#241

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 19:33
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #233
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #210
Zitat von Georg im Beitrag #208
Herr Bahr, Egon ist ein sehr kluger Mann ! Aber eben auf der anderen Seite !
Warum sollte der RIAS oder der BND ihre Unschuldsrolle aufgeben ? Ihre Beackerung der allerersten Anfänge einer alternativen Gesellschaft, auch Kommunismus genannt, fiel auf fruchtbaren Boden. Die Probleme, die zum 17. Juni führten, die Schwächen der SED - Führung und auch der Führung der KPdSU sind bekannt. Es paßt nicht in die " zeitgemäße Darstellung " der Ereignisse, wenn da etwa alte Nazis, RIAS und BND mitgewirkt haben. Und nach meiner Meinung wie ein Initialzünder ! Alle Streikenden haben zufällig den RIAS gehört. Der fast zeitgleiche Beginn der Aktion..... Der hat auf seine Geldgeber, seinen Besitzer gehört, auch als zum Rückzug geblasen wurde.
Hat eigentlich in diesem Zusammenhang irgend jemand schon mal die Tätgkeit der Geheimarmeen, gefördert von Adenauer, ausgerüstet vom BND......untersucht? Wenigstens wurde hier im Forum schon drübber geschrieben.
Also nix veröffentlichen,was den Mythos des spontanen Volksaufstandes gestört wird. Jedenfalls nicht ohne Not.

Der erste Titel des Buches von Stefan Heym lautete viel treffender: Der Tag X



Schon lustig, das als Streikende beim RIAS auftauchten und wollten, das der RIAS ihre Forderungen senden sollte, die Amerikaner sich dafür stark machten, dass das Wort "Generalstreik" nicht verwendet werden durfte...............Im übrigen schuddelst du da was durcheinander: Die ersten Streiks begannen am 16.6., da hatte der RIAS noch gar nix gesendet. Is aber auch egal, wird an deiner weinroten Meinung eh nix ändern...........War halt wie immer der böse Klassenfeind schuld. Wahrscheinlich waren auch die Ereignisse 1989 von Westen aus gesteuert......



Weinrote Meinung - wenn dies mein verstorbener Vater tät lesen können. Er wär stolz auf mich. Als Offizier der VP, im Rang eines VP Rates, ist
er für mich im Nachhinein ein über jeden Zweifel erhabener Teilnehmer der Ereignisse im den 17. Juni 1953 geworden. Als Kommandeur hat er mit seiner Mannschaft die ihm anvertraute Dienststelle verteidigt...........

Ach, egal das Stöckchen ist zu klein. Ich machs mir doch einfach und biete was zum Lesen an.

http://www.grenztruppen-der-ddr.de/BuT/J...chenbericht.pdf




auf welchem Schwachsinn die DDR Justiz ihr Anklagen aufbaute kann man aus dem Dokument des Links ganz leicht widerlegen:
Ich zitiere : Auf Frage des Richters wer ihm den Auftrag erteilte, antwortete er:„Der Amerikaner Hiwer,der in Uniform war. Er hatte Achselstücke mit zwei Sternen“
Die Rangabzeichen bis Colonel(Oberst) haben keine Sterne in der US Army. Erst die Generale haben Sterne. Nun wird mir doch dieser dort Angeklagte nicht weismachen, dass er in Westberlin Aufträge von einem US General persönlich bekam. Das haben ihm wahrscheinlich die Stasivernehmer 1953 in HSH eingeprügelt, dass er das aussagt. Nur sie waren schlecht vorbereitet, wie man an der Faktenlage sieht. Wird aber damals sicher niemandem aufgefallen sein.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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zuletzt bearbeitet 19.06.2014 19:34 | nach oben springen

#242

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 19.06.2014 23:14
von Kalubke | 2.298 Beiträge

Aus dem Tatsachenbericht in 17. Juni 1953 (12) könnte man nun schlussfolgern, dass der 17. Juni doch ein vom Westen organisierter faschistischer Putsch war. Dies stünde jedoch im deutlichen Widerspruch zu den bereits erwähnten Einschätzungen von Schwanitz, Neiber, Irmler und Grimmer in „Die Abwehr“ zur Sicherheitspolitik der SED in den 50er Jahren.

Und den genannten Herrn kann man nun nicht vorwerfen, dass ihre Meinung aus einer Gegnerschaft zur DDR resultiert.

Auszug:

Die Ereignisse um den 17. Juni 1953.
Der gravierende Einfluß der sicherheitspolitischen Analyse und Beschlüsse der SED-Führung auf die Tätigkeit des MfS, insbesondere seiner Abwehr

Auf der 14., 15. und 16. Tagung des ZK der SED im Juni, Juli und September 1953 erfolgten Einschätzungen und Schlußfolgerungen aus den Vorgängen um den 17. Juni. Sie gipfelten in der nicht den Tatsachen entsprechenden und damit falschen Festellung, es habe sich bei diesen Ereignissen um eine faschistische Provokation, einen faschistischen Putsch äußerer und innerer Feinde, um das Werk imperialistischer Geheimdienste, besonders der USA und der BRD, gehandelt. Wie später bekannt wurde, ist diese Einschätzung und Interpretation der Ereignisse um den 17. Juni 1953 auch maßgeblich von der Führung der KPdSU beeinflußt worden. Die damit verbundene Lesart war: Innere Schwierigkeiten und ihre Auswirkungen gingen ausschließlich auf äußere Einflüsse zurück. Diese Einschätzungen entsprachen auch nicht den bereits damals im MfS dazu vorliegenden, sicher sehr unvollständigen Erkenntnissen zu diesen Vorgängen, ihren Ursachen, Begleitumständen und begünstigenden Bedingungen. Aber selbst im Abriß zur Geschichte der SED hieß es 1978 noch: Das ZK der SED zog auf den obengenannten Plenartagungen »weitreichende Schlußfolgerungen aus der Abwehr der imperialistischen Konterrevolution« und »deckte die Hintergründe ihres Angriffs auf und arbeitete die Politik des sozialistischen Aufbaus weiter aus«.

Im Beschluß des ZK der SED vom 26. Juni 1953 »Der neue Kurs und die Aufgaben der Partei« wurde zwar ausdrücklich hervorgehoben, in nächster Zeit eine »ernsthafte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage und der politischen Verhältnisse in der DDR zu erreichen« und auf dieser Grundlage »eine Verbesserung der materiellen Lage der Bevölkerung« zu erzielen, das gesamte öffentliche Leben weiter zu demokratisieren und gleichzeitig den Verkehr der Deutschen von Ost nach West zu erleichtern. In Verbindung mit der Bestimmung dieser zwar richtigen Vorhaben fand aber eine weitergehende tiefgründige politische Analyse der komplexen Ursachen für diese gesellschaftliche Erschütterung in der DDR so gut wie nicht statt.
Dafür wurde aber auf der 15. Tagung, die vom 24. bis 26. Juli 1953 in Berlin stattfand, an die Adresse des MfS der schwerwiegende Vorwurf erhoben, die Gefahren nicht rechtzeitig erkannt zu haben. »Die Organe für Staatssicherheit haben versagt«, hieß es da. »Die Abwehr- und Aufklärungsarbeit der Organe des MfS steht auf einem äußerst niedrigen Niveau«, vermerkte das Protokoll. »Das Informationsnetz des MfS (sei) sowohl hinsichtlich der Auswahl der Menschen als auch hinsichtlich ihrer Verteilung und ihres Einsatzes schlecht organisiert. Das Ergebnis davon war, daß die Organe des MfS weder von dem geplanten Putsch Kenntnis hatten, noch die in der Deutschen Demokratischen Republik bestehenden Agentennester und illegalen Organisationen kannten.« Diese vernichtende Kritik von Otto Grotewohl und Walter Ulbricht war insofern haltlos, als sie auf falschen Wertungen über die Ursachen und den Charakter dieser Ereignisse und die dafür Verantwortlichen beruhte. Es ging offenkundig nicht um Mängel und Schwächen in der Arbeit des MfS, die es nach erst zweijähriger Existenz zweifellos gab. Es ging darum, wie die spätere Entwicklung bestätigte, vom Versagen der Politik und damit auch der eigenen Führungsschwäche, von den tatsächlichen Ursachen und Bedingungen abzulenken.

Auf Beschluß des Politbüros der SED und des Ministerrates der DDR wurde das MfS nach den Ereignissen um den 17. Juni 1953 zum Staatssekretariat für Staatssicherheit umgebildet und zeitweilig, vom 23. Juli 1953 bis zum 24.November 1955, in das Ministerium des Innern (MdI) eingegliedert.

Gruß Kalubke



Schuddelkind und Georg haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.06.2014 23:18 | nach oben springen

#243

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 09:31
von Greso | 2.377 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #227
Zitat von Greso im Beitrag #226
Ich habe sogar auf einen Oberstleutnant Los.. geschossen,weil er nicht angemeldet war. wollte nur mal mit einen Minister zur Jagd.Ich bekam 2 Tage Sonderurlaub und der Oberstleutnant,wäre bald gestorben (vor Angst) das war 1966 in Barneberg,Schlagbaum Hötenslebener Strasse.
Greso


..wo wollten die denn da jagen? Da ist doch weit und breit nur Acker.

Gruß Kalubke


Hallo Kalupke@Das war 1966 ,Bitte nicht vergessen.Das war ein beliebtes Jagdebiet ,für Russen und NVA.Wir hatte Fasane Hasen und Rehe.Der beste Jagdplatz,war der alte Offlebener Friedhof.Offleben legte damals einen neuen Friedhof an,da wir den alten als Grenzgebiet nutzten.Richtung Sommersdorf war Wald und in Richtung Hötensleben war auch genug zum jagen.Greso


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#244

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 09:32
von Georg | 1.022 Beiträge

@Kalubke!
Die Rolle der SED u.a. ist doch völlig unstrittig. Ich wehre mich einfach dagegen, dass es so spontan, so unorganisiert........gewesen sei. Volksaufstand !? Es gab zur damaligen Zeit etwa 5,5 Millionen Werktätige ( ohne Lehrlinge ) Die Beteiligung an der Rovolte wird in unterschiedlicher Höhe geschätzt. Nach A. Barning warens 372 000 ! Wer den Dreisatz beherrscht, ist im Vorteil. Der höchste Anteil der Teilnehmer lag bei 12 % ! 12 % Ja - Stimmen von allen Wahlberechtigten. Da kann man mit 12 % in einer Demokratie wohl jede Wahl gewinnen.
Weiter denke ich, dass Westberlin ein Eldorado für die Geheimdienste war. Letzendlich waren es über 90 Dienststelle und Organisationen. Die haben nur Grillparty gefeiert. Omas in Ostberlin über die Straße geholfen, weil die Ampeln ausgefallen sind....
Und ich denke, dass schon eine Logistik vorhanden war. Bei aller Unzufriedenheit der Arbeiter - von Zwickau bis Anklam ?
Der von mir bereits erwähnte " Rädelsführer " erzählte mir, dass er die Hälfte der Belegschaft auf seine Seite gezogen hatte. Für die Organisation des Widerstandes hatte er seine Funktion, sein Dienstmotorrad, sein Büro und was unbedingt erforderlich war - sein Telefon im Büro ! Nicht vergessen, dass er seine BND Verbindung nicht abgestritten hat. Sie konnte ihm nicht bewiesen werden. In dem Zusammenhang ist es interessant, dass er Mitglied einer Jagdgesellschaft war und mit den " jagdverrückten Russen " unterwegs war und " Saufgelage " ornanisierte.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#245

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 09:52
von Georg | 1.022 Beiträge

Im Beitrag 241 schreibt das hoch verehrte Mitglied des Forum @ Gert:

". Das haben ihm wahrscheinlich die Stasivernehmer 1953 in HSH eingeprügelt, dass er das aussagt. "

Die Methoden der Vernehmer sind hier wohl nicht Thema. Hierzu gibt es viele und auch strittige Berichte ! Wahrheit und Lüge ? Aber darum geht es mir auch nicht. Sondern haben die " Stasivernehmer 1953 in HSH das in ihn eingeprügelt " ? W a h r s c h e i n l i c h [rot]!! ??[/rot

Wahrscheinlicher Befund Neurose/ Phobie! Oder doch nur dumme Anmache oder Provokation? Ich würde es ma durch einen Facharzt klären lassen.Können dauerhafte Schäden entstehen.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#246

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 10:10
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #245
Im Beitrag 241 schreibt das hoch verehrte Mitglied des Forum @ Gert:

". Das haben ihm wahrscheinlich die Stasivernehmer 1953 in HSH eingeprügelt, dass er das aussagt. "

Die Methoden der Vernehmer sind hier wohl nicht Thema. Hierzu gibt es viele und auch strittige Berichte ! Wahrheit und Lüge ? Aber darum geht es mir auch nicht. Sondern haben die " Stasivernehmer 1953 in HSH das in ihn eingeprügelt " ? W a h r s c h e i n l i c h [rot]!! ??[/rot

Wahrscheinlicher Befund Neurose/ Phobie! Oder doch nur dumme Anmache oder Provokation? Ich würde es ma durch einen Facharzt klären lassen.Können dauerhafte Schäden entstehen.


die Tatsache der physischen Misshandlung im Jahre 1953 ist sehr wahrscheinlich. War vor wenigen Tagen in der Gedenkstätte HSH und dort wird postuliert, dass das MfS erst Mitte der 50er Jahre von der physischen auf die psychische Foltermethode bei Vernehmungen von vermeintlichen oder tatsächliche Staatsfeinden umgeschaltet hat. Natürlich bin ich nicht Augenzeuge, aber es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden. Ich habe sehr gut die Bilder von Prozessen aus dieser Zeit z.B. mit der Hilde Benjamin im Kopf. Diesen politischen Fanatikern möchte ich nicht in die Hände gefallen sein.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#247

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 10:23
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #246
... es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden.
Was denn, der existierte 1953 noch?


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#248

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 10:46
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von HG19801 im Beitrag #247
Zitat von Gert im Beitrag #246
... es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden.
Was denn, der existierte 1953 noch?




richtig, in angewandelter kommunistischer Form , statt Hakenkreuz Hammer und Sichel und natürlich andere Schergen. Statt Roland Freisler sass dort eine Hilde Benjamin. Der Duktus war nahezu der gleiche.


.
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#249

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 10:57
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #248



richtig, in angewandelter kommunistischer Form , statt Hakenkreuz Hammer und Sichel und natürlich andere Schergen. Statt Roland Freisler sass dort eine Hilde Benjamin. Der Duktus war nahezu der gleiche.


Mensch Gert,
gestern schriebst Du noch,hier ist ein Geschichtsforum und der Wahrheit verpflichtet.
Heute schreibst Du hier,wie intensiv deine Erinnerungen als 9 jähriger Bengel an Hilde Benjamin sind....
Dann kommt solch ein Hammer und Sichel Blödsinn.Schau Dir doch heute im reifen Alter nochmal die Fotos aus dieser Zeit an,ob Deine Aussage so richtig ist.

seaman


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.06.2014 11:00 | nach oben springen

#250

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 10:59
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #248
Zitat von HG19801 im Beitrag #247
Zitat von Gert im Beitrag #246
... es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden.
Was denn, der existierte 1953 noch?




richtig, in angewandelter kommunistischer Form , statt Hakenkreuz Hammer und Sichel und natürlich andere Schergen. Statt Roland Freisler sass dort eine Hilde Benjamin. Der Duktus war nahezu der gleiche.


So einen Vergleich zu ziehen--kann man als Naiv einschätzen. Das wäre ungefähr so,als wenn ich behaupten würde. Heute zieht man mit Schwarzrotgelb und Adler für Deutschlands Politiker in den Krieg und das gleiche tat mein Großvater mit dem Adler am Helm schon 1939.


damals wars, seaman und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#251

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 11:08
von eisenringtheo | 9.174 Beiträge

Stalin starb am 5. März 1953. Die ganze Propaganda war bislang auf Stalin abgestimmt

Ich frage mich immer wieder, inwieweit der Tod Stalins das Geschehen am 17. Juni 1953 beeinflusst hat.
Theo


seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#252

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 11:11
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Gert im Beitrag #246
Zitat von Georg im Beitrag #245
Im Beitrag 241 schreibt das hoch verehrte Mitglied des Forum @ Gert:

". Das haben ihm wahrscheinlich die Stasivernehmer 1953 in HSH eingeprügelt, dass er das aussagt. "

Die Methoden der Vernehmer sind hier wohl nicht Thema. Hierzu gibt es viele und auch strittige Berichte ! Wahrheit und Lüge ? Aber darum geht es mir auch nicht. Sondern haben die " Stasivernehmer 1953 in HSH das in ihn eingeprügelt " ? W a h r s c h e i n l i c h [rot]!! ??[/rot

Wahrscheinlicher Befund Neurose/ Phobie! Oder doch nur dumme Anmache oder Provokation? Ich würde es ma durch einen Facharzt klären lassen.Können dauerhafte Schäden entstehen.


die Tatsache der physischen Misshandlung im Jahre 1953 ist sehr wahrscheinlich. War vor wenigen Tagen in der Gedenkstätte HSH und dort wird postuliert, dass das MfS erst Mitte der 50er Jahre von der physischen auf die psychische Foltermethode bei Vernehmungen von vermeintlichen oder tatsächliche Staatsfeinden umgeschaltet hat. Natürlich bin ich nicht Augenzeuge, aber es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden. Ich habe sehr gut die Bilder von Prozessen aus dieser Zeit z.B. mit der Hilde Benjamin im Kopf. Diesen politischen Fanatikern möchte ich nicht in die Hände gefallen sein.




@Gert , wie Du schon schreibst, es bedarf keiner großen Fantasie.... Ist schon klar wenn man total einseitig "gepolt" ist und auch geschichtliche Begriffe wohl etwas verwechselt. Der Volksgerichtshof ist aus einer anderen Zeit und aus einem "Reich".

Aber macht ja nichts, im Alter verwechselt man schon mal was.


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#253

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 11:37
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #248
richtig, in angewandelter kommunistischer Form , statt Hakenkreuz Hammer und Sichel ...
Interessant, vexillologisch betrachtet stellt sich das dann so dar:


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#254

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 11:53
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zu den Tag habe ich mal eine Frage. Wie wurde der Tag eigentlich feierlich begangen in der alten Bundesrepublik. Aus dem Fernsehn wusste ich,das man im Bundestag für einige Minuten den Kopf hängen ließ und dann war es das. Bekannte erzählten mir,das ihnen der Tag als Gedenktag völlig egal war.Für sie war es ein Arbeitsfreier Tag und sie machten ihren Familienausflug. Da war nichts drin,an die Brüder und Schwestern aus dem Osten zu denken.


glasi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#255

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 11:59
von Schuddelkind | 3.512 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #244
@Kalubke!
Die Rolle der SED u.a. ist doch völlig unstrittig. Ich wehre mich einfach dagegen, dass es so spontan, so unorganisiert........gewesen sei. Volksaufstand !? Es gab zur damaligen Zeit etwa 5,5 Millionen Werktätige ( ohne Lehrlinge ) Die Beteiligung an der Rovolte wird in unterschiedlicher Höhe geschätzt. Nach A. Barning warens 372 000 ! Wer den Dreisatz beherrscht, ist im Vorteil. Der höchste Anteil der Teilnehmer lag bei 12 % ! 12 % Ja - Stimmen von allen Wahlberechtigten. Da kann man mit 12 % in einer Demokratie wohl jede Wahl gewinnen.
Weiter denke ich, dass Westberlin ein Eldorado für die Geheimdienste war. Letzendlich waren es über 90 Dienststelle und Organisationen. Die haben nur Grillparty gefeiert. Omas in Ostberlin über die Straße geholfen, weil die Ampeln ausgefallen sind....
Und ich denke, dass schon eine Logistik vorhanden war. Bei aller Unzufriedenheit der Arbeiter - von Zwickau bis Anklam ?
Der von mir bereits erwähnte " Rädelsführer " erzählte mir, dass er die Hälfte der Belegschaft auf seine Seite gezogen hatte. Für die Organisation des Widerstandes hatte er seine Funktion, sein Dienstmotorrad, sein Büro und was unbedingt erforderlich war - sein Telefon im Büro ! Nicht vergessen, dass er seine BND Verbindung nicht abgestritten hat. Sie konnte ihm nicht bewiesen werden. In dem Zusammenhang ist es interessant, dass er Mitglied einer Jagdgesellschaft war und mit den " jagdverrückten Russen " unterwegs war und " Saufgelage " ornanisierte.


Das MfS konnte nicht einen einzigen Fall nachweisen, das irgendeiner von einem westlichen Geheimdienst gedrungen war, den Aufstand zu entfachen. Und das trotz aller Bemühungen und unter Einsatz aller Mittel. Dann waren wohl die Mitarbeiter des MfS in deinen Augen alles Flaschen, oder wie? Ferner erklär mir mal, warum die Amis den RIAS-Mitarbeitern verboten hatten, das Wort "Generalstreik" zu verwenden. Wenn die Amis hinter dem Aufstand gesteckt hätten, hätten sie ja wohl ein berechtigtes Interesse gehabt, das es zu einem Generalstreik gekommen wäre.


Intellektuelle spielen Telecaster
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#256

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 12:02
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #254
Zu den Tag habe ich mal eine Frage. Wie wurde der Tag eigentlich feierlich begangen in der alten Bundesrepublik. Aus dem Fernsehn wusste ich,das man im Bundestag für einige Minuten den Kopf hängen ließ und dann war es das. Bekannte erzählten mir,das ihnen der Tag als Gedenktag völlig egal war.Für sie war es ein Arbeitsfreier Tag und sie machten ihren Familienausflug. Da war nichts drin,an die Brüder und Schwestern aus dem Osten zu denken.

Recht hast. So war. So wie jeder Feiertag. Erst mal ausschlafen. Und dann mal schauen. Im Tv liefen dann auf ARD und ZDF DOKUS über denn 17 JUNI. Ich glaube die Fahnen an öffentlichen Gebäuden hingen auf Halbmast. Das war es. Vielleicht waren im Zonnenrandgebiet noch irgendwelche Veranstaltungen . Ich weiß es nicht. Ich wohnte ja im Hinterland.



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#257

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 12:04
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #256
Zitat von Rostocker im Beitrag #254
Zu den Tag habe ich mal eine Frage. Wie wurde der Tag eigentlich feierlich begangen in der alten Bundesrepublik. Aus dem Fernsehn wusste ich,das man im Bundestag für einige Minuten den Kopf hängen ließ und dann war es das. Bekannte erzählten mir,das ihnen der Tag als Gedenktag völlig egal war.Für sie war es ein Arbeitsfreier Tag und sie machten ihren Familienausflug. Da war nichts drin,an die Brüder und Schwestern aus dem Osten zu denken.

Recht hast. So war. So wie jeder Feiertag. Erst mal ausschlafen. Und dann mal schauen. Im Tv liefen dann auf ARD und ZDF DOKUS über denn 17 JUNI. Ich glaube die Fahnen an öffentlichen Gebäuden hingen auf Halbmast. Das war es. Vielleicht waren im Zonnenrandgebiet noch irgendwelche Veranstaltungen . Ich weiß es nicht. Ich wohnte ja im Hinterland.


Feiertagszuschlag nicht vergessen....

seaman
Feiertagszuschlag


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#258

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 12:05
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #254
Bekannte erzählten mir,das ihnen der Tag als Gedenktag völlig egal war.Für sie war es ein Arbeitsfreier Tag und sie machten ihren Familienausflug. Da war nichts drin,an die Brüder und Schwestern aus dem Osten zu denken.

Ich denke, dass der überwiegende Teil so gedacht und empfunden hat.
In meiner Familie war das etwas anders, wir gehörten zu den relativ wenig Wessis, die regelmäßig ihre Verwandten in der DDR besucht haben - aber wir brauchten auch nicht unbedingt einen Feiertag, um an die zu denken.

Freunden und Bekannten war dieser Tag ungefähr genau so egal wie Christi Himmelfahrt: Hauptsache, man hatte frei.


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#259

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 12:07
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #257
Zitat von glasi im Beitrag #256
Zitat von Rostocker im Beitrag #254
Zu den Tag habe ich mal eine Frage. Wie wurde der Tag eigentlich feierlich begangen in der alten Bundesrepublik. Aus dem Fernsehn wusste ich,das man im Bundestag für einige Minuten den Kopf hängen ließ und dann war es das. Bekannte erzählten mir,das ihnen der Tag als Gedenktag völlig egal war.Für sie war es ein Arbeitsfreier Tag und sie machten ihren Familienausflug. Da war nichts drin,an die Brüder und Schwestern aus dem Osten zu denken.

Recht hast. So war. So wie jeder Feiertag. Erst mal ausschlafen. Und dann mal schauen. Im Tv liefen dann auf ARD und ZDF DOKUS über denn 17 JUNI. Ich glaube die Fahnen an öffentlichen Gebäuden hingen auf Halbmast. Das war es. Vielleicht waren im Zonnenrandgebiet noch irgendwelche Veranstaltungen . Ich weiß es nicht. Ich wohnte ja im Hinterland.


Feiertagszuschlag nicht vergessen....

seaman
Feiertagszuschlag


GENAU!!!Denn gab es ja auch noch.



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#260

RE: 17. Juni 1953

in DDR Staat und Regime 20.06.2014 12:08
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Bürger der DDR im Beitrag #252
Zitat von Gert im Beitrag #246
Zitat von Georg im Beitrag #245
Im Beitrag 241 schreibt das hoch verehrte Mitglied des Forum @ Gert:

". Das haben ihm wahrscheinlich die Stasivernehmer 1953 in HSH eingeprügelt, dass er das aussagt. "

Die Methoden der Vernehmer sind hier wohl nicht Thema. Hierzu gibt es viele und auch strittige Berichte ! Wahrheit und Lüge ? Aber darum geht es mir auch nicht. Sondern haben die " Stasivernehmer 1953 in HSH das in ihn eingeprügelt " ? W a h r s c h e i n l i c h [rot]!! ??[/rot

Wahrscheinlicher Befund Neurose/ Phobie! Oder doch nur dumme Anmache oder Provokation? Ich würde es ma durch einen Facharzt klären lassen.Können dauerhafte Schäden entstehen.


die Tatsache der physischen Misshandlung im Jahre 1953 ist sehr wahrscheinlich. War vor wenigen Tagen in der Gedenkstätte HSH und dort wird postuliert, dass das MfS erst Mitte der 50er Jahre von der physischen auf die psychische Foltermethode bei Vernehmungen von vermeintlichen oder tatsächliche Staatsfeinden umgeschaltet hat. Natürlich bin ich nicht Augenzeuge, aber es bedarf keiner großen Fantasie um sich vorzustellen wie die Geständnisse für den Volksgerichtshof während der aufgeheizten Stimmung nach dem 17. Juni in den Vernehmerzimmern des MfS zusammengebastelt wurden. Ich habe sehr gut die Bilder von Prozessen aus dieser Zeit z.B. mit der Hilde Benjamin im Kopf. Diesen politischen Fanatikern möchte ich nicht in die Hände gefallen sein.




@Gert , wie Du schon schreibst, es bedarf keiner großen Fantasie.... Ist schon klar wenn man total einseitig "gepolt" ist und auch geschichtliche Begriffe wohl etwas verwechselt. Der Volksgerichtshof ist aus einer anderen Zeit und aus einem "Reich".

Aber macht ja nichts, im Alter verwechselt man schon mal was.



ich verwechsle gar nichts. Du hast wohl nicht erkannt welches Gleichnis ich da aufstelle. Ich kann es dir bei Gelegenheit gern im Detail erklären, wenn das bei dir notwendig ist.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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Erstellt im Forum DDR Zeiten von wosch
64 30.08.2012 15:02goto
von Mike59 • Zugriffe: 6787
Die Protestanten und der 17. Juni ! MDR 17.06.10 um 22.35 Uhr !
Erstellt im Forum Videos aus dem Alltag und Leben der DDR von kinski112
76 10.07.2010 02:51goto
von wosch • Zugriffe: 2949

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