#1

Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 10:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Es muss Anfang der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts gewesen sein.
Eine Dienstreise sollte mich von Hamburg nach Polen in eine Werft führen.HH-Hbf.,mit zwei Kollegen in den Zug gesetzt und losgefahren.
Einreise in die DDR problemlos.Dann die Abfertigung des Zuges an der Grenze DDR/Polen.Wir sassen in einem 6er Abteil und sahen die Uniformierten beider Länder in den Zug einsteigen.
Dann begannen die Einreiseformalitäten bzw. die Grenzabfertigung.
DDR-Grenzer kontrollierten unsere Dokumente.Dann kam der DDR-Zoll.
Pass,Seefahrtsbuch,Dienstauftrag bereitgehalten,dann die Frage:
"Wo wollen sie denn hin?"(Obwohl das im Dienstauftrag erkenntlich war!)
Unsere ehrliche und fast im Chor vorgetragene Antwort:
"Wir müssen nach Stettin in die Werft."
Der Oberzöllner(DDR) lief puterrot an und belehrte uns mit schulmeisterlichen Ton:
"Meine Herren,dass heist nicht Stettin,sondern S z c z e c i n und ist eine Hafenstadt in der sozialistischen Volksrepublik Polen."
Betretenes Schweigen unsererseits.Wir wollten doch nicht in ein Fettnäpfchen treten und irgendwelchen trouble haben.
Er genoss seinen Auftritt und händigte uns brummelnd unsere Papiere aus.Gerade wollte er seinen Abgang noch mit belehrenden Worten krönen,da kam lachend-freundlich die polnische Grenzabfertigung in unser Abteil.Nun waren auf engem Geläuf 3 Uniformierte dort vorhanden,zwei polnische Uniformierte und der am Herausgehen gehinderte DDR-Zöllner.
Wir händigten den polnischen Grenzern unsere Papiere aus und nach Ansicht dieser sagte der Dienstgradhöhere laut und deutlich:
"Hallo meine Herren,sie wollen sicherlich nach S t e t t i n in die Werft.Wir wünschen ihnen in unserem S t e t t i n einen angenehmen Aufenthalt."
Erst als wir wieder alleine im Abteil waren prusteten wir lauthals los.Es war wie ein slapstick.
Ob die polnischen Grenzer den Auftritt ihres deutschen Kollegen vorher mitbekamen war nicht herauszubekommen.

seaman


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zuletzt bearbeitet 06.06.2013 10:26 | nach oben springen

#2

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 11:42
von eisenringtheo | 9.171 Beiträge

Ja aber wie spricht man es auf polnisch aus?
Laut deutschem Duden so:
http://www.duden.de/rechtschreibung/Szczecin
aber stimmt das auch?
http://de.forvo.com/word/szczecin/
Gut hatte der Oberzöllner nicht mit Chinese zu tun..
"Berlin" in verschiedenen Varianten
http://de.forvo.com/search/柏林/
Theo


zuletzt bearbeitet 06.06.2013 11:45 | nach oben springen

#3

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 12:24
von Gelöschtes Mitglied
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Die Werft in Szczecin (Stettin) hieß ab 1948 Stettiner Werft (Stocznia Szczecińska). Zu anderen Zeiten waren es die Oderwerke und die Vulcan - Werft. Ab 2002 hieß sie dann Neue Stettiner Werft. Eine Aufanhme von 2006



Wir hatten auf dieser Werft bei einem in Boizenburg gebautem Kümo einen Wellenschaden repariert.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 06.06.2013 13:54 | nach oben springen

#4

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 12:45
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zum lachen war es auch irgendwie , aber doch mit unangenehmen Folgen.
Bei der Einreise per Bahn von CSSR in die DDR guckte ein Bekannter, der mit unserer Truppe in Prag zum Schwarzbierumtrunk war aus dem Fenster und plärrte "Eh Leute wir sind wieder in der Zone"
Die Genossen von Passkontrolle oder Zoll schauten auf und begannen dann ihre Kontrollen in unserem Waggon mit dem Ergebniss , daß der Sportsfreund welcher , einen Stempel in seinen Ausweis bekam und mal mit Reisen in die CSSR aussetzen durfte.


Edit: Gab es für solche Sachverhalte eigentlich rechliche Grundlagen, so nach der Art antiamerikanisch, antitürkisches Verhalten oder so?


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zuletzt bearbeitet 06.06.2013 13:07 | nach oben springen

#5

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 12:45
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Damals ist man ja schnell als Grenznahbewohner mal in die CSSR gefahren, war auch immer eine kurze Sache am Grenzhäuschen in Oberwiesenthal.
So ab 87 rum ging dann die Fragerei los nach dem Wohin und Warum, die Tschechen fragten danach allerdings nie.
Kein Mensch im Erzgebirge sagte damals Chomotuv und so beantwortete ich die Frage des deutschen Abfertigers nach dem Wohin halt brav mit Komothau.
Oje, ich dachte der Onkel kommt aus dem Grenzhäusel gefahren, der lief richtig purpurot an wegen meiner "revanchistischen" Antwort und faltete mich verbal zusammen.
Heute alles wieder normal, die Straßenschilder sind mit den deutschen Namen beschriftet, die Chemnitzer Freie Presse hat eine eigene Seite "Blick nach Böhmen" mit Regionalnachrichten vom Nachbarn, die Feuerwehren löschen auch grenzüberschreitend u.s.w.
Auch eine schöne Entspannung im europäischem Rahmen.


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zuletzt bearbeitet 06.06.2013 13:08 | nach oben springen

#6

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 13:05
von seaman | 3.487 Beiträge

Bin mal Mitte der 70er in die CSSR eingereist-bis zum Grenzort.
War Vollbartträger und ein Reisedokument ,Passbild ohne Bart.
Grenzer bestand darauf den Bart abzunehmen.Zeigte ihm ein anderes Reisedokument mit gleichem Passfoto,allerdings mit dem Vermerk "zeitweilig Bartträger".Zählte nicht,Bart muss ab.
Nun hatte ich zu Hause allerdings ein Reisepass mit Vollbartfoto und Reisevisum liegen.Mit dem musste ich eine Woche später in den arabischen Raum fliegen.Also,Bart muss dran bleiben.
Höflich sagte ich zu ihm,überall auf der Welt kann ich mit den vorgelegten Dokumenten problemlos einreisen,nur hier in der Tschecheslowakei gibt es Schwierigkeiten.
Oha,Tschecheslowakei,das Reizwort.
Raus aus dem Zug.Zollkontrolle.Nichts gefunden.
Wortlos führte mich ein tschechischer(oder slowakischer?) Grenzer auf einem endlos langen Kiefernweg durch den Wald zum DDR-Kontrollpunkt zurück.
Hier erwartete man mich schon-zur Zollkontrolle.....ein Urlaubstag im A.......

seaman


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#7

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 13:31
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Edit: Gab es für solche Sachverhalte eigentlich rechliche Grundlagen, so nach der Art antiamerikanisch, antitürkisches Verhalten oder so?

§220(1), ggfs. §222

Und achso, solche rechtliche Grundlagen gab es nicht nur im Unrechtsstaate, aktuell wäre da der §90a(1)1 einschlägig. Auch heute ist es für einige Reisende an der Grenze eine leichte Übung, das 'volle Programm' zu buchen. So mokierten sich mal zum Beispiel ein paar noch sichtlich angeheiterte Karibikurlaub-Rückkehrer am Kofferband (also noch VOR der zolltechnischen Einreise) über den zugegebnermaßen nicht besonders helle wirkenden Zöllner. Dieser versuchte tapfer die indirekten Bemerkungen über seine Physiognomie und seinen Habitus zu ignorieren, was wiederum die Pratzen (Proleten+Fratzen) nur weiter anstachelte. Bei der Bemerkung 'Mit so'nem treudoofen Hundblick findet der die zwei Kilo Hasch in meinem Koffer auch ohne Dienstwuff' griff dann überraschend (für die Pratzen) ein ziviler ÜG-Zöllner, welcher die ganze Zeit schon daneben stand, ein.
'Aber das war doch nur Spaß' wimmerten die Pratzen, welche langsam die Lage überrissen.
'Ja klar' sagte der Zivile 'den habt ihr ja auch gehabt. Uuund jetzt haben WIR UNSERN Spazzz!'
Und da soll nochmal Einer sagen, solche Zöllner wären ein ganz humorloser Haufen *grins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#8

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 13:37
von Udo | 1.266 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #7
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Edit: Gab es für solche Sachverhalte eigentlich rechliche Grundlagen, so nach der Art antiamerikanisch, antitürkisches Verhalten oder so?

§220(1), ggfs. §222

Und achso, solche rechtliche Grundlagen gab es nicht nur im Unrechtsstaate, aktuell wäre da der §90a(1)1 einschlägig. Auch heute ist es für einige Reisende an der Grenze eine leichte Übung, das 'volle Programm' zu buchen. So mokierten sich mal zum Beispiel ein paar noch sichtlich angeheiterte Karibikurlaub-Rückkehrer am Kofferband (also noch VOR der zolltechnischen Einreise) über den zugegebnermaßen nicht besonders helle wirkenden Zöllner. Dieser versuchte tapfer die indirekten Bemerkungen über seine Physiognomie und seinen Habitus zu ignorieren, was wiederum die Pratzen (Proleten+Fratzen) nur weiter anstachelte. Bei der Bemerkung 'Mit so'nem treudoofen Hundblick findet der die zwei Kilo Hasch in meinem Koffer auch ohne Dienstwuff' griff dann überraschend (für die Pratzen) ein ziviler ÜG-Zöllner, welcher die ganze Zeit schon daneben stand, ein.
'Aber das war doch nur Spaß' wimmerten die Pratzen, welche langsam die Lage überrissen.
'Ja klar' sagte der Zivile 'den habt ihr ja auch gehabt. Uuund jetzt haben WIR UNSERN Spazzz!'
Und da soll nochmal Einer sagen, solche Zöllner wären ein ganz humorloser Haufen *grins*



Sind wir Kollegen???


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#9

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 13:52
von schnatterinchen (gelöscht)
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Der Satz "Wir sind jetzt wieder in der Zone" war eher so über den Bahnsteig gebrüllt. Es wurde niemand direkt angesprochen.
Naja die DDR vielleicht in ihrer Autorität.
Der Witz war ja, das der betroffene den Spitznamen "Führer" hatte und als die Organe mit ihm fertig waren maulte ein anderer zu ihm
"Ehh Führer was haste den wieder für Schei... gebaut?"
Das hatten die Genossen irgendwie falsch verstanden sind zurückgekommen und haben sich denjenigen dann auch nochmal vorgegnommen.
Mit gleichem Resultat wie beim ersten. Ausschluß von Reisespass in die CSSR für einJahr.


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#10

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 14:38
von passport | 2.634 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Zum lachen war es auch irgendwie , aber doch mit unangenehmen Folgen.
Bei der Einreise per Bahn von CSSR in die DDR guckte ein Bekannter, der mit unserer Truppe in Prag zum Schwarzbierumtrunk war aus dem Fenster und plärrte "Eh Leute wir sind wieder in der Zone"
Die Genossen von Passkontrolle oder Zoll schauten auf und begannen dann ihre Kontrollen in unserem Waggon mit dem Ergebniss , daß der Sportsfreund welcher , einen Stempel in seinen Ausweis bekam und mal mit Reisen in die CSSR aussetzen durfte.


Edit: Gab es für solche Sachverhalte eigentlich rechliche Grundlagen, so nach der Art antiamerikanisch, antitürkisches Verhalten oder so?



Mmh, Neugierig, was soll denn das für ein Stempel gewesen sein ? Der PKS wurde doch nur bei der Aus- bzw. Einreise auf die Anlage der Staatsbank gestempelt !


passport


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#11

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 14:58
von schnatterinchen (gelöscht)
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Jetzt komme ich ins Eiern, ob das ein Stempel war oder ein Vermerk.
Fakt war , das die beiden sich im heimatlichen VPKA einfinden sollten.
Dort bekamen die es dann auch mittgeteilt , daß sie vom visafreien Reiseverkehr ausgeschlossen sind.


zuletzt bearbeitet 06.06.2013 15:01 | nach oben springen

#12

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 06.06.2013 15:34
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Es mochte so etwa 1988 gewesen sein, am Grenzübergang Schmilka bei der Einreise in die CSSR.
Jobnomade mit seinem alten Trabant, LAG neben ihm strickend (jaja, sowas machten die Ostfrauen damal noch,,) in der Warteschlange, vorher die 60 Kronen pro Person und Tag eingetauscht und eine Zollerklärung ausgefüllt - das war seit kurzem Pflicht. Auch bei Tagesausflügen ins Nachbarland.

Dann waren wir mit der Kontrolle dran - an die Seite. Eine Zöllnerin las unsere Erklärungen und liess sich anschliessend nochmals jeden Ausweis etc. von uns vorzeigen, blätterte drin. Meine LAG musste mit einem Zöllner ins Dienstgebäude, Handtasche und Strickzeug nahm sie mit - so etwas kann ja bekanntlich dauern und warum soll man nicht die Wartezeit nutzen - da wird eben wenigstens der Pullover fertig.

Die Zöllnerin hiess mich aussteigen und beschäftigte sich intensiv mit dem Innenraum meines alten Trabant. Griff unter das Amaturenbrett - und kam mit schwarzen Fingern wieder hervor. Ich musste mich wegdrehen, damit sie mein Grinsen in diesem Augenblick nicht sah - zu komisch war für mich die Situation. Nach einer Weile fragte ich sie, wass sie denn sucht - vielleicht könne ich ihr helfen ?
"Na, die restlichen Kronen vom letzten Besuch in der CSSR" - meinte sie.
"Ja, die habe ich im Portemonaie" - so meine Antwort, und ich öffnete es. Es waren vielleicht so 15 Kronen, nicht der Rede wert..
Sie meinete: "Das müssen SIe aber schon auf der Zollerklärung angeben"
Ich: "Ja, Entschuldigung, daran habe ich nicht gedacht...."
Sie: "Aber das nächste Mal !!"
Ich nickte pflichtschuldig, sie gab mir den Ausweis wieder,
Inzwischen war meine LAG zurückgekommen, aus dem Kontrollgebäude.
Sie meinte nur: "Fahr los, ich erzähls Dir später"
Nach ein paar hunder Metern meinte sie: "Fahr mal an rechts ran.."
Tat ich.
Und dann: "Ich woltte nicht, dass Du jetzt noch in die Elbe lenkst....stell Dir vor: Ich hab dort drin die ganze Handtasche ausgepackt und dann haben sie mein Strickzeug geröntgt" -
Wir prusteten los vor Lachen und ich erzählte ihr mein Erlebnis mit der Zöllnerin und deren schwarzen Fingern

Und hatten anschliessend noch einen schönen Tag im sozialistischen Nachbarland.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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zuletzt bearbeitet 06.06.2013 15:37 | nach oben springen

#13

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 05:12
von Wahlhausener | 273 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #8
Zitat von 94 im Beitrag #7
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #4
Edit: Gab es für solche Sachverhalte eigentlich rechliche Grundlagen, so nach der Art antiamerikanisch, antitürkisches Verhalten oder so?

§220(1), ggfs. §222

Und achso, solche rechtliche Grundlagen gab es nicht nur im Unrechtsstaate, aktuell wäre da der §90a(1)1 einschlägig. Auch heute ist es für einige Reisende an der Grenze eine leichte Übung, das 'volle Programm' zu buchen. So mokierten sich mal zum Beispiel ein paar noch sichtlich angeheiterte Karibikurlaub-Rückkehrer am Kofferband (also noch VOR der zolltechnischen Einreise) über den zugegebnermaßen nicht besonders helle wirkenden Zöllner. Dieser versuchte tapfer die indirekten Bemerkungen über seine Physiognomie und seinen Habitus zu ignorieren, was wiederum die Pratzen (Proleten+Fratzen) nur weiter anstachelte. Bei der Bemerkung 'Mit so'nem treudoofen Hundblick findet der die zwei Kilo Hasch in meinem Koffer auch ohne Dienstwuff' griff dann überraschend (für die Pratzen) ein ziviler ÜG-Zöllner, welcher die ganze Zeit schon daneben stand, ein.
'Aber das war doch nur Spaß' wimmerten die Pratzen, welche langsam die Lage überrissen.
'Ja klar' sagte der Zivile 'den habt ihr ja auch gehabt. Uuund jetzt haben WIR UNSERN Spazzz!'
Und da soll nochmal Einer sagen, solche Zöllner wären ein ganz humorloser Haufen *grins*



Sind wir Kollegen???


94 ist einfach ein gebildeter Mensch. Der hat einen ordentlichen Beruf und mußte nicht zum Zoll.Denn gebildet und Zoll,das paßt einfach nicht zusammen.
Wie man hier lesen konnte ist der Zoll überall nicht sehr zimperlich.Es ist immer das gleiche Spiel,dem Bürger einen reinwürgen. Gib einfältigen Menschen etwas Macht. Was aber der bundesdeutsche Zoll so abläßt ist schon kriminell. Ein Bundespolizist sagte mal, in einem demokratischen Staat würde die Hälfte vom Zoll im Gefängnis sitzen. Ich widersprach ihm,weil in meinem Fall haben sich 90 % der Tatbeteiligten schwerer Vergehen schuldig gemacht. Jetzt ist erstmal der Schadenersatz vom Amtsgericht positiv beschieden und dann gehts weiter. Vielleicht hast bald ein paar Kollegen weniger.


Signatur gelöscht...


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#14

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Was nu, einfach ODER gebildet?
Und wenn jetzt hier schon wild Spekulatius verteilt wird, na da bin ich doch dabei ...
Ich behaupte jetzt mal Du warst mit einer Maßnahme der FKS (intern auch Gerüstschüttler genannt) nicht so ganz zufrieden (ums mal etwas neutraler zu formulieren) und hat Rechtsmittel benutzt? Hmm ... nur wird es dann Off Topic weil Zoll ist ja nicht nur an der Grenze und Reisende sind auch nur ein Bruchteil des 'Geschäfts' ...

Oder ach nee, das gefällt mir besser ... Du hast die Anmeldung des Brennens durch Stoffbesitzer 'vergessen'?
Geht inzwischen auch online, also nicht das Vergessen sondern das Anmelden, guckst Du ...
http://www.zoll.de/DE/Privatpersonen/Alk...ennen_node.html

Habe ich demnächst dann auch (ich zitiere) bald ein paar Kollegen weniger. Sicher nicht!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 07.06.2013 10:24 | nach oben springen

#15

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:41
von Grstungen386 | 597 Beiträge

seaman, mein Vater ist 34 in Stettin geboren, er bekam dicken Hals, als ihn ein Dummbrot der Rentenversicherung als gebürtigen Polen einstufte, Dummbrot wusste nicht, dass Stettin bis 45 im Gau Pommern lag und dessen Hauptstadt war und war auch bei telefon. Rücksprache nicht davon zu überzeugen. Im Prinzip wurden ja die Polen ihrerseits vom Russen vertrieben, hoffe, dass in europ. Verwaltungsakt irgendwann die ehemaligen Reichsgebiete zumindest nationalen Sonderstatus erhalten NATÜRLICH IM ZUSAMMENWIRKEN !! der betreffenden Völkerschaften...Liebe Grüsse vom Saupreussen Grstungen 386



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#16

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:44
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grstungen386 im Beitrag #15
seaman, mein Vater ist 34 in Stettin geboren, er bekam dicken Hals, als ihn ein Dummbrot der Rentenversicherung als gebürtigen Polen einstufte, Dummbrot wusste nicht, dass Stettin bis 45 im Gau Pommern lag und dessen Hauptstadt war und war auch bei telefon. Rücksprache nicht davon zu überzeugen. Im Prinzip wurden ja die Polen ihrerseits vom Russen vertrieben, hoffe, dass in europ. Verwaltungsakt irgendwann die ehemaligen Reichsgebiete zumindest nationalen Sonderstatus erhalten NATÜRLICH IM ZUSAMMENWIRKEN !! der betreffenden Völkerschaften...Liebe Grüsse vom Saupreussen Grstungen 386


Siehste,
ähnliche Erfahrungen hatte ich auch.
Vater in Stettin geboren 1921.

seaman


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#17

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:44
von Gert | 12.354 Beiträge

ich bin schon erstaunt, was ich hier über die Grenzabfertigung und Zoll an den Grenzen zwischen sozialistischen Brüdern lese. Ich bin sehr oft über die deutsch/tschechische Grenze gefahren, allerdings über den Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov(Bayern). Ich dachte, nur wir bösen Klassenfeinde sind hochnotpeinlichen Zollabfertigungen ausgesetzt. Weitgefehlt, muss ich hier lesen. Wir haben später die Lage beim tschechischen Zoll ( der deutsche Zoll interessierte sich nicht für uns ) dadurch entspannt, in dem wir kleine Geschenke machten, z.B. war sehr beliebt der neueste Quellekatalog. Dann sind wir immer ganz entspannt durch diese Kontrollen gekommen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#18

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:49
von Grstungen386 | 597 Beiträge

Freund von mir aus Barcelona hatte mal Stress (1991) mit tschechischem Zoll.Bei grenzkontrolle, angesichts der Ruinen von Aussig, jetzt Usti, musste er minutenlange blöde Befragungen über sich ergehen lassen, er fragte auf deutsch: "Meinen sie ich würde FREIWILLIG auch nur eine Minute länger als erforderlich in diesem Dreckland bleiben...??!! Unvergessen auch das demütigende Verhalten des Urinkellnertums in den tschechischen Keimzügen, wenn man als DDR-Bürger identifiziert wurde....



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#19

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:51
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Ja, lieber @Gert - wir haben in einer "Diktatur des Proletariats" gelebt.....
Hast Du diesen Begriff nie gehört ?
Ach, wärste doch noch ein bisschen dageblieben - Du hättest noch viele interessante Dinge miterlebt

Nein, das war jetzt schwarzer Humor meinerseits - hast schon die richtige Entscheidung für Dich getroffen.

Herzlichen Gruss von Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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zuletzt bearbeitet 07.06.2013 10:52 | nach oben springen

#20

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 07.06.2013 10:52
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17
ich bin schon erstaunt, was ich hier über die Grenzabfertigung und Zoll an den Grenzen zwischen sozialistischen Brüdern lese. Ich bin sehr oft über die deutsch/tschechische Grenze gefahren, allerdings über den Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov(Bayern). Ich dachte, nur wir bösen Klassenfeinde sind hochnotpeinlichen Zollabfertigungen ausgesetzt. Weitgefehlt, muss ich hier lesen. Wir haben später die Lage beim tschechischen Zoll ( der deutsche Zoll interessierte sich nicht für uns ) dadurch entspannt, in dem wir kleine Geschenke machten, z.B. war sehr beliebt der neueste Quellekatalog. Dann sind wir immer ganz entspannt durch diese Kontrollen gekommen




Hier muss man wohl die Zeit berücksichtigen.
So friedlich wie meistens die bundesdeutsche Seite in Bayern abfertigte,so penibel und pedantisch war mitunter die tschechische Seite.
Einreise mit Zug,PKW,Bus.
Lediglich an den Flughäfen war es total locker.

seaman


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