#121

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 18:00
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Hat er aber, Gott sei Dank, nicht. Und vor allem wurde nicht so gehandelt. @Ecki

55 Tote,Tausende Inhaftierte,davon welche zu Lebenslanger Freiheitsstrafe,und sogar zum Tode Verurteilte sollten eigentlich genug gehandelt sein.
Diesen mutigen Menschen an diesem 17.06. meine Hochachtung und Gedenken.

Gruß Peter


Lutze, linamax und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#122

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 18:21
von matloh | 1.203 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
< ... cut ... >Stalin plante ürsprünglich ein bürgerlich demokratisches Deutschland.
Oh, ist das nicht ein Oxymoron oder so?

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#123

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 18:54
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Gert , du mußt mir das warum und weshalb nicht begründen.
Ich bin in diesem speziellen Fall nur am überlegen ob es sinnvoll ist und seiner eigenen Würde entspricht in den "Gossenjargon" desjenigen zu verfallen den man charakterisieren möchte. Denke mal da gibt es andere Mittel und Wege.

Was die "klassenkämpferische Argumentation" seitens der Führer des Proletariats in den Fünfziger Jahren betrifft, ach mein Gott dann beschäftige Dich mal mit den Auseindersetzungen in der SU in den dreißiger Jahren mit den Abweichlern, Trotzkisten, Saboteuren und Schädlingen und der damaligen Wortwahl um diese Menschen zu stigmatisieren.......
Da sind die deutschen Entsprechungen der späten Vierziger/Anfang Fünfziger fürwahr einem Buch für gepflegte Konversation entnommen .....

Ich schrieb schon mal das die polemische Sprache in der Auseinandersetzung mit dem "Klassenfeind" und seinen Handlangern damals von einer gewissen Deftigkeit, um nicht zu sagen verbalen Brutalität geprägt war welche heute höchst irritierend wirkt ......
Damit will und möchte ich sowas weder entschuldigen noch relativieren.
Die Zeiten waren damals einfach anders. Was heute subtil vor sich geht wurde damals verbal ; nicht nur; mit brachialer Gewalt um und durchgesetzt

Wenn Du die "Sprache des Gesindels" wählst stellst Du Dich in meinen Augen auf die gleiche Stufe wie dieses Gesindel welches Du so verabscheuungswürdig findest. Hast Du das nötig?

Leider, das 'leider' nicht falsch verstehen, hatte das Argumentieren, werben, überzeugen für die Sache des Sozialismus oder anders gesagt für eine in damaligen Zeiten bessere, humanerer und sozial gerechtere Sache nicht nur aus heutiger Sicht etwas vulgär obszönes .....

Diese auf teilweise niedere Instinkte zielende in brachialer Rhetorik vorgebrachten Losungen, "Argumente" und ständig eingeforderte Ergebenheitsbekundungen mögen vielleicht zur damaligen Zeit in einer weitgehend isolierten und streckenweise ungebildeten bäuerlichen Bevölkerung der SU ihren Zweck der Einschüchterung der Massen erreicht haben, neben dem damals herrschenden willkürlichem Terror, aber waren für Deutschland mit seiner großflächigen und teilweise gut gebildeten Mittelschicht nicht zu gebrauchen.

Für eine an sich gute Sache vom Ansatz mit Gewalt, Einschüchterung und Repressionen zu "werben" ........., die Quittung dafür bekam die SED, besser Teile der Machtclique um Ulbricht am 17.6. von "ihrem" Volk.

Statt im Nachgang der Ereignisse die Ursachen und Gründe in der eigenen, von der SED verfolgten Politik zu suchen und aufzudecken wurden, wie jahrzehntelang bewährt und mit Erfolg von der SU vorgemacht, die wirklichen Feinde außerhalb gefunden und für die eigenen Fehler und Verfehlungen verantwortlich gemacht.
Das Prinzip "Schuld sind nur die Anderen!" wurde von der Partei neuen Typs bis zur Vollkommenheit perfektioniert.
Das parteiliche Selbstverständnis ließ einfach keine andere Schlußfolgerung zu, denn eine kollektive Meinung welche auf der Wahrheit beruht kann sich einfach nicht irren.
Da die Partei als Kollektiv sich nie und nimmer irren konnte sind auch die Wünsche nach innerparteilichen Reformen, welcher Art auch immer, nur Wunschdenken und Utopie. Eine Partei wie die SED war von ihrem strukturellen und ideologischen Aufbau her nicht reformierbar. Ein Reformansatz hätte bedeutet die Ausprägung der Partei im leninschen Sinne, von Stalin vervollkommnet, in ihrer grundsätzlichen Existenz in Frage zu stellen.
Häresie wurde seit der Antike mit dem Tode bestraft und so hielten es alle Machthaber ....., in der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts änderten sich die Methoden der "Ruhigstellung" ein wenig ......

Leider, schon wieder ....., interpretierte die SED mit ihrem Sicherheitsbedürfnis zur eigenen Machtsicherung nach dem Desaster 17. Juni den Spruch: " dem Volke auf's Maul schauen ..... " auf ihre sehr eigene Weise indem sie den Inländischen Sicherheitsapparat in Folge immer weiter ausbaute und perfektionierte .....
Du sollst keinen anderen Gott neben mir haben heißt es sinngemäß im 2.Buch Moses 20:3 ..... bis zum 5.März 1953 hieß der Gott der neuen Gesellschaft Stalin ........

Wenn es einen Punkt in der Geschichte gibt an dem die Grundlage für den 17.Juni 53 gelegt wurde war das kaum Stalins Tod und das kurzzeitige Machtvakuum in der SU und der Machtkampf zwischen Berija, Chruschtschow, Malenkow, Molotow und Kaganowitsch aus welchem letztendlich Chruschtschow als Sieger hervorging (Berija wurde im im Juli verhaftet und Dezember erschossen, Malenkow, Molotow, Kaganowitsch kaltgestellt und 1961 wegen Parteifeindlichen Verhaltens aus selbiger Ausgeschlossen ....../Perwuchin, Saburow, Bulganin und Woroschilow wurden ebenfalls im Folge des Machtkampfes entmachtet), sondern der noch von Stalin abgesegnete Kurs, auf der 2. Parteikonferenz der SED im Juli 1952 verkündet, der mit dem planmäßigen Aufbau des Sozialismus eine radikale Sowjetisierung (Stalinisierung der Gesellschaft) vorsah und der daraufhin verfolgte wirtschaftliche Kurs mit dem Primat Schwerindustrie zu Lasten der Konsumgüterindustrie führte in der Folge zu einer weiteren Verschärfung der Situation.

Das das in der SU regierende Triumphirat ( Malenkow, Molotow und Berija) Anfang März die SED Spitze zum Kurswechsel zwang lag meines Erachtens auch darin das die SU und damit deren Herrscher gerade in den ausgehenden Zwanziger Jahren und den Dreißigern im Zuge der gewaltsam durchgepeitschten Industrialisierung des Landes genug eigene Erfahrungen mit der unzufriedenen Bevölkerung sammeln konnten, welche in einigen Gegenden durchaus bürgerkriegsartige Zustände hervorrief. Ein Historiker beschrieb diese Situation in der SU damals sinngemäß folgendermaßen; die Partei führte einen Bürgerkrieg gegen das eigene Volk .......

Solch ein Szenario zur damaligen Zeit im geteilten Deutschland; eine Schreckensvorstellung .......

Insgesamt brach diese spontane Erhebung oder Revolte nach der Drohgebärde der Besatzungsmacht mit Panzern sehr schnell in sich zusammen .....

Schuldige wurden gefunden und entsprechende Exempel zur Abschreckung statuiert.

__________________________________________________________________

Interessant finde ich die These zu den Ereignissen um den 17.Juni das es mitnichten eine "nationale Freiheitsbewegung des "geknechteten deutschen Volkes im Osten" sondern nur ein "Arbeiteraufstand" oder besser 'eine Sozialrevolte' breiter Bevölkerungsschichten war, welcher es nicht wie verstärkt seit 1989 behauptet das der 17. Juni als Glied einer langen Kette demokratischer Erhebungen, mithin als Ausweis einer vermeintlich freiheitlichen Tradition der Deutschen gewesen sei.
Zwei Aspekte des 17. Juni kommen in dieser Sich allerdings nicht vor: Zum einen unterschlägt die Deutung als freiheitliches Fanal die Reihe gewalttätiger Begleiterscheinungen wie Plünderungen, Brandstiftungen, physische Gewalt bis hin zu Fällen von Lynchjustiz seitens eines nicht unerheblichen Teils der Demonstrierenden, in denen sich deren Antikommunismus und Vernichtungsphantasien ihre Bahn brachen.
Zum anderen marginalisiert die Deutung als »Volksaufstand« den Ursprung der Erhebung in der Arbeiterschaft, der der Sinn weniger – wie heute suggeriert wird – nach deutscher Einheit stand, als vielmehr nach Kritik am autoritären Kurs der SED, nicht jedoch am Aufbau des Sozialismus als solchem.
Wenn es den Akteuren so sehr um Freiheit und deutsche Einheit ging, wie heute gern behauptet, warum haben sie dann nicht schon vor 1953 ihre Loyalität dem Regime gegenüber verweigert? Oder hat sie an der politischen Unterdrückung vor allem eins gestört, dass sie von Kommunisten und Sozialisten ausgeübt wurde?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Bugsy, Gert, SCORN, DoreHolm und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.06.2013 18:54 | nach oben springen

#124

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 20:06
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #121
Hat er aber, Gott sei Dank, nicht. Und vor allem wurde nicht so gehandelt. @Ecki

55 Tote,Tausende Inhaftierte,davon welche zu Lebenslanger Freiheitsstrafe,und sogar zum Tode Verurteilte sollten eigentlich genug gehandelt sein.
Diesen mutigen Menschen an diesem 17.06. meine Hochachtung und Gedenken.

Gruß Peter
Mein lieber Pit 59,

also ich bin der Auffassung, das man diese Dinge im Kontext der Zeit sehen muss. Die war nun mal geprägt durch die absolute Konfrontation Sozialismus-Kapitalismus.

Ich weiß, dass man Tote nicht gegeneinander aufrechnen darf, jeder Tote ist einer zu viel.

Trotzdem: Der Stalinismus in der SU hat zwischen 3 und 20 Millionen Tote verursacht, das Hitler-Regime so zwischen 50 und 60 Millionen. Der Ungarn-Aufstand hat etwa 2500 Menschen das Leben gekostet.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#125

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 20:09
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Zitat von Ecki im Beitrag #124
Zitat von Pit 59 im Beitrag #121
Hat er aber, Gott sei Dank, nicht. Und vor allem wurde nicht so gehandelt. @Ecki

55 Tote,Tausende Inhaftierte,davon welche zu Lebenslanger Freiheitsstrafe,und sogar zum Tode Verurteilte sollten eigentlich genug gehandelt sein.
Diesen mutigen Menschen an diesem 17.06. meine Hochachtung und Gedenken.

Gruß Peter
Mein lieber Pit 59,

also ich bin der Auffassung, das man diese Dinge im Kontext der Zeit sehen muss. Die war nun mal geprägt durch die absolute Konfrontation Sozialismus-Kapitalismus.

Ich weiß, dass man Tote nicht gegeneinander aufrechnen darf, jeder Tote ist einer zu viel.

Trotzdem: Der Stalinismus in der SU hat zwischen 3 und 20 Millionen Tote verursacht, das Hitler-Regime so zwischen 50 und 60 Millionen. Der Ungarn-Aufstand hat etwa 2500 Menschen das Leben gekostet.

Liebe Grüße

Ecki










@Ecki, rechtfertigst Du aus Deiner Auffassung damit die Opfer des 17.06.1953?

VG Ex-Huf


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#126

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 20:13
von Ecki | 408 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #125


@Ecki, rechtfertigst Du aus Deiner Auffassung damit die Opfer des 17.06.1953?

VG Ex-Huf

Mein lieber Ex-Huf,

Mon Dieu, nein und nochmals nein! Jeder Tote ist einer zuviel! Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es in anderen Regimen in dieser Zeit der Ost-West-Konfrontation noch mehr Opfer gab.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


zuletzt bearbeitet 17.06.2013 20:45 | nach oben springen

#127

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 21:10
von Ex-Huf (gelöscht)
avatar

Zitat von Ecki im Beitrag #126
Zitat von Ex-Huf im Beitrag #125


@Ecki, rechtfertigst Du aus Deiner Auffassung damit die Opfer des 17.06.1953?

VG Ex-Huf

Mein lieber Ex-Huf,

Mon Dieu, nein und nochmals nein! Jeder Tote ist einer zuviel! Ich wollte nur zum Ausdruck bringen, dass es in anderen Regimen in dieser Zeit der Ost-West-Konfrontation noch mehr Opfer gab.

Liebe Grüße

Ecki


@Ecki, so wie ich Dich lesen gelernt habe, wußte ich es, ich habe mir nur erlaubt, Dir aus einer möglicherweise mißverständlichen Situation heraus zu helfen.
Danke, dass Du so unmißverständlich geantwortet hast!

VG Ex-Huf


Ecki hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#128

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 22:25
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #122
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
< ... cut ... >Stalin plante ürsprünglich ein bürgerlich demokratisches Deutschland.
Oh, ist das nicht ein Oxymoron oder so?

cheers matloh



@matloh
Ist es nicht. Sowohl in "Der kalte Krieg" (H.-W.Kahn) als auch in "Stalins ungeliebtes Kind" (W. Loth) wird ziemlich umfassend und aus unterschiedlichen Quellen ziehend die Position Stalins beschrieben.

@schnatterinchen
Es waren nicht nur Adenauer und Ulbricht, auch die Franzosen mit ihrem Veto (bereits 1945) gegen die Errichtung deutscher Zentralverwaltungen sowie die westdeutsche SPD unter Schumacher, die eine reichsweite Parteiorganisation ablehnten und es spielten noch viel mehr Momente eine Rolle, die zur Gründung der BRD, zur Gründung der DDR geführt haben.

Der ganze Prozess ist so vielschichtig und war in dieser Zeit so voller Dynamik und Wechsel, dass man das nicht einfach auf zwei Personen reduzieren kann, ohne dass es falsch wird.

Gerade in "Stalins ungeliebtes Kind" scheint mir das sehr gut nachvollziehbar beschrieben.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#129

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 17.06.2013 23:25
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #122
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
< ... cut ... >Stalin plante ürsprünglich ein bürgerlich demokratisches Deutschland.
Oh, ist das nicht ein Oxymoron oder so?

cheers matloh


Du nu wieder, spätestens jetzt mußte dem @Alfred das Oxymodingsbums noch erklären, sonst läßt er noch von Amts wegen den Laden hier dichtmachen.
Doch nun mal Ernst beiseite, was spricht eigentlich dagegen, das die Stalinnoten ernst gemeint waren? Vielleicht wollte er ja wirklich nur ein Super-Ko, welches ja dann auch am 38. Breitengrad zu dieser Zeit abzeichnete (und auch eintrat) in Europa verhindern?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#130

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2013 19:47
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Neu ist für mich im Zusammenhang mit 17.Juni ist, dass der Marshall-Plan auch den Ostblockländern angeboten wurde. Wurde aber ja dankend von der SU im Namen aller abgelehnt.......Nettes Gedankenspiel, was wäre gewesen, wenn der Marshall-Plan auch im Osten gegriffen hätte.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#131

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2013 19:54
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #129
Zitat von matloh im Beitrag #122
[quote=schnatterinchen|p263543]



Doch nun mal Ernst beiseite, was spricht eigentlich dagegen, das die Stalinnoten ernst gemeint waren? Vielleicht wollte er ja wirklich nur ein Super-Ko, welches ja dann auch am 38. Breitengrad zu dieser Zeit abzeichnete (und auch eintrat) in Europa verhindern?



Dein Einwand passt nicht in den Mainstream, deswegen!


zuletzt bearbeitet 18.06.2013 19:54 | nach oben springen

#132

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 18.06.2013 23:47
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #130
Neu ist für mich im Zusammenhang mit 17.Juni ist, dass der Marshall-Plan auch den Ostblockländern angeboten wurde. Wurde aber ja dankend von der SU im Namen aller abgelehnt.......Nettes Gedankenspiel, was wäre gewesen, wenn der Marshall-Plan auch im Osten gegriffen hätte.


Was wäre der Preis gewesen ? Die USA spendet nicht so ohne Hintergedanken oder Bedingungen mal so ein paar Milliarden für eine Besatzungszone, die ihrem Einfluss entglitten ist und unter Besatzungsrecht einer inzwischen zum potentiellen Gegner gewordenen Macht steht. Die USA wußte m.E. damals schon, daß dieses Angebot nicht angenommen werden konnte und somit war der Schwarze Peter wieder im Osten gelandet.



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#133

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 06:40
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #132
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #130
Neu ist für mich im Zusammenhang mit 17.Juni ist, dass der Marshall-Plan auch den Ostblockländern angeboten wurde. Wurde aber ja dankend von der SU im Namen aller abgelehnt.......Nettes Gedankenspiel, was wäre gewesen, wenn der Marshall-Plan auch im Osten gegriffen hätte.


Was wäre der Preis gewesen ? Die USA spendet nicht so ohne Hintergedanken oder Bedingungen mal so ein paar Milliarden für eine Besatzungszone, die ihrem Einfluss entglitten ist und unter Besatzungsrecht einer inzwischen zum potentiellen Gegner gewordenen Macht steht. Die USA wußte m.E. damals schon, daß dieses Angebot nicht angenommen werden konnte und somit war der Schwarze Peter wieder im Osten gelandet.


Klar Dore, die Amis haben damit schon einen Plan verfolgt. Trotzdem entbehrt ein reines Gedankenspiel nicht einer gewissen Faszination . Hatte doch die DDR durch die Reparationsforderungen der SU am meisten zu leiden und somit einen eindeutig schlechteren "Start". Ein Wirtschaftswunder-Ost hätte vielleicht den Mauerbau und den 17.Juni überflüssig gemacht.........


Intellektuelle spielen Telecaster
zuletzt bearbeitet 19.06.2013 06:45 | nach oben springen

#134

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 07:41
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Deswegen Schuddelkind schrieb ich ja einmal in einem Fred(anderes Forum) sinngemäß. "Eine ähnliche Grundlage von Konsum im Osten, der DDR (aber kein Überkonsum, mehr gemässigt) her wie heute und es hätte nie eine deutsche Wiedervereinigung gegeben". Damit ist aber keine Reduzierung nur auf Läden, Kaufhäuser gemeint.

Lebensläufer

Einen gut verträglichen Hitzetag allen ins Forum


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#135

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 08:02
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #133


Klar Dore, die Amis haben damit schon einen Plan verfolgt. Trotzdem entbehrt ein reines Gedankenspiel nicht einer gewissen Faszination . Hatte doch die DDR durch die Reparationsforderungen der SU am meisten zu leiden und somit einen eindeutig schlechteren "Start". Ein Wirtschaftswunder-Ost hätte vielleicht den Mauerbau und den 17.Juni überflüssig gemacht.........


Schaffung eines Absatzmarktes für die US-amerikanische Überproduktion. Diese wurde kriegsbedingt angekurbelt, da aber die USA fast keine wirtschaftlichen Kriegsschäden zu beklagen hatte, musste man die Überproduktion nicht stoppen, was Rezession und Arbeitslosigkeit zur Folge gehabt hätte, sondern konnte sie exportieren. Die Waren gab es nichts gratis, sondern auf Kredit. Damit man einen Kredit zurückzahlen kann, braucht man eine sichere Währung mit Gold als Deckung. Es war zwar nicht direkt eine Vorschrift, aber die unterstützten Staaten lagerten grosse Teile ihrer Reserven in den USA oder bei anderen Westalliierten.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Goldreserven
Dass Stalin nicht vom westlichen Wirtschaftssystem abhängig sein wollte, oder gar Gold in die USA schicken würde, scheint verständlich, und deshalb wurde der Plan abgelehnt.
Theo


Damals87, Lebensläufer und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#136

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 08:04
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #134
Deswegen Schuddelkind schrieb ich ja einmal in einem Fred(anderes Forum) sinngemäß. "Eine ähnliche Grundlage von Konsum im Osten, der DDR (aber kein Überkonsum, mehr gemässigt) her wie heute und es hätte nie eine deutsche Wiedervereinigung gegeben". Damit ist aber keine Reduzierung nur auf Läden, Kaufhäuser gemeint.

Lebensläufer

Einen gut verträglichen Hitzetag allen ins Forum


Rainer, wieviele Jahre hätten die Herren denn Deiner Meinung nach noch daran basteln sollen ? 40 Jahre Probe waren genug,und die Probe ist mächtig gewaltig in die Hose gegangen,gut so.

Gruß Peter


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#137

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 08:39
von werner | 1.591 Beiträge

Wenn 40 Jahre genug waren, hätte es zu keinem Zeitpunkt eine gesellschaftliche Entwicklung gegeben und wir würden heute noch durch die Wälder rennen und uns über jeden Blitzschlag freuen, weil es dann Feuer gibt.

Es war und ist immer so, dass Entwicklungen mit Rückschlägen und falschen Schritten oder Irrwegen verbunden sind.

Der Kapitalismus hatte weit mehr als 200 Jahre Zeit sich zu dem zu entwickeln, was er heute ist. Das sozialistische Modell soll nach nicht mal der Hälfte der Zeit beerdigt werden? Wer hat ein Interesse daran, wem nützt es?

Vergeigt wurde die Unsetzung des Modells, die Chance zur Erneuerung aus sich heraus , zum Gehen neuer Wege vertan und damit das gesamte Modell wieder in die Startlöcher geschickt, ohne Frage.
Deshalb aber das grundsätzliche Prinzip der Produktion, der Verteilung etc. in Frage zu stellen, halte ich für vorschnell entschieden und für eine Unterwerfung unter die Denkstruktur und Wertvorstellungen der Herrschenden. Solange man auf der fetten Suppe oben mitschwimmen kann, wird jeder damit einverstanden sein.

25% Jugendarbeitslosigkeit ein Europa bedeuten aber ein Pulverfass bei dem es nur noch der richtigen Lunte braucht. Ob wir allerdings noch erleben werden, wie ein neuer Anlauf gewagt wird, wage ich zu bezweifeln.

Der Kapitalismus wird, wie alle anderen Gesellschaftsformen zuvor, erst überwunden, wenn er die höchste Stufe seiner Entwicklung erreicht hat, davon bin ich überzeugt. Wann das allerdings sein wird . . . . .


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#138

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 08:53
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #134
Deswegen Schuddelkind schrieb ich ja einmal in einem Fred(anderes Forum) sinngemäß."Eine ähnliche Grundlage von Konsum im Osten, der DDR (aber kein Überkonsum, mehr gemässigt) her wie heute und es hätte nie eine deutsche Wiedervereinigung gegeben". Damit ist aber keine Reduzierung nur auf Läden, Kaufhäuser gemeint.


Zitat von Pit 59 im Beitrag #136

Rainer, wieviele Jahre hätten die Herren denn Deiner Meinung nach noch daran basteln sollen ? 40 Jahre Probe waren genug,und die Probe ist mächtig gewaltig in die Hose gegangen,gut so.



immer wieder interessant zu lesen wenn kleinbürgerliche existenzen offen hier die hose runterlassen...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#139

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:27
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #132
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #130
Neu ist für mich im Zusammenhang mit 17.Juni ist, dass der Marshall-Plan auch den Ostblockländern angeboten wurde. Wurde aber ja dankend von der SU im Namen aller abgelehnt.......Nettes Gedankenspiel, was wäre gewesen, wenn der Marshall-Plan auch im Osten gegriffen hätte.


Was wäre der Preis gewesen ? Die USA spendet nicht so ohne Hintergedanken oder Bedingungen mal so ein paar Milliarden für eine Besatzungszone, die ihrem Einfluss entglitten ist und unter Besatzungsrecht einer inzwischen zum potentiellen Gegner gewordenen Macht steht. Die USA wußte m.E. damals schon, daß dieses Angebot nicht angenommen werden konnte und somit war der Schwarze Peter wieder im Osten gelandet.



@DoreHolm , bei den USA gab's wenigstens zu den Bedingungen ein paar Mrd. obendrauf. Der Hungerleider Russland stellte Bedingungen ohne einen Cent dafür zu liefern. Da bevorzuge ich doch die erstere Variante.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 19.06.2013 11:28 | nach oben springen

#140

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #137
Wenn 40 Jahre genug waren, hätte es zu keinem Zeitpunkt eine gesellschaftliche Entwicklung gegeben und wir würden heute noch durch die Wälder rennen und uns über jeden Blitzschlag freuen, weil es dann Feuer gibt.

Es war und ist immer so, dass Entwicklungen mit Rückschlägen und falschen Schritten oder Irrwegen verbunden sind.

Der Kapitalismus hatte weit mehr als 200 Jahre Zeit sich zu dem zu entwickeln, was er heute ist. Das sozialistische Modell soll nach nicht mal der Hälfte der Zeit beerdigt werden? Wer hat ein Interesse daran, wem nützt es?

Vergeigt wurde die Unsetzung des Modells, die Chance zur Erneuerung aus sich heraus , zum Gehen neuer Wege vertan und damit das gesamte Modell wieder in die Startlöcher geschickt, ohne Frage.
Deshalb aber das grundsätzliche Prinzip der Produktion, der Verteilung etc. in Frage zu stellen, halte ich für vorschnell entschieden und für eine Unterwerfung unter die Denkstruktur und Wertvorstellungen der Herrschenden. Solange man auf der fetten Suppe oben mitschwimmen kann, wird jeder damit einverstanden sein.

25% Jugendarbeitslosigkeit ein Europa bedeuten aber ein Pulverfass bei dem es nur noch der richtigen Lunte braucht. Ob wir allerdings noch erleben werden, wie ein neuer Anlauf gewagt wird, wage ich zu bezweifeln.

Der Kapitalismus wird, wie alle anderen Gesellschaftsformen zuvor, erst überwunden, wenn er die höchste Stufe seiner Entwicklung erreicht hat, davon bin ich überzeugt. Wann das allerdings sein wird . . . . .


richtig @werner , zurück auf Los und da sollen sie dann mal stehen bleiben, bis sie der Meinung sind, dass im Brennpunkt jeder politischen Tätigkeit der Mensch steht, und nicht Parteiprogramme, Apparatschiks, Politische Polizei, ausländische Mächte usw.


.
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