#101

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 11:02
von Gelöschtes Mitglied
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Die AGM/S als Antiterroreinheit hatte Sonderbefugnisse, die sei auch anwenden durfte, wenn der Verdacht für "Gefahr in Verzug" bestand.

Ansonsten galten die Verhaltensregeln im Umgang mit dem DA für alle HA, DE des MfS.

Ich habe meinen Klappi, der noch die Unterschrift von Mühlpforte trug, mit der Übernahme meines neuen Aufgabenbereiches nach Ende des 1. Studiums abgegeben und fiel dann unter die Regelungen und Vorschriften für OibE.

Vierkrug


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#102

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 19:47
von furry | 3.574 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #101

Ich habe meinen Klappi, der noch die Unterschrift von Mühlpforte trug, mit der Übernahme meines neuen Aufgabenbereiches nach Ende des 1. Studiums abgegeben und fiel dann unter die Regelungen und Vorschriften für OibE.

Vierkrug

Ist das so zu verstehen, dass Du als OibE keinen Dienstausweis hattest? Was besagten diese Regelungen und Vorschriften für OibE?

Zusatzfrage bzgl. PKW-Panne. @Alfred meinte ja, man musste sich in dem Fall etwas einfallen lassen. Gab es irgendwelche Zeichen (z.B. offener Kofferraum) um sich bei eventuell anderen MfS-Mitarbeitern (z.B. in Berlin, wo nicht jeder jeden kannte) bemerkbar zu machen? Oder hatte auch in solch einem Fall die Konspiration untereinander Vorrang?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
zuletzt bearbeitet 16.06.2013 19:47 | nach oben springen

#103

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 20:37
von Gelöschtes Mitglied
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@furry ,als OibE hatte ich keinen DA, denn ich war ja "offiziell" nicht beim MfS beschäftigt, sondern übte zunächst bestimmte Funktionen im gesellschaftlichem und dann später im staatlichen Bereich auf unterschiedlichen "Baustellen"aus, bis zu dem Tag, wo der "Springer" wie beim Schach an der richtigen Stelle plaziert war. Es war eine gedeckte / verdeckte Tätigkeit mit hohen fachlichen Anforderungen, die auch vom ingenieur-technischem Wissen und Können sehr vielseitig und vielschichtig gewesen ist - es gab im gesamten Kombinat mit rd. 56.000 Beschäftigte nur 4 Hauptspezialisten in der Abt. Grundsätze beim Generaldirektor. Die anderen Fach- und Stabsdirektoren vermuteten hinter dem Abt.-ltr. Sicherheit den MfS-Mann in der Generaldirektion bzw. Kombinatsleitung.
Der Stammbetrieb hatte zudem eine eigenständige OD (Objektdienststelle). Sie hatte KD-Status, konnte aber nur die Probleme des Stammbetriebes bearbeiten, nicht die der weiteren Kombinatsbetriebe.
Die Ordnung Nr.6 / 86 vom 17.3.1986 über die Arbeit mit Offizieren im besonderem Einsatz des Ministeriums für Staatssicherheit, auch OibE-Ordnung genannt enthielt alle Regelungen - sie war Geheime Verschlußsache, GVS-o008, MfS-Nr.9/86 und umfasste 21 Seiten. Sie liegt mir vor.
Ich wurde direkt von meinem Abt.-Leiter in der HA in Berlin geführt und auch kontaktiert. Ähnlich wie bei den Kundschaftern wurden die unterschiedlichsten Wege und Methoden des Informationsaustausches genutzt. Vorrangig dabei der ZKD oder der Kurierdienst der SED. Aber auch postalisch über Deckadressen.Treffpunkte konspirativ, meistens gemeinsame Mittagessen, wenn Dienstfahrten zum MKE oder andere Ministerien in Berlin anstanden. Heute kann ich es ja schreiben. Unser Lieblingslokal in Berlin die Gaststätte "Zur letzten Instanz" in der Waisenstraße, nicht nur wegen des vorzüglichen Eisbeins, das man dort bekam. Auch kam man schnell mit den Öffentlichen dorthin.

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 16.06.2013 20:37 | nach oben springen

#104

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 21:21
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #103
@furry ,als OibE hatte ich keinen DA, denn ich war ja "offiziell" nicht beim MfS beschäftigt, sondern übte zunächst bestimmte Funktionen im gesellschaftlichem und dann später im staatlichen Bereich auf unterschiedlichen "Baustellen"aus, bis zu dem Tag, wo der "Springer" wie beim Schach an der richtigen Stelle plaziert war. Es war eine gedeckte / verdeckte Tätigkeit mit hohen fachlichen Anforderungen, die auch vom ingenieur-technischem Wissen und Können sehr vielseitig und vielschichtig gewesen ist - es gab im gesamten Kombinat mit rd. 56.000 Beschäftigte nur 4 Hauptspezialisten in der Abt. Grundsätze beim Generaldirektor. Die anderen Fach- und Stabsdirektoren vermuteten hinter dem Abt.-ltr. Sicherheit den MfS-Mann in der Generaldirektion bzw. Kombinatsleitung.
Der Stammbetrieb hatte zudem eine eigenständige OD (Objektdienststelle). Sie hatte KD-Status, konnte aber nur die Probleme des Stammbetriebes bearbeiten, nicht die der weiteren Kombinatsbetriebe.
Die Ordnung Nr.6 / 86 vom 17.3.1986 über die Arbeit mit Offizieren im besonderem Einsatz des Ministeriums für Staatssicherheit, auch OibE-Ordnung genannt enthielt alle Regelungen - sie war Geheime Verschlußsache, GVS-o008, MfS-Nr.9/86 und umfasste 21 Seiten. Sie liegt mir vor.
Ich wurde direkt von meinem Abt.-Leiter in der HA in Berlin geführt und auch kontaktiert. Ähnlich wie bei den Kundschaftern wurden die unterschiedlichsten Wege und Methoden des Informationsaustausches genutzt. Vorrangig dabei der ZKD oder der Kurierdienst der SED. Aber auch postalisch über Deckadressen.Treffpunkte konspirativ, meistens gemeinsame Mittagessen, wenn Dienstfahrten zum MKE oder andere Ministerien in Berlin anstanden. Heute kann ich es ja schreiben. Unser Lieblingslokal in Berlin die Gaststätte "Zur letzten Instanz" in der Waisenstraße, nicht nur wegen des vorzüglichen Eisbeins, das man dort bekam. Auch kam man schnell mit den Öffentlichen dorthin.

Vierkrug




Vierkrug,

da haben wir ja vielleicht - ohne es zu wissen - ab und zu mal in der gleichen Gaststätte gehockt...


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#105

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 22:01
von Gelöschtes Mitglied
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Gut möglich Alfred. Heute würden wir uns auf jeden Fall erkennen.

Vierkrug


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#106

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 22:33
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Hallo Leute
Habe mir sämtliche Diskussionsbeiträge mal in aller Ruhe durchgelesen.
Und darf als sogenannter unwissender ,so hoffe ich eine Frage stellen.
Stasi war nicht gleich Stasi..habe ich das so richtig verstanden.
Ergo es gab eine Gute und eine Boese Stasi.
Nun ......aber davon muesst ihr mich erst einmal überzeugen.
Zumindest das ,was bisher geschrieben wurde,hat mich nicht so recht ueberzeugt.


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#107

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 22:52
von Gelöschtes Mitglied
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Eine Antwort aus meiner Sicht. Es gab keine "gute" und auch keine "böse Stasi". Es gab ein MfS mit seinen verschiedenen HA und DE, die sicherlich unterschiedliche Aufgabenstellungen hatten, die auch durch die jeweiligen Mitarbeiter wahrzunehmen waren. Deshalb wehre ich mich auch gegen jeden Versuch, einen Keil zwischen die HA, DE und den in ihnen tätigen Mitarbeitern zu treiben. Wir sind hier nicht bei Aschenputtel - die Guten ins Töpfchen und die Schlechten ins Kröpfchen.

Vierkrug


passport, Alfred, Pitti53, frank, Feliks D. und werner haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#108

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 23:37
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #106
Hallo Leute
Habe mir sämtliche Diskussionsbeiträge mal in aller Ruhe durchgelesen.
Und darf als sogenannter unwissender ,so hoffe ich eine Frage stellen.
Stasi war nicht gleich Stasi..habe ich das so richtig verstanden.
Ergo es gab eine Gute und eine Boese Stasi.
Nun ......aber davon muesst ihr mich erst einmal überzeugen.
Zumindest das ,was bisher geschrieben wurde,hat mich nicht so recht ueberzeugt.


ergo : gab es 'gute grenzer' und 'böse' ???



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#109

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 23:47
von Fritze (gelöscht)
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Und noch immer ,gibt es gute und böse Menschen !


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#110

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 23:48
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #96
Wie wurde verfahren, wenn MfS-Mitarbeiter auf dem Weg zu einem Einsatz waren und der PKW nicht mehr wollte? Waren immer Funkgeräte an Bord oder wie hat man sich bemerkbar gemacht, z.B. gegenüber anderen MfS-Angehörigen, die auch in der Gegend unterwegs waren?
Auf den ADAC zu warten hätte ja Jahre gedauert.




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#111

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.06.2013 23:52
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #109
Und noch immer ,gibt es gute und böse Menschen !


richtig erkannt !! menschen !!!



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#112

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 00:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von frank im Beitrag #108
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #106
Hallo Leute
Habe mir sämtliche Diskussionsbeiträge mal in aller Ruhe durchgelesen.
Und darf als sogenannter unwissender ,so hoffe ich eine Frage stellen.
Stasi war nicht gleich Stasi..habe ich das so richtig verstanden.
Ergo es gab eine Gute und eine Boese Stasi.
Nun ......aber davon muesst ihr mich erst einmal überzeugen.
Zumindest das ,was bisher geschrieben wurde,hat mich nicht so recht ueberzeugt.


ergo : gab es 'gute grenzer' und 'böse' ???


Im Winter werde ich einen Grenzer-Nussknacker bauen, da kannst du dann sehen wie ein böser Grenzer aussieht


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#113

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 00:20
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #112
Zitat von frank im Beitrag #108
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #106
Hallo Leute
Habe mir sämtliche Diskussionsbeiträge mal in aller Ruhe durchgelesen.
Und darf als sogenannter unwissender ,so hoffe ich eine Frage stellen.
Stasi war nicht gleich Stasi..habe ich das so richtig verstanden.
Ergo es gab eine Gute und eine Boese Stasi.
Nun ......aber davon muesst ihr mich erst einmal überzeugen.
Zumindest das ,was bisher geschrieben wurde,hat mich nicht so recht ueberzeugt.


ergo : gab es 'gute grenzer' und 'böse' ???


Im Winter werde ich einen Grenzer-Nussknacker bauen, da kannst du dann sehen wie ein böser Grenzer aussieht



baue lieber einen guten !!!



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#114

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 01:22
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #103
@furry ,als OibE hatte ich keinen DA, denn ich war ja "offiziell" nicht beim MfS beschäftigt, sondern übte zunächst bestimmte Funktionen im gesellschaftlichem und dann später im staatlichen Bereich auf unterschiedlichen "Baustellen"aus, bis zu dem Tag, wo der "Springer" wie beim Schach an der richtigen Stelle plaziert war. Es war eine gedeckte / verdeckte Tätigkeit mit hohen fachlichen Anforderungen, die auch vom ingenieur-technischem Wissen und Können sehr vielseitig und vielschichtig gewesen ist - es gab im gesamten Kombinat mit rd. 56.000 Beschäftigte nur 4 Hauptspezialisten in der Abt. Grundsätze beim Generaldirektor. Die anderen Fach- und Stabsdirektoren vermuteten hinter dem Abt.-ltr. Sicherheit den MfS-Mann in der Generaldirektion bzw. Kombinatsleitung.
Der Stammbetrieb hatte zudem eine eigenständige OD (Objektdienststelle). Sie hatte KD-Status, konnte aber nur die Probleme des Stammbetriebes bearbeiten, nicht die der weiteren Kombinatsbetriebe.
Die Ordnung Nr.6 / 86 vom 17.3.1986 über die Arbeit mit Offizieren im besonderem Einsatz des Ministeriums für Staatssicherheit, auch OibE-Ordnung genannt enthielt alle Regelungen - sie war Geheime Verschlußsache, GVS-o008, MfS-Nr.9/86 und umfasste 21 Seiten. Sie liegt mir vor.
Ich wurde direkt von meinem Abt.-Leiter in der HA in Berlin geführt und auch kontaktiert. Ähnlich wie bei den Kundschaftern wurden die unterschiedlichsten Wege und Methoden des Informationsaustausches genutzt. Vorrangig dabei der ZKD oder der Kurierdienst der SED. Aber auch postalisch über Deckadressen.Treffpunkte konspirativ, meistens gemeinsame Mittagessen, wenn Dienstfahrten zum MKE oder andere Ministerien in Berlin anstanden. Heute kann ich es ja schreiben. Unser Lieblingslokal in Berlin die Gaststätte "Zur letzten Instanz" in der Waisenstraße, nicht nur wegen des vorzüglichen Eisbeins, das man dort bekam. Auch kam man schnell mit den Öffentlichen dorthin.

Vierkrug



das war so gar mir bekannt !!!



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#115

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 01:34
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #83
hatten beim MfS viele ein Alkoholproblem?,wenn man bei dieser Truppe dabei
gewesen ist,kann man doch nicht einfach sagen,ich kündige,wenn einen
was nicht passt
Lutze


wie sieht es denn im 'jetzt' aus , hast du ein problem???



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#116

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 01:50
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #98
Bei Pannen musste man sich was einfallen lassen.@Alfred

Alfred,waren die Mitarbeiter berechtigt ein anderes Privates KFZ zu Beschlagnahmen,oder sich zumindest zum Einsatzort Fahren zu lassen ?


nein !!!



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#117

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 14:35
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Vierkrug schreibt, er war ein OibE beim Generaldirektor oder bei der Kombinatsleitung.
Ist ein OibE und ein IM dasselbe?
Warum habt ihr oder du diese hohen Genossen beobachtet.? War das nur in deinem Fall so üblich oder in der ganzen DDR?


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#118

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 15:33
von Gelöschtes Mitglied
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Ein OibE und ein IM sind zwei verschiedene Schuhe.
OibE = Offizier im besonderem Einsatz und in der Bezeichnung liegt auch schon die Besonderheit
IM = Inoffizieller Mitarbeiter - wurde bereits im Forum sehr ausgiebig beschrieben.
Ich war nicht OibE beim Generaldirektor bzw. der Kombinatsleitung - ich war OibE im betreffendem Kombinat an einer bestimmten Stelle, die zufälligerweise in der Abt. Grundsätze beim GD lag und die die Bezeichnung Hauptspezialist trug.

Meine Tätigkeit hatte rein garnichts mit einer "Bespitzelung" oder der "Beobachtung" des Generaldirektors bzw. Mitgliedern der Kombinatsleitung zu schaffen. Es ging dabei um ganz andere Dinge - um den Schutz und die Sicherung volkswirtschaftlicher Prozesse. Ein Kombinat der DDR in dieser Größenordnung, welches maßgeblich nicht nur für die energetische Basis der DDR zuständig war, erforderte auch besondere Maßnahmen des Schutzes. Somit ist auch klar, für welche Hauptabteilung ich tätig war, deren Tätigkeitsbereich immer noch sinnentstellt wieder gegeben wird. Auch der BStU ist es bisher nach eigenen Angaben lediglich gelungen einen Bearbeitungsstand der HA von 51 % zu erreichen (magere Ausbeute für die vielen Jahre).

Nochmals die Aufgaben der HA, aus der sich auch die Aufgaben des OibE-Einsatzes ableiteten:

- Sicherung der zentralen volkswirtschaftlichen Bereiche, Objekte und Einrichtungen entsprechend der Struktur der Industriezweige der DDR einschließlich der Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates - insbesondere der Industrie-, Landwirtschafts-, Finanz- und Handelsministerien - sowie der Einrichtungen der naturwissenschaftlichen Forschung und technischen Entwicklung (einschließlich Akademie der Wissenschaften der DDR, Bauakademie der DDR, Kammer der Technik u. ä.)
- Wirtschaftsspionageabwehr, Gewährleistung eines umfassenden Geheimnisschutzes sowie Schutz spionagegefährdeter Personen und Sachen,
- Aufklärung und Bestätigung von Nomenklaturkadern, Auslands- und Reisekadern, Führung von Personendossiers,
- Sicherung der Außenwirtschaftsbeziehungen, insbesondere mit dem nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) sowie Maßnahmen zum Unterlaufen von Embargobestimmungen,
- Verhinderung bzw. Aufklärung von Bränden, Havarien und Störungen zur Aufdeckung etwaiger Feindeinwirkung,
- Aufdecken von Fällen schwerer Wirtschaftskriminalität,
- Informationstätigkeit zu volkswirtschaftlichen Prozessen.

Diese Schwerpunktaufgaben waren wieder untersetzt in bestimmte Maßnahmen, wie den Schutz und die Sicherung
- bestimmter Themen und Aufgaben des Staatsplanes Wissenschaft und Technik,
- neuer Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung und deren groß- bzw- verfahrenstechnische Einführung, darin den Patentschutz eingeschlossen,
- von Großversuchsanlagen,
- von Personen, die als Auslandsreisekader tätig und zugleich Geheimnisträger waren,
- von Sondervorhaben, wie die Wiedererschließung des Steinkohlenbergbaues in Mocambique und den Erdgasleitungsbau in der SU.
Die Mitwirkung in Havarie-, Brand und Störkommisisonen zur Ursachenermittlung und Untersuchung eventuell möglicher gegenerischer Einwirkung, wie auch technisch - technologischer Ursachen.

Es gäbe noch weitaus mehr zu sagen.

@thomas 48 - Tätigkeiten des MfS sind nicht gleichzusetzen mit "Spitzeltätigkeit". Auch das MfS hatte fach- und sachkompetente Angehörige, die zu jeder Zeit und Stunde auch andere Tätigkeiten hätten ausüben können - nicht nur in der Produktion, wie 1989 gefordert !!!

Vierkrug


passport, Feliks D., furry, Pitti53 und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 17.06.2013 16:37 | nach oben springen

#119

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 15:57
von Gelöschtes Mitglied
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@thomas 48 , noch ergänzend. Ich hatte genau wie meine Fachkollegen - der eine war zuvor der Hauptingenieur des Kombinates, ein anderer zuvor der Hauptdispatcher des Kombinates und ein weiterer ein ehemaliger Stabsdirektor des Kombinates - oftmals einen Arbeitstag von 12 - 16 Stunden. Die Samstage und Sonntage nicht eingerechnet. Ich habe ebenso an der Ausarbeitung von Grundsatzentscheidungen, Strategiepapieren, Beschlußvorlagen, betriebswirtschaftlichen Analysen etc. mitgewirkt wie meine vorbenannten Mitstreiter. Hatte keine vielleicht vermutete Sonderstellung. Familienleben war oftmals hinten an gestellt. Ich hatte ein Privileg und das hieß Arbeit. Der Verdienst angepasst an den Stellenplan, mit einer Einschränkung, das Gehalt war pfg = personen- und funktionsgebunden.

Vierkrug


Feliks D. und Pitti53 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#120

RE: Dienstausweise des MfS

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.06.2013 16:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #118
Ein OibE und ein Im sind zwei verschiedene Schuhe.
OibE = Offizier im besonderem Einsatz und in der Bezeichnung liegt auch schon die Besonderheit
IM = Informeller Mitarbeiter - wurde bereits im Forum sehr ausgiebig beschrieben.
Ich war nicht OibE beim Generaldirektor bzw. der Kombinatsleitung - ich war OibE im betreffendem Kombinat an einer bestimmten Stelle, die zufälligerweise in der Abt. Grundsätze beim GD lag und die die Bezeichnung Hauptspezialist trug.

Meine Tätigkeit hatte rein garnichts mit einer "Bespitzelung" oder der "Beobachtung" des Generaldirektors bzw. Mitgliedern der Kombinatsleitung zu schaffen. Es ging dabei um ganz andere Dinge - um den Schutz und die Sicherung volkswirtschaftlicher Prozesse. Ein Kombinat der DDR in dieser Größenordnung, welches maßgeblich nicht nur für die energetische Basis der DDR zuständig war, erforderte auch besondere Maßnahmen des Schutzes. Somit ist auch klar, für welche Hauptabteilung ich tätig war, deren Tätigkeitsbereich immer noch sinnentstellt wieder gegeben wird. Auch der BStU ist es bisher nach eigenen Angaben lediglich gelungen einen Bearbeitungsstand der HA von 51 % zu erreichen (magere Ausbeute für die vielen Jahre).

Nochmals die Aufgaben der HA, aus der sich auch die Aufgaben des OibE-Einsatzes ableiteten:

- Sicherung der zentralen volkswirtschaftlichen Bereiche, Objekte und Einrichtungen entsprechend der Struktur der Industriezweige der DDR einschließlich der Leitungs- und Planungsorgane des Staatsapparates - insbesondere der Industrie-, Landwirtschafts-, Finanz- und Handelsministerien - sowie der Einrichtungen der naturwissenschaftlichen Forschung und technischen Entwicklung (einschließlich Akademie der Wissenschaften der DDR, Bauakademie der DDR, Kammer der Technik u. ä.)
- Wirtschaftsspionageabwehr, Gewährleistung eines umfassenden Geheimnisschutzes sowie Schutz spionagegefährdeter Personen und Sachen,
- Aufklärung und Bestätigung von Nomenklaturkadern, Auslands- und Reisekadern, Führung von Personendossiers,
- Sicherung der Außenwirtschaftsbeziehungen, insbesondere mit dem nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) sowie Maßnahmen zum Unterlaufen von Embargobestimmungen,
- Verhinderung bzw. Aufklärung von Bränden, Havarien und Störungen zur Aufdeckung etwaiger Feindeinwirkung,
- Aufdecken von Fällen schwerer Wirtschaftskriminalität,
- Informationstätigkeit zu volkswirtschaftlichen Prozessen.

Diese Schwerpunktaufgaben waren wieder untersetzt in bestimmte Maßnahmen, wie den Schutz und die Sicherung
- bestimmter Themen und Aufgaben des Staatsplanes Wissenschaft und Technik,
- neuer Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung und deren groß- bzw- verfahrenstechnische Einführung, darin den Patentschutz eingeschlossen,
- von Großversuchsanlagen,
- von Personen, die als Auslandsreisekader tätig und zugleich Geheimnisträger waren,
- von Sondervorhaben, wie die Wiedererschließung des Steinkohlenbergbaues in Mocambique und den Erdgasleitungsbau in der SU.
Die Mitwirkung in Havarie-, Brand und Störkommisisonen zur Ursachenermittlung und Untersuchung eventuell möglicher gegenerischer Einwirkung, wie auch technisch - technologischer Ursachen.

Es gäbe noch weitaus mehr zu sagen.

@thomas 48 - Tätigkeiten des MfS sind nicht gleichzusetzen mit "Spitzeltätigkeit". Auch das MfS hatte fach- und sachkompetente Angehörige, die zu jeder Zeit und Stunde auch andere Tätigkeiten hätten ausüben können - nicht nur in der Produktion, wie 1989 gefordert !!!

Vierkrug







also kann ich es vereinfacht so sehen, das du direkt an der Quelle in einem besonders wichtigen VEB zur Verhinderung von Sabotage, Terrorakten, Spionage und Verrat zuständig eingesetzt warst ? Mit anderen Worten du hattest möglichst frühzeitig die feindlich, negativen Elemente ( schreckliche Worte, habe mich 3 x verschrieben)zu entdecken und unschädlich zu machen-




.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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