#181

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 21:18
von GZB1 | 3.286 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #177
Ich kann mich noch gut erinnern als ich als Jungpionier von einem Schulkameraden erzählt bekam, das am 17. Juni 1953, die von mir bis dahin hoch verehrten Sowjetsoldaten mit ihren Panzern einen Aufstand in der DDR niederschlugen und dabei Menschen starben.
Ich wollte es nicht glauben.
Von da an war der erste Lack vom schönen Sozialismus a la DDR bei mir mal ab.


Nun als Jungpionier mußte das der Schnatterenterich wohl noch nicht wissen, als FDJ-ler (10. Klasse) dann aber schon.


zuletzt bearbeitet 17.06.2014 21:19 | nach oben springen

#182

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 21:21
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Wer bestimmt denn die Geschichte?
Ist das nicht immer eine Partei, eine politische Richtung, ein Minister usw.
Wir haben alle Geschichtsunterricht in der Schule gehabt und einiges kapiert.
Nur ,was hat davon gestimmt und was nicht?


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#183

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 21:23
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Geschichte wird immer von denen geschrieben die die Macht haben, mal ganz einfach gesagt.


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#184

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 21:28
von Lutze | 8.033 Beiträge

heute 22 Uhr auf MDR kommt ja auch noch was dazu
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#185

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 22:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von thomas 48 im Beitrag #182
Wer bestimmt denn die Geschichte?
Ist das nicht immer eine Partei, eine politische Richtung, ein Minister usw.
Wir haben alle Geschichtsunterricht in der Schule gehabt und einiges kapiert.
Nur ,was hat davon gestimmt und was nicht?


Guter Gedanke, heute wird ja auch die Geschichte verfälscht. Siegerjustiz und Siegergeschichtsschreibung.....


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#186

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 22:18
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

@Lutze Auch zu den Getöteten wie Ulrich Manske, Erich Kunze, Wolfgang Naumann, Johann Waldbach, Werner Röder, Gerhard Händler, Georg Gaidzik und vielen anderen?

1953 war mein Vater ja bereits einige Jahre in Uniform und Leutnant der KVP an einer Flakschule, ich glaube ich sollte ihn beim nächsten Besuch im Heim mal fragen was er noch für Erinnerungen an diesen Tag und die Wochen danach hat. Das war zu Hause nie ein Thema und irgendwie haben wir auch in all den Jahren danach nie darüber gesprochen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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zuletzt bearbeitet 17.06.2014 22:19 | nach oben springen

#187

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 22:36
von ABV | 4.202 Beiträge

Zum Thema Geschichtsverfälschung: in der DDR wurde uns ja immer beigebracht, dass es sich damals um einen "faschistischen Putsch" gehandelt. Ohne das man die " faschistischen Drahtzieher" benennen konnte. Zur Begründung dieser These wurde angeführt, dass bei der Erstürmung von Gefängnissen, wegen verschiedener Verbrechen in der NS-Zeit inhaftierte Insassen befreit wurden. Was wohl mehr oder weniger aus Unkenntnis der wahren Identität dieser Gefangenen geschah.
Die These vom " Faschistischen Putsch" kann also getrost abgehakt werden. Über die wahren Ursachen erfuhren wir bekanntlich, zumindest offiziell, in der DDR nichts.
Kein Wunder, weil die Politik der SED die Proteste regelrecht provoziert hatte. Ich denke da nur an die ständigen Normerhöhungen.
Das die protestierenden Arbeiter auch die deutsche Wiedervereinigung forderten, schlappe acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, dürfte heute niemand mehr verwundern.
Allerdings wollten weder die Sowjets noch die Westmächte zu diesem Zeitpunkt ernsthaft ein wiedervereinigtes Deutschland.
Im Prinzip handelte es sich bei den Ereignissen um den 17. Juni 1953 tatsächlich um einen echten Arbeiteraufstand.
Der allerdings, auf Grund der politischen Konstellation, von vornherein zum Scheitern verurteilt war.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#188

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2014 22:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #185
Zitat von thomas 48 im Beitrag #182
Wer bestimmt denn die Geschichte?
Ist das nicht immer eine Partei, eine politische Richtung, ein Minister usw.
Wir haben alle Geschichtsunterricht in der Schule gehabt und einiges kapiert.
Nur ,was hat davon gestimmt und was nicht?


Guter Gedanke, heute wird ja auch die Geschichte verfälscht. Siegerjustiz und Siegergeschichtsschreibung.....

@Bürger der DDR was glaubst du was ich in den fünfziger Jahren für verfälschte Geschichte In meiner Schule in der DDR gelehrt bekommen habe


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#189

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 06:00
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #185
Zitat von thomas 48 im Beitrag #182
Wer bestimmt denn die Geschichte?
Ist das nicht immer eine Partei, eine politische Richtung, ein Minister usw.
Wir haben alle Geschichtsunterricht in der Schule gehabt und einiges kapiert.
Nur ,was hat davon gestimmt und was nicht?


Guter Gedanke, heute wird ja auch die Geschichte verfälscht. Siegerjustiz und Siegergeschichtsschreibung.....


Na, dann nenn mal Roß und Reiter..........!


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#190

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 08:29
von Georg | 1.004 Beiträge

Wenn man googelt findet sich zum Thema 17. Juni als faschistische Veranstaltung sehr wenig. Warum auch?
Abgesehen von der Unzufriedenheit der Arbeiter, Ursachen dafür sind hinlänglich bekannt, waren unbestritten Feinde des Sozialismus, ehemalige
Nazis, Offiziere der Wehrmacht und der SS, Juristen, Lehrer usw. am Werk. In Arbeitskleidung. Am Beispiel der Chemischen Werke Buna kann man die typischen Probleme aufzeigen. Allein 2500 warens da allein. Dazu kamen für die ausgefallenen Fremdarbeiter tausende Umsiedler aus den ehemaligen Ostgebieten. Vieles kann man nachlesen zur Entwicklung der Buna Werke, die 1937 mit der Produktion begannen. Die gesamte Führungsschicht waren NSDAP Mitglieder. 1945 wurden die Werke auf der Grundlage Potsdam sowjetisches Eigentum. Das sowjetische Interesse an der schnellen Wiederaufnahme der Produktion lag auf der Hand. Mal ohne Ironie gesagt, die gesellschaftliche Integration der alten Führungskräfte mit NSDAP - Hintergrund war gelungen...........
Am 17.06.1953 stellte sich dann auch ein Streikkomitee an die Spitze der unzufriedenen Belegschaft. Das Streikkomitee hatte sich demokratisch selbsternannt. Die Zusammensetzung des Streikkomitees:
ein Offizier der faschistischen Kriegsmarie, ein ehem. NSDAP-Mitgliesd welches leitend bis 1945 im Werkschutz tätig war, ein weiteres NSDAP-Mitglied, weiterhin ein Mitglied einer SS Standarte, und auch der Chef der ehemaligen SPD - Gruppe im Buna-Werk.
Von der Belegschaft warens nicht beauftragt.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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zuletzt bearbeitet 18.06.2014 08:31 | nach oben springen

#191

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 10:15
von damals wars | 12.130 Beiträge

Ich habe von der Gauckbehörde eine Dokumentation zu dem Thema.
Und die Schilderung von Zeitzeugen.
Zum nachlesen gibt es das auch im Internet:
http://www.bstu.bund.de/DE/Bundesbeauftr...chwerpunkt.html


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#192

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 10:27
von turtle | 6.961 Beiträge

Zum Thema hatte ich hier bereits geschrieben, meinen Erinnerungen daran habe ich nichts zuzufügen .Deshalb möchte ich nur auf die unterschiedliche geschichtliche Darstellung meine Meinung schreiben. Der politische Gegner wird jede Schwäche wahrnehmen um zu destabilisieren, zu zerstören, den Gegner auszuschalten um seine Politik durchzusetzen. Das bedeutet natürlich auch Unterstützung der Gegner im eigenen Land. Das dabei auch gezielt „Gegner“ eingeschleust werden ist gängige Praxis. Ob nun heute in der Ukraine oder damals am 17.Juni es hat sich nichts geändert. Die jeweilige politische Führung bestimmt wie es später dargestellt werden soll, Volksaufstand oder versuchter Umsturz unter Führung von Außen. Fakt ist die überwiegende Mehrheit in der damaligen DDR war unzufrieden mit den damaligen Verhältnissen. Ehemalige Nazis etc. waren natürlich mit daran beteiligt die politischen Verhältnisse in der DDR zu ändern, die Mehrheit waren sie garantiert nicht. Den Opfer des 17.Juni die es zweifellos auf beiden Seiten gab sollten wir dennoch Gedenken.
Aus dem 17.Juni 53 Lehren zu ziehen genauso wie aus dem Volksaufstand in Ungarn 56 war man nicht bereit oder konnte man nicht da es selber das politische Ende zur damaligen Zeit bedeutet hätte. Man baute sich weiter eine Traumwelt vom besseren Deutschland auf. Die Menschen brauchen Zeit um alles zu kapieren. Also sperren wir sie ein, bis sie begriffen haben.
Dass nur geht wer sich nicht wohl fühlt wollte man nicht akzeptieren. Im Grunde begann die Agonie der DDR bereits 1953. Ohne Hilfe der Sowjetunion und Einbindung in den Warschauer Pakt hätte es schon früher keine DDR mehr gegeben. 1989 gab es jedoch die große Chance noch einmal zu versuchen etwas Besseres aufzubauen. Das Ergebnis ist bekannt. Und somit wird es mit dem 17.Juni so sein der politische Sieger sagt wie es wirklich gewesen ist. Die Mehrheit von heute interessiert das alles sowieso nicht mehr ,nur wer etwas besser nachdenkt wird auch besser Verstehen.


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 10:30 | nach oben springen

#193

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:05
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von turtle im Beitrag #192
Zum Thema hatte ich hier bereits geschrieben, meinen Erinnerungen daran habe ich nichts zuzufügen .Deshalb möchte ich nur auf die unterschiedliche geschichtliche Darstellung meine Meinung schreiben. Der politische Gegner wird jede Schwäche wahrnehmen um zu destabilisieren, zu zerstören, den Gegner auszuschalten um seine Politik durchzusetzen. Das bedeutet natürlich auch Unterstützung der Gegner im eigenen Land. Das dabei auch gezielt „Gegner“ eingeschleust werden ist gängige Praxis. Ob nun heute in der Ukraine oder damals am 17.Juni es hat sich nichts geändert. Die jeweilige politische Führung bestimmt wie es später dargestellt werden soll, Volksaufstand oder versuchter Umsturz unter Führung von Außen. Fakt ist die überwiegende Mehrheit in der damaligen DDR war unzufrieden mit den damaligen Verhältnissen. Ehemalige Nazis etc. waren natürlich mit daran beteiligt die politischen Verhältnisse in der DDR zu ändern, die Mehrheit waren sie garantiert nicht. Den Opfer des 17.Juni die es zweifellos auf beiden Seiten gab sollten wir dennoch Gedenken.
Aus dem 17.Juni 53 Lehren zu ziehen genauso wie aus dem Volksaufstand in Ungarn 56 war man nicht bereit oder konnte man nicht da es selber das politische Ende zur damaligen Zeit bedeutet hätte. Man baute sich weiter eine Traumwelt vom besseren Deutschland auf. Die Menschen brauchen Zeit um alles zu kapieren. Also sperren wir sie ein, bis sie begriffen haben.
Dass nur geht wer sich nicht wohl fühlt wollte man nicht akzeptieren. Im Grunde begann die Agonie der DDR bereits 1953. Ohne Hilfe der Sowjetunion und Einbindung in den Warschauer Pakt hätte es schon früher keine DDR mehr gegeben. 1989 gab es jedoch die große Chance noch einmal zu versuchen etwas Besseres aufzubauen. Das Ergebnis ist bekannt. Und somit wird es mit dem 17.Juni so sein der politische Sieger sagt wie es wirklich gewesen ist. Die Mehrheit von heute interessiert das alles sowieso nicht mehr ,nur wer etwas besser nachdenkt wird auch besser Verstehen.




Wie kommst Du darauf das eine Mehrheit unzufrieden war? Da wird es wohl keine Analyse geben, und selbst wenn die Mehrheit unzufrieden gewesen wäre, so hat sich die Mehrheit nicht an einem sog. "Volksaufstand" beteiligt. Ab welchem Beteiligungsgrad kann man von einem Volksaufstand sprechen?
Der pol. Sieger sagt nicht wie es gewesen ist, sondern wie die Geschichte aus seiner Sicht gedeutet wird.


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#194

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:10
von damals wars | 12.130 Beiträge

Meine Mutter arbeitete damals in Buna.
Damals wurden die Pausen mittels Sirene verkündet.
Am 17.Juni ging die Sirene außerhalb der Pausenzeiten los. Und dann kam das Gerücht, es wird gestreikt.
Warum wußte keiner so richtig, der RIAS wurde nicht über den Werkfunk verbreitet.
Dann hieß es, wir ziehen nach Merseburg. Alle hinterher.Dort wurde dann das Gefängnis gestürmt.
Aber, als es hies, es kommen die Panzer, löste sich alles schnell auf, und es ging über die Felder zurück Richtung Buna zurück.
Mein Opa war in Buna geblieben, die Karbidkumpel wollten die Öfen nicht ausgehen lassen. Die gingen erst Tage später aus, aus Solidarität mit den Verhafteten.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#195

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:19
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #193
Zitat von turtle im Beitrag #192
Zum Thema hatte ich hier bereits geschrieben, meinen Erinnerungen daran habe ich nichts zuzufügen .Deshalb möchte ich nur auf die unterschiedliche geschichtliche Darstellung meine Meinung schreiben. Der politische Gegner wird jede Schwäche wahrnehmen um zu destabilisieren, zu zerstören, den Gegner auszuschalten um seine Politik durchzusetzen. Das bedeutet natürlich auch Unterstützung der Gegner im eigenen Land. Das dabei auch gezielt „Gegner“ eingeschleust werden ist gängige Praxis. Ob nun heute in der Ukraine oder damals am 17.Juni es hat sich nichts geändert. Die jeweilige politische Führung bestimmt wie es später dargestellt werden soll, Volksaufstand oder versuchter Umsturz unter Führung von Außen. Fakt ist die überwiegende Mehrheit in der damaligen DDR war unzufrieden mit den damaligen Verhältnissen. Ehemalige Nazis etc. waren natürlich mit daran beteiligt die politischen Verhältnisse in der DDR zu ändern, die Mehrheit waren sie garantiert nicht. Den Opfer des 17.Juni die es zweifellos auf beiden Seiten gab sollten wir dennoch Gedenken.
Aus dem 17.Juni 53 Lehren zu ziehen genauso wie aus dem Volksaufstand in Ungarn 56 war man nicht bereit oder konnte man nicht da es selber das politische Ende zur damaligen Zeit bedeutet hätte. Man baute sich weiter eine Traumwelt vom besseren Deutschland auf. Die Menschen brauchen Zeit um alles zu kapieren. Also sperren wir sie ein, bis sie begriffen haben.
Dass nur geht wer sich nicht wohl fühlt wollte man nicht akzeptieren. Im Grunde begann die Agonie der DDR bereits 1953. Ohne Hilfe der Sowjetunion und Einbindung in den Warschauer Pakt hätte es schon früher keine DDR mehr gegeben. 1989 gab es jedoch die große Chance noch einmal zu versuchen etwas Besseres aufzubauen. Das Ergebnis ist bekannt. Und somit wird es mit dem 17.Juni so sein der politische Sieger sagt wie es wirklich gewesen ist. Die Mehrheit von heute interessiert das alles sowieso nicht mehr ,nur wer etwas besser nachdenkt wird auch besser Verstehen.




Wie kommst Du darauf das eine Mehrheit unzufrieden war? Da wird es wohl keine Analyse geben, und selbst wenn die Mehrheit unzufrieden gewesen wäre, so hat sich die Mehrheit nicht an einem sog. "Volksaufstand" beteiligt. Ab welchem Beteiligungsgrad kann man von einem Volksaufstand sprechen?
Der pol. Sieger sagt nicht wie es gewesen ist, sondern wie die Geschichte aus seiner Sicht gedeutet wird.


Unzufriedenheit bedeutet nicht zwangsläufig sich an einem gewaltsamen Umsturz zu beteiligen. Wenn ich schrieb der politische Sieger sagt wie es gewesen ist.meine ich natürlich seine gewollte Sicht und Darstellung das bedeutet auch Umsturzversuch oder Volksaufstand.


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 11:21 | nach oben springen

#196

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:24
von Gelöschtes Mitglied
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@turtle , glaubst Du das die Mehrheit mit dem Hintergrund der Unzufriedenheit den Putsch als richtig betrachtet haben?


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#197

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:25
von maxhelmut | 614 Beiträge

gestern Abend auf MDR

habt Ihr verpasst ??? schade-mit Zeitzeugen super kann ich nur sagen

>ein Grenzer schläft nicht er ruht<


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#198

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:28
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #190
Wenn man googelt findet sich zum Thema 17. Juni als faschistische Veranstaltung sehr wenig. Warum auch?
Abgesehen von der Unzufriedenheit der Arbeiter, Ursachen dafür sind hinlänglich bekannt, waren unbestritten Feinde des Sozialismus, ehemalige
Nazis, Offiziere der Wehrmacht und der SS, Juristen, Lehrer usw. am Werk. In Arbeitskleidung. Am Beispiel der Chemischen Werke Buna kann man die typischen Probleme aufzeigen. Allein 2500 warens da allein. Dazu kamen für die ausgefallenen Fremdarbeiter tausende Umsiedler aus den ehemaligen Ostgebieten. Vieles kann man nachlesen zur Entwicklung der Buna Werke, die 1937 mit der Produktion begannen. Die gesamte Führungsschicht waren NSDAP Mitglieder. 1945 wurden die Werke auf der Grundlage Potsdam sowjetisches Eigentum. Das sowjetische Interesse an der schnellen Wiederaufnahme der Produktion lag auf der Hand. Mal ohne Ironie gesagt, die gesellschaftliche Integration der alten Führungskräfte mit NSDAP - Hintergrund war gelungen...........
Am 17.06.1953 stellte sich dann auch ein Streikkomitee an die Spitze der unzufriedenen Belegschaft. Das Streikkomitee hatte sich demokratisch selbsternannt. Die Zusammensetzung des Streikkomitees:
ein Offizier der faschistischen Kriegsmarie, ein ehem. NSDAP-Mitgliesd welches leitend bis 1945 im Werkschutz tätig war, ein weiteres NSDAP-Mitglied, weiterhin ein Mitglied einer SS Standarte, und auch der Chef der ehemaligen SPD - Gruppe im Buna-Werk.
Von der Belegschaft warens nicht beauftragt.



Schön.......da waren halt ein paar ehemalige Nazis im Streikkomitee. Die Wahrscheinlichkeit, das irgendwer irgendwas in dem untergegangenen Nazistaat war, war zu dieser Zeit relativ groß,oder? Viele hatten ihre frühere Position verloren und wurden in die Produktion gesteckt. Somit waren sie Arbeiter, oder? Mal von dem Fall abgesehen, es gab auch von den Arbeitern selbst gewählte Streikkomitees. Waren das auch alles Nazis ?
Von einem Volksaufstand zu sprechen ist wahrscheinlich etwas hergeholt, aber nix des so trotz war es eine Arbeiteraufstand. Was in einer Diktatur des Proletariats einer Bankrotterklärung gleichkam. Selbst die Genossen aus Moskau hatten für die Linie der SED kein Verständnis. Die Leute hatten einfach die Schnauze voll . Eigentlich hätte die SED zu diesem Zeitpunkt ihr Projekt "Neues Deutschland" aufgeben müssen......wenn es nicht eine Diktatur gewesen wäre......


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#199

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 11:33
von Greso | 2.377 Beiträge

Am 16.6 1966-18.6 1967,hatte ich verstärkten Grenzdienst.
Greso


zuletzt bearbeitet 18.06.2014 17:55 | nach oben springen

#200

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2014 12:08
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #196
@turtle , glaubst Du das die Mehrheit mit dem Hintergrund der Unzufriedenheit den Putsch als richtig betrachtet haben?


Glauben ist nicht wissen. Einige ehrliche Zeitzeugen wären daher besser geeignet dazu Fragen zu beantworten. Ich kann nur spekulieren. Ich denke es gab 53 eine gärende Unzufriedenheit die vielerlei Ursachen hatte. Ein Konzept und Organisation zur Übernahme der Staatsgewalt gab es nicht. So kurz nach dem Zusammenbruch des Naziregimes war trotzdem viel Negatives an der Darstellung der Kommunisten durch die Nazis hängen geblieben. Dazu die Erfahrung mit der roten Armee besonders an den ersten Monaten nach der“ Befreiung „ wurde die Beliebtheit auch nicht besser. Logisch trug Demontage und Knappheit von allem nicht dazu bei in Euphorie auszubrechen. Neidvoll wurde schon in die Westzone geschielt. Der Marshall Plan machte da vieles möglich. Ob nun die Mehrheit den Putsch wie Du schreibt als richtig betrachtet hat?. ich denke beim Betrachten der Zustände damals ja. Für den Aufbau des Sozialismus waren sie noch nicht in breiter Masse bereit, sie konnten mit Sozialismus noch wenig anfangen. Enteignungen und Zwangskollektivierung in die LPG ab 1952 brachte auch nicht nur Verständnis. Den Westen sah man da eher als Maßstab. Aber wie schon von mir geschrieben ich glaube, und das bedeutet nicht wissen. So kann ich nur schreiben wie ich darüber denke. Meine Erinnerung an den 17.Juni davon hatte ich hier schon vorher geschrieben.


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