#1

Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 19.05.2013 22:02
von Viehler | 12 Beiträge

Hallo in die Runde,

kann jemand sagen, wie und von wem in den Monaten nach Kriegsende und in der SBZ die Versorgungsrenten gezahlt wurden?
Es geht im Einzelnen um eine Rente aus einer Schädigung während der Wehrpflicht 1936. Diese Rente ist bis 1945 gezahlt worden. Wie ging es dann weiter?
Grüße von der Küste
Viehler



nach oben springen

#2

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 19.05.2013 23:20
von damals wars | 12.117 Beiträge

Wie es speziell mit diesen Renten weiterging, weiß ich nicht.
Jedenfalls arbeiteten die Sozialversicherungen sehr schnell wieder auf Länderebene.
Die Abzüge von den Löhnen wurden weiterhin abgeführt, so das genügend Geld da war. Die entsprechende Gesetze waren ja nicht aufgehoben.
Also, am besten bei der LVA nachfragen.

Ich habe mir bei der LVA mal ein Buch mitgenommen, das die Vorgänge beschrieb.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 20.05.2013 19:18
von Viehler | 12 Beiträge

Hallo, damals wars,
der Name ist ja schon Programm ---

Danke Dir für die Antwort, Du weißt den Titel des Buches wohl nicht mehr, oder; ich möchte gern Zugang zu dieser Materie finden. Die LVA`n, glaube ich, waren nicht zuständig, eher die Versorgungsämter. Vielleicht weiss ja einer der Forumer mehr.

Gruß
Viehler



nach oben springen

#4

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 20.05.2013 19:23
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Hallo Viehler,

ich weiß nur, dass es nach 1945 in der SBZ ein Sozialfürsorgesystem gab. Wie es aufgebaut war und funktionierte, kann ich Dir nicht sagen. Aber vielleicht hilft Dir der link weiter:

Sozialfürsorge in der SBZ, DDR 1945 - 1953 : Ursachen, Ausmass und Bewältigung der Nachkriegsarmut

http://www.econbiz.de/en/search/detailed...589/?no_cache=1

LG von der grenzgaengerin

EDIT http://books.google.de/books?id=1jUbecQC...epage&q&f=false


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.05.2013 19:30 | nach oben springen

#5

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 20.05.2013 23:39
von Viehler | 12 Beiträge

Hallo grenzgaengerin,

deinen Link auf die Arbeit von Marcel Boldorf führt direkt zum Überschriftsthema. Wenn man das Inhaltsverzeichnis liest, so wird in seiner Schrift die Situation der sozialen Dienste in der SBZ nach dem Krieg im Sommer 45 umfassend dargestellt und in der Einleitung beschreibt Boldorf das Ergebnis seiner Dissertation.

Danach hatten die Allierten in den Kontrollratsbeschlüssen keinerlei Regelungen für die Fortführung der Sozialversicherung getroffen und die SMAD beschränkte sich in Aufsichtstätigkeit.
Anfang 1946 wurde als erstes die Krankenversicherung und dann die Rentenversicherung auf Länderebene wieder aufgebaut. Renten für Kriegsopfer und deren Hinterbliebenen sowie an Invalide wurden erst 1948 wieder aufgenommen. Alle sozialen Leistungen für diese Personengruppen wurden bis dahin von den Gemeinden erbracht.

Schönen Dank für den Hinweis, liebe grenzgaengerin !

Gruß von der Norseeküste
Viehler




.



nach oben springen

#6

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 21.05.2013 16:35
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Hallo Viehler,

freut mich, dass ich Dir helfen konnte. Noch mehr freut mich aber, dass Du hoffentlich nur begonnen hast über diesen Puzzleteil der DDR Geschichte zu berichten.

Ich bin schon vor Wochen über diese Dissertation bei der Recherche zu einem anderen Thema gestolpert. Habe aber leider keine Zeit gehabt, da tiefer einzutauchen. Aus der Zeit sind uns meist nur Alltagsbeschreibungen über Trümmerfrauen, Hamsterfahrten, Schwarzmarkt u.ä. präsent. Ich finde es spannend, wie in der SBZ Strukturen entstanden sind, die nach dem Krieg die Normalität im Leben der Menschen bringen sollten.

Beschäftigst Du dich intensiv mit diesem Thema? Ich habe nämlich eine ganze Menge Fragen. So zum Beispiel, war die Unterstützung der Sozialfürsorge auf Sachleistungen beschränkt oder gab es auch monetäre Leistungen? Oder die: Warum endet der in der Dissertation untersuchte Zeitraum 1953? Wurden die Leistungen damals eingestellt? Wenn ja, kann es dann auch einer der Auslöser für den Aufstand von 1953 sein, bzw. wurde er nicht zuletzt dadurch so breit unterstützt? In der öffentlichen Wahrnehmung waren es vordergründig die Bauarbeiter in der Stalinallee, die gegen die Normsteigerungen gestreikt haben und eine Welle des Widertandes in der DDR ausgelöst haben.

Wie Du sieht hast Du eine sehr interessierte Mitleserin.

LG von der grenzgaengerin


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 21.05.2013 16:50 | nach oben springen

#7

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 21.05.2013 21:44
von damals wars | 12.117 Beiträge

"In den Ländern Brandenburg, Mecklenburg, Thüringen Sachsen und Sachsen- Anhalt wurden Anfang 1946 je eine Sozialversicherungsanstalt errichtet.
diese neuen Organisationen übernahmen die Aufgaben der Renten und Unfallversicherungsträger ebenso wie die des Trägers der vereinigten Krankenkassen"
aus"Geschichte der Angestelltenversicherung des 20. Jahrhunderts, Tanja Anette Glootz, BfA


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 22.05.2013 23:51
von Viehler | 12 Beiträge

Hallo grenzgaengerin
Hallo damals wars,

weshalb Marcel Boldorf den Zeitraum seiner Untersuchung über die Sozialfürsorge in der SBZ/DDR eingrenzt und 1953 enden läßt, liegt, so meine ich, im Untertitel bergründet: Ursachen, Ausmaß und Bewältigung; 1953 betrachtet er offensichtlich als Ende der Auswirkungen des 2. Weltkriegs auf die Fürsorge und Beginn der Fürsorgegestaltung entsprechend der ökonomischen Entwicklung.

Wenn die Krankenversicherung/ Rentenversicherung erst wieder im Frühjahr 1946 anfing zu arbeiten, wie > damals wars< schreibt, was galt ab Kriegsende, wie schafften die Menschen die Belastungen oder Einschränkungen nach Kriegsschluss bei eben über 1400 kcal täglich und in Arbeit (lt Lebensmittelkarten, übrigens: wie sahen die aus, gibt es Bilder ?), welche Regelungen gab es bei Erkrankungen, die auf Dauermedikamentation ausgerichtet sind ( z.B., Diabetes ), wer zahlte den Krankenhausaufenthalt wer den Arzt, wie und wo waren die vielen Flüchtlinge untergebracht ( Lager, Nissenhütten u.a. ) ?

Antworten auf solche Fragen oder wie Du schreibst, grenzgängerin, die Auflösung solcher Puzzle, können IMHO eigentlich nur Foren wie diese leisten, es werden Kenntnisse, wird Wissen und auch eigenens Erleben breit weitergegeben und diskutiert.

Von der windigen Küste Grüße !
Viehler



nach oben springen

#9

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 23.05.2013 00:08
von damals wars | 12.117 Beiträge

Vorher existierten noch die alten Landesversicherungsanstalten, die treuhänderisch die Aufgaben der RfA übernahmen.
Entsprechend Erlass des Reicharbeitsministeriums vom 13. April 1945.
Laut oben benannten Buch.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#10

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 23.05.2013 00:08
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Meine Großmutter mütterlicherseits beantragte nach dem Krieg in der SBZ für zwei minderjährige Kinder Halbwaisenunterstützung, heute sagt man Halbwaisenrente dazu.
Die mündliche Ablehnung auf dem damaligen Amt hatte den sinngemäßen Wortlaut: "Ihr Mann ist leider nicht verstorben sondern gefallen".


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 01:12 | nach oben springen

#11

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 23.05.2013 09:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #10
Meine Großmutter mütterlicherseits beantragte nach dem Krieg in der SBZ für zwei minderjährige Kinder Halbwaisenunterstützung, heute sagt man Halbwaisenrente dazu.
Die mündliche Ablehnung auf dem damaligen Amt hatte den sinngemäßen Wortlaut: "Ihr Mann ist leider nicht verstorben sondern gefallen".



Hallo GW wenn's nicht so traurig wäre, könnte man schallend lachen über solch einen Verwaltungsakt. Ich glaube, so etwas schaffen nur deutsche Beamte


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#12

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 23.05.2013 12:47
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Kurz nach Kriegsende ging es wahrsheinlich leicht chaotisch zu. Ich habe eine interessante Quelle gefunden, die den Aufbau der Gemeinden als Selbstverwaltungsorgan am Beispiel der Stadt Pirna beschreibt:

"Deutsche Selbstverwaltungen gingen sowohl aus den Bestrebungen der Besatzungsmacht wie aus dem Bedürfnis antifaschistischer Kräfte hervor, den Neuaufbau eines völlig zerrütteten Landes in die Hände zu nehmen. Die Besatzungsmacht war allein mit ihren vorzugsweise militärischen Kräften zwar imstande, die Macht auszuüben und durch Befehle die Richtung des Handelns vorzugeben, aber für die vielschichtigen Bereiche des gesamten gesellschaftlichen Lebens fehlten ihren Kommandan tur
turmitarbeitern entsprechende Fachkompetenzen, Orts- und Personenkenntnisse. Dazu bedurfte es örtlicher antifaschistischer Kräfte einschließlich ihrer politischen Organisiertheit. So tolerierte die Sowjetische Militäradministration die Antifa Komitees oder Ausschüsse, die sich vielerorts bildeten und erlaubte bereits am 11. Juni 1945 die Bildung antifaschistisch - demokratischer Parteien in ihrer Zone.

Die deutschen Selbstverwaltungen entstanden zuerst in Städten und Gemeinden, danach in Kreisen, eingesetzt durch die örtlichen Kommandanturen, ehe die SMAD mit Befehl Nr. 3 am 4. Juli 1945 die Bildung von Landesverwaltungen verfügte.
Beherzte Menschen fanden sich sofort nach dem Zusammenbruch der faschistischen Staatsmaschinerie. Sie nahmen die Geschicke in ihre Hände, um das Weiterleben der Menschen ganz einfach zu ermöglichen und eine neue Ordnung aufzubauen.
Für die spontan entstandenen Gremien finden sich Bezeichnungen wie Antifa-Ausschüsse, Antifa-Komitees und Orts-komitees.
Sie handelten dabei in stetem Kontakt zu den sowjetischen Militärbehörden und unter deren Kontrolle. Anleitung und Hilfe durch übergeordnete deutsche staatliche Stellen gab es vorläufig nicht. In Pirna nahmen Antifaschisten sofort nach dem Einmarsch der Roten Armee nach Kontakt-
aufnahme zum „Kriegskommandanten“-das Rathaus unter Kontrolle"

http://www.geschichte-pirna.de/3.Selbstv...gsorganepdf.pdf

So ähnlich muss es in vielen Gemeinden und Städten abgelaufen sein. Daher waren es wahrscheinlich keine Beamten, die Grenzwolf's Großmutter die Unterstützung versagt haben.

@Grenzwolf

Hat Deine Großmutter später noch mal einen Antrag gestellt, als zum Beispiel 1948 die Rentenversicherung die Zahlungen wieder aufgenommen haben? Siehe Beitrag #5 von Viehler Versorgungsrenten nach 1945

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 23.05.2013 12:49 | nach oben springen

#13

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 23.05.2013 14:57
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Hallo grenzgängerin (hätte jetzt fast lebensläuferin geschrieben ),
ich nehme mal an das es später etwas gab, frage da nochmal nach.
Kann mir aber vorstellen das entnazifizierte Beamte, die vorher mit Begeisterung den Adler aufs Papier gestempelt haben, dann mit neuer Begeisterung die Begehrlichkeiten der vielen Kriegerwitwen abschmetterten.


Viehler und thomas 48 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#14

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 26.05.2013 17:58
von Viehler | 12 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #9
Vorher existierten noch die alten Landesversicherungsanstalten, die treuhänderisch die Aufgaben der RfA übernahmen.
Entsprechend Erlass des Reicharbeitsministeriums vom 13. April 1945.
Laut oben benannten Buch.


Hallo
damals wars,
das wäre eigentlich ziemlich verwunderlich, daß Regelungen aus der Zeit vor dem Kriegsende auch danach noch Bestand hatten und auch angewendet wurden. Das scheint auch das von grenzgängerin ausgegrabene Dokument aus Pirna zu zeigen, auf jeden Fall habe ich nichts derartiges darin gelesen,
Aber damals war wohl vieles möglich. Es müsste doch noch Zeitzeugen geben, die Genaueres wissen !

Gruß von der frischen Küste
Viehler



nach oben springen

#15

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 27.05.2013 10:05
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ich habe mal wieder ein wenig "geduddelt" und habe einen interessanten Bericht über Sandersdorf/ Bitterfeld gefunden.

http://synnatzschke.net/sdf_hist_nach1945.htm

LG von der grenzgaengerin


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#16

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 27.05.2013 16:39
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Und noch ein Fundstück.

Die Aktivisten der ersten Stunde.
Die Antifa 1945 in der sowjetischen Besatzungszone zwischen Besatzungsmacht und Exil - KPD

Die Dissertation von Jeannette Michelmann, vorgelegt dem Rat der Philosophischen Fakultät der Friedrich - Schiller - Universität Jena.

http://www.db-thueringen.de/servlets/Der...issertation.pdf

Inhaltsverzeichnis und Einleitung sind viel versprechend. Der Umfang von 423 Seiten ist beachtlich, so dass noch keine zeit Zum Stöbern war.

"Die Antifa - Ausschüsse werden in zahlreichen neueren Studien zur unmittelbaren Nachkriegsgeschichte und zur Entstehung der SBZ oft nur als
Marginalien erwähnt. Ein Grund dafür könnte die prekäre Aktenlage sein, denn oftmals hatten die Mitglieder der Antifa - Ausschüsse 1945 Wichtigeres zu tun, als akribisch ihre Arbeit festzuhalten. Die umfangreichen Akten der „Antifaschistischen Front Chemnitz“ bilden die Ausnahme, zumal ihre Aufzeichnungen erst Ende Mai 1945 begannen, als die Antifa in der übrigen sowjetischen Zone bereits aufgelöst waren."

LG von der grenzgaengerin

EDIT

Für alle, die am Thema interessiert sind, aber 423 Seiten zu umfangreich, hier die Rezension von Simone Barck zu: Michelmann, Jeannette: Aktivisten der ersten Stunde

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/...onen/2003-2-171


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.05.2013 17:30 | nach oben springen

#17

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 27.05.2013 23:34
von Viehler | 12 Beiträge
Vielen Dank, liebe grenzgängerin,
für die Ausgrabungen.

In der Tat, 400undsoviel Seiten sind ein Haufen Holz, zumal sie in ihrer Fragestellung die Renten nicht einschließt und damit zusammenhängende übergeordnete Versorgungsproblematk nur ganz vereinzelt untersucht.
Eingehender beschreibt diese Zeit aber deine erste Ausgrabung. Sehr überzeugend stellt Sandersdorf im Abschnitt > Das Ende des II. Weltkriegs und der Neubeginn<, die Nachkriegszeit dar und unterlegt mit Dokumenten, mit welchen Schwierigkeiten die Verantwortlichen konfontriert wurden und was die Bevölkerung ertragen musste. Es ist heute unvorstellbar, dass, wie Anfang Juni 1945 in der SBZ verfügt wurde, alle privaten Bankkonten gesperrt werden, die Verpflichtungen aber bestehen bleiben. ( Eine Querlesung der Diss. J. Michelmann ).

Also, Grenzgängerin, sei weiterhin fleißig bei den Grabungen
wünscht Viehler


nach oben springen

#18

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 28.05.2013 00:19
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Hallo Viehler,

ich buddel eigentlich ncht mehr vordergründig nach den Versorgungsrenten Sondern eher nach den Menschen, die von einem Tag auf den anderen, die Ärmel hochgekrämpelt und einfach gahandelt haben. Und Antifaschist war in der SBZ nicht zwangsläufig Kommunist oder Sozialdemokrat, also parteilich gebunden.

Die Zeit im Mai 1945 erinnert mich stark an einen anderen Aufbruch, als auch Menschen ungeachtet einer parteilichen Ausrichtung sich engariert haben. Zumindest das zeitliche Fenster ist vergleichbar, bis sich der angeblich stärkere durchgesetzt hat.

Und wenn ich ehrlich bin, lege ich derzeit meine "Funde" in diesem thread maximal quergelesen ab. Für Tage, wenn es auch in Berlin junge Hunde regnet. Aber auch, weil es einfach Zeit braucht, um in die Zeit von 1945 aus einer ganz anderen Richtung einzutauchen.

LG von der grenzgaengerin


Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 28.05.2013 00:20 | nach oben springen

#19

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 28.05.2013 17:23
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar
Hier mal etwas ganz übersichtliches - Das Archiv des Freistaates Sachsen, durch das man sich durchklicken kann. Übrsichtlich, informativ, aber ohne Hintergrundberichte.

"11391 - Landesregierung Sachsen, Ministerium für Arbeit und Sozialfürsorge

Datierung: (1852, 1882, 1884, 1899 - 1944) 1945 - 1952 (1953 - 1956)

Geschichte: Das Ministerium war nur von Dezember 1946 bis November 1950 eigenständig. Bis 1946 gehörten die Bereiche Arbeit und Sozialfürsorge bzw. Sozialwesen zum Ressort Wirtschaft und ab 1950 zum Ministerium für Industrie, Arbeit und Aufbau, welches im Mai 1951 in Ministerium für Wirtschaft und Arbeit umbenannt wurde. Weitere Angaben siehe 3.3.6 Arbeit und Sozialfürsorge

Bestandsinhalt: Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht.- Berufsausbildung.- Erfassung und Lenkung von Arbeitskräften.- Arbeitskräfteeinsatz im Erzbergbau und Steinkohlenbergbau.- Arbeitsrecht.- Tarifverträge.- Aktivistenbewegung.- Arbeitslosenversicherung.- Arbeitsämter.- Heimkehrer.- Umsiedler.- Opfer des Faschismus.- Volkssolidarität.- Stiftungen.- Sozialversicherung.- Bauwesen und Wohnungswesen.- Wiederaufbau kulturhistorischer Stätten.- Bauvorhaben für die Besatzungsmacht.- Vermessungswesen und Katasterwesen.- Liegenschaftsverwaltung und Treuhandverwaltung.- Enttrümmerung.- Munitionsbergung.- Gesundheitswesen.- Krankenanstalten und Polikliniken."

http://www.archiv.sachsen.de/archive/dresden/1113.htm

LG von der grenzgaengerin

Viehler hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#20

RE: Versorgungsrenten nach 1945

in Leben in der DDR 30.05.2013 22:40
von Viehler | 12 Beiträge
Moin liebe grenzgängerin,

nee, Versorgungsrenten sind auch nicht mein Leit-Thema, sondern sie dienten nur dem Einstieg in das mich interessierende Thema: Was passiert, wenn die bestehende Ordnung wegbricht, wie überstehen die Betroffenen diese Zeit, was muss als erstes wieder geregelt werden, ist es die Stromversorgung oder die Wasserversorgung, welche Einrichtung muss wann instand gesetzt werden, was ist das Allernötigste, das Dringenste, wer bestimmt was, wer ist legitimiert und wodurch ? Wie überstanden die Betroffenen diese Zeit, was hat sie dazu gebracht, nicht woanders hinzugehen, wie bildete sich eine erste Struktur und weshalb ?

Es gibt viele Fragen über gerade diese Zeit, jedoch kaum Antworten, die auf verläßliche Quellen zurückzuführen sind. Umsomehr schätze ich deine Buddelei, die am Ende vielleicht etwas ausgräbt, was dazu geeignet ist, mehr Licht in diese Zeit unserer gemeinsamen Geschichte zu bringen.

Weiterhin so qualifizierte Unterstützung wünscht sich
Viehler


nach oben springen



Besucher
26 Mitglieder und 80 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 1959 Gäste und 138 Mitglieder, gestern 3414 Gäste und 170 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14360 Themen und 557227 Beiträge.

Heute waren 138 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen