#81

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:55
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #78
@Dandelion, ganz dünnes Eis.
In die erste Verfassung der DDR war auch das Ziel eines Wiedervereinigten Deutschlands aufgenommen worden. Trotzdem wurde der Gründungstag zukünftig als Feiertag begangen und nicht erst ab dem Zeitpunkt wo die DDR eine Wiedervereinigung, wenn überhaupt, in weiter Ferne sah.


Das sehe ich nicht so, @Nostalgiker : Aus meiner Sicht eher fester Boden als dünnes Eis.

Zugegeben: Ich kenne die erste Verfassung der DDR nicht und das erste Grundgesetz habe ich zwar mal gelesen und es mit dem damals aktuellen verglichen, aber das ist ziemlich lange her. Ich weiß auch nicht, ob dieses Ziel in der zuletzt gültigen Version der DDR-Verfassung noch verankert war oder im Laufe der Jahrzehnte irgendwann "entsorgt" wurde.

Ich weiß nur, dass es kein West-Politiker wagen durfte, dieses Ziel anzuzweifeln: Das wäre politischer Selbstmord gewesen. Aber man konnte es umschiffen: Wenn ich mich recht erinnere gab es in den 50er Jahren einen Vorschlag der UdSSR, Deutschland als neutrales Land zu vereinigen. Das wurde von Adenauer & Co. erfolgreich mit dem Argument verhindert, dass man dann mehr oder weniger schutzlos dem "soffjettrussischen" Einfluss ausgesetzt wäre und letztendlich als Art "Kolonie" ohne eigene Kompetenz dastehen würde.

Ich möchte jetzt keine Diskussion darüber lostreten, wie stark Adenauers Haltung von den Westmächten, insbesonders den USA, beeinflusst oder gar befohlen war. Ich weiß nur noch, dass in den Folgejahrzehnten so ziemlich alle Politiker aller Couleur nicht müde wurden, den Alleinvertretungsanspruch der BRD einerseits und das Ziel der Wiedervereinigung andererseits zu betonen. Vielfach dürften es nur Lippenbekenntnisse gewesen sein, zumindest was den zweiten Teil anging. Und ich kann mich auch noch gut daran erinnern, welchen Sturm der Entrüstung die von Brandt und Bahr eingeleitete Entspannungspolitik gegenüber dem Osten ausgelöst hat: Das Wort "Vaterlandsverräter" und "Zerstörer der deutschen Wiedervereinigung" habe ich noch sehr gut im Gedächtnis.

Aber jetzt bin ich doch ein wenig auf ein Nebengeleis geraten. Mit meinem letzten Beitrag wollte ich nur auf die Gründe hinweisen, die meiner Meinung nach dazu geführt haben, den 23.05.49 nicht als Feiertag zu begehen. Dass sich die DDR-Führung anders entschieden hat, dass sie trotz des Wiedervereinigungsgebots ihrer eigenen Verfassung den 07.10. als Nationalfeiertag begangen hat - nun, das war das Recht eines souveränen Staates und es ist kein Beleg dafür, warum die BRD sich nicht so verhalten hat.


nach oben springen

#82

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 12:03
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

ob der 17.Juni wieder Feiertag wird oder nicht - es ist mir egal, ganz ehrlich. Und ich bin Arbeitnehmer. Und es ist mir auch egal, ob andere meine Position bzgl. des "freien Tages" verstehen oder nicht....

Ich habe gestern abend benutzt, um über unsere deutsche Geschichte nachzudenken...
Am 17.Juni 1953 - und den habe ich persönlich nicht miterlebt - rollten sowjetische Panzer durch den Osten Deutschland und trieben die Streiks und Demonstrationen auseinander. Und danach gab es Todesurteile und lange Haftstrafen für die "Anführer".
Wie mag den Menschen zumute gewesen sein, die einfach nur mit auf die Strasse gegangen sind, um gegen Ungerechtigkeiten zu protestieren ?

Im Herbst 1989 - und den habe ich aktiv miterlebt !! - gab es wieder Demonstrationen.
Und - diesmal hatten wir Angst - und ich spreche für mich und viele, die ich kenne - das wieder Panzer durch die Strassen rollen werden und die Gewalt eskaliert. Die Bilder vom "Platz des Himmlischen Friedens" in Peking waren noch frisch im Gedächtnis und so mancher Hardliner der SED wünschte sich eine solche Lösung.
Wie wir wissen - es kam nicht dazu - dank vieler besonnener Menschen - auf beiden Seiten.
Und deshalb bleiben für mich auch die Geschehnisse um den 17.Juni 1953 eine wichtige Erinnerung aus unserer Geschichte.
Wegen dieser Parallelen zu Herbst 89, der ein Teil meiner persönlichen Geschichte ist.

Gruss Hartmut
Und nun streitet von mir aus ruhig weiter über die "Nebenkriegsschauplätze"


u3644_Jobnomade.html
Harsberg hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.06.2014 12:05 | nach oben springen

#83

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 16:39
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #77
Zitat von KARNAK im Beitrag #76

Ansonsten dürfte die BRD-Alt das einzige Land auf der Welt gewesen sein, dass den Gründungstag des Staates nicht als Feiertag begangen hat.Der Grund dürfte eindeutig gewesen sein, hätte man das getan wäre es zu offensichtlich geworden,dass die BRD vor der DDR gegründet wurde.


Ich glaube nicht, dass das der Grund war: Das Totschweigen historisch nun mal sehr eindeutig belegbarer Daten hat noch nie etwas gebracht, zumal dann nicht, wenn ich im Geschichtsunterricht meiner Schule sowohl das eine wie auch das andere Datum vermittelt bekommen habe. Und ob die BRD wirklich das einzige Land der Welt war, dass den Gründungstag nicht gefeiert hat, kann ich nicht beurteilen.

Nein, ich denke, dass es eher etwas mit dem im Grundgesetzt verankerten Ziel der Wiedervereinigung zu tun hatte: Eine Feier zur Gründung eines deutschen Teilstaates hätte die Teilung stärker als erforderlich zementiert und wäre damit kontraproduktiv im Sinne des GG gewesen. Und vor diesem Hintergrund macht eine Feier zum und ein Gedenken an den 17. Juni viel Sinn - schließlich wurde auch dort der Ruf nach einer Wiedervereinigung laut.

Ob dieser Wunsch das Ergebnis der Arbeit eines Agent Provocateur (oder mehreren davon) war oder ob sich wirklich der Wille des Volkes dort manifestiert hat, bleibt wohl der Sichtweise des Einzelnen vorbehalten: Keiner von uns war dabei und hat die Situation unmittelbar erlebt. Und ich glaube auch, dass es nicht die Motivation aller Teilnehmer gab: Die Ziele der Demonstranten dürften ziemlich unterschiedlich gewesen sein.

Aber so liest eben jeder das heraus,. was er herauslesen möchte.


Dann frage doch mal ein paar Bundesbürger-Alt ob sie wissen wann ihr damaliges Land eigentlich gegründet wurde, ich habe das schon gemacht.Du wirst erstaunt sein wie wenige das Wissen.
Ich behaupte nicht,dass der 17.Juni im Wesentlichen durch Provokateure ausgelöst wurde, aber der 17.Juni war ursächlich nichts anders als ein Streik,ein Aufbegehren von DDR-Bauarbeitern wegen ungerechtfertigter Normerhöhungen.Was danach kam, na ja, man kann darüber streiten, gänzlich aufklären wird man es nicht können.
Es ist ähnlich wie mit der"friedlichen Revolution" in der DDR, die mit dem Slogan "Wir sind das Volk" auf die Straße gegangen ist und mit der Abänderung des Slogans in "Wir sind ein Volk", faktisch über Nacht, ausgelöst durch eine Titelseite der Bild-Zeitung, die diesen Spruch ziemlich clever abgewandelt hat.Auch dabei kann man über wieso und warum, was das DDR-Volk EIGENTLICH wollte trefflich streiten und auch da ist es mit dem gänzlich aufklären schwierig.
Das wir,pleite wie wir waren, keine andere Alternative hatten, dass lasse ich mal einfach unberücksichtigt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.06.2014 16:42 | nach oben springen

#84

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 19:01
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Der "17. Juni" sagt es schon: Es waren nur einige Tage.
Von daher kann es keine allmähliche Entwicklung gegeben haben wie 1989/90.

Anti-SED-Parolen und Forderung nach der deutschen Einheit haben sich 1953 also nicht erst allmählich herausgebildet.

Die Normenerhöhung war demnach nur der Auslöser für längst aufgestauten Frust.

Die SED-Einschätzung als Konterrevolution war durchaus richtig.
Da die eigene Arbeiterklasse als Träger das ideologische Fundament zerstörte, mußte das als vom Westen gelenkt dargestellt werden.

Wenn ich richtig informiert bin, gab es eine Gemeinsamkeit zu 1989: Der Westen war überrascht und ist der Entwicklung hinterhergelaufen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 18.06.2014 19:08 | nach oben springen

#85

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 19:07
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Ich wäre für die Wiedereinführung des 17. Juni als Gedenktag. Muss nicht unbedingt frei sein. Aber den 9. November würde ich sicher als Feiertag Maueröffnung sehen. Das geht anscheinend politisch nicht wegen der "Reichskristallnacht", auch wenn die niemand feiert. Stattdessen wird der 3. Oktober begangen, ein rein bürokratisch gesetztes Datum.


nach oben springen

#86

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 20:09
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Nun, ich halte den 17. Juni NICHT für den Tag eines Volksaufstandes.
Gedenktag, ist er auch so, erstaunlich wie wenig in den Medien darüber kam, man hats behandelt, aber ausschweifend, nein, ein Glück.
Aber nun gut, Deutschland ist vereinigt, daher überflüssig, weniger Berichte ersparen der Org. Gehlen die weitere Schmach des Versagens.

Zwar hat es in einigen Städten einige Streiks/Aufstände gegeben, aber von Volk kann doch keine Rede sein, die Anstachelungen von aussen mal ausser acht gelassen.
Und die "Norm" haben dann die Bauarbeiter später alle DOCH geschafft?
Schau an, schau an, Jahre später war sogar NOCHMEHR drin, ganz ohne Proteste.
Die Arbeiterstreiks wurden ganz eindeutig ausgenutzt um das Volk aufzustacheln, bei den Unzufriedenen hatte man ja leichtes Spiel, auch bei denen die die sozialistische Lebensphilosophie nicht teilten..
Wer mit offenen Augen durch die Geschichte seit dem 17. Juni geht, und andere Ereignisse vergleicht, wird erstaunliche Parallelen finden und schliesst ein Selbstläufer um den 17. Juni aus.

Gut, schon damals versuchte man Deutschland zu vereinen, hat nicht ganz geklappt, daher Gedenktag und Volkstrauertag denkbar, wohl aber mehr für die Auftraggeber, weniger für die Auftragnehmer, denn die hatten den Mist auszubaden.

Wenn man von Volksaufstand reden will, dann fand der im Herbst 1989 statt.
Daher ist der 3.Oktober durchaus vertretbar, der 9. November wäre eigentlich der richtige Tag gewesen, denn da fiel die Mauer, die Vorraussetzung für ein vereintes Deutschland.

Am Ende ist mir das aber alles total egal.
Weder tangiert mich der 17.Juni samt seiner Opfer, noch tangiert mich die deutsche Einheit, mein Leben wäre auch ohne Einheit weiter gegangen, als Malocher, so wie ich heute auch nur Malocher bin.
Die Einheit hat weit mehr Opfer gebracht als der 17.Juni, davon redet keiner, alles ist schön.
Dieses geplärre und dieser Opferkult gehn mir auf den Senkel, Schnee von Gestern der kaum mehr interessiert, zumindest nicht die, die heute ums tägliche Brot kämpfen müssen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#87

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 20:31
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von KARNAK im Beitrag #83
Dann frage doch mal ein paar Bundesbürger-Alt ob sie wissen wann ihr damaliges Land eigentlich gegründet wurde, ich habe das schon gemacht.Du wirst erstaunt sein wie wenige das Wissen.


Nein, wäre ich nicht: Ich musste selber nachlesen. Ganz einfach, weil das Datum im öffentlichen Bewusstsein der Menschen nicht gepflegt und erst recht nicht zelebriert wurde und somit an Bedeutung verlor. Und damit langsam, aber sicher aus dem Gedächtnis verschwand. Ganz im Gegensatz zum 07. Oktober, den mancher hier heute noch feiern möchte.


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 20:31 | nach oben springen

#88

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 21:07
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #83
Dann frage doch mal ein paar Bundesbürger-Alt ob sie wissen wann ihr damaliges Land eigentlich gegründet wurde, ich habe das schon gemacht.Du wirst erstaunt sein wie wenige das Wissen.
Bin zwar kein Bundesbürger-Alt, sondern östlich des Eisernen Vorhangs aufgewachsen. Trotzdem wusste ich schon als Schüler, dass die BRD bereits irgendwann im Mai 1949 "gegründet" wurde und damit einen temporalen Vorsprung gegenüber der DDR hatte, der faktisch die deutsche Zweistaatlichkeit/Teilung initiierte.
Woher ich das schon als Kind in der DDR wusste? Nun, aus dem roten Geschichtsunterricht in der Polytechnischen Oberschule, die trotz aller linkspolitischen Ausrichtung immer noch eine Schule war - im Gegensatz zu den Verblödungsanstalten von heute.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


nach oben springen

#89

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 21:11
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #76
Ansonsten dürfte die BRD-Alt das einzige Land auf der Welt gewesen sein, dass den Gründungstag des Staates nicht als Feiertag begangen hat.[...]

Einen Gründungstag der "BRD-Alt" als Staat gibt es nicht (siehe Feststellung des Bundesverfassungsgerichts im Juli 1973). Somit auch kein Feiertag.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
nach oben springen

#90

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 21:37
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von HG19801 im Beitrag #88
Bin zwar kein Bundesbürger-Alt, sondern östlich des Eisernen Vorhangs aufgewachsen. Trotzdem wusste ich schon als Schüler, dass die BRD bereits irgendwann im Mai 1949 "gegründet" wurde und damit einen temporalen Vorsprung gegenüber der DDR hatte, der faktisch die deutsche Zweistaatlichkeit/Teilung initiierte.
Woher ich das schon als Kind in der DDR wusste? Nun, aus dem roten Geschichtsunterricht in der Polytechnischen Oberschule, die trotz aller linkspolitischen Ausrichtung immer noch eine Schule war - im Gegensatz zu den Verblödungsanstalten von heute.


Temporalen? Du meinst temporären Vorsprung. Mit den Schläfen hatte das sicher nichts zu tun. Und wieso war der Vorsprung nur zeitweilig? Einholen kann man ein früheres Gründungsdatum nicht mehr. Und woher weiß ich das? Aus der Schule - nach der Wende.


nach oben springen

#91

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 21:37
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von HG19801 im Beitrag #88
Zitat von KARNAK im Beitrag #83
Dann frage doch mal ein paar Bundesbürger-Alt ob sie wissen wann ihr damaliges Land eigentlich gegründet wurde, ich habe das schon gemacht.Du wirst erstaunt sein wie wenige das Wissen.
Bin zwar kein Bundesbürger-Alt, sondern östlich des Eisernen Vorhangs aufgewachsen. Trotzdem wusste ich schon als Schüler, dass die BRD bereits irgendwann im Mai 1949 "gegründet" wurde und damit einen temporalen Vorsprung gegenüber der DDR hatte, der faktisch die deutsche Zweistaatlichkeit/Teilung initiierte.
Woher ich das schon als Kind in der DDR wusste? Nun, aus dem roten Geschichtsunterricht in der Polytechnischen Oberschule, die trotz aller linkspolitischen Ausrichtung immer noch eine Schule war - im Gegensatz zu den Verblödungsanstalten von heute.

@HG19801, weiß nicht was man Dir so erzählt hat in der sozialistischen Oberschule, aber soweit ich mich erinnern kann, wurde auch nur das in Stabi erzählt, was der DDR angenehm war. Vieles wurde verschwiegen oder verdreht so das immer die damaligen soz. Staaten ( SU u.s.w.) die Guten waren oder die Genossen Diktatoren der Welt! Auch eine Art der Verblödungsanstalt! Muss man schon etwas ehrlich bleiben, ehe man andere Systeme angreift! So, nun darfst Du! Ist eben das was ich so erlebt habe!
Grüsse steffen52


nach oben springen

#92

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 22:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Dann fassen wir doch mal kurz zusammen: Wenn es nach dem Willen (einzelner) Forumsmitglieder ginge, hätten wir den 23.05., den 17.06., den 03.10., den 07.10. und den 09.11.

Ein bisschen viel, findet ihr nicht?

Wenn jemand seinen persönlichen Gedenktag zelebrieren möchte, dann soll er das meinetwegen im stillen Kämmerlein tun. Mit Lunikoff oder mit Puschkin, um je eine Ost- und Westwodkamarke zu nennen (es könnten auch andere und nicht-alkoholische Getränke sein). Aber auch wenn der 03.10. als "Bürokratendatum" empfunden wird: Dieser Tag ist ideologisch nicht vorbelastet und an diesem Tag wurde die Wiedervereinigung Tatsache. Für mich die Grundlage eines gesamtdeutschen Feiertags.


nach oben springen

#93

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 22:50
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Also wenn ich darf, dann mache ich mal.

In meiner Antwort ging es mir gewiss nicht darum, all den in der DDR vermittelten Unterrichtsstoff als reine Wahrheit darzustellen.
Vielmehr ging es mir um ein nüchternes Faktenwissen (hier das Datum der Gründung der Bundesrepublik Deutschland), welches ich bei den meisten unserer Zeitgenossen schlichtweg vermisse.

Das Hervorheben des roten Geschichtsunterrichts war gewiss ironisch gemeint, was ich zusätzlich mit den Worten kompensierte, dass es sich beim Schulsystem der DDR um eine linkorientierte Bildungsform handelte, die sich jedoch auch eines unumstößlichen Faktenwissens bediente.

Was die von mir ins Spiel geworfenen heutigen Verblödungsanstalten betrifft, so haben diese nichts mit dem marxistisch-leninistisch geprägtem Schulgebaren von einst zu schaffen, sondern beziehen sich auf die eklatante Ungebildetheit der Menschen von heute!

Um mal Tacheles zu reden bzw. Butter bei die Fische zu bringen, frag du @steffen52 doch mal heutzutage einen vom Handywahn zerfressenen Menschen auf der Straße nach dem Satz des Pythagoras und was der eigentlich beinhaltet.

Zynische Anmerkung: Ich wusste das schon, bevor ich im ostzonalen Mathematikunterricht einen Rechenstab handhaben durfte.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 22:53 | nach oben springen

#94

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 00:18
von FRITZE (gelöscht)
avatar

Heute ist der 19.06 . 2014 und ich muss heute Feiertag machen . Werde zwar nicht in die Kirche oder auf eine Fronleichnamsprozession gehen ,aber mal
paar Gräber von Angehörigen und leider zu früh verstorbenen Freunden besuchen .


Fritze


nach oben springen

#95

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 06:46
von Schuddelkind | 3.515 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89
Zitat von KARNAK im Beitrag #76
Ansonsten dürfte die BRD-Alt das einzige Land auf der Welt gewesen sein, dass den Gründungstag des Staates nicht als Feiertag begangen hat.[...]

Einen Gründungstag der "BRD-Alt" als Staat gibt es nicht (siehe Feststellung des Bundesverfassungsgerichts im Juli 1973). Somit auch kein Feiertag.

Ari



Das ist richtig! Es wurde kein neuer Staat gegründet, sondern dem Westteil Deutschlands nur eine organisatorische Struktur bis zur Wiedervereinigung gegeben. Deswegen auch Grundgesetz und keine Verfassung, während auf der Ostseite eine Verfassung ausgearbeitet wurde.


Intellektuelle spielen Telecaster
nach oben springen

#96

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 08:06
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von HG19801 im Beitrag #93
Was die von mir ins Spiel geworfenen heutigen Verblödungsanstalten betrifft, so haben diese nichts mit dem marxistisch-leninistisch geprägtem Schulgebaren von einst zu schaffen, sondern beziehen sich auf die eklatante Ungebildetheit der Menschen von heute!


Grundsätzlich gebe ich Dir Recht, was den Bildungs- und Wissensstand vieler der heutigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen angeht: Zu meinem Bekanntenkreis gehören auch einige junge Menschen unter 30 und ich bin teilweise erschüttert, was die alles NICHT wissen. Aber ich denke, dass Du es Dir zu einfach machst, wenn Du ausschließlich die Schule dafür an den Pranger stellst: Wissensvermittlung beginnt vorher, im Elternhaus und/oder in der Kita oder dem Kindergarten.

Ich will jetzt nicht das sattsam bekannte Bild des Hartz-IV-Empfängers breitwalzen, der bereits mittags mit einer Flasche Bier in der Hand RTL II schaut, die sind in der absoluten Minderheit. Aber die Beispielfunktion der Eltern ist fraglos prägend für ein Kind und wenn von dort nichts oder nicht viel kommt, entsteht die erste Lücke.

Hinzu kommt, dass sich das Wissen der Menschheit in den letzten 50 Jahren explosionsartig vermehrt und dass sich (zu meinem großen Bedauern!!) die Bedeutung des Allgemeinwissens reduziert hat. Dennoch stellt sich die Frage: Was muss ich wissen, welche Details aus dem unermesslichen Angebot verinnnerlichen, um zukünftig meinen Weg zu gehen? Für einen zukünftigen Friseur oder Großhandelskaufmann ist das, was der olle Pythagoras herausgefunden hat, unerheblich. Dafür hat die Bedeutung des Internet oder der Computer generell massiv zugenommen; dort ist ein Wissen erforderlich, das vor 30 Jahren niemand hatte.

Natürlich kann man jetzt einwänden, dass die Entwicklung und die spätere Berufswahl eines Grundschülers nicht vorhersehbar ist: Vielleicht braucht er später den Pythagoras (um bei dem Beispiel zu bleiben), vielleicht aber auch nicht. Ich halte es deshalb für wichtig, zu lernen, wie man mit dem gebotenen Handwerkszeug umgeht, sprich zu wissen, wo ich was in Erfahrung bringen kann, wenn ich dieses spezifische Wissen benötige.

Aber jetzt bin ich doch ziemlich vom Thema abgekommen, sorry.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#97

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 08:30
von Stuelpner | 170 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #96
Zitat von HG19801 im Beitrag #93
Was die von mir ins Spiel geworfenen heutigen Verblödungsanstalten betrifft, so haben diese nichts mit dem marxistisch-leninistisch geprägtem Schulgebaren von einst zu schaffen, sondern beziehen sich auf die eklatante Ungebildetheit der Menschen von heute!

... Ich halte es deshalb für wichtig, zu lernen, wie man mit dem gebotenen Handwerkszeug umgeht, sprich zu wissen, wo ich was in Erfahrung bringen kann, wenn ich dieses spezifische Wissen benötige.



Ist zwar auch O.T., muss aber was dazu sagen. Genau diesen Satz höre ich sehr oft von jungen Menschen, mit denen ich täglich zu tun habe. Ohne ein gewisses allgemeines Hintergrundwissen ist man nicht in der Lage, Zusammenhänge herzustellen und auf neue Lösungen zu kommen. Wenn ich nicht sagen kann, nach was ich suchen möchte, nutzt mir auch die Kenntnis nichts, dass es Suchwerkzeuge gibt. Ich wundere mich schon lange nicht mehr, dass überall Leute der technischen Fachrichtungen gesucht werden. Der Mangel an Ingenieurnachwuchs ist eine Folge der o.g. Einstellung. In einem Praktikum habe ich mal einen Studenten der Elektrotechnik nach dem Ohmschen Gesetz gefragt, der hat mich nur ungläubig angeschaut und begonnen, seinen Touchscreen zu strapazieren... Wikis und Google sind keine Allheilmittel, wie so oft propagiert wird.

Gruß Stuelpner


nach oben springen

#98

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:33
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich bin absolut dagegen, dass der 17. Juni wieder zum Feiertag wird! Warum? Ganz einfach: weil sich eh kaum noch jemanden für die Hintergründe eines Feiertags interessiert. Es soll ja sogar bereits Mitmenschen geben, die nicht wissen warum der 03. Oktober ein Feiertag ist.
Den 17. Juni würde ein Großteil der Deutschen wohl mit Bier und Grillfleisch, nicht aber mit dem Arbeiteraufstand 1953 in der DDR, in Zusammenhang bringen. Wer sich nicht für die Geschichte interessiert, dem geht sie an Feiertagen erst recht am A..... vorbei.
Viel wichtiger wäre es, wenn die jüngere deutsche Geschichte in den Schulen wieder umfassender behandelt wird. Noch, die Betonung liegt auf noch, leben noch etliche Zeitzeugen, die aus eigenem Erleben über die Ereignisse berichten können.
Ein weiterer Feiertag bringt dagegen überhaupt nichts!

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.06.2014 10:33 | nach oben springen

#99

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:35
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #89

Einen Gründungstag der "BRD-Alt" als Staat gibt es nicht (siehe Feststellung des Bundesverfassungsgerichts im Juli 1973). Somit auch kein Feiertag.

Ari


Das heißt also den Staat BRD gab es eigentlich gar nicht, oder wie muss ich das verstehen?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
nach oben springen

#100

RE: Soll der 17. Juni wieder Feiertag werden?

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 10:39
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #95


Das ist richtig! Es wurde kein neuer Staat gegründet, sondern dem Westteil Deutschlands nur eine organisatorische Struktur bis zur Wiedervereinigung gegeben. Deswegen auch Grundgesetz und keine Verfassung, während auf der Ostseite eine Verfassung ausgearbeitet wurde.

Nicht schlecht, kljngt ein bisschen wie die"selbstständige politische Einheit", das haben wir uns einfallen lassen um Westberlin zu definieren.
Und warum haben wir das dann gelassen mit dem Grundgesetz, nachdem wir uns Wiedervereinigt haben? Oder haben wir immer noch keine Verfassung?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
nach oben springen



Besucher
22 Mitglieder und 72 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Andre Lambert
Besucherzähler
Heute waren 2100 Gäste und 126 Mitglieder, gestern 3660 Gäste und 197 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14371 Themen und 558251 Beiträge.

Heute waren 126 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen