#61

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 20:12
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe Dandelion mit :"@ Lebensläufer

Geht es auch ohne persönliche Diffamierungen wie diese: Und Dandelion du begnadeter West-Exausbilder mit der Rauchpause

Wäre schön."

So war das auch bestimmt nicht gemeint Dandelion, als "persönliche Diffamierung". Ich merke aber, wir Älteren in Ost und West haben ne ganz unterschiedliche, auch sensible gefühlte Schwelle bestimmter Worte, der Wortwahl.

Lebensläufer


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#62

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 21:34
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo Lebensläufer,

ich geb zu, ich mag Deine nach Familiensinn duftende Sprache. Doch wenn diese, die teils menschenunwürdigen Praktiken der EK - Bewegung so weichspült, dann sprichst Du in mir "Gefühle" an, die sie zur Löwin werden lassen.

Zumal jetzt so im Rückblick es ähnliche Erscheinungen in Internatschulen, also im zivilen Leben, gab. Da diese in keinster Weise mit denen bei der NVA/GT u.ä. vergleichbar sind, verzichte ich an dieser Stelle auf Details.

Irgendwie bereue ich schon, dass ich die Frage nachen den "sozialistischen Beziehungen" überhaupt gestellt habe. Ich hätte einfach in meinen Vorurteilen verharren sollen und nicht nach Ursachen suchen sollen.

Mein Lebensgefährte sagt immer: "Männer sind tatsachenorientiert. Frauen sind ursachenorientiert." Und ich werde mich Wohl oder Übel bei der EK - Bewegung der Tatsache ergeben: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf."

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.04.2013 21:37 | nach oben springen

#63

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 22:02
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe dein Textauszug Grenzgaengerin:" Hallo Lebensläufer,

ich geb zu, ich mag Deine nach Familiensinn duftende Sprache. Doch wenn diese, die teils menschenunwürdigen Praktiken der EK - Bewegung so weichspült, dann sprichst Du in mir "Gefühle" an, die sie zur Löwin werden lassen."

Weichgespült habe ich nicht, ich habe nur unterschieden in den Teil der Bewegung der die Würde des jungen Menschen nicht angreift und eben sein ganzes entwürdigendes Gegenteil. Und übers Gegenteil habe ich hier noch garnichts getextet, (halt, ich glaube doch, in dem NVA-Geburtstagsfred, wurde dort nur irgendwie nicht für voll genommen, sozusagen ignoriert?) in einem anderen Forum aber schon.

Das Dumme ist nur, der Begriff "EK-Bewegung" lässt irgendwie den von mir formulierten und erklärten ersten positiven Teil...ne besser getextet, er überlagert ihn, drückt ihn sinngemäß mit brutaler Wucht in die negative Ecke. Ich weiß, klinkt jetzt bissel blöd, finde nur auf die Schnelle keine bessere Erklärung.

Lebensläufer


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#64

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 23:57
von SEG15D | 1.119 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #62
Hallo Lebensläufer,

ich geb zu, ich mag Deine nach Familiensinn duftende Sprache. Doch wenn diese, die teils menschenunwürdigen Praktiken der EK - Bewegung so weichspült, dann sprichst Du in mir "Gefühle" an, die sie zur Löwin werden lassen.

Zumal jetzt so im Rückblick es ähnliche Erscheinungen in Internatschulen, also im zivilen Leben, gab. Da diese in keinster Weise mit denen bei der NVA/GT u.ä. vergleichbar sind, verzichte ich an dieser Stelle auf Details.

Irgendwie bereue ich schon, dass ich die Frage nachen den "sozialistischen Beziehungen" überhaupt gestellt habe. Ich hätte einfach in meinen Vorurteilen verharren sollen und nicht nach Ursachen suchen sollen.

Mein Lebensgefährte sagt immer: "Männer sind tatsachenorientiert. Frauen sind ursachenorientiert." Und ich werde mich Wohl oder Übel bei der EK - Bewegung der Tatsache ergeben: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf."

LG von der grenzgaengerin







Hmmh, ich gebe zu aufgrund dieser Aussagen ein Glücksfall gewesen zu sein.
Aber nur in Bezug auf die Anwesenheit in einer konkreten Dienststelle der bewaffneten Organe während des Wehrdienstes.
Die von Lebensläufer gemachten Angaben kann ich nachvollziehen, härtere Sachen hab ich nicht erlebt, eher weniger.
Schrieb aber in einem anderen Thread sinngemäß, es hing wohl konkret von den Personen ab, in welchem Ausmaß eine EK-Bewegung erstarken konnte, die über die Stränge schlug.
Wobei, was ist die Befindlichkeit einer einzelnen Person in einer Armee wert? Traumtänzer und notorische "Sich-Ausgrenzer" wurden und werden kollektiv dazu gebracht, mit am selben Strang zu ziehen. Ging ja nicht anders, der Sackstand für alle anderen wäre unerträglich groß geworden.
Ich behaupte, das ist seit ewigen Zeiten niemals anders gewesen, wieso sollte das im Sozialismus anders laufen können?
Das halte ich nicht abhängig vom Gesellschaftssystem, sondern mache den Menschen dafür verantwortlich.
Ein Vorgesetzter kann nicht zu jeder Zeit überall unterwegs sein.


Ist aber alles auch eine Frage der sinnvollen Beschäftigung in dieser Zeit gewesen; Langeweile erzeugt die dümmsten Gedanken und Einfälle.
Selbst für die hirnrissigste Idee gibt es andere, die dafür zu begeistern sind.....leider!

Gruß SEG15D



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#65

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 07:49
von utkieker | 2.914 Beiträge

Irgendwann bekam jeder Sprutz seinen Vizeknick in den Schulterstücken! Die Prozeduren, die man dann über sich zu ergehen hatte, erinnerten dann mehr an eine Neptuntaufe. Nahezu 100% der Grundwehrdienstleistenden hatte am Ende seiner Armeezeit sein Bandmaß, so eine Art Adventskalender zum Countdown der letzten Tage. Es war der ultimative Spaß, der krönende Abschluß einer EK- Karierre.
Aber muß ich wirklich alles toll finden? Die Drangsalierungen und Demütigungen die so mancher Soldat über sich ergehen lassen mußte, fand ich damals und finde ich heute noch als Sch***e.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
schulzi, Lutze und Lebensläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 08:26
von furry | 3.562 Beiträge

Gab es denn diese "netten" sozialistischen Beziehungen nicht auch außerhalb der NVA?
Da wurden dem weniger flotten Kollegen die Absätze seiner Arbeitsschuhe rot angepinselt, damit jeder erkennen konnte, welche Schlafmütze unterwegs ist. Oder die Arbeitsschuhe wurden mit Holzschrauben im Spind angeschraubt.
Schmerzlich konnte es für den werden, der mit einem Fußtritt einen Pappkarton aus dem Weg räumen wollte, in dem ein schweres Stück Eisen versteckt war.
Diese Hirarchie Rotarsch-Vize-EK gab es doch auch in den Betrieben. Was musste so mancher Lehrling über sich ergehen lassen. Da waren die Gewichte für die Wasserwaage das kleinere Übel. Und war es nicht manchmal sogar nötig, den einen oder anderen Kollegen, der für das Trödeln das gleiche Geld bekommen hat, wenn Worte nicht halfen, mit Taten etwas aufzumuntern?
Damit will ich aber nicht die beschriebenen Auswüchse der EK-Bewegung lobpreisen. Aber rückblickend auf meine Zeit kann ich auch so manchen EK mit seinem einjährigen Wissensvorsprung verstehen, wenn der einem mal für eine dumme Bemerkung oder Trödelei eine angemessene "Belobigung" verpasst hat.
Wie hat mein EK damals gesagt: "Trickse soviel wie Du kannst, aber nicht auf Knochen anderer."


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#67

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 09:12
von Moskwitschka (gelöscht)
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Meine erste Berührung mit der EK - Bewegung hatte ich in meiner Jugend. Nur habe ich es damals nicht als Bewegung wahrgenommen, sondern als pure Freude mir bekannter Wehrdienstleistender, auf die baldige Entlassung – mit dem Bandmaß in der Hosentasche. Und ich habe mich mit ihnen mit gefreut, denn dass die Zeit des Wehrdienstes nicht einfach war, konnte man als Außenstehende schon an der strengen Urlaubsregelung erkennen. Nicht wenige Beziehungen von Freunden oder Freundinnen sind in der Zeit nicht zuletzt an den langen Phasen der Trennung gescheitert.

Ein zweites kurzes Erinnern folgte in der Wendezeit, als in den Medien über die Arbeits- und Lebensbedingungen in der NVA berichtet wurde und Knall auf Fall die Wehrdienstzeit verkürzt wurde. Oh, dachte ich, haben die EK's rebelliert? Habe aber nicht weiter darüber nachgedacht, sondern habe mich wiederum mit den Wehrdienstleistenden gefreut. Zumal ich zu der Zeit schon einen Sohn hatte, dem früher oder später auch der Wehrdienst bevorstand.

Und dann war ganz lange Ruhe, bis ich mich bis vor ca. 2 Jahren hier im Forum angemeldet habe und es einen thread über fahnenflüchtige Sowjetsoldaten gab. In diesem Zusammenhang kam auch die dedowschtschina zur Sprache. Da ich russische Wurzeln habe und auch russische Verwandte und Freunde, habe ich wahrscheinlich einen ganz anderen Blick darauf und auch ganz andere Erfahrungen. Es war zum einen ein großes Tabu – Thema in der Sowjetunion, zum anderen gab es eine sehr weit verbreitet Angst, die sich u.a. in Ritualen bei der Verabschiedung der jungen Wehrpflichtigen in den Familien niederschlug.

Damals fragte ich hier im Forum, ob es ähnliche Erscheinungen wie die dedowschtschina in der DDR gab. Nein, war die einhellige Antwort. Die EK – Bewegung sei damit nicht zu vergleichen.

Dem kann ich nur zustimmen, nach dem ich hier im Forum auch unzählige Berichte über die EK – Bewegung gelesen habe. Auch wenn einige extreme Erscheinungsformen stark an die Demütigung und Schikanen in der russischen Armee erinnern. Es gibt einen großen Unterschied. In der russischen Armee ist es ein System innerhalb der Hierarchien. Bei den bewaffneten Organen der DDR habe ich den Eindruck, dass sich mit der Zeit eine Art Parallel – Hierarchie gebildet hat, die zur Disziplinierung der Wehrpflichtigen mehr oder weniger geduldet wurde.

Soweit meine Gedanken zum Thema.

LG von der grenzgaengerin


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#68

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 10:59
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Gab es die EK-Bewegung, oder besser Spiele bei uns, im Gegensatz zur hircharichen CA, nicht nur unter einfachen Soldaten?
Schon der Gruppenführer-Uffz. am Kanten, der ja auch mit raus ging, war ja theoretisch schon ausgeschlossen, vom negativen sowieso, aber auch vom Spaß, unserer hatte sich auch ein Bandmaß gebastelt und wurde dafür als "Putscher" ausgelacht oder Sprüche kamen wie "ist dein Ding aus Asbest?" oder "hast du das in der Thermosflasche?"
Er saß aber deswegen auch nicht weinend in der Ecke sondern hat mitgelacht.
Die Auswüchse die es wohl gegeben hat sind schlimm, aber im Grunde genommen war es ein traditioneller derber Spaß unter Soldaten, der wohl nicht durch den Sozialismus bedingt war.


zuletzt bearbeitet 28.04.2013 11:14 | nach oben springen

#69

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 11:34
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Bei den bewaffneten Organen der DDR habe ich den Eindruck, dass sich mit der Zeit eine Art Parallel – Hierarchie gebildet hat, die zur Disziplinierung der Wehrpflichtigen mehr oder weniger geduldet wurde.

Soweit meine Gedanken zum Thema.

LG von der grenzgaengerin

Siehe dein vorstehender Satz GG(ich kürz es mal, hoffe, es macht dir nichts aus?), der passt so meine ich wunderbar nur war die Gruppendynamik in manchen Einheiten(nehme ich mal an so reine NVA) dermaßen stark und wurde von Vorgesetzten einfach nicht mehr durch notwendigen Druck in den Griff bekommen, das Einzelne Stärkere (sinngemäß) sich in der Gruppe über Schwächere erhoben, ihre Position im Zusammenspiel mit Unteroffizieren(das habe ich nun wieder erlebt) zum Nachteil des Schwächeren nutzten, ausnutzten.

Ich sage heute, mit der heutigen Denke:" Wenn die Würde, die Seele eines jungen Menschen verletzt wird ist Schluss mit lustig, mit Spass, auch mit derbem Spass". Da ist völlig unwichtig wenn dann noch Einer meint..."Nu hab dich doch nicht so". Wenn also etwas gegen meinen Willen mit Gewalt(dies müssen keine Schläge sein)geschieht und damals geschah allerhand was junge Menschen erleben mussten dann sind das Sachen gewesen, die eines sozialistischen System einfach unwürdig waren und nichts Anderes.

Lebensläufer


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#70

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 12:31
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #69
dann sind das Sachen gewesen, die eines sozialistischen System einfach unwürdig waren und nichts Anderes.

Lebensläufer


Nicht nur eines sozialistischen Systems unwürdig. Wenn ich sehe, was in Abu Ghuraib passiert ist, wenn ich sehe, was in Guantanamo passiert - und dann erleben muss, dass sich dieses Land als Fackel der Freiheit feiert, dass es von anderen Ländern drakonisch die Einhaltung der Menschenrechte fordert, dann wird mir nur übel.

Aber das geht jetzt schon in Richtung OT


Lebensläufer und Diskus303 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 12:40
von Gelöschtes Mitglied
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@ Lebensläufer

Ich bin Dir vielleicht noch eine Erklärng über meine heftige Reaktion auf Deinen Beitrag über "Druck" - na ja, vielleicht nicht gerade schuldig, aber ich möchte sie einfach geben.

In der Zeit, in der ich meinen Grundwehrdienst abgeleistet habe, gab es im Westen ein oft genutztes Wort. Besonders rechts-konservative Politiker sprachen im Zusammenhang mit der Bundeswehr gerne von der "Schule der Nation".

Während der Zeit und auch danach habe ich mich oft gefragt, was ich denn in dieser "Schule" gelernt haben soll oder tatsächlich gelernt habe. Per Saldo ist sehr, sehr wenig übrig geblieben, zumindest dann, wenn ich auf positive Erkenntnisse und Erfahrungen ziele. Negative Erfahrungen gab es dagegen in Hülle und Fülle.

Diese Erinnerung kam beim Lesen Deines Beitrags hoch und vielleicht erklärt sie meinen Sarkasmus oder die Bitterkeit.


Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 12:52
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #71
@ Lebensläufer

Ich bin Dir vielleicht noch eine Erklärng über meine heftige Reaktion auf Deinen Beitrag über "Druck" - na ja, vielleicht nicht gerade schuldig, aber ich möchte sie einfach geben.

In der Zeit, in der ich meinen Grundwehrdienst abgeleistet habe, gab es im Westen ein oft genutztes Wort. Besonders rechts-konservative Politiker sprachen im Zusammenhang mit der Bundeswehr gerne von der "Schule der Nation".

Während der Zeit und auch danach habe ich mich oft gefragt, was ich denn in dieser "Schule" gelernt haben soll oder tatsächlich gelernt habe. Per Saldo ist sehr, sehr wenig übrig geblieben, zumindest dann, wenn ich auf positive Erkenntnisse und Erfahrungen ziele. Negative Erfahrungen gab es dagegen in Hülle und Fülle.

Diese Erinnerung kam beim Lesen Deines Beitrags hoch und vielleicht erklärt sie meinen Sarkasmus oder die Bitterkeit.



was waren das für negative Erfahrungen?,und das auch noch in Hülle und Fülle
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#73

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 13:17
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lutze im Beitrag #72

was waren das für negative Erfahrungen?,und das auch noch in Hülle und Fülle
Lutze


Hallo Lutze
Einen Teil davon habe ich im Beitrag - was war es jetzt? #52? #53? #55? - beschrieben. Ich mag jetzt nicht mehr im Detail all die sinnlosen Dinge aufzählen, die ich dort gelernt bzw. ausgeübt habe, zumal ich denke (und auch hier öfter gelesen habe), dass es in der NVA offensichtlich nicht wesentlich anders zuging.

Es hat den Anschein, als ob Solches beim Militär systemimmanent ist - und das weltweit.


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 28.04.2013 20:26
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Meine erste Berührung mit der EK - Bewegung hatte ich in meiner Jugend. Nur habe ich es damals nicht als Bewegung wahrgenommen, sondern als pure Freude mir bekannter Wehrdienstleistender, auf die baldige Entlassung – mit dem Bandmaß in der Hosentasche. Und ich habe mich mit ihnen mit gefreut, denn dass die Zeit des Wehrdienstes nicht einfach war, konnte man als Außenstehende schon an der strengen Urlaubsregelung erkennen. Nicht wenige Beziehungen von Freunden oder Freundinnen sind in der Zeit nicht zuletzt an den langen Phasen der Trennung gescheitert.

Ein zweites kurzes Erinnern folgte in der Wendezeit, als in den Medien über die Arbeits- und Lebensbedingungen in der NVA berichtet wurde und Knall auf Fall die Wehrdienstzeit verkürzt wurde. Oh, dachte ich, haben die EK's rebelliert? Habe aber nicht weiter darüber nachgedacht, sondern habe mich wiederum mit den Wehrdienstleistenden gefreut. Zumal ich zu der Zeit schon einen Sohn hatte, dem früher oder später auch der Wehrdienst bevorstand.

Und dann war ganz lange Ruhe, bis ich mich bis vor ca. 2 Jahren hier im Forum angemeldet habe und es einen thread über fahnenflüchtige Sowjetsoldaten gab. In diesem Zusammenhang kam auch die dedowschtschina zur Sprache. Da ich russische Wurzeln habe und auch russische Verwandte und Freunde, habe ich wahrscheinlich einen ganz anderen Blick darauf und auch ganz andere Erfahrungen. Es war zum einen ein großes Tabu – Thema in der Sowjetunion, zum anderen gab es eine sehr weit verbreitet Angst, die sich u.a. in Ritualen bei der Verabschiedung der jungen Wehrpflichtigen in den Familien niederschlug.

Damals fragte ich hier im Forum, ob es ähnliche Erscheinungen wie die dedowschtschina in der DDR gab. Nein, war die einhellige Antwort. Die EK – Bewegung sei damit nicht zu vergleichen.

Dem kann ich nur zustimmen, nach dem ich hier im Forum auch unzählige Berichte über die EK – Bewegung gelesen habe. Auch wenn einige extreme Erscheinungsformen stark an die Demütigung und Schikanen in der russischen Armee erinnern. Es gibt einen großen Unterschied. In der russischen Armee ist es ein System innerhalb der Hierarchien. Bei den bewaffneten Organen der DDR habe ich den Eindruck, dass sich mit der Zeit eine Art Parallel – Hierarchie gebildet hat, die zur Disziplinierung der Wehrpflichtigen mehr oder weniger geduldet wurde.

Soweit meine Gedanken zum Thema.

LG von der grenzgaengerin




Nabend Grenzgaengerin....

Deine Einschaetzung teile ich voll und ganz....was die "EK"Bewegung und aehnliche Erscheinungen in der CA Armee betrifft,so laest sich das mit dem "Leben"der DDR Wehrpflichtigen absolut nicht vergleichen.
Bei CA konnte ein Regiment schon mal an die 50 Mann im Jahr in Friedenszeiten "verlieren"...das kann man nicht erklaeren und den Muettern schon gar nicht.

Gruss BO


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#75

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.07.2013 16:59
von grenzgänger81 | 968 Beiträge

Ich kann mich an derartige Ausschweifungen nicht erinnern,klar mussten die jüngeren Jahrgänge das Revierreinigen uebernehmen,aber Schikane wie bei der NVA habe ich nicht kennengelernt.



Zitat von utkieker im Beitrag #43
Die EK- Bewegung, war eine Mischung von Disziplinierung der niederen Diensthalbjahre und Machtdemonstration des 3. Diensthalbjahres. Wenn ein Sprutz die Aufgabe hatte, die Aschenbecher zu leeren und er tat es nicht wurde zu drastischen Methoden gegriffen, z. B. den "Staubsauger". "Musikbox" war reine Schikane und was mich dabei am meisten ankotzt ist die Tatsache, daß die "Herren" EK's sich an die Schwächeren vergriffen um Macht zu demonstrieren. Allerdings waren solche martialischen Ausschweifungen nicht die Regel sondern die Ausnahme, bei den Grenztruppen ohnehin selten.
Teilweise wurde die "E"- Bewegung von den Vorgesetzten toleriert. Der Spieß beispielsweise wurde auf diese Art und Weise entlastet, wenn die "Hackordnung" innerhalb der Mannschaft funktionierte.

Gruß Hartmut!


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#76

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 04.07.2013 17:35
von damals wars | 12.113 Beiträge

Schwache Offziere brauchten die EK Bewegung, um ihre Interessen durchzusetzen.
Nach oben buckeln, nah unten treten.

Meines Wissens kam die EK Bewegung mit der Reaktivierung von Wehrmachtspersonal.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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