#321

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:14
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #317
Hallo,Frage an die Alten bis noch Älteren, wieweit war in de rvolkspolizei auch nach 1945 der demokratische Geist
der "Preussischen Polizei" des Carl Severing noch vorhanden oder wiederbelebt worden?

http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Kr%C3%BCtzfeld

Gesetze zu achten nach Wortlaut und Geist? Daß zur Zeit der Waldheimprozesse das nicht immer ging ist klar, Politik
betraf aber auch immer nur einen sehr kleinen Teil der Polizeiarbeit. .


Ich bin zwar kein " Alter", habe aber trotzdem während meiner wenigen Dienstjahre bei der VP gelernt, dass der Bürger im Mittelpunkt unseres Bemühens zu stehen hat. Da wurde nicht nach politischer Überzeugung oder Parteibuch gefragt. Wer in Not geriet, dem wurde geholfen! Trotzdem geschah eben alles unter den wachsamen Augen der Partei! Jede Handlung der VP, galt gewissermaßen als politischer Akt. Und hatte im Sinn der SED zu erfolgen. Gott sei Dank, dass man sich heute solchen Zwängen nicht mehr auszusetzen braucht.


Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#322

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:17
von ABV | 4.202 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #320
Zitat von werner im Beitrag #319
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #311
War schon putzig wenn die mit ihren dicken Bäuchen vom Betriebsgelände abgerückt sind.


Disziplin und Kampfkraft misst man nicht nur an der Perfektion des Gleichschritts.

Mag schon sein, dass das putzig aussah. In meiner Erinnerung haben sie die "Dynamik" der Wehrpflichtigen mit Erfahrung und Abgeklärtheit ausgeglichen.


Habe Kampfgruppen in Prora zur Gegnerdarstellung erlebt.Sie waren ernstzunehmende Gegner und wir keine 08/15 Truppe.
Einmal beim MDI eine Übung mit KG gefahren.Die waren einfach gut.

seaman



Der Ausbildungsstand variierte ganz sicher erheblich. Mit den Bauernlümmeln aus dem Oderbruch, konnte man jedenfalls keinen Krieg gewinnen.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

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#323

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #322
Zitat von seaman im Beitrag #320
Zitat von werner im Beitrag #319
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #311
War schon putzig wenn die mit ihren dicken Bäuchen vom Betriebsgelände abgerückt sind.


Disziplin und Kampfkraft misst man nicht nur an der Perfektion des Gleichschritts.

Mag schon sein, dass das putzig aussah. In meiner Erinnerung haben sie die "Dynamik" der Wehrpflichtigen mit Erfahrung und Abgeklärtheit ausgeglichen.


Habe Kampfgruppen in Prora zur Gegnerdarstellung erlebt.Sie waren ernstzunehmende Gegner und wir keine 08/15 Truppe.
Einmal beim MDI eine Übung mit KG gefahren.Die waren einfach gut.

seaman



Der Ausbildungsstand variierte ganz sicher erheblich. Mit den Bauernlümmeln aus dem Oderbruch, konnte man jedenfalls keinen Krieg gewinnen.

Gruß Uwe


Denke zu dem Thema wird Vierkrug noch viel beitragen.

seaman


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#324

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:22
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Das denke ich auch. Mich interessiert vor allem, warum im Oktober 1989 viele Bürger aus den Kampftruppen ausgetreten sind?
Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#325

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:22
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #322
Zitat von seaman im Beitrag #320
Zitat von werner im Beitrag #319
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #311
War schon putzig wenn die mit ihren dicken Bäuchen vom Betriebsgelände abgerückt sind.


Disziplin und Kampfkraft misst man nicht nur an der Perfektion des Gleichschritts.

Mag schon sein, dass das putzig aussah. In meiner Erinnerung haben sie die "Dynamik" der Wehrpflichtigen mit Erfahrung und Abgeklärtheit ausgeglichen.


Habe Kampfgruppen in Prora zur Gegnerdarstellung erlebt.Sie waren ernstzunehmende Gegner und wir keine 08/15 Truppe.
Einmal beim MDI eine Übung mit KG gefahren.Die waren einfach gut.

seaman



Der Ausbildungsstand variierte ganz sicher erheblich. Mit den Bauernlümmeln aus dem Oderbruch, konnte man jedenfalls keinen Krieg gewinnen.

Gruß Uwe



Uwe,

die Kampfgruppen hatten ja auch nicht die Aufgabe einen Krieg zu gewinnen. Die Aufgaben der Kampfgruppen lagen da etwas anders.


zuletzt bearbeitet 02.07.2013 17:23 | nach oben springen

#326

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 17:26
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #320
Zitat von werner im Beitrag #319
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #311
War schon putzig wenn die mit ihren dicken Bäuchen vom Betriebsgelände abgerückt sind.


Disziplin und Kampfkraft misst man nicht nur an der Perfektion des Gleichschritts.

Mag schon sein, dass das putzig aussah. In meiner Erinnerung haben sie die "Dynamik" der Wehrpflichtigen mit Erfahrung und Abgeklärtheit ausgeglichen.


Habe Kampfgruppen in Prora zur Gegnerdarstellung erlebt.Sie waren ernstzunehmende Gegner und wir keine 08/15 Truppe.
Einmal beim MDI eine Übung mit KG gefahren.Die waren einfach gut.

seaman




Zitiere mal aus dem KG-Board:


Ich kann mich an eine Übung der KGA erinnern, die auf der Insel Rügen (natürlich an einem Wochenende)
durchgeführt wurde.
Eine Einsatzgruppe von uns war aufzuspüren durch diese Kräfte. Heute weiß ich, dass das Kampfkräfte gewesen sein
müssen.

Wir lagen bestens getarnt in einem Wäldchen und sahen schon von weitem die Männer in loser Schützenkette sich
dem Waldrand nähern und verzogen uns in unsere sehr gut getarnten Stellungen.

Die Truppe marschierte über uns weg, wie eine Herde Elefanten. Es gab schon erste Erscheinungen bei uns,
die Männer zu belächeln. Plötzlich tauchte eine zweite Reihe dieser Kämpfer auf und wir verschwanden wieder.
Nach 20 Minuten (oder so) krochen wir aus unseren Verstecken in der Gewißheit, "na, die haben wir aber schön
ins Leere laufen lassen". Und plötzlich wurden wir angeschossen und wenige Minuten darauf waren die Männer,
die über uns weggetrampelt sind auch wieder zur Stelle und kreisten uns gekonnt ein. Was war geschehen ?

Die Männer waren einfach clever. Zweimal über uns drüber mit Radau und uns in Sicherheit wiegen. Eine dritte
Gruppe, viel weiter auseinander gezogen und auf leisen Sohlen, folgte nämlich der zweiten "Rotte" in gehörigem
Abstand und bewegte sich wie ausgebildete Aufklärer und stieß natürlich auf die entspannt lachenden Jäger. Die
holten dann über Funk die anderen Kämpfer zurück und als der Drops praktisch schon gelutscht war, eröffneten
Sie das Feuer auf uns.

So waren die Männer der KGA. Nicht zu unterschätzen. Wer das tat hatte schon verloren.
Die Kampfgruppen waren gediente Reservisten


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#327

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 18:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #324
Das denke ich auch. Mich interessiert vor allem, warum im Oktober 1989 viele Bürger aus den Kampftruppen ausgetreten sind?
Gruß Andreas


Zum einem hing das mit den neuen Ausbildungsthemen Räumen und Sperren von öffentlichen Strassen und Plätzen und der damit in den MPS gegebenen Argumentationen zusammen. Zum anderem waren die KG-Angehörigen auch ein Teil des Volkes der DDR.
Für mich damals noch erstaunlich, was bei der Überprüfung der Einsatzbereitschaft für Ergebnisse herauskamen. Das I. KGB (m) hatte Ende Oktober 1989 bei einer Alarmüberprüfung noch einen anwesenden Personalbestand von über 67 Prozent zu verzeichnen - ohne Reserve. Hätte man die Reserve hinzugezogen, wären etwas über 80 Prozent herausgekommen und somit wäre die volle Handlungsfähigkeit und Einsatzbereitschaft des Bataillons gegeben gewesen. Die 50. KGH (m) hatte ähnliche Ergebnisse aufzuweisen. Somit waren beide Bezirkskampfkräfte noch voll einsatzfähig gewesen.
Was ich den KG-Angehörigen hoch anrechne, ist der Umstand, dass sie einen sehr geordneten Rückzug antraten und nicht wie vom Trog wegrannten, wie andere. Sie hatten eine hohe Disziplin bis zum letzten Tag und bis zur letzten Stunde. Der Kommandeursbestand ließ es sich auch nicht nehmen, bei der Übergabe der Technik und der B/A an das "Bürgerkomitee" anwesend zu sein und sich letztmalig mit militärischer Grußerweisung von ihr auch zu verabschieden.

Wer der Meinung ist, dass die KG ein netter Feierabend- und Wochenendverein war, der hat sich gewaltig in der Kampfkraft bestimmter Einheiten getäuscht. Ein Kampfgruppenbataillon verfügte einschließlich der Reserve immerhin über einen Personalbestand von ca. 600 Mann. An Technik u.a. 3 SPW PSH, 10 SPW 152 BTR, 1 SPW 40, 1 W 50 mit Stabskofferaufbau, 1 RKW, entsprechende MTW W 50 für die 2. und 3. Hundertschaft, Zugmittel LO für 3 Pak, 3 ZU 23 und Transportfahrzeuge für den Granatwerferzug (3 Granatwerfer), 3 UAZ mit SPG-9 auf Speziallafette, Fla-MG´s 12,7 mm in jeder Hundertschaft bei der Fla-MG-Gruppe, 1 Sankra auf LO-Basis, 1 B100 - Sankra, Funk- und pioniertechnische Ausrüstungen wie Mot.-Schützenbataillone der NVA, Kradfahrzeuge für die Regulierer und... und...

Anhand der Dislozierung der Kampfgruppeneinheiten von 1988, erkennt man, welch gewaltiges Potential da vorhanden war. Deshalb fiel es auch der gegnerischen Seite unheimlich schwer, eine reale Kampfkrafteinschätzung zu Kampfgruppen vorzunehmen.
1988 gab es insgesamt 2012 Kampfgruppeneinheiten, davon 55 Bezirkskampfkräfte (Bataillone und verstärkte Hundertschaften), 526 Kreiskampfkräfte (Hundertschaften (mot.), Hundertschaften) und 1440 Sicherungseinheiten (Hundertschaften und selbstständige Kampfgruppenzüge).

Die Einsatz- und Aufgabenstellungen für die jeweiligen Kampfgruppeneinheiten waren unterschiedlicher Natur. Dazu kann man spätere Ausführungen tätigen.

Vierkrug


chantre, RudiEK89, passport und ABV haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.07.2013 18:39 | nach oben springen

#328

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 18:46
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Alfred im Beitrag #318
Zitat von seaman im Beitrag #315
Zwar wenige,aber es gab auch Frauen bei den KG.

seaman


Wenn ich es richtig in Erinnerung habe aber nur im Sanitätsdienst, nicht als Kämpferinnen.


Es gab Frauen auch in den Mot.-Schützeneinheiten, die in den Hundertschaftstrupps, im Versorgungszug, aber auch im Stab als Gehilfe des Stabschefs, wie auch im Politorgan als Propagandist ihren Dienst versahen. Im Sani-Zug selbstredend.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 02.07.2013 19:03 | nach oben springen

#329

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 18:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ABV im Beitrag #308
Ging mir auch so Andreas. Die Kampfgruppen habe ich immer nur von weitem gesehen. Wenn sie zu irgend einer Übung ausrückten, bzw zurückkehrten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die schmierbäuchigen älteren Herren, im Ernstfall etwas ausrichten konnten.

Gruß Uwe


rot markiert - diese Aussage empfinde ich als Beleidigung gegenüber den Kämpfern, die ihre Freizeit opferten, um ihren spezifischen Beitrag zum militärischem Schutz der DDR beizutragen.

Vierkrug


damals wars und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#330

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 18:52
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #329
Zitat von ABV im Beitrag #308
Ging mir auch so Andreas. Die Kampfgruppen habe ich immer nur von weitem gesehen. Wenn sie zu irgend einer Übung ausrückten, bzw zurückkehrten. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die schmierbäuchigen älteren Herren, im Ernstfall etwas ausrichten konnten.

Gruß Uwe


rot markiert - diese Aussage empfinde ich als Beleidigung gegenüber den Kämpfern, die ihre Freizeit opferten, um ihren spezifischen Beitrag zum militärischem Schutz der DDR beizutragen.

Vierkrug


@Vierkrug
Musst doch die Worte nicht auf die berühmte "Goldwaage" legen.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#331

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:07
von Lutze | 8.033 Beiträge

als DDR-Ausreisewillige die Prager Botschaft Richtung Bundesrepublik verlassen haben,
wurden sie mit Zügen über die DDR in den Westen gebracht,in Dresden gab es da auch
richtige Krawalle am Hauptbahnhof mit der Volkspolizei,von friedlicher Revolution konnte
man da noch nicht sprechen,als Volkspolizist hätte ich da nicht stehen mögen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#332

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:13
von damals wars | 12.130 Beiträge

Ja, die versuchten es mit Mord und Brandstiftung.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#333

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:13
von Gelöschtes Mitglied
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Ich denke, man muß den Thread jetzt aufsplitten, denn sonst geraten Äpfel und Birnen durcheinander. Auch wenn die Volkspolizei für die militärische Anleitung und Ausbildung der KG-Einheiten zuständig war. Es gab ja auch die KG-Offiziere bei den VPKA, Transportpolizei- und BS-Ämtern. Seitens der BdVP war die Abt. Bereitschaften / Kampfgruppen federführend.

Vierkrug

Admins könnt ihr das auseinander klabüsern und die KG-Geschichte zum ursprünglichen Thread hinüberschieben ??? Danke !!!


zuletzt bearbeitet 02.07.2013 19:15 | nach oben springen

#334

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:22
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #332
Ja, die versuchten es mit Mord und Brandstiftung.

Wie kommst denn du zu der Aussage?


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#335

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:28
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #324
Das denke ich auch. Mich interessiert vor allem, warum im Oktober 1989 viele Bürger aus den Kampftruppen ausgetreten sind?
Gruß Andreas


Tja Rudi....
das mag vielleicht daran liegen,das es ja Erwachsene waren,ausgestattet mit Lebenserfahrung,Maenner die noch Hunger,Krieg,und Fuehrerparolen kannten und wenn ich mich recht entsinne,war bis zum gewissen Oktobertag ueberhaupt nicht klar,was da passieren kann.
Das ist ja genau der Punkt!
Nur meine Meinung,aber wenn "Krenzle"im Fersnsehen in die Kamera darueber spricht...was dem DDR Buerger aus Funk und Fernsehen als chinesische Loesung bekannt war....(also es auch nur anzudeuten),dann werden wohl bei manch Familienvater,Opa,Onkel,Bruder,Nachbar...was auch immer,die "Alarmglocken geleutet haben.
Sie haben einen "Rueckzug"gemacht,weil sie nicht in die Lage kommen wollten...auf die eigenen Landsleute,Kinder,Nachbarn etc. wohlmoeglich schiessen zu muessen.
Die Kaempfer lebten nicht unter einer "Glasglocke",sie waren taeglich im Betrieb,Meister,Arbeiter,Ausbilder und konnten auf Grund Ihrer taeglichen Erfahrungen im Betrieb und im Alltag...sehr wohl unterscheiden zwischen Propaganda und dem realen Leben.
Kurz gesagt, die "Leuts"wussten spaetestens seit Anfang der 80iger gings rapide Berg ab....und wer daran offene Kritik uebt(was in einer Diktatur nie geht,denn das ist immer der Anfang vom Ende von so einem Laden),kann in ernste Schwierigkeiten kommen....
Sein Land gegen einen Feind von aussen zu verteidigen ist eine Sache,aufs eigene Volk zu schiessen oder gegen das eigene Volk zu kaempfen, eine ganz andere und das wollten eben die wenigsten,sich nicht mehr vor den "Karren"spannen lassen",fuer eine Sache,die 1989 eben ganz anders aussah als 1961.

Sodann Gruss BO

P.S. Uebrigens wohnte ueber mir,ein stellv.Kommandeur einer Kampfgruppeneinheit (der natuerlich auch gemaess meiner kleinen bescheiden BSTU Akte eine politische und gesellschaftliche Einschaetzung meiner Person geliefert hat,also vor Einberufung GT)und wir haben viel gequatscht und geangelt,aber unter Umstaenden waeren wir imOkober 89 zu ernsten Gegenern geworden und geschont haetten wir uns nicht,wenns schief gegangen waere...mit den friedlichen Demos.

Sodann erst-einmal Gruss BO


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#336

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:49
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Deine Gedankengänge sind mir schon klar. Ich kenne persönlich viele Leute, die in der Kampfgruppe organisiert waren. Wie sich die KG. im Ernstfall (Ende 1989) verhalten hätte, können uns doch nur die Betroffenen erzählen. Unsere Meinung ist reine Spekulation.
Daran möchte ich mich nicht beteiligen.
Aber heute wird die Kampfgruppe als paramilitärische Einheit hingestellt, genau so wie die GST. Und das kann doch meiner Meinung, nicht sein.

Gruß Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#337

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:52
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Lagerten die Waffen der KG nicht teilweise oder sogar ganz in den VPKA?


zuletzt bearbeitet 02.07.2013 19:52 | nach oben springen

#338

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 19:57
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von RudiEK89 im Beitrag #336
Deine Gedankengänge sind mir schon klar. Ich kenne persönlich viele Leute, die in der Kampfgruppe organisiert waren. Wie sich die KG. im Ernstfall (Ende 1989) verhalten hätte, können uns doch nur die Betroffenen erzählen. Unsere Meinung ist reine Spekulation.
Daran möchte ich mich nicht beteiligen.
Aber heute wird die Kampfgruppe als paramilitärische Einheit hingestellt, genau so wie die GST. Und das kann doch meiner Meinung, nicht sein.

Gruß Andreas


Icke ooch...Rudi
Nun wie Vierkrug schon geschrieben hat,das es Kampfgruppen Einheiten gab(Vierkrug nannte das "bestimmte Einheiten,die militaerisch schon fit waren,ist doch nicht die Frage.
Nimm mal die Grossbetriebe in den Kombinaten z.B Buna /Leuna etc....nach meiner Meinung waren diese Einheiten sehr fit.

Ich "durfte"z.B. die Truppe Uhrenwerk Ruhla begruessen und ehrlich,auch nur meine Meinung,eine sehr familiaere freundliche Einheit und wer von den Leuts das hier liest....Willkommen uffn Boellerberg(gab immer legger Tomaten,Orangen,eine UHR und sehr gelassene ruhige "Veranstaltungen"...

Grussli BO


thomas 48 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.07.2013 20:30 | nach oben springen

#339

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 20:01
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #337
Lagerten die Waffen der KG nicht teilweise oder sogar ganz in den VPKA?


Hallo Grenzwolf...
jo,kleinere Einheiten VPKA.Grossbetriebe hatten eigene Hallen.

Es gibt hier nen Fred,da war das schon mal Thema....

Gruss BO


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#340

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 02.07.2013 20:12
von Gelöschtes Mitglied
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Andreas, eben weil man die KG nie richtig einordnen konnte, werden sie heute als paramiltärische Einheit bezeichnet. Die Realität und Praxis sah jedoch ganz anders aus.
Ich hatte anfänglich auch so meine vorgefasste Meinung zu den KG. Das änderte sich im dem Moment, wo ich dann Verantwortung für das I. Kampfgruppembataillon (mot.) "Paul Hornick" übertragen bekommen habe. Ich habe wunderbare Menschen kennengelernt, mit ihnen gemeinsam viele Stunden in Feld und Flur verbracht. Kannte ihre betrieblichen Sorgen und Probleme, die sie natürlich auch in die Ausbildung mitnahmen. Zahlreiche Führungskräfte waren HA-und Abt.-leiter, Betriebsingenieure, Forscher u.v.a mehr. Viele Kämpfer arbeiteten als Maschinisten, Schichtleiter u.a. Tätigkeiten. Trotz der militärischen Disziplin gab es ein besonderes Gefühl der Zusammengehörigkeit, denn der Kämpfer mußte sich auf seinen Nebenmann verlassen, wie der sich auch umgekehrt. Auch gehörte dazu das Vertrauen in die Entschlußkraft ihrer Unterführer und Kommandeure.
In den Ausbildungspausen und Ruhezeiten immer wieder Gespräche, die die MPS eigentlich überflüssig machten, denn diese Menschen standen mit beiden Beinen im praktischem Leben - sie wußten was sie taten und wofür sie es taten. Was sollten da manchmal die etwas überzogenen hochtheoretischen Themen in der MPS. Die Kommandeure waren in der Regel alles erfahrene Reserveoffiziere, die ihr militärischen Handwerk verstanden und oftmals in den taktischen Handlungen kreativer waren wie es die Ausbildungsoffiziere erwarteten.

Um eine Bezug zur Grenze herzustellen. Der letzte Bataillonskommandeur des I.KGB (m) "Paul Hornick", Peter W., war Hauptmann der Reserve und versah seinen Wehrdienst bei den Grenztruppen - um es genau zu sagen, zuletzt beim Sicherungszug Horst.

Die Waffen wurden in der Regel in den VPKA´s aufbewahrt. Lediglich Bezirkskampfkräfte hatten eigene Kampfgruppenobjekte, die von VP-Kräften gesichert und bewacht wurden.

Vierkrug


RudiEK89 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 02.07.2013 20:21 | nach oben springen



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