#101

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 30.05.2013 20:21
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #100
Hallo sei gegruesst

Habe auch Ferienwohnungen,muss dir ehrlich sagen für eine Nacht mache ich das auch nicht,da ich dies alles nur nebenbei mache und dafür ist der Aufwand zu gross (Bettwäsche,säubern,herrichten,kosten solle wenn es möglich ist auch nichts)in einem Hotel steht das personal parat,und kann sich voll auf diese Aufgabe konzentrieren.
Trotzdem nichts für ungut.

klingt interessant,habe noch ein Original DDR 2-Mannzelt,
wer zeltet mit sowas überhaupt noch?
Lutze



Zitat von DoreHolm im Beitrag #56
Zitat von Rostocker im Beitrag #54
Zitat von berlin3321 im Beitrag #51
Morjen....

@ Haara 318: Wo ist denn diese Baustelle? Sieht aus wie Türkei oder Marokko.

@ Rostocker: Wo ist denn in Warnemünde die Steilküste? Weiter westwärts? Oder über die Warnow, Hohe Düne?

@ Kühe 69: Jo, die ecke Baabe ist auch Klasse. Der Strand ist mehr oder weniger absolut identisch mit Graal- Müritz/ Neuhaus. Allerdings tue ich mir diese "Staugurkerei" über den Rügendamm nicht mehr an, nur noch in der Vor-/ Nachsaison.

Und was mir da bös´ auf den Zeiger geht, dass sind diese "Tiefflieger" des/ der Ordnungsamts/ Ordnungsämter. Parken am Straßenrand ohne Behinderung, jedoch außerhalb gekennzeichneter Flächen gibt sofort ein Ticket. Selbst dann, wenn die Fläche außerhalb deren "Gebietes" liegt, so z.B. eine Fläche 3 km vor Neuhaus, zugehörig zum Stadtgebiet Ribnitz- Damgarten während die "Tiefflieger" vom Amt Fischland_ Darß kommen.

Es gibt von den Herrschaften dann auch den Anpfiff oder AnSch***** weil man den Tisch draußen hat und frühstückt, widerrechtliche Nutzung von Parkflächen. Den Ansch***** gibt es aber nur für Reisemobilfahrer, wenn da einer mit einem Sharan frühstückt und der in der Karre genächtigt hat, dem passiert nichts.

Mfg Berlin


Ja mit den Parkplätzen,da haben die Landsleute die Marktwirtschaft mit Löffeln da Oben gefressen.Da wird jede kleinste Fläche benutzt in der Saison um Parkgebühren zu erheben.Um die Mittagszeit und dann noch am Wochenende mal Richtung Wustrow auf den Darß zu fahren und ein Parkplatz zu ergattern,das ist der reinste Stress.Hab so manchmal gedacht,als Fortbewegungsmittel wäre ein Pferd besser angebracht.


Dienstlich hatte ich es mehrfach erlebt, daß ich in einer Pension (nicht mal Hauptsaison) auf Rügen abgewiesen wurde, weil ich nur eine Nacht buchen wollte. Mindestens drei Nächte mußten es sein. Die haben´s ja in der Birne. . Habe mir dann ein Hotel gesucht. War zwar teurer, aber was sollte ich machen. Außerdem bezahlt es ja die Firma.



wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 30.05.2013 20:21 | nach oben springen

#102

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 30.05.2013 20:30
von grenzgänger81 | 968 Beiträge
Da lass erst einmal die Russen kommen da ist chicki micki,weit aus groesser und wiedert einen richtig an.





Zitat von Lebensläufer im Beitrag #87
Heiligendamm ist so ein Ding für sich. Da klappt und klappte die Verbrüderung des Strandlatschervolkes mit der Edellogiergastklientel einfach nicht weil eben zu Sozialismuszeiten der Strand dem Volke übergeben wurde(wenn ich jetzt nicht ganz falsch liege) . Und das steckt dem Strandlatschervolk mit mittlerweile auch westlichen proletarischen(auch niederem prollähnlichem Beamtentum) Genen sozusagen im Blut.

Wenn man sozusagen eine gelungene Verbindung zwischen beiden Klassen schaffen könnte wäre schon viel Ärger beseitigt und der neue Hotelbesitzer bestimmt zufriedener wie der Alte. Man könnte ja einmal Vorschläge hier im Fred unterbreiten, wie man sozusagen eine "Strandoktoberrevolution" hinbekommen könnte, wo die "weißgardistischen Gäste" ähnlich der alten Revolution (mitte der Zwanziger Jahre wars wohl) in einer Art Amnestie mit aufgenommen werden könnten.

Lebensläufer

Und dann kommt der Lenin in Bronze auf nen Sockel...mit Angelausrüstung und Badehose.

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#103

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 08:48
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Grenzgänger 81, deswegen schrieb ich ja vorsorglich das mit der damaligen Amnestie wohl noch unterm Lenin. Denn siehe der Adel und sonstwas für selbsterhöhtes Volk wurden damit auf die Stufe des Sowjetvolkes herunter geholt, mussten sich da schön mit eingliedern. Und die von dir genannten "Russen von heute", übrigens mein Schwager beschrieb aus seinen letzten Urlauben teilweise erschreckende Schilderungen deren Benehmens, genau dieses Völkchen mit Schickimickiallüren sind nicht die Russen , dieses Vielnationalitätenvölkchen siehe der Sowjetbürger von vor 1989.

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


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#104

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 15:08
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #98
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #97
Wusste ich nicht hat da einer gestanden ?



Zitat von Lutze im Beitrag #96
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #95
Wenn du mal bei uns bist gebe ich dir einen aus.

Zitat von Lutze im Beitrag #1
für mich war und bleibt der schönste Ostseestrand auf der Insel Usedom,
vom Zeltplatz Ückeritz bis nach Bansin,wer stimmt mir zu?
Lutze



Pfingst-Sonntag wäre ich hochgefahren,
leider hat das Wetter nicht mitgespielt,
Danke für das Angebot,
steht der runde Grenzturm noch auf dem Zeltplatz
Lutze



von Ückeritz zum Zeltplatz,dann die Durchgangsstraße des Zeltplatzes
bis zum 2.Blechkino,dort stand einer,direkt hinter der Düne,
die Grenzer kamen immer mit einer MZ
Lutze


Lutze, schöne Erinnerung.
War zu DDR-Zeiten 2 mal auf dem Zeltplatz nahe der Blechbüchse und dem Turm.


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#105

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 18:39
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #104
Zitat von Lutze im Beitrag #98
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #97
Wusste ich nicht hat da einer gestanden ?



Zitat von Lutze im Beitrag #96
Zitat von grenzgänger81 im Beitrag #95
Wenn du mal bei uns bist gebe ich dir einen aus.

Zitat von Lutze im Beitrag #1
für mich war und bleibt der schönste Ostseestrand auf der Insel Usedom,
vom Zeltplatz Ückeritz bis nach Bansin,wer stimmt mir zu?
Lutze



Pfingst-Sonntag wäre ich hochgefahren,
leider hat das Wetter nicht mitgespielt,
Danke für das Angebot,
steht der runde Grenzturm noch auf dem Zeltplatz
Lutze



von Ückeritz zum Zeltplatz,dann die Durchgangsstraße des Zeltplatzes
bis zum 2.Blechkino,dort stand einer,direkt hinter der Düne,
die Grenzer kamen immer mit einer MZ
Lutze


Lutze, schöne Erinnerung.
War zu DDR-Zeiten 2 mal auf dem Zeltplatz nahe der Blechbüchse und dem Turm.


wir waren etwas davor aus Richtung Ückeritz in einem Bastei-Wohnwagen,
direkt vor dem Leipziger Kirow-Werke-Urlaubsobjekt,gleich oben hinter der Düne,ist alles von der linken
Zeltplatzstraße zum Strand nicht mehr da
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#106

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 22:20
von Moskwitschka (gelöscht)
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Kennt jemand an den Zeltplatz am Kap Arkona? Ich habe dort nach 1990 einige schöhe Sommerurlaube verbracht. Auch wenn der "Strand" nicht leicht zu erreichen war. Dafür um so idyllischer, weil sich nur wenige die Mühe gemacht haben, Entfernungen und Höhen zu überwinden. Seit 1995 war ich nicht mehr dort. Gab es diesen Zeltplatz schon vor 1990?

LG von der grenzgaengerin


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#107

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 22:25
von DoreHolm | 7.685 Beiträge

Stichwort Arkona: Da hatte ich mal ein Ergebnis. Im nahegelegenen Örtchen Vitt kann man ein Boot leihen und eine Weile um Kap Arkona schippern. Hatte ich auch gemacht. Gerade auf hoher See, wir wollten gerade zurück, machte der Motor Blub, blub, blub und Ruhe war. Sprit alle. Also Ruder raus und Richtung Vitt. Irgendwann wurde dem Bootsvermieter gewahr, daß wir Probleme hatten. Er kam rausgeschippert, füllte den Tank wieder auf, entschuldigte sich und gab uns noch mal eine ganze Stunde Bootsfahrt gratis.



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#108

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 22:36
von Gelöschtes Mitglied
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Bei diesem Thread hatte ich die ganze Zeit so ein ungutes, präziser ein Störgefühl. Gerade ist mir bewusst geworden, warum: Es ist der Titel:

unser schöner Ostseestrand

Unser : Euer
Wir : Ihr
Hüben : Drüben
Ost : West

Und dann wundern sich manche, warum die Mauer in den Köpfen nicht verschwindet
.


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#109

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 22:54
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #108
Bei diesem Thread hatte ich die ganze Zeit so ein ungutes, präziser ein Störgefühl. Gerade ist mir bewusst geworden, warum: Es ist der Titel:

unser schöner Ostseestrand

Unser : Euer
Wir : Ihr
Hüben : Drüben
Ost : West

Und dann wundern sich manche, warum die Mauer in den Köpfen nicht verschwindet
.



Bist Du heute auf Krawall gebürstet, liebe Pusteblume?

Sieh es doch so. Die Ostsee ist die Badewanne der Berliner. Schon immer so gewesen. Und du bist doch Berliner?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 04.06.2013 23:01 | nach oben springen

#110

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 22:57
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #14
Zitat von Harra318 im Beitrag #13
na klar doch, war Urlaub an der Ostsee schön, als ich mit unseren FDGB- Funktionär noch nicht so gut dran war musste ich auf solche Quartiere an der Ostsee zurückgreifen.Ihr seht, es nur der Außenbereich, wie es innen aussieht könnt ihr euch vielleicht vorstellen. Ich brauchte aber das Quartier nur in DDR Mark zu bezahlen



Und trotzdem warste froh dort Urlaub machen zu dürfen!


War ja bekannt, daß zu Urlaubszeiten durch findige Leute jeder Ziegenstall "umgerüstet" wurde und vermietet wurde

Man hätte ihn ja nicht nehmen müssen.....So mancher hat sich da eine goldene Nase verdient und bedauerte das es nach 1990 nicht so weiterging


@Pitti53,


(rot mark) sowas ähnliches hab ich 2005 noch in Sellin/ Rügen erlebt, das hier immer noch jemand glaubte, diese goldenen Zeiten sind immer noch nicht vorbei! Gut, es war alles neu und relativ sauber, Dusche, Fernseh..., es war aber ein Loch, ein richtiges Loch. Und was das Gebäude vorher mal für eine Funktion hatte, war auch nicht zu übersehen...

Denn mit etwas Fermacell, Gipskarton, hellen Fliesen, neuer Tapete, hier und da etwas Farbe..., etwas neuer Technik kann ich auf den ersten Blick aus jedem Schweinestall eine Fewo machen...

Das reale Problem, was in solchen Situationen doch fast jeder kennt, schon mal erlebt hat, ist doch das, man ist endlich im Urlaub, schöne Gegend, Wunschziel..., Quartiere knapp, froh, doch noch was von- bekommen zu haben..., man will keinen Stress und Ärger mehr und nimmt Vieles knurrend hin, wo man sonst gelinde gesagt, sofort ausflippen würde, geschweige denn einen Cent dafür bezahlen würde.
Ist es nicht so?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 04.06.2013 22:58 | nach oben springen

#111

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 23:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von josy95 im Beitrag #110

Das reale Problem, was in solchen Situationen doch fast jeder kennt, schon mal erlebt hat, ist doch das, man ist endlich im Urlaub, schöne Gegend, Wunschziel..., Quartiere knapp, froh, doch noch was von- bekommen zu haben..., man will keinen Stress und Ärger mehr und nimmt Vieles knurrend hin, wo man sonst gelinde gesagt, sofort ausflippen würde, geschweige denn einen Cent dafür bezahlen würde.
Ist es nicht so?
josy95



Nö.
Wenn ich mit dem, was ich vor Ort vorfinde, unzufrieden bin, dann reagiere ich. Entweder über den Veranstalter, wenn ich über so einen gebucht habe, oder gegenüber dem Vermieter, wenn ich die FeWo direkt gemietet habe und sie nicht der Beschreibung entspricht, die er mir gegenüber gemacht hat. Und wenn es sein muss, lasse ich es auch auf einen Prozess ankommen - und wenn es ganz hart kommt, breche ich lieber den Urlaub ab, bevor ich mich täglich auf's Neue ärgere.

Keine Chance habe ich nur dann, wenn ich "blind" gebucht habe, keinen Prospekt oder Vergleichbares zur Verfügung hatte. Dann kann ich nur daraus lernen - und es das nächste Mal besser machen.
.


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#112

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 04.06.2013 23:28
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #109
[

Bist Du heute auf Krawall gebürstet, liebe Pusteblume?

Sieh es doch so. Die Ostsee ist die Badewanne der Berliner. Schon immer so gewesen. Und du bist doch Berliner?

LG von der grenzgaengerin



Es mag ja sein, dass ich übersensibel bin, aber das Wort "unsere" interpretiere ich - speziell in diesem Forum - als besitzanzeigendes Fürwort (oder für die Bildungsbürger unter uns: Possessivpronomen) der Bürger der ehemaligen DDR.

Und das hat zu diesem Störgefühl geführt. Und zusätzlich: Die "Badewanne der Berliner" war es vor dem Krieg sicher für viele Jahre. Danach aber für viele Jahre nicht, wenn sie aus West-Berlin stammten.
.


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#113

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 00:41
von Moskwitschka (gelöscht)
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Liebe Pusteblume,

ich habe keine Mühe gescheut und bin auf die Suche gegangen. Gut, ich gebe zu, Urlaub für den Westberliner in der Badewanne des Berliners war schwierig, wenn er keine Verwandte an der Ostsee hatte. Doch wenn man ein wenig DDR - Ostsee schnuppern wollte, gab es schon Möglichkeiten. Marlies Menge hat 1972 überwiegend gute Erfahrungen gemacht.

"Eigentlich haben wir die Möglichkeit, eine romantische Ecke der nördlichen DDR zu sehen, die uns sonst verschlossen ist, den Skandinaviern zu verdanken. Denn für sie sind die beiden Transitstrecken von Dänemark und Schweden nach Lübeck und Westberlin wohl hauptsächlich gedacht. Bundesbürger und Westberliner dürfen sie mitbenutzen, doch nur wenige wissen von ihrer Existenz.

Grenzübergang Selmsdorf, wenige Kilometer östlich von Lübeck. Wären nicht die 15 Mark für die Abnutzung der Straßen zu zahlen und die fünf Mark fürs Visum, man könnte vergessen, daß es sich um einen Grenzübergang zwischen den beiden deutschen Staaten handelt. (Bezeichnenderweise lassen sich die – übrigens guten – DDR-Straßen in umgekehrter Richtung, also wenn man von Dänemark oder Schweden kommt, kostenlos abnutzen.) Im Zollhäuschen preisen Prospekte die Schönheiten Weimars und Sanssoucis in Schwedisch, Norwegisch und Finnisch. Deutsch scheint überflüssig.

Ein Vopo bittet mich höflich, Platz zu nehmen, während er – in ungewohnter Geschwindigkeit – die Paßformalitäten erledigt. Nebenbei rüstet er mich mit wichtigen Tips aus: „Tanken Sie in einer unserer Intertankstellen“, rät er mir zum Beispiel, „da ist das Benzin gut, und billiger als in Dänemark.“ Und bereitwillig zählt er Restaurants auf, in denen ich unterwegs essen kann. Auch das ist anders als auf den uns geläufigen DDR-Transitstrecken: Es gibt mehr Intertankstellen und Restaurants."

http://www.zeit.de/1972/07/ddr-fahrt-mit...ruengen/seite-1

LG von der grenzgaengerin

PS Und wenn Du jetzt keine Ruhe gibst, hole ich das Nudelholz.


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#114

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 01:11
von Gelöschtes Mitglied
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Na ja, eine illegale und vom goodwill des Polizeibeamten abhängige Stippvisite bezeichne ich nicht als Urlaub. Zitat aus dem Artikel (von 1972!!):

Solche kleinen Ausflüge etwas abseits der Transitstraße sind zwar offiziell nicht gestattet, werden aber etwas großzügig behandelt oder nicht so genau beachtet, weil man hier schon mal Besucher aus dem Westen, gewöhnt ist. Andererseits kann es durchaus passieren, daß man von einem Polizisten auf das Verbot hingewiesen und unverzüglich auf die Transitstraße zurückgeschickt wird.

Zudem galt das wohl kaum für die Berliner aus dem Westteil der Stadt: Für mich als BRD-Bürger (bzw. für meine Eltern) war es in den Anfängen der 60er Jahre normal, eine Aufenthaltsgenehmigung für Verwandtenbesuche in Salzwedel zu bekommen. Ich erinnere mich aber noch gut an die TV-Bilder, die anlässlich des ersten Passierscheinabkommens zur Jahreswende 63/64 für West-Berliner gesendet wurden: Die durften damals erstmalig ihre Verwandten im Ostteil der Stadt besuchen. Und weitere, speziell auf die West-Berliner zugeschnittene Abkommen folgten. Somit bezweifel ich nach wie vor stark, dass viele West-Berliner die Ostsee vor der Wende gesehen haben - es sei denn, nördlich von Lübeck.

Aber das erinnert mich stark an den Spruch unserer damaligen (West)Berliner Niederlassungsleiterin, den in Anfang der 70er erstmalig gehört habe: "Hier in Balin is allet janz anders"

Aber jetzt schweige ich lieber - die Drohung mit dem Nudelholz zeigt Wirkung....


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#115

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 01:21
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #114


Somit bezweifel ich nach wie vor stark, dass viele West-Berliner die Ostsee vor der Wende gesehen haben - es sei denn, nördlich von Lübeck.




Da stimme ich dir zu. Andererseits: Wo Wille, Lust und Geld ...................gab es auch ein Gebüsch.

LG von der grenzgaengerin


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#116

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 07:06
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Mal ein Dreiteiler als Zwischendurchgeschichte. Und er spielte an der Ostsee. Wie alle meine Geschichten verfasst unter Rainer-Maria Rohloff(dies ist nur der Zuordnung halber erwähnt)

Die Hitze einer Ostseenacht oder wie ich wohl Heinrich Schliemann war, nur eben nicht gerade Troja entdeckte. Von Rainer-Maria Rohloff.

Das kleine Städtchen Neubukow nahe der ostdeutschen Ostseeküste war im Sommer 1985 unser Urlaubsziel, den Tipp und die Adresse gleich dazu bekam ich von einem Feierabendkunden, einem Fleischermeister in Leipzig. Das ältere Ehepaar vor Ort war sehr freundlich und quartierte uns in einem Sommerhäuschen im Grundstück ähnlich der Größe meiner damaligen eigenen Datsche ein.

Ihr schöner Garten mit Kaninchenverschlag hinter dem kleinen Haus in der alten Gasse nahe dem Marktplatz ging in einem schmalen Rechteck weit hinten raus und der anschließende Nachbar begrenzte alles mit einem Erdbeerfeld wo schon die Früchte fast überreif waren. Nur sehen tat man vom Nachbarn niemand, zumindest die ersten paar Tage unseres Urlaubes nicht.

Wie Kinder nun mal sind fragte unsere Tochter ob wir nicht paar Erdbeeren über den Zaun holen könnten aber das gestaltete sich als nicht durchführbar. Denn deren Zaun war zwar sehr niedrig aber man war doch anständig erzogen, was auf der einen Seite für das Volkseigentum galt war hier absolut Tabu…Erdbeertabu wollte man nicht Riesenärger mit den Vermietern und gar noch dem ABV samt Nachbarn riskieren.

Jeden Tag ging es mit unserem „Russenpanzer“ einem Saporoshez SAS 968 gute siebzehn Kilometer zum nächstgelegenen FKK-Strand, der nahe am Salzhaff unterhalb der Halbinsel Wustrow gewesen sein musste. Mit Gastronomie war dort an dem wilden Küstenstreifen nix los, so versorgten wir uns für den Tag mit einer ganzen Menge Trockenkost sowie Getränken und gingen immer nur des Abends Zuhause angekommen warm essen.

Der kleine Ort hatte zwei Kneipen oder besser Restaurants direkt am Markt, gegenüberliegend wovon eine wohl der HO gehörte und die andere einem sehr umsichtigen jungen Mann der die Hütte richtig schön ausgebaut hatte. Mächtige Balken von einem guten Tischler sehr edel hergerichtet durchzogen den gemütlichen Gastraum und hinten heraus schloss sich ein großer Saal an der wohl für FDGB-Urlauber reserviert war, die ähnlich so wie wir „Privaturlauber“ im Ort bei Leutchen Quartier genommen hatten. Deren separater Eingang aber war von der Gasse her in der wir wohnten, nicht vorne vom Gastraum aus.

Man musste etwas warten, man wurde jeden Abend von ihm persönlich platziert aber das nahm man gerne in Kauf denn das Essenangebot war fürstlich, war einfach gut für DDR-Verhältnisse und das Bier schmeckte auch, was wollte man mehr. Der Kerl etwas älter wie ich selber mit meinen damals 32 Jahren gefiel mir, lag auf meiner ganz persönlichen lebenseigenen Wellenlänge sollte heißen, was nicht passte wurde für sich selber passend gemacht und der Staat DDR da nicht unbedingt noch dazu befragt.

Es muss wohl der vierte Urlaubstag gewesen sein, da kramte früh einer tief gebückt drüben im Nachbarn seinem Erdbeerfeld. Der Knabe wendete mir seinen Rücken zu und ich warf ein freundliches Guten Morgen herüber. Der Pflücker stand auf, drehte sich herum und vor mir stand …ich bekam doch den Mund nicht wieder zu Unteroffizier Habermann(Name geändert), also wenn ich mich heute noch recht erinnere war der Kerl Waffenunteroffizier auf dem Stab N. nahe der Elbgrenze bei Boizenburg. Die Welt war doch ein Dorf oder war sie Troja, ich im Geburtsort von Heinrich Schliemann wohl deren Entdecker und zwar vom Habermann.

„Mensch Habermann du alte Pflaume, was machst du denn hier, ich fasse es nicht? Wie lange issen das jetzt her seit unserer Armeezeit?“
Ein trockenes „ich wohne hier“ kam vom Habermann und ich gebe ehrlich zu, der Kerl war früher schon nicht besonders gesprächig, der dachte doch wirklich und echt noch an uns damaligen Gefreiten seinen ganzen angelernten Mist ausprobieren zu können, was man ihm auf der „Schleiferburg“ oder besser Unteroffiziersschule Perleberg gut beigebracht hatte.

Aber ohne Frage, Habermann war der geborene ost...wohl auch westdeutsche Unteroffizier, Befehl war für ihn Befehl und Regeln für ihn Regeln, die mussten umgesetzt werden, da kannte er keine Freunde, auch komischerweise keine Freundin bei der Fahne und Freunde hatte er auch keine (damals zumindest nicht) und seine wohl angeborene Distanz oder besser Scheu sollte sich gleich zeigen, woher diese wohl stammen konnte?

Wir quatschen vielleicht fünf Minuten da dröhnte von hinten die Stimme eines alten grimmig aussehenden Mannes im Befehlston, mit wem er da rede und er solle sich sofort zu seinem wohl alten Herrn scheren weil es noch genug im Haus zu erledigen gäbe….und Habermann trabte ohne Gruß mit Schüssel und Erdbeeren im Laufschritt ab, eben typisch Unteroffizier.

In der Hoffnung auf Erdbeeren und ihn mal wieder zu sehen schaute ich immer morgens oder abends rüber zum Nachbarn nur Habermann sah ich in unserem Urlaub nicht wieder.

Ende vom Ersten Teil

Lebensläufer

Einen guten Tag allen ins Forum


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#117

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 09:49
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #111
Zitat von josy95 im Beitrag #110

Das reale Problem, was in solchen Situationen doch fast jeder kennt, schon mal erlebt hat, ist doch das, man ist endlich im Urlaub, schöne Gegend, Wunschziel..., Quartiere knapp, froh, doch noch was von- bekommen zu haben..., man will keinen Stress und Ärger mehr und nimmt Vieles knurrend hin, wo man sonst gelinde gesagt, sofort ausflippen würde, geschweige denn einen Cent dafür bezahlen würde.
Ist es nicht so?
josy95



Nö.
Wenn ich mit dem, was ich vor Ort vorfinde, unzufrieden bin, dann reagiere ich. Entweder über den Veranstalter, wenn ich über so einen gebucht habe, oder gegenüber dem Vermieter, wenn ich die FeWo direkt gemietet habe und sie nicht der Beschreibung entspricht, die er mir gegenüber gemacht hat. Und wenn es sein muss, lasse ich es auch auf einen Prozess ankommen - und wenn es ganz hart kommt, breche ich lieber den Urlaub ab, bevor ich mich täglich auf's Neue ärgere.

Keine Chance habe ich nur dann, wenn ich "blind" gebucht habe, keinen Prospekt oder Vergleichbares zur Verfügung hatte. Dann kann ich nur daraus lernen - und es das nächste Mal besser machen.
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@Dandelion, Du hast ja völlig recht und ich bin selbst auch eher der Typ, der sich nicht so schnell die besagte Butter vom Brot nehmen läßt. Aber ich hab mich eben auch schon dabei ertappt, konkret in dem von mir geschilderten Fall 2005 in Sellin. Wir waren 1 Woche, das Wetter war sehr gut und vom Grundsatz her brauchten wir das Quartier nur zum schlafen.

Wir hatten nach einem stressigen Jahr aber absolut null Bock auf Streit und/ oder Ärger - es ist dieser Fehler auch vieler anderer Mitmenschen, auf den dieses Klientel der Betrüger (was anderes sind sie ja nicht) nur baut.

Im Grunde baut doch das ganze System des heutigen Raubritterkapitalismus darauf. Täuschen, neppen, abzocken. Juristisch oft alles einwandfrei, so zumindest die öffentliche Deklaration.
So wie in den USA, dort, wo diese Masche allem Anschein nach ihren Ursprung hat. Wo ich mit dem nötigen Geld über Winkeladvokaten aus weiß schwarz mache oder umgekehrt und so etwas dann langsam aber sicher zu einer Art Volkssport wird..., Seriosität und Fairness zu belächelten Fremdwörtern degradiert und der kleine Mann immer der Gearschte ist...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

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#118

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 10:44
von Gelöschtes Mitglied
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@josy95
OK, ich gebe zu, auch nicht immer "auf Krawall gebürstet" zu sein: Wenn der "Rest" stimmt, also Landschaft, Wetter, ggf. Strand, Kneipen/Restaurants etc. etc. etc. dann kneife ich auch schon mal die berühmten Backen zusammen und denke mir "Was soll's"

Auch wenn ich weiß, dass es nicht richtig ist, aber bei gerade mal einer Woche und den eben genannten "Rahmenbedingungen" würde ich vermutlich auch keinen Aufstand machen. Ist manchmal auch eine Frage der Tagesform.


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#119

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 11:13
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #115


Da stimme ich dir zu. Andererseits: Wo Wille, Lust und Geld ...................gab es auch ein Gebüsch.

LG von der grenzgaengerin



Na ja, mit dem Gebüsch war das so eine Sache: Im Westen kannte ich mich aus, war ein Fisch im Wasser und konnte ungefähr abschätzen, was mir drohte, wenn ich gegen Verordnngen verstieß oder Gesetze missachtete. Oder besser: Wenn ich dabei erwischt wurde. Wobei diese Gefahr ziemlich gering war: Ich habe in meinen jungen und wilden Jahren einige Vorschriften nicht eingehalten und auch das eine oder andere Gesetz nicht so ganz ernst genommen, bin aber nie dabei ertappt worden. Wobei es nur kleinere Vergehen waren, die vermutlich nur zu ein paar Stunden oder Tagen Sozialdienst gereicht hätten.

In einem anderen Zusammenhang habe ich schon mal geschrieben, dass das bei Aufenthalten in der DDR völlig anders war: Ich war in einem Maße verunsichert, das schon fast an Angst grenzte. Hier kannte ich mich nicht aus, hatte keine Ahnung, was mir "blühen" würde, wenn ich mich nicht vorschriftsgemäß verhalten würde. Das Rechtssystem, die Möglichkeiten der Volkspolizei, vor allen Dingen die Frage, wer was an wen weitermelden würde - alles völlig unbekannt. Befeuert wurden diese Gefühle noch durch reißerische Artikel der Springer-Presse, die bei einem Fehlverhalten eines West-Bürgers und einer daraus resultierenden, gerechtfertigten Strafe sofort Zeter und Mordio schrieen und von Übergriffen, unmenschlichem Verhalten etc. faselten. Geglaubt habe ich zwar längst nicht alles, was diese Schmierblätter veröffentlicht haben, aber Spuren hat es dennoch hinterlassen.

Ich habe mich deshalb - und um einen unabschätzbaren Ärger zu vermeiden - peinlich genau an die Vorgaben gehalten und wäre nie auf die Idee gekommen, die Transitstrecke zu verlassen, um irgendwo sightseeing zu betreiben: Das Risiko war mir einfach zu groß.
.


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#120

RE: unser schöner Ostseestrand

in DDR Zeiten 05.06.2013 11:43
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Dandelion, Deine geschilderten Unsicherheiten und das peinlich genau an Vorschriften halten des Westbesuches in der DDR kann ich mich noch erinnern.
Ich hatte manchmal das Gefühl sie wähnten sich ständig mit einem Bein in einem Straflager in Sibirien, mindestens wenn sie "auffielen" .......

Wodurch fielen sie dann auf? Durch ihre Unsicherheit, ihr überkorrektes Verhalten und ....... ihre Schuhe ........

Ich bin mit Westberlinern durchaus über die Stadtgrenze gefahren, allerdings nicht zur Ostsee. Ein paar Verhaltensmaßregeln und alles ging gut.
Natürlich war es gemein ihnen mal am Müggelsee zu erzählen das sie sich schon weit außerhalb von Berlin befinden ........
Sie haben fast einen Herzanfall bekommen ....., zumal wir auch noch mit ihrem (West)Auto hingefahren sind.

Anderes Erlebnis, auch nicht Ostsee, unser Besuch zur Leipziger Messe hatte nun fast alles im Bezirk Leipzig abgegrast.
Zur Erklärung, zur Leipziger Messe konnten BRD Bürger ohne großartige Einladungen etc. zur Messezeit nach Leipzig reisen. Visum gab es an der Grenze und die Auskunft es wird bei der Verwandtschaft geschlafen reichte. Auch so ein Ding zum wundern im Nachhinein.
Einzige Einschränkung, die Aufenthaltsgenehmigung galt nur für Leipzig und den Bezirk.

Trotzdem sind wir nach Dresden und Erfurt gefahren. Mit dem Zug. Beim erstem Mal fuhr die Angst mit, wegen der scharfen Kontrollen, ---> siehe Sibirien .......
Nachdem sie feststellten das noch nicht mal die Fahrkarten kontrolliert wurden, wurden sie in der Folgezeit mutiger was die Ausflüge über die Bezirksgrenzen betraf.

Natürlich konnten es immer nur Tagesausflüge sein, denn mit Übernachtungen; sowas spontanes war sowieso schlecht möglich; kam doch die peinlich korrekte Angabe der persönlichen Daten in einem Hotel oder Pension hinzu und deren Nachweis mit Hilfe des PA .....
Und ein DDR Bürger ohne PA am Mann/Frau, ein Ding der Unmöglichkeit .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

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aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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