdeutschen Konzerne waren als es darum ging, das Potenzial der DDR- Wirtschaft in der unmittelbaren Nachwendezeit zu vernichten um neue Konsumentenheere für ihre Produkte zu erschließen.
Die interessierte weder die neue Freiheit ihrer Landsleute noch deren Träume von einer wahren Demokratie, das waren einfach nur makroökonomische Hütchenspieler, die ganz anders kalkulierten als die CDU- Sonntagsredner und unsere ehemaligen Bürgerrechtler.
Darüber nachzudenken lohnt es sich zu jeder Zeit, ob dazu jedoch die Grillatmosphäre geeignet ist, können wir getrost in Frage stellen.






abgesehen davon, dass der Inhalt deines Satzes(rot) heutzutage nur noch müdes Gähnen bei den Volksmassen hervorruft, weil er unter die Rubrik parteichinesisch oder Rotlichtbestrahlung einzuordnen ist, möchte ich dir sagen, ich habe verdammt gut gelebt in einem solchem von dir kritisierten Konzern. Ich habe Dinge erreicht die ich in 3 Leben in der Diktatur des Proletariats nicht geschafft hätte. Und damit meine ich vor allem die materiellen Belohnungen, die ich für die Ausbeutung meiner Arbeitskraft erhalten habe. Das wirkt sogar heute noch im Rentenalter nach, jeden Monat gibst zusätzlich zur deutschen Rentenversicherung noch eine leckere Firmenpension und die reicht für mehr als nur für ein Schnitzel und ein Bier.
Das sind nur die matereillen Dinge. Die Werte Bewegungsfreiheit, Meinungs- und Redefreiheit und andere Gestaltungs- udn Entfaltungsmöglichkeiten sind gar nicht mit Geld aufzuwiegen. Ich brauchte die letzten 49 Jahre meines Lebens nicht irgendso ein kleines Arschloch von der SED fragen: werter Genosse dürfte ich vielleicht mal nach Paris fahren ? Komme garantiert auch wieder zurück keine Angst. Hej, solche Erniedrigungen hatte ich nicht mehr nötig, nach dem ich den DDR Ausweis im Ofen verheizt habe, weil ich ein besseres Dokument bekam. Das ist meine reale Welt und nicht die marx'sche Traumwelt von irgendwelchen Parteiidioten, die viellcht zum Arbeiten 2 linke Hände haben, aber andere belehren wollen, dass es im jenseits nur besser werden kann. Ist ähnlich wie die Kirche, die verspricht das Gleiche. Ich geniesse aber lieber das Diesseits.
In dem Sinn schön' Tach noch


.
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Mahatma Gandhi
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#111

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 12:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von SET800 im Beitrag #107
Die einen mögen Jesus feiern, andere an dem Tag Mohameds Himmelsritt, Gewerkschafter ihren Kampftag, die Bundesrepublik als Staat ihre Gedenken udn Traditionen, Nordlandfreaks die Sommersonnenwende oder im Winter den kürzesten Tag, das ist Freiheit.


Ein diskussionswürdiger Ansatz, zumal dann gleich der volkswirtschaftliche Schwachsinn der nicht-bundeseinheitlichen Feiertage mit abgeschafft werden könnte. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den Monatsübergang Oktober/November: Ein Teil der Bevölkerung hat am 31.10. frei, ein weiterer am 01.11. und die Unglückseligen (überwiegend Norddeutsche) dürfen an beiden Tagen arbeiten. Mich würde wirklich interessieren, wie hoch die Kosten dieses Unfugs sind, denn zu dem Produktionsausfall in den betroffenen Ländern kommt ja hinzu, dass auch die "Unglückseligen" an diesen beiden Tagen nicht die volle Leistung bringen können: Die müssen zwar arbeiten, werden aber ihre Waren nicht los, da feiertags geschlossen ist.

Gut fände ich auch, wenn die Feiertage entzerrt werden würden: Im 2. Quartal (April bis Juni) gibt es reichlich davon und auch im vierten, von Oktober bis Dezember. Dazwischen nüscht, abgesehen von den Bayern.

Doch zurück: Die Idee der "grundlosen" Feiertage, die jeder nach seinen persönlichen Vorstellungen ausfüllen und gestalten kann, hat was. Nicht nur, dass das Wissen um den Hintergrund des Feiertags mittlerweile weitgehend vergessen wurde, auch das Datum gerade der älteren kirchlichen Feiertage ist fragwürdig. So wurde meines Wissens nach Jesus irgendwann im Januar oder Februar geboren, die Kirchenfürsten wollten aber den heidnischen Feiertagen ein Gegengewicht gegenüber stellen und haben so flugs den 24.12. bestimmt. Hinzu kommt, dass viele Forscher an der Kontinuität des Kalenders zweifeln: Nach dem Ende der Römerzeit öffnete sich ein ziemlich großes schwarzes Loch. Die Mönche, teilweise nur Kopisten, die selber nicht lesen konnten, schrieben voneinander ab und auch bei manchem Datum, so der Krönung Karls des Großen im Jahr 800, besteht der Verdacht, dass dieses Datum manipuliert wurde. Erst der 1582 eingeführte gregorianische Kalender löste den vorher gültigen julianischen und zahlreiche andere Kalender ab, die teilweise erhebliche Abweichungen aufwiesen.

Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Dass es sich auch bei den "historischen" Feiertagen um willkürlich festgesetzte Gedenktage handelt, die nichts mit dem tatsächlich an diesem Tag stattgefundenen Ereignis zu tun haben. Und damit besteht auch keine Notwendigkeit, ein Ereignis ausgerechnet an diesem Tag zu feiern.


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#112

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 12:47
von eisenringtheo | 9.185 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #111
[quote=SET800|p363573](..)

Was will ich damit sagen? Ganz einfach: Dass es sich auch bei den "historischen" Feiertagen um willkürlich festgesetzte Gedenktage handelt, die nichts mit dem tatsächlich an diesem Tag stattgefundenen Ereignis zu tun haben. Und damit besteht auch keine Notwendigkeit, ein Ereignis ausgerechnet an diesem Tag zu feiern.





Gegen Traditionen ist schwer anzukommen. Zum einen, dass Feiertage Ländersache ist. Noch schwieriger wäre es, die traditionellen christlichen Feiertage abzuschaffen oder zu verlegen. Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass Weihnachten in Deutschland in den Januar oder in Russland in den Dezember verschoben werden könnte.
Theo


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#113

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 12:53
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #112
Ich kann mir ernsthaft nicht vorstellen, dass Weihnachten in Deutschland in den Januar oder in Russland in den Dezember verschoben werden könnte.


Aber genau diese Differenz zwischen der römisch-katholischen und der russisch-orthodoxen Feierei macht doch deutlich, wie unsinnig die Fixierung auf ein bestimmtes Datum ist. Schließlich sind beide christliche Glaubensgemeinschaften.


zuletzt bearbeitet 19.06.2014 12:54 | nach oben springen

#114

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 13:06
von Gelöschtes Mitglied
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Nachtrag: Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass eine "Neutralisierung" von Feiertagen hierzulande zu erheblichen Proteststürmen führen würde: Allen voran die Kirchen (denn die meisten unserer Feiertage sind kirchliche) dürften alles aufbieten, um so etwas zu verhindern. Und ob sich die Gewerkschaften ihren 1. Mai so ohne weiteres "wegnehmen" lassen würden, bezweifel ich ebenfalls stark.

Dennoch finde ich die Grundidee, dass ein jeder gesetzlich bestimmte Feiertage nach eigenem Gusto mit Sinn füllen soll (oder auch nicht und einfach grillen geht), gut. Man muss ja nicht gerade den 20.04. zu einem dieser Feiertage machen......


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#115

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 13:08
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #114
Nachtrag: Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass eine "Neutralisierung" von Feiertagen hierzulande zu erheblichen Proteststürmen führen würde: Allen voran die Kirchen (denn die meisten unserer Feiertage sind kirchliche) dürften alles aufbieten, um so etwas zu verhindern. Und ob sich die Gewerkschaften ihren 1. Mai so ohne weiteres "wegnehmen" lassen würden, bezweifel ich ebenfalls stark.

Dennoch finde ich die Grundidee, dass ein jeder gesetzlich bestimmte Feiertage nach eigenem Gusto mit Sinn füllen soll (oder auch nicht und einfach grillen geht), gut. Man muss ja nicht gerade den 20.04. zu einem dieser Feiertage machen......


Na, gerade die Gewerkschaften müssten den Ball flachhalten, wurde doch der 1.Mai von den Nazis eingeführt.........


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#116

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 13:12
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Kirchliche Feiertage haben bekanntlich eine ältere, heidnische Komponente, die zu feiern ebenso bedeutsam ist oder noch bedeutender (zumindest für Kinder).

Die Feiertage, besonders am Jahresende, sind zudem äußerst wichtig für die Regenerierung. Ohne die gäb es noch mehr Streßkranke.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 19.06.2014 13:12 | nach oben springen

#117

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 13:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #110
Zitat von Hackel39 im Beitrag #108
Zwar wäre es mir egal, wenn der 17.6. gegen den 3.10. getauscht werden würde, aber einen interessanten Aspekt für die Neuzeit hätte ein solcher Feiertag mit Blick auf Parallelentwicklungen der Weltgeschichte, Stichworte "Arabischer Frühling"/ "Orange Revolution" dennoch gehabt.
Es ist anfangs eben nicht immer abzusehen, ob die Initiatoren und Volksmassen einer solchen Bewegung überhaupt das Ergebnis erhalten, das sie vorgesehen hatten und ob am Ende nicht doch wieder mal die Rattenfänger das Gelände als Sieger verlassen.
Im Taumel des vermeintlichen Sieges formieren sich doch recht schnell die Profiteure, die solche Revolutionen für ihre Zwecke nutzen, nachdem andere die Feldarbeit geleistet hatten.
Ganz dramatisch war damals auch der Fakt, daß ja die Normen wohl im letzten Moment vom SED- Politbüro zurück genommen wurden http://widerstandsmuseum.de/berlin-fried...m-17-juni-1953/

Auszug daraus:
Ständig bildeten sich neue Demonstrationszüge an verschiedenen Stellen der Innenstadt. Dass mittlerweile die Normenerhöhung vom SED-Politbüro zurückgenommen worden war und die östlichen Rundfunksender diese Nachricht verbreiteten, interessierte zu diesem Zeitpunkt kaum noch jemanden, denn mittlerweile ging es um mehr: „Freie und geheime Wahlen!“
Zitat Ende

Da wollten einige mehr und es ist nicht geklärt, ob das mit den Neuwahlen nun tatsächlich der Willen des Volkes war, zumindest nicht um diesen Preis. Die Duplizität der Ereignisse der Neuzeit ist immerhin beeindruckend, oft ging es den Volksmassen primär darum verhaßte Diktatoren zu eleminieren und die Korruption in ihren Ländern zu beenden, die arabischen Islamisten beispielsweise waren aber schneller und kochten ihr eigenes Süppchen mit den heute bekannten Ergebnissen.
Genauso schnell wie die westdeutschen Konzerne waren als es darum ging, das Potenzial der DDR- Wirtschaft in der unmittelbaren Nachwendezeit zu vernichten um neue Konsumentenheere für ihre Produkte zu erschließen.
Die interessierte weder die neue Freiheit ihrer Landsleute noch deren Träume von einer wahren Demokratie, das waren einfach nur makroökonomische Hütchenspieler, die ganz anders kalkulierten als die CDU- Sonntagsredner und unsere ehemaligen Bürgerrechtler.
Darüber nachzudenken lohnt es sich zu jeder Zeit, ob dazu jedoch die Grillatmosphäre geeignet ist, können wir getrost in Frage stellen.






abgesehen davon, dass der Inhalt deines Satzes(rot) heutzutage nur noch müdes Gähnen bei den Volksmassen hervorruft, weil er unter die Rubrik parteichinesisch oder Rotlichtbestrahlung einzuordnen ist, möchte ich dir sagen, ich habe verdammt gut gelebt in einem solchem von dir kritisierten Konzern. Ich habe Dinge erreicht die ich in 3 Leben in der Diktatur des Proletariats nicht geschafft hätte. Und damit meine ich vor allem die materiellen Belohnungen, die ich für die Ausbeutung meiner Arbeitskraft erhalten habe. Das wirkt sogar heute noch im Rentenalter nach, jeden Monat gibst zusätzlich zur deutschen Rentenversicherung noch eine leckere Firmenpension und die reicht für mehr als nur für ein Schnitzel und ein Bier.
Das sind nur die matereillen Dinge. Die Werte Bewegungsfreiheit, Meinungs- und Redefreiheit und andere Gestaltungs- udn Entfaltungsmöglichkeiten sind gar nicht mit Geld aufzuwiegen. Ich brauchte die letzten 49 Jahre meines Lebens nicht irgendso ein kleines Arschloch von der SED fragen: werter Genosse dürfte ich vielleicht mal nach Paris fahren ? Komme garantiert auch wieder zurück keine Angst. Hej, solche Erniedrigungen hatte ich nicht mehr nötig, nach dem ich den DDR Ausweis im Ofen verheizt habe, weil ich ein besseres Dokument bekam. Das ist meine reale Welt und nicht die marx'sche Traumwelt von irgendwelchen Parteiidioten, die viellcht zum Arbeiten 2 linke Hände haben, aber andere belehren wollen, dass es im jenseits nur besser werden kann. Ist ähnlich wie die Kirche, die verspricht das Gleiche. Ich geniesse aber lieber das Diesseits.
In dem Sinn schön' Tach noch



Das unterscheidet den euphorischen Rentner vom aktiven Kern dieses Systems, der in einer total bekloppten Arbeitswelt Tag für Tag um seine Rechte und sein Einkommen notfalls in der Fremde kämpfen muß.
Mein Diesseits sieht etwas anders aus und somit lasse ich mir auch keine Stellvertreterdiskussion aufzwingen.
Ich sehe sehr wohl unsere wohlgenährten erlebnishungrigen Rentner, die Tag für Tag neue wunderschöne Reiseziele ins Visier nehmen und ganz sicher besser leben als zu DDR- Zeiten, sehe aber auch die damals gleichaltrigen Lokführerkollegen, die einst nach Feierabend noch in gemütlicher Runde beisammen saßen, auf jedem Bahnhof eine Kantine hatten, zu Hause nicht mit dienstlichen Angelegenheiten behelligt wurden, nach Feierabend im heimischen Garten den Tag ausklingen ließen und die ihre Kinder und Enkel um die Ecke aufwachsen sahen und nicht im Ausland.
Alle anderen Kriterien meiner desolaten Nachwendebilanz sind ausreichend kommuniziert, Besserung ist nicht in Sicht, so z. B. würde ich bei Abelio, ODEG u.a. ostdeutschen Eisenbahnunternehmen/ Filialen vor Ort die Hälfte von dem verdienen, und somit ohne Zusatzvorsorge keine existenzsichernde Rente bekommen....dies alles war hier aber nicht das Thema.
Ich thematisierte die Zustände in meiner Heimat, vor denen ich quasi ebenso geflüchtet bin wie Du damals aus dem Arbeiter- und Bauern- Staat und bezeichne diesen Staat eben als rückständig bezüglich der Chancengleichheit beim wirtschaftlichen Aufstieg.
Meine These ist eben doch, daß Ziel und Ergebnis sowohl des Arbeiteraufstandes von 1953 als auch der Bürgerbewegung von 1989 soweit auseinander liegen wie unsere Sicht auf das derzeitige System.



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#118

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 16:36
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #114
Und ob sich die Gewerkschaften ihren 1. Mai so ohne weiteres "wegnehmen" lassen würden, bezweifel ich ebenfalls stark.



Hallo,
gerade klassenbewußte Gewerksschafter, wissend daß sie auch als Techniker oder Ökonomen nur Arbeiter sind.
Siehe Schweiz, in Basel, Chur-Lonza und Winterthur finden Aufmärsche und Veranstaltungen statt.
Den 1. Mai nimmt man sich als Arbeiter einfach, und es war ( früher ) für Betriebsleiter nicht ratsam deshalb jemand zu feuern wolllen.....



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#119

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 16:56
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #104
Die BRD sah sich identisch mit dem deutschen Reich, quasi als Rechtnachfolger, bzw. als Deutschland.

Konnten sie ja wegen mir auch, wenn es für mein Gefühl auch etwas sehr arrogant war.Aber deswegen musste es die DDR noch lange nicht so sehen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#120

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 17:45
von Schuddelkind | 3.516 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #119
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #104
Die BRD sah sich identisch mit dem deutschen Reich, quasi als Rechtnachfolger, bzw. als Deutschland.

Konnten sie ja wegen mir auch, wenn es für mein Gefühl auch etwas sehr arrogant war.Aber deswegen musste es die DDR noch lange nicht so sehen.


Hat sie aber, zumindest am Anfang. Die DDR ging anfangs vom Fortbestand des Deutschen Reiches aus und vertrat zunächst die Auffassung, mit ihm identisch zu sein, woraus sie einen Alleinvertretungsanspruch für ganz Deutschland herleitete.Später ging sie dann von einer Teilidentität mit ihm aus.


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