#1

Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 16:34
von Grenzerei | 40 Beiträge

Würde mich mal interessieren, was mit den Offz, Fähnrichen und BUs nach Ablauf der regulären Dienstzeit passierte, blieben die weiter bei der Truppe oder welche Wege wurden beschritten? Und wurde die Studienzeit mitgezählt oder erst ab dem Zeitpunkt der Ernennung ?


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#2

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 19:10
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Hallo Grenzerei,

zunächst zum letzten Teil Deiner Fragen: Für die Dienstzeit zählte in der Regel der Tag der Einberufung, es sei denn, in einer Verpflichtungserklärung wurde etwas anderes vereinbart. Bei meiner Einberufung am 05.06.1979 wären meine 25 Jahre am 04.06.2004 24:00 Uhr um gewesen. Die Modalitäten des Übergangs in ein ordentliches Berufsleben wurden bei Berufssoldaten i.d.R. mit dem Offizier oder Oberoffizier für Kader abgestimmt. Bei der Berufswahl wurde durch diesen auch dann unterstützt, wenn der Betreffende in der Region bleiben wollte. Dabei wurden, wenn ich mich recht entsinne, folgende Qualifikationsstufen anerkannt: Berufsunteroffizier = Meister, Fähnrich = Fachschulabschluss, Berufsoffizier = Fachhochschule, falls kein Diplom o.ä.m. vorlag. Viele, die ich kannte, nahmen das Angebot ihrer Dienststelle an und wurden Zivilbeschäftigte. Da fand sich ein ehemaliger Oberstleutnant als Sachbearbeiter, ein Hauptmann als Kraftfahrer, ein Stabsfeldwebel und Küchenleiter in seiner alten Küche als Koch wieder. Ein alter Zugführer von mir, ein arger Schluckspecht, wurde Sicherheitsinspekteur in einer regionalen Brauerei. Es gab auch die Möglichkeit, "aufzukohlen", sich "einen Nachschlag zu holen. BU's konnten Fähnrichlehrgänge besuchen und Fähnriche konnten Offizierslehrgänge besuchen. Das war i.d.R. mit der entsprechenden Verlängerung der Dienstzeit verbunden. Ein ehemaliger Hauptfeldwebel von mir, begegnete mir 1989 an der tschechischen Grenze als Hauptmann wieder. Offiziere verlängerten ihre Dienstzeit nur, wenn sie die richtige Dienststellung hatten. Also entweder waren sie mit ihrer Arbeit zufrieden, sie hatten einen ruhigen Posten, oder der Fahrstuhl der eigenen Karriere schien noch nicht im obersten Stockwerk angekommen. Das war aber in allen genannten Fällen der geringere Teil. Die meisten gingen. Übrigens, ein Teil der Gehenden wurde auch Lehrer oder Lehrausbilder. Ds kannte ich zumindest aus meiner Schul- und Lehrzeit so.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#3

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 19:39
von Gert | 12.354 Beiträge

Hallo Rainman,

mussten diese Offiziere nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst bis zum offiziellen Rentenalter 65 im zivilen Sektor weiter arbeiten ? Ich habe in den 80 er Jahren in meiner beruflichen Laufbahn einen ehemaligen Hauptmann der BW kennengelernt, der mit etwa Mitte 50 pensioniert wurde. Er war finanziell gut versorgt, hatte aber zu Hause offenbar Langeweile (oder eine Ehefrau mit Nudelrolle) und arbeitete in einer vergleichsweisen einfachen Tätigkeit, als ich auf ihn traf nur so zum Spass.

Gruß Gert


.
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#4

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 19:55
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Nach 25 Jahren Dienstzeit, konnte man in den Ruhestand gehen.
Nur nach dieser Zeit war man Mitte 40 und noch zu jung dafür, also machte man einen anderen Job z.B. Lehrer.
Wie es mit den Finanzen im Ruhestand ausgesehen hat / hätte, kann ich nicht sagen.
Sicher kann Hier jemand dazu was "sagen".


xxx
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#5

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 20:19
von Gelöschtes Mitglied
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Ich hatte 1989 im Herbst 22 1/2 Dienstjahre hinter mir, da war ich über 40. Was wäre wenn, darüber habe ich mir keine Gedanken mehr gemacht. Ich hätte zumindest nach 25 Jahren meine Tätigkeit im operativen Dienst noch über Jahre weiter ausüben können. Inwieweit ich dann ein anderweitiger Einsatz vorgesehen war, kannte ich nur aus dem Kaderentwicklungsplan, der auch eine gewisse Perspektive bot. So richtig geglaubt habe ich an den aber nicht - denn erstens kommt es anders und zweitens als du denkst.
Führungsposition als Referatsleiter in der HA, dass konnte ich für mich damals noch nicht vorstellen. Zumindest hätte ich mit 60 Jahren den Anspruch gehabt, in den Ruhestand zu gehen.
Es kam aber alles anders. So gehe ich im kommenden Jahr etwas verspätet in die Rente - nicht mit 65, sondern 4 Monate später, wegen der Rente mit 70, aber auch das wird man überstehen. Mit der Rente könnte man leben, aber ich werde trotzdem weitermachen, solange es die Gesundheit erlaubt. Noch kann den Mitstreitern mit Rat und Tat zur Seite stehen und helfen.

Vierkrug


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#6

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:04
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Offiziere haben z.B. länger als 25 Jahre gedient, wenn die Karriere Richtung Oberst/General ging. andererseits gab es auch geeignete Posten für Offiziere a.D., z.B. bei der GST, in den Sportverbänden usw., daß ging auch im Westen so, da wurde man dann Beamter (bei DB Cargo gab es einen Oberst der BW-Panzer als Marktbereichsleiter in Mainz).



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#7

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:40
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #6
Offiziere haben z.B. länger als 25 Jahre gedient, wenn die Karriere Richtung Oberst/General ging. andererseits gab es auch geeignete Posten für Offiziere a.D., z.B. bei der GST, in den Sportverbänden usw., daß ging auch im Westen so, da wurde man dann Beamter (bei DB Cargo gab es einen Oberst der BW-Panzer als Marktbereichsleiter in Mainz).


...die normale Karriere als Offizier ohne Militärakademie endete meines Wissens beim Major.
@StabsfeldKoenig wolltest Du Oberst oder General werden, war die Ausbildung / Weiterbildung in der Sowjetunion meist erforderlich.


xxx
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#8

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 02:04
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #7
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #6
Offiziere haben z.B. länger als 25 Jahre gedient, wenn die Karriere Richtung Oberst/General ging. andererseits gab es auch geeignete Posten für Offiziere a.D., z.B. bei der GST, in den Sportverbänden usw., daß ging auch im Westen so, da wurde man dann Beamter (bei DB Cargo gab es einen Oberst der BW-Panzer als Marktbereichsleiter in Mainz).


...die normale Karriere als Offizier ohne Militärakademie endete meines Wissens beim Major.
@StabsfeldKoenig wolltest Du Oberst oder General werden, war die Ausbildung / Weiterbildung in der Sowjetunion meist erforderlich.

Nicht zwingend, Silberfuchs.

Ende der 80er Jahre konnte man sogar auf der Majorsplanstelle Kompaniechef einer Grenzkompanie nach 15 Jahren Dienst Oberstleutnant werden. Es gab zugegebenermaßen nicht allzu viele OSL-Planstellen für "Undiplomierte", aber auch an der Offiziershochschule, wo OSL quasi der Mannschaftsdienstgrad war, gab es einige ohne Absolventenabzeichen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#9

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 02:10
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #8
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #7
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #6
Offiziere haben z.B. länger als 25 Jahre gedient, wenn die Karriere Richtung Oberst/General ging. andererseits gab es auch geeignete Posten für Offiziere a.D., z.B. bei der GST, in den Sportverbänden usw., daß ging auch im Westen so, da wurde man dann Beamter (bei DB Cargo gab es einen Oberst der BW-Panzer als Marktbereichsleiter in Mainz).


...die normale Karriere als Offizier ohne Militärakademie endete meines Wissens beim Major.
@StabsfeldKoenig wolltest Du Oberst oder General werden, war die Ausbildung / Weiterbildung in der Sowjetunion meist erforderlich.

Nicht zwingend, Silberfuchs.

Ende der 80er Jahre konnte man sogar auf der Majorsplanstelle Kompaniechef einer Grenzkompanie nach 15 Jahren Dienst Oberstleutnant werden. Es gab zugegebenermaßen nicht allzu viele OSL-Planstellen für "Undiplomierte", aber auch an der Offiziershochschule, wo OSL quasi der Mannschaftsdienstgrad war, gab es einige ohne Absolventenabzeichen.

ciao Rainman


..Rainman, sorry mein Kenntnisstand bezog sich auf meine Dienstzeit Ende 70, Anfang 80...was später war....kann ich nix dazu sagen.


xxx
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#10

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 02:13
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #9
...
..Rainman, sorry mein Kenntnisstand bezog sich auf meine Dienstzeit Ende 70, Anfang 80...was später war....kann ich nix dazu sagen.

Macht doch nüscht, Silberfuchs,

für die 80er bin ich ja da. Und dann ist ja immer noch das Donnerpferdchen, der uns beiden die Bildungslücken nachweisen und ggf. auch füllen kann. Also: Allet schick!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
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#11

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 02:15
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #10
Zitat von silberfuchs60 im Beitrag #9
...
..Rainman, sorry mein Kenntnisstand bezog sich auf meine Dienstzeit Ende 70, Anfang 80...was später war....kann ich nix dazu sagen.

Macht doch nüscht, Silberfuchs,

für die 80er bin ich ja da. Und dann ist ja immer noch das Donnerpferdchen, der uns beiden die Bildungslücken nachweisen und ggf. auch füllen kann. Also: Allet schick!

ciao Rainman

..da bin ich Dank Dir entlastet, noch mal Glück gehabt!

Melde mich ab zur Nachtruhe.

Gruß silberfuchs60


xxx
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zuletzt bearbeitet 09.05.2013 02:18 | nach oben springen

#12

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 17:44
von StabsfeldKoenig | 2.618 Beiträge

Reichte für den Oberst nicht die Militärakedemie Dresden? Ich habe mal gehört, nur Generale mußten an einer sowjetischen MA studieren.



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#13

RE: Verpflichtung für 25,15,10 Jahre, was kam danach ?

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 17:46
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #12
Reichte für den Oberst nicht die Militärakedemie Dresden? Ich habe mal gehört, nur Generale mußten an einer sowjetischen MA studieren.



Es gab auch Generale in der NVA OHNE sow. Akademie.


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