#41

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 21:03
von Ex-Huf (gelöscht)
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Nicht ganz unaufgefordert, möchte ich hier auch meine, allerdings unmaßgebliche Meinung äußern:

Voranbemerkt habe ich allerdings überhaupt keine Ahnung über die klinischen Studien westlicher Pharmakonzerne in der DDR. 1986 begann ich meine Facharztausbildung zum Chirurgen an einem rennomierten Kreiskrankenhaus, weitab jeder Uni oder jeden Bezirkskrankenhauses.
Ich lehne mich insofern weit aus dem Fenster, dass ich einfach mal behaupte, dass es "Versuche an Menschen" auch in der DDR nicht gegeben hat! Wir hatten eindeutige und allseits bekannte gesetzliche Vorschriften zum Umgang mit Medikamenten, die von sich aus keinerlei Freiraum für illegale Experimente zugelassen hätten!
Wenn denn nun ein westdeutscher Pharmakonzern in der DDR Medikamente in klinischen Studien bzw. Anwendungsbeobachtungen angestrebt hat, wäre dies mit Sicherheit nicht ohne fachliche Prüfung von Fachleuten der DDR geschehen, ohne primäres Zutun der Stasi oder sonstwem.
Vielmehr halte ich es für denkbar, dass Fachleute beider Seiten daran interessiert waren, in möglichst kurzer Zeit medizinisch drängende wiisenschaftlich interessante Fragen, gemeinschaftlich zu prüfen, mit dem Ziel, dass das Gesundheitswesen der DDR seine Wirkung als moderne Einrichtung der DDR weltweit zu bestehen, den Pharmakonzernen der BRD einen allerdings beschränkten Zugang zum Markt DDR zu bieten und letztendlich alibihaft entspannungswürdige Aktivitäten ihren Verbündeten zu erklären?

Hier wird medienwirksam geheuchelt, davon bin ich überzeugt, selbst, wenn es Beweise für unwürdige Vorgehensweisen gab?

Nachsatz: In unserem Lande gibt es keinerlei Studien über die Wirksamkeit an Säuglingen und Kindern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr, und auch nicht im, ich müßte jetzt lügen, höheren Lebensalter...?

Die DDR war für die Konzerne der BRD so interessant, weil bedingt durch die allseits bekannten zentralistischen Strukturen ein Durchstellen von Informationen auf den vorgegebenn Wegen stets gewährleistet war.

Dies sind meine Gedanken zum Thema und zur allgemeinen Beruhigung, oder glaubt hier jemand ernsthaft, ein normaler Arzt in der DDR hätte einem Menschen bewusst schädliche Substanzen verordnet?

Übrigens ist der Vergleich mit ethischen ärztlichen Entgleisungen von Ärzten unter Hitler völlig deplaziert!


Ex-Huf


PF75, SCORN, DoreHolm, Gert, Damals87, Pitti53, furry und Küchenbulle 79 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#42

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 21:42
von Ex-Huf (gelöscht)
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Übrigens gibt es viele Belege, wie Mediziner aus beiden deutschen Staaten nahezu politisch unabhängig von der "Großwetterlage" vortrefflich miteinander agierten, nachzulesen in den Tiefen dieses Forums...

VG Ex-Huf


Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#43

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 21:45
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hat jemand heute Tagesschau gesehen?

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1305072.html

Ich fand schon ziemlich herbe von der Art der Berichterstattung. Jetzt überlegt bestimmt jeder, was er in den 80-ern für Blutdruckmittel bekommen hat.

LG von der grenzgaengerin


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#44

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 22:05
von damals wars | 12.186 Beiträge

Das Blutdruckmedikament gibt es heute noch, ich bin ein täglicher Anwender.

Ansonsten gab es in der DDR viele, die sich freiwillig solchen Experimenten unterzogen.
Und sich Medikamente aus dem Westen besorgten. Die waren bei uns nicht zugelassen, wurden aber von Ärzten empfohlen .


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#45

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 22:45
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #43
Hat jemand heute Tagesschau gesehen?

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video1305072.html

Ich fand schon ziemlich herbe von der Art der Berichterstattung. Jetzt überlegt bestimmt jeder, was er in den 80-ern für Blutdruckmittel bekommen hat.

LG von der grenzgaengerin




Da bin ich mal gespannt, wieviel Tausend sich dann eine Begründung zurechtlegen, damit sie eine Entschädigung einfordern können. Wenn sich nachweislich durch die Tests eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergab, was wohl schon sehr selten gewesen sein wird, wäre das ja noch in Ordnung, aber nur dann. Der Nachweis dafür dürfte äußerst schwierig und wohl nur in Einzelfällen möglich sein. Wenn ein Raucher am Krebs stirbt, ist noch lange nicht erwiesen, daß wirklich der Tabak die eigentliche Ursache war und nicht genetische Vorprägung oder andere äußere Einflüsse.



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#46

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 13.05.2013 23:16
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #45


Da bin ich mal gespannt, wieviel Tausend sich dann eine Begründung zurechtlegen, damit sie eine Entschädigung einfordern können. Wenn sich nachweislich durch die Tests eine dauerhafte Verschlechterung des Gesundheitszustandes ergab, was wohl schon sehr selten gewesen sein wird, wäre das ja noch in Ordnung, aber nur dann. Der Nachweis dafür dürfte äußerst schwierig und wohl nur in Einzelfällen möglich sein. Wenn ein Raucher am Krebs stirbt, ist noch lange nicht erwiesen, daß wirklich der Tabak die eigentliche Ursache war und nicht genetische Vorprägung oder andere äußere Einflüsse.


Das erinnert mich stark an die Doping - Diskussion Wurde da nicht auch eine Opfer-Rente/ Entschädigung gefordert? Ist diese Diskussion im Sande verlaufen oder bewegt sich das was?

LG von grenzgaengerin


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#47

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 14.05.2013 10:53
von Gelöschtes Mitglied
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Im Moment geistert durch die Medien die Aussage, nach der die Behörden der DDR, mit denen die Testreihen verbeinart wurden, peinlich genau darauf geachtet haben, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Probanden und Pharmaherstellern gab.

Ich war nicht dabei und kann deshalb den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht prüfen. Wenn das aber so war, wirft es ein neues Licht auf die "Verantwortung" der Pharmafirmen.


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#48

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 14.05.2013 12:28
von DoreHolm | 7.703 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #47
Im Moment geistert durch die Medien die Aussage, nach der die Behörden der DDR, mit denen die Testreihen verbeinart wurden, peinlich genau darauf geachtet haben, dass es keinen direkten Kontakt zwischen Probanden und Pharmaherstellern gab.

Ich war nicht dabei und kann deshalb den Wahrheitsgehalt dieser Aussage nicht prüfen. Wenn das aber so war, wirft es ein neues Licht auf die "Verantwortung" der Pharmafirmen.




Nun, warum sollten die Probanten einen direkten Kontakt zu den Herstellern der zu testenden Medikamente haben ? War bei mir auch nicht. Der Kontakt war durch die mich behandelnden Ärzte des Forschungsinstitutes in Erfurt gegeben. Mit einem Kontakt zum Hersteller hätte ich nichts anzufangen gewußt und die hätten mir auch nichts Neues gesagt.



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#49

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 14.05.2013 12:34
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.


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#50

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 14.05.2013 13:26
von Vogtländer (gelöscht)
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Ich hatte früher keinen direkten Kontakt zu Pharmakonzernen (jetzt mal die Produkte ausgeklammert) und heute auch nicht.Wie der Großteil von uns.Hauptsache die Medikamente helfen so,wie sie sollen!
Also was soll der Quatsch?

Edit:Großschreibung und r vergessen,ich werde jetzt doch alt!


Küchenbulle 79 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.05.2013 19:33 | nach oben springen

#51

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 14.05.2013 13:41
von Polter (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.




Die Frage als solche, dies stellt doch niemand hier in Abrede, ist berechtigt.
Eine Frage, die zuvor jedoch gestellt werden muß, ist nach meiner Meinung die, ob irgendwelche DDR - Bestimmungen verletzt wurden!
Mit anderen Worten: Entsprachen die Testreihen, den damals geltenden Recht? Welche Normen wurden verletzt? War eine Zustimmung des
Patienten überhaupt erforderlich?
Bevor die moralische Keule geschwungen wird, abwarten der Ergebnisse der Untersuchungen!
Patientenverfügungen, schriftliche Behandlungspläne/Behandlungsvereinbahrungen, schriftliche Belehrungen über Risiken der OP usw. waren die in der DDR üblich? Ich denke nicht! Mein Hausarzt praktizierte schon zu DDR Zeiten. Nach seinen Bemerkungen hat sich die Rolle des Arztes verändert. Er klärt auf und der Patient entscheidet. Zu DDR - Zeiten wurde von ärztlichen Verordnungen gesprochen, die der Patient zu
befolgen hatte.


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#52

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 15.05.2013 01:16
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #48


Nun, warum sollten die Probanten einen direkten Kontakt zu den Herstellern der zu testenden Medikamente haben ? War bei mir auch nicht. Der Kontakt war durch die mich behandelnden Ärzte des Forschungsinstitutes in Erfurt gegeben. Mit einem Kontakt zum Hersteller hätte ich nichts anzufangen gewußt und die hätten mir auch nichts Neues gesagt.



Aber das ist doch genau der Kernpunkt der Diskussion: Kein Kontakt von Dir zu den Herstellern bedeutet auch kein Kontakt von den Herstellern zu Dir. Woher sollten die also wissen, ob Du über Chancen und Risiken aufgeklärt wurdest, ob Du wusstest, dass Du ein Testkaninchen warst? Wenn überhaupt bekamen die Pharmakonzerne doch nur Informationen aus 2. oder 2. Hand - und über die Wahrheitswahrscheinlichkeit solcher Angaben können wir trefflich streiten. Oder auch nicht.

Das Bild der skrupellosen und geldgierigen Pharmakonzerne des Westens, die hemmungslos und ohne jede Moral arme, unschuldige und vor allen Dingen unwissende DDR-Bürger für ihre Testreihen missbraucht haben, hat jedenfalls ziemliche Risse bekommen.
.


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#53

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 15.05.2013 06:49
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #49
Ich verstehe den Verlauf dieser Diskussion nicht.
Ob die Westmedikamente gut waren, harmlos waren,die Probanten gerne was aus dem Westen genommen haben , ob die Pharmafirma direkt mit den Probanden zu tun hatte. Und sonst noch was.
Ist doch sowas von egal.
Einzig und allein ist doch relevant ob die Probanten auch wußten das sie Probanten sind ,aufgeklärt wurden und ihr Einverständniss zu diesen Tests gegeben haben.



Ein Staat hat sich angeboten gegen finanzielle Mittel seine Bürger als Versuchstiere einzusetzen. Die Pharmaindustrie des Kapitalismus hatte wohl mehr für seine Mitmenschen übrig .

ratata


zuletzt bearbeitet 15.05.2013 06:51 | nach oben springen

#54

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 15.05.2013 07:59
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@ratata, Du scheinst genau zu wissen wie damals und heute klinische Studien von Medikamenten ablaufen, also Organisation und Logistik.
Wäre doch schön wenn Du alle hier im Forum an Deinem Wissen teilhaben lässt.

Wenn Du unter "Mitmenschen" für die die Pharmaindustrie des Kapitalismus etwas übrig hat/hatte, deren Aktionäre meinst könnte ich Deinem Gedanken eventuell näher treten.
Konzerne und deren Aktionäre interessiert einzig und allein was in der Kasse klingelt und um das zu kaschieren lassen sie gerne die Geschichte vom humanen, menschelnden und sich um alles kümmernden, philanthropischen Kapitalisten erzählen.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#55

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 15.05.2013 10:01
von damals wars | 12.186 Beiträge

Wieviel die Kapitalisten für ihre "Versuchstiere" übrig haben, kann man im Buch "Ganz unten" von Wallraff nachlesen.

Und Klinikpatienten sind keine Tiere! Ich habe mich nicht als Tier gefühlt.
Und weiß auch nicht, was bei "meiner Studie" rausgekommen ist.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#56

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 15.05.2013 10:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von damals wars im Beitrag #55
Wieviel die Kapitalisten für ihre "Versuchstiere" übrig haben, kann man im Buch "Ganz unten" von Wallraff nachlesen.



Ein guter Hinweis: Ich habe mir "Ganz unten" im Jahr des Erscheinens, 1985, gekauft und gelesen. Es liegt jetzt neben mir und ich werde es mir nochmals zu Gemüte führen - einfach nur, um zu sehen, ob und was sich in den vergangenen fast 28 Jahren geändert hat.


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#57

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 16.05.2013 08:26
von Polter (gelöscht)
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Lesestoff zum Nachdenken:

http://www.jungewelt.de/2013/05-16/022.php

" »Geständnis«: »Es ist zu begrüßen, wenn Massenmedien dem Problem der Arzneimittelprüfung Beachtung schenken, insbesondere, wenn das Interesse der Öffentlichkeit sich auf tatsächliche oder vermutete Verstöße gegen diese Regeln richtet. Daß manche Publikationen – von naturgemäß fachlich weniger Erfahrenen – über das Ziel hinausschießen und daß aktuelle Zeitumstände das Bild beeinflussen, ist erklärlich. Deshalb wurde bei der Durchführung der Untersuchung und der Auswertung der Materialien besonders sorgfältig vorgegangen, um die Tatbestände unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen und Hintergründe vorurteilsfrei zu bewerten. (…) Die der Kommission vermittelten Informationen bieten keinen Anhalt dafür, daß bei klinischen Arzneimittelprüfungen in der ehemaligen DDR grundlegend andere Maßstäbe oder Vorgehensweisen als in der alten Bundesrepublik zur Anwendung kamen.« Deutlicher hatte man die Kritik an den Medien nicht formulieren können.

Weiter kann man lesen, wenn man will:
Wie das war mit den Devisen. Wie das war mit den Beziehungen Pharmakonzern, Arzt, Patient ! Man muß es nicht lesen, dann kann man weiter rumsülzen ! Als Fachmann natürlich für Blödsinn, DDR - Unrecht und Antikommunismus.

http://www.jungewelt.de/2013/05-16/023.php

Unsere Bundesregierung prüft nun die finanzielle Beteiligung an dem Forschungsprojekt ! Hoffentlich arbeiten alle Beteiligten verantwortungsbewußt mit.
" Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands der forschenden Arzneimittelhersteller, erklärte dagegen: »In der DDR entsprachen die Standards für klinische Studien nach unserem Erkenntnisstand dem damals Üblichen: Das DDR-Recht machte Vorgaben für die Durchführung klinischer Prüfungen, die mit denen westlicher Staaten und auch der USA vergleichbar waren.« Die Standards seien in der Praxis auch eingehalten worden. Zudem seien viele Studien unter gleichen Bedingungen parallel in westlichen Ländern durchgeführt worden. "

Derweil die Untersuchungen, die neuerlichen Untersuchungen keine Ergebnisse haben, kann man ja trotzdem.....

"Die mediale Desinformation kennt derweil keine Grenzen: Die Nachrichtenagentur Reuters meldete am Dienstag abend in bester Kurier-Manier, »an 30 Frühchen sollen an der Charité zudem Tests mit Dopingmitteln gemacht worden sein«. Bestenfalls richtig ist, daß das Hormon Erythropoetin getestet wurde. Dieses ist als Wachstumsfaktor für die Bildung roter Blutkörperchen von Bedeutung, mittlerweile aber vor allem als Dopingmittel »Epo« im Profi­sport berüchtigt. Blutarme Frühgeborene werden bis heute mit dem Hormon behandelt. Eine Langzeitstudie am Kinderkrankenhaus auf der Bult, Hannover, zeigte 2010, daß »Epo« bei extrem früh Geborenen vor Hirnblutungen schützen kann. "

Mal schauen, wie es weitergeht.


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#58

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 16.05.2013 09:04
von Gelöschtes Mitglied
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Bereits vor 3 Jahren sendete der MDR in seiner Sendung "EXAKT" über dieses Thema , DDR -Bürger wurden zu Testzwecken mistbrauch .
Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .
Die DDR erhielt damals so 2,6Mill. DM ,für die Durchführung aller Testreihen .Auch kam ein damaliger Arzt zu Wort , welcher die verantwortlichen Stellen der DDR- Regierung nannte .
Es gibt für die User eine Seite im Internet " Sendung verpasst " mal reinschauen .

Wieso muß es in unseren Medienlandschaft so lange dauern, bis solch ein explosives Thema ans Tageslicht kommt.
Gestern Abend sendete der MDR nochmals diesen Beitrag bei EXAKT, ratata


zuletzt bearbeitet 16.05.2013 09:14 | nach oben springen

#59

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 16.05.2013 09:15
von Polter (gelöscht)
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Zitat von ratata im Beitrag #58
Bereits vor 3 Jahren sendete der MDR in seiner Sendung "EXAKT" über dieses Thema , DDR -Bürger wurden zu Testzwecken mistbrauch .
Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .
Die DDR erhielt damals so 2,6Mill. DM ,für die Durchführung aller Testreihen .Auch kam ein damaliger Arzt zu Wort , welcher die verantwortlichen Stellen der DDR- Regierung nannte .
Es gibt für die User eine Seite im Internet " Sendung verpasst " mal reinschauen .

Wieso muß es in unseren Medienlandschaft so lange dauern, bis solch ein explosives Thema ans Tageslicht kommt.
Gestern Abend sendete der MDR nochmals diesen Beitrag bei EXAKT, ratata



ohje !!


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#60

RE: DDR als Testfeld westlicher Pharmariesen?

in DDR Politik Presse 16.05.2013 10:10
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ratata im Beitrag #58

Hier ging es um den Sterbefall eines Patienten ,der mit dem Medikament Ramipril behandelt wurde . Die Frau des Verstorbenen hat dieses Medikament aufgehoben und es zum Überprüfen dem MDR zur Verfügung gestellt . Da wurde recherchiert ,das es nur ein sogenanntes Scheinmedikament war , welche keine bestimmten Wirkstoffe enthielt .



Ja, schon klar: Die Pharmakonzerne nehmen den Tod von Menschen achselzuckend zur Kenntnis, als eine Art von Kollateralschaden.

In einem der Beiträge hier wurde mal und zu Recht erwähnt, dass in solchen Testreihen eine Vergleichsgruppe Placebos erhält, um die Wirksamkeit des Medikamtents zu prüfen. Ein übliches Verfahren, soweit mir bekannt ist. Der Verfasser des Beitrags hier meinte sogar, dass eine faire Chance bestehen würde, eben nur die wirkungslosen Medikamente verabreicht zu bekommen (sinngemäß zitiert).

Ramipril kenne ich ziemlich gut: Ich nehme es jeden Morgen. Es handelt sich um ein blutdrucksenkendes Mittel (das allerdings manchmal versagt, wenn ich den einen oder anderen Beitrag hier lese).

An einem Medikamententest habe ich bis jetzt nicht teilgenommen, weiß aber von einem Bekannten, dass die medizinische Betreuung während dieser Phase ausgesprochen intensiv ist - und zwar für die gesamte Gruppe, unabhängig davon, ob sie die Wirkstoffe verabreicht bekommen oder nicht. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass auch die untersuchenden DDR-Ärzte keine gewissenlosen Schurken waren, die einen Probanden sehenden Auges in den Tod geschickt haben.

Und nochmals: Das forschende Unternehmen hatte keinen direkten Kontakt zu den Probanden, es bekam nur zeitversetzte Ergebnisse. Woher hätten die also wissen sollen, dass bei einem Teilnehmer der Blutdruck "entgleist" ist? Zumal meines Wissens nach ein erhöhter Blutdruck nicht unmittelbar zum Tod führt, aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

Aber es passt ja so schön ins Bild: Hier der skrupellose Konzern, dort der arme und unwissende Bürger.

In der Polit-Satire "Extra3" mit Christian Ehring vom 15.05. wurde der angebliche "investigative Journalismus" auf die Schippe genommen: Obwohl satirisch (leicht) überhöht kam mir die Machart solcher TV-Sendungen mehr als bekannt vor. Wer die Sendung verpasst hat: http://www.ardmediathek.de/ndr-fernsehen...mentId=14711108 - es lohnt sich.


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