#21

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:16
von damals wars | 12.113 Beiträge

Wo hast du immer die seltsamen Informationen her?
Auch in der DDR verschwanden die Filme aus den Kinos, wen sie keiner mehr sehen wollte.
Dafür kamen sie dann im Fernsehen, da habe auch ich den Film das erste Mal gesehen. Gelebte Demokratie im Anschaungsunterricht.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#22

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 19:25
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von damals wars im Beitrag #21
Wo hast du immer die seltsamen Informationen her?
Auch in der DDR verschwanden die Filme aus den Kinos, wen sie keiner mehr sehen wollte.
Dafür kamen sie dann im Fernsehen, da habe auch ich den Film das erste Mal gesehen. Gelebte Demokratie im Anschaungsunterricht.


Ich habe Fragen gestellt zu zugänglich Quellen, die ich verlinkt habe. Wer lesen kann ist klar usw. usf.

Mir geht es darum einem Mythos auf die Spur zu kommen.

LG von der grenzgaengerin


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#23

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:14
von Lutze | 8.027 Beiträge

es gibt auch einen TV-Bericht über die Jugendkrawalle am Alex von 1977,
kam ca.vor 3/4 Wochen im TV,
schade,habe mir den Namen der Sendung nicht aufgeschrieben,
war auf einen Doku-Sender zu sehen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 20:14 | nach oben springen

#24

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 20:40
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von moreau im Beitrag #17
Der bessere Weg,war der ,die Weiber die Ihre Krawalljungs eigentlich im Griff hatten,auf die ruhige Seite zu ziehen und zu hoffen,das Ihr Einfluss gross genug ist und die Ihre Jungs im "Schach Halten"
Eine rote Armbinde schon am Eingang und der Abendkasse war in der Provinz eher der Aufhaenger zur Randale!


Da muss ich dir aber heftigst widersprechen. Ich war in einem Jugendclub und FDJ-Ordnungsgruppe. Wir hatten immer die Armbind sichtbar am Körper ( nicht "Mann" da die holde Weiblichkeit auch mit von der Partie war)und nie wesentliche Probleme. Gab es eine Schlägerei auf'm Saal brauchte nur Einer von uns hin und schon war Ruhe. Im Normalfall. Bei härteren Auseinandersetzungen flogen schon mal deren Kinn samt Mann quer durch den Saal weil die sie einen "Tatsch" von uns eingefangen haben. In der Hinsicht waren wir sehr Humorlos. Danach flogen die aus dem Saal (bitte auch wörtlich nehmen) inkl. einem Hausverbot. Ab und an sahen wir uns auch mal einen Kerl mit Messer gegenüber (aber immer Fremde aus der nahe gelegenen Großstadt) aber für solche Kunden hatten wir einen speziellen Lehrgang von unseren Freunden und Helfern erhalten. Also auch nicht das große Problem. Im Nachhinein. Aus heutiger Sicht. Damals sah das schon etwas anders aus.
Die Norm war das sich die "Kontrahenden" außerhalb unseres Zuständigkeitsbereiches bearbeitet haben. Nur der zweite Gewinner kam manchmal angekrochen um sich von uns wieder provisorisch zusammenflicken zu lassen.
Aber sonst war das alles Easy.

Gruß
Moreau



Hallo Moreau

den Widerspruch nehm ich gern an und bezweifle auch nicht was Du geschrieben hast.

Das es Clubs Kulturhaeuser Gaststaetten etc.gab wo das so "funktionierte"ist klar,nur nach meiner Erfahrung,nicht die Regel!
Man war nicht mehr in den 50/60igern,die 70iger waren schon noch hart,aber in den 80igern,durfte man schon Schulungen besuchen,wo ein Jugendrichter mal die Gesetzlichkeiten etwas klarer gestellt hat.
Nach de Motto...Du hast ein Glas Bier umgeworfen und dafuer darf die "Ordnungsgruppe"Dir das Knie oder Kinn zerschlagen,das war meiner Meinung in den 80igern vorbei..so gings eben nicht mehr!
Situationsbedingt und je nach Gegend kann ich Deinen Ausfuehrungen schon folgen...
Messer,Rote Sau,1/2 Liter Bierglaeser,Zaunlatten,Totschlaeger,Kabelknueppel,feuergehartetet Rasierklingen,Cuttermaesser....schon klar,durfte man "erleben"....
In Luckenwalde gabs ein Haus,da waren die Ringer stets Gast,selten gabs da richtigen Aerger....
In Potsdam (Haus des Handwerks) der ASK in einigen Haeusern...meist ruhig....
Im Klub der werktaetigen Jugend in Wittstock,meisst die "Apparatschiks und die Maenners von der KD und Politik....
Im Klub der Gewerkschaften in Rheinsberg,eher ein Haus des Kernkraftwerkes,ein etwas hoeheres Nivaeu
Im Puschkinhaus in Neuruppin,Klubhaus des VEB EPW ebenso...
Im Zentralen Klub der Jugend und Sportler Leipzig...
So ein paar Ecken ohne Tagebuch zu lesen...waren schon so wie Du es schilderst...nur war das nie die Masse in der DDR!

Problem der gewaltsamen "Bekaemfung"war die Spirale der Gewalt,heute war der der Sieger,Morgen kanns schon anders sein....
Fast wie im wilden Westen,einer wird kommen und der macht sie Alle fertig!
Daran hatten die mir bekannten erfahrenen Leute aus der "Klubszene"kein Interesse,von den Veranstaltungsleitern...die ich kenne waren die meissten bemueht den Ball der Gewalt schoen flach zu halten.
Zum einen gabs weniger Eintraege in den Tagebuechern des VPKA(auf ewiges Ausruecken hatten die Jungs naemlich auch keine Lust),der Abteilung Inneres des Rates Kreises.....des Rates der Stadt und und und....
Klar wenn eine koerperliche Auseinandersetzung nicht zu vermeiden war,gings schon hart zur Sache...nur durfte dies nie die Regel werden!
Hausverbote gabs regelmaessig......
Das war dann auch einfacher den "Jungs"mal klar zu machen was ein Hausfriedensbruch ist,wenn dann doch mit Gewalt ins Haus....
Solche Nummern kamen dann viel besser als "Schlaegerein"....

Was die von Dir angesprochene Ausbildung betraf,so sehe ich das in der Provins eher schwach gestaltet....
Die Polizei hatte keine richtige Lust,die Sportvereine mit sich selbst beschaeftigt etc...
Unsere"Ordener"sind damals bei Kolja trainieren gegangen und klar hats geholfen!!!(Die waren nicht so ganz verweichlicht);-)

Also immer eine Frage des Ortes und der Gegebenheiten...bei Deinen Ausfuehrungen ist mir schon klar,das offizielle Pfingsttreffen und Anderes schon anders"bewacht"waren,nur eben war dies nie die DDR...

Den wenigsten "Krawall"hab ich immer in den Gemeindehaeusern erlebt...."Viele hammerhart von Bier und Wein,dann gabs Schmalzstulle,aber gepruegelt hat man sich dort eher sehr selten....
Wie Du hoehrst hat Gewaltlosigkeit auch etwas sehr angenehmes....

Gruessli BO

P.S. Eine rote Armbinde mit der Aufschrift Ordnungsgruppe der FDJ...bleibe bei meiner Meinung,war die abendliche "Startmelodie"fuer moeglichen Krawall....

und in den von mir genannten Haeusern ist mir von "roter Armbinde"nix bekannt....


silberfuchs60 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 21:26 | nach oben springen

#25

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 21:15
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #16
Was ist an den Gerüchten dran, dass der Film "Blutige Erbeeren" - ein Kult - Film für viele Jugendliche aus der DDR, nach den Vorfällen am Fernsehturm 1977 aus dem Repertoire der Kinos rausgenommen wurde?

"...der Streifen auch heute noch nach mehr als 30 Jahren seine Qualitäten. Und das liegt auch an der Musik von Joni Mitchell, Crosby, Stills, Nash & Young, John Lennon und Paul McCartney. Als die Studenten im Kreis kniend den Angriff der Nationalgarde erwarten, singen sie "Give peace a chance" und schlagen dazu rhythmisch auf den Boden. "Das wurde immer wieder nachgeahmt", erinnert sich Schöner. "Wenn auf Discos dieses Lied gespielt wurde, fanden sich die Leute zum Kreis. " Es kursierte sogar das Gerücht, Jugendliche hätten auf diese Art einen Versorgungsschacht auf dem Alexanderplatz zum Einstürzen gebracht. Allein durch die wiederkehrenden rhythmischen Bewegungen. Der Film, sagt Schöner, sei dann relativ schnell wieder aus den DDR-Kinos verschwunden."

http://www.berliner-zeitung.de/archiv/im...0,10114568.html

LG von der grenzgaengerin




Hallo Grenzgaengerin...
Der Streifen hat sicher seine Qualitaeten....
Wenn ich mich recht erinnere war der Song fuer die oeffentliche Auffuehrung "lizensiert"...also spielbar....
Wenn Du haeute "Leute im reifen Alter"in einem Klub hast,dann koennte ich es beschwoeren,Die schmeissen sich wieder auf die Knie"!
Aehnlich "We will rock You" irgendwie hat sich der Titel als weitere Moeglichkeit fuer den "Kniefall"etabliert....

Auch nicht verwunderlich...die Studenten waren des oefteren am Wochenende eben im"Heimatort"und gingen dort ja auch weg...also Abends,,,so etablierte sich des "Kniefall" in die Provinz....

Aus einigen Diskussionen ueber die schoene "alte Zeit" (klar frueher war mehr Lametta und Jugendzeit war immer geil)....
steht der Film eigentlich als Synonym fuer die "Ohnmacht"gegen die staatliche Willkuer,was man so als jugendlicher,als Willkuer empfindet und wenn ich richtig vermute...als Jugendlicher ist man erst einmal immer "links"gewesen....

Gruessli BO


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#26

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 23.05.2013 21:33
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Ach, die schöne Jugendzeit.....

kommt nicht wieder. Aber schön, dass Ihr mich daran erinnert habt.
Den Film hab ich als Student in Dresden, so 1974 gesehen. Und nicht nur einmal....

Wenigstens den Song gefunden....


Gruss Hartmut

Und nun alle, die jung geblieben sind, auf die Knie und mitmachen


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 23.05.2013 21:39 | nach oben springen

#27

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 24.05.2013 08:58
von moreau | 384 Beiträge

Hallo Bolleronkel meinen Ausführungen kannste ruhig glauben. Sind meine höchstpesönlich gemachte Erfahrungen an der "Discofront" jeweils Mittwochs von 18 bis 22 Uhr und Sonnabend 19-24 Uhr in den 80igern.

Das es Clubs Kulturhaeuser Gaststaetten etc.gab wo das so "funktionierte" ist klar,nur nach meiner Erfahrung,nicht die Regel!
Selbst in den gleichen Lokations ging sowas sehr unterschiedlich ab. Es lag aber auch an den Leuten die Ordnung halten sollten.
Wir mussten uns mal den Saal mit dem städtischen JK teilen, weil unserer für eine längere Zeit nicht verfügbar war. Bei denen waren mehrere Klopperein in der Veranstaltung die Norm. Die erste Disco von uns bei denen auf Saal das gleiche. Den Kloppern haben wir unmißverständlich Bescheid gegeben, das wir die "Anderen " sind und das nicht mögen. Endergebnis: Bei uns Ruhe und bei den Städtischen Ramba Zamba. Wohlgemerkt das gleiche Publikum.

Nach de Motto...Du hast ein Glas Bier umgeworfen und dafuer darf die "Ordnungsgruppe"Dir das Knie oder Kinn zerschlagen,das war meiner Meinung in den 80igern vorbei..so gings eben nicht mehr!
So ging das bei uns in der Provinz nie! Erst mal die Jungs und Mädels verbal vom Baum holen und nur wenn sie selbst handgreiflich wurden gabs dementsprechende "Sanktionen". (Hmm "Weiberklopperein" das wäre ja schon ein eigener Thread wert)

Daran hatten die mir bekannten erfahrenen Leute aus der "Klubszene"kein Interesse,von den Veranstaltungsleitern...die ich kenne waren die meissten bemueht den Ball der Gewalt schoen flach zu halten.
Stimmt!! Je Ruhiger umso besser.

Das war dann auch einfacher den "Jungs"mal klar zu machen was ein Hausfriedensbruch ist,wenn dann doch mit Gewalt ins Haus....
Solche Nummern kamen dann viel besser als "Schlaegerein"....

SCHON SCHON! Wenn aber so ein Typ schlagend und randalierend durch den Saal zieht bleibt dir nicht anderes übrig als "robust zu Intervenieren" Dem juckt der erhobene Zeigefinger mit DU DU und Androhung vom Hausverbot in dem Moment garnicht.
Mit anderen Worten wir haben immer auf Verhälnissmäßigkeit geachtet.

Eine rote Armbinde mit der Aufschrift Ordnungsgruppe der FDJ...bleibe bei meiner Meinung,war die abendliche "Startmelodie"fuer moeglichen Krawall....
Die hatten die Wahl! Uns zu Akzeptieren oder selbst die Veranstaltungen zu organisieren. Was dann geworden wäre kannste dir ja vorstellen. In der Provinz gabs nicht soviel Ausweich/Auswahlmöglichkeiten.

Gruß
Moreau


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#28

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 25.05.2013 20:59
von Boelleronkel (gelöscht)
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Nabend Moreau...

Ich glaubs Dir ja und Du stehst im "Stoff"....
Was den Mix zweier Rechtstraeger betrifft...also Gaststaette(Konsum HO vielleicht auch privat) und Jugendklub,das war immer ein Problem.
Da geb ich Dir voll Recht...einerseits haben die Wirte der Konsum oder HO Gaststaette die 5 DDR Mark (pro Stuhl) fuer die Durchfuehrung von Tanzveranstaltungen gerne genommen,andererseits hatten es doch Einige schwer sich dann der gemeinsamen Durchfuehrung in Sachen Verantwortlichkeit zu stellen.
Ich will nicht alle ueber einen Kamm scheren,aber oft wars so,das der Wirt/die Wirtin meinte,die Veranstaltung habe ich nicht ANGEMELDET,das ist Sache z.B. des Jugendklubs.
Das die Stoerenfriede oftmals auch unter der Woche die "Besten Bierkunden"des Wirtes waren und man an den Umsatz dachte ist schon klar.

Was den letzten Teil "Deiner Aussage"betrifft.....

Die hatten die Wahl,entweder einer gewissen Ordnung folgen oder selbst eine Veranstaltung anmelden.....

Das war eben nicht so einfach(abgesehen mal davon,die Krawallbrueder haetten nie eine Veranstaltungsgenehmigung bekommen....ja ich weiss,andererseits haetten die auch nie den Aufwand betrieben so Etwas zu organisieren....(schon klar),da wars schon einfacher sich hinzusetzen und nu unterhaltet mich mal....

1992 hatte ich die Gelegenheit mit einem Hauptmann des VPKA unter anderem verantwortlich Veranstaltungswesen und deren Genehmigung zu "plauschen" eigentlich wollte ichs nur bestaetigt haben.....
Er meinte doch glatt(anders kannte ich den Mann auch nie)...
Du glaubst doch nicht,das ich den "Assis und Rowdys" je eine Genehmigung ausgestellt haette!

Tjo...lustige Jugendzeit inne DDR

Gruessli BO

P.S. Duerfte ich noch erfahren wo "Deine Provinz in etwa gelegen hat?

Thanks


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#29

RE: Jugendkrawalle am Berliner Alexanderplatz 1977

in Mythos DDR und Grenze 09.06.2013 00:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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War es wirklich nur die Rettungsschneise, die freigeknüppelt werden musste?

Die totale Überwachung

LG von der grenzgaengerin


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