#61

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #55

Muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen.
Es war immer einfacher und billiger als DDR-Bürger in die CSSR zu kommen als nach Ungarn. Ungarn spielte wohl erst zum Ende der DDR eine massgebliche Rolle.
Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane klar,aber nur bis zu einem gewissen Rahmen.

seaman



Ganz genau und zwar wegen dieser blöden "Reiseanlage" die man als DDR Bürger beantragen mußte und zum anderen wurde es für DDR Bürger in Ungarn zunehmend unerträglich teuer.
Mit DDR Mark in Forint getauscht hatten man nur noch ca die Hälfte an Kaufkraft in der Tasche.
Das hieß soviel als möglich Dosen usw. mitschleppen und auf einem knochenharten , sonnenverbrannten, überfüllten Privatzeltplatz mit Kaltwasser kampieren um
eventuell mal was warmes zu essen oder sogar ne echte Levis zu ergattern. Und wenn man sehr sehr sparsam war hats noch für ne Led Zeppelin LP gereicht. Aber da war ja schon wieder der schei.... DDR Zoll.


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#62

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:35
von Gelöschtes Mitglied
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Schnattel, das war einmal - heute kannst Du Led Zeppelin als CD für ein paar Euronen erwerben.


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#63

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:39
von schnatterinchen (gelöscht)
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Nur Vinyl ist wahres!


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#64

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:39
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #63
Nur Vinyl ist wahres!
Da hast Du auch wiederum recht !!!


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#65

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #49
Spekulieren wir mal......
Vielleicht gab es ein einheitliches System der Zollkontrolle an den Grenzen der DDR.Egal ob Ost oder West.
Mancher Zöllner,der hier seine ersten Schichten fuhr,fand sich irgendwann,frisch ausgebildet,an der Grenze West wieder?

Eine andere Tatsache darf man auch nicht ausblenden und wird mir sicherlich der Eine oder Andere hier im Forum bestätigen können.
Die CSSR bot ein Nadelöhr zu Kontakten zwischen DDR- und Bundesbürgern,der nicht voll im Blick der DDR war.Das diese Variante mitunter nicht nur für verwandschaftliche Verbrüderungen genutzt wurde ist nicht nur zu vermuten.
Oft waren es Republikflüchtlinge, die in der DDR noch auf der Fahndungsliste standen,die sich hier in der CSSR mit Angehörigen trafen.
Wenn man dann bedenkt,dass die Zollabfertigung in der CSSR relativ lax gehandhabt wurde,wollte man schon wissen,was dort in die DDR kommt bzw.verlässt.

seaman





@seaman , das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn ich mit meiner Frau in der CSSR die Verwandtschaft meiner Frau besuchte, lief das volle Programm wie bei den Genossen in der DDR. Obligatorischer Geldumtausch, anschl Anmeldung bei VB ( analog VP).
Es muss etwa 1978 gewesen sein, da sprachen mich die tschechischen Polizisten an, dass ich gesucht werde wg. Republikflucht. Als meine Frau das mir übersetzte bekam ich dort auf der Wache einen Lachkrampf. Der Polizist schaute entgeistert, bis ich ihn aufklärte > Flucht aus der DDR 65, Amnestie der DDR 72, inzwischen mehrere Besuche in der DDR ( hatte entspr. Sichtvermerke im Pass ). Nun als sie, meine Frau, ihm übersetzte, dass sie wohl etwas langsam arbeiten, musste der tschechische Polizist ebenfalls grinsen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#66

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:41
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #59
Zitat von seaman im Beitrag #55
Zitat von Vierkrug im Beitrag #54
@Pit 59 , die Tschechen tauschten auch gern privart Kronen gegen DDR-Mark nicht nur zum Kurs 3 Kronen für eine DDR-Mark. So konnte man das Budget auch unerlaubt etwas aufbessern. Ölsardinen war gut, hatte ich glatt vergessen -danke !!!

@seaman, die CSSR war nicht so geeignet für Familientreffen, wie Ungarn und hier speziell der Balaton. Zwischen den Schutz-und Sicherheitsorganen der DDR und der CSSR gab es eine sehr enge Zusammenarbeit - auch beim Austausch von Informationen zum Reiseverkehr an den bayrisch-böhmischen Grenzübergängen - wobei Bayrisch-Eisenstein/Böhmisch-Eisenstein der am meisten frequentierte Grenzübergang war.

Vierkrug


Muss ich aus eigener Erfahrung widersprechen.
Es war immer einfacher und billiger als DDR-Bürger in die CSSR zu kommen als nach Ungarn. Ungarn spielte wohl erst zum Ende der DDR eine massgebliche Rolle.
Zusammenarbeit der Sicherheitsorgane klar,aber nur bis zu einem gewissen Rahmen.

seaman


@seaman - Und da muß ich Dir widersprechen - Ungarn / Balaton spielte nicht erst zum Ende der DDR eine maßgebliche Rolle. Schon weitaus vorher, schon mit Beginn und Mitte der siebziger Jahre.
Was die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der CSSR anbetrifft, die ging über den von Dir wahrscheinlich vermuteten Rahmen weit hinaus. Ich verzichte hier auf Details. Sie war wesentlich enger als vermutet.

Vierkrug



Ich verzichte auch auf Details.
Sicherlich ist Dir auch mein gedachter Rahmen dazu nicht bekannt
Mit Ungarn hatte ich andere Kontakte als zur CSSR.Hier war der Kontakt zu den Sicherheitsorganen wohl etwas beeinträchtigt?
Alleine in der CSSR war ich Ende der 80er gefühlte 10 x unterwegs.Die Hotels in Karlsbad,Bratislava,Marienbad etc. waren fest in deutscher Hand-
Familientreffen.
Theorie und Praxis.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.06.2013 09:48 | nach oben springen

#67

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:44
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #59


Was die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der CSSR anbetrifft, die ging über den von Dir wahrscheinlich vermuteten Rahmen weit hinaus. Ich verzichte hier auf Details. Sie war wesentlich enger als vermutet.




Hallo Vierkrug,

gehe ich Recht in der Annahme, dass es dabei nicht explizit um Menschen ging, sondern um die Sicherung von grundlegenden Erfordernissen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität.

LG von der grnzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 08.06.2013 09:47 | nach oben springen

#68

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:49
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #65
Zitat von seaman im Beitrag #49
Spekulieren wir mal......
Vielleicht gab es ein einheitliches System der Zollkontrolle an den Grenzen der DDR.Egal ob Ost oder West.
Mancher Zöllner,der hier seine ersten Schichten fuhr,fand sich irgendwann,frisch ausgebildet,an der Grenze West wieder?

Eine andere Tatsache darf man auch nicht ausblenden und wird mir sicherlich der Eine oder Andere hier im Forum bestätigen können.
Die CSSR bot ein Nadelöhr zu Kontakten zwischen DDR- und Bundesbürgern,der nicht voll im Blick der DDR war.Das diese Variante mitunter nicht nur für verwandschaftliche Verbrüderungen genutzt wurde ist nicht nur zu vermuten.
Oft waren es Republikflüchtlinge, die in der DDR noch auf der Fahndungsliste standen,die sich hier in der CSSR mit Angehörigen trafen.
Wenn man dann bedenkt,dass die Zollabfertigung in der CSSR relativ lax gehandhabt wurde,wollte man schon wissen,was dort in die DDR kommt bzw.verlässt.

seaman





@seaman , das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Wenn ich mit meiner Frau in der CSSR die Verwandtschaft meiner Frau besuchte, lief das volle Programm wie bei den Genossen in der DDR. Obligatorischer Geldumtausch, anschl Anmeldung bei VB ( analog VP).
Es muss etwa 1978 gewesen sein, da sprachen mich die tschechischen Polizisten an, dass ich gesucht werde wg. Republikflucht. Als meine Frau das mir übersetzte bekam ich dort auf der Wache einen Lachkrampf. Der Polizist schaute entgeistert, bis ich ihn aufklärte > Flucht aus der DDR 65, Amnestie der DDR 72, inzwischen mehrere Besuche in der DDR ( hatte entspr. Sichtvermerke im Pass ). Nun als sie, meine Frau, ihm übersetzte, dass sie wohl etwas langsam arbeiten, musste der tschechische Polizist ebenfalls grinsen.





Als Tourist reichte eine Anmeldung im Hotel.....

seaman


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#69

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:52
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #47
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #46
Zitat von 80er im Beitrag #45
(...) Ich habe mich damals oft gefragt, wie die Kontrollen an einem Grenzbahnhof Ost-West dann ausgesehen haben mussten, wenn hier schon so ein Aufwand betrieben wurde? Auch wenn man kein schlechtes Gewissen hatte, hinterliessen diese Kontrollen immer ein Ohnmachtsgefühl und ein Ausgeliefertsein.


Im Prinzip genau gleich. 45 Minuten war die fahrplanmässige Standzeit und wirklich alle Hohlräume wurden kontrolliert. Spezialschlüssel brauchte man nicht, man konnte alles mit einem Vierkantschlüssel öffnen. Antiquitäten aus der DDR waren im Westen sehr gesucht und das Risiko erwischt zu werden, war wohl kleiner, wenn man die Wertsachen vor der Kontrolle im Waggon versteckte. Bei den Reisen in die CSSR und Polen frage ich mich allerdings, was man da schmuggeln konnte.
Theo



Theo aus deiner und meiner Sicht, als Besucher aus dem Westen Europas ist die Aussage plausibel. Ich denke aber , dass die DDR Bürger eine genaue Vorstellung hatten, was sie in der CSSR kaufen konnten/wollten. Das waren alles Artikel, die in der DDR gar nicht oder nur selten zu kaufen waren.
Ich hörte davon in Gesprächen mit DDR Bewohnern. Ein Beispiel kann ich leider nicht nennen, vielleicht kann ein Ehemaliger dazu etwas sagen.



Gert, dass waren u.a. PKW-Ersatzteile, Fliesen, Sanitärarmaturen etc. - Zu Weihnachten in Prag oder Liberec dann allerlei Delikatessen, wie Emmentaler, Champignons, Kochschinken etc.. Erzeugnisse aus Böhmisches Glas standen manchmal auch auf dem Einkaufszettel. Und nicht zu vergessen Honig aus Melnik (den gab es auch in der DDR). Sicherlich gibt es noch andere Dinge. Aber es sind ja auch noch mehr User mit entsprechenden Erfahrungen hier.

Vierkrug


Also Sachen die uns aus der Bundesrepublik interessierten, war zum Beispiel böhmisches Bleikristall. Haben wir einmal gekauft und ich hatte mir im stillen vorgenommen, wenn der in Rozvadov an der Grenze das abnehmen will, lasse ich es vor ihm auf den Asphalt krachen. Zum Glück ging die Eskalationskaskade nicht so weit und wir erfreuen uns heute noch an dem schönen Glas. Wir hatten oft das umgekehrte Problem wie die DDR Bürger mit dem aus dem Zwangsumtausch erhaltenen Kronen. Wie in der DDR erst mal Tank randvoll machen, da war schon ein großer Teil des Geldes gut untergebracht.
Dann haben wir die Schwiegereltern eingeladen in Top Restaurants zum Essen. Das war auch immer sehr gut, die Tschechen haben eine tolle Küche. Die Kaufhäuser waren, bitte mich nicht als arrogant ansehen, uninteressant. Wir waren anderes gewöhnt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#70

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:56
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Zitat von Vierkrug im Beitrag #59


Was die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der CSSR anbetrifft, die ging über den von Dir wahrscheinlich vermuteten Rahmen weit hinaus. Ich verzichte hier auf Details. Sie war wesentlich enger als vermutet.




Hallo Vierkrug,

gehe ich Recht in der Annahme, dass es dabei nicht explizit um Menschen ging, sondern um die Sicherung von grundlegenden Erfordernissen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität.

LG von der grnzgaengerin




Wasn das für ne Frage?
Um was solls denn sonst gegangen sein als um die ausgeweitete Überwachung der eigenen Staatsbürger im Ausland mit Hilfe der Geheimpolizei des jeweiligen Staates?
Misstrauen eben. Naja war ja kalter Krieg damals.Gelle.


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#71

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 09:56
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #69
Zitat von Vierkrug im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #47
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #46
Zitat von 80er im Beitrag #45
(...) Ich habe mich damals oft gefragt, wie die Kontrollen an einem Grenzbahnhof Ost-West dann ausgesehen haben mussten, wenn hier schon so ein Aufwand betrieben wurde? Auch wenn man kein schlechtes Gewissen hatte, hinterliessen diese Kontrollen immer ein Ohnmachtsgefühl und ein Ausgeliefertsein.


Im Prinzip genau gleich. 45 Minuten war die fahrplanmässige Standzeit und wirklich alle Hohlräume wurden kontrolliert. Spezialschlüssel brauchte man nicht, man konnte alles mit einem Vierkantschlüssel öffnen. Antiquitäten aus der DDR waren im Westen sehr gesucht und das Risiko erwischt zu werden, war wohl kleiner, wenn man die Wertsachen vor der Kontrolle im Waggon versteckte. Bei den Reisen in die CSSR und Polen frage ich mich allerdings, was man da schmuggeln konnte.
Theo



Theo aus deiner und meiner Sicht, als Besucher aus dem Westen Europas ist die Aussage plausibel. Ich denke aber , dass die DDR Bürger eine genaue Vorstellung hatten, was sie in der CSSR kaufen konnten/wollten. Das waren alles Artikel, die in der DDR gar nicht oder nur selten zu kaufen waren.
Ich hörte davon in Gesprächen mit DDR Bewohnern. Ein Beispiel kann ich leider nicht nennen, vielleicht kann ein Ehemaliger dazu etwas sagen.



Gert, dass waren u.a. PKW-Ersatzteile, Fliesen, Sanitärarmaturen etc. - Zu Weihnachten in Prag oder Liberec dann allerlei Delikatessen, wie Emmentaler, Champignons, Kochschinken etc.. Erzeugnisse aus Böhmisches Glas standen manchmal auch auf dem Einkaufszettel. Und nicht zu vergessen Honig aus Melnik (den gab es auch in der DDR). Sicherlich gibt es noch andere Dinge. Aber es sind ja auch noch mehr User mit entsprechenden Erfahrungen hier.

Vierkrug


Also Sachen die uns aus der Bundesrepublik interessierten, war zum Beispiel böhmisches Bleikristall. Haben wir einmal gekauft und ich hatte mir im stillen vorgenommen, wenn der in Rozvadov an der Grenze das abnehmen will, lasse ich es vor ihm auf den Asphalt krachen. Zum Glück ging die Eskalationskaskade nicht so weit und wir erfreuen uns heute noch an dem schönen Glas. Wir hatten oft das umgekehrte Problem wie die DDR Bürger mit dem aus dem Zwangsumtausch erhaltenen Kronen. Wie in der DDR erst mal Tank randvoll machen, da war schon ein großer Teil des Geldes gut untergebracht.
Dann haben wir die Schwiegereltern eingeladen in Top Restaurants zum Essen. Das war auch immer sehr gut, die Tschechen haben eine tolle Küche. Die Kaufhäuser waren, bitte mich nicht als arrogant ansehen, uninteressant. Wir waren anderes gewöhnt.





Richtig Bleikristall,Gläser in allen Grössen und Varianten.
Ostern waren die handgefertigten Ostereier immer ein Renner als Geschenk in Deutschland.

seaman


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#72

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:03
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #58
Es gab schon eine gute Zusammenarbeit zwischen den Diensten der DDR und der CSSR und der VR Ungarn.
In beiden Ländern hatte das MfS Operativgruppen.




Das bestreite ich doch garnicht.
Trotzdem gab es in der Praxis mitunter Sand im Getriebe.
Um es zu umschreiben,man kam sich ins Gehege.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.06.2013 10:06 | nach oben springen

#73

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:07
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #70


Wasn das für ne Frage?
Um was solls denn sonst gegangen sein als um die ausgeweitete Überwachung der eigenen Staatsbürger im Ausland mit Hilfe der Geheimpolizei des jeweiligen Staates?
Misstrauen eben. Naja war ja kalter Krieg damals.Gelle.




Liebes Schnatterinchen,

es gab weit mehr, als die Überwachung der eigenen Staatsbürger. Nur ist diese Überwachung immer wieder der Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Wahrscheinlich auch, weil da mehr oder weniger jeder mitreden kann. Ich denke es gibt auch noch andere Themen im Zusammenhang mit der Staatssicherheit, die weniger spannend sind, aber von denen mehr oder weniger allle profitiert haben.

Nur möchte ich nicht diese Themen rausbuddeln. Auch, weil ich zu wenig über die Zusammenhänge weiß. Ich kann es nur aus eigenem Erleben als Beobachterin schildern. Und das ist zu wenig für eine Diskussion.

LG von der grenzgaengerin


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zuletzt bearbeitet 08.06.2013 10:08 | nach oben springen

#74

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:09
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich habe mich Jahrelang mit meinem Bruder in Prag getroffen. Im ersten Jahr hatte er gerade in Westberlin seinen Führerschein gemacht und war wohl etwas überfordert in den Prager Straßen und wir wurden seiner Fahrweise wegen laufend von der Prager Polizei angehalten und zur Kasse gebeten.
Obwohl dabei fast jedesmal die Ausweise kontrolliert wurden ist danach in der DDR nie was gewesen.
Bis zu dem einen Mal als mich Leute aus Westberlin bei der Heimreise noch ein Stück Richtung Grenze mitgenommen haben und wir an einem festen Kontrollpunkt angehalten wurden.
Die haben uns da ziehmlich lange stehen lassen aber wir konnten dann weiterfahren.
Nach diesem Zwischenfall war dann aber Ende für mich mit der ausschweifenden Reisetätigkeit.
Da hatte die erfolgreiche Zusammenarbeit der sozialistischen Bruderorgane Früchte getragen und Schlimmeres konnte verhindert werden.


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#75

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:14
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Wisst ihr noch wieviel Kronen es gab?
Weiß es nicht mehr, nur das es immer bissel knapp war und wir haben dann gesammelt, aber mit viel mehr Kronen als dem erlaubten Betrag durftest du dich auch nicht erwischen lassen.
Ein böhmischer Erzgebirger der damals dort bleiben durfte hat mal einen Spruch über die "Nemets" zum Besten gegeben: "Früher kamen sie mit Panzern und Kanon, heut kommen sie mit Trabbis und mit Kron"


zuletzt bearbeitet 08.06.2013 10:37 | nach oben springen

#76

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:14
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Zitat von Vierkrug im Beitrag #59


Was die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der CSSR anbetrifft, die ging über den von Dir wahrscheinlich vermuteten Rahmen weit hinaus. Ich verzichte hier auf Details. Sie war wesentlich enger als vermutet.




Hallo Vierkrug,

gehe ich Recht in der Annahme, dass es dabei nicht explizit um Menschen ging, sondern um die Sicherung von grundlegenden Erfordernissen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität.

LG von der grnzgaengerin



Es ging einerseits um Menschen, aber das war nicht mein Ressort. Und wie Du es schon richtig vermutest um gemeinsame Maßnahmen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität in den Ländern, was wiederum in den Bereich unserer HA fiel.
Darüber hinaus gab es im Grenzbereich der CSSR zur BRD nachrichtentechnische Aufklärungseinrichtungen der Funkaufklärung und -abwehr, die durch Mitarbeiter der zuständigen HA des MfS besetzt und betreut wurden. U.a. war mein Schwager auch im diesem Bereich tätig.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 08.06.2013 10:17 | nach oben springen

#77

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:50
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #76
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Zitat von Vierkrug im Beitrag #59


Was die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsorganen der CSSR anbetrifft, die ging über den von Dir wahrscheinlich vermuteten Rahmen weit hinaus. Ich verzichte hier auf Details. Sie war wesentlich enger als vermutet.




Hallo Vierkrug,

gehe ich Recht in der Annahme, dass es dabei nicht explizit um Menschen ging, sondern um die Sicherung von grundlegenden Erfordernissen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität.

LG von der grnzgaengerin



Es ging einerseits um Menschen, aber das war nicht mein Ressort. Und wie Du es schon richtig vermutest um gemeinsame Maßnahmen zur Gewährleistung der wirtschaftlichen Stabilität in den Ländern, was wiederum in den Bereich unserer HA fiel.
Darüber hinaus gab es im Grenzbereich der CSSR zur BRD nachrichtentechnische Aufklärungseinrichtungen der Funkaufklärung und -abwehr, die durch Mitarbeiter der zuständigen HA des MfS besetzt und betreut wurden. U.a. war mein Schwager auch im diesem Bereich tätig.

Vierkrug



@Vierkrug
Mit anderen Worten, wenn ich auf der Fahrt in die CSSR im Bayerischen Wald eine Blähung hatte, dann habt ihr das mitgehört ?
Im Übrigen, ab Nürnberg Richtung tschechische Grenze war doch tote Hose, da war nix los, was gabs denn da zu hören? Veilleicht die Truppenübungsplätze in der Oberpfalz?


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#78

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 10:57
von furry | 3.574 Beiträge

Bei unseren Besuchen in der CSSR haben wir u.a. Babysachen gekauft. Die tschechischen Frotteestrampelanzüge setzten sich doch merklich ab vom 08/15-Angebot in der DDR. Weiterhin kauften wir Nuckelflaschen. Diese waren aus Plastik und man konnte den Sauger nach innen stülpen und verschrauben. Auf Reisen bewährten sich diese Dinger gegenüber den üblichen Glasflaschen.
Wenn man Großeltern hatte, die erwartungsgemäß nie in die CSSR reisen wollten, ließ sich das begrenzte Reisebudget etwas aufbessern.
Frage: Wie wurde der Umtausch gehandhabt bei Angehörigen der bewaffneten Organe, die z.B. nur ihren Wehrpass und keinen PA bei sich hatten?
Gab es da auch einen zusätzlich eingeklebten Vermerk? Wenn nein, konnten sie ja etwas großzügiger tauschen.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#79

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 11:02
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #77

Mit anderen Worten, wenn ich auf der Fahrt in die CSSR im Bayerischen Wald eine Blähung hatte, dann habt ihr das mitgehört ?
Im Übrigen, ab Nürnberg Richtung tschechische Grenze war doch tote Hose, da war nix los, was gabs denn da zu hören? Veilleicht die Truppenübungsplätze in der Oberpfalz?



Wer weiss wer noch alles mitgehört hat, als Du Blähungen am heimischen Herd hattest?

"Hinter 35 Zentimeter dicken Mauern aus Stahlbeton liegt die einstige Abhöranlage auf der Wasserkuppe. Schon seit 50 Jahren prägen Radarkuppeln Hessens höchsten Berg. Von hier aus belauschten einst Alliierte und Bundeswehr, was der Feind im Osten plante. Heute gibt es Touren durch die letzte verbliebene Abhöranlage, die Sperrgebiet und Kaserne war."

http://www.t-online.de/reisen/deutschlan...asserkuppe.html

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 08.06.2013 11:04 | nach oben springen

#80

RE: Reisende an der Grenze

in DDR Staat und Regime 08.06.2013 11:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #71
Zitat von Gert im Beitrag #69
Zitat von Vierkrug im Beitrag #51
Zitat von Gert im Beitrag #47
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #46
Zitat von 80er im Beitrag #45
(...) Ich habe mich damals oft gefragt, wie die Kontrollen an einem Grenzbahnhof Ost-West dann ausgesehen haben mussten, wenn hier schon so ein Aufwand betrieben wurde? Auch wenn man kein schlechtes Gewissen hatte, hinterliessen diese Kontrollen immer ein Ohnmachtsgefühl und ein Ausgeliefertsein.


Im Prinzip genau gleich. 45 Minuten war die fahrplanmässige Standzeit und wirklich alle Hohlräume wurden kontrolliert. Spezialschlüssel brauchte man nicht, man konnte alles mit einem Vierkantschlüssel öffnen. Antiquitäten aus der DDR waren im Westen sehr gesucht und das Risiko erwischt zu werden, war wohl kleiner, wenn man die Wertsachen vor der Kontrolle im Waggon versteckte. Bei den Reisen in die CSSR und Polen frage ich mich allerdings, was man da schmuggeln konnte.
Theo



Theo aus deiner und meiner Sicht, als Besucher aus dem Westen Europas ist die Aussage plausibel. Ich denke aber , dass die DDR Bürger eine genaue Vorstellung hatten, was sie in der CSSR kaufen konnten/wollten. Das waren alles Artikel, die in der DDR gar nicht oder nur selten zu kaufen waren.
Ich hörte davon in Gesprächen mit DDR Bewohnern. Ein Beispiel kann ich leider nicht nennen, vielleicht kann ein Ehemaliger dazu etwas sagen.



Gert, dass waren u.a. PKW-Ersatzteile, Fliesen, Sanitärarmaturen etc. - Zu Weihnachten in Prag oder Liberec dann allerlei Delikatessen, wie Emmentaler, Champignons, Kochschinken etc.. Erzeugnisse aus Böhmisches Glas standen manchmal auch auf dem Einkaufszettel. Und nicht zu vergessen Honig aus Melnik (den gab es auch in der DDR). Sicherlich gibt es noch andere Dinge. Aber es sind ja auch noch mehr User mit entsprechenden Erfahrungen hier.

Vierkrug


Also Sachen die uns aus der Bundesrepublik interessierten, war zum Beispiel böhmisches Bleikristall. Haben wir einmal gekauft und ich hatte mir im stillen vorgenommen, wenn der in Rozvadov an der Grenze das abnehmen will, lasse ich es vor ihm auf den Asphalt krachen. Zum Glück ging die Eskalationskaskade nicht so weit und wir erfreuen uns heute noch an dem schönen Glas. Wir hatten oft das umgekehrte Problem wie die DDR Bürger mit dem aus dem Zwangsumtausch erhaltenen Kronen. Wie in der DDR erst mal Tank randvoll machen, da war schon ein großer Teil des Geldes gut untergebracht.
Dann haben wir die Schwiegereltern eingeladen in Top Restaurants zum Essen. Das war auch immer sehr gut, die Tschechen haben eine tolle Küche. Die Kaufhäuser waren, bitte mich nicht als arrogant ansehen, uninteressant. Wir waren anderes gewöhnt.





Richtig Bleikristall,Gläser in allen Grössen und Varianten.
Ostern waren die handgefertigten Ostereier immer ein Renner als Geschenk in Deutschland.

seaman




o ja Seaman die hätte ich beinahe vergessen. Die bemalten Ostereier waren Spitze, brauchten wir ausnahmsweise nicht kaufen, bekamen wir aus der Verwandtschaft und von Freundinnen meiner Angetrauten geschenkt. Haben wir heute noch und Ostern werden sie zur Deko herausgeholt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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