#1

Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 07.05.2013 21:37
von Hans55 | 763 Beiträge

Hallo,Leute!
Wie kann man so eine "Scheiße" schreiben,von wegen Mördertruppe!http://einestages.spiegel.de/static/entr...&r=1&a=1335&c=1
Von nichts eine Ahnung,aber so einen Mist vom Stapel lassen!


zuletzt bearbeitet 07.05.2013 21:41 | nach oben springen

#2

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 07.05.2013 22:13
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Naja, wäre auch verwunderlich, wenn H.Knabe ein Einzelkämpfer wäre.
Habe bei Wiki nichts gefunden. Wie ist denn die Wahl ausgegangen ? Haben sich die Stendaler davon beeinflussen lassen ?
Wenn der OB bisher eine ordentliche Arbeit zugunsten der Stendaler gemacht hat, wird der Erfolg dieses Autors wohl nicht der Rede wert sein, außer bei denen, die auch ohne diese Veranstaltung anders gewählt hätten. Ansonsten: Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter.



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#3

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 07.05.2013 23:30
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #2
Habe bei Wiki nichts gefunden.

... http://www.sachsen-anhalt-wiki.de/index.php/Klaus_Schmotz
Der dort erwähnte Weblink beinhaltet auch einige Antworten.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#4

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 00:22
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
Wie kann man so eine "Scheiße" schreiben,von wegen Mördertruppe!http://einestages.spiegel.de/static/entr...&r=1&a=1335&c=1
Von nichts eine Ahnung,aber so einen Mist vom Stapel lassen!

Lieber Hans,

das mit deinem Unmut kann ich verstehen. Es sind gerade solche Beiträge, die immer wieder dafür sorgen, dass dieser Art von Desinformation nie endet. Allerdings sind die Leute immer ein wenig selektiv, wenn es um Tote an Grenzen geht. Erstens ist wichtig, um welche Grenze es sich handelt und dann kommt noch dazu die politische Ideologie, die dahinter steckt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 08.05.2013 00:24 | nach oben springen

#5

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 08:35
von vk1 | 91 Beiträge

Wenn ich dann in dem Artikel sowas lese:

Zitat
zuständig für die Besoldung und Entlohnung einer Mördertruppe



kommt mir das

Die Geschichtsverklitterung schlägt ungeahnte Blüten, wie soll sich da die Generation unserer Kinder und Enkel ein objektives Bild über unsere Vergangenheit schaffen? Warum nur sind wir in einem "Verbrecherstaat" mit "Mördertruppen" aufgewachsen?


PiB 5 Pasewalk - 1985-1986
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#6

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 21:13
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #4
Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
Wie kann man so eine "Scheiße" schreiben,von wegen Mördertruppe!http://einestages.spiegel.de/static/entr...&r=1&a=1335&c=1
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Lieber Hans,

das mit deinem Unmut kann ich verstehen. Es sind gerade solche Beiträge, die immer wieder dafür sorgen, dass dieser Art von Desinformation nie endet. Allerdings sind die Leute immer ein wenig selektiv, wenn es um Tote an Grenzen geht. Erstens ist wichtig, um welche Grenze es sich handelt und dann kommt noch dazu die politische Ideologie, die dahinter steckt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG




Und was soll dieser Vergleich/Hinweis aussagen?


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#7

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 21:21
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #6
Zitat von Bugsy im Beitrag #4
Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
Wie kann man so eine "Scheiße" schreiben,von wegen Mördertruppe!http://einestages.spiegel.de/static/entr...&r=1&a=1335&c=1
Von nichts eine Ahnung,aber so einen Mist vom Stapel lassen!

Lieber Hans,

das mit deinem Unmut kann ich verstehen. Es sind gerade solche Beiträge, die immer wieder dafür sorgen, dass dieser Art von Desinformation nie endet. Allerdings sind die Leute immer ein wenig selektiv, wenn es um Tote an Grenzen geht. Erstens ist wichtig, um welche Grenze es sich handelt und dann kommt noch dazu die politische Ideologie, die dahinter steckt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG




Und was soll dieser Vergleich/Hinweis aussagen?


Vielleicht die Tatsache, daß Menschen eben Menschen sind, egal ob Deutsche oder Latinos. Ich bin mal so ketzerisch und sage, ein getöteter Latino oder Afghane oder wo sonst in der Welt sind nicht weniger beklagenswert, nur weil es keine Deutschen sind.



passport, gitarre52 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#8

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 21:32
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
[Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG




Und was soll dieser Vergleich/Hinweis aussagen?[/quote]

Vielleicht die Tatsache, daß Menschen eben Menschen sind, egal ob Deutsche oder Latinos. Ich bin mal so ketzerisch und sage, ein getöteter Latino oder Afghane oder wo sonst in der Welt sind nicht weniger beklagenswert, nur weil es keine Deutschen sind. [/quote]

Auf vielleicht kann ich verzichten!

Der User bugsy hat diesen Hinweis / Vergleich ja nicht umsonst gebracht.
Insofern sollte die Antwort durch ihn erfolgen!


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#9

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 21:40
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Thunderhorse im Beitrag #8
Zitat von DoreHolm im Beitrag #7
[Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG




Und was soll dieser Vergleich/Hinweis aussagen?


Vielleicht die Tatsache, daß Menschen eben Menschen sind, egal ob Deutsche oder Latinos. Ich bin mal so ketzerisch und sage, ein getöteter Latino oder Afghane oder wo sonst in der Welt sind nicht weniger beklagenswert, nur weil es keine Deutschen sind. [/quote]

Auf vielleicht kann ich verzichten!

Der User bugsy hat diesen Hinweis / Vergleich ja nicht umsonst gebracht.
Insofern sollte die Antwort durch ihn erfolgen![/quote]

Lila: Asche auf mein Haupt, weil ich mich erdreistet habe, hier vorab meinen Senf dazugegeben zu haben



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#10

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 08.05.2013 23:46
von Bugsy | 454 Beiträge

Zitat
Thunderhorse|Vielleicht die Tatsache, daß Menschen eben Menschen sind, egal ob Deutsche oder Latinos. Ich bin mal so ketzerisch und sage, ein getöteter Latino oder Afghane oder wo sonst in der Welt sind nicht weniger beklagenswert, nur weil es keine Deutschen sind.

Auf vielleicht kann ich verzichten!

Der User bugsy hat diesen Hinweis / Vergleich ja nicht umsonst gebracht.
Insofern sollte die Antwort durch ihn erfolgen!


Tja, Thunderhorse, da kannst du tatsächlich auf „Vielleicht“ verzichten, und richtig so. Ich danke dir daher für deinen Beitrag, der die Sache auch weiter erklärt.

Der „Vergleich", den ich angeblich offerierte war doch gar keiner, sondern eine tentative Gegenüberstellung der verschiedenen Auffassungen, die zur Klärung der differenzierten Verhältnisse an den jeweiligen Grenzen dienen sollte.

Auf der einen Seite gab es seinerzeit Ostdeutsche, die (aus welchen Gründen auch immer) bestrebt waren, sich in Westdeutschland, mit den versprochenen vergoldeten Straßen, niederzulassen. Aber auf der anderen Seite Leute an andere Grenzen, die in ihren jeweiligen Situationen absolut keine andere Wahl hatten, als über die Grenze zu gehen, wenn sie nicht eingehen wollten.

Die Frage geht nicht nur um die damalige deutsch-deutsche Grenze (so wichtig sie im “Kalten Krieg“ auch war), sondern um Grenzen überhaupt, und wie sie Menschen unnatürlich trennen. Politiker pochen auf Grenzen, was ihnen als erstrebenswert erscheint. Der einer oder anderer mag das als fliffig abtun, aber es geht um die realen (oder auch nicht) Hoffnungen derjenigen, die daran beteiligt sind und ihren Traum in sich bewahren und ausleben wollen.

Ob der Toten an der US-Mexikanische Grenze gibt es bis anhin keinerlei Berichte. Keine Untersuchung, keine Aufklärung im Fernsehen, gar nichts. Die Toten an der deutsch-deusche Grenze sind hingegen ausreichend und hinlänglich sensationell dokumentiert worden. Es kommen wöchentlich und monatlich, gar täglich, jene dazu. Sehr merkwürdig, denke ich

MsG


Fünf Minuten vor der Zeit ist des Soldaten Pünktlicheit, der Sanitäter kommt zehn Minuten später.
zuletzt bearbeitet 29.05.2013 07:30 | nach oben springen

#11

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 00:05
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat : sei "an herausragender Stelle mitverantwortlich für das mörderische Grenzregime" gewesen. !!
nun sehe ich hier parrallelen für äußerungen 'mancher user' hier im forum gegenüber den >ehemaligen< mitarbeitern des mfs ??
auch wenn dieser geistige dünnschiss nur den 'schnöden mamon' dient ist doch so eine defarmierung nicht besonderst angenehm oder !!!



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#12

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 00:59
von damals wars | 12.175 Beiträge

Klingt fast so, als hätte er das"mörderische Grenzregime" aus seiner Privatschatulle finanziert!
Er war halt ein Ökonom, hatte sicher nicht zu entscheiden, was wo gebaut wurde und wie die Grenzsicherung erfolgte.
War halt ein Buchhalter, der mit Sicherheit dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#13

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:14
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von damals wars im Beitrag #12


War halt ein Buchhalter, der mit Sicherheit dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.




Unterschätz die Buchhalter nicht. Und erst recht nicht die Ökonomen.

LG von der grenzgaengerin


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#14

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:31
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #13
Zitat von damals wars im Beitrag #12


War halt ein Buchhalter, der mit Sicherheit dafür nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.




Unterschätz die Buchhalter nicht. Und erst recht nicht die Ökonomen.

LG von der grenzgaengerin



stimmt...die mußten doch die Erbsen zählen.......Spass beiseite.


xxx
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#15

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:42
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Um zum Thema zurückzukommen: Als Ur-Wessi beginne ich langsam, die Befindlichkeiten eines ex-DDR-Bürgers zu verinnerlichen. Verstanden im wörtlichen Sinne, also vom Verstand her, habe ich Vieles auch vorher schon, aber da gibt es ja das "classical dilemna between head and heart". Und langsam, aber sicher kann ich mich auch in die Situation hineinfühlen. Auch wenn meine Ost-Ex-Sekretärin, die nach mehr als einem Dutzend inzwischen vergangener Jahre immer noch den Kontakt hält, meint, ich würde nie zum Ossi werden.

Recht hat sie, will ich auch nicht. Sondern einfach irgendetwas dazwischen, ein Wossi. Oder einfacher: Ein Deutscher.


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#16

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 01:48
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #15
Um zum Thema zurückzukommen: Als Ur-Wessi beginne ich langsam, die Befindlichkeiten eines ex-DDR-Bürgers zu verinnerlichen. Verstanden im wörtlichen Sinne, also vom Verstand her, habe ich Vieles auch vorher schon, aber da gibt es ja das "classical dilemna between head and heart". Und langsam, aber sicher kann ich mich auch in die Situation hineinfühlen. Auch wenn meine Ost-Ex-Sekretärin, die nach mehr als einem Dutzend inzwischen vergangener Jahre immer noch den Kontakt hält, meint, ich würde nie zum Ossi werden.

Recht hat sie, will ich auch nicht. Sondern einfach irgendetwas dazwischen, ein Wossi. Oder einfacher: Ein Deutscher.


Dandelion...Willkommen im Klub.


xxx
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#17

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 02:18
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Noch ein Nachtrag. auch wenn er nicht so ganz ins Thema passt:

Anfang der 90er habe ich mich oft innerlich darüber amüsiert, dass Ossis, die in meiner damaligen Firma eine Anstellung fanden, sofort "zusammengluckten": Sie bildeten sofort eine Einheit. Egal, ob sie aus Rügen und aus Sachsen stammten: Man sah sie nur noch gemeinsam.

Ich stand dem damals verständnislos gegenüber: Sie waren Deutsche - wie ich. Und auch zwei Hamburger bilden kein "Kollektiv", wenn es sie beruflich nach Frankfurt/Main verschlägt. Persönliche Sympathie war wichtig - und doch nicht die Frage, aus welchem Bundesland sie stammten.

Im Laufe der Jahre hat sich das geändert: Irgndwann habe ich begriffen, dass sie sich in einer Art von "fremden Land" befanden, dessen Sprache sie zwar beherrschten (na ja, bei Sachsen bin ich mir da nicht so sicher ), aber das so völlig anders geartet war als das, was sie aus ihrem täglichen Leben und Erleben kannten. Das, was früher für ihr Leben prägend war, Zusammenhalt, gegenseitige Hilfe und Unterstützung, Gewissheiten, was die persönliche Zukunft angeht - all das war weg. Und ich will gar nicht von dem "Kulturschock" reden, als plätzlich anstelle von zwei Sorten Senf im KDW vor geschätzten 500 Sorten standen.

Es hat eine Zeit gedauert, bis ich das verinnerlicht hatte - für mich hatte sich schließlich kaum etwas geändert. OK, Dresden oder Leipzig waren nicht mehr terra incognita, sondern leicht und problemlos erreichbar - aber sonst? Mein Nachbar verhielt sich wie immer, Angebot und Preise im Supermarkt hatte sich nicht verändert, mein Leben verlief unverändert weiter. Vom Soli mal abgesehen. Irgendwann habe ich dann im TV einen Bericht über Auslandsdeutsche (in welchem Land auch immer, ist völlig unerheblich) gesehen, die sich auch in deutschen Clubs, deutschen Restaurants, deutschen Kulturveranstaltungen trafen - erst da habe ich begriffen: Die DDR-Bürger mussten sich die Ausländer fühlen - und entsprechend haben sie reagiert.


Rainman2 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.05.2013 02:30 | nach oben springen

#18

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 09:47
von Thunderhorse | 4.016 Beiträge

Zitat von Bugsy im Beitrag #10
[quote=Thunderhorse|Vielleicht die Tatsache, daß Menschen eben Menschen sind, egal ob Deutsche oder Latinos. Ich bin mal so ketzerisch und sage, ein getöteter Latino oder Afghane oder wo sonst in der Welt sind nicht weniger beklagenswert, nur weil es keine Deutschen sind.


Auf vielleicht kann ich verzichten!

Der User bugsy hat diesen Hinweis / Vergleich ja nicht umsonst gebracht.
Insofern sollte die Antwort durch ihn erfolgen![/quote]
Tja, Thunderhorse, da kannst du tatsächlich auf „Vielleicht“ verzichten, und richtig so. Ich danke dir daher für deinen Beitrag, der die Sache auch weiter erklärt.

Der „Vergleich", den ich angeblich offerierte war doch gar keiner, sondern eine tentative Gegenüberstellung der verschiedenen Auffassungen, die zur Klärung der differenzierten Verhältnisse an den jeweiligen Grenzen dienen sollte.

Auf der einen Seite gab es seinerzeit Ostdeutsche, die (aus welchen Gründen auch immer) bestrebt waren, sich in Westdeutschland, mit den versprochenen vergoldeten Straßen, niederzulassen. Aber auf der anderen Seite Leute an andere Grenzen, die in ihren jeweiligen Situationen absolut keine andere Wahl hatten, als über die Grenze zu gehen, wenn sie nicht eingehen wollten.

Die Frage geht nicht nur um die damalige deutsch-deutsche Grenze (so wichtig sie im “Kalten Krieg“ auch war), sondern um Grenzen überhaupt, und wie sie Menschen unnatürlich trennen. Politiker pochen auf Grenzen, was ihnen als erstrebenswert erscheint. Der einer oder anderer mag das als fliffig abtun, aber es geht um die realen (oder auch nicht) Hoffnungen derjenigen, die daran beteiligt sind und ihren Traum in sich bewahren und ausleben wollen.

Ob der Toten an der US-Mexikanische Grenze gibt es bis anhin keinerlei Berichte. Keine Untersuchung, keine Aufklärung im Fernsehen, gar nichts. Die Toten an der deutsch-deusche Grenze sind hingegen ausreichend und hinlänglich sensationell dokumentiert worden. Es kommen wöchentlich und monatlich, gar täglich, jene dazu. Sehr merkwürdig, denke ich

MsG [/quote]

Du kannst die Verhältnisse an der einstigen innerdeutschen Grenze und denen an der Grenze zw. USA und Mexico, Marokko und Spanien oder Mexico und Belize, etc. nicht Gegenüberstellen.

In welche Richtungen die Untersuchungsberichte hinsichtlich der Toten - Grenzdurchbrüche in die BRD oder Berlin (West) gingen ist zwischenzeitlich hinlänglich bekannt.
Das monatlich oder gar täglich Neue hinzukommen, wieder mal was Neues.

Bezüglich der US-Border, falls möglich, fahr mal hin ist wirklich interessant.
Übrigens, auch zu den dortigen Toten/Vorkommnissen gibt es Ermittlungen/Untersuchungen.


"Mobility, Vigilance, Justice"
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#19

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 09.05.2013 13:20
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Ein imosantes Bauwerk, nur schon bei Streetview. Kann in Siedlungsgebieten oft von beiden Seiten besichtigt werden.
Beginnend ganz im Westen kann man sich nach Osten vorarbeiten..

Größere Kartenansicht
Theo


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#20

RE: Blödsinn

in Grenztruppen der DDR 28.05.2013 20:17
von grenzgänger81 | 968 Beiträge
Ein Pferdefuss ist trotzdem dabei ,sicher jedes Menschen leben ist unverzeilich.
Nur welche Richtung der Menschenstrom nimmt ist dabei ausschlaggebend.
Ob jemand flüchtet aus wirtschaftlicher not,oder in Freiheit leben mochte.
Dies über lasse ich dem Forum darüber zu entscheiden

Gruesse von der schonen Insel Usedom


Zitat von Bugsy im Beitrag #4
Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
Wie kann man so eine "Scheiße" schreiben,von wegen Mördertruppe!http://einestages.spiegel.de/static/entr...&r=1&a=1335&c=1
Von nichts eine Ahnung,aber so einen Mist vom Stapel lassen!

Lieber Hans,

das mit deinem Unmut kann ich verstehen. Es sind gerade solche Beiträge, die immer wieder dafür sorgen, dass dieser Art von Desinformation nie endet. Allerdings sind die Leute immer ein wenig selektiv, wenn es um Tote an Grenzen geht. Erstens ist wichtig, um welche Grenze es sich handelt und dann kommt noch dazu die politische Ideologie, die dahinter steckt.

Hier ein kleiner Auszug aus dem Buch, das ich gerade schreibe. Es ist aus dem Kapitel über die Grenze:

"Gemäß den offiziellen und veröffentlichten Angaben der United States Border Patrol, starben 1 954 Menschen zwischen 1998 und 2004, beim Versuch, die US-Mexico Grenze illegal zu überqueren. Es starben mehr als 500 in 2005, während in 2009, 417 Tote zu beklagen waren. Aber diese Zahlen beziehen sich nur auf die Toten, die bekannt sind und beinhalten nicht diejenigen, die nie gefunden worden sind. Somit sind sie nur grobe Schätzungen und das wahre Ausmaß wird wahrscheinlich nie ans Tageslicht kommen."

Wie du siehst, übersteigen die horrenden Zahlen auch die wildesten Schätzungen der Toten an der deutsch-deutschen Grenze.

MsG



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