#181

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:41
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #172
Zitat von Alfred im Beitrag #170
[
(...)

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.


Und das Geld, die Dotation für den Orden, das kriegten sie schon, oder?
Theo



Warum soll es keine entsprechenden Zahlungen gegeben haben. ?


nach oben springen

#182

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:44
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #177
Danke @ABV für Deine Ausführungen.
Ehrlich gesagt war dem ABVer es damals auch nicht so ganz wohl in seiner Haut, das habe ich ihm deutlich angemerkt, hat halt jedes mal rumgeeiert, so naja was willste den dort oder da und ist doch nur übers Wochenende usw.
Was jedoch wirklich Übel war ist die Tatsache , daß er das mit meinem Bruder seinem Sohn erzählte der es dann am Montag morgen in der Schule verbreitete.
Das war voll krass für mich. Ich laufe auf den Schulhof und von links und rechts Gejohle und dämliche Bemerkungen.
Hätte doch sonst keiner was gewußt und hätte nicht so einen Aufstand gegeben.
Danach sind zu mir gefühle 250 Leute angelatscht und haben mich angequatscht mit "Ehh dein Bruder wollte wohl in den Westen abhauen häää........"
Da kam aber kein Ton von der Lehrerschaft , von wegen Schluß jetzt mit dem Quatsch oder so. Die haben sich alle weggeduckt.
Das hat Tage gedauert bis da einigermaßen Ruhe reinkam.



Schnattchen, das war wohl eine persönliche Schwäche des ABV und keine Frage des Systems und er hat da gegen auch in der DDR geltendes Recht verstoßen, denn es handelte sich um ein dienstliches Thema und somit unterlag es der Vertraulichkeit - auch gegenüber Familienangehörigen.

Zu den Ausführungen von ABV und dem Zwang zur widerspruchslosen Ausführung der Anweisungen sei hinzugefügt, dass es nicht wenige ABV und auch Polizisten in anderen Dienststellungen gab, denen es ein innerer Vorbeimarsch war, ihre polizeilichen Rechte und Pflichten (auch schon mal jenseits der ihnen verliehenen Befugnisse und gesetzlichen Grundlagen) auszuleben und denen es Spaß bereitete, Bürger hochleben zu lassen - habe ich am eigenen Leibe erleben dürfen. Vielleicht kann @ ABV ja mal was zu den gesetzlichen Grundlagen der geschilderten Maßnahmen was sagen.

Was mich allerdings interessiert an Deiner Geschichte, was die Aktenlage der heute verwaltenden Behörde dazu hergibt. Hast Du da mal reingeschaut? Wäre aber für einen eigenen Thread, weil hier OT.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
nach oben springen

#183

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:48
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #180
da fällt mir noch was ein @Rudi: solche Leiter gab es bei der ehemaligen VP noch mehr. Vom Leiter des VPKA Fürstenwalde wird berichtet, dass er im Dezember 1989 zum ersten Mal in Westberlin war. Dort lief er das erstbeste Polizeirevier an. Um sich zu erkundigen, " wie es bei den Kollegen so läuft". Dort wurde er vom Dienststellenleiter empfangen. Der, welch Wunder, den selben, im übrigen sehr seltenen Familiennamen trug. Im Gespräch bemerkten die Männer, dass sie Cousins sind. Natürlich hat keiner vorher von den anderen etwas gewusst. Jedenfalls war der Polizeichef West von seinem Polizeichef-Vetter Ost so angetan, dass er ihm glatt ein Auto schenkte.
Was soll man wohl davon halten?

Gruß Uwe


Das Leben ist kunterbunt und Zufälle gibt es manchmal . . .


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
nach oben springen

#184

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 17:59
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@ABV
Auch ich habe vor der Wende meinen Dienst begonnen. Bin dann im Sommer 1989 nach Neustrelitz auf die Polizeischule. Nach der Wende bin ich zur Kripo und habe bis heute noch das Bedürfnis der "alten" Oma zu helfen, der die Handtasche geraubt wurde. Aber das ist nicht mehr gewollt. So nach dem Motto "auch Ihre Straftat wird verwaltet". Und das kann es doch nicht sein. Aber jetzt kommen wir vom Thema weg.

Vg. Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
nach oben springen

#185

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:06
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #171
Zitat von Alfred im Beitrag #170

Nur zur Info.

Wenn IM s Orden etc. erhielten, wurden diese ihnen nur kurz in der konspirativen Wohung o.ä. gegeben. Behalten durften sie weder den Orden, noch die Verleihungsurkunde. Beides kam mit in die die Akte ´des IM.



Bist Du sicher , daß das immer so war?


Ja, kenne das auch nicht anders! Übergabe der Urkunde und anstecken der Auszeichnung, am Ende das Treffs alles wieder abgeben und zum Akt. Habe das auch nie anders gehört, gab aber immer mal wieder traurige Gesichter!


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#186

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:20
von ABV | 4.204 Beiträge

Das soll ja angeblich auch bei Manfred Stolpe so gewesen sein. Ordensverleihung in einer Kontaktwohnung, anschließend landeten Orden und Urkunde im Panzerschrank. Das Prozedere diente wohl zur Geheimhaltung. Nicht das ein geltungsbedürftiger IM auf die Idee kam , mit der Auszeichnung anzugeben.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


nach oben springen

#187

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:23
von ABV | 4.204 Beiträge

@Werner: du hast Recht. Wir sollten zu dem Thema "VP", besser einen eigenen Thread eröffnen. Sonst kommen wir hier völlig vom eigentlichen Thema ab.

Gruß Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#188

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:28
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #148


und wo wir doch hier schon mal sooo schön oT sind, so sah der 'Klappfix' aus ...

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/ (und damit isses hoffentlich wieder ON TOPIC!)


Und was sagen Dir jetzt Farbe, Buchstabe und Unterschrift?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#189

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:30
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #188
Zitat von 94 im Beitrag #148


und wo wir doch hier schon mal sooo schön oT sind, so sah der 'Klappfix' aus ...

Quelle: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/lebenszeit/1695672/ (und damit isses hoffentlich wieder ON TOPIC!)


Und was sagen Dir jetzt Farbe, Buchstabe und Unterschrift?




Auch dies wäre ein eigenes Thema ..


nach oben springen

#190

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:32
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Na dann los Männer, jeder von euch eins aufgemacht und dann haben wir schon 3 neue Threads. Nur denke ich mal das beim letzten hier nicht all zuviel zusammenkommen dürfte. 5-6 Schreiber die es Wissen sollten?


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
nach oben springen

#191

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:35
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #190
Na dann los Männer, jeder von euch eins aufgemacht und dann haben wir schon 3 neue Threads. Nur denke ich mal das beim letzten hier nicht all zuviel zusammenkommen dürfte. 5-6 Schreiber die es Wissen sollten?



Wenn die 5 - 6 Schreiber was ordentliches bringen wäre dies doch in Ordnung.


Feliks D., RudiEK89 und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#192

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 18:45
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Rüganer im Beitrag #143
Diese Erkenntnisse eines linken, mit MsG ( Mit schwachsinnigem?? Gruß) grüßenden Möchtegernhistorikers decken sich leider nicht mit den Erkenntnissen des in der DDR lebenden Bürgers, der mehr als die WBS 70 Platte bewohnte, sondern etwas eigenes hatte. Alltagssorgen frei? Der konvertierbare Währung besitzende Ausländer stand nicht nach Zement an, denn er benötigte keinen, der Ausländer stand nicht nach Ersatzteilen und Werkstatterminen an, denn er brauchte keine, der hatte im Falle eines Falles immer den Intershop und den freien Zugang nach Westberlin. Der musste nicht wegen Fliesen mühsam Beziehungen aufbauen und selbst wegen einem Kasten trinkbaren Biers ( Aber wer dieses furchtbare Gesöff der britischen Insel trinkt, der schlürfte dann ja auch das löhmrige, flockende Greifswalder Hell) musste man schon nach Berlin oder etwas zum tauschen haben. Wer also so, wie die Made im Speck leben konnte, der verwechselt da schon vieles und die Ursache der hier so gelobten Kreativität war ganz sicher nicht die Freiheit von Alltagssorgen, sondern gerade dieses Sorgen waren es doch wohl, weshalb man nur mit eben dieser Kreativität den Alltag meistern konnte. Was weiß so einer schon von den Realitäten derjenigen, die da gelebt und gearbeitet haben? Die sich anpassen mussten, die Versuchskaninchen waren, bei dem hier im Forum so hochgelobten Versuch, die bessere Gesellschaft aufzubauen.
Deine historischen Forschungen haben dir wahrscheinlich klar werden lassen, es waren alles Bekloppte, die vor dem Mauerbau abgehauen sind, sie konnten das Bessere der DDR nicht erkennen, Blinde sozusagen. Und ab dem 13. August 1961 waren dann alle bekehrt, glühende Verfechter der Idee des Sozialismus, sind dies deine Forschungsergebnisse? Wenn alle so glücklich gewesen sind, warum waren dann 89 die Leute auf der Straße? Wenn es so toll in der DDR war, warum bist du nicht hergekommen und hast deine Staatsbürgerschaft abgegeben? deinen Idealen hättest du hier zu 100 Prozent nachgehen können und du hättest sie hier wunderbar ausleben können.
Noch viel schlimmer, als wenn mir ein Westdeutscher mein Leben in der DDR erklären will, ist ein westlicher Ausländer, der hier 2 Jahre gelebt hat und dem es wahrlich gut gegangen ist, der nun meint, Leuten, die hier 39 Jahre gelebt haben, sagen zu müssen, wie das hier gewesen ist.
Glaube weiter an Grimms Märchen, aber erzähl keine.

Es mag dir entgangen sein, aber all das, was ich schreibe, stellt lediglich meine persönliche Meinung dar. Ich würde mir auch nicht anmaßen, so wie du es tuest, anderen zu sagen, dass sie kein Recht auf eine Meinung haben.

Du schreibst mit einer derartigen Sicherheit vom Ablauf meines Lebens in der DDR, da könnte man wirklich meinen, dass es tatsächlich so war. Indes sind das alles nur Annahmen und vage Vermutungen, die deiner Arroganz zu entstammen scheinen. Und sie stimmen nicht.

Das Anstehen habe ich zur Genüge kennengelernt, sogar nach Schissipapier. Und wenn Freunde Zement, Tapete, Fliesen und, und, und gebraucht haben, bin ich auf West Berlin gefahren und habe sie geholt. Und kiloweise Kaffee. Ich war also im “Vitamin-B System“ voll eingebunden.

Was das Geld anbelangt, so bekam ich 850 Märker (Ost) im Monat. Ich trinke nicht (somit hat sich das mit dem Bier erledigt), ich rauche nicht und ich habe keine teueren Hobbies. Sicher war ich nur die zwei Jahre in der DDR, die haben aber allemal gelangt, um festzustellen, dass das System gravierenden Nachteile hatte. Wenn du hingegen 39 Jahre dazu gebraucht hast, so liegt das womöglich an deiner Auffassungsgabe.

Dennoch, und mit all den Nachteilen, wollte ich in der DDR bleiben und war auch dabei, die Staatsangehörigkeit anzunehmen. Dass es nicht dazu kam, war nicht meine Schuld. Es hat mich auch nicht gestört, dass das ganze Land eingezäunt war, und mir sind keine begegnet, die ewig darüber geredet haben und sich ständig dessen Gewahr waren. Desgleichen in West Berlin – da hat auch keiner ein Wort über die umgebende Mauer verloren.

Auch hatte ich meine Begegnungen mit der Stasi. Einmal baten sie mich, meine KollegInnen auszuspionieren. Habe ich abgelehnt. Da ich als ehemalige Soldat der britischen Armee Zugang zu den britischen und amerikanischen Kasernen hatte, fragte mich die Stasi, ob ich einige “Aufträge“ ausführen könnte. Auch das habe ich abgelehnt. Die Jungs haben sich höflich fürs Zuhören bedankt und sind gegangen. Das war es dann auch. Anders hingegen die Amis, Briten und Wessis. Als ich eine Zusammenarbeit mit denen kategorisch ablehnte (es ging um Sowjetkasernen und Anlagen in der DDR) sind sie nicht nur ausgerastet und haben mich schreiend an meine “demokratische Pflicht“ erinnert (die Ärsche), sondern auch noch dafür gesorgt, dass meine Loge in West Berlin mindesten zwei Mal im Monat “umgeräumt“ wurde. Da war die Stasi weitaus zivilisierter, muss ich sagen. Ich bekam aber auch einen Rüffel von der Stasi, als ich eine Bemerkung im Beisein eines IM (wie es sich später herausstellte) fallen ließ, dass das Einzige, was im sozialistischem Staat der DDR fehlte, war der Sozialismus. Aber auch dann waren die Jungs wirklich nett und wir führten ein sehr interessantes Gespräch in dem sie mich aufklärten. Die hatten auch ein reelles Bild von der DDR.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 13.06.2013 18:48 | nach oben springen

#193

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 19:22
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #187
@Werner: du hast Recht. Wir sollten zu dem Thema "VP", besser einen eigenen Thread eröffnen. Sonst kommen wir hier völlig vom eigentlichen Thema ab.

Gruß Uwe


Na dann ans Werk Uwe, mach mal einen neuen Thread auf, ich werde mich mit meinen Erfahrungen vor und nach der Wende bei der Polizei darin einbringen.
MfG. Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
nach oben springen

#194

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 19:25
von Fritze (gelöscht)
avatar

Da kann ich dann auch etwas zu beitragen .


RudiEK89 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#195

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 19:29
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Menno Menno Bugsy.....
also entweder biste ein toller "Hecht" (allerdings ohne Schuppen)aber ich muss Dich mal was fragen.

Also Lieber Bugsy....
Im Abschnitt 126 warst Du nach eigenen Angaben 6.5 Jahre in der DDR
Im Abschnitt 192 waren es 2.5 Jahre

Wie kann man das erklaeren...

Gruessli BO


nach oben springen

#196

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 19:42
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #195
Menno Menno Bugsy.....
also entweder biste ein toller "Hecht" (allerdings ohne Schuppen)aber ich muss Dich mal was fragen.

Also Lieber Bugsy....
Im Abschnitt 126 warst Du nach eigenen Angaben 6.5 Jahre in der DDR
Im Abschnitt 192 waren es 2.5 Jahre

Wie kann man das erklaeren...

Gruessli BO

Ja, das ist ein wenig verwirrend, das gebe ich zu. Also es waren ab Anfang Mai 1977 eineinhalb Jahre, und dann nach der Wende ab Februar 1990 eben fünf Jahre. So kommen die insgesamt 6,5 Jahre zusammen.

MsG

PS. Noch was dazu: Ich habe in Beitrag 192 die "zwei Jahre", die Rüganer schrieb einfach aufgegriffen und wiederholt, da es lediglich um eine Gegenüberstellung der Zeiträume ging, also zwei Jahre gegen 39 Jahre.


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 13.06.2013 19:49 | nach oben springen

#197

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 19:50
von Boelleronkel (gelöscht)
avatar

Zitat von Bugsy im Beitrag #196
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #195
Menno Menno Bugsy.....
also entweder biste ein toller "Hecht" (allerdings ohne Schuppen)aber ich muss Dich mal was fragen.

Also Lieber Bugsy....
Im Abschnitt 126 warst Du nach eigenen Angaben 6.5 Jahre in der DDR
Im Abschnitt 192 waren es 2.5 Jahre

Wie kann man das erklaeren...

Gruessli BO

Ja, das ist ein wenig verwirrend, das gebe ich zu. Also es waren ab Anfang Mai 1977 eineinhalb Jahre, und dann nach der Wende ab Februar 1990 eben fünf Jahre. So kommen die insgesamt 6,5 Jahre zusammen.

MsG



Aha Bugsy....
Ok,dann einigen wir uns auf 1.5 Jahre in der DDR,denn nach der sogenannten Wende,gabs die DDR nicht mehr.

Gruessli BO


zuletzt bearbeitet 13.06.2013 19:53 | nach oben springen

#198

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 21:23
von Gert | 12.357 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #192
Zitat von Rüganer im Beitrag #143
Diese Erkenntnisse eines linken, mit MsG ( Mit schwachsinnigem?? Gruß) grüßenden Möchtegernhistorikers decken sich leider nicht mit den Erkenntnissen des in der DDR lebenden Bürgers, der mehr als die WBS 70 Platte bewohnte, sondern etwas eigenes hatte. Alltagssorgen frei? Der konvertierbare Währung besitzende Ausländer stand nicht nach Zement an, denn er benötigte keinen, der Ausländer stand nicht nach Ersatzteilen und Werkstatterminen an, denn er brauchte keine, der hatte im Falle eines Falles immer den Intershop und den freien Zugang nach Westberlin. Der musste nicht wegen Fliesen mühsam Beziehungen aufbauen und selbst wegen einem Kasten trinkbaren Biers ( Aber wer dieses furchtbare Gesöff der britischen Insel trinkt, der schlürfte dann ja auch das löhmrige, flockende Greifswalder Hell) musste man schon nach Berlin oder etwas zum tauschen haben. Wer also so, wie die Made im Speck leben konnte, der verwechselt da schon vieles und die Ursache der hier so gelobten Kreativität war ganz sicher nicht die Freiheit von Alltagssorgen, sondern gerade dieses Sorgen waren es doch wohl, weshalb man nur mit eben dieser Kreativität den Alltag meistern konnte. Was weiß so einer schon von den Realitäten derjenigen, die da gelebt und gearbeitet haben? Die sich anpassen mussten, die Versuchskaninchen waren, bei dem hier im Forum so hochgelobten Versuch, die bessere Gesellschaft aufzubauen.
Deine historischen Forschungen haben dir wahrscheinlich klar werden lassen, es waren alles Bekloppte, die vor dem Mauerbau abgehauen sind, sie konnten das Bessere der DDR nicht erkennen, Blinde sozusagen. Und ab dem 13. August 1961 waren dann alle bekehrt, glühende Verfechter der Idee des Sozialismus, sind dies deine Forschungsergebnisse? Wenn alle so glücklich gewesen sind, warum waren dann 89 die Leute auf der Straße? Wenn es so toll in der DDR war, warum bist du nicht hergekommen und hast deine Staatsbürgerschaft abgegeben? deinen Idealen hättest du hier zu 100 Prozent nachgehen können und du hättest sie hier wunderbar ausleben können.
Noch viel schlimmer, als wenn mir ein Westdeutscher mein Leben in der DDR erklären will, ist ein westlicher Ausländer, der hier 2 Jahre gelebt hat und dem es wahrlich gut gegangen ist, der nun meint, Leuten, die hier 39 Jahre gelebt haben, sagen zu müssen, wie das hier gewesen ist.
Glaube weiter an Grimms Märchen, aber erzähl keine.

Es mag dir entgangen sein, aber all das, was ich schreibe, stellt lediglich meine persönliche Meinung dar. Ich würde mir auch nicht anmaßen, so wie du es tuest, anderen zu sagen, dass sie kein Recht auf eine Meinung haben.

Du schreibst mit einer derartigen Sicherheit vom Ablauf meines Lebens in der DDR, da könnte man wirklich meinen, dass es tatsächlich so war. Indes sind das alles nur Annahmen und vage Vermutungen, die deiner Arroganz zu entstammen scheinen. Und sie stimmen nicht.

Das Anstehen habe ich zur Genüge kennengelernt, sogar nach Schissipapier. Und wenn Freunde Zement, Tapete, Fliesen und, und, und gebraucht haben, bin ich auf West Berlin gefahren und habe sie geholt. Und kiloweise Kaffee. Ich war also im “Vitamin-B System“ voll eingebunden.

Was das Geld anbelangt, so bekam ich 850 Märker (Ost) im Monat. Ich trinke nicht (somit hat sich das mit dem Bier erledigt), ich rauche nicht und ich habe keine teueren Hobbies. Sicher war ich nur die zwei Jahre in der DDR, die haben aber allemal gelangt, um festzustellen, dass das System gravierenden Nachteile hatte. Wenn du hingegen 39 Jahre dazu gebraucht hast, so liegt das womöglich an deiner Auffassungsgabe.

Dennoch, und mit all den Nachteilen, wollte ich in der DDR bleiben und war auch dabei, die Staatsangehörigkeit anzunehmen. Dass es nicht dazu kam, war nicht meine Schuld. Es hat mich auch nicht gestört, dass das ganze Land eingezäunt war, und mir sind keine begegnet, die ewig darüber geredet haben und sich ständig dessen Gewahr waren. Desgleichen in West Berlin – da hat auch keiner ein Wort über die umgebende Mauer verloren.

Auch hatte ich meine Begegnungen mit der Stasi. Einmal baten sie mich, meine KollegInnen auszuspionieren. Habe ich abgelehnt. Da ich als ehemalige Soldat der britischen Armee Zugang zu den britischen und amerikanischen Kasernen hatte, fragte mich die Stasi, ob ich einige “Aufträge“ ausführen könnte. Auch das habe ich abgelehnt. Die Jungs haben sich höflich fürs Zuhören bedankt und sind gegangen. Das war es dann auch. Anders hingegen die Amis, Briten und Wessis. Als ich eine Zusammenarbeit mit denen kategorisch ablehnte (es ging um Sowjetkasernen und Anlagen in der DDR) sind sie nicht nur ausgerastet und haben mich schreiend an meine “demokratische Pflicht“ erinnert (die Ärsche), sondern auch noch dafür gesorgt, dass meine Loge in West Berlin mindesten zwei Mal im Monat “umgeräumt“ wurde. Da war die Stasi weitaus zivilisierter, muss ich sagen. Ich bekam aber auch einen Rüffel von der Stasi, als ich eine Bemerkung im Beisein eines IM (wie es sich später herausstellte) fallen ließ, dass das Einzige, was im sozialistischem Staat der DDR fehlte, war der Sozialismus. Aber auch dann waren die Jungs wirklich nett und wir führten ein sehr interessantes Gespräch in dem sie mich aufklärten. Die hatten auch ein reelles Bild von der DDR.

MsG


@Bugsy , rot mark. das glaube ich dir aufs Wort. Mit einem Pass des Vereinigten Königreichs in der Tasche schaffte man es innerhalb 5 Minuten die Berliner Mauer von beiden Seiten zu fotografieren, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu bringen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#199

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 22:29
von Rüganer (gelöscht)
avatar

Zitat von Bugsy im Beitrag #192
[
Es mag dir entgangen sein, aber all das, was ich schreibe, stellt lediglich meine persönliche Meinung dar. Ich würde mir auch nicht anmaßen, so wie du es tuest, anderen zu sagen, dass sie kein Recht auf eine Meinung haben.

Deine private und persönliche Meinung ist durchaus interessant, nur tu nach 1,5 Jahren in der DDR mit britischen Pfund in der Tasche und einem Pass, der dir diese ständigen Fahrten nach Westberlin garantierte, bitte nicht so, als hättest du das Leben in der DDR kennen gelernt.

Du schreibst mit einer derartigen Sicherheit vom Ablauf meines Lebens in der DDR, da könnte man wirklich meinen, dass es tatsächlich so war. Indes sind das alles nur Annahmen und vage Vermutungen, die deiner Arroganz zu entstammen scheinen. Und sie stimmen nicht.

Das Anstehen habe ich zur Genüge kennengelernt, sogar nach Schissipapier. Und wenn Freunde Zement, Tapete, Fliesen und, und, und gebraucht haben, bin ich auf West Berlin gefahren und habe sie geholt. Und kiloweise Kaffee. Ich war also im “Vitamin-B System“ voll eingebunden.
genau hier kommen schon die Unterschiede zu Tage. Wer diese Alternativen hatte und für deine lumpigen 850 Märker Ost ( wie kann ein glühender Verehrer der untergegangenen DDR überhaupt auf die Bezeichnung MDN verzichten?) hast du da bestimmt keinen Zement in Westberlin bekommen. Also doch das britische Pfund...

Was das Geld anbelangt, so bekam ich 850 Märker (Ost) im Monat. Ich trinke nicht (somit hat sich das mit dem Bier erledigt), ich rauche nicht und ich habe keine teueren Hobbies. Sicher war ich nur die zwei Jahre in der DDR, die haben aber allemal gelangt, um festzustellen, dass das System gravierenden Nachteile hatte. Wenn du hingegen 39 Jahre dazu gebraucht hast, so liegt das womöglich an deiner Auffassungsgabe.

Dennoch, und mit all den Nachteilen, wollte ich in der DDR bleiben und war auch dabei, die Staatsangehörigkeit anzunehmen. Dass es nicht dazu kam, war nicht meine Schuld. Es hat mich auch nicht gestört, dass das ganze Land eingezäunt war, und mir sind keine begegnet, die ewig darüber geredet haben und sich ständig dessen Gewahr waren. Desgleichen in West Berlin – da hat auch keiner ein Wort über die umgebende Mauer verloren. Grimms Märchenstunde, alle waren zufrieden und wenn die Wende nicht gekommen wäre, dann lebten sie weiter glücklich und zufrieden...

Auch hatte ich meine Begegnungen mit der Stasi. Einmal baten sie mich, meine KollegInnen auszuspionieren. Habe ich abgelehnt. Da ich als ehemalige Soldat der britischen Armee Zugang zu den britischen und amerikanischen Kasernen hatte, fragte mich die Stasi, ob ich einige “Aufträge“ ausführen könnte. Auch das habe ich abgelehnt. Die Jungs haben sich höflich fürs Zuhören bedankt und sind gegangen. Das war es dann auch. Anders hingegen die Amis, Briten und Wessis. Als ich eine Zusammenarbeit mit denen kategorisch ablehnte (es ging um Sowjetkasernen und Anlagen in der DDR) sind sie nicht nur ausgerastet und haben mich schreiend an meine “demokratische Pflicht“ erinnert (die Ärsche), sondern auch noch dafür gesorgt, dass meine Loge in West Berlin mindesten zwei Mal im Monat “umgeräumt“ wurde. Da war die Stasi weitaus zivilisierter, muss ich sagen. Ich bekam aber auch einen Rüffel von der Stasi, als ich eine Bemerkung im Beisein eines IM (wie es sich später herausstellte) fallen ließ, dass das Einzige, was im sozialistischem Staat der DDR fehlte, war der Sozialismus. Aber auch dann waren die Jungs wirklich nett und wir führten ein sehr interessantes Gespräch in dem sie mich aufklärten. Die hatten auch ein reelles Bild von der DDR.

MsG


immer der böse secret service


nach oben springen

#200

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 22:45
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #198
@Bugsy , rot mark. das glaube ich dir aufs Wort. Mit einem Pass des Vereinigten Königreichs in der Tasche schaffte man es innerhalb 5 Minuten die Berliner Mauer von beiden Seiten zu fotografieren, ohne sich dabei in Lebensgefahr zu bringen.

Von meinem irischen Pass sagst du gar nichts?

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
nach oben springen



Besucher
15 Mitglieder und 49 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 3486 Gäste und 185 Mitglieder, gestern 3638 Gäste und 176 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558730 Beiträge.

Heute waren 185 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen