#381

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 20:56
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Das haette bedeutet,das ich dich in deiner Tätigkeit als ABV ,mit ML HANDLUNGSUNFAEHIG machen können.
Kein Wunder das die DDR untergegangen ist.


Zitat von ABV im Beitrag #380
Grins, ich habe eben damals schon geahnt, dass die DDR bald am Ende ist. Nee, mal im Ernst: ich hatte am Abend zuvor den Abschluss anderer Prüfungen gefeiert. Und dabei zutief ins Glas geschaut. Die ML-Prüfung hatte ich auf die leichte Schulter genomen. Frei nach dem Motto: Quatsch einfach drauflos, dass wird denen schon gefallen. Leider wollten sich die Jungs mit einfachen Phrasen nicht zufriedengeben. Etwas anderes fiel meinem " Ölkopp" aber nicht ein.

Gruß Uwe


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#382

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 21:00
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Das glaube ich nicht, liebe graenzgerin, wir hätten improvisiert, wie es so schön heißt.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#383

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 21:03
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Ohne Politische Bildung ?
Gruss Rainer
Grenzgaenger81

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #382
Das glaube ich nicht, liebe graenzgerin, wir hätten improvisiert, wie es so schön heißt.


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#384

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 22:39
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #382
Das glaube ich nicht, liebe graenzgerin, wir hätten improvisiert, wie es so schön heißt.



? ? ?

LG von der grenzgaengerin


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#385

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 22:47
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #384
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #382
Das glaube ich nicht, liebe graenzgerin, wir hätten improvisiert, wie es so schön heißt.



? ? ?

LG von der grenzgaengerin



Ich vermute mal, er hat Grenzgänger und Grenzgängerin durcheinander gebracht.

Jaja, die Polizei ist auch nicht mehr, was sie war.

Gruss

icke



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#386

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 06.07.2013 23:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von icke46 im Beitrag #385
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #384
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #382
Das glaube ich nicht, liebe graenzgerin, wir hätten improvisiert, wie es so schön heißt.



? ? ?

LG von der grenzgaengerin



Ich vermute mal, er hat Grenzgänger und Grenzgängerin durcheinander gebracht.

Jaja, die Polizei ist auch nicht mehr, was sie war.

Gruss

icke



Dabei hält sich doch grenzgänger an die Regeln und ist noch nicht einmal vermummt.

Aber wenn grenzgänger und grenzgaengerin am selben Tag Geburtstag haben, kann man als Nummer schon mal verwechselt werden.

LG von der grenzgaengerin


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#387

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 07.07.2013 13:48
von ABV | 4.204 Beiträge

Um mal wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen, möchte ich etwas über das Verhältnis VP-MfS im Alltag, schreiben. Ein heikles Thema, aber ganz sicher nicht uninteressant.
Berührungspunkte zwischen Volkspolizei und Staatssicherheit gab es reichlich. Was schon allein auf die teilweise ähnliche, bis identische Aufgabenstellung zurückzuführen ist. Die hin und wieder zu hörende Argumentation: die " gute, unpolitische VP" und die " böse Stasi", ist absoluter Blödsinn. Ungeachtet der ebenfalls vorhandenen Unterschiede: " VP und MfS, waren Diener des selben Herrn. Und zwar der SED! Jedes Organ erfüllte für sich, Aufgaben zur Sicherung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR.
Wie sah das jetzt im einzelnen aus? Über die K 1, " als verlängter Arm der Staatssicherheit", wurde bereits viel geschrieben und diskutiert. Bis hin zu dem Ergebnis, dass die Aussage nicht völlig der Wahrheit entspricht. Wie dem auch sei, im Dienstgeschehen ergaben sich weitere Schnittpunkte. So gehörten zum Beispiel die Abschnittsbevollmächtigten, zu den offiziellen Ansprechpartnern der Staatssicherheit. Wer kannte die Menschen im Abschnitt besser, als ein alter erfahrener ABV? Seitens des MfS wurden zuweilen auch die Dienstzimmer der Abschnittsbevollmächtigten für Bürgergespräche genutzt. An denen der ABV selbstverständlich nicht teilnehmen durfte. Dem ABV blieb nur der Part, den vom MfS anvisierten Bürger unter einem Vorwand, ins Dienstzimmer vorzuladen. Dort traf der Bürger jedoch nicht wie erwartet den " Dorfsheriff", sondern einen Mitarbeiter der Staatssicherheit an.
Anderseits konnten sich die ABV, gegen diese Art von Amtshilfe, natürlich nicht zur Wehr setzen. Das Einverständnis wurde ganz einfach vorausgesetzt. Wobei eine Weigerung unweigerlich zu schweren dienstrechtlichen Konsequenzen geführt hätte.
Eine weiterer Dienstzweig der VP, der täglich mit dem MfS in Berührung kam, war das " Pass und Meldewesen". Über die Problematik der Genehmigung oder Ablehnung von Reisen in die BRD / Westberlin, habe ich ja schon in einem anderen Thread geschrieben. Das "Pass und Meldewesen" leistete dem MfS weiterhin Unterstützung, in dem sie den Mitarbeitern uneingeschränkten Zugriff auf die " Kreismeldekartei", kurz "KMK", gewährte. Einem eigens gesicherten, zu den Sperrbereichen zählenden Bereich, in dem die Daten sämtlicher Einwohner des Kreises, inklusive deren Passfotos, aufbewahrt wurden. Nur wenige Mitarbeiter der VP, durften die KMK je betreten. Und wenn, dann auf keinen Fall allein. Ohne Rücksicht auf Dienstgrad oder Dienststellung. Kam jedoch ein Mitarbeiter des MfS ins VPKA und verlangte dieser nach dem Schlüssel der KMK, musste dieser ohne weiteres ausgehändigt werden. Ich habe diese Praxis selbst des Öfteren live erlebt. Ohne das ich mir groß darüber den Kopf zerbrochen hatte. Das die Staatssicherheit mehr Rechte besaß als andere Staatsorgane, war für den gewöhnlichen Volkspolizisten so selbstverständlich, wie die Tatsache, dass die Sonne im Osten aufgeht. Übrigens war der größte Teil der PM-Mitarbeiterinnen im VPKA Seelow, mit einem Offizier der Kreisdienststelle für Staatssicherheit verheiratet. In Seelow funktionierte die Zusammenarbeit zwischen VP und MfS, zuweilen hautnah.
Eine weitere Schnittstelle der Zusammenarbeit, existierte im Bereich des " Operativen Diensthabenden". Dort bestand eine Direktleitung zum "Operativen Diensthabenden" der Kreisdienststelle. Des Weiteren erhielt die Kreisdienststelle jeden Morgen, eine Kopie des täglichen Rapportes. Wobei im Falle eines wichtigen Ereignisses, die Staatssicherheit ohnehin sofort in Kenntnis gesetzt werden musste.
In jeder Kreisdienststelle existierte ein Verbindungsoffizier zum VPKA, der die Zusammenarbeit gewissermaßen koordinierte. In Seelow fungierte Hauptmann Wolgang K..in der Rolle des Verbindungsoffiziers. K. war ebenfalls mit einer Kollegin aus der Abteilung "PM" liiert. Diese fiel, in Folge nachgewiesener dienstlicher Unregelmäßigkeiten in einer von ihr betreuten Meldestelle in einer größeren Gemeinde, im Frühjahr 1989 jedoch in Ungnade. Die wegen ihrer blonden Haare und vor allem ihres üppigen Hinterteils wegen in Kollegenkreisen " Hafflinger" genannte Dame, fand sich in der Hauswache des VPKA wieder. Böse Zungen behaupteten, dass ihr die Liason mit Hauptmann K., allein vor dem Rausschmiss aus der VP bewahrte. Kollegin bzw Genossin K., machte keinen Hehl daraus, stolz auf ihren Mann und seiner Tätigkeit zu sein. In einem Gespräch erwähnte sie einmal, ein Gedicht mit dem Titel " Frau eines Tschekisten" verfasst zu haben. Angeblich würde dieses Gedicht in Armeegeneral Mielkes Büro hängen!
Warum ich das erwähne? Weil die Geschichte der stolzen Ehefrau, eine makabere Fortsetzung besitzt. Im Jahre 1992 durfte die nun mehr in den Dienst der Brandenburger Polizei übernommene Kollegin K., einen längeren Lehrgang in Wupprtal besuchen. Gatte Wolfgang, kurz vorher wieder aus dem Dienst des BGS wo er kurzzeitig unterkam, wegen seiner Vergangenheit entlassen, hütete derweilen brav die gemeinsamen Kinder. Arbeit fand er ohnehin keine. Niemand wollte ihn einstellen. Während er seiner Ehefrau den Rücken freihielt, damit sich diese zu einer allseits gebildeten Beamtin qualifizieren konnte, fand Frau K. zunehmend Gefallen an einem etliche Jahre jüngeren Kursanten. Und er an ihr. Und/ oder ihrem üppigen Hinterteil. Es dauerte nicht mehr lange, bis der nutzlos gewordene Ex-MfS-Offizier, gegen einen gesamtdeutschen Beamten ausgetauscht wurde. Die avisierte Scheidung ging blitzschnell über die Bühne. Frau K., klagte listigerweise dem aus den " gebrauchten Bundesländern" stammenden Richter, ihr Leid. Hatte sie doch ihr Ehegatte, dieser fiese Stasi-Mann, über Jahre hinweg im Ehebett "abgeschöpft". Unglaublich was einem im Ehebett so alles wiederfahren kann. Im Klartext: Gatte Wolfgang hatte die ihm von seiner Ehefrau anvertrauten Geheimnisse über diesen oder jenen Umstand im VPKA, doch glattweg für seine Arbeit als Verbindungsoffizier verwendet! So was aber auch. Der Richter war dämlich genug auf den Quark einzugehen und vollzog eine so genannte Härtefallscheidung. " Schließlich konnte er der armen Frau nicht länger zumuten, mit solch einem Mann verheiratet zu sein."
Ein Schelm, der Arges dabei denkt.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


seaman und RudiEK89 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2013 16:59 | nach oben springen

#388

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 07.07.2013 21:20
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von ABV im Beitrag #387
Um mal wieder zum eigentlichen Thema zurückzukommen, möchte ich etwas über das Verhältnis VP-MfS im Alltag, schreiben. Ein heikles Thema, aber ganz sicher nicht uninteressant.
Berührungspunkte zwischen Volkspolizei und Staatssicherheit gab es reichlich. Was schon allein auf die teilweise ähnliche, bis identische Aufgabenstellung zurückzuführen ist. Die hin und wieder zu hörende Argumentation: die " gute, unpolitische VP" und die " böse Stasi", ist absoluter Blödsinn. Ungeachtet der ebenfalls vorhandenen Unterschiede: " VP und MfS, waren Diener des selben Herrn. Und zwar der SED! Jedes Organ erfüllte für sich, Aufgaben zur Sicherung der gesellschaftlichen Verhältnisse in der DDR.
Wie sah das jetzt im einzelnen aus? Über die K 1, " als verlängter Arm der Staatssicherheit", wurde bereits viel geschrieben und diskutiert. Bis hin zu dem Ergebnis, dass die Aussage nicht völlig der Wahrheit entspricht. Wie dem auch sei, im Dienstgeschehen ergaben sich weitere Schnittpunkte. So gehörten zum Beispiel die Abschnittsbevollmächtigten, zu den offiziellen Ansprechpartnern der Staatssicherheit. Wer kannte die Menschen im Abschnitt besser, als ein alter erfahrener ABV? Seitens des MfS wurden zuweilen auch die Dienstzimmer der Abschnittsbevollmächtigten für Bürgergespräche genutzt. An denen der ABV selbstverständlich nicht teilnehmen durfte. Dem ABV blieb nur der Part, den vom MfS anvisierten Bürger unter einem Vorwand, ins Dienstzimmer vorzuladen. Dort traf der Bürger jedoch nicht wie erwartet den " Dorfsheriff", sondern einen Mitarbeiter der Staatssicherheit an.
Anderseits konnten sich die ABV, gegen diese Art von Amtshilfe, natürlich nicht zur Wehr setzen. Das Einverständnis wurde ganz einfach vorausgesetzt. Wobei eine Weigerung unweigerlich zu schweren dienstrechtlichen Konsequenzen geführt hätte.
Eine weiterer Dienstzweig der VP, der täglich mit dem MfS in Berührung kam, war das " Pass und Meldewesen". Über die Problematik der Genehmigung oder Ablehnung von Reisen in die BRD / Westberlin, habe ich ja schon in einem anderen Thread geschrieben. Das "Pass und Meldewesen" leistete dem MfS weiterhin Unterstützung, in dem sie den Mitarbeitern uneingeschränkten Zugriff auf die " Kreismeldekartei", kurz "KMK", gewährte. Einem eigens gesicherten, zu den Sperrbereichen zählenden Bereich, in dem die Daten sämtlicher Einwohner des Kreises, inklusive deren Passfotos, aufbewahrt wurden. Nur wenige Mitarbeiter der VP, durften die KMK je betreten. Und wenn, dann auf keinen Fall allein. Ohne Rücksicht auf Dienstgrad oder Dienststellung. Kam jedoch ein Mitarbeiter des MfS ins VPKA und verlangte dieser nach dem Schlüssel der KMK, musste dieser ohne weiteres ausgehändigt werden. Ich habe diese Praxis selbst des Öfteren live erlebt. Ohne das ich mir groß darüber den Kopf zerbrochen hatte. Das die Staatssicherheit mehr Rechte besaß als andere Staatsorgane, war für den gewöhnlichen Volkspolizisten so selbstverständlich, wie die Tatsache, dass die Sonne im Osten aufgeht. Übrigens war der größte Teil der PM-Mitarbeiterinnen im VPKA Seelow, mit einem Offizier der Kreisdienststelle für Staatssicherheit verheiratet. In Seelow funktionierte die Zusammenarbeit zwischen VP und MfS, zuweilen hautnah.
Eine weitere Schnittstelle der Zusammenarbeit, existierte im Bereich des " Operativen Diensthabenden". Dort bestand eine Direktleitung zum "Operativen Diensthabenden" der Kreisdienststelle. Des Weiteren erhielt die Kreisdienststelle jeden Morgen, eine Kopie des täglichen Rapportes. Wobei im Falle eines wichtigen Ereignisses, die Staatssicherheit ohnehin sofort in Kenntnis gesetzt werden musste.
In jeder Kreisdienststelle existierte ein Verbindungsoffizier zum VPKA, der die Zusammenarbeit gewissermaßen koordinierte. In Seelow fungierte Hauptmann Wolgang K..in der Rolle des Verbindungsoffiziers. K. war ebenfalls mit einer Kollegin aus der Abteilung "PM" liiert. Diese fiel, in Folge nachgewiesener dienstlicher Unregelmäßigkeiten in einer von ihr betreuten Meldestelle in einer größeren Gemeinde, im Frühjahr 1989 jedoch in Ungnade. Die wegen ihrer blonden Haare und vor allem ihres üppigen Hinterteils wegen in Kollegenkreisen " Hafflinger" genannte Dame, fand sich in der Hauswache des VPKA wieder. Böse Zungen behaupteten, dass ihr die Liason mit Hauptmann K., allein vor dem Rausschmiss aus der VP bewahrte. Kollegin bzw Genossin K., machte keinen Hehl daraus, stolz auf ihren Mann und seiner Tätigkeit zu sein. In einem Gespräch erwähnte sie einmal, ein Gedicht mit dem Titel " Frau eines Tschekisten" verfasst zu haben. Angeblich würde dieses Gedicht in Armeegeneral Mielkes Büro hängen!
Warum ich das erwähne? Weil die Geschichte der stolzen Ehefrau, eine makabere Fortsetzung besitzt. Im Jahre 1992 durfte die nun mehr in den Dienst der Brandenburger Polizei übernommene Kollegin K., einen längeren Lehrgang in Wupprtal besuchen. Gatte Wolfgang, kurz vorher wieder aus dem Dienst des BGS wo er kurzzeitig unterkam, wegen seiner Vergangenheit entlassen, hütete derweilen brav die gemeinsamen Kinder. Arbeit fand er ohnehin keine. Niemand wollte ihn einstellen. Während er seiner Ehefrau den Rücken freihielt, damit sich diese zu einer allseits gebildeten Beamtin qualifizieren konnte, fand Frau K. zunehmend Gefallen an einem etliche Jahre jüngeren Kursanten. Und er an ihr. Und/ oder ihrem üppigen Hinterteil. Es dauerte nicht mehr lange, bis der nutzlos gewordene Ex-MfS-Offizier, gegen einen gesamtdeutschen Beamten ausgetauscht wurde. Die avisierte Scheidung ging blitzschnell über die Bühne. Frau K., klagte listigerweise dem aus den " gebrauchten Bundesländern" stammenden Richter, ihr Leid. Hatte sie doch ihr Ehegatte, dieser fiese Stasi-Mann, über Jahre hinweg im Ehebett "abgeschöpft". Unglaublich was einem im Ehebett so alles wiederfahren kann. Im Klartext: Gatte Wolfgang hatte die ihm von seiner Ehefrau anvertrauten Geheimnisse über diesen oder jenen Umstand im VPKA, doch glattweg für seine Arbeit als Verbindungsoffizier verwendet! So was aber auch. Der Richter war dämlich genug auf den Quark einzugehen und vollzog eine so genannte Härtefallscheidung. " Schließlich konnte er der armen Frau nicht länger zumuten, mit solch einem Mann verheiratet zu sein."
Ein Schelm, der Arges dabei denkt.

Gruß an alle
Uwe





Fuer den Beitrag UWE..bekommste wieder einmal ein Dankerschoeen,naemlich wejens der Ehrlichkeit mit der dieser Beitrag geschrieben wurde und
weil den Najel(also den Nagel) wieder einmal mitten uffn Kopp jetroffen hasst! Bingo...
Gruss BO


ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.07.2013 21:21 | nach oben springen

#389

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 08.07.2013 15:06
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Toller Beitrag Uwe.

Danke.


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
ABV hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#390

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 10:06
von ABV | 4.204 Beiträge

Der DDR wird oft vorgeworfen, dass es dort nicht immer nach rechtsstaatlichen Prinzipien ablief. Dieses Beispiel aus dem April 1989 zeigt, dass es auch in der DDR, zumindest zuweilen, Ausnahmen gab.

Im April 1989 hielt eine Brandserie in Wulkw bei Trebnitz, die Seelower Polizei in Atem. Kurz hintereinander, gerieten stets gegen Mitternacht, eine Strohmiete und eine Scheune der LPG Marxwalde in Brand. Sowohl im VPKA Seelow als auch in der Kreisdienststelle für Staatssicherheit in Zernikow, läuteten die Alarmglocken. Hatte man es „nur“ mit einem Pyromanen zu tun? Oder steckte gar „Feindtätigeit“ dahinter? Wie überall in der DDR, wurde auch im Kreis Seelow hinter jedem größeren Schadensereignis der „ BBKF“, für nicht Eingeweihte, der Bitterböse Klassenfeind, vermutet. Ganz besonders im Jubiläumsjahr der Republik. Das dem „Westen“ angeblich ganz besonders schwer im Magen lag.
Sofort nahmen die Kriminalisten des VPKA unter der Leitung von Oberleutnant Peter Vogel, die Ermittlungen auf. Angesichts der Brisanz und des enormen Sachschadens, entschied Oberst der K Hahn, der Kripochef des Bezirkes Frankfurt (Oder), den Einsatz der „Branduntersuchungskommission“. Diese stand unter der Leitung von Major Gerald Buchwalder und setzte sich aus Experten von Kriminalpolizei und Feuerwegr zusammen.
Brandermittlungen gehören zu den schwierigsten Disziplinen der Polizei. Akribisch wühlten sich in blaue Arbeitskombis gehüllte Kriminaltechniker durch halb verbrannten, von Löschwasser durchsetzten Schutt. Einen technischen Defekt oder eine Selbstentzündung, konnten die Ermitter von Anfang an ausschließen. Ebenso spielte die Option eines finsteren gedungenen Agenten, der von Hass auf den Sozialismus durchdrungen LPG-Scheunen in Brand setzte, für die eher nüchternen Kriminalpolizisten lediglich eine untergeordnete Rolle.
Wenn überhaupt! Die bisherigen Erfahrungen besagten, dass höchstwahrscheinliche völlig andere Motive hinter den Bränden standen. Etwa ein aus Geltungsdrang handelndes, „chronisch unterfordertes“ Mitglied der örtlichen Feuerwehr. Möglicherweise litt der Täter ja unter einer Psychose? Egal welches Motiv dahintersteckte, eines schien schon jetzt so sicher wie das berühmte Amen in der Kirche: es würde nur eine Frage der Zeit sein, bis der große Unbekannte erneut Feuer legt. Falls ihm die Kriminalpolizei bis dahin nicht das Handwerk legt!
Schon früh geriet der fünfundreißigjährige Bernd Hartmann* aus Wulkow, in den Fokus der Ermittler. Hartmann, der seit Jahren in der betroffenen LPG als Schlosser arbeitete, hatte an den jeweiligen Tatabenden, dieWulkower Konsum Gaststätte besucht. Und diese unmittelbar vor dem Ausbruch der Brände, sturzbetrunken verlassen. Besonders ins Gewicht fiel dabei, dass Hartmanns Heimweg direkt an den Brandorten vorbeiführte. Mit den Fakten konfrontiert, legte der Schlosser spontan ein Geständnis ab.
Als Tatmotiv gab er an, bedingt durch den zuvor genossenen Alkohol, „ einen inneren Zwang verspürt zu haben.“ Richtig erklären konnte sich der im Ort angesehene, als fleißig bekannte Familienvater, die Taten allerdings nicht. Genauer gesagt: ihm fehlte jegliche Erinnerung daran. Nicht auszuschließen, dass er sich die Tat lediglich zutraute. Aber eben nicht wusste, ob er sie auch tatsächlich ausgeführt hat. Ein durchaus wichtiger Aspekt. Der im weiteren Verlauf noch eine wichtige Rolle spielen sollte.
Hartmann wurde in Arbeitssachen fesrgenommen und einstweilen in eine der Gewahrsamszellen des VPKA Seelow verbracht. Derweilen bemühten sich die Kriminaltechniker weiter, beweiskräftige Spuren zu sichern. Bislang jedoch vergeblich! Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt!
Major Buchwalder ordnete zunächst einen Lokaltermin ab. Zusammen mit Hartmann, wollte man dessen Heimweg von der Gaststätte bis in die heimische Wohnung, rekonstruieren. Dabei wurde mir der Aufgabe zuteil, den „ Delinquenten“ während der Maßnahme zu bewachen. Mein Herz klopfte vor Freude. Ich durfte die Profis der „BUK“ unterstützen. Solche Ehre wurde einem Schutzmann aus Seelow nicht jeden Tag zuteil.

Ehrfürchtig und stolz zugleich, stieg ich in den saharagelben Einsatzwagen, Typ Warburg 353, der Frankfurter Branduntersuchungskommission. Bernd Hartmann nahm zwischen mir und einem Kriminalisten, auf der Rückbank Platz. Zur Verhinderung einer eventuellen Flucht, hatte man ihm Handschellen angelegt. Vorn neben dem Fahrer, saß Major Gerald Buchwalder. In meiner grünen Uniform hob ich mich farblich in Mitten der Zivilisten unverkennbar ab. Angesichts der Experten stockte mir kleinen Schupo regelrecht der Atem..
Heimlich begann ich meinen „Schützling“ zu mustern. Wirklich gefährlich sah er keineswegs aus. Er sah so aus, wie jeder anderer eben auch. Ungefähr einsachtzig groß und schlank. Die offenen Gesichtszüge wirkten durchaus vertrauenserweckend. Einen Brandtsifter hatte ich mir jedenfalls anders vorgestellt. Den Kopf tief auf die Brust gesenkt, vermied er, wohl aus Scham, jeglichen Blickkontakt. Wir näherten uns über Diedersdorf-Jahnsfelde-Trebnitz, dem Einsatzort. Kurz vor dem Ortseingang von Wulkow, wich der Fahrer einem entgegen kommendem Traktor aus. Von seinem erhöhten Sitzplatz, konnte der Traktorist direkt in das zivile Polizeifahrzeug hineinschauen. Krampfhaft versuchte Hartmann sein Gesicht in den vor dem Körper gefesselten Händen zu verbergen. Sicherlich kannte er den Traktoristen.
Überall in Wulkow standen kleine Menschengruppen herum. Die den Wagen der Kriminalpolizei von weitem beobachteten bei der Ankunft beobachteten. Wir hielten direkt vor dem Eingang der Gaststätte. Flankiert von Polizistenkörpern, stieg der vermeintliche Brandstifer aus. Verlegen bat er darum, die Handschellen abzudecken. Buchwalder nickte und legte eine Jacke über die dicke graue „Schließacht“. Was dem Anblick des unglücklichen Mannes eine zusätzliche groteske Note verlieh.
Wahrscheinlich wünschte sich der LPG-Bauer in diesem Moment nichts sehnlicheres, als Zuhause im heimischen Bett aufzuwachen. Und festzustellen, dass er das ganze lediglich geträumt hat. Aber es gab kein Erwachen. Im Gegenteil!
Vor dem Beginn der Maßnahme, wurde der Mann von der Kriminalpolizei unmissverständlich darüber belehrt, dass bei einem Fluchtversuch die Schusswaffe angewendet wird. In diesem Moment wich der letzte Rest von Farbe, aus dem abgespannten, traurigen Gesicht des Gefangenen. Uns aus meinem!. Wenn jemand hätte schießen müssen, dann doch wohl ich! Wer weiß schon, was sich im Kopf eines Menschen in Ausnahmesituationen wie dieser abspielt. Der Gedanke an Flucht, mag er bei klarer Überlegung noch so abwegig erscheinen, erscheint da nicht selten als letzter Ausweg.
Zu meiner großen Erleichterung, zeigte sich Harmann absolut kooperativ. Er dachte nicht einmal an eine, ohnehin aussichtslose, Flucht.
Nach wenigen hundert Metern, stoppten wir an der Stelle, wo sich vor einer Woche noch eine mit Stroh gefüllte Scheune befand. Von der nichts als halbverkohlte Trümmer übrig geblieben war. Mühsam versuchte er die entscheidenden, im tiefen Alkoholnebel versunkenen Momente ins Bewusstsein zurückzuholen. In diesem Moment trat ein älterer, hagerer Mann auf uns zu. Die unverkennbare Ähnlichkeit in den Gesichtern ließ unschwer vermuten, dass es bei ihm um den Vater des Beschuldigten handelte. Stumm sahen sich die Männer an. Dicke Tränen liefen ihnen dabei über die Wangen. „ Warum?“, schluchzte der Vater mit zitternder Stimme. Hilflos weinend zuckte der Sohn mit den Schultern. In Situationen wie diesen fällt es schwer, „ nur Polizist“ zu sein. Wieder einmal zeigte sich mit aller Deutlichkeit, dass Straftäter zugleich auch Opfer sein können. Opfer ihrer selbst. Irgend eine „Fehleinstellung“, im komplizierten „Mechanismus Mensch“, konnte unter bestimmten Umständen fatale Folgen haben.
Major Buchwalder wartete einen Moment. Dann legte er dem Vater sanft die Hand auf die rechte Schulter und sagte: „ Ich habe vollstes Verständnis für ihren Kummer. Aber wir müssen hier weiter unserse Arbeit machen. Alles weitere wird sich klären.“
Der Vater schluchzte noch einmal, ehe er sich aufs Fahrrad schwang. Hartmann sah ihn hilflos hinterher.
Gegen Mittag fuhren wir zurück nach Seelow. Die Brandserie von Wulkow schien nun endgültig aufgeklärt zu sein. Jetzt fehlte nur noch die abschließende Vernehmung des Beschuldigten. Anschließend würde er dann dem Haftrichter im Kreisgericht Seelow, vorgeführt werden. Niemand zweifelte ernsthaft daran, dass dem Haftbefehl nicht stattgegeben wird. Zu eindeutig die Beweislage! Wirklich? Am nächsten Tag erschien in der Bezirkszeitung „ Neuer Tag“, ein ausführlicher Bericht über den Ermittlungserfolg der Volkspolizei. Ohne wenn und aber: der LPG-Bauer galt sowohl in den Augen der Polizei als auch der Öffentlichkeit, als überführt. Die Vorführung vor dem Haftrichter des Kreisgerichtes Seelow, erschien lediglich als notwendige Formsache. Selbst der größte Skeptiker zweifelte nicht, dass der Richter am Ende gegen den Wulkower Haftbefehl erließ.
Aber wie heißt es so schön: Manchmal kommt es anders und meistens als man denkt. Zur nicht geringen Überraschung aller Anwesenden, widerrief der LPG-Bauer vor dem Hatfrichter, sein Geständnis. Er bestritt zwar nicht, an den späteren Brandorten vorbeigelaufen zu sein. Ihm fehlte jedoch, Alkoholbedingt, jegliche Erinnerung an die konkrete Tatzeit. Eine reine Schutzbehauptung? Solange keine weiteren Beweise für die Täterschaft vorlagen, sah sich der Haftrichter gezwungen, dem Haftbefehl nicht stattzugeben. Trotz akribischer Suche, war es den Kriminaltechnikern nicht gelungen, auswertbare Spuren zu sichern. Was das Feuer nicht zerstörte, wurde vom Löschwasser hinweggespült. Riesengroße Enttäuschung breitete sich unter den Kriminalisten, die sich um die Früchte ihrer Arbeit betrogen sahen, aus. Doch so leicht wollten sich die Männer um Major Buchwalder nicht geschlagen geben. Man brachte den LPG-Bauern wieder zurück in den Gewahrsam. Dessen Gefühlschaos, hin und hergerissen zwischen Hoffen und Bangen, kann man wohl kaum erahnen.
Als ich gegen 17:00 Uhr meinen Nachtdienst antreten wollte, befand sich de LPG-Bauer noch immer in der Zelle. Tief unten im Keller des Volkspolizeikreisamtes. Statt auf Streife zu gehen, stand für mich zu aller erst Zellenaufsicht auf dem Plan. Der Operative Diensthabende unterrichtete mich in knappen Worten über den Stand der Dinge. Zunächst wollte ich meinen Ohren nicht trauen! Einigkeit bestand darin, dass sich der Mann in einem psychologischen Ausnahmezustand befand. Der Kreisstaatsanwalt wollte sich noch einmal mit dem Richter in Verbindung setzen. Um diesen zu überzeugen, den Haftbefehl doch noch zu erlassen. Binnen einer einzigen Stunde, drohte der spektakuläre Ermittlungserfolg in eine beispiellose Blamage umzuschlagen. Bis zur endgültigen Entscheidung, sollte der Wulkower in der Zelle verbleiben.
Links neben dem Eingang zur Pförtnerloge, führten ausgelatschte Treppenstufen nach unten. In den Kellergang. An dessen Ende sich der Gewahrsamstrakt befand. Ich klopfte gegen eine schwere, metallene Tür. Unterwachtmeister Achim West öffnete mir. Achim sah bleich und müde aus. Kein Wunder bei dieser sauerstoffarmen, verbrauchten, von einem ekelhaften Gemisch aus Tabakrauch und menschlichen Ausdünstungen geschwängerter Luft im Gewahrsam. Der Aufenthalt im Zellentrakt gestaltete sich zur Qual. Sowohl für die Insassen als auch für den jeweiligen Wachhabenden. Es wurde streng darauf geachtet, dass die Zellenaufsicht den Bereich nicht ohne Erlaubnis verließ. Nicht ohne Grund: zwei Jahre zuvor hatte sich ein überführter Kinderschänder an der Heizung mit einer Schnur erdrosselt. Während der diensthabende Wachtmeister in der Konsum-Kaufhalle nach Bananen anstand.
Immerhin wurde der Zellentrakt nach dem Vorkommnis modernisiert. Fortan verfügten die Zellen über eine, mit dem „ODH-Bereich“ verbundene optische Signalanlage. Weiterhin verlangte die Vorschrift, dass der Wachhabende in zwanzigminütigem Abstand eine Sichtkontrolle durchführte. Deren Ergebnis in einem grünen Aufzeichnungsbuch akribisch nachgewiesen werden musste.
Bei der Übergabe nahm nahm ich Hartmann, der unruhig in der engen Zelle auf und ab lief, in Augenschein. Als er mich sah, huschte ihm ein kaum merkliches Lächeln übers Gesicht.
„ Können Sie bitte nachfragen, wie lange ich hier noch auf eine Entscheidung warten muss?“, bat er mich geradezu flehentlich. „ Ich kümmere mich darum“, versprach ich ihm. Obwohl ich wusste, dass etwaige Nachfragen keinen Sinn hatten. Der Kreisstaatsanwalt würde sich schon früh genug melden. Früh genug? So etwas konnte wohl nur jemand denken, vor den Gitterstäben saß. Und nicht dahinter auf eine schwerwiegende Entscheidung wartete.
Trotzdem unternahm ich, bei der telefonischen Übernahmemeldung, einen ersten zwarten Versuch. „ Wie lange das noch dauert? Du weißt doch das die unsere Justiz nicht die schnelle ist“, antwortete der Diensthabende. „ Aber schau mal bitte nach, der Hartmann hat gerade geklingelt.“
Eine Gittertür trennte den Zellengang vom Aufenthaltsraum des Wachhabenden. Ich schloss zunächst die Gittertür auf. Um dann die Tür von Hartmanns Zelle zu öffnen. „ Bitte, darf ich eine rauchen?“ Bernd Hartmann flatterte am ganzen Körper. Kein Wunder, bei solchen Aussichten. In den kommenden Minuten oder gar Stunden, würde sich sein weiteres Schicksal entscheiden. Zur Auswahl standen die Einweisung in die Untersuchungshaftanstalt Frankfurt (Oder), oder die Entlassung. Unabhängig davon, dürfte sein Ruf erheblich gelitten haben. Denn wie heißt es so schön? Irgend etwas bleibt immer hängen? Verständlicherweise bereitete ihm dieser Umstand zurzeit die geringsten Sorgen.
Ich holte Hartmann Zigaretten und Feuer und ließ ihn auf dem Flur Platz nehmen. „ Tuen Sie mir bitte den Gefallen und lassen mich hier draußen warten.“ Normalerweise hätte ich diese Bitte abschlägig beschieden. Aber hier war nichts mehr normal. Schuldig oder nicht, Bernd Hartmann stand unmittelbar vor dem psychischen Zusammenbruch. In Absprache mit dem ODH, der sich sofort einverstanden erklärte, durfte Hartmann die Zeit bis zur Entscheidung, vor der Zelle verbringen. Eine Zigarette nach der anderen rauchend, immer wieder umherlaufend, harrte er dem Lauf der Dinge. Dabei schaute er mich immer wieder hilfesuchend an. Dabei konnte ich ihm wohl am wenigsten helfen. Zur Ablenkung redeten wir über dieses und jenes. Eigentlich völlig belangloses Zeug. Kinder, Wetter, Grundstück. Was man eben so spricht. Endlich klingelte das Telefon. Hoffmungsvoll nahm ich den Hörer ab. Fehlanzeige! Der ODH wollte nur wissen, ob es Vorkommnsise gab. Hartmann sank enttäuscht zusammen. Steckt sich eine Zigarette mit dem glühenden Stummel der anderen, halb aufgerauchten an. Ging wieder auf „Wanderschaft“. Allmählich artete das ganze in Folter aus, dachte ich wütend. Hartmann tat mir unendlich leid. Selbst auf die Gefahr hin, dass das der folgende Satz merkwürdig oder unglaubwürdig klingt: Mittlerweile war es mir völlig schnuppe, ob Hartmann die Brände gelegt hat, oder nicht! Von ganzem Herzen gönnte ich ihm die Rückkehr nach Hause. Ob das ganze der beklemmenden Gesamtsituation, Hartmanns sympathischer Ausstrahlung oder der auf dem engen Raum zwangsläufig sich ergebenen Nähe geschuldet war, kann ich nicht sagen. Stockholm-Syndrom einmal anders: Bewacher solidarisiert sich mit „seinem“ Gefangenen.
Als dann endlich, nach beinahe zwei Stunden, die erlösende Nachricht eintraf, hätte ich am liebsten laut losgejubelt. Wieder sah mich Hartmann in einem unbeschreiblichen Mix aus Angst und Hoffnung an. „ Ab nach Hause“, rief ich ihm lächelnd zu, worauf er erleichtert die Hände über den Kopf zusammenschlug.
Am Ende blieb die Frage nach dem Täter bis heute offen. Die mysteriöse Brandserie in Wulkow „flackerte“ nie mehr auf. Hatte Bernd Hartmann die Brände tatsächlich nicht gelegt? Auch diese Frage wird wohl für alle Zeiten unbeantwortet bleiben. Die gesicherten Beweise gegen ihn reichten damals nicht aus. Möglicherweise hat Hartmann aus seiner Festnahme die notwendigen Schlußfolgerungen gezogen und von nun an die Finger vom Alkohol gelassen?
Eine weitere, für alle Zeiten unbeantwortete Frage.

Gruß an alle
Uwe


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#391

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 10:38
von Gert | 12.362 Beiträge

Hallo Uwe, habe gerade den Bericht über den Brand gelesen. Sehr unterhaltsam und spannend geschrieben.Möchte fast sagen, du hast den "falschen" Beruf. Hättest Schriftsteller werden sollen. Aber als Polizist bist du sicher auch sehr gut, man kann es herauslesen, dass du diesen Beruf mit Menschlichkeit und Einfühlungsvermögen ausübst. Danke sehr für den unterhaltsamen Bericht.

Einen schönen Sommertag wünscht dir vom Rhein Gert

edit Fähler


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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zuletzt bearbeitet 19.07.2013 10:48 | nach oben springen

#392

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 18:08
von ABV | 4.204 Beiträge

Hallo Gert!
Erstmal Danke für dein Lob und das gezeigte Interesse. So richtig " auf der Straße tätig", bin ich schon seit über elf Jahren nicht mehr. Meine derzeitige Aufgabe hängt mit der deutsch-polnischen Polizeizusammenarbeit zusammen. Ich hoffe mal, dass ich während meiner Zeit einigermaßen Menschlich war. Obwohl das bei einigen Mitbürgern und in etlichen Situationen nicht immer leicht gewesen ist.

Viele herzliche Grüße von der Oder an den Rhein

Uwe


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#393

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 18:41
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@Uwe
Du sprichst mir aus dem Herzen. Es war damals wirklich nicht immer leicht aber auch ich blieb menschlich.Und das hat sich bis heute nicht geändert.
Der Unterschied ist für meine Begriffe der, dass deine Person von damals noch bleich wurde, als der Haftrichter anstand.
Heute lachen mir welche ins Gesicht und erwarten "Wunder" von ihren Anwälten.
Der Zahn ist aber auch gezogen, erst mal in U-Haft und mal sehen, was die Polizei bis zur Haftprüfung noch für Beweise vorlegen kann?
Da habe ich wieder Zeit zu ermitteln und die meisten bleiben ohne Entlassung bis zur Gerichtsverhandlung in Haft.
Damals ging es um Diebstahl und Brandstiftung. Heute geht es um Drogenhandel, Diebstahl hochwertiger Fahrzeuge (die dann in deine Region überführt werden) sowie Schwerstkriminalität.
Mir macht mein Beruf, oder besser gesagt ist es doch "Berufung" trotzdem noch Spass. "Spass" heißt, den Täter zu überführen und
dem Opfer auch heute noch Vertrauen in die polizeiliche Ermittlungstätigkeit zu geben..

VG. Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#394

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 18:58
von ABV | 4.204 Beiträge

@Andreas
Immer wenn ich schreibe, wundere ich mich darüber, wie schnell doch die Zeit vergangen ist und wie sich die Welt verändert hat. Eines ändert sich wohl nie: das alte " Räuber & Gendarm-Spiel". Wer anderen Leuten Schaden zufügt, sei es körperlich oder finanziell, gehört bestraft. Dafür haben wir Polizisten zu sorgen. Ich kann ja von meinem Dienstsitz einiges bewirken. Um eben diesen Lumpen das Handwerk zu legen. Das ist jedes Mal ein schönes Gefühl, wenn wieder ein Autodieb durch unsere Arbeit Dingfest gemacht werden kann. Stimmt, der Beruf macht mir, auch nach fast dreißig Dienstjahren, noch immer Spaß. Trotz aller größeren oder kleineren Schwierigkeiten.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


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#395

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 19:18
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #394
@Andreas
Immer wenn ich schreibe, wundere ich mich darüber, wie schnell doch die Zeit vergangen ist und wie sich die Welt verändert hat. Eines ändert sich wohl nie: das alte " Räuber & Gendarm-Spiel". Wer anderen Leuten Schaden zufügt, sei es körperlich oder finanziell, gehört bestraft. Dafür haben wir Polizisten zu sorgen. Ich kann ja von meinem Dienstsitz einiges bewirken. Um eben diesen Lumpen das Handwerk zu legen. Das ist jedes Mal ein schönes Gefühl, wenn wieder ein Autodieb durch unsere Arbeit Dingfest gemacht werden kann. Stimmt, der Beruf macht mir, auch nach fast dreißig Dienstjahren, noch immer Spaß. Trotz aller größeren oder kleineren Schwierigkeiten.

Viele Grüße aus dem Oderland
Uwe


Hallo Uwe,

Zu den Tiefen Deines Jobs gehören bestimmt die Toten. Nun haben sich bei Seelow wieder 3 junge Leute totgefahren und eine 14jährige liegt im Krankenhaus. Der Baum stand vermutlich nicht auf der Straße....

Gruß, Kurt


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#396

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 19:24
von Kurt | 933 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #393
@Uwe
Du sprichst mir aus dem Herzen. Es war damals wirklich nicht immer leicht aber auch ich blieb menschlich.Und das hat sich bis heute nicht geändert.
Der Unterschied ist für meine Begriffe der, dass deine Person von damals noch bleich wurde, als der Haftrichter anstand.
Heute lachen mir welche ins Gesicht und erwarten "Wunder" von ihren Anwälten.
Der Zahn ist aber auch gezogen, erst mal in U-Haft und mal sehen, was die Polizei bis zur Haftprüfung noch für Beweise vorlegen kann?
Da habe ich wieder Zeit zu ermitteln und die meisten bleiben ohne Entlassung bis zur Gerichtsverhandlung in Haft.
Damals ging es um Diebstahl und Brandstiftung. Heute geht es um Drogenhandel, Diebstahl hochwertiger Fahrzeuge (die dann in deine Region überführt werden) sowie Schwerstkriminalität.
Mir macht mein Beruf, oder besser gesagt ist es doch "Berufung" trotzdem noch Spass. "Spass" heißt, den Täter zu überführen und
dem Opfer auch heute noch Vertrauen in die polizeiliche Ermittlungstätigkeit zu geben..

VG. Andreas


Danke Andreas!

Die Polizei von heute kann einem fast schon leid tun, wenn man liest, daß sie erfolgreich Verbrecher fängt, die dann wieder auf freien Fuß kommen.
Euch gilt mein Respekt. Zumindest gefühlt, stand die Staatsmacht vor 1990 stärker hinter ihrer Polizei. Da war mehr Respekt in der Bevölkerung.
Ich habe in Berlin erlebt, wie ein "Mitbürger mit Migrationshintergrund" sogar eine Polizistin bespuckt hat. Ein Unding!

Viele Grüße,

Kurt


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#397

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 19:41
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@Kurt
Wie es Uwe so schön in einem Beitrag geschrieben hat, nachdem ich erwähnt hatte, dass mir die Hand ausgerutscht ist.
"Wir sind Profis u. die sind auch nur Menschen".. Es darf halt nicht passieren.
Aber egal, ich freue mich immer wieder Menschen helfen zu können und mich am Abend mit meiner Frau drüber unterhalten zu können.
Dank der Tätigkeit von Uwe jetzt, konnten einige hochwertige Fahrzeuge, die in Leipzig entwendet wurden, an die Eigentümer übergeben werden.
Das ist schon ein Erfolg.

Gruß Anreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
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#398

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 20:04
von ABV | 4.204 Beiträge

@Kurt: so wie es aussieht, hat überhöhte Geschwindigkeit bei dem Unfall bei Seelow, eine große Rolle gespielt. Wer die Straße kurvenreiche Straße zwischen Seelow und Gusow, wo der Unfall passiert ist, kennt, weiß das man dort nicht viel schneller als achtzig km/h fahren sollte.
Auf dieser Strecke haben sich schon viele totgefahren. Auch zu DDR-Zeiten. Einmal, Ende der fünfziger Jahre, soll dort auch ein Mannschaftstransporter der Volkspolizei verunglückt sein. Wobei es mehrere Tote und Schwerverletzte gab. Leider weiß ich darüber nichts genaues. Im Sommer 1988 verbrannte ein junger Mauerer, der gerade auf dem Weg zur "Schwarzarbeit" war, in seinem Trabbi. Nachdem er aus unbekannter Ursache mit einem Baum kollidierte. Die Liste der Unfälle ist ewig lang. Leider werden die Menschen nicht wirklich schlau daraus.

Gruß Uwe


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#399

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 22:24
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #392
Hallo Gert!
Erstmal Danke für dein Lob und das gezeigte Interesse. So richtig " auf der Straße tätig", bin ich schon seit über elf Jahren nicht mehr. Meine derzeitige Aufgabe hängt mit der deutsch-polnischen Polizeizusammenarbeit zusammen. Ich hoffe mal, dass ich während meiner Zeit einigermaßen Menschlich war. Obwohl das bei einigen Mitbürgern und in etlichen Situationen nicht immer leicht gewesen ist.

Viele herzliche Grüße von der Oder an den Rhein

Uwe



das kann ich verstehen. Ich habe in den 48 Jahren in denen ich nun in der Bundesrepublik lebe, es immer als positiv empfunden,dass unsere Polizei mit uns Bürgern erstens auf Augenhöhe spricht und zweitens auch eine höflich Tonlage drauf hat, wenn man mit ihr spricht und das ausnahmslos. Natürlich setzt das voraus, dass man selbst mit ihr genauso respektvoll umgeht. Das habe ich in jungen Jahren in der DDR mit der VP nicht so kennengelernt, daher war es eine sehr positive Überraschung, als ich damals im Westen den ersten Kontakt mit einem Polizisten hatte, wie das ablief.
Aus diesem Grunde bin ich auch sehr aufgebracht über einen Foristen, der unsere Polizei mit der sehr abwertenden Bezeichnung " Schmier " betitelt, einem üblen Gossenjargon des vorigen Jahrhunderts.


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#400

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 19.07.2013 22:52
von ABV | 4.204 Beiträge

@Gert: da sprichst du was Wahres an. Ich persönlich, kann zum Beispiel auch den allgemein gültigen Begriff " Bulle" nicht verknusen. Obwohl dieser mittlerweile selbst von vielen Polizisten im internen Sprachgebrauch benutzt wird. Bei einem Bullen muss ich immer an einen zentnerschweren Hörnerbewehrten Fleischkoloss denken, der sein Gegenüber aus rotunterlaufenen Augen mustert. Um ihn auf die Hörner zu nehmen.
Übrigens stellte der Begriff "Bulle", auch in der DDR keine Beleidigung dar. Solche "Nettigkeiten" mussten wir schon damals hinnehmen. Wohlgemerkt, ich spreche von den letzten Jahren der DDR. So ab 1985. Wie das zuvor gehandhabt wurde, kann ich nicht sagen.
Was den rauen Umgangston der VP gegenüber Bürgern angeht: Ich kann das so nicht bestätigen. Sicher gab es solche Typen auch. Aber die Volkspolizisten die ich kenne, waren stets um einen vernünftigen Umgangston bemüht. Darauf achteten schon die Vorgesetzten. Möglicherweise, ich kann da wieder nur spekulieren, setzte in den letzte Jahren eine Art Qualitätssprung bei der Volkspolizei ein. Bedingt durch den Umstand, dass niemand mehr eingestellt wurde, der lediglich über einen "Acht-Klassen-Schulabschluss" verfügt.
In einigen Dingen könnte sich so mancher Polizist heute, an der VP ein Beispiel nehmen. Zum Beispiel hätte sich kein Volkspolizist gewagt, ohne Dienstmütze auf der Straße herumzulaufen. So etwas sieht man heute selbst bei Verkehrskontrollen. In Polen wäre so etwas übrigens ebenfalls undenkbar. Des Weiteren hatte sich jeder Volkspolizist beim Einschreiten mit Dienstgrad und Name vorzustellen. Auf Verlangen musste sogar der Dienstausweis gezeigt werden. Heute vermuten einige Schlimmes, nur weil sie Namensschilder an den Uniformen tragen sollen.

Gruß Uwe


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