#41

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 01:23
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
... Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat? ...

Hallo Grenzgaengerin,

zu "Der" EK-Bewegung gab es, zumindest Ende der 70er und in den 80er Jahren keine durchgehende feste Einschätzung. Es gab unter den Führungskadern die unterschiedlichsten Auffassungen, u.a.:
- Die EK-Bewegung muss unterdrückt werden, denn sie zersetzt die Gefechtsbereitschaft und schafft Machtstrukturen, die nicht akzeptiert werden können.
- Die EK-Bewegung ist nichts gutes, aber sie lässt sich nicht unterdrücken. Man kann sich nur darauf beschränken, die schlimmsten Auswüchse zu bekämpfen.
- Die EK-Bewegung sollte bewusst genutzt werden, um die Ausbildung und auch die Disziplin zu festigen. Bei schlimmen Auswüchsen muss aber eingeschritten werden.
- Die Vorgesetzten sollten sich ruhig an Ritualen beteiligen (z.B. am Anschnitt des Bandmaßes).Es ist ganz natürlich, dass die Jungs sich freuen nach Hause zu kommen. Wenn die Vorgesetzten in den Ritualen dabei sind, läuft wenigstens nichts aus dem Ruder.

Das waren mögliche Ansichten dazu, mit denen ich während meiner Dienstzeit unmittelbar auch zu tun hatte. Allein beim Wechsel eines Regimentskommandeurs konnte man erleben, wie sich dessen Ansicht zu diesem Thema erst langsam durch den Stab fraß um dann auch in den Einheiten Wirkung zu zeigen. Ich selbst lag so zwischen der zweiten und dritten oben genannten Meinung. Das Schlechte an der EK-Bewegung war, dass sich ungewollte Hierarchien mit entsprechenden Machtpositionen entwickelten. Das konnte ich als Vorgesetzten nicht tolerieren. Ich halte auch nicht viel vom sogenannten Selbsterziehungsgedanken, den ja einige mit der EK-Bewegung verbanden. Aber meine Meinung war ja letztendlich Wurst. Da fragt mich eines Tages der Leiter der Politabteilung des Regiments, in welchem Zug der Kompanie ich am "Anschnitt" teilnehmen werde. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Der gleiche Mann hatte vorher jahrelang gegen die EK-Bewegung gewettert. Aber, wie heißt es so schön, Ober sticht Unter. Den Anschnitt habe ich trotzdem nie mitgemacht. Die damit einhergehende Anbiederei war mir zuwider.

Und das noch: Ich habe es nie erlebt, dass die EK-Bewegung als staatsfeindlich eingestuft wurde.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#42

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 02:02
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #41
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
... Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat? ...

Hallo Grenzgaengerin,

zu "Der" EK-Bewegung gab es, zumindest Ende der 70er und in den 80er Jahren keine durchgehende feste Einschätzung. Es gab unter den Führungskadern die unterschiedlichsten Auffassungen, u.a.:
- Die EK-Bewegung muss unterdrückt werden, denn sie zersetzt die Gefechtsbereitschaft und schafft Machtstrukturen, die nicht akzeptiert werden können.
- Die EK-Bewegung ist nichts gutes, aber sie lässt sich nicht unterdrücken. Man kann sich nur darauf beschränken, die schlimmsten Auswüchse zu bekämpfen.
- Die EK-Bewegung sollte bewusst genutzt werden, um die Ausbildung und auch die Disziplin zu festigen. Bei schlimmen Auswüchsen muss aber eingeschritten werden.
- Die Vorgesetzten sollten sich ruhig an Ritualen beteiligen (z.B. am Anschnitt des Bandmaßes).Es ist ganz natürlich, dass die Jungs sich freuen nach Hause zu kommen. Wenn die Vorgesetzten in den Ritualen dabei sind, läuft wenigstens nichts aus dem Ruder.

Das waren mögliche Ansichten dazu, mit denen ich während meiner Dienstzeit unmittelbar auch zu tun hatte. Allein beim Wechsel eines Regimentskommandeurs konnte man erleben, wie sich dessen Ansicht zu diesem Thema erst langsam durch den Stab fraß um dann auch in den Einheiten Wirkung zu zeigen. Ich selbst lag so zwischen der zweiten und dritten oben genannten Meinung. Das Schlechte an der EK-Bewegung war, dass sich ungewollte Hierarchien mit entsprechenden Machtpositionen entwickelten. Das konnte ich als Vorgesetzten nicht tolerieren. Ich halte auch nicht viel vom sogenannten Selbsterziehungsgedanken, den ja einige mit der EK-Bewegung verbanden. Aber meine Meinung war ja letztendlich Wurst. Da fragt mich eines Tages der Leiter der Politabteilung des Regiments, in welchem Zug der Kompanie ich am "Anschnitt" teilnehmen werde. Ich dachte, ich kippe vom Stuhl. Der gleiche Mann hatte vorher jahrelang gegen die EK-Bewegung gewettert. Aber, wie heißt es so schön, Ober sticht Unter. Den Anschnitt habe ich trotzdem nie mitgemacht. Die damit einhergehende Anbiederei war mir zuwider.

Und das noch: Ich habe es nie erlebt, dass die EK-Bewegung als staatsfeindlich eingestuft wurde.

ciao Rainman


leider sind die vorgesetzten bei gewissen ritualen nicht anwesend und somit ist das ganze für mich ein wiederspruch !
jeder weiß wann seine dienstzeit endet oder wie lange er sich verpflichtet hat !
mir hat man auch oft dieses besagte maßband vor augen gehalten um zu zeigen das man EK war und ihm alles am arsch vorbei geht !
ich wies ihn darauf hin wenn er seine arbeit nicht korrekt ausführen sollte , ich dann meldung mache und er eher nach hause gehen könnte !
danach war ruhe im schacht ! was ich damit sagen möchte , das solche bewegungen vielleicht manchmal gruppenfördernd wirken können, aber ich glaube eher nicht ,weil es immer auf 'schwächere' zielt die von so was betroffen sind und unfähig sind sich selbst zu wehren !!
kein vorgesetzter offizier sollte so was tollerieren !! das schwächt nun wirklich die truppe !! 'einer' für 'alle' und 'alle' für 'einen' !! das wär's !!!



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#43

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 08:36
von utkieker | 2.922 Beiträge

Die EK- Bewegung, war eine Mischung von Disziplinierung der niederen Diensthalbjahre und Machtdemonstration des 3. Diensthalbjahres. Wenn ein Sprutz die Aufgabe hatte, die Aschenbecher zu leeren und er tat es nicht wurde zu drastischen Methoden gegriffen, z. B. den "Staubsauger". "Musikbox" war reine Schikane und was mich dabei am meisten ankotzt ist die Tatsache, daß die "Herren" EK's sich an die Schwächeren vergriffen um Macht zu demonstrieren. Allerdings waren solche martialischen Ausschweifungen nicht die Regel sondern die Ausnahme, bei den Grenztruppen ohnehin selten.
Teilweise wurde die "E"- Bewegung von den Vorgesetzten toleriert. Der Spieß beispielsweise wurde auf diese Art und Weise entlastet, wenn die "Hackordnung" innerhalb der Mannschaft funktionierte.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#44

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 08:41
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #13
Gab's eine solche 'überzogene EK-Bewegung', als Grenzer blieb man ja von diesem Schwachsinn glücklicherweise verschont, eigentlich auch in den WSE und bei WRFD? Oder waren die Wehrersatz-Diener auch da mehr Beobachter als wie Betroffene?


könnte sich der werte user @94, mal bitte mit dem wehrdienstgesetz von 1982 beschäftigen?


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#45

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 09:24
von werner | 1.591 Beiträge

Immer noch Ausflug OT

Zitat von Dandelion im Beitrag #37
Einmal OT:
Zitat von werner im Beitrag #35

EK´s WSE WR DHJ DJ UaZ E´s.MOS UvD OV OvD .


Werner, das jetzt Folgende richtet sich nicht gegen Dich: Du warst "nur" der Stichwortgeber, nimm es deshalb bitte nicht persönlich.

Von den Wessis mit "Ost-Erfahrung", sprich von denen, die mehr als die Landschaft rechts und links der Transitstrecke kennen, wurde oft kolportiert, die Ossis hätten einen AKüFi. Da gab es die DSF, die Straße der OdF, HO, LPG, GPG, PGH, JP, NVA, GST, GK, WRFD, NSW, RGW, MKF, VVS - mehr fällt mir im Moment nicht ein, obwohl er sicher noch deutlich mehr gab.Und auch hier sitze ich manchmal rätselnd vor der einen oder anderen Abkürzung und versuche, herauszufinden, was damit wohl gemeint sein könnte.

Sollten die Wessis, die das behauptet haben, etwa und tatsächlich doch recht gehabt haben?



Vielleicht haben wir einen AküFi, vielleicht sind die Abkürzungen eben nur anders, der Anglisierung der Sprache waren wir dagegen nicht so ausgesetz, dafür entwickelte sich die Abkürzungskultur anders; PzGrenBat ist z.B. eine der noch lesbaren Abk. des Westens.

In der sowjetisch / russischen Sprachlandschaft führen die Abkürzungen eher zu LKW- Planen füllenden Wortungetümen: SOVTRANSAVTO - DEUTRANS hatte wohl kleinere LKW.

Achso, da hab´ich noch einen Buchtipp, der sehr helfen kann und dazu Spaß macht, gibt´s noch in der Bücherzone:

http://www.amazon.de/W%C3%B6rtliche-Bet%...+bet%C3%A4ubung


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#46

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 09:47
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von frank im Beitrag #42
... mir hat man auch oft dieses besagte maßband vor augen gehalten um zu zeigen das man EK war und ihm alles am arsch vorbei geht !
ich wies ihn darauf hin wenn er seine arbeit nicht korrekt ausführen sollte , ich dann meldung mache und er eher nach hause gehen könnte !
danach war ruhe im schacht ! was ich damit sagen möchte , das solche bewegungen vielleicht manchmal gruppenfördernd wirken können, aber ich glaube eher nicht ,weil es immer auf 'schwächere' zielt die von so was betroffen sind und unfähig sind sich selbst zu wehren !!
kein vorgesetzter offizier sollte so was tollerieren !! das schwächt nun wirklich die truppe !! 'einer' für 'alle' und 'alle' für 'einen' !! das wär's !!!

Hallo Frank,

das Zeigen des Bandmaßes im Beisein von Vorgesetzten ist so eine Sache, an der man den schmalen Grad erkennen kann, auf dem wir als Vorgesetzte wandelten. Das Bandmaß war nicht nur ein Element eigener Machtdemonstration. Es war auch ein Zeichen der Vorfreude, dass man den Sch*** bald hinter sich hat. An der Offiziershochschule haben wir auch die Tage bis zur Ernennung gezählt. Ich musste also in einer Situation schnell entscheiden, warum ich, als einer, der so etwas nie sehen durfte, jetzt plötzlich eines zu sehen bekam. Im wesentlichen waren es vier Grundsituationen.

Die eine beschreibst Du hier. Da will einer seine Macht demonstrieren bzw. dem Vorgesetzten die eigene Ohnmacht vor Augen führen. Das habe ich aufgrund meiner Dienststellung selten erlebt. Hier gab es kein Pardon. Per Befehl wurde die Aushändigung verlangt. Und damit stand der EK in der Zwickmühle. Händigt er es aus, macht er sich zum Klops in der eigenen Gruppe, händigt er es nicht aus, ist es eine Befehlsverweigerung. Der damit drohende Arrest hätte durch die Konsequenz des Nachdienens die Tageszählung schnell zu Makulatur machen können.

Eine andere Situation war die Provokation. Beim Rausfahren in den Grenzdienst blitzte im Vorbeifahren mal kurz ein Bandmaß auf, um den Polit zu ärgern. Um das zu ahnden hätte ich erkennen müssen, wer das war, und wichtiger noch, ich hätte mir das merken müssen. Aber der Dienst war stressig genug, um sich noch stundenlang damit zu beschäftigen. Hatte ich aber sofortige Zugriffsmöglichkeit, kam der Befehl zur Aushändigung.

Eine andere Situation war das Zeigen des Bandmaßes in der Öffentlichkeit, ohne dass der Vorgesetzte bemerkt wurde. Das war so ziemliche die dämlichste Art, das Bandmaß zu verlieren und führte auch zur kollektiven Verachtung bei den EK's. Disziplinarisch hatte ich hier sogar die größte Möglichkeit, denn das dazugehörende Vorkommnis nannte sich: Schädigung des Ansehens der Grenztruppen in der Öffentlichkeit. Da konnte es gar keine Diskussionen geben.

Und dann gab es noch das "Spiel". Man muss als Vorgesetzter immer überlegen, ob man über jedes hingehaltene Stöckchen springt. Eine Situation, in der jemand aus Übermut sein Bandmaß zog, ohne etwas zu beweisen oder provozieren zu wollen, gab es auch oft genug. Es gab ja die irrige Ansicht, ich müsse als Berufsoffizier unter "Tagedrücken" leiden. Hallo, das war meine Berufs- also eine Lebensentscheidung. Aber gut, das war ein Spiel, das ich mitmachen konnte. Da brummelte man mal kurz: "Noch so'n Ding und Sie müssen die ganze nächste Woche meine Kabeltrommel * tragen", und die Sache war erledigt. Es steckte dahinter die Beobachtung, dass alle Vorgesetzten, die auf mich gut gewirkt hatten, nicht nur streng waren, sondern auch das Gespür hatten, wann sie Dinge zulassen.

Und genau da war der schmale Grat, von dem ich sprach. Ich war damals sehr jung und hatte das definitiv noch nicht drauf. Aber ich hatte eine respektable Sammlung an Bandmaßen.

ciao Rainman


* Die Kabeltrommel war die beliebte Anspielung darauf, dass ein Offizier aufgrund seiner vielen Tage eine Kabeltrommel bräuchte, um sein Bandmaß aufwickeln zu können.


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


frank und Eisenacher haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2013 09:49 | nach oben springen

#47

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 09:58
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

In einem anderen Forum schrieb ich einmal sinngemäß: "Ich teile sie mit meinen heutigen Denke, diese damalige EK-Bewegung in Gut und in Böse, oder besser formuliert in Nützlich und aber auch sowas von völlig daneben. Heute früh fehlt mir dazu etwas die Zeit, mal sehen, werde es heute Abend mal zu Papier bringen.

Lebensläufer

Einen guten Sonnabend allen ins Forum


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#48

RE: Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 10:06
von 94 | 10.792 Beiträge

Warscheinlich war's im 2. DHj böse und im 3. dann gut? Ohje ...

Im Wiki gibts die Abkürzungen ausgeschrieben ... Wiki:Abkuerzungen
Soweit ... sogut. Dort habe ich allerdings keinen Eintrag zu WED gefunden. Nun habe allerdings schon mal einen WDA mit dieser in rot eingestempelten Abkürzung auf Seite 6 gesehen, was könnte das bedeuten? Im Gesetz über den Wehrdienst in der Deutschen Demokratischen Republik (Wehrdienstgesetz) vom 25. März 1982 ist mir dann der Absatz 2 des Paragraphen §46 besonders 'aufgefallen' *verlegengrins*


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#49

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 11:17
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #47
In einem anderen Forum schrieb ich einmal sinngemäß: "Ich teile sie mit meinen heutigen Denke, diese damalige EK-Bewegung in Gut und in Böse, oder besser formuliert in Nützlich und aber auch sowas von völlig daneben. Heute früh fehlt mir dazu etwas die Zeit, mal sehen, werde es heute Abend mal zu Papier bringen.

Lebensläufer

Einen guten Sonnabend allen ins Forum


Hallo Lebensläufer,

ich glaube nicht, dass es weiterhilft, mit dem heutigen Wissensstand die EK – Bewegung in gut oder böse einzuteilen. Wenn man die Beiträge liest, so kann man doch erkennen, wie vielen Konflikten man damals ausgesetzt war, egal an welcher Position man war.

Ich finde viel interessanter, wie gerade da, wo man glaubte, dass sich die „sozialistischen Beziehungen“ am ehesten durchsetzen ließen, Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander lagen.

Und auch wenn es vielleicht nervt, so behaupte ich, dass das MfS es auch gesehen hat, denn nicht umsonst stand in bereits zitierter Dienstanweisung: „Alle Erscheinungsformen der EK-Bewegung, deren Mittel und Methoden sowie Umfang und Auswirkungen“ sind zurückzudrängen bzw. zu verhindern.

Und wenn ich Deine Einteilung in gut und böse in diesem Fall verwenden würde, käme ich zu dem Schluss, dass das MfS in diesem Fall die guten waren, die sich nicht durchgesetzt haben.

LG von der grenzgaengerin


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#50

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 11:30
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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So mal nach den sozialistischen Beziehungen suchen.
Also der Dreck durch den wir als "Knollen" robbten, da stand nicht Sozialismus drauf und die Geräusche des Brüllaffen dazu klangen auch nicht sozialistisch lieblich.
Armee halt und nix anderes, immer Schütze Arsch im letzten Glied der zurechtgeschliffen wird.
Und ich kann mir nicht helfen, ich glaube der Deutsche hat immer so eine unteschwellig sexuelle Regung was das Militär angeht, ob da nun der Alte Fritz mit dem Gaul dahergeritten kam oder Erich mit dem Jagd-Wägelchen durch den Wald tuckerte, Waffenklirren muss sein und auch jetzt, es hat schon was wie die deutschen Kampfwagen so durch den Wüstensand donnern, wir dürfen wieder zeigen was wir da so drauf haben.


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2013 11:38 | nach oben springen

#51

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 13:06
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Ich begründe das mal, meinen Beitrag in 47. Irgendwo schrieb ich schon öfters sinngemäß, junge Männer sind wie junge Hunde. War ja selber mal Einer...nein nein, kein Hund, ein junger Kerl wie auch alle anderen älteren Männer hier. Also diese junge Männer/Hunde ,Sie brauchen, um das mal konkret zu benennen, eine ordentliche Hundeschule.

Diese Schule erreiche ich nicht mit :" Würdest du das bitte tun...oder Nu mach doch mal, du siehst doch, was notwendig ist...oder Jetzt leck mich doch am Arsch du faules Stück Freund/Ehemann, Lebenskamerad, dein Bett sieht immer noch wie Sau aus, deine Schuhe strotzen vor Dreck, unsere Fenster könnten auch mal wieder geputzt werden und das Geschirr in der Küche türmt sich schon seit drei Tagen, die Treppe ist auch noch nicht gewischt(das wäre mal so ein Gutenmorgensatz einer Frau, die neben Haushalt und Bettgefährten noch die Kinderchen am Halse hat)."

Soll heißen, es geht nur mit Druck, immensen Druck bei die jungen Kerle und der Druck damals(zumindest in der guten Richtung), der stimmte schonmal. Erzähle mir also Keiner(ist anmaßend was aber der Rainer macht sowas gerne?), das er zu Zeiten dieser 18 Monate an der Grenze /oder Rest-NVA nicht Ordnung, Disziplin und noch ne ganze Menge andere positive Dinge gelehrt bekommen hat, die ihm heute noch helfen, sein Leben in den Alltags-Grundzügen zu gestalten. So, das war der gute Teil, zumindest ein Teil davon, nicht zu verwechseln mit Grenzgaengerins wenn auch positiv gemeintem (vom Mfs) MfS Anteil.

Lebensläufer


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 15:03
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #51


Soll heißen, es geht nur mit Druck, immensen Druck bei die jungen Kerle und der Druck damals(zumindest in der guten Richtung), der stimmte schonmal. Erzähle mir also Keiner(ist anmaßend was aber der Rainer macht sowas gerne?), das er zu Zeiten dieser 18 Monate an der Grenze /oder Rest-NVA nicht Ordnung, Disziplin und noch ne ganze Menge andere positive Dinge gelehrt bekommen hat, die ihm heute noch helfen, sein Leben in den Alltags-Grundzügen zu gestalten. So, das war der gute Teil, zumindest ein Teil davon, nicht zu verwechseln mit Grenzgaengerins wenn auch positiv gemeintem (vom Mfs) MfS Anteil.

Lebensläufer


Da bin ich aber ganz anderer Meinung: Druck erzeugt Gegendruck, dass ist eine ziemlich alte Weisheit. Die besten Ergebnisse als Ausbilder habe ich immer dann erzielt, wenn ich nicht nur einfach stumpf Befehle erteilt, sondern positive Motivation eingesetzt habe: Eine angekündigte und zusätzliche Zigarettenpause zum Beispiel, wenn im Gelände eine Übung schnell und zu meiner Zufriedenheit absolviert wurde. Oder beim Spähtrupp mit in den Graben gesprungen bin und bis zu den Oberschenkeln im Wasser bzw. Matsch stand, auch wenn ich das nicht musste.

Und was den Lerneffekt angeht - oh ja, da gab es viele: So zum Beispiel, wie ich ein Bajonett drehen muss, um die Eingeweide des Gegenüber zu zerfetzen. Oder dass ich während einer Durchschlageübung in 3 Nächten insgesamt 180 km bergauf und bergab durch den Harz latschen konnte, ohne etwas zu essen. Oder wie sinnvoll es war, ein sauberes Revier immer und immer wieder zu reinigen, nur weil es auf dem Dienstplan stand. All das hat mir in meinem weiteren Leben ungeheuer geholfen.

Es mag sein, dass es Typen gab und gibt, für die Ordnung, Sauberkeit und Hygiene Femdwörter sind, die mit Begriffen wie "Kameradschaft" und "gegenseitige Hilfe" nichts anzufangen wissen. Nur: Zu denen habe ich nie gehört und begegnet sind sie mir auch nur selten.

Es gab nur einen einzigen positiven Aspekt, der mir wirklich im zivilen Leben geholfen hat: Was es bedeutet, Vorgesetzter zu sein, Verantwortung für Untergebene zu haben. Sonst nichts.

Ob man aber dafür 1 1/2 Jahre seines Lebens opfern muss oder ob es nicht auch andere Möglichkeiten gibt, an dieses Wissen, diese Erkenntnisse zu gelangen, versehe ich mit einem großen Fragezeichen


EK 70 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#53

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 15:08
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #51


Soll heißen, es geht nur mit Druck, immensen Druck bei die jungen Kerle und der Druck damals(zumindest in der guten Richtung), der stimmte schonmal. Erzähle mir also Keiner(ist anmaßend was aber der Rainer macht sowas gerne?), das er zu Zeiten dieser 18 Monate an der Grenze /oder Rest-NVA nicht Ordnung, Disziplin und noch ne ganze Menge andere positive Dinge gelehrt bekommen hat, die ihm heute noch helfen, sein Leben in den Alltags-Grundzügen zu gestalten.

Lebensläufer


Hallo Lebensläufer,

nach Deiner Theorie müssten alle nicht gedienten Frauen verantwortungslose Schlampen sein, die ihr Leben nicht in Griff bekommen.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.04.2013 15:24 | nach oben springen

#54

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 18:38
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Na na hallo uns Grenzgaengerin, was war das denn mit den Schlampen, also der Rainer lässt sich wirklich nur ungern was Grotten-Falsches in den Mund legen. Und Dandelion du begnadeter West-Exausbilder mit der Rauchpause, von Ausbildung im Felde und Bajonett und solchen spitzen Sachen hatte der Rainer auch nichts getextet. Ich schrieb so von die jungen Kerle und gehen wir da mal einfach weiter im Text.

Damals und auch heute gab, gibt es genug Familien, wo eben Mutter und Vater ne recht seltene harmonische zuzweit Erscheinung waren, sind. Ich denke mir fast, das wird heute gefühlt immer schlimmer.(wohl aber nur gefühlt, der Rainer hat noch die alten Werte im Kopf, deswegen). Und da steht son junges Kerlchen da und meint doch in seiner pubertären Eigenlobüberschätzung...ja, was könnte Der denn gleich mal meinen?

Richtig geraten, der meint so im negativsten Falle :" Ich, dann noch mal ich, dann vielleicht was vom Hunger und ob nicht balde vom Mütterlein das Essen auf dem Tisch stände, dann nach dem Essen ob das wöchendliche Taschengeld schon geflossen sei und dann bumms Türe zu, ich bin morgen früh zum Frühstück wieder da".

Siehe ....wie nennt man das, man nennt es Rechte und Pflichten. Wohl einfach mal Verantwortung übernehmen, sich nicht drücken, nicht die Anderen für mich selber usw. Und ja Lebenslaeuferin, das gilt auch für die jungen Mädels. Und Bingo, da ging das doch los mit so kleinen Sachen fern der eigenen Familie siehe, der junge Mensch...aber ehe wir hier voll OT werden, ich wollte ja bei der damaligen EK-Bewegung bleiben und meine so, gesunder Druck in der Gemeinschaft(Zimmer mit gut 10 Hanseln) war garnicht so schlecht für Einen der doch dachte, er kann so bissel die Anderen machen lassen und selber nichts dazu zutun.

Nichts Anderes wollte ich mit "gesundem Druck" ausdrücken.

Lebensläufer


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#55

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 18:46
von Fritze (gelöscht)
avatar

@ Lebensläufer . Lass mal Rainer ,diejenigen,die es was angeht ,haben schon verstanden ,was Du gemeint hast. Lass die Anderen mal mäkeln !
Wohin man mit antiautoritärer Erziehung kommt ,sehen wir doch jeden Tag.
Früher brauchte man oft den Begriff "schlechte Verlierer" , aber heute gibt es viel mehr schlechte Gewinner .
Wahrscheinlich macht es ihnen nur Freude ,wenn sie ständig den Finger in die Wunde legen können.
Das sind die WAHREN GESTRIGEN !!!


Lebensläufer hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2013 18:46 | nach oben springen

#56

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 19:18
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

@fritze

Mit den Wunden ist das so eine Sache. Da denkt man, sie sind längst verheilt, und da stolpert über alte Waschtröge in den Menschen an gepinkelt wurden und schon platzen sie wieder auf.

Es ist noch gar nicht lange her, da hat die halbe Welt sich über auf tote taliban urinierende US Soldaten empört:

http://www.focus.de/politik/ausland/usa/...aid_886356.html

Und dann liest man ähnlich menschenunwürdiges über die Vergangenheit des Landes in dem man über 30 Jahre gelebt hat, und das einen maßgeblich geprägt hat. Und bevor ich den letzten Respekt vor diesem Land verliere, legen ich und andere lieber die Finger in die Wunde. Auch in der Hoffnung, dass es die Taten einzelner waren und kein System dahinter stand.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.04.2013 19:18 | nach oben springen

#57

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 19:25
von ddr-bürger (gelöscht)
avatar

@grenzgängerin
mit dem Vergleich bist du wohl etws ins "stolpern" gekommen. Fiese und dumme "Späße" auf kosten von Einzelnen haben wohl nichts mit dem Vergleich der Herabwürdigung von Glaubensgruppen zu tun, da mal wohl etwas langsamer...


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#58

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 19:40
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #53
Zitat von Lebensläufer im Beitrag #51


Soll heißen, es geht nur mit Druck, immensen Druck bei die jungen Kerle und der Druck damals(zumindest in der guten Richtung), der stimmte schonmal. Erzähle mir also Keiner(ist anmaßend was aber der Rainer macht sowas gerne?), das er zu Zeiten dieser 18 Monate an der Grenze /oder Rest-NVA nicht Ordnung, Disziplin und noch ne ganze Menge andere positive Dinge gelehrt bekommen hat, die ihm heute noch helfen, sein Leben in den Alltags-Grundzügen zu gestalten.

Lebensläufer


Hallo Lebensläufer,

nach Deiner Theorie müssten alle nicht gedienten Frauen verantwortungslose Schlampen sein, die ihr Leben nicht in Griff bekommen.

LG von der grenzgaengerin



Grün: Deshalb fragt man sich als Mann/Ehemann/Lebensgefährte manchmal, was da in ihrem Gehirn gerade so passiert, wenn sie völlig abwegige, zur Sache unpassende, unlogische, in sich widersprüchliche, die Naturgesetze völlig über den Haufen werfende oder jeglicher Realität abgehende Aussagen, Wünsche, Forderungen, Festlegungen, Anweisungen, Beschlüsse äußert.



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#59

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 19:44
von Gelöschtes Mitglied
avatar

@ Lebensläufer

Geht es auch ohne persönliche Diffamierungen wie diese: Und Dandelion du begnadeter West-Exausbilder mit der Rauchpause

Wäre schön.


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#60

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 19:50
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #57
@grenzgängerin
mit dem Vergleich bist du wohl etws ins "stolpern" gekommen. Fiese und dumme "Späße" auf kosten von Einzelnen haben wohl nichts mit dem Vergleich der Herabwürdigung von Glaubensgruppen zu tun, da mal wohl etwas langsamer...


Mir ist es herzlich egal, ob jemand im Sinne des Wortes angepinkelt wurde, weil er Gefangener war, weil er einer anderen Glaubensrichtung angehörte oder weil er vermeintlich "Opfer" auf der Stirn stehen hatte. In solchen Fällen interessiert mich nicht die Ursache, sondern die Tatsache. Und somit kümmert mich es mich auch nicht die Bohne, ob der Täter (ohne Anführungszeichen) eine schwere Kindheit hatte, von seinem Vater mit dem Gürtel verprügelt wurde und die Mutter alkoholabhängig war.

Ein solches Tun ist eines Soldaten unwürdig, ist der Armee unwürdig, in der er dient. Und das völlig losgelöst von der ideologischen Ausrichtung dieser Armee.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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