#21

RE: Minen an der DDR-Grenze weggeräumt

in Mythos DDR und Grenze 06.03.2016 19:36
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Ich stelle mir gerade vor, was die Ballerrei für unsere Hunde für eine Belastung gewesen sein muss.
Sie standen zwar nicht direkt im Räumgebiet, aber doch nahe dran, bzw. dahinter, dort wo dann nach dem Räumen der Zaun erneuert wurde, da waren keine 500 Meter dazwischen.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten die Pios einen eignen Sicherungszug.
Woraus der sich rekrutierte, weiss ich nicht mehr, könnten Kräfte aus dem Regiment gewesen sein, oder möglicherweise auch aus den Hinterlandkompanien.
Ich glaub der Sicherungszug war bei uns in Klettenberg untergebracht, die Pios selber glaube in Schiedungen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#22

RE: Minen an der DDR-Grenze weggeräumt

in Mythos DDR und Grenze 07.03.2016 00:11
von bürger der ddr | 3.582 Beiträge

@Hanum83 , ich war bei der PIK, wir haben nur in "Schwarzkombi" gearbeitet. der Grund, so konnte man uns gleich vom Sicherungszug unterscheiden. Auch haben wir nie mit Stahlhelm gewerkelt. der Sicherungszug war immer aus einem anderen Regiment, so das keine "Absprachen" getätigt werden konnten. Als Beispiel wir PIK I (vom GR I) Mühlhausen, der Sicherungszug war meistens vom GR 4 Heiligenstadt.
Die Minenräumer hatten nur eine "Lederolkombi" und einen Pilothelm (Motoradhelm) mit nachgerüsteten Visier. Es gab da den Verlegeplan, an einem Fixpunkt gingen dann halt Linien nach Rechts X Meter und dann noch vorn X Meter, wenn ich das noch richtig im Plan habe wurde das mit Schnüren gemacht. Im fraglichen Bereich wurde mit den Stangen 8vorn war so etwas wie ein Haken dran) gestochert. Entweder das teil ging hoch oder es wurde TNT mit Zünder versehen und die Mine gesprengt. gefunden wurden auch noch die alten "Zigarrenkisten" (Minen in Holzgehäuse) und die "Bohnerdosen" (runde Kunststoffgehäuse),
Der Minentrupp fuhr mit einem Mannschaftswagen raus und zusätzlich ein Ural mit Technik und dem TNT zum sprengen. der Sprengstoff LKW mußte an einer gesonderten Stelle (auf dem Harsberg, gegen über der Wache) abgestellt werden. Die Objektwache mußte den LKW mit bewachen und es wurden auch die Plomben kontrolliert.
Das Minenräumen war ein harter Job, besonders im Hochsommer. Hitze, Lederol, Handschuhe und Helm mit Visier, da ließ die Konzentration schon mal nach. Manchmal war auf der Heimfahrt einer Blaß und Unruhig, der hatte eine gefunden.........
Ich selber hatte das Glück als Militärkraftfahrer da nicht mitmachen zu müssen und kenne das nur aus abendlichen Gesprächen bei einer Flasche Schmuggelware....



Hanum83, Lutze und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Minen an der DDR-Grenze weggeräumt

in Mythos DDR und Grenze 23.09.2016 18:07
von Thunderhorse | 3.997 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #13
Zitat von kirsche.ndh im Beitrag #9
Bei uns in der PIK 4 wurden alle vorher gefragt ob sie "in den Mienen arbeiten wollen".
Keiner wurde dazu gezwungen.
Wers gemacht hat bekam eine kräftige Zulage zum Sold. Wieviel werß ich nicht mehr ????
Die Nachfrage dafür war jedenfalls höher wie der Bedarf.
Ja Geld lockte schon damals und für manche war das was abenteuerliches.

Essen war für alle innenhalb der PIK gleich, nur im Hochsommer bei extremer Hitze haben die eher angefangen und nur bis mittags geräumt.
Dann Feierabend.

Alle anderen hatten da ja Oberkörper frei ( bei großer Hitze ).
Und die armen Schweine den blöden weißen 30 Mark Motorradhelm mit Visier und die Felddienst mit der integrierten Folie als Splitterschutz.
Dann noch ständig auf allen vieren kriechen.
Die schwammen in ihrer eigenen Soße.

Getränke für alle aus den schönen Thermokübeln mit großen Eisstücken drin.

Ich denke meine Erlebnisse in der PIK 4 können dazu einiges klarstellen.
Über andere Einheiten oder Kompanieen kan ich nichts sagen.

Ich kenne einen ehemaligen BU der noch viele Jahre nach der Wende freiwillig an der Grenze Mienen geräumt hat.
Heute ist er Reserveoffizier und wartet sehnsüchtig auf einen Einsatz in Afghanistan.




Die Jungs hatten ganz schön zu schleppen beim Legen wie auch beim Räumen. Hier drei Bilder aus dem Bereich 6. Grenzregiment
|addpics|196-t-8c91.jpg-invaddpicsinvv,196-u-15d9.jpg-invaddpicsinvv,196-v-884b.jpg-invaddpicsinvv|/addpics|


Auf den beiden rechten Fotos sieht man, wie die Schnüre mit den Sicherungsstiften gezogen bzw. aufgerollt werden. Diese mußten anschließend abgegeben werden und wurden auf Vollzähligkeit (Verlegte Minen) geprüft.


"Mobility, Vigilance, Justice"
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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