#41

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 14.06.2013 23:45
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Das passt hier in den Fred denn der Tag ist gleich herum, der Rainer hat Urlaub und Barbara wird nichts dagegen haben...nehme ich mal an.Hat sie (die Geschichte) doch indirekt was mit dem Thema zu tun.

Eine Geschichte von Hans Bender/ Westdeutschland 1964 aus der Reihe Erzählungen / Verlag Volk und Welt ° Berlin. Sie ist zwar für uns Männer aber ich widme sie den Frauen,die von ihren Männern noch nie betrogen wurden.Oder doch? Ach, es ist auch egal, sie ist so wunderschön.


In der Gondel

Der Gondoliere schwieg und ruderte, bis wir mitten im Canal Grande waren, unter vielen anderen Gondeln, schaukelnd in den Wellen des Vaporettos, das zur Ca d``oro hinüberpflügte. Vor dem Rialto erklärte er die Brücke: sie sei an Stelle einer früheren Holzbrücke von Antonio da Ponte erbaut, bestehe aus einem einzigen Bogen, und jeder Pfeiler ruhe auf sechstausend Pfählen. Als ich Marlene übersetzte, wusste er, dass sie kein Italienisch verstand. „ Ich habe Sie gleich wieder erkannt, als sie uns ansprachen“, sagte ich.
„ Ich auch. Fünf Jahre sind es her _ und dieses ist der Palazzo Bembo, ein gotischer Bau des 15. Jahrhunderts von großem ornamentalischem Reichtum!“
Marlen konnte sich an den Spitzbögen nicht satt sehen. „ Es war der schönste Sommer Venedigs. Hat es einen Tag geregnet damals?“
„ Nein, nie hat es geregnet damals.“
„Dieser Sommer ist kalt. Immerfort Regen, der die Fremden vertreibt,“
„ Was sagte er jetzt“ fragte Marion.
„ Er spricht vom Wetter. Er ist unzufrieden mit dem Wetter.“
„ Sind sie verheiratet?“ fragte er.
„Ja.“
„ Und zur Hochzeitsreise in Venedig?“
„ Nein, es ist nicht die Hochzeitsreise. Die war vor drei Jahren schon.“
„ Was sagt er jetzt?“ fragte Marlen.
„ Der Gondoliere meint, wir wären Hochzeitsreisende.“
„ Er ist kein Psychologe“, sagte Marlen. „ Er soll lieber erklären. Ich hätte den Baedeker einstecken sollen.“
„ Wozu?“
„ Ich will wissen, wie die Paläste heißen.“
„ Du wirst sie doch gleich wieder vergessen.“
Er zeigte und erklärte: „ Palazzo Dandolo, Palazzo Loredan, Palazzo Farsetti, Palazzo Grimani…” Ich glaube, er vergaß nicht einen. “ Sie heißen Enrico?”
“ Da fiel mir auch sein Name wieder ein, gerade im richtigen Moment. „ Und Sie heißen Francesco!“
„ Mamma mia! Sie wissen es noch!“
„ Ein schöner Sommer damals…“
„ Palazzo Papadopoli, Palazzo della Madonetta, Palazzo Bernado, Palazzo Corner- Spinelli!“
“ Die Namen brauchst du mir nicht zu übersetzen, die verstehe ich von allein; aber was sagt er dazwischen?”
„ Er erzählt von anderen, die er früher gerudert hat.“
„ Interessiert dich das?“
„ Ich kann ihm nicht verbieten zu erzählen.“
„ Hat er nicht gesagt, er wird singen?“
„ Meine Frau wünscht, dass Sie singen, Francesco!“
„ Eine strenge Frau“, sagte er. „ Ihre Freundin lachte immerfort. Nie hatte ich ein Mädchen in der Gondel das so viel lachte! Sie konnte über alles lachen, und die Palazzi haben sie einen Dreck interessiert.“ Er sang „ O sole mio“. Die Gondolieri in den Venedig- Filmen haben strahlendere Tenöre, sie singen in ein Mikrofon, und die Ateliers haben eine bessere Akustik als der Canal Grande. „ Hoffentlich hört er bald auf“, sagte Marlen.
„ Du hast es dir doch gewünscht.“
„ Ein Caruso ist er nicht.“ Francesco hatte verstanden. Er sagte: „ Ihrer Freundin damals hat meine Stimme gefallen, weil sie glücklich war, weil ihr die Welt überhaupt gefallen hat. Und dir, Enrico, hat sie auch gefallen.“
„ Mir gefällt deine Stimme auch heute.“
„ Weißt du noch, wie eifersüchtig du warst?“
„ Ich, eifersüchtig?“
„ Nun, sie sprach besser Italienisch als du. Sie sagte so witzige Dinge, die du gar nicht alle verstehen konntest. Ihre Mutter war Italienerin.“
„ Aus Messina war ihre Mutter. Ihr Vater Franzose.“
„ Du wolltest ins Wasser springen“, sagte Francesco. Ich erinnere mich. Ich spielte den Eifersüchtigen, weil sie allzu verliebt zu Francesco hinaufblickte, sich allzu gern mit ihm unterhielt. Sie schürte das Feuer. So war sie. Ich sagte, ich ersäufe mich, wenn du nicht augenblicklich geradeaus siehst und mich umarmst, wie man sich in Gondeln zu umarmen hat. – Ich sprang auf den Sitz, und sie umarmte mich….-„ Was macht er jetzt?“ fragte Marlen.
Ich drehte mich um und sah, wie Francesco das Ruder ins Wasser stellte, zu beweisen, dass die Lagune nicht tiefer als fünfzig Zentimeter war.
Nichts hatte Francesco vergessen! Alles holte er aus der Erinnerung!
„ Er will uns zeigen, wie seicht die Lagune ist.“
„ Warum zeigt er das?“
„ Wir sollen sehen, in der Lagune kann sich nicht einmal ein Nichtschwimmer ertränken.“
„ Willst du dich ertränken?“
„ Nein“, sagte ich. „ Mir ist es zu kalt dazu.“
„ Vor fünf Jahren wollte sich einmal einer ertränken,“ sagte Francesco und lachte.
„ Gehört das auch zur Gondelfahrt?“ fragte Marlen.
„ Francesco ist besonders aufmerksam.“
„ Und wird alle Aufmerksamkeit auf die Rechnung setzen!“
„ Warum bist du so böse auf ihn?“
„ Er spricht mir zuviel.“ Damals hatte Francesco die dreitausend Lire, die wir vor der Fahrt vereinbart hatten, abgelehnt.
Ein Märchen aus Venedig könnte so anfangen: Es war einmal ein Gondoliere, der ruderte ein Liebespaar durch den Canal Grande und die Mäanderwindungen der vielen kleinen Kanäle. Er hatte seine Gondel mit Lampions behängt, er sang „ O sole mio“, er ruderte zwei Stunden und wies die dreitausend Lire, die ihm der junge Mann zahlen wollte zurück, weil dessen Freundin so hübsch war und wie ein Glockenspiel lachen konnte. Ja, zuletzt ruderte er die beiden zu einer Taverne, in die sonst keine Touristen hinkamen, lud sie ein, die halbe Nacht Chianti mit ihm zu trinken, zu lachen, zu tanzen….
„ Warum bist du so schweigsam auf einmal?“ fragte Marlen.
„ Ich“
„ Auch dein Gondoliere scheint zu schlafen.“
„ Meine Frau wünscht, dass du ihr sagst, wie die Palazzi rechts und links heißen.“
Francesco erklärte mit gewohntem Pathos: „ Links sehen Sie den Campo und die Chiesa San Samuele mit dem typisch venezianisch- byzantinischen Glockenturm aus dem 12. Jahrhundert; der Palazzo Gassi folgt, ein besonders schöner Bau, im Inneren mit berühmten Deckengemälden Alessandro Longhis geschmückt…“
Während ich übersetzte, sagte Francesco: „Warum bist du nicht mit ihr gekommen, einen Ring am Finger?“
Diesmal war ich dankbar für Marlens Einwurf. „ Meine Frau will wissen, wie der Palazzo dort heißt.“
„ Es ist der Palazzo Rezzonocco, ein Werk Longhenas.“
Wir waren nun fast am Ende des Kanals. Es war dunkel geworden, dunkler durch Regenwolken, die vom Westen heraufzogen. Die Kuppel von Santa Maria della Salute strahlten Scheinwerfer an.
„ Steigen wir am Markusplatz aus?“ fragte Marlen.
„ Wenn du willst…“
„ Ich friere, und es sieht so aus, als regne es gleich.“
„ Hier hielten wir damals lange, weist du noch, Enrico?“
„ Ich weiß…“
„ Alle Liebespaare halten hier, die Kuppel von Santa Maria della Salute zu betrachten. Auch Noelly wollte, dass….“ Francesco biss sich auf die Zunge, weil ihm der Name, den wir bisher vermieden hatten, entfallen war.
„ Noelly…“
„ Wer ist Noelly?“ fragte Marlen.
„ Noelly? Es ist der Name eines Mädchens…“
„ Welchen Mädchens?“
„ Seiner Frau vielleicht“ sagte ich schlagfertig. „ Noelly e mia moglie“, sagte Francesco.
“ Nein, das ist nicht wahr!”
„ Es ist wahr.- Sie ist ein Jahr später wiedergekommen, Allein“
„ Was sagt der grässliche Mensch?“
„ Von seiner Frau erzählt er.“
„ Immer erzählt er Dinge, die uns nichts angehen. – Sind wir nicht bald da?“
„ Gleich, Marlen.“

Lebensläufer


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#42

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 00:30
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Gelöscht, Doppelpost.




??


xxx
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#43

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 00:38
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #42
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #40
Gelöscht, Doppelpost.




??


Kann vorkommen das bei falschem Klicken der Beitrag identisch unter dem Originalbeitrag noch einmal auftaucht und ganz kann man ja einen Beitrag nicht herauslöschen.
Daher das gelöscht wegen Doppelpost.


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.06.2013 00:39 | nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#44

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 12:50
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Bugsy im Beitrag #15
Ich denke es wäre hilfreich, wenn wir erstmal definieren was “Macht“ eigentlich ist.

Für mich ist Macht, die Fähigkeit, über andere zu bestimmen und anderen die eigenen Wünsche aufzuzwingen. Wir sollten nicht vergessen, dass in der Natur kein Mensch einem anderen Befehle erteilen kann und erwarten, dass sie ausgeführt werden.

Es gibt folglich zwei Möglichkeiten, andere Menschen zu Handlungen zu bewegen. Eine Möglichkeit ist die Einsicht, das heißt also, dass die oder derjenige überzeugt wird, dass die Handlung was bringt. Die andere Möglichkeit ist mit Zwang, wobei die Androhung von Repressalien damit beinhaltet ist.

Aber wozu “Macht" überhaupt ausüben? Um die eigene Überlegenheit zu dokumentieren. Und das ist es, was das Leben so schwierig macht und die weitere Entwicklung der Menschheit entscheidend verhindert. Der Drang nach Überlegenheit bestimmt unser Leben. Es ist der Motor für praktisch alles, was wir machen. Jeder will “besser“ sein als der andere. Das ständige Konkurrieren ist überall und zu jeder Zeit vernehmbar. Es wird vielfach umschrieben mit “Respekt“, “Status“ und was weiß ich noch alles. Wo ein Miteinander herrschen sollte, gibt es nur ein Gegeneinander.

MsG



Nein, die Menschheit hat sich immer fort entwickelt und wird es auch weiterhin tun. Auch im Positiven.

Das Problem ist, dass das "Positive" keine Auflagenstärke und Einschaltquoten hat.

These:

Wir "wollen" immer das Negative sehen und hören.


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#45

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 12:58
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Jobnomade im Beitrag #25
Hallo miteinander.....

danke das Thema, liebe Barbara - und den ausführlichen Eröffnungsbeitrag.
Ich werf dann auch mal einen Gedankenansatz in die Diskussion:

https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche...rfnishierarchie
Der Wunsch nach Macht setzt beim Menschen - nach diesem Modell - erst bei den oberen Stufen ein. Dort, wo er eigentlich genügend Verstand besitzen sollte, seine Motive, sein Handeln zu reflektieren.
Und dort liegt es beim Mächtigen selbst, ob er die Weisheit aufbringt, sich selbst zu durchschauen und solch verhängnisvollen Triebkräfte wie Geiz, Gier und Hass erkennt und sich davon frei machen kann.

Gruss Hartmut




Lieber Hartmut,

sehr interessante Pyramide, danke dafür!

fett: Und es ist zum verzweifeln, dass er das - zumindest oft - nicht tut....


Egal wie intelligent, egal wie gebildet, die Möglichkeit sich "destruktiv" zu entscheiden übt scheinbar eine große Faszination aus ....


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#46

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:01
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #26
Vollkommen frei bist du leider halt erst wenn du tot bist.




Im vergangenen Jahr verstarb ein mir nahe stehender Mensch.

In dieser schweren Situation sagte jemand zu mir:

Der Augenblick des Sterbens ist der letzte freiheitliche Willensakt eines Menschen.


Es steckte etwas sehr Tröstliches in diesen Worten....


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#47

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:05
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von icke46 im Beitrag #27
Ich persönlich tendiere zu der Definition von Freiheit, wie sie in dem Song "Me and Bobby McGee" von Janis Joplin gesungen wird:

"Freedom is just another word
for nothing left to lose"

Für die nicht Englisch-Kundigen: Freiheit ist nur ein anderes Wort für nichts mehr zu verlieren haben.

Da ist, wie ich finde, etwas dran; wenn man in der Situation ist, dass man nichts mehr zu verlieren hat, kann man tun und lassen, was man will - und hat die absolute Freiheit.

Gruss

icke





Das teile ich Icke, ich mag dieses Lied sehr gerne.

Und dann ist es eine Interpretationssache, was das ist, was man "nicht mehr zu verlieren hat" , für jeden persönlich....


Was hindert mich frei zu sein?
Was sind die zu enttarnenden (vermeintlichen) Verluste?


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#48

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:11
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #28
Wie oft haben wir versucht eine "Einigung" über die begriffe "Freiheit" und "Demokratie" zu finden. Jetzt das Thema Macht, ich denke das wird genauso enden....
Wie Grenzwolf erwähnte, es wird nie ganz ohne "Macht" gehen. Nun kommt dann wieder die Frage wer und wozu wird die "Restmacht" genutzt?

"Qui bono"

In jedem System wird es ein Regelwerk geben und um die Regeln "bindend" zu machen wird immer in einer Form Macht ausgeübt. Im Wolfsrudel wird der Leitwolf durch "Machtkämpfe" ermittelt, wir haben Instinkt durch Begriffe wie Moral ersetzt, heute wird der Leitwolf (nicht zu verwechseln mit aussterbenden Gattung der Grenzwölfe ) "demokratisch" gewählt, nur damals diente der Leitwolf dem Überleben des Rudels, heute dient der Leitwolf dem Wohlergehen einer Clique.

Macht ist immer im Spiel.....





.... es liegt an uns, wo das endet!

Es geht nicht um "Regelwerk". Diese sind sinnvoll im zwischenmenschlichen Zusammenleben



Wenn wir immer nur auf der Ebene "System" diskutieren, kommen wir nicht weiter.

Wir selbst sind die, die Macht ausüben, die das Klima des Zwischenmenschlichen bestimmen. In seiner Summe ergibt das das gesellschaftiche Klima.


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#49

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:15
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von utkieker im Beitrag #29
"Keine Macht für Niemand" http://www.youtube.com/watch?v=dgSb67XXn0Q eine schöne Utopie, wenn sie nicht ein Vakuum nach sich ziehen würde quasi eine OHNMACHT. Viel wichtiger erscheint es mir, wie gehe ich mit Macht um. Ist Machtausübung identisch mit Unterdrückung? Wo sind Hierarchien notwendig und wo kann ich getrost darauf verzichten? Wie binde ich möglichst viele Teile der Bevölkerung in der Machtausübung ein?
Mögen viele sagen ich sei ein Spinner aber für Utopien bin ich auch weiterhin zu haben. Und dann lasst uns das mal durchdiskutieren.

Gruß Hartmut!




Du bist alles andere als ein Spinner Hartmut!

Ohne Utopien sind wir tot !

Wie können wir die Utopie in unserem Alltag leben?

Wieviel Angst müssen wir überwinden, bevor wir unseren wirklichen Bedürfnissen gerecht werden?
Im realen Leben?


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#50

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:19
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #31
Ich denke Barbara geht es um Macht, Gewalt und Freiheit in der zwischenmenschliche Beziehung.

Hier ein interessantes Buch von Michaela Glöckler zum Thema.

http://www.verlag-mayer.de/03Autoren/Glo...cht/MachtXL.htm

Schon alleine das Inhaltsverzeichnis ist lesenswert und bietet Denkanstöße.

Auch die Anthroposophen beschäftigen sich mit dem Thema:

http://www.anthroposophie-lebensnah.de/l...machtausuebung/

LG von der grenzgaengerin






Sehr richtig liebe Grenzgängerin!

Ich glaube an persönliche Verantwortung in dem Bereich, in dem ich handeln kann.

Wenn ich es mir hier schon "leicht" mache, brauche ich doch an "Gesellschaft" keine Ansprüche zu stellen..... Das wäre doch verlogen.....


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#51

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:24
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Bugsy im Beitrag #32
Der Mensch ist genetisch dazu bestimmt, für das Überleben der Spezies zu sorgen. Diese genetische Bestimmung wird durch einige Mechanismen gesteuert, die dieses Ziel unterstützen. Dazu gehören bei den Tieren die Rangkämpfe in der Paarungszeit. Für den Rest des Jahres leben die Tiere so einigermaßen friedlich nebeneinander, aber wenn die Paarungszeit losgeht, wird es mitunter echt chaotisch. Dann kämpft jeder erbarmungslos gegen jeden, um die optimale Partnerin für sich zu gewinnen. Wir Menschen sind auch Tiere dieser Erde und sind denselben genetischen Zwängen ausgesetzt, wie alle anderen Spezies auch, aber mit einem entscheidenden Unterschied. Menschen können sich zu jeder Zeit fortpflanzen, sie haben keine bestimmte Paarungszeit. Das heißt also, dass das gewalttätige Verhalten und den Drang, sich mit jedem vermeintlichen Rivalen anzulegen, was ja typisch für die Paarungszeit ist, ist bei den Menschen ständig vorhanden. Das friedliche Miteinander in unseren Gesellschaften ist in Wirklichkeit eine Art Waffenstillstand. Die Probleme, die dadurch aufgeworfen werden, kann sich jeder leicht ausmalen.

Auf der anderen Seite sind wir Menschen aber auch auf die Gemeinschaft angewiesen. Nicht nur, weil das Leben in der Gemeinschaft leichter und sicherer ist, sondern auch, weil es ziemlich sinnlos ist, sich so attraktiv wie möglich zu machen, wenn man ganz alleine durch die Steppen streift. Auch die Verhaltensweisen, die eine Überlegenheit den Rivalen gegenüber signalisieren sollten, laufen weitgehend ins Leere, wenn nur die Bäume zuschauen. Daher haben wir komplizierte Mechanismen erfunden, die es uns ermöglichen das Eine mit dem Anderen zu verbinden. Da gibt es zu Beispiel Schaukämpfe im Dorf und verschiedene anderen Veranstaltungen.

Dieses ständige Bestreben nach Überlegenheit ist das, was wir “Macht“ nennen. Verbunden damit ist auch der Drang nach Aufmerksamkeit, denn nur wenn man gemerkt wird, hat man die Möglichkeit, das Interesse des anderen Geschlechts zu wecken und als “Leittier“ anerkannt zu werden. Und das, knapp ausgedrückt, ist der ganze Zweck unseres Daseins.

Im Gegensatz zu früher, wenn die dicksten Fäuste den Platz als “Nummer Eins“ sichern konnten, haben wir solch primitives Vorgehen mit Besitz (besonders von Geld aber auch von Ämtern) ersetzt. Wer Geld hat ist “wer“, ist “oben“, hat Status und Anerkennung, ist ein “Leittier“. Und wer ein “Leittier“ ist, fühlt sich den anderen überlegen. Solche “Leittiere“ haben aber das Gefühl, dass sie ihre Überlegenheit ständig demonstrieren müssen, um sich die “Rivalen“ vom Leibe zu halten, die ja auch nach Macht streben. Über kurz oder lang neigen diese “Leittiere“, sich als allwissend zu empfinden, weil die Annahme von Ratschlägen “von unten“ ihre Überlegenheit in Frage stellen würde. Honecker, Kohl, Blair, Bush, der abgebrochene Franzose Sarkozy, Mutti Merkel, sind alle Beispiele dafür, wie diese Haltung zu einem Missbrauch der Macht führen kann. Das ist es, was gemeint ist, wenn man sagt, dass Macht korrumpiert. Es geht dann nicht mehr um die Erfüllung von Aufgaben, sondern hauptsächlich darum, nicht das Gesicht zu verlieren und die eigene vermeintliche Überlegenheit ständig zur Schau zu stellen, damit jeder sehen kann, wie “machtvoll“ die/der Mensch(in) ist.

MsG




Bugsy, wir sind schon seit langem in der Lage weit über unser "Stammhirnerbe" hinaus zu agieren.

Drang nach Aufmerksamkeit - warum auf diese Weise?

Warum nicht durch Freundlichkeit? Durch Aufmerksamkeit? Durch gute Vorschläge?

Durch Güte? Durch Verständnis?

Worin bestehen die Defizite, die uns so merkwürdig handeln lassen?


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#52

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:37
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Feliks D. im Beitrag #33
Zitat von Barbara im Beitrag #21
Ich bitte darum!



Hmm, dann ganz kurz und verständlich...

Nicht alles machen zu dürfen was ich will, sondern nicht machen zu müssen was ich nicht will. Diese kurze Formel dann noch ergänzt um die Einsicht in gewisse, vielleicht auch nur temporäre, Notwendigkeiten und ich habe meine persönliche Freiheit.

Ich kann mich mit Glück noch von einigen Notwendigkeiten befreien, z.B. durch Geld von der zu arbeiten, aber niemals eine vollkommene individuelle Freiheit erlangen. Die gibt es nicht [für alle], es bleibt also nur die [begrenzte] Freiheit mit der Einsicht in die Notwendigkeit.








Freiheit besteht auch darin, "sich entziehen zu können"...



Ich würde gerne aufgrund von Feliks Beitrag eine Unterscheidung treffen:


"Freiheit" in einem gewissermaßen "banalen" Sinn:
nicht mehr arbeiten müssen, über seine Zeit frei verfügen können, seinen Standort selbst bestimmen können etc.


"Freiheit" in einem gewissermaßen "existenziellen" Sinn

der Mensch will arbeiten, er braucht es sogar - Arbeit ist ein individuelles Bedürfnis!

der Mensch will seine Zeit einteilen, ihr Sinn und Tiefe verleihen - Lebenssinn!

der Mensch will sich entgrenzen, er muss seine "Sinne" immer wieder füttern können, seinen Standort definieren können...


Ein Mensch der sich wirklich selbst "frei gefunden" hat ist frei und folgt automatisch dem "Kant'schen Notwendigkeitsansatz"......






-----------------------

These:

Freiheit ist: dem Anderen die Wahl lassen....


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#53

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:40
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #34
Ist schon nachdenkenswert das mit der Freiheit.
Im Gegensatz zu einer vergangenen erlebten Zeit, kann ich mich heute freier informieren, politisch betätigen, reden, unternehmerisch tätig sein, reisen.
Natürlich darf ich im Jetzt nicht betrunken Auto fahren, stehlen, betrügen (außer das andere Geschlecht wenn ich es denn wollte ), anderen körperlichen und materiellen Schaden zufügen.
Der Wanderer würde nun sicher einwerfen das letzteres die vollkommene Unfreiheit darstellt, aber in Abwägung des letzteren ist mir ersteres wichtiger um Freiheit, trotz Unterordnung unter gesellschaftliche und vom Gesetz gegebene Normen, einfach zu fühlen.



Der "Freiheitsbegriff" von Wanderer erschließt sich mir nicht....
Vielleicht kann er nochmal etwas mehr dazu sagen.


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#54

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:43
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #36
Siehe Grenzgaengerin mit :

"Ich denke Barbara geht es um Macht, Gewalt und Freiheit in der zwischenmenschliche Beziehung."

Wir werden das mal fortsetzen mit der Freiheit, übertragen das mal auf Mann und Frau.

Frauen. Meine damals junge Frau meinte mal, sie arbeite lieber mit Männern zusammen. Weil Männer wohl unkomplizierter wären. Also wenn ich mich einmal selber so betrachte könnte das schon hinkommen, ich bin unkompliziert. Ja wirklich. Ich sage, was ich denke, da kann das noch so ein Freund sein, das muss raus. Und bumms, das klappt sogar...zumindest bei uns Männern.

Meine Schwägerin zum Beispiel, da klappt das nie. Wir reden irgendwie immer aneinander vorbei. Sie ist Single, mit den Männern momentan ...na ja, ich weiß nicht, Sie weiß nicht, wir wissen es nicht, ihr Ex aber weiß es, er ist so frei, er möchte wieder nur ne, das will Sie nicht gottbehüte der alte Schwerenöter, das wäre ja noch schöner.

Sowas wäre dann wohl ein wenig Gewalt, der will Sie mit männlicher Macht wiederhaben jawohl(das neme ich mal, war ja mal mein Schwager) und er baggert so bissel, das macht der ganz raffiniert, er lässt den gemeinsamen Sohn immer Mal seinen tollen Schlitten fahren(wenn er selber mit 3,0Promille aus dem Verein nach Mitternacht....nicht mehr....)und das klappt schonmal, denn welcher Junge fährt nicht gern so nen 250PS-Boliden?

So, und da treffen jetzt Freiheit (ihre momentane Single....), seine männliche Machomacht und so ne Art zärtliche Gewalt aufeinander. Nur, wie wird das enden? Schön was, die Männer und die Frauen, wenn Die nicht gäbe wärs doch langweilig. Meine Frau liegt auch schon im Bett, ich Glückspilz. Und Sie hat nichts dagegen, das ich hier texte...gab sozusagen ihre Macht über mich...ja richtig, in meine Hände. Und die hämmern jetzt auf der Tastatur herum.
Gewalt....ne ne gewaltig was?

Lebensläufer, also wenn ich was liebe sind es die Frauen, dann kommt der Humor...na ja, wenn ich jetzt noch anfange hier ne Liste aufzustellen, ne, besser nicht.




Dann wird doch alles gut :-)


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#55

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 13:47
von Barbara (gelöscht)
avatar

[quote=Lebensläufer|p263481] Das passt hier in den Fred denn der Tag ist gleich herum, der Rainer hat Urlaub und Barbara wird nichts dagegen haben...nehme ich mal an.Hat sie (die Geschichte) doch indirekt was mit dem Thema zu tun



Lieber Lebensläuder,

die Barbara ist überhaupt kein strenger Mensch und Geschichten hat sie sowie so gerne.


Der Mann in deiner Geschichte lebt offensichtlich mit einer Lebenslüge - sicher die größte "Gewalt", die man sich selbst antun kann.....

Also thematisch absolut passend, deine Geschichte.....


Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#56

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 15:47
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #26
Vollkommen frei bist du leider halt erst wenn du tot bist.
Oder bevor Du geboren wurdest. Allein als das Spermium den Speedrun gewann, welches dann genau Deine genetische (Re-)Kombination erzeugte, war's vorbei mit der Freiheit. Mit der Geburt dann auch war die Sicherheit (im Sinne von Geborgenheit) dahin. Und so bleiben ein Leben lang Freiheit und Sicherheit Illusionen, mit denen sich aber zugegebnermaßen recht gutes Geld verdienen läßt. Zum Thema Macht und Gewalt fällt mir (auch noch ?) ein ... Mächtig gewaltig

zu #33 bin ich dann mal so frei und nutze die Macht einer Findmaschine, um mal auf Eine Botschaft an die Menschheit hinzuweisen.

Und achso, um mal mit den Begrifflichkeiten ä bissel weiterzukommen ... mal 'ne Frage:
Schließen sich Unabhängigkeit und Willen nicht gegenseitig aus?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#57

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 17:10
von Fritze (gelöscht)
avatar

So so , die Macht einer Findmaschine ! Heisst das nicht Suchmaschine ? Die Freiheit Suchmaschinen zu benutzen kann schon gewaltig zum Verzicht führen ,weil meistens die Funde von einer Macht gesteuert sind !


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#58

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 17:29
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat
So so , die Macht einer Findmaschine ! Heisst das nicht Suchmaschine ?

Suchst Du noch oder findest Du schon *fragend_grins*

Zitat
Die Freiheit Suchmaschinen zu benutzen kann schon gewaltig zum Verzicht führen ,weil meistens die Funde von einer Macht gesteuert sind !

Meinste das jetzt ernst? Ach Du liebe Schei... *etwas_erschröcklich_staun*
Oder ach nee, jetzt hab ich's (mal) nicht gerafft ... Na klar werden die Suchergebnisse von einer Macht gesteuert, und zwar von Jedem selbst!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#59

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 15.06.2013 17:34
von Fritze (gelöscht)
avatar

Ich habe schon gefunden ,grosser Meister der Verwirrung !

Aber man kann ja über alles reden oder schreiben !


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.

#60

RE: Machtverzicht - Gewaltverzicht ->>>> Freiheit

in Themen vom Tage 16.06.2013 11:11
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Wir bleiben einmal bei Mann und Frau...sagen wir ner schon etwas längeren festen Verbindung. Verzichten also Beide mit Macht darüber(denn das ist ja ein innerer Kampf, bei Manchem zumindest) dem Anderen eine überzuhelfen, dann klappt das auch mit der jeweiligen Freiheit(hier genannt "Freiraum") Gewalt (in Form von derben Worten)kommt nur ins Spiel, wenn Entscheidungen getroffen werden müssen so im Baumarkt sagen wir bei der Auswahl einer Tapete.

Sie:" Sag Hartmut diese Tapete hat doch was, diese Linien, diese Farbe, das leuchtet, die würde ich nehmen".

Er: "Wie sieht denn die Tapete aus Inge, hast du Tomaten auf den Augen, sowas von beschissen....und jetzt äfft Er sie nach"diese Linien, diese Farbe......"

Inge, leicht verärgert:"Du tust mir Unrecht Hartmut denn wer traf bei uns Beiden bisher immer die Entscheidungen? Das war doch ich, immer deine Frau Hartmut?"

Hartmut, schon wutschnaubend:" Das ist es ja gerade Inge, immer du, nie ich, ich werde noch verrückt, ich bin hier immer nur mit verdammt nochmal, ich will auch endlich mal was zu sagen haben."

"Aber Hartmut mein Liebster, ich ziehe heute Abend auch (nach sehr langer Zeit...nur das sagt Inge nicht dazu) das knappe Schwarze an, das mit den kleinen Schlitzen, das was du immer so gerne hast."

"Na gut Inge, nimm die Scheisstapete, ich geh schonmal eine rauchen"

Lebensläufer

Einen guten Sonntag allen ins Forum


nach oben springen
lockDas Thema wurde geschlossen.



Besucher
28 Mitglieder und 66 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: rtde
Besucherzähler
Heute waren 2868 Gäste und 172 Mitglieder, gestern 3912 Gäste und 213 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14352 Themen und 556880 Beiträge.

Heute waren 172 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen