#1

Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 19:22
von Ecki | 408 Beiträge

Meine Lieben,

heute Mittag gab es ja bei uns Makkaroni mit einer Soße aus gehackten Tomaten (Dose), passierten Tomaten (Tüte), geviertelten Tomaten (Rohware) und Mininchampignons, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Knoblauch.

Angelegentlich der Einnahme der Mahlzeit unterhielten wir uns nun darüber, was wir eigentlich zu DDR-Zeiten am Wochenende zu Mittag gegessen haben.

Der Sonnabend war klar: Makkaroni mit Tomatensoße, hergestellt aus Suppina-Tomaten-Beutelsuppe (etwas weniger Wasser verwendet als wie angegeben), dazu gewürfelte gebratene Jagdwurst und obenauf kleingeschnittene Käsescheiben.

Aber der Sonntag. Was haben wir aber eigentlich am Sonntag zu Mittag zu uns genommen? Wir sind immer noch am Rätseln.

Liebe Grüße

Ecki


Gott sei Dank!


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#2

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 19:29
von PF75 | 3.294 Beiträge

sonntags gabs Rouladen,Kaninchen ,Kotelett,Ente (imWinter),Suppenhuhn also so wie heute,was gerade da war.


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#3

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 19:38
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von Ecki im Beitrag #1
Meine Lieben,

heute Mittag gab es ja bei uns Makkaroni mit einer Soße aus gehackten Tomaten (Dose), passierten Tomaten (Tüte), geviertelten Tomaten (Rohware) und Mininchampignons, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Knoblauch.

Angelegentlich der Einnahme der Mahlzeit unterhielten wir uns nun darüber, was wir eigentlich zu DDR-Zeiten am Wochenende zu Mittag gegessen haben.

Der Sonnabend war klar: Makkaroni mit Tomatensoße, hergestellt aus Suppina-Tomaten-Beutelsuppe (etwas weniger Wasser verwendet als wie angegeben), dazu gewürfelte gebratene Jagdwurst und obenauf kleingeschnittene Käsescheiben.

Aber der Sonntag. Was haben wir aber eigentlich am Sonntag zu Mittag zu uns genommen? Wir sind immer noch am Rätseln.

Liebe Grüße

Ecki




Am Samstag gabs Eintopf - das war von vor 45 noch so drin. Nur wurde der auf den Samstag verlegt, weil es in Thüringen Sonntags Braten und Klösse mit viel Soße gibt. War so, auch in den Zeiten wo es knapp war. Einen Sonntagsbraten gab es Immer und damals hat sich auch keiner über falsch deklariertes Fleisch beschwert.


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#4

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 21:03
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Sonnabend war und ist Suppentag und am Sonntag gibt es natürlich Klöße und Braten.

Gruß
Theo 8572


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#5

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 21:30
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zu meiner Zeit war am Samstag noch Schule, ich hatte noch einen älteren Bruder (+8 Jahre) und eine ältere Schwester (+3 Jahre), und wir hatten am Samstag logischerweise verschiedenen Schulschluß. Auch bei uns gab es samstags Eintopf.
Oft hat meine Mutter süß-saure Kartoffelsuppe mit Speckwürfeln gekocht dazu gabs Eierkuchen ohne Zucker! Das war ein Rezept aus Schlesien, woher mein leiblicher Vater stammte, der aber schon 3 Monate vor meiner Geburt verstorben war.
Diese Suppe mochte ich nicht sonderlich, aber es gab natürlich auch andere Eintopfgerichte. Ich koche noch heute gern Eintopfgerichte.
Am Sonntag gab es bei uns immer einen Braten, unsere Mutter konnte sehr gut kochen....
Schweinebraten mit Sauerkohl, Sauerbraten mit Rotkohl und Kartoffelklößen, Ente mit Grünkohl, Rouladen, Brathähnchen, also, wie bei Euch auch...
In der Woche allerdings ging man in die Schulküche für 0,55 M pro Tag.

Wir haben nicht gehungert, unsere Altvorderen haben immer für uns gesorgt, wenn es wohl auch zeitweise nicht ganz einfach war.

VG Ex-Huf

P.S. Vielleicht ein wenig OT, aber Überbleibsel des Sonntagsessens wurden geschickt und schmackhft weiterverwertet...


Diskus303 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#6

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 21:42
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Tja, in meiner Jugendzeit gab´s Sonntag immer Fleisch, so zumindest meine Erinnerung. Wenn´s mal kein Fleisch gab, ist das sicher in der Erinnerung verblasst. Wochentags und Sonnabend vielfach Suppen (Grüne Bohnen war mir ein Graus), Graupen-, Kartoffel-,Möhren- und Krautsuppe, Kartoffelbrei, Kartoffeln mit Quark, Spinat mit Ei, Milchreis, Griesbrei, Grützwurst, Nudeln u.s.w. Hat aber bis auf Ausnahmen immer geschmeckt.
Heute ist es so, daß es mit dem Speiseplan nicht so genau genommen wird. Da ist Sonntags auch mal Milchreis drin und Sonnabend Fleischtag.
Meine Lieblingsessen: Entenbraten mit Klößen steht gaaanz oben. Ansonsten Herzragout, Kasseler, gebratene Nudeln mit Schinken und Reibekäse, Spinat mit mind. drei Eiern, Milchreis mit Zucker und Zimt, Hühnerfrikassee mit Reis, gebratene Leber, Nudelauflauf, Kartoffelpuffer, Eierkuchen und einiges mehr. Bin ich allein, mache ich mir entweder Bauernfrühstück oder taue mir ein paar Kartoffelpuffer auf, manchmal auch eine Fertigdose (Tex-Mex-Chillie-Kidneybohnen z.B.).



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#7

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 21:56
von Mike59 | 7.972 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #6
Tja, in meiner Jugendzeit gab´s Sonntag immer Fleisch, so zumindest meine Erinnerung. Wenn´s mal kein Fleisch gab, ist das sicher in der Erinnerung verblasst. Wochentags und Sonnabend vielfach Suppen (Grüne Bohnen war mir ein Graus), Graupen-, Kartoffel-,Möhren- und Krautsuppe, Kartoffelbrei, Kartoffeln mit Quark, Spinat mit Ei, Milchreis, Griesbrei, Grützwurst, Nudeln u.s.w. Hat aber bis auf Ausnahmen immer geschmeckt.
Heute ist es so, daß es mit dem Speiseplan nicht so genau genommen wird. Da ist Sonntags auch mal Milchreis drin und Sonnabend Fleischtag.
Meine Lieblingsessen: Entenbraten mit Klößen steht gaaanz oben. Ansonsten Herzragout, Kasseler, gebratene Nudeln mit Schinken und Reibekäse, Spinat mit mind. drei Eiern, Milchreis mit Zucker und Zimt, Hühnerfrikassee mit Reis, gebratene Leber, Nudelauflauf, Kartoffelpuffer, Eierkuchen und einiges mehr. Bin ich allein, mache ich mir entweder Bauernfrühstück oder taue mir ein paar Kartoffelpuffer auf, manchmal auch eine Fertigdose (Tex-Mex-Chillie-Kidneybohnen z.B.).



Sonntags Milchreis - außer bei Krankheit ein "No Go"

Der Doc hat übrigens recht. Von den hochwertigen Mahlzeiten des Sonntages wurde so gekocht, das der Ernährer am Montag(Abend) noch einmal eine Portion hatte.
Einwurf: Ich schreibe hier über eine Zeit vor 1970! Später gab es das nach meiner Erinnerung bei uns nicht mehr.


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#8

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 21:57
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #6
Tja, in meiner Jugendzeit gab´s Sonntag immer Fleisch, so zumindest meine Erinnerung. Wenn´s mal kein Fleisch gab, ist das sicher in der Erinnerung verblasst. Wochentags und Sonnabend vielfach Suppen (Grüne Bohnen war mir ein Graus), Graupen-, Kartoffel-,Möhren- und Krautsuppe, Kartoffelbrei, Kartoffeln mit Quark, Spinat mit Ei, Milchreis, Griesbrei, Grützwurst, Nudeln u.s.w. Hat aber bis auf Ausnahmen immer geschmeckt.
Heute ist es so, daß es mit dem Speiseplan nicht so genau genommen wird. Da ist Sonntags auch mal Milchreis drin und Sonnabend Fleischtag.
Meine Lieblingsessen: Entenbraten mit Klößen steht gaaanz oben. Ansonsten Herzragout, Kasseler, gebratene Nudeln mit Schinken und Reibekäse, Spinat mit mind. drei Eiern, Milchreis mit Zucker und Zimt, Hühnerfrikassee mit Reis, gebratene Leber, Nudelauflauf, Kartoffelpuffer, Eierkuchen und einiges mehr. Bin ich allein, mache ich mir entweder Bauernfrühstück oder taue mir ein paar Kartoffelpuffer auf, manchmal auch eine Fertigdose (Tex-Mex-Chillie-Kidneybohnen z.B.).


@Dore, hört sich gut an...

Heute ist es bei uns auch etwas andere, wir kochen uns gern zum WE ein gutes Eintopfgericht, z.B. im Winter Kohlrübensuppe für Sa. und So.
Oder die Studentin aus Berlin wünscht sich etwas am WE zu Hause, beispielsweise die beliebten Königsberger Klopse...
Ich meine damit, dass man es sich heute etwas unabhängiger gestalten kann, wenn man kann.
Was mir heute oft Bauchschmerzen macht, dass ich den Eindruck habe, dass es nicht wenige Menschen/Familien gibt, bei denen die Ernährung, insbesondere der heranwachsenden Kinder, dem Zufall überlassen wird, aber das ist wohl ein sehr weites Feld...

VG Ex-Huf


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 22:02
von Ex-Huf (gelöscht)
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Es wird jetzt zwar OT an dieser Stelle, ich hatte als Stadtverordneter im hiesigen Stadtparlament (Sozialausschuss) mal Infos, wieviele Kita- und Grundschulkinder nicht an der organisierten Mittagessenversorgung teilnahmen, da war ich geschockt, echt...
Das könnte man mal nichtöffentlich besprechen, das ist ganz furchtbar!

Ex-Huf


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#10

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 22:09
von Vorwendezeittouri | 142 Beiträge

Sonnabend war auch in der BRD immer Suppen-/Eintopftag! Ich war ja 1988 als 19-Jähriger mit der Schule auf Schulfahrt in der DDR, was mir auffiel, gute, bürgerliche, typisch deutsche Kost, Kartoffeln mit Rotkohl, dazu Schweine- oder Rinderbraten und Möhren. Manchmal, statt Rotkohl auch Rosenkohl oder Kohlrabi! Eigentlich typisch deutsch, wie in der BRD auch! Apfelmus war meistens ein Nachtisch oder Quarkspeise mit Kirschen oder Erdbeeren.


"Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, es geht voran!" (Fehlfarben, 1980)
zuletzt bearbeitet 04.05.2013 22:10 | nach oben springen

#11

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 22:42
von DoreHolm | 7.702 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #9
Es wird jetzt zwar OT an dieser Stelle, ich hatte als Stadtverordneter im hiesigen Stadtparlament (Sozialausschuss) mal Infos, wieviele Kita- und Grundschulkinder nicht an der organisierten Mittagessenversorgung teilnahmen, da war ich geschockt, echt...
Das könnte man mal nichtöffentlich besprechen, das ist ganz furchtbar!

Ex-Huf


Am Geld wird´s in den wenigsten Fällen liegen. M.E. ist es oft Desinteresse der Eltern, Faulheit bzw. Bequemlichkeit ("Hier hasté nen Euro und kauf Dir nen Snack"). Dem Bäcker, der Dönerbude, dem Asia-Snack oder Supermarkt gegenüber der Schule ist es recht.
Mein Sohn hat ausgelernt. Seine Freundin, ebenfalls ausgelernt, wohnen noch bei uns im "Hotel Mama", aber meine Frau macht ihnen jeden Abend ihre Pausenbrote mit Obst (Apfel, Banane meist), auch mal einen Joghurt dabei. Manchmal vergessen sie´s im Kühlschrank, dann wird es abends gegessen und nicht weggeschmissen.
Als ich mit meiner Frau zusammenzog, habe ich ihr erst mal beigebracht, daß in Ruhe gefrühstückt wird, also hingesetzt und gegessen und getrunken und nicht im Vorbeigehen mal schnell abgebissen und einen Schluck Kaffee reingekippt.



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#12

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 04.05.2013 23:57
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Bei uns gab es am Sonnabend pünktlich 12:00 Uhr Spagetti mit in Butter gebratenen Jagdwurstwürfelchen und dazu Tomatenketchup und geriebenen Käse.

Sonntags: Goulasch, Hähnchen, Kaninchen, Ente, Sauerbraten, Schnitzel, Schweine- oder Rinderbraten, Kotelett, Kasslerbraten, Rumpsteak, Rippchen, Eisbein, Hackbraten, Bouletten (in Leipzig liebevoll "Bäffschdägg" genannt = Beafsteak). Das sind die Dinge, die mir noch so in Erinnerung sind. als Beilagen gab es zumeist Kartoffeln und Gemüse, Rohe Klöße, Klöße halb und halb, Kartoffelbrei etc.

Suppen, Eintöpfe, Kartoffelpuffer, Eierkuchen, Milchreis, Eierspeisen, Gemüsegerichte (oh Himmel: Omas Gurkengemüse ... ein Traum) oder einfach nur Bock- oder Bratwurst gab es in der Woche. Oma kochte immer und es schmeckte fast alles.

Man wird in dieser Aufzählung Fischgerichte vermissen. Tja, ich hatte mir im Kindergarten mal eine Fischvergiftung zugezogen und bis ich erwachsen wurde, verursachte fast jede Art von Fisch bei mir einfach nur Übelkeit. Darauf nahm man in meiner Familie Rücksicht. Die "Einstiegsdroge" war dann übrigens Fisch aus der Dose: Heringsfilet in Tomatensoße. Inzwischen ist das Trauma vollständig überwunden.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#13

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 01:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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So ein Sonntagvormittag in einer "Großfamilie" hat es schon in sich. Zwischen Frühstück und geplantem Mittagessen um 12.00 Uhr liegen knapp 3 Stunden. Da müssen Rouladen gewickelt und geschmort werden. Und wenn sie lecker nach Mutters oder Großmutters - Art schmecken sollen, darf man zumindest am Anfang den Herd nicht aus den Augen lassen.

Dann kann man sich endlich den anderen Kleinigkeiten widmen: Wäsche für 5 Personen, Kinderstreit schlichten, der Nachbarin eine Tasse Mehl ausleihen und nebenbei den neusten „Tratsch“ anhören, den Mann überzeugen, dass der Rasen nicht gemäht werden muss, weil die Gänseblümchen so schön blühen, schnell noch nach dem Reifegrad der Erdbeeren schauen und es ist auf einmal 11.15 Uhr und Mann und ältester Sohn sitzen erwartungsvoll in der Küche. Schau mal auf die Uhr, wird mir zugerufen. Oh Gott, schießt es mir durch den Kopf. Noch keine Kartoffeln geschält. Kann es sein, dass es schon so spät ist? Aber egal, es ist zu schaffen.

Pünktlich gegen 12.00 Uhr wird gegessen. Doch irgend etwas ist anders als sonst. Weder mein Mann noch mein ältester Sohn schmatzen wie gewöhnlich, sondern können sich vor Lachen kaum halten. Ich probiere das Essen. Schmeckt wie immer, nichts ist versalzen. Was ist bloß los?

Ich mach das Radio an, um bei den Nachrichten auf dem neusten Stand zu sein. „Meine Damen und Herren, es ist 11 Uhr.....“ Mir sind beinahe Messer und Gabel aus der Hand gefallen. Da hat doch die Saubande alle Uhren um eine Stunde vorgestellt, weil ihnen in der Erwartung der Rouladen mit viel Soße schon das Wasser im Mund zusammen gelaufen ist.

LG von der grenzgaengerin


Rainman2 und Svenni1980 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.05.2013 08:23 | nach oben springen

#14

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 07:12
von Pit 59 | 10.152 Beiträge

sonntags gabs Rouladen,Kaninchen ,Kotelett,Ente (imWinter),Suppenhuhn also so wie heute,was gerade da war.@PF75

Rot:
Das konnten wir nicht so direkt sagen,man musste die Dinger erst mal haben.Ohne Beziehungen ,und ohne Berlin bedeutete das reichlich Anstehen,und vieleicht gabs die dann noch.

Grün:
Und genau das ist das Problem heute,es ist alles da.


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#15

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 10:12
von Gelöschtes Mitglied
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Das wochenendliche Mittagessen wurde bei uns zu Hause auch regelrecht zelebriert. Es fing bereits am Samstag an. Die Dienste waren innerhalb der Familie aufgeteilt. Zwei von den Jungs in die Treppenhausreinigung - das bedeutete, die Holztreppen mit Stahlspäne bearbeiten, anschließend einbohnern und nach dem Mittagessen dann das Gebohnerte mit dem Bohnerbesen ausblocken. Der Dritte hatte dann die sogenannte A-Karte gezogen, denn es hieß, den Küchenherd nach dem Kochen auf Vordermann bringen.
Mittags gab es meistens saisonalbedingte Speisen. Manchmal ostpreussische Gerichte und dann, wenn Vater mal am Herd stand Oberschlesisches. Suppen und Eintöpfe waren da der Renner. Besonders wenn es das erste frische Gemüse aus dem eigenem Garten gab, war der Eintopf "quer durch den Garten" angesagt.
Parallel backte meine Mutter immer samstags Blechkuchen. Sie war eine Meisterin in der Beherrschung des Hefeteiges, der immer wie ein "Wattebausch" sein mußte. Hefekuchen mit Butterstreusel oder Zuckerkuchen aus Hefeteig und ausgelassener Butter obendrauf. Manchmal mußte die Mutter dann am Sonntag noch einmal nachbacken.
Wenn die Familie dann am Sonntag mal komplett war - oftmals war mein Vater dienstlich unterwegs-, dann begann schon das Frühstück im entsprechendem Rahmen. Tisch mit Tischdecke und kleiner Blumenvase - die Küche roch nach frisch gebrühtem Bohnenkaffee. Mutter hatte eine entsprechende Schürze vorgebunden. Auf dem Herd bruzelte in der Pfanne durchwachsener Speck, in dessen Fettbad dann anschließend die Spiegeleier gebraten wurden. Pro Kind ein Spiegelei und eine Scheibe ausgelassenen Speck. Selbstgemachte Konfitüre durfte auch nicht fehlen.
Zu Mittag gab es meistens gemischten Braten - ein Teil Rind und ein Teil Schwein, und wenn man es ergattert hatte, dann auch Kassler (das Lieblingsfleisch meines Vaters). An Feiertagen dann Kaninchen aus eigener Haltung. Rouladen dann, wenn man sie nach langem Anstehen in der Konsum-Metzgerei noch erhalten hat. Ansonsten war der Speiseplan nach Angebot ausgerichtet und nicht nach Nachfrage.
Und dann wieder nach dem Essen die Schinderei mit dem Herd. Denn derjenige von uns, der samstags mit der Herdreinigung an der Reihe war, mußte auch am Sonntag diese Arbeit ausführen. Und meine Mutter war wie ein Spiess bei der Kontrolle - der Herd hatte zwei verschiedene Gußarten - die äußere Einfassung musste immer auf Hochglanz poliert werden und die Einsätze immer ordentlich eingeschwärzt werden. Zum Schluß dann noch das Polilieren der Messingstangen. Da hatte man ganz schnell wieder die Kalorien vom Sonntagsbraten abgearbeitet und freute sich schon wieder auf die Kaffeezeit.

Vierkrug


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#16

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 10:22
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Wie bei den Vorschreibern, Sonnabends war Eintopf-Tag und Sonntags zauberte Muttern einen leckeren Braten.
Jetzt wo die Kinderchen ausgeflogen sind, gibt es an den Wochenenden kein Mittagsmahl mehr, ältere Leute müssen ausschlafen
Die warme Mahlzeit wird nun abends zu sich genommen was eigentlich nicht so ganz gesund ist, schmecken tut es aber trotzdem.


zuletzt bearbeitet 05.05.2013 10:24 | nach oben springen

#17

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 11:41
von Krepp | 534 Beiträge

Hallo,

vieles ist schon gesagt.

Aber es gab noch:
- Butterbrötchen und Kakao
- arme Ritter ( wer's nicht kennt - einfach mal im Net gurgeln)
- eingelegter Hering mit Kartoffeln
- Kartoffelpuffer
- Eierkuchen
- Kartoffelmus mit Bratwurst
- Eier mit Senfsosse
u.v.a.



Gruß aus Leipzig
I/1979-II/1979 GAR05 GAK9
II/1979-II/1980 GR6 3.GB 10.GK Zarrentin
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#18

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 12:24
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Wenn Oma mich aufheitern musste, warum auch immer, gab es eine sehr einfache Medizin zum Frühstück:
Ein halbes, frisches Bäckerbrötchen bestrichen mit Butter und darauf eines dieser Schokoladentäfelchen, deren Verpackung die Märchenwaldfiguren zierten. Alternativ ging auch eine normale Scheibe Mischbrot drunter, aber mit dem Bäckerbrötchen waren Glück und Lebensfreude pur angesagt.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#19

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 12:59
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Ja vieles wurde ja schon geschrieben.Aber es war immer ein Erlebniss,wenn es 1Mal im Monat zu den Großeltern ging.Dann gab es Brathering in süßsaurer brauner Soße und Kartoffeln und wenn der brave Jürgen dann alles aufgegessen hat.Machte Oma ihn zu Belohnung als Nachtisch noch ein Zuckerei.


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#20

RE: Zum wochenendlichen Mittagessen in der DDR

in DDR Zeiten 05.05.2013 13:58
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #19
Ja vieles wurde ja schon geschrieben.Aber es war immer ein Erlebniss,wenn es 1Mal im Monat zu den Großeltern ging.Dann gab es Brathering in süßsaurer brauner Soße und Kartoffeln und wenn der brave Jürgen dann alles aufgegessen hat.Machte Oma ihn zu Belohnung als Nachtisch noch ein Zuckerei.


Ach Rostocker, das Kogel-Mogel meiner Großmutter war schon ein richtiges Trostpflaster - bei Wespenstichen, aufgeschlagenen Knien, Heimweh, wenn es geregnet hat und man nicht baden gehen konnte, zum Schluß sogar gegen Liebeskummer....

Weiß jemand wo der sprachliche Ursprung von Kogel - Mogel liegt?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 05.05.2013 13:58 | nach oben springen


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