#121

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:04
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Punkt 5 ist auch sehr interessant, denke ich.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#122

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:12
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #120
Bin gespannt was für eine Reaktion auf Punkt 8 in der Liste kommt !


..das wäre die soziale Sicherheit, na @Fritze die ist doch gegeben...das Hartz4-Netz ist doch gespannt....


xxx
zuletzt bearbeitet 19.06.2013 16:34 | nach oben springen

#123

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:18
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #121
Punkt 5 ist auch sehr interessant, denke ich.

seit der "Wende" gab es doch einige Veränderungen zu beobachten, irgendwie auch abzusehen.
Die Ellenbogenmentalität hatte kaum einer auf dem Schirm.


xxx
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#124

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:25
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #123
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #121
Punkt 5 ist auch sehr interessant, denke ich.

seit der "Wende" gab es doch einige Veränderungen zu beobachten, irgendwie auch abzusehen.
Die Ellenbogenmentalität hatte kaum einer auf dem Schirm.


Da muss ich dir leider widersprechen , es ist schon manchmal beschämend, wenn ein Nachbar in einem Mehrfamilienhaus den anderen nicht kennt. Oder Nachbarschaftshilfe, die am Stammtisch in der örtlichen "Kneipe" verabredet wurde, gibt es meist auch nicht mehr.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#125

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:32
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #124
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #123
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #121
Punkt 5 ist auch sehr interessant, denke ich.

seit der "Wende" gab es doch einige Veränderungen zu beobachten, irgendwie auch abzusehen.
Die Ellenbogenmentalität hatte kaum einer auf dem Schirm.


Da muss ich dir leider widersprechen , es ist schon manchmal beschämend, wenn ein Nachbar in einem Mehrfamilienhaus den anderen nicht kennt. Oder Nachbarschaftshilfe, die am Stammtisch in der örtlichen "Kneipe" verabredet wurde, gibt es meist auch nicht mehr.


Bei was widersprechen ? Auf was bezieht sich Deine Aussage ?
Was Du schreibst ist ja z.B. eine Veränderung. Ich schrieb ja, es gab nach der Wende Veränderungen !
Haste mich sicher Mißverstanden.


xxx
zuletzt bearbeitet 19.06.2013 16:33 | nach oben springen

#126

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:38
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Das habe ich Silberfuchs, entschuldige....


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#127

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 16:41
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #126
Das habe ich Silberfuchs, entschuldige....


, kein Thema


xxx
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#128

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 22:53
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zum Punkt 3 hatte Hackel39 in #115 was zum Angeln geschrieben. In unseren Hobbygruppen, den Mineralienfreunden, hat es sehr beträchtliche Unterschiede gegeben.
Vor der Wende waren wir in unseren Aktivitäten auf Fundorte in der DDR beschränkt, gelegentlich auch mal z.B. Polen oder CSSR, die mit dem PKW auch leicht erreichbar waren. Ich war 1969 der Fachgruppe Geologie/Mineralogie in Erfurt beigetreten und war zu diesem Zeitpunkt kein Greenhorn mehr, was die Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Grundlagen dafür betraf. Glücklicherweise erschien etwa 1971 ein Buch über Mineralfundstellen in der DDR. Entweder als mehr oder weniger kleine Gruppe oder auch allein, wurden die Fundorte "umgeschaufelt", Löcher gegraben, Felsklüfte geöffnet und alte Halden beschürft. Bis auf die Halden der WISMUT wurden wir i.d.R. von den Rechtsträgern in Ruhe gelassen. Bedeutende Neufunde wurden wie auch heute erst öffentlich gemacht, wenn der Fundort soweit ausgebeutet war und keine nennenswerten "Stufen" mehr zu erwarten waren. War manchmal ein Irrtum, treu nach der alten Bergmannsweisheit, daß es hinter der Hacke finster ist. Auf den Tauschbörsen wurden die Duplikate angeboten und getauscht. Der Tausch dominierte bei Weitem, wobei man versuchte, lieber zwei oder gar mehr weniger wertvolle Stücke abzugeben und dafür eine höherwertige Stufe zu erhalten. Verkauft wurden i.d.R. nur Duplikate, die sozusagen "Masse" waren mit wenig Sammlerwert. Unsere Vereinsarbeit bestand aus monatlichen Zusamenkünften in einem kostenlos zur Verfügung gestellten Raum des Kulturbundes. Eine Jahresabschlussfeier fand statt, mit Ehepartner, die so manchen Tag oder Wochenende allein zu Hause waren, wenn sie nicht auch in Räuberzivil im Gelände rumlaufen wollten. Vorträge wurden durch uns selbst gehalten, jeder über seine speziellen Kenntnisse oder lokale Fundorte, die Geologie zu Regionen oder auch z.B. Kristallkunde. Manchmal konnte auch ein Fachmann gewonnen werden, der das i.d.R. für die Erstattung der Selbstkosten tat.
Mineralstufen aus Übersee waren sehr begehrt, da nur erschwert zu bekommen. Ein brasilianischer Achat, eine Amethyststufe aus Uruguay, Malachit aus Kongo, Tigerauge aus SW-Afrika, Krokoit aus Tasmanien und vieles mehr erzielten Höchstgebote auf den Börsen. Auf einer Börse, es war in Suhl, erschien ein Sammlerfreund aus Prag, mit dem ich verabredet war und eine bestimmte gute Mineralstufe für ihn hatte (Manganit aus Ilfeld). Er brachte optisch herrliche Stufen aus Rumänien mit. Fahlerz (Tetraedrit) in super Kristallen, wie sie für uns nur von Bildern bekannt waren. Das war eine Traube um ihn herum, als er die Sachen auf den Tischpackte. Ich hatte die erste Wahl, suchte mir ein Stück aus, welches ich heute noch habe und registrierte die neidischen Bemerkungen einiger Sammler"freunde". Bei den Börsen in der CSSR hatten wir Kontakt zu Sammlern aus Westeuropa (BRD, Italien, Österreich zumeist). Diese wußten unsere Angebote zu schätzen und wir konnten so einiges dieser ansonsten unerreichbaren Stücke eintauschen oder auch eigene Stücke gegen Devisen verkaufen. Wir waren stolz auf diese "Raritäten" aus Ländern des NSW. Bis zur Wende. Da merkten wir, was diese Stücke bis auf Ausnahmen für Massenware sind. So habe ich eine Amethyststufe, für die ich einmal 400,- DDR-Mark hingelegt hatte (von einem in der DDR lebenden Polen gekauft), dann für 1/10 in DM wieder verkauft. Auch die Börsen änderten ihren Charakter. Es waren keine Tauschbörsen mehr, sondern es ging zunehmend nur noch um Kommerz. Kaufen und verkaufen. Wenn vor der Wende die Stücke mit dem Namen und dem Fundort ausgezeichnet waren (es durfte auch keine Preis drauf stehen, da es eine Tauschbörse war), waren von nun an alle Stücke auch preislich ausgezeichnet. Die Werteinschätzungen änderten sich radikal. Manch stolzer Besitz war plötzlich nur noch ein an jeder Ecke käuflicher Massenartikel, andere oft optisch unscheinbare Stücke erzielten auf einmal Preise im drei- oder sogar vierstelligen DM-Bereich. Wer das hat kommen sehen, konnte Renditen erzielen, die jede Aktie erblassen ließ. Nur ein Beispiel: Fluorit-Kristalle von Rottleberode. Damals, Anfang der 70er mitunter für einen Preis gekauft, der nur wenig über dem Kilo-Preis für Fluorit lag (damals 0,30 DDR-Mark/kg). Nach der Wende schloss diese Grube. Inzwischen werden für gut kristallisierte Stücke Preise gezahlt, die mitunter das 50-fache oder mehr betragen. In Euro wohlbemerkt.
Vorträge durch Fachleute kann sich eine heutige e.V. oft nicht mehr finanziell leisten, wenn es nicht gerade zufällig ein Mitglied dieses Vereins ist.
Die Sammeltätigkeit ist wesentlich erschwert worden. Rechtsträger von Fundorten meinen oft, daß sie jetzt ihre Macht zeigen müssen in Form von Polizei und Anzeigen. Unverantwortliche "Sammler" aus Westdeutschland und insb. aus Holland haben nicht selten dafür gesorgt, daß ein bis dahin verständnisvoller Eigentümer ein strikes Sammelverbot erließ. Da stößt mir noch etwas bitter das Tönen eines westdeutschen Politikers zur Wendezeit auf, der großspurig sagte, daß in der BRD alles erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist. Stimmt, heute ist aber, so nicht nur meine Erfahrung, wesentlich mehr verboten und es gibt wohl keine Gebiet ohne restriktive Bestimmungen. Unsere Sammlertätigkeit, also nicht nur kaufen und verkaufen, sondern selbst sammeln, kann zunehmend nur noch durch mehr oder weniger illegale Aktionen erfolgen, wo sich früher praktisch keine Sau dafür interessiert hat. Andere Hobbyisten werden da sicher Gegenteiliges sagen können, insbesondere, wenn es sich um Hobbys handelt, die in der DDR praktisch nicht existierten.



Küchenbulle 79, silberfuchs60 und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 19.06.2013 22:57 | nach oben springen

#129

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 23:04
von Küchenbulle 79 | 533 Beiträge

Zu Punkt 1:

Vom Regen in die Jauche!


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#130

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 19.06.2013 23:13
von Fritze (gelöscht)
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Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #116
Wenn ich die beiden Systeme vergleiche:
1.Politik
2.Wirtschaft
3.Freizeit/ Freizeitgestaltung
4.persönliche Entwicklungsmöglichkeiten/ Perspektiven
5.Familie, Freunde+Zusammenhalt
6.Freiheit, persönliche und natürlich Reisefreiheit
7.Altersbetreuung +Rente
8.soziale Sicherheit
9.Verdienst/ Lohn
10.Zufriedenheit Sozialismus/ Kapitalismus

Es dürfen sich Alle User einbringen

Gruß silberfuchs60



Zu Punkt 3 : Freizeit ist ja unbeschrieben knapper geworden ,daraus leitet sich Punkt 6 ab !
Was nützt es ,das ich darf ,wenn ich es nicht kann .Ich spreche hier für einen Grossteil der Bevölkerung , nicht für mich . Ich kann das ganz locker handhaben.


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: Vergleich der Systeme DDR - BRD

in Das Ende der DDR 09.07.2013 22:51
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #128
Zum Punkt 3 hatte Hackel39 in #115 was zum Angeln geschrieben. In unseren Hobbygruppen, den Mineralienfreunden, hat es sehr beträchtliche Unterschiede gegeben.
Vor der Wende waren wir in unseren Aktivitäten auf Fundorte in der DDR beschränkt, gelegentlich auch mal z.B. Polen oder CSSR, die mit dem PKW auch leicht erreichbar waren. Ich war 1969 der Fachgruppe Geologie/Mineralogie in Erfurt beigetreten und war zu diesem Zeitpunkt kein Greenhorn mehr, was die Kenntnisse der naturwissenschaftlichen Grundlagen dafür betraf. Glücklicherweise erschien etwa 1971 ein Buch über Mineralfundstellen in der DDR. Entweder als mehr oder weniger kleine Gruppe oder auch allein, wurden die Fundorte "umgeschaufelt", Löcher gegraben, Felsklüfte geöffnet und alte Halden beschürft. Bis auf die Halden der WISMUT wurden wir i.d.R. von den Rechtsträgern in Ruhe gelassen. Bedeutende Neufunde wurden wie auch heute erst öffentlich gemacht, wenn der Fundort soweit ausgebeutet war und keine nennenswerten "Stufen" mehr zu erwarten waren. War manchmal ein Irrtum, treu nach der alten Bergmannsweisheit, daß es hinter der Hacke finster ist. Auf den Tauschbörsen wurden die Duplikate angeboten und getauscht. Der Tausch dominierte bei Weitem, wobei man versuchte, lieber zwei oder gar mehr weniger wertvolle Stücke abzugeben und dafür eine höherwertige Stufe zu erhalten. Verkauft wurden i.d.R. nur Duplikate, die sozusagen "Masse" waren mit wenig Sammlerwert. Unsere Vereinsarbeit bestand aus monatlichen Zusamenkünften in einem kostenlos zur Verfügung gestellten Raum des Kulturbundes. Eine Jahresabschlussfeier fand statt, mit Ehepartner, die so manchen Tag oder Wochenende allein zu Hause waren, wenn sie nicht auch in Räuberzivil im Gelände rumlaufen wollten. Vorträge wurden durch uns selbst gehalten, jeder über seine speziellen Kenntnisse oder lokale Fundorte, die Geologie zu Regionen oder auch z.B. Kristallkunde. Manchmal konnte auch ein Fachmann gewonnen werden, der das i.d.R. für die Erstattung der Selbstkosten tat.
Mineralstufen aus Übersee waren sehr begehrt, da nur erschwert zu bekommen. Ein brasilianischer Achat, eine Amethyststufe aus Uruguay, Malachit aus Kongo, Tigerauge aus SW-Afrika, Krokoit aus Tasmanien und vieles mehr erzielten Höchstgebote auf den Börsen. Auf einer Börse, es war in Suhl, erschien ein Sammlerfreund aus Prag, mit dem ich verabredet war und eine bestimmte gute Mineralstufe für ihn hatte (Manganit aus Ilfeld). Er brachte optisch herrliche Stufen aus Rumänien mit. Fahlerz (Tetraedrit) in super Kristallen, wie sie für uns nur von Bildern bekannt waren. Das war eine Traube um ihn herum, als er die Sachen auf den Tischpackte. Ich hatte die erste Wahl, suchte mir ein Stück aus, welches ich heute noch habe und registrierte die neidischen Bemerkungen einiger Sammler"freunde". Bei den Börsen in der CSSR hatten wir Kontakt zu Sammlern aus Westeuropa (BRD, Italien, Österreich zumeist). Diese wußten unsere Angebote zu schätzen und wir konnten so einiges dieser ansonsten unerreichbaren Stücke eintauschen oder auch eigene Stücke gegen Devisen verkaufen. Wir waren stolz auf diese "Raritäten" aus Ländern des NSW. Bis zur Wende. Da merkten wir, was diese Stücke bis auf Ausnahmen für Massenware sind. So habe ich eine Amethyststufe, für die ich einmal 400,- DDR-Mark hingelegt hatte (von einem in der DDR lebenden Polen gekauft), dann für 1/10 in DM wieder verkauft. Auch die Börsen änderten ihren Charakter. Es waren keine Tauschbörsen mehr, sondern es ging zunehmend nur noch um Kommerz. Kaufen und verkaufen. Wenn vor der Wende die Stücke mit dem Namen und dem Fundort ausgezeichnet waren (es durfte auch keine Preis drauf stehen, da es eine Tauschbörse war), waren von nun an alle Stücke auch preislich ausgezeichnet. Die Werteinschätzungen änderten sich radikal. Manch stolzer Besitz war plötzlich nur noch ein an jeder Ecke käuflicher Massenartikel, andere oft optisch unscheinbare Stücke erzielten auf einmal Preise im drei- oder sogar vierstelligen DM-Bereich. Wer das hat kommen sehen, konnte Renditen erzielen, die jede Aktie erblassen ließ. Nur ein Beispiel: Fluorit-Kristalle von Rottleberode. Damals, Anfang der 70er mitunter für einen Preis gekauft, der nur wenig über dem Kilo-Preis für Fluorit lag (damals 0,30 DDR-Mark/kg). Nach der Wende schloss diese Grube. Inzwischen werden für gut kristallisierte Stücke Preise gezahlt, die mitunter das 50-fache oder mehr betragen. In Euro wohlbemerkt.
Vorträge durch Fachleute kann sich eine heutige e.V. oft nicht mehr finanziell leisten, wenn es nicht gerade zufällig ein Mitglied dieses Vereins ist.
Die Sammeltätigkeit ist wesentlich erschwert worden. Rechtsträger von Fundorten meinen oft, daß sie jetzt ihre Macht zeigen müssen in Form von Polizei und Anzeigen. Unverantwortliche "Sammler" aus Westdeutschland und insb. aus Holland haben nicht selten dafür gesorgt, daß ein bis dahin verständnisvoller Eigentümer ein strikes Sammelverbot erließ. Da stößt mir noch etwas bitter das Tönen eines westdeutschen Politikers zur Wendezeit auf, der großspurig sagte, daß in der BRD alles erlaubt sei, was nicht ausdrücklich verboten ist. Stimmt, heute ist aber, so nicht nur meine Erfahrung, wesentlich mehr verboten und es gibt wohl keine Gebiet ohne restriktive Bestimmungen. Unsere Sammlertätigkeit, also nicht nur kaufen und verkaufen, sondern selbst sammeln, kann zunehmend nur noch durch mehr oder weniger illegale Aktionen erfolgen, wo sich früher praktisch keine Sau dafür interessiert hat. Andere Hobbyisten werden da sicher Gegenteiliges sagen können, insbesondere, wenn es sich um Hobbys handelt, die in der DDR praktisch nicht existierten.


Kommerz, Abenteurerlust gepaart mit viel Freizeit mangels beruflicher Perspektiven und eine Technik, die zu DDR- Zeiten nicht ohne weiteres verfügbar war führten 1999 zu einem der spektakulärsten Funde der Neuzeit.
Die Himmelsscheibe von Nebra fand damals ein mir persönlich bekannter Gräber unter Umständen, die zu DDR- Zeiten einfach nicht vorstellbar waren.
http://www.lda-lsa.de/filme/die_himmelss...ort_mittelberg/
Interessant wäre nun diesbezüglich die Überlegung, wie es nach einem solchen Fund 15 Jahre früher weiter gegangen wäre, also der Finder hätte wohl keinen so lukrativen Markt für diese Bronzescheibe in der DDR vorgefunden, er wäre eben nicht als krimineller Raubgräber hingestellt worden (oder doch ?) die Öffentlichkeit hätte es möglicherweise gar nicht wahr genommen.
Auch hätte der zu DDR- Zeiten voll berufstätige Bäcker damals wohl kaum die Zeit und Muse für solche Touren gehabt wenngleich ich auch im Kollegenkreis jemanden kannte, der im benachbarten Tagebaurevier immer wieder nach Fossilen und Schätzen wie Bernstein suchte aus reiner Neugier und Abenteuerlust.
Hätte man Raubgräber Westphal zu DDR- Zeiten auch bestraft ?
Wenn man bedenkt, daß dieser Fund ihm vor nunmehr schon 14 Jahren 60.000 Mark einbrachte und heute, mit 120 Mio Euro versichert, im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle ausgestellt ist, so ergibt sich ferner die Überlegung, ob die DDR- Behörden dieses Objekt nicht auch gerne in Devisen verwandelt hätten.
All das ist Spekulation aber der Umgang mit den Findern, sie als Raubgräber und Kriminelle hinzustellen ist kein Ruhmesblatt dieser freiheitlich demokratischen Grundordnung.
Fakt ist, daß man heute froh ist, in einer ansonsten bedeutungslosen Region eine solche Attraktion aufgebaut zu haben, die dem Tourismus einen enormen Schub verschafft hat, der ohne kriminelle Raubgräber unvorstellbar wäre.
Aber schließlich gab es in Hedwig Courths Mahlers Liebesromanen (Nebras berühmteste Schriftstellerin) auch immer ein Happy End und so freuen wir uns eben gemeinsam über einen Fund, der im Gegensatz zum Sozialismus die Jahrtausende überstanden hat.



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