#21

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 14:16
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #18
Ich weiß noch, das unser Hausbuchführer nach der Wende das Problem hatte, das Ding loszuwerden. Niemand wollte es haben. Keiner war mehr zuständig.


Ich habe das "Problem" ganz einfach gelöst, hab es in den Ofen gesteckt


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#22

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 14:18
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Ich habe das "Problem" ganz einfach gelöst, hab es in den Ofen gesteckt @GW 62


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#23

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 14:36
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #20
Zitat von werner im Beitrag #17

In meiner Erinnerung musste sich z.B. der (länger bleibende) Westbesuch ja auch beim VPKA anmelden, das Hausbuch war also doppelt.



Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Abkürzung richtig interpretiert habe, aber wenn damit etwas beginnend mit "Volkspolizei" gemeint war: Ich erinnere mich noch sehr gut daran, dass wir uns An- und Abmelden mussten. Bei Kurzaufenthalten konnte das auch "auf einen Rutsch" erfolgen. Die Einreisepapiere wurden geprüft, die Quittung für den Mindestumtausch musste vorgelegt werden und dann erfolgte die Anmeldung. Bei welcher Behörde das allerdings war, weiß ich heute nicht mehr - ist aber auch nicht so wichtig.



Sorry, der AKüFi kam wieder durch - VPKA = Volkspolizeikreisamt, wie der Name sagt im Kreis zuständig, Dienstsitz in der Kreisstadt, regelmäßig zugleich Sitz der Meldestelle, Führerscheinstelle, KriPo


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 24.05.2013 14:36 | nach oben springen

#24

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 16:03
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Ich habe von 1983 bis zur Wende in einer AWG-Wohnung gewohnt,Platte.Die Wohnung haben wir vom Betrieb meiner Frau bekommen.Trotz der unendlichen Privilegien beim Mfshat es uns einfach zu lange gedauert,bis wir mit einer Wohnung dran waren, also haben wir uns selber gekümmert,haben Aufbaustunden geleistet und dann ein paar tausend DDR-Mark gezahlt,dann waren wir Genossenschaftsmitglied und bekamen eine Wohnung.Wir waren glücklich und die Wohnungsverwaltung des Mfs wahrscheinlich auch,sie hatten einen Wohnungsantrag weniger.
In dem 5 Geschosser,also 10 Wohnungen war ich der Einzige Mfs-Mann.Das Hausbuch führte ein "Zivilist",wenn er es denn führte.An mich ist er jedenfalls nie herangetreten,damit ich irgendwelchen Besuch dort eintrage.Und ob das überhaupt regelmäßig vom ABV kontrolliert wurde,also ich habe da so meine Zweifel.In den 80igern hat doch diesen Quatsch kaum einer mehr so richtig ernst genommen.
Deswegen von mir,das Hausbuch als" Kontroll-und Unterdrückungsinstrument,ich halte das für eine der heute üblichen Übertreibungen, die völlig an der Realität vorbei gehen.
Was die"Hausgemeinschaft"angeht.Ich war wie gesagt,der Einzige Mfs-Mann in dem Haus und ich kann Euch versichern,dass ich dort in keiner Weise geschnitten oder mit "angstverzerrten" Gesicht,schüchtern auf dem Flur gegrüßt wurde.Wir hatten zwar keine Hausfeste,aber man organisierte die Hausordnung und die "Außenrevierreinigung"und es war durchaus üblich,auf die jeweils anderen Kinder aufzupassen oder sich zu Geburtstagsfeiern einzuladen.Und wie gesagt,ich kann versichern,ich war da durchaus mit eingebunden,obwohl man mit Sicherheit wusste,bei welcher Firma ich arbeite,man hat es akzeptiert,wenn auch nicht darüber geredet.Mit 2 Familien aus dem Haus habe ich heute noch Kontakt.Das ist nämlich die zweite Legende,die so über die Jahre gestrickt wurde,diese Distanz zwischen Mfs-Leuten und den Anderen.Das hat sich alles erst in der Wendezeit entwickelt,vorher gab es diese Erscheinungen eigentlich nicht,zumindest nicht in dem Ausmaß wie heute dargestellt,bzw.ich habe es so nicht erlebt.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#25

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 16:13
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Kurt im Beitrag #5
Hallo Grenzgängerin,

zwar wohnte ich seit meiner Geburt im Eigenheim, weshalb die Hausgemeinschaft nur aus meinen Eltern, Großeltern und mir bestand, aber ich kann mich noch erinnern, daß z.B. jeder Westbesuch im Hausbuch eingetragen wurde.

Viele Grüße, Kurt




Daher meine Frage: Was war Inhalt des Hausbuches?

Aber auch die Frage an die Forengemeinde - Hausgemeindschaft - wie habt ihr sie erlebt und konntest ihr sie über die Wende retten?

LG von der grenzgaengerin





[/quote]


wie, verstehe ich das richtig, dass Eigenheimbesitzer ebenfalls ein Hausbuch führen mussten ? Ich war stets davon ausgegangen, dass das nur für Mietblöcke gilt.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#26

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 16:20
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #17
Zitat von Dandelion im Beitrag #15
Ohne schleimen zu wollen: Dieses Forum hat mir schon manchen Erkenntnisgewinn gebracht. So war mit trotz meiner häufigen Besuche nicht bekannt, dass ein "Hausbuch" geführt werden (musste), in dem u.a. auch Besuche aus dem NSW penibel vermerkt und die Einträge auch (durch den ABV?) kontrolliert wurden. Mag auch sein, dass meine Verwandten das mal erwähnt hatten, ich das aber einfach vergessen habe.

Irritierend, wie ausgeprägt die Überwachungs- und Kontrollwut der "Organe" (mir fällt kein besseres Wort ein, deshalb nutze ich den Oberbegriff) war.

Eigentlich wollte ich jetzt schreiben, dass so etwas im Westen unmöglich gewesen wäre. Aber dann bin ich doch nachdenklich geworden: Gewiss, die heutigen Überwachungsmethoden sind subtiler geworden, nicht mehr so plump, nicht mehr so offensichtlich. Aber vielleicht oder gerade deswegen umfassender, detailreicher. Natürlich auch ermöglicht durch die verfügbare Technik. Eigentlich möchte ich gar nicht wissen, wie viel über mich in welchen Dateien gespeichert ist, wie transparent ich als Bürger mittlerweile geworden bin. Vielleicht vergleichbar mit manchem Bürger aus der DDR, der bis heute nicht wissen will, was in seiner Stasi-Akte alles steht.

Aber das alles dient natürlich nur zu unserem Schutz, zu unserer Sicherheit. Schon klar......
.



Vielleicht kann ja @ABV was dazu sagen, denn ich glaube, in deren Verantwortung fielen diese Bücher, auch darüber, ob diese mit dem Meldekarteien abgeglichen wurden.

Ohne es belegen zu können vermute ich mal dieses Büchlein als Appendix aus der Zeit, als es noch keine Meldeämter gab und man konnte sich nur nicht zur Abschaffung durchringen.
Eine wirkliche Funktion konnte ich nicht erkennen. Die Bürger hatten alle eine PKZ, über die sie überall registriert waren, auch in den Meldeämtern. Und wer sich nicht anmelden wollte, weil er was "vorhatte", den hat auch ein Hausbuch nicht interessiert.

In meiner Erinnerung musste sich z.B. der (länger bleibende) Westbesuch ja auch beim VPKA anmelden, das Hausbuch war also doppelt.




Korrekt Werner, bei jedem Besuch musste ich bei der pol. Meldebehörde antanzen, vorher noch den "freiwilligen" Geldumtausch machen und den Beleg vorlegen. Meistens war ich bei den Eltern zu Besuch. Ob die mich in den späteren Jahren noch eingetragen haben in das Hausbuch, wer weiss ? Ich kann sie nicht mehr fragen.


.
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zuletzt bearbeitet 24.05.2013 16:21 | nach oben springen

#27

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 16:30
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #26

[/rot]

Korrekt Werner, bei jedem Besuch musste ich bei der pol. Meldebehörde antanzen, vorher noch den "freiwilligen" Geldumtausch machen und den Beleg vorlegen. Meistens war ich bei den Eltern zu Besuch. Ob die mich in den späteren Jahren noch eingetragen haben in das Hausbuch, wer weiss ? Ich kann sie nicht mehr fragen.



Das ist der springende Punkt,der"Klassenfeind"war sowieso unter Kontrolle,man wusste und konnte jederzeit feststellen wo er hin wollte und wo er sich aufhielt.Damit war das Hausbuch als"Kontrollinstrument"völlig sinnlos.Übrigens habe ich in 30 Jahren DDR alle möglichen Leute im Lande besucht.Ich musste NIE irgendwo eine Eintragung in ein Hausbuch machen.Aber kann ja sein ich war die rühmliche Ausnahme.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#28

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:02
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #26

Korrekt Werner, bei jedem Besuch musste ich bei der pol. Meldebehörde antanzen, vorher noch den "freiwilligen" Geldumtausch machen und den Beleg vorlegen. Meistens war ich bei den Eltern zu Besuch. Ob die mich in den späteren Jahren noch eingetragen haben in das Hausbuch, wer weiss ? Ich kann sie nicht mehr fragen.




Das musste ich auch bei jedem Besuch. An- und Abmeldung. Der Geldumtausch-Beleg musste vorgewiesen werden. Ohne Mindestumtausch kein Aufenthaltsvisum. Er war also keinesfalls freiwillig. Damit die Polizei keinen Fehler machen konnte, stand auf dem Beleg die Anzahl der Tage, für die man umgetauscht hatte und solange galt auch das Aufenthaltvisum; verlängerbar gegen zusätzlichen Umtauschbeleg mit ausreichendem Umtausch.
Theo


werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:20
von KID | 234 Beiträge

Unser Hausbuch wurde nicht einmal in den Jahren 1986-1990 von der VP kontrolliert worden.

Jens


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#30

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:23
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Dein Visum bekamst Du aber nach Deiner Beantragung für die entsprechenden Tage, wenn sie denn genehmigt wurde.Und dann Mindestumtausch pro Tag 25 DM.Durftest natürlich auch mehr,wenn Du wolltest.Und wenn wir gerade bei dem Mindestumtausch sind,hätte es den nicht gegeben,Du hättest das Geld was Du brauchst natürlich"anders"getauscht und es Dir so RICHTIG gut gehen lassen.Das die DDR hinter den Devisen her war,her sein musste,ist unbestritten,aber das es ihr auch nicht gefallen hätte,dass du"anders"tauschst,also ein KLEINES bisschen Verständnis solltest Du dafür auch haben.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:46
von eisenringtheo | 9.159 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #30
Dein Visum bekamst Du aber nach Deiner Beantragung für die entsprechenden Tage, wenn sie denn genehmigt wurde.Und dann Mindestumtausch pro Tag 25 DM.Durftest natürlich auch mehr,wenn Du wolltest.Und wenn wir gerade bei dem Mindestumtausch sind,hätte es den nicht gegeben,Du hättest das Geld was Du brauchst natürlich"anders"getauscht und es Dir so RICHTIG gut gehen lassen.Das die DDR hinter den Devisen her war,her sein musste,ist unbestritten,aber das es ihr auch nicht gefallen hätte,dass du"anders"tauschst,also ein KLEINES bisschen Verständnis solltest Du dafür auch haben.


Das habe ich auch so! Wenn ich in einer besseren Gaststätte telefonisch reservierte, waren immer noch Plätze frei, wohingegen für meine Bekannten "alles schon belegt" war, wenn sie vor mir angerufen haben. Haben die Übung mehrfach duchgegeben, war immer das gleiche. Irgendwie seltsam das Ganze.. Ein Hausbuch habe ich nie zu Gesicht bekommen...
Theo


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#32

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:47
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Gert im Beitrag #25


wie, verstehe ich das richtig, dass Eigenheimbesitzer ebenfalls ein Hausbuch führen mussten ? Ich war stets davon ausgegangen, dass das nur für Mietblöcke gilt.





Ob Eigenheimbesitzer ein Hausbuch führen mussten, weiß ich nicht. Was ich aber mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass in Kleingartenanlagen Hausbücher geführt wurden. Zumindest in denen, wo DDR - Bürger mit ständigen Wohnsitz gemeldet waren.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 24.05.2013 17:50 | nach oben springen

#33

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31

Das habe ich auch so! Wenn ich in einer besseren Gaststätte telefonisch reservierte, waren immer noch Plätze frei, wohingegen für meine Bekannten "alles schon belegt" war, wenn sie vor mir angerufen haben. Haben die Übung mehrfach duchgegeben, war immer das gleiche. Irgendwie seltsam das Ganze.. Ein Hausbuch habe ich nie zu Gesicht bekommen...
Theo


Für den Hausbucheintrag war ja auch nicht der Gast verantwortlich, sondern der Gastgeber. Oder irre ich mich da?

LG von der grenzgaengerin


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#34

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:54
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31
Zitat von KARNAK im Beitrag #30
Dein Visum bekamst Du aber nach Deiner Beantragung für die entsprechenden Tage, wenn sie denn genehmigt wurde.Und dann Mindestumtausch pro Tag 25 DM.Durftest natürlich auch mehr,wenn Du wolltest.Und wenn wir gerade bei dem Mindestumtausch sind,hätte es den nicht gegeben,Du hättest das Geld was Du brauchst natürlich"anders"getauscht und es Dir so RICHTIG gut gehen lassen.Das die DDR hinter den Devisen her war,her sein musste,ist unbestritten,aber das es ihr auch nicht gefallen hätte,dass du"anders"tauschst,also ein KLEINES bisschen Verständnis solltest Du dafür auch haben.


Das habe ich auch so! Wenn ich in einer besseren Gaststätte telefonisch reservierte, waren immer noch Plätze frei, wohingegen für meine Bekannten "alles schon belegt" war, wenn sie vor mir angerufen haben. Haben die Übung mehrfach duchgegeben, war immer das gleiche. Irgendwie seltsam das Ganze.. Ein Hausbuch habe ich nie zu Gesicht bekommen...
Theo

Logisch.
Aber nun stelle Dir doch mal vor,den Mindestumtausch hätte es nicht gegeben.Den Begriff"Geiz ist Geil"gab es damals noch nicht,die Veranlagung dazu schon.Was meinst Du denn was z.B.Westberliner veranstaltet hätten,5 DM schwarz getauscht hätte man es schon auf 20 DDR-Mark bringen können.Deswegen meine Bitte nach einem GEWISSEN Verständnis für den Mindestumtausch.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#35

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 17:57
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #33
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31

Das habe ich auch so! Wenn ich in einer besseren Gaststätte telefonisch reservierte, waren immer noch Plätze frei, wohingegen für meine Bekannten "alles schon belegt" war, wenn sie vor mir angerufen haben. Haben die Übung mehrfach duchgegeben, war immer das gleiche. Irgendwie seltsam das Ganze.. Ein Hausbuch habe ich nie zu Gesicht bekommen...
Theo


Für den Hausbucheintrag war ja auch nicht der Gast verantwortlich, sondern der Gastgeber. Oder irre ich mich da?

LG von der grenzgaengerin




Du irrst Dich nicht.Aber wie schon von mir beschrieben,die Beschreibung und Bewertung dieses"Unterdrückungsinstrumentes"wird einfach überzogen dargestellt,ist über die Jahre mehr und mehr zur Farce verkommen.Ich kenne es eigentlich nur als Farce.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#36

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 18:06
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31
Zitat von KARNAK im Beitrag #30
Dein Visum bekamst Du aber nach Deiner Beantragung für die entsprechenden Tage, wenn sie denn genehmigt wurde.Und dann Mindestumtausch pro Tag 25 DM.Durftest natürlich auch mehr,wenn Du wolltest.Und wenn wir gerade bei dem Mindestumtausch sind,hätte es den nicht gegeben,Du hättest das Geld was Du brauchst natürlich"anders"getauscht und es Dir so RICHTIG gut gehen lassen.Das die DDR hinter den Devisen her war,her sein musste,ist unbestritten,aber das es ihr auch nicht gefallen hätte,dass du"anders"tauschst,also ein KLEINES bisschen Verständnis solltest Du dafür auch haben.


Das habe ich auch so! Wenn ich in einer besseren Gaststätte telefonisch reservierte, waren immer noch Plätze frei, wohingegen für meine Bekannten "alles schon belegt" war, wenn sie vor mir angerufen haben. Haben die Übung mehrfach duchgegeben, war immer das gleiche. Irgendwie seltsam das Ganze.. Ein Hausbuch habe ich nie zu Gesicht bekommen...
Theo


"Bitte warten, Sie werden platziert!" war das gängige Schild auch in leeren Restaurants. In der etwas besseren Gastronomie der USA ist das Platzieren der Gäste absolut normal. In den Großstädten der DDR haben sich findige Kellnerbrigaden auf diesem Weg ein ordentliches Zusatzeinkommen gesichert.

Wie hast Du damals den "Eintritt" bezahlt, einfach in DM / CHF? Wie lief das ab?

edit: Die haben am Telefon an Deinem Dialekt erkannt, woher Du kommst oder hast Du gefragt, ob Du auch in anderen Währungen bezahlen kannst? Erzähl mal, auch wenn es hier nicht so ganz reinpasst.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 24.05.2013 18:07 | nach oben springen

#37

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 18:08
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von KARNAK im Beitrag #35


Du irrst Dich nicht.Aber wie schon von mir beschrieben,die Beschreibung und Bewertung dieses"Unterdrückungsinstrumentes"wird einfach überzogen dargestellt,ist über die Jahre mehr und mehr zur Farce verkommen.Ich kenne es eigentlich nur als Farce.


Also als "Unterdrückungsinstrument" hat es hier glaube noch keiner bezeichnet. Bei der Einführung des Hausbuches (Wann war das denn übrigens?) hatte man schon die Kontrolle im Blick, oder?

Und ob es eine Farce war, hängt glaube von 2 Faktoren ab. Der Zeitpunkt, als man einsehen musste, dass es ein falsches und fehlerbehaftetes Instrument der Kontrolle war. Und vom Hausbuchführer. Es gab einige, die den Job bis 1990 sehr genau nahmen und damit ein falsches Bild über die Notwendigkeit des Führens vermittelt haben.

Warum hat man denn zum Zeitpunkt X nicht einfach die Hausbücher eingesammelt, wenn es eine Farce war?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 24.05.2013 18:10 | nach oben springen

#38

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 18:14
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #37
Zitat von KARNAK im Beitrag #35


Du irrst Dich nicht.Aber wie schon von mir beschrieben,die Beschreibung und Bewertung dieses"Unterdrückungsinstrumentes"wird einfach überzogen dargestellt,ist über die Jahre mehr und mehr zur Farce verkommen.Ich kenne es eigentlich nur als Farce.


Also als "Unterdrückungsinstrument" hat es hier glaube noch keiner bezeichnet. Bei der Einführung des Hausbuches (Wann war das denn übrigens?) hatte man schon die Kontrolle im Blick, oder?

Und ob es eine Farce war, hängt glaube von 2 Faktoren ab. Der Zeitpunkt, als man einsehen musste, dass es ein falsches und fehlerbehaftetes Instrument der Kontrolle war. Und vom Hausbuchführer. Es gab einige, die den Job bis 1990 sehr genau nahmen und damit ein falsches Bild über die Notwendigkeit des Führens vermittelt haben.

Warum hat man denn zum Zeitpunkt X nicht einfach die Hausbücher eingesammelt, wenn es eine Farce war?

LG von der grenzgaengerin


Das Wort"Unterdrückungsinstrument"benutzt man wohl nicht,ich meine auch nicht hier,aber man stellt es in seiner Bedeutung so dar.Und warum man die Hausbücher nicht eingesammelt hat,weil man in der DDR in gewisser Hinsicht deutscher als deutsch sein konnte,was erstmal eingeführt war,war erstmal so,egal wie sinnlos die Regelung geworden ist.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#39

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 18:16
von Pit 59 | 10.127 Beiträge

Was ich aber mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass in Kleingartenanlagen Hausbücher geführt wurden. Zumindest in denen, wo DDR - Bürger mit ständigen Wohnsitz gemeldet waren.@grenzgängerin

Das war in Kleingartenanlagen gar nicht Zulässig,wenn ich mich nicht stark irre. Das ist sogar heute nicht Zulässig nach Bundeskleingartengesetz.
Ich besitze seit über 30 Jahren einen Kleingarten auf Pachtgelände,und von einem Hausbuch dort habe ich noch Nie gehört


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#40

RE: Hausgemeinschaften in der DDR

in Leben in der DDR 24.05.2013 18:22
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Pit 59 im Beitrag #39
Was ich aber mit absoluter Sicherheit sagen kann, dass in Kleingartenanlagen Hausbücher geführt wurden. Zumindest in denen, wo DDR - Bürger mit ständigen Wohnsitz gemeldet waren.@grenzgängerin

Das war in Kleingartenanlagen gar nicht Zulässig,wenn ich mich nicht stark irre. Das ist sogar heute nicht Zulässig nach Bundeskleingartengesetz.
Ich besitze seit über 30 Jahren einen Kleingarten auf Pachtgelände,und von einem Hausbuch dort habe ich noch Nie gehört


Ich kann Dir sogar die Hausbuchführerin mit Namen und Adresse einer Berliner Kleingartenanlage nennen.

In Berlin haben viele nach dem Krieg wegen Wohnraummangel ihre Lauben zu festen Wohnhäusern ausgebaut und erhielten Dauerwohnrecht, das "vererbt" werden konnte. Und entsprechend gab es auch die "üblichen" Strukturen. Kleingarten in der DDR und insbesondere in Berlin ist aber ein weiteres schönes Thema. Auch weil es nach der Wende richtig kompliziert wurde.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 24.05.2013 18:27 | nach oben springen


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