#481

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 15:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat
Meine angegehende Schwiegertochter sieht das völlig anders. Von der werde ich, von Anfang an, ganz selbstverständlich, Uwe genannt. Da könnte ich jedes Mal.....


Erzogen wurde sie doch aber noch von der alten Generation oder nicht Herr Uwe? *g*
Mein Schwiegervater nenne ich auch schon immer beim Vornamen, beschwert hat er sich aber nie. Ich würde das innerhalb der Familie auch irgendwie komisch finden wenn es anders wäre, er sicher auch.

Das schließt doch aber Respekt, keine blinde Unterwerfung, vor staatlichen Autoritäten nicht aus? Es macht doch noch einen Unterschied wer mir gegenüber steht und ich denke das kann und muss man Kindern auch so vermitteln. Ich habe meinen Vater auch nie mit Herr Vater angeredet wie das bei ihm noch üblich war, einen angemessenen gesellschaftlichen Umgang habe ich trotzdem erlernt. Ich bilde mir dies zumindest so ein.


zuletzt bearbeitet 16.07.2014 15:31 | nach oben springen

#482

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 15:32
von Mike59 | 7.970 Beiträge

Zitat von Staatsfeind im Beitrag #481

Zitat
Meine angegehende Schwiegertochter sieht das völlig anders. Von der werde ich, von Anfang an, ganz selbstverständlich, Uwe genannt. Da könnte ich jedes Mal.....

Erzogen wurde sie doch aber noch von der alten Generation oder nicht Herr Uwe? *g*
Mein Schwiegervater nenne ich auch schon immer beim Vornamen, beschwert hat er sich aber nie. Ich würde das innerhalb der Familie auch irgendwie komisch finden wenn es anders wäre, er sicher auch.

Das schließt doch aber Respekt, keine blinde Unterwerfung, vor staatlichen Autoritäten nicht aus? Es macht doch noch einen Unterschied wer mir gegenüber steht und ich denke das kann und muss man Kindern auch so vermitteln. Ich habe meinen Vater auch nie mit Herr Vater angeredet wie das bei ihm noch üblich war, einen angemessenen gesellschaftlichen Umgang habe ich trotzdem verlernt. Ich bilde mir dies zumindest so ein.


Sicher das du dies meintest?

Okay -sorry


zuletzt bearbeitet 16.07.2014 15:32 | nach oben springen

#483

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 15:36
von Gelöschtes Mitglied
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Haben wir wohl beide gleichzeitig gesehen gehabt.


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#484

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:05
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #479
Das fängt doch schon Zuhause in den Familien an. Völlig daneben finde ich den Trend, dass Kinder ihre Eltern mit dem Vornamen anreden. Selbst mit meinen fünfzig Jahren würde ich mir nicht trauen. Ganz nebenbei: das gehört sich ja auch nicht.
Meine angegehende Schwiegertochter sieht das völlig anders. Von der werde ich, von Anfang an, ganz selbstverständlich, Uwe genannt. Da könnte ich jedes Mal.....

Gruß an alle
Uwe

Sollte Deine Schwiegertochter Dich nicht Siezen? Das von der heutigen, respektlosen Jugend oftmals verwendete Du möchte einen ja Glauben machen, sie wären genauso Menschen, wie die ältere Generation. Aber das ist ja eine vollkommen irrige Annahme, da die Jugend ja viel später geboren wurde als die ältere Generation.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#485

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:08
von ABV | 4.202 Beiträge

Nee, also Siezen braucht man mich nun wirklich nicht. Auch nicht mit "Herr Schwiegervater" anreden. Aber so ein nettes Schwiegerpappi hätte ich schon gerne mal gehört....

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#486

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:09
von Gelöschtes Mitglied
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Matloh ich halte das Sie der älteren Generation gegenüber als Zeichen des Respektes durchaus angebracht, auch wenn ich hier für's siezen gleich angezählt wurde, nur eben nicht im familiären oder freundschaftlichen Bereich.

P.S. Uwe das kommt vielleicht nach der Hochzeit, jetzt traut sie sich noch nicht.


zuletzt bearbeitet 16.07.2014 16:10 | nach oben springen

#487

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:11
von Gelöschtes Mitglied
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Du hast da ja sicher Erfahrung, was berichten denn die polnischen Kollegen aus ihrem Land über den Respekt vor der Polizei?


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#488

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:13
von Rotkehlchen | 12 Beiträge

Zitat von matloh im Beitrag #484
Zitat von ABV im Beitrag #479
Das fängt doch schon Zuhause in den Familien an. Völlig daneben finde ich den Trend, dass Kinder ihre Eltern mit dem Vornamen anreden. Selbst mit meinen fünfzig Jahren würde ich mir nicht trauen. Ganz nebenbei: das gehört sich ja auch nicht.
Meine angegehende Schwiegertochter sieht das völlig anders. Von der werde ich, von Anfang an, ganz selbstverständlich, Uwe genannt. Da könnte ich jedes Mal.....

Gruß an alle
Uwe

Sollte Deine Schwiegertochter Dich nicht Siezen? Das von der heutigen, respektlosen Jugend oftmals verwendete Du möchte einen ja Glauben machen, sie wären genauso Menschen, wie die ältere Generation. Aber das ist ja eine vollkommen irrige Annahme, da die Jugend ja viel später geboren wurde als die ältere Generation.

cheers matloh

Genau. Deshalb können es ja gar keine Menschen sein oder jedenfalls nicht ganz. .
Aber mal im Ernst. Sag ihr einfach das du das nicht willst und sie wird es respektieren. War bei mir und meinem Schwiegervater genauso. Nur als er verlangte das ich ihn mit Papa anrede hat er von mir ein Veto erhalten.


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#489

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Mich interessiert eher, wie man jemanden anspricht, wenn er sich der Staatsgewalt widersetzt und er von der Polizei zu Boden gerissen wird, wie unlängst in dem video aus Berlin. Bleibt man in solcher Situation beim freundlichen SIE oder wechselt man da in der Hektik des Gefechtes die Ebene?

LG von der Moskwitschka


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#490

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:21
von matloh | 1.204 Beiträge

Ok, vielleicht hätte ich einen Ironie-Smiley zu meinem Post dazu machen sollen... Aber interessant, dass das anscheinend niemandem auffällt.

Ich persönlich finde, dass Duzen/Siezen nicht unbedingt etwas mit Respekt zu tun hat. Es zeigt für mich eher von emotionaler Distanz bzw. Nähe.

Zum Thema Respekt: Respekt ist imho nichts angeborenes, entsteht aus meiner Sicht auch nicht zwangsläufig mit dem Alter. Nur weil man älter wird, heißt das ja nicht, dass man dadurch klüger oder sonst irgendwie besser wird, oder? Es heißt nicht mal unbedingt, dass man mehr Erfahrung hat als jüngere Menschen die möglicherweise schon deutlich mehr erlebt haben.
In meinem Weltbild sollte man mit jedem Menschen respektvoll umgehen, unabhängig von Alter, Bildung, Klasse, Kaste oder beruflicher Stellung. Ob ich jemanden besonders viel oder wenig respektiere, hängt vom Verhalten des jeweiligen Menschen ab.

cheers matloh


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#491

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:26
von Gelöschtes Mitglied
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Doch doch die Ironie ist schon ersichtlich, ich wollte trotzdem mal ganz allgemein meine Meinung zum siezen loswerden.


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#492

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:29
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #489
Mich interessiert eher, wie man jemanden anspricht, wenn er sich der Staatsgewalt widersetzt und er von der Polizei zu Boden gerissen wird, wie unlängst in dem video aus Berlin. Bleibt man in solcher Situation beim freundlichen SIE oder wechselt man da in der Hektik des Gefechtes die Ebene?

LG von der Moskwitschka


Wenn es nach der Dienstvorschrift geht, dann hat ein Polizist in allen Lebenslagen nett und höflich zu sein. Er darf bei Bedarf seinen Forderungen stimmlich etwas Nachdruck verleihen, aber sich niemals im Ton vergreifen.
Soweit die Theorie! Natürlich sollte kein Polizist sein Gegenüber mit einem Schwall von Schimpfworten überschütten. Aber zeigt mir mal den, der bei einem "Ringkampf" mit einem tobenden Zeitgenossen immer ausgesucht höflich bleibt.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#493

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:29
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Staatsfeind im Beitrag #486
Matloh ich halte das Sie der älteren Generation gegenüber als Zeichen des Respektes durchaus angebracht, auch wenn ich hier für's siezen gleich angezählt wurde, nur eben nicht im familiären oder freundschaftlichen Bereich.

P.S. Uwe das kommt vielleicht nach der Hochzeit, jetzt traut sie sich noch nicht.

violett: Nein, finde ich nicht. Aber auch ich halte mich an die derzeitigen gesellschaftlichen Konventionen diesbezüglich.

grün: Im Internet - bzw. zumindest in Internetforen - gibt es idR ein ungeschriebenes Gesetz, das das Duzen nahelegt. Nachdem es ein ungeschriebenes Gesetz ist, wird es nicht immer beachtet. Ich kenne sogar ein Forum (in dem die Mitglieder deutlich mehr emotionale Distanz haben als hier) in dem mal "Sie" mal "Du" verwendet wird.

cheers matloh


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#494

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 16.07.2014 16:30
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #485
Nee, also Siezen braucht man mich nun wirklich nicht. Auch nicht mit "Herr Schwiegervater" anreden. Aber so ein nettes Schwiegerpappi hätte ich schon gerne mal gehört....

Gruß Uwe

Hallo Uwe, ich denke spätestens, wen sie was von Dir will( etwas Kleingeld z.B.) wird das Wort schon mal kommen! Sehe es nicht so verbissen.Ich habe meinen Schwiegervater mit Vater angesprochen! Heute bin ich bei meiner Schwiegertochter und Schwiegersohn der Steffen oder der Opa! Alles Gut!!!
Grüsse steffen52


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#495

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.12.2014 19:47
von STEFFENTAXI | 44 Beiträge

hallo
ich suchte ein paar bilder vom ausweis der kriminalpolizei der ddr,oder die hüllen dazu,hat jemand ein paar bilder.

mfg steffen



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#496

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.12.2014 19:59
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von STEFFENTAXI im Beitrag #495
hallo
ich suchte ein paar bilder vom ausweis der kriminalpolizei der ddr,oder die hüllen dazu,hat jemand ein paar bilder.

mfg steffen

Der Bundesdeutsche Dienstausweis steckt bei mir noch in der "alten" Hülle.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
STEFFENTAXI hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.12.2014 20:00 | nach oben springen

#497

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.01.2015 17:21
von ABV | 4.202 Beiträge

Ich habe zu Weihnachten ein Buch geschenkt bekommen: " Mittendrin-Die Volkspolizei in Berlin 1989-90". Der Titel hört sich ja vielversprechend an. Zumal es sich bei den Autoren um frühere hohe VP-Offiziere, also Insider, handelt.
Na ja, man soll ja über Geschenke nicht meckern. Aber wenn ich trotzdem schimpfe, dann hat das seine Gründe! Wieder einmal bewahrheitete sich die Erkenntnis: je höher der Dienstgrad, desto weiter ist derjenige offenbar von der Realität entfernt:" Anders kann ich mir dieses, über weite Strecken vielsagend nichts sagende Werk nicht erklären.
Wer neue Erkenntnisse oder gar Antworten auf die Geschehnisse vom 07--08. Oktober erhofft, sieht sich bald getäuscht. Offenbar hatte niemand die Befehle zur Misshandlung der "Zugeführten" gegeben. Statt dessen wird von Überforderung der Einsatzkräfte gesprochen. die zu " unentschuldbaren Fehlverhalten Einzelner führte."
Sicherlich, eine Situation wie Anfang Oktober 1989 stellte für die meisten Volkspolizisten ein absolutes Novum dar! Ebenso sicher kann davon ausgegangen werden, dass sich nicht alle Demonstranten absolut friedfertig verhielten. Heutige Erfahrungen zeigen, dass sich in jeder Demonstration ein gewisser Anteil von Störern befindet, der die Demo einzig und allein für eigene Zwecke missbraucht. Dieses Störerpotential darf jedoch weder den übrigen friedlichen Demonstranten angelastet werden, noch als Begründung für unzulässige Härten herhalten.
Mich haben die Ausführungen der Autoren zu diesem brisanten Thema jedenfalls arg enttäuscht!
Wenig hilfreich erschienen noch dazu Hinweise auf das " zu harte Einschreiten von zivilen MfS-Mitarbeitern". Es wäre wohl besser gewesen eigenes Fehlverhalten zu analysieren und deren Ursachen aufzuzeigen.
Dem eigenen Anspruch, einen Anteil der Geschichtsaufarbeitung zu leisten, wird dieses Buch dadurch leider kaum gerecht. Schade, denn die Autoren, unter ihnen der letzte VP-Präsident von Berlin, hätten mit ihrem geballten Wissen tatsächlich einiges zur Aufhellung beitragen können.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


Hackel39 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#498

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.01.2015 17:53
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich weiß nicht, welche Ansprüche Du an Sachbücher stellst @ABV . Ich habe das Buch seit Monaten bei mir zu liegen und habe es zum größten Teil gelesen.

Für mich, die am 8. Oktober 1989 in der Gethsemanekirche war, sowohl die Ängste, aber auch die Hoffnungen von damals konserviert habe, war die nüchterne Darstellung aller damaligen Maßnahmen hilfreich, um das Bild der damaligen Geschehnisse zu komplettieren. Dieses Buch ist ein wichtiges Puzzleteil, nicht zuletzt mit zahlreichen Quellen, die mich im nach hinein erschreckt haben. Gerade das nüchterne VP - deutsch hat es mir persönlich leichter gemacht. Auch die Chronologie der Ereignisse kann mit anderen Quellen gut abgeglichen werden.

Was die Stellungnahme zum eigenen "Fehlverhalten" betrifft, so ist das ein weiter Weg. Das kann in einem Buch, das mehrere Autoren hat, die jeder eine persönliche Sicht, abhängig von ihrer persönlichen Entwicklung vor 1989 und erst recht danach, nicht erwarten. Nimm hier im Forum 5 Grenzer und Du wirst 5 verschiedene Meinungen erhalten.

Daher sind für mich die Fakten aus Sicht der VP der Ereignisse im Oktober Maß gebend und machen das Sachbuch aus und werden hoffentlich einer historischen Bewertung standhalten und nicht die Emotionen der Beteiligten. Zumal Herr Gräfe sich an einem anderen Ort dazu geäußert hat

Gräfe: "Wir sagen, es ist eine schwere Hypothek, die wir dort haben, weil Menschen versagt haben. Wieso ein Polizist so über die Stränge geschlagen hat, wir haben gesagt es waren Befugnisüberschreitungen, aber es war schon mehr, es war inhumanes Handeln. Und wie kann man, wenn man zum Humanismus erzogen ist, so etwas tun?"

http://www.deutschlandfunk.de/volkspoliz...ticle_id=301530

Aufarbeitung ist ein weites Feld, dass nicht mit einem Sachbuch bewältigt werden kann.

Im übrigen sind die Autoren bereit sich einer Diskussion zu stellen. Vielleicht eine Möglichkeit einer anderen Form von Forumtreffen?

LG von der Moskwitschka


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 01.01.2015 17:57 | nach oben springen

#499

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.01.2015 22:48
von S51 | 3.733 Beiträge

Ich gehörte zu jenen Offiziersschülern, die vor und am 7. Oktober 1989 erst zur Observation in Pankow und dann als Vernehmer unterstützend in der Berliner Allee eingesetzt waren. Unsere S-Klassen waren zu diesem Zeitpunkt in der Schönhauser Allee. Mit so vielen Zugeführten (die Menschen galten rechtlich gesehen nicht als vorläufig festgenommen sondern lediglich zugeführt) hatte niemand gerechnet. Der Blankenburger Pflasterweg war von uns nur wenige Minuten entfernt, wohin dann die meisten Zugeführten gebracht wurden. Die zehn Zellenräume in der Berliner Allee reichten nicht mal ansatzweise und die Verbringung in die Garagen war eine reine Notlösung. Überhaupt nicht vorbereitet. Es gab keine Sitzmöglichkeiten, keine halbwegs ausreichenden Toiletten, keinen Platz mehr für die Effektentüten und für die Bewacher keine Ablösung. Ab irgendeinem Punkt lagen die Nerven nur noch blank. Auf beiden Seiten der Schreibtische, auf den Gängen und Treppen sowieso. "Befehle", irgendwie überzureagieren brauchte es da nicht. Man muss sich vorstellen, dass da alles mit Leuten vollstand. Inklusive Treppen. Von denen keine und keiner über die Situation besonders fröhlich war. Ungewiss, was passieren würde. Auf unserer Seite funktionierte eigentlich spätestens ab 21:00 Uhr kein Ablauf mehr wie er sollte. Eigentlich ist es für die chaotische Situation sogar noch relativ gut gelaufen. Das entschuldigt nicht unbedingt die Auswüchse aber es erklärt sie.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


polsam, ABV und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#500

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.01.2015 16:37
von Ohmanndoh | 29 Beiträge

die Menschen galten rechtlich gesehen nicht als vorläufig festgenommen sondern lediglich zugeführt)
Gab es in unserer Rechtssprechung tatsächlich einen Unterschied,zwischen diesen Begriffen?
Wenn ja was,was war daraus abzuleiten?
Eine persönliche Frage hätt ich noch:
Hast Du Dir an dem Tag irgendwelche Gedanken gemacht, was mit den ganzen Menschen passieren soll,wenn bei den Vernehmungen schon ein mittleres Chaos angesagt ist und auf beiden Seiten die Nerven blank lagen?
Gesundes neues Jahr für alle
Ohmanndoh


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