#1

Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 00:50
von Schlutup | 4.104 Beiträge

moin moin,
ich war letzte Woche mal gerade 15 Minuten im ehemaligen Sperrgebiet und hatte sofort 2 neue Freunde(Zecken) am Körper
Wie sah das eigentlich bei euch im Grenzdienst aus? Ihr müsstet doch eigentlich voll davon nach 8 Stunden gewesen sein
Oder war das vor 30 Jahren anders im Wald.

Gruß von der Ostsee Schlutup



nach oben springen

#2

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 00:58
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Hallo Schlutup,

bei den Uniformen, die wir trugen, waren Zecken eher unwahrscheinlich. Mir ist im Moment aus meiner Dienstzeit kein solcher Fall bekannt. Kann natürlich sein, dass diese Sachen vor uns als Kompanieführung geheim gehalten wurden, denn es bedeutete ja, dass man gegen Vorschriften verstoßen haben musste, wenn irgendeine Zecke irgendwo am Körper andocken konnte.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schlutup und gammel1964 haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 01:29
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #2
Hallo Schlutup,

bei den Uniformen, die wir trugen, waren Zecken eher unwahrscheinlich. Mir ist im Moment aus meiner Dienstzeit kein solcher Fall bekannt. Kann natürlich sein, dass diese Sachen vor uns als Kompanieführung geheim gehalten wurden, denn es bedeutete ja, dass man gegen Vorschriften verstoßen haben musste, wenn irgendeine Zecke irgendwo am Körper andocken konnte.

ciao Rainman

ich meine zeckenbefall hat eher nichts mit einer anzugsform zu tun !
diese tierchen finden auch den kleinsten 'zugang' zum blut !! vielleicht sind es aber auch die 'umweltsünden' der dominierenden 'spezis' dieses planeten die diese 'schmarotzer' mehr denn je auf den plan ruft ??
ich hatte damals trotz stundenlangen liegens auf der wiese nie eine zecke !!
würde es aber heut zu tage nicht mehr drauf ankommen lassen !!!



nach oben springen

#4

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 06:55
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

ich meine zeckenbefall hat eher nichts mit einer anzugsform zu tun ! @frank

Zeckenbefall hat sehr wohl etwas mit der Anzugsordnung zu tun.Die Krabbler brauchen die Wärme der Haut,und das vor allem an Füßen und Beinen.
Barfuß und mit kurzer Hose ist bei uns niemand durch den Wald oder über Wiesen gelatscht.

Damals,also ende der 70er hat man eigentlich auch nichts davon gehört,ich kann mich jedenfalls nicht Erinnern. Vieleicht waren die damals auch noch nicht so Böse

Heute kann man sich Teilweise davor schützen,teilweise deshalb weil einige Zecken die Boroliose Verursachen,und dafür gibt es keine Schutzimpfung.
Für den anderen Teil die FSME (Frühsommer Meningho Enzephalitis ) gibt es eine Impfung.
3x in Abständen von 4 Wochen,und dann alle 5 Jahre.


nach oben springen

#5

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 07:58
von wolfgang47 | 12 Beiträge

Zecken dieser Art kannten wir 72 noch nicht so,wir kannten große Zecken!!



nach oben springen

#6

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 08:02
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Gab es für die auch eine Schutzimpfung ?


nach oben springen

#7

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 08:20
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Mit den Zecken ist schon auffällig. Entweder hat man vor der Wende nicht das Problembewusstein gehabt, oder sie haben sich in den letzten 20 Jahren wirklich vermehrt,

Als meine Kinder in den 80-ern ins Ferienlager fuhren, habe ich mir überhaupt keine Gedanken gemacht. Ja, Zecken kannte man, aber die gehörten zum Wald genauso dazu, wie die Tollwutgefahr bei Wildtieren.

Nach der Wende, begann eine Hysterie unter den Müttern, die soweit ging, dass bei Elternversammlungen stundenlang vor Klassenfahrten diskutiert wurde, wie man das Programm gestalten kann, damit die Kinder nicht unnötig den Biestern ausgesetzt werden.

Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass Angst vor jedem und allem geschürt wird. Und wirkliche Gefahren werden überhört, weil die Menschen mit ihren persönlichen Ängsten und ihrem Schutz beschäftigt sind.

LG von der grenzgaengerin


Feliks D., HHausen88 und furry haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 08:40
von gammel1964 | 15 Beiträge

ihr habt einen Wissendurst und Probleme

Ich habe trotz tagelangem "Dauer-Aufklärungsliegen" an der Grenze NIE ne tierliche Zecke abbekommen. Mich konnte man nicht so einfach aussaugen

Spaß Beseite, auch in der heutigen Zeit bekomme ich keine Zecke ab. Die Tierchen sind aber vllt. auch wählerisch !!!



maxhelmut hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.05.2013 08:41 | nach oben springen

#9

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 08:42
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Laut Tante Google war es den Zecken in der DDR wohl zu kalt:
http://www.zecken.de/?id=571
und wurde auch nicht von Dr. Siegfried Sommer erwähnt.
http://www.zvab.com/displayBookDetails.d...d=199017045&b=1
Theo


nach oben springen

#10

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 08:52
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Laut Tante Google war es den Zecken in der DDR wohl zu kalt:
http://www.zecken.de/?id=571
und wurde auch nicht von Dr. Siegfried Sommer erwähnt.
http://www.zvab.com/displayBookDetails.d...d=199017045&b=1
Theo


Nicht nur zu kalt Theo! Inzwischen ist doch bekannt das in der DDR gehungert wurde und was wollten Zecken in einem Land wo es nix zu beißen gibt .....

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Bugsy hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#11

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:14
von eisenringtheo | 9.180 Beiträge

Also doch kein Staatsbioterrorismus der USA wie beim Kartoffelkäfer
http://en.wikipedia.org/wiki/Entomologic...e#United_States
Weil die DDR und weite Teile der SU aber für die Gelbfiebermoskitos zu kalt war, blieb nur der Kartoffelkäfer..
http://en.wikipedia.org/wiki/Entomologic...e#United_States
Leidtragende war die US-amerikanische Bevölkerung, an der man heimlich die Bisskapazität getestet hat (wenn es stimmt, was in Wiki steht...)
http://en.wikipedia.org/wiki/Entomologic...e#United_States
Theo


nach oben springen

#12

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:24
von EK78GR24 | 50 Beiträge

Wie schon oben erwähnt, spielt die Anzugsordnung eine Rolle, ob man sich die Tierchen eingefangen hat oder nicht. Obwohl wir damals bei großer Hitze usw., ziemlich freizügig "aufgetreten" sind, hatte ich zumindest nicht eine einzige. Auch kann ich mich jetzt nicht erinnern, das Zecken in unserer Kompanie ein Thema waren.
Eher spielten Mücken und ahnliche Flugobjete eine größere Rolle, wo dann entsprechende Spays in der MHO gekauft wurden und den Geldbeutel ganz schön strapazierten. Und wie es immer so ist, gab es bei uns auch jemanden, der sich mit der Abwehr von solchem Getier beschäftigte.
Knoblauchwasser war die Lösung !
Ein Sud aus Knoblauchzehen und Wasser. Stehen lassen drei Tage und dann mit dem Zeug betreffende Stellen oder Körperpartien einreiben, wo ein Angriff zu erwarten war...............
Letztlich haben wir gestunken wie die Ratze, aber so richtig geholfen hat weder ein Spray noch unser Knoblauchwasser.
Auch war zu dieser Zeit der Bärenklau (Stalins Rache) kein allzugroßes Thema. Klar gabs den da auch schon und man hat einen großen Bogen drum gemacht. Aber ich denke er war zu dieser Zeit nicht so vertreten, wie in der heutigen Zeit, wo er ganze Landstriche verseucht.
Was zu unserer Zeit noch ein Prob war, waren Ratten und ähnliches Getier.


nach oben springen

#13

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:33
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #10
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Laut Tante Google war es den Zecken in der DDR wohl zu kalt:
http://www.zecken.de/?id=571
und wurde auch nicht von Dr. Siegfried Sommer erwähnt.
http://www.zvab.com/displayBookDetails.d...d=199017045&b=1
Theo


Nicht nur zu kalt Theo! Inzwischen ist doch bekannt das in der DDR gehungert wurde und was wollten Zecken in einem Land wo es nix zu beißen gibt .....

Gruß
Nostalgiker


Ich finde das Thema gar nicht so Lustig.Es kann nur jemand darüber Lachen,welcher noch keinen an Boroliose erkrankten gesehen hat.


maxhelmut hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#14

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:40
von Pit 59 | 10.153 Beiträge

Entschuldigung die korrekte Schreibweise ist Borreliose.


nach oben springen

#15

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:47
von maxhelmut | 614 Beiträge

es gab doch eine Impfung in der GK
die muß gegen alles gewesen sein
ich kann mich nicht erinnern das jemand eine Erkältung oder irgend etwas anderes gehabt hat

gruß maxhelmut
>ein Grenzer schläft nicht,er ruht<


nach oben springen

#16

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 09:48
von Mike59 | 7.978 Beiträge

Zitat von wolfgang47 im Beitrag #5
Zecken dieser Art kannten wir 72 noch nicht so,wir kannten große Zecken!!



Stimmt mit den Großen Zecken *gr*.
Eine Zweckenplage wie sie es jetzt gibt, haben wir so nicht gekannt.

"Könnte ja schreiben früher war alles besser, da waren die ganzen Zecken noch im Westen." *gelächter*


nach oben springen

#17

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 10:00
von EK78GR24 | 50 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #16
Zitat von wolfgang47 im Beitrag #5
Zecken dieser Art kannten wir 72 noch nicht so,wir kannten große Zecken!!



Stimmt mit den Großen Zecken *gr*.
"Eine Zweckenplage wie sie es jetzt gibt, haben wir so nicht gekannt."

"Könnte ja schreiben früher war alles besser, da waren die ganzen Zecken noch im Westen." *gelächter*


Das würde ich auch so sehen.
Wenn ich die letzten Jahre zurück überlege, hatte ich doch etliche Zecken, die ich mir zum Teil auch ärztlich entfernen lassen mußte.
Und unter Garantie hab ich auch heute wieder eine, wenn ich mich ins Gras setze oder durch den Wald streife.
Ich denke auch das dass Blut jedes einzelnen auch eine entscheidende Rolle spielt, ob man befallen wird oder nicht.


nach oben springen

#18

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 10:25
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zecken wohl weniger, aber Mücken konnten zur Plage werden. Doch in diesem Falle konnte man auf die "gute alte" Karo zurückgreifen!

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
nach oben springen

#19

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 11:06
von Zaunkönig | 624 Beiträge

An Zecken in der ländlichen Gegend kann ich mich noch gut erinnern. Ich war 1973 in Heinrichswalde in der Nähe von Pasewalk in Urlaub und bin dort mit meinen Kinderchen durch die Landschaft gestreift. Beim Essen in Rothemühl sah ich bei meiner Jüngsten (1 1/2 Jahre) hinter dem Ohr eins von diesen Biestern. Bei der Gemeindeschwester gegenüber vom Gasthof sofort entfernen lassen. Abends bei mir unter dem Arm in der Achselhöhle auch so'n Vieh entdeckt, schon dick und rund und vollgesaugt. Morgens wars dann weg.
Zum Ende des Urlaubs beim Warten auf den Zug in Jatznick auf 'ne Grünfläche neben dem Bahnhof setzen wollen, aber die haben wir fluchtartig verlassen -- voll mit diesen unangenehmen Tierchen. Es krabbelte und wimmelte dort im Gras nur so von ihnen. Nee nee, waren keine Ameisen, richtig schöne Zecken, zwar noch klein aber seeeehr lebendig. Haben uns davon aber zum Glück keine mehr eingefangen.
Peter, der Zaunkönig; zu dieser Zeit schon Matrose der DSR


März 1959 bis Mai 1962 an der Grenze in Berlin vom Norden bis an die Stresemannstraße
nach oben springen

#20

RE: Zecken im Grenzeralltag

in Grenztruppen der DDR 10.05.2013 14:28
von Bugsy | 454 Beiträge

Ich kann mich auch nicht erinnern, dass Zecken für uns "auf der anderen Seite des Zauns" ein Problem waren. Die Mücken hingegen waren eine echte Plage. Aber zum Glück hatten wir immer unsere Waffen dabei. Das klingt vielleicht ein bisschen abwegig, aber wer als Soldat eine Waffe hat, braucht auch Waffenöl dazu. Das Waffenöl, das wir benutzten kam aus Skandinavien, nur an den Namen kann ich mich nicht mehr erinnern. Wir schmierten uns das Zeug ins Gesicht und siehe da, keine Mückenstiche. Eine wunderbare Sache!

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
nach oben springen


Ähnliche Themen Antworten/Neu Letzter Beitrag⁄Zugriffe
Wendezeit an der Berliner Grenze
Erstellt im Forum Grenztruppen der DDR von PKE
16 28.09.2016 17:59goto
von Zkom IV • Zugriffe: 1041
Grenzeralltag
Erstellt im Forum Mein Leben als DDR Grenzsoldat von Hans55
94 14.12.2013 03:38goto
von hundemuchtel 88 0,5 • Zugriffe: 4549

Besucher
24 Mitglieder und 62 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 1385 Gäste und 114 Mitglieder, gestern 3936 Gäste und 179 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14372 Themen und 558414 Beiträge.

Heute waren 114 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen