#281

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 28.06.2013 17:37
von Lutze | 8.040 Beiträge

an einigen LKW-Einsatzfahrzeugen wurden Schutzgitter angebracht,
um die Demonstranten zurück zudrängen,wurden die erst 1989
angebaut,oder gab es das schon früher?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#282

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 28.06.2013 18:15
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #281
an einigen LKW-Einsatzfahrzeugen wurden Schutzgitter angebracht,
um die Demonstranten zurück zudrängen,wurden die erst 1989
angebaut,oder gab es das schon früher?
Lutze


Also fürs "zurückdrängen" hätte die Motorleistung von LO oder W50 kaum gereicht. Das Ganze ging wohl auf einen Neurervorschlag zurück von jemanden, der so etwas auf Bildern aus dem NSW gesehen hat. Es ging darum, Wege durch dort stehen zu blockieren. Ich habe so etwas im Spätsommer 1989 an einem LO das allererste Mal gesehen. Die waren da noch recht grob zusammengeschweißt. Es brauchte dafür ein extra Anbauteil an der Kupplung vorne, das hatte so gut wie keines der Fahrzeuge.
In Leipzig war der Prozentsatz sehr gering. Unsere Kolonne hatte so etwas gar nicht, die BePo hatte pro Hundertschaft ein bis vier solcher Anbauteile. Die BePo und die Polizeischule Neustrelitz waren auch die einzige Truppe, bei der der Einsatz dieser Geräte zumindest provisorisch (einmal anbauen, hinstellen und wieder abbauen) geübt wurde. So richtig durchdacht war es damals wohl nicht.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#283

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 28.06.2013 18:42
von werner | 1.591 Beiträge

@S51
Diese Gitter wurden Sperrgitter, später Räumgitter genannt. Erstmals habe ich die auf einer Lehrvorführung in Belzig 1985 am W50LA - A gesehen, dass es so was gibt, wurde im Rahmen der Einsatzausbildung Ordnungs- und Sicherungseinsätze schon 1983 oder 1984 gelehrt, im Rahmen "Räumen von Straßen und Plätzen" mit und ohne Hilfsmittel.

In einem anderen Forum werden auch Bilder dieser Schilder am SPW 60 gezeigt, allerdings gab es das nicht in der DDR.

Die Anbauten am LO wundern mich etwas, kann ich mir so auch nicht erklären, weil der LO schon auf Grund seines Eigengewichtes und der Motorisierung nicht für solche Einsatzlagen geeignet war.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 28.06.2013 18:43 | nach oben springen

#284

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 29.06.2013 00:58
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo werner,

diese Einsatzausbildung im Rahmen "Räumen von Straßen und Plätzen" mit und ohne Hilfsmittel ab 1983 - war das eine Reaktion auf die Solidarność - Bewegung in Polen und die Befürchtung des Übergreifens dieser Bewegung auf die DDR?

Und eine zweite Frage. Direkt in Belzig?

OT Ich frage deswegen, weil ich ein paar Jahre dort in der Nähe (Schülerin in Wiesenburg) verbracht habe und erst nach der Wende z.B. über das Zwangsarbeiterlager in Belzig erfahren habe. Steht zwar nicht im Zusammenhang mit unserem Thema. aber es ist immer wieder erstaunlich welche Tabus in der DDR gab.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 29.06.2013 01:08 | nach oben springen

#285

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 14:12
von ABV | 4.204 Beiträge

Als ich 1985 die VP-Schule Neustrelitz während des Dienstanfängeröehrganges besuchte, wurde der Ausbildung mit Helm und Schlagstock, in Formation, nur wenige Ausbildungsstunden eingeräumt. Während der Ausbildung wurden überall Posten abgestellt, dass ja kein Unbefugter sieht, dass die VP über Sonderausrüstung verfügt. In wie weit die Bereitschaftspolizei in diesen Dingen ausgebildet wurde, kann ich nicht sagen. Bei der regulären Schutzpolizei spielten diese Dinge jedenfalls nur eine untergeordnete Rolle.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


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#286

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 18:44
von küchenbulle | 196 Beiträge

Hallo Leute !

Ja Uwe so kenne ich das auch von der VP-Schule in Potsdam , das war aber 1980 . Allerdings hatten wir neben Helm undSchlagstock -Lang
auch Schutzschilder , die müssen aus ziemlich hartem Material gewesen sein im oberen Teil waren die Dinger durchsichtig . Dann wurden zwei
Gruppen gebildet ,die eine waren die bösen Rowdys die eine kleine Demo machten und die Gruppe mit der Schutzausrüstung musste die
ganze Sache auflösen . Also das hat den Adrenalinspiegel schon etwas angehoben . Es wurden natürlich die Rollen auch getauscht ,es sollte
ja jeder die die unheimlich geheimen Ausrüstungsgegenstände mal tragen !
Der eine hat das mit dem Schlagstock wohl zu gut gemeint und dem anderen eine ganz schöne Platzwunde am Kopf verpasst , ja solche
Chaoten gabs auch . Aber solch komische Kunden hatte wohl jede Ausbildungseinheit ,manchmal haben wir uns bald bepisst
vor lachen was da so bei der Schutzpolizei eingestellt wurde . Die konnte man eigentlich garnicht auf die Menschheit loslassen .

Viele Grüße
der Küchenbulle


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#287

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 18:50
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #282
Zitat von Lutze im Beitrag #281
an einigen LKW-Einsatzfahrzeugen wurden Schutzgitter angebracht,
um die Demonstranten zurück zudrängen,wurden die erst 1989
angebaut,oder gab es das schon früher?
Lutze


Also fürs "zurückdrängen" hätte die Motorleistung von LO oder W50 kaum gereicht. Das Ganze ging wohl auf einen Neurervorschlag zurück von jemanden, der so etwas auf Bildern aus dem NSW gesehen hat. Es ging darum, Wege durch dort stehen zu blockieren. Ich habe so etwas im Spätsommer 1989 an einem LO das allererste Mal gesehen. Die waren da noch recht grob zusammengeschweißt. Es brauchte dafür ein extra Anbauteil an der Kupplung vorne, das hatte so gut wie keines der Fahrzeuge.
In Leipzig war der Prozentsatz sehr gering. Unsere Kolonne hatte so etwas gar nicht, die BePo hatte pro Hundertschaft ein bis vier solcher Anbauteile. Die BePo und die Polizeischule Neustrelitz waren auch die einzige Truppe, bei der der Einsatz dieser Geräte zumindest provisorisch (einmal anbauen, hinstellen und wieder abbauen) geübt wurde. So richtig durchdacht war es damals wohl nicht.


Vorbild war wohl so was, oder ähnlich.

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen und (falls vorhanden) Vorschau-Grafiken der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
bundespolizei-24959.jpg

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#288

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 21:07
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #284
Hallo werner,

diese Einsatzausbildung im Rahmen "Räumen von Straßen und Plätzen" mit und ohne Hilfsmittel ab 1983 - war das eine Reaktion auf die Solidarność - Bewegung in Polen und die Befürchtung des Übergreifens dieser Bewegung auf die DDR?

Und eine zweite Frage. Direkt in Belzig?

OT Ich frage deswegen, weil ich ein paar Jahre dort in der Nähe (Schülerin in Wiesenburg) verbracht habe und erst nach der Wende z.B. über das Zwangsarbeiterlager in Belzig erfahren habe. Steht zwar nicht im Zusammenhang mit unserem Thema. aber es ist immer wieder erstaunlich welche Tabus in der DDR gab.

LG von der grenzgaengerin



@grenzgaengerin
Einen Zusammenhang mit den Ereignissen in Polen sehe ich nicht, da die VP-Bereitschaften schon vorher eine Doppelfunktion hatten: Im Mobilmachungsfall als Kampfeinheiten mit spezieller Aufgabenstellung und / oder als geschlossene Formationen zur Erfüllung polizeilicher Aufgaben zur Aufrechterhaltung von Ordnung Sicherheit sowohl im Friedenszustand als auch im Mob.-Fall.

http://www.vp-bereitschaften.de/index.ph...&id=16&Itemid=7

W50 mit Räumgitter habe ich damals nicht in der Stadt Belzig gesehe, habe ich mich wohl unglücklich ausgedrückt. In der Nähe von Belzig war ein TÜP des MdI, dort wurden (meist im Rahmen von Lehrvorführungen vor der Führung der VP) u.a. auch neue Systeme, neue Technik gezeigt. Dort habe ich z.B. auch erstmals SPG-9 auf UaZ 469 gesehen.

Hier ein neueres Bild:
http://www.ifa-landesverband.com/000000a...7544f/d187.html


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 30.06.2013 21:23 | nach oben springen

#289

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 21:22
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #287
Zitat von S51 im Beitrag #282
Zitat von Lutze im Beitrag #281
an einigen LKW-Einsatzfahrzeugen wurden Schutzgitter angebracht,
um die Demonstranten zurück zudrängen,wurden die erst 1989
angebaut,oder gab es das schon früher?
Lutze


Also fürs "zurückdrängen" hätte die Motorleistung von LO oder W50 kaum gereicht. Das Ganze ging wohl auf einen Neurervorschlag zurück von jemanden, der so etwas auf Bildern aus dem NSW gesehen hat. Es ging darum, Wege durch dort stehen zu blockieren. Ich habe so etwas im Spätsommer 1989 an einem LO das allererste Mal gesehen. Die waren da noch recht grob zusammengeschweißt. Es brauchte dafür ein extra Anbauteil an der Kupplung vorne, das hatte so gut wie keines der Fahrzeuge.
In Leipzig war der Prozentsatz sehr gering. Unsere Kolonne hatte so etwas gar nicht, die BePo hatte pro Hundertschaft ein bis vier solcher Anbauteile. Die BePo und die Polizeischule Neustrelitz waren auch die einzige Truppe, bei der der Einsatz dieser Geräte zumindest provisorisch (einmal anbauen, hinstellen und wieder abbauen) geübt wurde. So richtig durchdacht war es damals wohl nicht.


Vorbild war wohl so was, oder ähnlich.


Da die VP-Bereitschaften an die Bereitschaftstruppen des Ministeriums für innere Angelegenheiten orientiert waren, hat man sich wohl auch dort technisch orientiert. Da diese Bauweise die Vorderachse des W50 vermutlich überfordert hätte, war sicher eine etwas filigranere Konstruktion vonnöten. Für den PSH aber geeignet und auch in den 80ern gesehen.


edit:
Hier am SPW-60, nicht in der DDR:
http://www.nva-forum.de/nva-board/upload...-1370197321.jpg


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 30.06.2013 22:37 | nach oben springen

#290

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 21:29
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #289
Zitat von Mike59 im Beitrag #287
Zitat von S51 im Beitrag #282
Zitat von Lutze im Beitrag #281
an einigen LKW-Einsatzfahrzeugen wurden Schutzgitter angebracht,
um die Demonstranten zurück zudrängen,wurden die erst 1989
angebaut,oder gab es das schon früher?
Lutze


Also fürs "zurückdrängen" hätte die Motorleistung von LO oder W50 kaum gereicht. Das Ganze ging wohl auf einen Neurervorschlag zurück von jemanden, der so etwas auf Bildern aus dem NSW gesehen hat. Es ging darum, Wege durch dort stehen zu blockieren. Ich habe so etwas im Spätsommer 1989 an einem LO das allererste Mal gesehen. Die waren da noch recht grob zusammengeschweißt. Es brauchte dafür ein extra Anbauteil an der Kupplung vorne, das hatte so gut wie keines der Fahrzeuge.
In Leipzig war der Prozentsatz sehr gering. Unsere Kolonne hatte so etwas gar nicht, die BePo hatte pro Hundertschaft ein bis vier solcher Anbauteile. Die BePo und die Polizeischule Neustrelitz waren auch die einzige Truppe, bei der der Einsatz dieser Geräte zumindest provisorisch (einmal anbauen, hinstellen und wieder abbauen) geübt wurde. So richtig durchdacht war es damals wohl nicht.


Vorbild war wohl so was, oder ähnlich.


Da die VP-Bereitschaften an die Bereitschaftstruppen des Ministeriums für innere Angelegenheiten orientiert waren, hat man sich wohl auch dort technisch orientiert. Da diese Bauweise die Vorderachse des W50 vermutlich überfordert hätte, war sicher eine etwas filigranere Konstruktion vonnöten. Für den PSH aber geeignet und auch in den 80ern gesehen.

http://www.nva-forum.de/nva-board/upload...-1370197321.jpg



Auf dem Bild ist aber kein PSH! Das ist ein 60 PB oder 70 PB. Übrigens gab es SPG 9 auch schon auf P3.


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#291

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 21:51
von werner | 1.591 Beiträge

@Mike59

mein Hinweis bezieht sich auf Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer (15)

Der Verweis auf den PSH ist nur ergänzend. Ob aber jemals außerhalb einer Lehrvorführung PSH mit Räumgitter ausgerüstet wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

SPG-9 auf IFA P3 bei VP-B? In welcher Bereitschaft?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#292

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 22:01
von Mike59 | 7.980 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #291
@Mike59

mein Hinweis bezieht sich auf Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer (15)

Der Verweis auf den PSH ist nur ergänzend. Ob aber jemals außerhalb einer Lehrvorführung PSH mit Räumgitter ausgerüstet wurden, entzieht sich meiner Kenntnis.

SPG-9 auf IFA P3 bei VP-B? In welcher Bereitschaft?


VP Bereitschaft mit P3 kann ich nicht bestätigen

Quelle: [url] http://www.grenzkommando.de/url]


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#293

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 22:07
von Gelöschtes Mitglied
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@werner - das SPG - 9 war auf UAZ (UAS) montiert. Im Bestand der schweren Hundertschaft befand sich zum Schluß strukturmäßig dieser SPG - 9 -Zug auf UAZ (UAS). Die Kampfgruppenbataillone (mot.) hatten im Bestand der 4. Hundertschaft ebenfalls diesen SPG - 9 - ZUG auf UAZ (UAS).
Die Aufklärungszüge der VPB und der Kampfgruppenbataillone (mot.) waren strukturmäßig mit dem PSH ausgerüstet. Ob die Räumgitter in den VPB eingelagert waren, muß ich mal hinterfragen.
Jedenfalls waren Helme, Schutzsschilde und weitere Ausrüstungsgegenstände zum Räumen und Sperren von Straßen und Plätzen in den Objekten der Kampfgruppenbataillone (mot.) eingelagert. Die taktischen Handlungen Räum- und Sperrkette waren Ausbildungselemente der Gefechtsausbildung 1989 in den Einheiten der Kampfgruppen. Ebenso Einkreisgruppe u.ä. Elemente.

Vierkrug

Ergänzung: Habe gerade noch einmal in den Unterlagen nachgeschaut - Ausbildungselement: "Räumen und Sperren von Straßen und Plätzen zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit"


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zuletzt bearbeitet 30.06.2013 22:24 | nach oben springen

#294

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 22:13
von Gelöschtes Mitglied
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73-mm-Schwere Panzerbüchse SPG-9 mit Speziallafette auf UAZ 469



Quelle: http://www.rwd-mb3.de/pages/spg9_uaz.htm

Vierkrug


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#295

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 22:35
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #293
@werner - das SPG - 9 war auf UAZ (UAS) montiert. Im Bestand der schweren Hundertschaft befand sich zum Schluß strukturmäßig dieser SPG - 9 -Zug auf UAZ (UAS). Die Kampfgruppenbataillone (mot.) hatten im Bestand der 4. Hundertschaft ebenfalls diesen SPG - 9 - ZUG auf UAZ (UAS).
Die Aufklärungszüge der VPB und der Kampfgruppenbataillone (mot.) waren strukturmäßig mit dem PSH ausgerüstet. Ob die Räumgitter in den VPB eingelagert waren, muß ich mal hinterfragen.
Jedenfalls waren Helme, Schutzsschilde und weitere Ausrüstungsgegenstände zum Räumen und Sperren von Straßen und Plätzen in den Objekten der Kampfgruppenbataillone (mot.) eingelagert. Die taktischen Handlungen Räum- und Sperrkette waren Ausbildungselemente der Gefechtsausbildung 1989 in den Einheiten der Kampfgruppen. Ebenso Einkreisgruppe u.ä. Elemente.

Vierkrug

Ergänzung: Habe gerade noch einmal in den Unterlagen nachgeschaut - Ausbildungselement: "Räumen und Sperren von Straßen und Plätzen zur Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit"


@Vierkrug Das ist ja nochmal interessant, ab wann wurde das ausgebildet? Denn von seiten der VP-B gab es bis 1985 keine Vorlesung zur Einsatzlage Zusammenwirken mit den KG. In der Einsatzausbildung wurden die KG für solche Lagen mit Hilfsmitteln wimre nicht berücksichtigt. Vielleicht erst Thema in den Führungskräftelehrgängen in Vorbereitung auf die MAK . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#296

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 30.06.2013 23:14
von Gelöschtes Mitglied
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Wimre, dann wurden die Führungskräfte der KG (Kommandeure) ab 1989 an der ZSfK "Ernst Thälmann" im Fach Taktik, mit diesen Ausbildungselementen vertraut gemacht und auch diesbezüglich instruktiv-methodisch ausgebildet. Der Einsatz Räum - und Sperrkette mit und ohne Waffen - bei Waffeneinsatz auch mit aufgesetztem Seitengewehr, wurde dabei mit den sich in der Aus-und Weiterbildung befindlichen Kommandeuren exerziert.
In der Gefechtsausbildung des Jahes 1989 (Mitte des Jahres) wurden diese Elemente auch mit den Einheiten geübt - aber ohne Waffen !!! Sie waren auch Gegenstand der Ausbildung in den Feldlagern im September 1989 mit der entsprechenden Abschlußübung.
Die KG-Bataillone (mot.) wie auch die verstärkten KGH (m) (KGH mit zweistelliger Strukturnummer) waren Bezirkskampfkräfte und unterstanden wie die VPB den jeweiligen BEL (Bezirkseinsatzleitungen). Bis auf die SPW-Hundertschaft, glich die Bewaffnung und Ausrüstung der Kampfgruppenbataillone genau die der VPB - auch in der Struktur und im Personlabestand. Lediglich die SPW-Hundertschaft war bei den KG die 1. Hunderstschaft und verfügte über 10 SPW BTR 152, die bei den VPB ausgemustert waren.
Das Zusammenwirken wurde bis 1988 erprobt bei der Aufklärung gegnerischer Kräfte - in der Regel angenommene Restkräfte von Panzergrenadierbataillonen und Panzerbataillonen, wie auch von Fallschirmjägereinheiten, der Sperrung ihrer Bewegungsrichtung, ihre Einkreisung und Vernichtung. Auf weitere Details verzichte ich hier. War auch Gegenstand einer KSÜ 1988 der BEL, die vom geschützten Objekt (Übertage) der BEL aus geführt und geleitet wurde.
Inwieweit ein Zusammenwirken bei der Aufrechterhaltung und Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit angedacht und konzipiert war ..... dann kam ja alles anders.

Vierkrug


passport, ABV und werner haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.06.2013 23:21 | nach oben springen

#297

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.07.2013 10:42
von werner | 1.591 Beiträge

@Vierkrug
Danke dafür.
Kannst Du das Zeitfenster für die Ausbildung Kampfeinsätze gegen DAG, versprengte gegnerische Kräfte eingrenzen? Meine Kenntnisse enden 1985.In den KSÜ bis 1985 spielte wimre das ZW mit den KGH in dieser Frage nur am Rande eine Rolle. Die VP-B sollten im Kampfeinsatz als geschlossene Formationen versprengte gegnerische Kräfte aufklären, suchen, verfolgen, vernichten, sowie wichtige Objekte der Infrastruktur schützen.

Bei den VP-B gab es die Einsatzarten Räumen und Sperren in den Einsatzordnungen Räumkette / Sperrkette. Einen Einsatz Räum- und Sperrkette gab es bei den Bereitschaften nicht . . .

Gefechtseinsatz gab es bei den VP-B nicht, da Gefechte zwischen geschlossenen Formationen stattfanden, da die VP-B aber eigentlich nicht gegen gegnerische geschlossene Formationen antreten sollten, wurde hier auf Kampfeinsatz differenziert. Glücklicherweise kam es weder zu dem einen noch zu dem anderen.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#298

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.07.2013 10:47
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Oh, werner, durch die Abkürzungen verstehe ich nur Bahnhof

LG von der grenzgaengerin


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#299

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.07.2013 11:09
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #298
Oh, werner, durch die Abkürzungen verstehe ich nur Bahnhof

LG von der grenzgaengerin




Sorry,

DAG - Diversions- und Aufklärungsgruppen
KSÜ - Kommandostabsübung
ZW - Zusammenwirken
KGH - Kampfgruppenhundertschaft
VP-B - Volkspolizeibereitschaft(en)


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#300

RE: Die Volkspolizei in der DDR, dein Freund und Helfer

in DDR Staat und Regime 01.07.2013 12:38
von Gelöschtes Mitglied
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Noch ergänzende Abkürzungen für @grenzgängerin
- TPÜ Truppenübungsplatz - als Wiesenburgerin müßte sie TÜP 1und 2 des MdI in Belzig vom Namen her kennen
- KGB Kampfgruppenbataillon
- KGZ Kampfgruppenzug
- ZSfK Zentralschule für Kampfgruppen in Schmerwitz (zwischen Wiesenburg und Belzig)
- AUR Ausweich - Unterbringungsraum
- MPS Militärpolitische Schulung
- SR Sammelraum
- PzGB Panzergrenadierbataillon
- PzB Panzerbataillon
- FJK Fallschirmjägerkompanie

@werner -
Da ich es vordergründig mit einem Kampfgruppenbataillon (mot.) und einer verstärkten KGH (mot.) (es war die 50. KGH (m)) zu tun hatte, waren deren Einsatzaufgaben relativ klar definiert und auch Gegenstand in der Gefechtsausbildung. Wie bereits dargelegt, waren die angenommenen gegnerischen Kräfte - Restkräfte eines PzGB oder PzB (die Bundeswehr benutzte andere Abkürzungen) bzw. einer FJK.
Die diesbezüglichen taktischen Handlungen, hast Du schon dargelegt.
Der Einsatz gegen DAG oblag, wimre den KGH (m), die in der Struktur der Kreiskampfkräfte angelegt waren.
Aufklärung, Sperren der Bewegungsrichtung, Einkreisung /-schliessung und anschließende Liquidierung / Vernichtung waren Grundelemente der Ausbildung in den KGB (m), die immer wieder geübt wurden - auch bis 1989. Dabei auch schwerpunktmäßig das ZW mit anderen Einheiten, wie KGH´s aus dem Bestand der Kreiskampfkräfte und der VP-B - richtete sich nach den Aufklärungsergebnissen. In der Regel wurde dazu ein AUR bezogen, vom dem aus dann die entsprechenden Handlungen vollzogen wurden.
Für viele Kommandeure war es dann unverständlich, dass gegenüber dieser Aufgabenstellung, dann die Elemente Räumkette, Sperrkette, Einkreisgruppe usw. in das laufende Ausbildungsprogramm intergriert wurden. In der MPS gab es seitens der Kämpfer, Gruppen- und Zugführer immer wieder entsprechende Anfragen . warum und wieso.
Die Räumkette, wie auch die Sperrkette wurden bis auf der Ebene Hundertschaft exerziert, wobei sich ein Zug immer als Reserve in der Hand des jeweiligen Hundertschaftskommandeurs befand. Bei den KGB (m) betraf diese Ausbildung hauptsächlich die 2. und 3. Hundertschaft als Mot.-Schützeneinheiten. Die 4. Hundertschaft war ja gegliedert in den Kanonenzug (PAK-42 M ), den Flak-Zug (ZU-23), den Granatwerferzug (Granatwerfer 82 mm) und den SPG-9-Zug. Aber auch die 1. Hundertschaft - SPW-Hundertschaft trainierte diese neuen Ausbildungselemente.
Die Abschlußübung 1989 im Kampfgruppenbataillon hatte noch das ursprüngliche Aufgabenprofil zum Inhalt. Lediglich in der tags zuvor angesetzten Ausbildung wurden Räumkette und Sperrkette bis auf Zugebene geübt.
Ich habe mich bei meiner Wortwahl in den vorangegangen Beiträgen immer gedanklich mit den Schritten eines Kommandeurs nach Erhalt einer Aufgabe identifiziert, an deren Schluß dann immer die Erteilung des Gefechtsbefehles stand.

Habe ich noch etwas vergessen in meiner Antwort ???

Vierkrug


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zuletzt bearbeitet 01.07.2013 18:10 | nach oben springen



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