#161

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 07:57
von ABV | 4.202 Beiträge

Hallo Freunde!
Meines Wissens nach stammt der Slogan " die Polizei dein Freund und Helfer", aus der NS-Zeit! In der DDR wurde lediglich aus Polizei, Volkspolizei.
Eine Polizei, egal ob Volkspolizei oder die heutigen Polizei, kann immer nur " Freund und Helfer" sein. Wenn sich zum Beispiel Polizisten mit dem Geschwindigkeitsmeßgerät postieren, um Raser zu erwischen, geschieht das zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Die anderen Aspekte (Befüllung des Staatssäckels), bitte ich mal eben außen vor zu lassen. Jedenfalls dient diese Maßnahme in erster Linie, um die Bürger vor rücksichtslosen Verkehrsrowdys zu schützen. Um diesen Schutzauftrag zu erfüllen, ist die Polizei leider gezwungen, anderen Bürgern, sprich denen mit dem " Bleifuß", weh zu tun. Manchmal sogar ganz erheblich. Wenn zum Beispiel der Führerschein futsch ist. Was dem Betreffenden unter Umständen den Job kosten kann. Das selbe gilt für Trunkenheitsfahrer. Oder eigentlich für alle, die aus irgendwelchen Gründen mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Da kann die Polizei nun wirklich nicht nur " freundschaftlich und hilfreich" agieren. Aber selbstverständlich korrekt!
Zu den oben angeführen Beispielen von polizeilichem Fehlverhalten:
Es gibt für alles Beispiele und Gegenbeispiele. Wer einer Institution gegenüber eher ablehnend eingestellt ist, sucht sich eher negative Beispiele aus. Die er dann als repräsentativ und absolut typisch ansieht. Wer dagegen grundsätzlich positiv eingestellt ist, findet mindestens ebenso viele positive Beispiele. Polizisten sind eben auch nur Menschen! Und Menschen machen Fehler, haben mal einen schlechten Tag, oder zeigen falsche Reaktionen. Wir sind ja keine Computer, die auf " Perfekt" programmiert wurden. Das trifft wohl auf alle Berufsgruppen zu.
Zum Bild der VP in der Öffentlichkeit: Eine Polizei kann nur so gut, oder schlecht sein, wie der Staat der dem sie dient. Die Volkspolizei war nun einmal nicht nur " Freund und Helfer" der Bevölkerung, sondern auch Schutz und Sicherheitsorgan der SED! Gerade diese Eigenschaft wurde wohl von sehr vielen DDR-Bürgern am meisten wahrgenommen. Vor allem immer dann, wenn die Volkspolizei bei " politischen Straftaten" einschreiten musste. Anders als heute dargestellt, hatte sich die VP eben nicht nur um die allgemeine Kriminalität gekümmert. Während der " politische Kram" ausschließlich Sache der Staatssicherheit war. In nahezu allen Gesichtspunkten arbeiteten die "Organe", angefangen vom Zoll, über die VP, bis zum MfS, Hand in Hand. So gab es zum Beispiel Anfang 1989 die Weisung an alle Streifenpolizisten, zumindest im VPKA Seelow, auf weiße Bänder an Außenspiegeln von Fahrzeugen zu achten. Der Hintergrund war, dass Ausreiseantragsteller mit diesen Bändern öffentlich auf ihr Anliegen aufmerksam machen wollten und so etwas wie ein "Gemeinschaftsgefühl" herstellen wollten. Was tat man als Schutzpolizist, beim Antreffen eines echten, oder vermeintlichen Antragsstellers? Umdrehen und denken, dass sich da gefälligst die Stasi darum kümmern soll? Quatsch! Man handelte streng nach Weisung. Und die lautetet: die Personalien des Betreffenden zu notieren und die unmißverständliche Weisung zu erteilen, dass " Corpus delicti" zu entfernen. Solche Maßnahmen trugen nicht gerade zum Ansehen der VP bei, sind eben aber auch symptomatisch.

Gruß an alle
Uwe


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zuletzt bearbeitet 19.06.2013 08:07 | nach oben springen

#162

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:02
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Hallo Andreas. . Eigenlich kann ich nichts negatives gegen denn VP der DDR sagen. Immer sehr korrekt. Nur hatte ich immer das Gefühl des mißtrauens gegen uns Westdeutsche. Das An und Abmelden in der VP Dienstelle war auch kein Vergnügen. Während der Beamte am tippen war schaute ich mich immer gerne etwas um. Nahrtürlich hing da auch ein Bild von Erich. Und ein Bild wo Kinder einem VP Blumen überreichten. Ich fand das etwas gestellt. Aber so war es nunmal. Was mich noch intresieren würde wären deine Erfahrungen mit Westdeutschen? Wie sah es bei euch nach der Wende aus? Wann ging es los mit den Überprüfungen. Bekamt ihr dann auch Westkollegen ? Lg Glasi [/quote]

Meine persönlichen Erfahrungen mit den "Westdeutschen" waren meist positiv. Viele waren ja schon vor der Wende zur Messe in Leipzig.
Bei Verkehrsverstößen, z.B. Überfahren der roten Ampel oder Fahren entgegengesetzt der Einbahnstraße wurden mir schon mal Kugelschreiber oder DM angeboten. Einige wollten nicht auf den Vorgesetzten warten, der berechtigt war, DM in Empfang zu nehmen.
Das nahm ich natürlich nicht an, deshalb wurde mancher Kollege aus den Reihen der Polizei entlassen.

Die Polizei in Sachsen arbeitete nach der Wende eng mit der Polizei aus Baden Württemberg zusammen. Warum es damals nicht z.B. Bayern war, kann ich dir heute nicht mehr sagen.
Von dort kamen auch Berater in die Polizeireviere, die mit uns gemeinsam auf Streife gingen. Ich selbst habe gute Erfahrungen mit den Kollegen gemacht. Es gab dabei aber auch solche und solche.

Einige Wachtmeister blieben in Sachsen und wurden ohne entsprechendes Studium bis zum Hauptkommissar (Hauptmann) befördert und bekamen eine leitende Stellung. Andere gingen nach geraumer Zeit in ihre Heimat zurück. Deren Dienstgrad, den sie in Sachsen erhalten haben, wurde allerding dort nicht anerkannt.

Mit der Grenzöffnung kamen natürlich auch die Straftäter aus dem "Westen" rüber und es gab nach Einführung der DM vor allem einige Banküberfälle und Erpressungen von Firmen in Leipzig.
Aber dazu später.

VG. Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#163

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:29
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@glasi
Ich habe deine Frage nach dem Beginn der Überprüfungen vergessen.

Ich denke, es war im Jahr 1990 als jeder Kollege einen entsprechenden Fragebogen erhielt. Dort sollte man wahrheitsgemäße Angaben über seinen Werdegang machen. Es ging vor allem darum, ob man offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter des MfS gewesen ist und Berichte über andere Personen geschrieben hat.
Dann wurde bei der Gauck Behörde geprüft, ob es eine "Stasiakte" gab. Dort hat man noch unterschieden zwischen einer "Opfer- und Täterakte". Kannst dir sicherlich vorstellen, dass dies über Jahre ging. Es gab einige Kollegen, die erst Mitte der 90iger Jahre entlassen wurden, weil sie unwahre Angaben gemacht hatten. Als Grund nannte man Einstellungsbetrug.

VG. Andreas


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#164

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:46
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #163
@glasi
Ich habe deine Frage nach dem Beginn der Überprüfungen vergessen.

Ich denke, es war im Jahr 1990 als jeder Kollege einen entsprechenden Fragebogen erhielt. Dort sollte man wahrheitsgemäße Angaben über seinen Werdegang machen. Es ging vor allem darum, ob man offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter des MfS gewesen ist und Berichte über andere Personen geschrieben hat.
Dann wurde bei der Gauck Behörde geprüft, ob es eine "Stasiakte" gab. Dort hat man noch unterschieden zwischen einer "Opfer- und Täterakte". Kannst dir sicherlich vorstellen, dass dies über Jahre ging. Es gab einige Kollegen, die erst Mitte der 90iger Jahre entlassen wurden, weil sie unwahre Angaben gemacht hatten. Als Grund nannte man Einstellungsbetrug.

VG. Andreas

Danke Andreas. Ich denke mir aber wenn mann direkt die Mitarbeit beim MFS zugegeben hat wäre mann doch sofort geflogen? Oder?



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#165

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:51
von ABV | 4.202 Beiträge

Die Überprüfungen begannen in Brandenburg, Ende 1990 / Anfang 1991. Wie überall in den " Neuen Bundesländern" mussten die Polizisten, den von Andreas schon erwähnten Fragebogen ausfüllen. Spätestens im Frühjahr 1991 war die erste Überprüfung, auf Grundlage der Fragebögen, beendet. Woei es zu einigen Entlassungen kam. Im Anschluss erfolgte die Regelanfrage bei der " Gauck-Behörde". Wenn sich hinsichtlich der gestellten Frage nach " Hauptamtlicher und/ oder inoffizieller Stasi-Mitarbeit", Diskrepanzen zwischen der Antwort im Fragebogen und der Auskunft der "Gauck-Behörde" ergaben, erfolgte eine Einzelfallprüfung. Der oder die Betreffende wurde nach Potsdam ins Innenministerium bestellt, wo er / sie vor einer Personalkommission zu den Vorwürfen Stellung nehmen musste. Zu diesem Gespräch konnte man eine " Person des Vertrauens" mitnehmen. Das konnte ein Kollege, ein Vertreter der Gewerkschaft oder sogar ein Geistlicher sein. In vielen Fällen endeten die Gespräche mit der Rücknahme der Ernennung " zum Beamten auf Probe". Sprich mit der Entlassung aus dem Dienstverhältnis. Es gab aber auch Fälle, in denen die Betreffenden im Dienstverhältnis verbleiben konnten. Zum Beispiel wenn die verschwiegene Stasi-Mitarbeit nur von kurzer Dauer und geringer Intensität war. Vorraussetzung war jedoch, dass der Betreffende wenigstens vor der Kommission die Wahrheit sagte. Und nicht weiter die erwiesene Mitarbeit abstritt!
Absoluter Unsinn ist, der vor einiger Zeit erhobene Vorwurf, dass in Brandenburg nach der Wiedervereinigung überhaupt nicht, oder nur sehr lasch, auf Stasi-Mitarbeit überprüft wurde. Im Prinzip lief das ganze in Brandenburg nicht anders ab, als in anderen Bundesländern. Das in manchem Einzelfall in Brandenburg anders entschieden wurde als in anderen Ländern, spricht für den Willen nach einer fairen, differenzierten Umgang mit der jüngeren deutschen Geschichte. Für den Manfred Stolpe heute , völlig zu Unrecht, kritisiert wird.
Ach so, die ersten Auskünfte der Gauck-Behörde trafen 1992 ein. Das ganze zog sich meiner Erinnerung nach, bis 1997 hin. Was wohl daran lag, dass auch die ab 1994 neueingestellten Polizisten überprüft werden mussten.
Bei Vorlage neuer Erkenntnisse wurde der "Fall" sofort wieder aufgerollt. Wie zum Beispiel 1996 im damaligen PP Cottbus geschehen. Dort wurden glech mehrere, von der Gauck-Behörde bereits "negativ" überprüfte Polizisten entlassen. Zum Verhängnis wurde ihnen, dass ein anderer Polizist Einsicht in seine Stasi-Akte genommen hatte. Bei der Entschlüsselung der darin enthaltenen Decknamen, wurden die Kollegen enttarnt. Die Stasi hatte ihre Akten zwar während der Wende vernichtet, aber nicht an die vorhandenen Querverweise in anderen Akten gedacht.

Gruß Uwe


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#166

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:53
von Vogtländer (gelöscht)
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Davon kannst Du ausgehen!
Andreas,hieß es bei Euch auch "Gegaucke" und nach Abschlus der Überprüfung "gegauckt"?


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#167

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 09:54
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #161
Hallo Freunde!
Meines Wissens nach stammt der Slogan " die Polizei dein Freund und Helfer", aus der NS-Zeit! In der DDR wurde lediglich aus Polizei, Volkspolizei.
Eine Polizei, egal ob Volkspolizei oder die heutigen Polizei, kann immer nur " Freund und Helfer" sein. ....
....

Gruß an alle
Uwe

Der Slogan ist wohl noch etwas älter, also aus der vor NS Zeit.

Polizei ist auch immer im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten zu betrachten - früher wie heute. Mt allem was dazu gehört und dazu gehört eben auch das sie (die Polizei) ein Freund und Helfer sein kann und muss.


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#168

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 10:02
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von glasi im Beitrag #164
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #163
@glasi
Ich habe deine Frage nach dem Beginn der Überprüfungen vergessen.

Ich denke, es war im Jahr 1990 als jeder Kollege einen entsprechenden Fragebogen erhielt. Dort sollte man wahrheitsgemäße Angaben über seinen Werdegang machen. Es ging vor allem darum, ob man offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter des MfS gewesen ist und Berichte über andere Personen geschrieben hat.
Dann wurde bei der Gauck Behörde geprüft, ob es eine "Stasiakte" gab. Dort hat man noch unterschieden zwischen einer "Opfer- und Täterakte". Kannst dir sicherlich vorstellen, dass dies über Jahre ging. Es gab einige Kollegen, die erst Mitte der 90iger Jahre entlassen wurden, weil sie unwahre Angaben gemacht hatten. Als Grund nannte man Einstellungsbetrug.

VG. Andreas

Danke Andreas. Ich denke mir aber wenn mann direkt die Mitarbeit beim MFS zugegeben hat wäre mann doch sofort geflogen? Oder?


Das stimmt. Einige meiner Kollegen sind gleich nach der Wende freiwillig gegangen. Einer von ihnen war lediglich für die Überwachung der Fahrzeuge der Militärverbindungsmissionen zuständig. Das war für mich absurd ihn zu entlassen, wen will er denn persönlich geschadet haben?
Auch hatten Kollegen Angst vor Entlassung die 3 Jahre im Wachregiment Feliks Dzierzynski ihren Wehrdienst leisteten.
Das wurde jedenfalls in Sachsen genauso wie meine Pflichten in der Gk. (Befehl 44) toleriert

Gruß Andreas.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
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#169

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 10:14
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #166
Davon kannst Du ausgehen!
Andreas,hieß es bei Euch auch "Gegaucke" und nach Abschlus der Überprüfung "gegauckt"?


So hieß es und dann bekamst du den "Persilschein" für eine "reine" Weste.


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#170

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 10:21
von Udo | 1.266 Beiträge

Neueinstellungen mussten vom Kreiswehrersatzamt eine Negativbescheinigung vorlegen und wurden trotzdem nochmals geprüft.


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#171

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 10:46
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #170
Neueinstellungen mussten vom Kreiswehrersatzamt eine Negativbescheinigung vorlegen und wurden trotzdem nochmals geprüft.


Darauf kann dir sicherlich der ABV antworten.
Mir stieß kurz nach der Wende auf, dass man bei Neueistellungen später feststellte das auch Straftäter eingestellt wurden. Das wäre bei einer Bewerbung in der DDR nie passiert. Deshalb wurden ja die Bewerber durch das MfS "durchleuchtet". Man achtete wahrscheinlich Anfang der 90iger Jahre mehr darauf, dass die Bewerber nichts mit dem MfS zu tun hatten.


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#172

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:22
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #84

Mir macht meine Tätigkeit heute noch Spaß, weil versuche, den Menschen zu helfen, die Opfer von Straftaten geworden sind.
Und so erziehe ich auch meine Kinder.
Nie wegsehen, immer helfen wo es not tut und loyal gegenüber anderen sein.



Beim Lesen der vielen interessanten Beiträge hat mich eine Frage beschäftigt, die vielleicht nicht so einfach zu beantworten ist.

Wenn man seine Einstellungen und Haltungen 1990 nicht mit der Uniform gewechselt hat, ist es dann nicht besonders schwer mit dem öffentlichen Vorwurf um zu gehen, die "Polizei sei auf dem rechten Auge blind"?

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36554/1.html

LG von der grenzgaengerin


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#173

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:38
von Udo | 1.266 Beiträge

Neueinstellungen, bspw. beim ZOLL, mussten mit ihrer Bewerbung einen ausgefüllten Vordruck einreichen, wo solche Fragen, wie Zugehörigkeit zum MFS oder anderen Organen der DDR abgefragt wurden, sogar Organisationen wurden abgefragt , gleichzeitig auch Fragen von Vorstrafen bzw laufenden Verfahren.


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#174

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:41
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #172
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #84

Mir macht meine Tätigkeit heute noch Spaß, weil versuche, den Menschen zu helfen, die Opfer von Straftaten geworden sind.
Und so erziehe ich auch meine Kinder.
Nie wegsehen, immer helfen wo es not tut und loyal gegenüber anderen sein.



Beim Lesen der vielen interessanten Beiträge hat mich eine Frage beschäftigt, die vielleicht nicht so einfach zu beantworten ist.

Wenn man seine Einstellungen und Haltungen 1990 nicht mit der Uniform gewechselt hat, ist es dann nicht besonders schwer mit dem öffentlichen Vorwurf um zu gehen, die "Polizei sei auf dem rechten Auge blind"?

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36554/1.html

LG von der grenzgaengerin



Der Vorwurf ist ja nicht neu - er steht in einer Linie mit dem Vorwurf, die Justiz, die Geheimdienste, ja selbst die Gesellschaft hat den gleichen
Sehfehler. Ist die Gesellschaft so orientiert, dann geht das logischer Weise auch nicht an den öffentlichen Institutionen spurlos vorbei.


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#175

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:48
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #169
Zitat von Vogtländer im Beitrag #166
Davon kannst Du ausgehen!
Andreas,hieß es bei Euch auch "Gegaucke" und nach Abschlus der Überprüfung "gegauckt"?


So hieß es und dann bekamst du den "Persilschein" für eine "reine" Weste.


Da musste ich nach 1990 immer lachen.

Personen die - wenn auch kleine - IM - Akte hatten, flogen fast immer aus ihren Posten.
Andere, die viel mehr mit dem MfS zu schaffen hatten , aber keine IM Akte besaßen wurden übernommen.


zuletzt bearbeitet 19.06.2013 11:49 | nach oben springen

#176

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 11:55
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #175
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #169
Zitat von Vogtländer im Beitrag #166
Davon kannst Du ausgehen!
Andreas,hieß es bei Euch auch "Gegaucke" und nach Abschlus der Überprüfung "gegauckt"?


So hieß es und dann bekamst du den "Persilschein" für eine "reine" Weste.


Da musste ich nach 1990 immer lachen.

Personen die - wenn auch kleine - IM - Akte hatten, flogen fast immer aus ihren Posten.
Andere, die viel mehr mit dem MfS zu schaffen hatten , aber keine IM Akte besaßen wurden übernommen.


Das will ich dir glauben Alfred. Haben einfach mehr Glück gehabt. Auf der anderen Seite verstand ich auch nicht, dass man Personenschützer entlassen hat. Die haben doch auch nur ihre Arbeit gemacht, wie die zum Schutz von Politikern, heute zuständigen Leuten.
Aber was solls, es war halt mal so.


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#177

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 12:26
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #172
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #84

Mir macht meine Tätigkeit heute noch Spaß, weil versuche, den Menschen zu helfen, die Opfer von Straftaten geworden sind.
Und so erziehe ich auch meine Kinder.
Nie wegsehen, immer helfen wo es not tut und loyal gegenüber anderen sein.



Beim Lesen der vielen interessanten Beiträge hat mich eine Frage beschäftigt, die vielleicht nicht so einfach zu beantworten ist.

Wenn man seine Einstellungen und Haltungen 1990 nicht mit der Uniform gewechselt hat, ist es dann nicht besonders schwer mit dem öffentlichen Vorwurf um zu gehen, die "Polizei sei auf dem rechten Auge blind"?

http://www.heise.de/tp/artikel/36/36554/1.html

LG von der grenzgaengerin


Über die NSU zu diskutieren wäre müßig, weil wir alle die Aktenlage nicht kennen.
Sie haben ja ihre schweren Straftaten in der ganzen Bundesrepublik begangen und jedes Bundesland ermittelt in eigener Zuständigkeit. Das BKA wird natürlich mit einbezogen.
Sachsen hat auf jeden Fall was "Rechts" betrifft, seine Hausaufgaben gemacht, in dem wir die SoKo "REX" Mitte der 90iger ins Leben gerufen haben. Durch diese immer bestehende SoKo wurden in Sachsen zahlreiche Rechtsradikale Strukturen, wie Sturm 34 in Mittweida "zerschlagen".
Sachsen war für das Trio doch das Rückzugsgebiet. Dort begeht man natürlich keine Straftaten. Vielleicht bringen der Justiz ja die Aussagen der Unterstützer weiter.
Damals mit IM`s und ABV wären die "Jungs" lange aufgeflogen.

Gruß Andreas


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#178

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 14:09
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

Scorn, liest du hier mit, kannst du dich mit Merkur in Verbindung setzten, der war doch unser Polizeiexperte! Vielleicht darf er hier auch tippen.
Lutze, du schreibst von Görlitz, lies mal das sehr interessantes Buch von Eveline Schulze ,,Liebesmord,,. Es geht um 3 Kriminalfälle aus deiner schönen Stadt darunter einiges von den Erfindern des Goldbroiler und der Liebesperlen.
Für alle, die sich für die Arbeit der Kriminalpolizei der DDR interessieren, sollen mal Hans Girod ,,Der Polizistenmord von Gera,, lesen. Ist auch was für Experten


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#179

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 14:15
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Auch sehr interessant : Manfred Drews - Kriminalisten im Verhör/Kriminalisten im Einsatz
Hans Pfeiffer - Die Spuren der Toten (Gerichtsmedizin)


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zuletzt bearbeitet 19.06.2013 14:19 | nach oben springen

#180

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.06.2013 14:18
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von Küchenbulle 79 im Beitrag #179
Auch sehr interessant : Manfred Drews - Kriminalisten im Verhör/Kriminalisten im Einsatz

Diese Buch habe ich zu Hause. Ist sehr interessant und kurzweiliger Lesestoff.


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