#121

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 15:25
von schnatterinchen (gelöscht)
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Die Verwendung des Begriffes "Widerständler" durch den user bugsy zeigt deutlich seine Absichten.
Wir hatten in der DDR weder Krieg noch gab es einen Wiederstand. Es geht in den Diskussionen um die Menschen die vom MfS
"zur Bearbeitung" anfielen weil deren "Verbrechen" es war einen Ausreiseantrag gestellt zu haben oder die versuchten das Land illegal zu verlassen oder die sich weigerten eine Waffe in die Hand zu nehmen oder die sich zu ihrer religiösen Zugehörigkeit bekannten, die ihre Meinung offen sagten oder wie bei mir , weil ich das Pech hatte das ein Familienmitglied wegen Republikflucht einsas und die Genossen es für notwendig ansahen die Familie weiter zu bearbeiten.

Ich hatte diese Tatsache dem user bugsy bereits per PN mittgeteilt. Es hat ihn jedoch nicht von dem Versuch abgehalten all diese Menschen und auch mich in seinem Beitrag lächerlich zu machen.
MeinRespekt vor dem Alter verbietet mir, mich dem user bugsy gegenüber so zu äussern wie er mir hier begegnet ist.

Ein Wort noch an den user @ABV welcher in dieser Sache dem user bugsy zu 100% zugestimmt hatte.
Mein freundlicher ABV aus meiner Jugend und dessen Sohn der damals in meinem Alter war hat dafür gesorgt , daß die Herren in der Kreisdienststelle immer mit frischen Infos über mein Gebaren in der Öffentlichkeit versorgt wurden.
Dieser Genosse hat seinem Sohn mittgeteilt, daß mein Bruder festgenommen wurde und der hat es sofort jedem in der Schule erzählt und kam dann sofort zu mir um mir sein Wissen mitzuteilen. Ich wurde behandelt wie ein Aussätziger.
In den folgenden Jahren bestellte er mich regelmäßig in sein Dienstzimmer ein um mir Unterschriften abzunötigen in denen ich bestätigen sollte
"....das ich mit meinem Verhalten nicht für die öffentliche Ordnung und Sicherheit garantieren kann" und deshalb
den Kreis nicht verlassen darf.
Wohlgemerkt ohne das gegen mich irgendetwas vorlag.

Edit: rotRechtschreibfehler


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.06.2013 15:53 | nach oben springen

#122

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 15:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von werner im Beitrag #117
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #116
.....wieso soziologische Betrachtung? Frau Lengsfeld und die übrigen erzählen halt ihre Geschichte in diesem Buch.
Da gab es schon weitaus sinnfreiere Lektüre.


Das ist schon richtig, dass die Dame ihre Geschichte erzählt.

Nur bekommt man immer wieder das Gefühl, dass daraus die Geschichte aller oder wenigstens der Mehrzahl der Kinder gemacht werden soll - und das ist einfach nicht richtig. Und das sollte eben auch klargestellt werden.



.....mit Gefühlen ist das immer so eine Sache.


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#123

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 15:47
von RudiEK89 | 1.949 Beiträge

Ja Schnatterinchen,
es war die Aufgabe des ABV in seinem Gebiet alles unter "Kontrolle zu haben". Was du geschildert hast ist aber nicht in Ordnung, weil die Kinder nichts dafür können. Bei mir in der Schulklasse kam jemand mit einem Aufnäher "Schwerter zu Pflugschaaren" in die Schule. Muss dir nicht sagen, was da los war.
Als ich mich 1986 zur Polizei beworben habe, wurde mir meine Westverwandtschaft angekreidet. Was solls, wir waren 3 Kinder zu Hause und freuten uns über die Pakete mit Bekleidung. Diese haben meinen Eltern echt geholfen.
Als ich 1989 bei der Polizei in Leipzig anfing wurde mir gesagt, dass ich nur auf Grund der guten Beurteilung, die ich in meiner 3-jährigen Dienstzeit bei den GT bekommen hatte, hier anfangen könnte.
Ich habe dann meine Akte gelesen und festgestellt, dass der ABV einige Berichte über mich geschrieben hat. Manche entsprachen der Wahrheit aber andere nicht (weil er wohl seine Ruhe haben wollte).

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#124

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 16:11
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #109
Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".
MsG




tja bugsy,
dir als Hobbyhistoriker ist doch sicher auch die den Deutschen wohl angeborene Neigung zu Amnesie bekannt ( erst Millionen Leute ermorden und dann davon nichts mehr wissen)
Aber Vorsicht! ,
Du kennst sicher auch die Worte " ..... entweder man hat die Deutschen an den Füssen oder am Hals"


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#125

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 16:40
von Barbara (gelöscht)
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Hallo Bugsy,

ich möchte dir gerne einige Fragen stellen.

Was mir sehr stark auffällt, nicht nur in diesem Thread, ist, dass deine Argumentationen affirmativ und wertend sind, du sagst, „so und so“ ist es in der DDR gewesen.
Das sagst du offenbar aufgrund deiner Forschungen und Recherchen, Zeitzeugenberichten und deines damaligen Aufenthaltes in der DDR.

Nun sind wir ja beide, wenn auch an verschiedenen Standorten, „System-Wessis“.
Mir würde es im Traum nicht einfallen, über das „DDR-Innenleben“ in irgendeiner Art zu werten, sondern ich nehme all die höchst unterschiedlichen Meinungen derer zur Kenntnis, die ehem. DDR-Bürger waren. Und das ist eine weiß Gott große Bandbreite zu sehr vielen kritischen Themen.
Und langsam entsteht ein Bild über diesen Staat in mir, von dem ich weiß, dass es nie vollständig sein wird, nie vollständig sein kann.
Selbst große historische Forschungsprojekte haben einen solchen Ansatz, sie sind auch "Kinder ihrer Zeit".

Ehem. DDR-Bürger sind auch: Schnatterinchen und Gert – also „DDR-Zeitzeugen“, egal, wie man ihre Positionen finden mag.
Du bist kein DDR-Zeitzeuge, die bist Zeitzeuge des Kalten Krieges und zwar als Mitglied in der Brit. Armee und als Bürger eines Nato-Mitglieds.


Erste Frage: warum ist deine Argumentation nicht „fragend“ und objektiv forschend?
Dann ginge es nämlich auch darum, den sachlichen Kern auch der Aussagen von den beiden o.G. nachzuvollziehen.

Denn es kann aus meiner Sich für dich keine andere Position geben, wenn denn deine Veröffentlichungen seriös sein sollen. (ich habe auch irgendwo gelesen, du bist Hochschullehrer? Ist das richtig?)

Jeder Satz, den Schnatterinchen oder Gert (und selbstverständlich all die anderen hier) über die DDR sagen ist „richtiger“ als irgendeine deiner Aussagen, denn ihre Äußerungen fußen auf „gelebtem Leben“ - deine Information dagegen ist „second-hand“.



Du hast ganz offensichtlich eine „linke politische Einstellung“, die ich achte und respektiere. Du stellst, ganz sicher zu Recht, positive Errungenschaften des Staates DDR heraus. Auch das finde ich richtig, weil du dich offenbar sehr damit beschäftigt hast. Ich bin absolut bei dir, den Staat DDR sehr differenziert zu betrachten.
Was du aber auch tust, ist eine ideologische Betrachtungsweise zu betreiben, die „den Westen“ völlig diskreditiert, und zwar in Vergangenheit und Gegenwart.

Zweite Frage:
Wie konntest du mit dieser Haltung in der Britischen Armee dienen? Hattest du da nicht innerlich ein totales Loyalitätsproblem? Vom Fahneneid mal ganz zu schweigen…
Gab es nicht auch andere Möglichkeiten für dich? Ich kenne mich mit dem britischen Militär nicht aus.


Dritte Frage:
Dein „Deutsch“ ist nicht nur grammatikalisch und semantisch exzellent, sondern dein Sprachniveau ist so sehr gehoben, wie es viele Muttersprachler nicht haben.
Und du hast darüber hinaus adäquate „Umgangssprache“. (Daran fällt am meisten auf, ob jemand Ausländer ist oder nicht, oft sprechen Ausländer zu korrekt).
Wie kommt das? Hast du deutsche Vorfahren??? Oder sehr lange im deutschen Kontext gelebt?

(Ich habe mal als 2. Standbein ein Fernstudium absolviert „Deutsch als Fremdsprache unterrichten“ , da wird man für so etwas sensibilisiert.)

Ich bin gespannt auf deine Antworten!

Gruß
Barbara


Jobnomade und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#126

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 18:13
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #125
Hallo Bugsy,

ich möchte dir gerne einige Fragen stellen.
(Schnipp, sonst wird es zu lang)
Ich bin gespannt auf deine Antworten!

Gruß
Barbara

Zur ersten Frage: Grundsätzlich sage ich, dass das, was ich schreibe immer meine eigene Meinung darstellt. Es kann auch nicht anders und sollte wohl selbstverständlich sein. Außerdem betrachte ich mich durchaus als Zeitzeuge, wenn auch mit einer anderen (ausländischen) Sicht der Dinge, denn ich wohnte 1977/78 in der damaligen DDR und habe voll am alltäglichen Leben teilgenommen. Die Vor- und Nachteile des Daseins in der DDR waren mir also vollends Gewahr. Folglich ist das, was ich schreibe keineswegs “second-hand“. Zudem habe ich nie behauptet, dass ich die DDR Gesellschaft bis in die letzte Ecke ausgeforscht habe, was wohl auch auf viele DDR-Bürger zutrifft. Ich konnte meine “Forschungen“ auch nach der Wende vom Anfang 1990 bis Ende 1996 fortsetzen.

Ebenso ist das, was Gert und Schnatterinchen schreiben eine persönliche Meinung. Sie sprechen also für sich und nicht für alle anderen DDR-Bürger. Die sind auch nicht die letzte Instanz, was das Leben in der DDR anbelangt. Der eine sieht hell-rot, der nächste sieht dunkel-rot, dann kommt einer, der mittel-rot zu erkennen meint, und der nächste ist farbenblind. So kommen vier verschiedene Meinungen zu selben Sache zustande. So ist nunmal die Menschheit.

Du aber scheinst mir das Recht absprechen zu wollen, deshalb meine Meinung zu äußern, weil ich nicht in der DDR aufgewachsen bin. Tja, wie oft muss man die Hand auf den Herd legen, bis man mitkriegt, dass er heiß ist? Das Argument läuft ins Leere. Ja, ich war schon mein ganzes Leben Sozialist. Gegen “den Westen“ habe ich eigentlich gar nichts, da komme ich ja selber her, sondern gegen den destruktiven, erbarmungslosen Kapitalismus, der auf alles einen Preis setzt und das Menschliche außer Acht lässt. Der die Menschen auf eine Geldsumme reduziert und nichts anders. Das möchte ich gerne ändern, sofern das mir gegeben ist.

Zur zweiten Frage: Komischerweise, habe ich bei der britischen Armee sehr viele interessanten Gespräche über Sozialismus mit den Kameraden geführt. Das waren Leute, die sehr wohl wussten, was Freiheit bedeutet. Das Paradoxe daran war, dass die Freiheiten, die wir angeblich verteidigen sollten, uns selbst als Soldaten gar nicht gewährt wurden, womit der Blick dafür geschärft wurde. Das mit dem Eid und dem anderen Kram war für mich nur was total abstraktes und unbedeutend. Eine Formalität. Mein Vater, Großvater und Urgroßvater dienten bei der britischen Armee und ich habe nur die Tradition fortgesetzt.

Zur dritten Frage: Mein Deutsch habe ich mir selber angeeignet. Wie viele Leute, bin ich auch ein bisschen ein Perfektionist und habe deshalb fleißig gelernt (und lerne immer noch). Außerdem, macht es mich wahnsinnig, wenn andere etwas machen können, was ich nicht kann. Und da waren Millionen Deutsche, die der Sprache mächtig waren, aber ich nicht. Da habe ich mir geschworen, dass ich so gut Deutsch lernen werde, um sie alle in den Schatten stellen zu können. Das ist natürlich für einen Ausländer nicht möglich, war aber anfangs mein Ziel. Und deutsche Vorfahren habe ich auch nicht. Bevor ich mich mit 28 Jahren anschickte, die deutsche Sprache zu erlernen, sprach und verstand ich kein einziges Wort. Sehr hilfreich waren 6,5 Jahre in der DDR, 6 Jahre in der BRD und 7 Jahre in der Schweiz.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.06.2013 18:15 | nach oben springen

#127

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 18:53
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #109
Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".

MsG


ach bugsy, Widerständler, welch große Worte . Mitnichten war ich ein solcher. Ich bin als ein ganz normales Kind nach dem 2.Weltkireg dummerweise auf dem Territorium der sowj. Besatzungszone aufgewachsen. Mein Vater war ein Handwerksmeister, kein reicher Mann, sondern er hat fleißig gearbeitet um seine 6 köpfige Familie durchzubringen. Das war im zerstörten Nachkriegsdeutschland und obendrein sowjetische Zone keine leichte Aufgabe. Ich war ein fröhliches Kind und habe mich um die Nachkriegspolitik als Kind nicht gekümmert. Ende 50er Jahre kam ich als 14 jähriger aus der Grundschule mit guten Noten, wollte Abitur machen. Wurde unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt.Ich wurde zu einer Lehre in einem Bauberuf genötigt, den ich nie lernen wollte. Habe dann auf der Abendschule die Mittlere Reife nachgeholt, trotzdem ich als 14 , 15 jähriger 8 Stunden hart auf dem Bau arbeiten musste. Mit 17 hatte ich einen Gesellenbrief mit erstklassigen Noten, die Mittlere Reife mit mittelprächtigen Noten, aber bestanden. Ziel: Ingenieurschule für Bauwesen, also Fachschuling. wieder abgelehnt, Begründung: erst mal Arrmeedienst machen. Nach 18 Monaten Wehrdienst wieder beworben, enreut abgelehnt ohne Begründung. Ich war knapp 21 und ohne persönliche Chance, aus meinem Leben etwas zu machen. Die DDR war für mich gegessen. Man hatte mich zum strammsten Antikommunist erzogen, den man sich denken konnte.

Dieser kommunistische Mob, jawohl Mob, es war der Mob der Weimarer Republik, die durch ihre Strassenkämpfe und ihre Obstruktionspolitik im Weimarer Parlament mit zu den Totengräbern ( zusammen mit dem braunen Mob) dieser Republik gehörte, regierte nun diese sog. DDR.in den 50 er und 60er Jahren. Das bedeutete :
Alles was nicht Arbeiter und Bauer war, wurde diskriminiert, verfolgt, wegen Lapalien verurteilt, enteigent und was man sonst noch so Menschen antun kann, wenn man sie bekämpft. Meine Form von " Widerstand" bestand nun darin, mich schnellst möglich dem Machtbeich dieser schrecklichen Leute zu entziehen.
Da haben sie mir nun aber ungewollt geholfen, und zwar mir Kenntnisse zu vermitteln, wie man noch 3 1/2 Jahre nach dem Mauerbau aus diesem Gefängnis herauskommen konnte. Ich schaffte es und konnte triumphieren, ich hatte mich als Arbeitsklave der Marxisten ihrem Machtbereich entzogen. Das war auch kein Widerstand, das war Klärung eines persönlichen Problems im geteilten D und zwar zum Positiven. Ich habe ihnen anschließend auf der anderen Seite noch so viel Schaden zugefügt, wie es mir möglich war. In einem hessischen Städtchen namens Oberursel, wenn du verstehst, was ich damit meine. Ich habe es sehr gern gemacht, denn sie waren meine erklärten Feinde, dafür hatten sie selbst gesorgt.
Sie, das waren nicht die Menschen die ich zurückliess, sondern dieser Clan von Stasi und SED, die mir mein junges Leben so verdorben hatten, wie man es nur verderben kann. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass ich es noch erlebe, dass dieser unmenschliche Parteiapparat von der Erdoberfläche verschwindet aber es ist geschehen. Die vielen Menschen, die zum Teil sehr viel mehr als ich unter diesem Mob gelitten hatten
konnten den Triumphmarsch von Aida auf den Plattenteller legen(hörst du hier :http://www.youtube.com/watch?v=y8A3f8AJkOw)
Von nun an muss der Satz aus dem kommunistischen Manifest : Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“
in eine andere Zeitform gesetzt werden, es muss heissen es ging um......
Das zur Geschichte eines Jungen der Nachkriegszeit, der keine Eltern beim Staatssicherheitsdienst hatte, nur um den Bezug zum Thread herzustellen.



P.S. da du ja ausgezeichete Kenntnisse in unserer Sprache hast, chapeau, wirst du meinen Post verstehen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Kimble hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#128

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 18:57
von Pit 59 | 10.125 Beiträge

denn ich wohnte 1977/78 in der damaligen DDR und habe voll am alltäglichen Leben teilgenommen. @Bugsy

Mit frei Konvertierbarer Währung ?


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#129

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:05
von seaman | 3.487 Beiträge

Gert,

Oberursel -Camp King?

seaman


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#130

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:06
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #129

Gert,

Oberursel -Camp King?

seaman


si senor!


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#131

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:09
von Rostocker | 7.716 Beiträge

Sind wir eigendlich noch bei einer Geschichtsaufarbeitung?Und wann kommt das Thema zu Kanickelzucht hier?


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#132

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:12
von damals wars | 12.113 Beiträge

Gert hat gefoltert?
Ich dachte, sowas hat nur die Stazi gemacht?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#133

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:12
von Rostocker | 7.716 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #127
Zitat von Bugsy im Beitrag #109
Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".

MsG


ach bugsy, Widerständler, welch große Worte . Mitnichten war ich ein solcher. Ich bin als ein ganz normales Kind nach dem 2.Weltkireg dummerweise auf dem Territorium der sowj. Besatzungszone aufgewachsen. Mein Vater war ein Handwerksmeister, kein reicher Mann, sondern er hat fleißig gearbeitet um seine 6 köpfige Familie durchzubringen. Das war im zerstörten Nachkriegsdeutschland und obendrein sowjetische Zone keine leichte Aufgabe. Ich war ein fröhliches Kind und habe mich um die Nachkriegspolitik als Kind nicht gekümmert. Ende 50er Jahre kam ich als 14 jähriger aus der Grundschule mit guten Noten, wollte Abitur machen. Wurde unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt.Ich wurde zu einer Lehre in einem Bauberuf genötigt, den ich nie lernen wollte. Habe dann auf der Abendschule die Mittlere Reife nachgeholt, trotzdem ich als 14 , 15 jähriger 8 Stunden hart auf dem Bau arbeiten musste. Mit 17 hatte ich einen Gesellenbrief mit erstklassigen Noten, die Mittlere Reife mit mittelprächtigen Noten, aber bestanden. Ziel: Ingenieurschule für Bauwesen, also Fachschuling. wieder abgelehnt, Begründung: erst mal Arrmeedienst machen. Nach 18 Monaten Wehrdienst wieder beworben, enreut abgelehnt ohne Begründung. Ich war knapp 21 und ohne persönliche Chance, aus meinem Leben etwas zu machen. Die DDR war für mich gegessen. Man hatte mich zum strammsten Antikommunist erzogen, den man sich denken konnte.

Dieser kommunistische Mob, jawohl Mob, es war der Mob der Weimarer Republik, die durch ihre Strassenkämpfe und ihre Obstruktionspolitik im Weimarer Parlament mit zu den Totengräbern ( zusammen mit dem braunen Mob) dieser Republik gehörte, regierte nun diese sog. DDR.in den 50 er und 60er Jahren. Das bedeutete :Alles was nicht Arbeiter und Bauer war, wurde diskriminiert, verfolgt, wegen Lapalien verurteilt, enteigent und was man sonst noch so Menschen antun kann, wenn man sie bekämpft. Meine Form von " Widerstand" bestand nun darin, mich schnellst möglich dem Machtbeich dieser schrecklichen Leute zu entziehen.
Da haben sie mir nun aber ungewollt geholfen, und zwar mir Kenntnisse zu vermitteln, wie man noch 3 1/2 Jahre nach dem Mauerbau aus diesem Gefängnis herauskommen konnte. Ich schaffte es und konnte triumphieren, ich hatte mich als Arbeitsklave der Marxisten ihrem Machtbereich entzogen. Das war auch kein Widerstand, das war Klärung eines persönlichen Problems im geteilten D und zwar zum Positiven. Ich habe ihnen anschließend auf der anderen Seite noch so viel Schaden zugefügt, wie es mir möglich war. In einem hessischen Städtchen namens Oberursel, wenn du verstehst, was ich damit meine. Ich habe es sehr gern gemacht, denn sie waren meine erklärten Feinde, dafür hatten sie selbst gesorgt.
Sie, das waren nicht die Menschen die ich zurückliess, sondern dieser Clan von Stasi und SED, die mir mein junges Leben so verdorben hatten, wie man es nur verderben kann. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass ich es noch erlebe, dass dieser unmenschliche Parteiapparat von der Erdoberfläche verschwindet aber es ist geschehen. Die vielen Menschen, die zum Teil sehr viel mehr als ich unter diesem Mob gelitten hatten
konnten den Triumphmarsch von Aida auf den Plattenteller legen(hörst du hier :http://www.youtube.com/watch?v=y8A3f8AJkOw)
Von nun an muss der Satz aus dem kommunistischen Manifest : Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“
in eine andere Zeitform gesetzt werden, es muss heissen es ging um......
Das zur Geschichte eines Jungen der Nachkriegszeit, der keine Eltern beim Staatssicherheitsdienst hatte, nur um den Bezug zum Thread herzustellen.



P.S. da du ja ausgezeichete Kenntnisse in unserer Sprache hast, chapeau, wirst du meinen Post verstehen.


Seit langen mal wieder so einen Mist hier gelesen.


passport hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#134

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:15
von linamax | 2.015 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #130
Zitat von seaman im Beitrag #129

Gert,

Oberursel -Camp King?

seaman


si senor!

Hallo Gert
Da war ich auch . Sehr höfliche Leute dort . Heute sind da alles Wohnungen und Sportplätze .
linamax


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 12.06.2013 19:25
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #133
Zitat von Gert im Beitrag #127
Zitat von Bugsy im Beitrag #109
Zitat von ABV im Beitrag #108
Warum denn Gert? Bugsys Worte decken sich mit meinen eigenen Erfahrungen zu Hundert Prozent. Gerade während und unmittelbar nach der Wende, sind mir solche Leute in Scharen begegnet. Zuweilen auch heute noch. Das sind dann die Typen, welche sich in Andeutungen auf ihre " angeblich nicht vorhandene Stasi-Akte" verlieren. Wobei stets offen bleibt, ob die Stasiakte nicht gefunden wird, weil sie a) vernichtet oder b) überhaupt nicht vorhanden ist. Was wohl in den meisten Fällen die wahrscheinlichere Variante sein dürfte.

Gruß Uwe

Vielleicht war der Gert auch ein "Widerständler", wer weiß? Aber ich habe all das nicht umsonst geschrieben. So was ähnliches ist auch in Deutschland und vor allen Dingen in Frankreich nach dem Zweiten Weltkrieg abgelaufen. Insofern war ich nicht sonderlich überrascht, dass das Phänomen auch in der DDR auftrat. Es war nur die riesige Anzahl, die mich nachdenklich stimmte. Ich schätze von den knapp 17 Millionen Einwohnern der damaligen DDR, mindestens 23 Millionen davon waren "Widerständler".

MsG


ach bugsy, Widerständler, welch große Worte . Mitnichten war ich ein solcher. Ich bin als ein ganz normales Kind nach dem 2.Weltkireg dummerweise auf dem Territorium der sowj. Besatzungszone aufgewachsen. Mein Vater war ein Handwerksmeister, kein reicher Mann, sondern er hat fleißig gearbeitet um seine 6 köpfige Familie durchzubringen. Das war im zerstörten Nachkriegsdeutschland und obendrein sowjetische Zone keine leichte Aufgabe. Ich war ein fröhliches Kind und habe mich um die Nachkriegspolitik als Kind nicht gekümmert. Ende 50er Jahre kam ich als 14 jähriger aus der Grundschule mit guten Noten, wollte Abitur machen. Wurde unter fadenscheinigen Gründen abgelehnt.Ich wurde zu einer Lehre in einem Bauberuf genötigt, den ich nie lernen wollte. Habe dann auf der Abendschule die Mittlere Reife nachgeholt, trotzdem ich als 14 , 15 jähriger 8 Stunden hart auf dem Bau arbeiten musste. Mit 17 hatte ich einen Gesellenbrief mit erstklassigen Noten, die Mittlere Reife mit mittelprächtigen Noten, aber bestanden. Ziel: Ingenieurschule für Bauwesen, also Fachschuling. wieder abgelehnt, Begründung: erst mal Arrmeedienst machen. Nach 18 Monaten Wehrdienst wieder beworben, enreut abgelehnt ohne Begründung. Ich war knapp 21 und ohne persönliche Chance, aus meinem Leben etwas zu machen. Die DDR war für mich gegessen. Man hatte mich zum strammsten Antikommunist erzogen, den man sich denken konnte.

Dieser kommunistische Mob, jawohl Mob, es war der Mob der Weimarer Republik, die durch ihre Strassenkämpfe und ihre Obstruktionspolitik im Weimarer Parlament mit zu den Totengräbern ( zusammen mit dem braunen Mob) dieser Republik gehörte, regierte nun diese sog. DDR.in den 50 er und 60er Jahren. Das bedeutete :Alles was nicht Arbeiter und Bauer war, wurde diskriminiert, verfolgt, wegen Lapalien verurteilt, enteigent und was man sonst noch so Menschen antun kann, wenn man sie bekämpft. Meine Form von " Widerstand" bestand nun darin, mich schnellst möglich dem Machtbeich dieser schrecklichen Leute zu entziehen.
Da haben sie mir nun aber ungewollt geholfen, und zwar mir Kenntnisse zu vermitteln, wie man noch 3 1/2 Jahre nach dem Mauerbau aus diesem Gefängnis herauskommen konnte. Ich schaffte es und konnte triumphieren, ich hatte mich als Arbeitsklave der Marxisten ihrem Machtbereich entzogen. Das war auch kein Widerstand, das war Klärung eines persönlichen Problems im geteilten D und zwar zum Positiven. Ich habe ihnen anschließend auf der anderen Seite noch so viel Schaden zugefügt, wie es mir möglich war. In einem hessischen Städtchen namens Oberursel, wenn du verstehst, was ich damit meine. Ich habe es sehr gern gemacht, denn sie waren meine erklärten Feinde, dafür hatten sie selbst gesorgt.
Sie, das waren nicht die Menschen die ich zurückliess, sondern dieser Clan von Stasi und SED, die mir mein junges Leben so verdorben hatten, wie man es nur verderben kann. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass ich es noch erlebe, dass dieser unmenschliche Parteiapparat von der Erdoberfläche verschwindet aber es ist geschehen. Die vielen Menschen, die zum Teil sehr viel mehr als ich unter diesem Mob gelitten hatten
konnten den Triumphmarsch von Aida auf den Plattenteller legen(hörst du hier :http://www.youtube.com/watch?v=y8A3f8AJkOw)
Von nun an muss der Satz aus dem kommunistischen Manifest : Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Kommunismus“
in eine andere Zeitform gesetzt werden, es muss heissen es ging um......
Das zur Geschichte eines Jungen der Nachkriegszeit, der keine Eltern beim Staatssicherheitsdienst hatte, nur um den Bezug zum Thread herzustellen.



P.S. da du ja ausgezeichete Kenntnisse in unserer Sprache hast, chapeau, wirst du meinen Post verstehen.


Seit langen mal wieder so einen Mist hier gelesen.



schalte doch einfach um Rostocker, wenn du keine Fähigkeiten hast das Geschriebene zu verstehen. Ist für mich kein Problem, wenn du nicht reagierst.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#136

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 00:43
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #125
Hallo Bugsy,

ich möchte dir gerne einige Fragen stellen.

Was mir sehr stark auffällt, nicht nur in diesem Thread, ist, dass deine Argumentationen affirmativ und wertend sind, du sagst, „so und so“ ist es in der DDR gewesen.
Das sagst du offenbar aufgrund deiner Forschungen und Recherchen, Zeitzeugenberichten und deines damaligen Aufenthaltes in der DDR.

Nun sind wir ja beide, wenn auch an verschiedenen Standorten, „System-Wessis“.
Mir würde es im Traum nicht einfallen, über das „DDR-Innenleben“ in irgendeiner Art zu werten, sondern ich nehme all die höchst unterschiedlichen Meinungen derer zur Kenntnis, die ehem. DDR-Bürger waren. Und das ist eine weiß Gott große Bandbreite zu sehr vielen kritischen Themen.
Und langsam entsteht ein Bild über diesen Staat in mir, von dem ich weiß, dass es nie vollständig sein wird, nie vollständig sein kann.
Selbst große historische Forschungsprojekte haben einen solchen Ansatz, sie sind auch "Kinder ihrer Zeit".

Ehem. DDR-Bürger sind auch: Schnatterinchen und Gert – also „DDR-Zeitzeugen“, egal, wie man ihre Positionen finden mag.
Du bist kein DDR-Zeitzeuge, die bist Zeitzeuge des Kalten Krieges und zwar als Mitglied in der Brit. Armee und als Bürger eines Nato-Mitglieds.

Ich möchte diese deine Haltung (womöglich überflüssigerweise) dazu aufgreifen. Nach meinem Dafürhalten, bist du als „Wessi“ nicht imstande, das Leben in der DDR in allen Einzelheiten nachzuvollziehen. Ich allerdings auch nicht, denn ich hatte eine andere Art, die Dinge zu betrachten. Was mir aber aufgefallen ist, und mir auffallend beeindruckt hat, und was ich in der BRD nie gesehen hatte, war die grundsätzliche "Zufriedenheit" der Menschen. Da gab es keine andauernden existenziellen Sorgen, ob die monatlichen Zahlungen für Gas, Strom, usw. bezahlt werden konnten. Die Menschen waren von den Alltagssorgen frei und konnten ihre Lebensfreude und ihre schlicht unglaubliche Kreativität frönen (mag sein, dass ich im Fall den falschen “Fall“ erwischt habe, aber du verstehst, was ich meine).

Zu Gert und Schnätterli: Das sind jene, die einfach Pech gehabt haben. Wem kümmert’s, wen interessiert’s? Ich meine mal ehrlich!. Solche Leute gibt es in jedem Land der Erde. Ihre Äußerungen sollten deshalb nur als weitere (schräge) Meinungen zur DDR dienen.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 13.06.2013 00:52 | nach oben springen

#137

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 00:58
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #136
Zitat von Barbara im Beitrag #125
Hallo Bugsy,

ich möchte dir gerne einige Fragen stellen.

Was mir sehr stark auffällt, nicht nur in diesem Thread, ist, dass deine Argumentationen affirmativ und wertend sind, du sagst, „so und so“ ist es in der DDR gewesen.
Das sagst du offenbar aufgrund deiner Forschungen und Recherchen, Zeitzeugenberichten und deines damaligen Aufenthaltes in der DDR.

Nun sind wir ja beide, wenn auch an verschiedenen Standorten, „System-Wessis“.
Mir würde es im Traum nicht einfallen, über das „DDR-Innenleben“ in irgendeiner Art zu werten, sondern ich nehme all die höchst unterschiedlichen Meinungen derer zur Kenntnis, die ehem. DDR-Bürger waren. Und das ist eine weiß Gott große Bandbreite zu sehr vielen kritischen Themen.
Und langsam entsteht ein Bild über diesen Staat in mir, von dem ich weiß, dass es nie vollständig sein wird, nie vollständig sein kann.
Selbst große historische Forschungsprojekte haben einen solchen Ansatz, sie sind auch "Kinder ihrer Zeit".

Ehem. DDR-Bürger sind auch: Schnatterinchen und Gert – also „DDR-Zeitzeugen“, egal, wie man ihre Positionen finden mag.
Du bist kein DDR-Zeitzeuge, die bist Zeitzeuge des Kalten Krieges und zwar als Mitglied in der Brit. Armee und als Bürger eines Nato-Mitglieds.



Ich möchte diese deine Haltung (womöglich überflüssigerweise) dazu aufgreifen. Nach meinem Dafürhalten, bist du als „Wessi“ nicht imstande, das Leben in der DDR in allen Einzelheiten nachzuvollziehen. Ich allerdings auch nicht, denn ich hatte eine andere Art, die Dinge zu betrachten. Was mir aber aufgefallen ist, und mir auffallend beeindruckt hat, und was ich in der BRD nie gesehen hatte, war die grundsätzliche "Zufriedenheit" der Menschen. Da gab es keine andauernden existenziellen Sorgen, ob die monatlichen Zahlungen für Gas, Strom, usw. bezahlt werden konnten. Die Menschen waren von den Alltagssorgen frei und konnten ihre Lebensfreude und ihre schlicht unglaublichen Kreativität frönen (mag sein, dass ich im Fall den falschen “Fall“ erwischt habe, aber du verstehst, was ich meine).

Zu Gert und Schnätterli: Das sind jene, die einfach Pech gehabt haben. Wem kümmert’s, wen interessiert’s? Ich meine mal ehrlich!. Solche Leute gibt es in jedem Land der Erde. Ihre Äußerungen sollten deshalb nur als weitere (schräge) Meinungen zur DDR dienen.

MsG




Hallo Bugsy,

nein, nicht überflüssiger weise, ich finde das gut.
Denn ich möchte deine Haltung auch verstehen, darum sind wir ja hier.
Ich verstehe sehr gut, was du oben sagst, viel besser als manches andere, was ich von dir gelesen habe.
Und selbstverständlich hast du ein Recht auf deine Meinung und deine Statements, wer bin ich, dass ich das in Frage stellen könnte.

Aber manches verstehe ich nicht, und darum frage ich nach. Und zu manchem habe auch ich eine (andere) Meinung und möchte sie äußern. Dann kann man sich auseinader setzen, das ist doch gut.
Ich habe auch deinen Post von vorhin gelesen, dazu möchte ich gerne ein paar Anmerkungen machen und auch fragen dürfen. Aber nicht mehr heute, denn ich bin ziemich müde.

zu deinem letzten Satz aber soviel, denn das ist mir wichtig:
Mich interessiert und kümmert's! Genau so wie mich die Perpektiven der anderen kümmert und interessiert. Genauso wie ich möchte, dass meine Perspektive "gehört" wird. Diese Mühe müssen wir uns machen, wenn wir Humanisten sind? Denn das ist sicher eine Gemeinsamkeit die wir haben.
Und Gert's und Schnatterinchens Meinung ist nicht "schräg", sondern sie erzählen von ihrem gelebten Leben.
Wenn wir das in Frage stellen, müssen wir das prinzipiell bei jeden im Forum in Frage stellen, und dann ist das Forum sinnlos.

jetzt erstmal eine gute Nacht :-)
Barbara


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#138

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 00:59
von Moskwitschka (gelöscht)
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Lieber bugsy,

Deine zynische Meinung über anders Denkende möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren.

Nur ein Tipp. Dieses Forum ist voller Erfahrungen. Einfach mal mehr lesen.

Sozialismus ohne "Diktatur" (12)

Und wenn etwas unklar ist, einfach fragen und nicht sofoert urteilen wie z.B bei den Postleitzahlen.

Zitat von Bugsy im Beitrag #5

Wie so vieles in der Wendezeit, gehe ich jede Wette ein, dass kein Schwein überhaupt an das Problem der doppelten Postleitzahlen gedacht hat.

MsG


Wer hatte Schwierigkeiten mit der PLZ-Umstellung?

LG von der grenzgaengerin

EDIT Und wer Interesse hat und forscht, wie Du von Dir behauptest, würde keine Wetten eingehen, die er von vorn herein verliert


zuletzt bearbeitet 13.06.2013 01:18 | nach oben springen

#139

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 01:22
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #138
Lieber bugsy,

Deine zynische Meinung über anders Denkende möchte ich an dieser Stelle nicht kommentieren.

Nur ein Tipp. Dieses Forum ist voller Erfahrungen. Einfach mal mehr lesen.

Sozialismus ohne "Diktatur" (12)

Und wenn etwas unklar ist, einfach fragen und nicht sofoert urteilen wie z.B bei den Postleitzahlen.

Zitat von Bugsy im Beitrag #5

Wie so vieles in der Wendezeit, gehe ich jede Wette ein, dass kein Schwein überhaupt an das Problem der doppelten Postleitzahlen gedacht hat.

MsG


Wer hatte Schwierigkeiten mit der PLZ-Umstellung?

LG von der grenzgaengerin

EDIT Und wer Interesse hat und forscht, wie Du von Dir behauptest, würde keine Wetten eingehen, der sie von vorn herein verliert

Nun viele Dänke (das ist die Mehrzahl) an derdiewo Herrenin grenzgängerin, dass es (die, der, da, wo?) die gränzzgängerin gibt. Sage mal, liebe Grännzgängerin, wie ist es, im Besitz des ultimativen Wissens zu sein? Nur mal eine Frage von einem Erdischen, weißt du?#

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
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#140

RE: Stasi-Kinder: Aufwachsen im Überwachungsstaat

in DDR Grenze Literatur 13.06.2013 01:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Bugsy im Beitrag #139



Nun viele Dänke (das ist die Mehrzahl) an derdiewo Herrenin grenzgängerin, dass es (die, der, da, wo?) die gränzzgängerin gibt. Sage mal, liebe Grännzgängerin, wie ist es, im Besitz des ultimativen Wissens zu sein? Nur mal eine Frage von einem Erdischen, weißt du?#

MsG



Rhetorik

An dieser Stelle möchte ich an Walther Jens erinnern, der am 9. Juni 2013 gestorben ist. Ein Wessi, den ich als Ossi von der Ferne aufgesogen habe.

Sinngemäß sagten er und seine Frau Inge, dass ihre vielen Reisen in die DDR schwieriger waren als eine Reise nach Ägypten. Die DDR haben sie kennen gelernt. Ägypten nicht.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 13.06.2013 01:38 | nach oben springen



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