#21

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 18:12
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Bei uns gab es Kameradschaft 1979/80 . Kameradenschweine hatten nichts zu lachen. Selbst die klugen Offiziere mochten die Denunzianten nicht und haben das auch zum Ausdruck gebracht.
Jedes Vorkommnis fiel ja auf den KC zurück, obwohl er ja nichts dafür konnte, was seine Soldaten so anstellten.
Kann mich noch an meinen KC B*** erinnern, als er morgens in die Kompanie kam und so ein Idiot von BU stolz 5 leere Flaschen Korn auf dem Wachtisch zur Begruessung präsentierte. Was soll ich damit, die sind doch leer und unter dem Gelächter der Soldaten durfte der BU die Scherben zusammenkehren.
Der KC hatte Achtung unter den Soldaten.



Edit Admin Rainman2: Bitte keine Klarnamen verwenden!


zuletzt bearbeitet 26.04.2013 20:51 | nach oben springen

#22

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 18:19
von utkieker | 2.925 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #17
Schildkröte: Vier Stahlhelme an Knie und Ellenbogengelenken, dann einen auf den Kopf und dann auf dem Flur lang schlittern. Mit Hilfe.
Musikbox: in den Spind einschließen und dann wird eine Mark eingeworfen und der Proband singt ein Lied. z.B. Ich bin klein klein, mein Herz ist rein ich möchte auch ein EK sein. (oder so ähnlich)
Den Rest kenne ich auch nicht.

Kleine Anmerkung zur Musikbox: Wenn dem EK das Lied nicht gefiel, konnte es geschehen das der Spind einfach umgestoßen wurde, es soll Fälle gegeben haben, wo die "Musikbox" aus dem Fenster geworfen wurde.
Ich selbst kenne diese martialischen Spielchen wie "Schildkröte" oder "Musikbox" nur vom Hörensagen. In den Grenzkompanien waren solche Ausschweifungen sehr selten.
Ich möchte noch eine Schikane ergänzen "Staubsauger". Hierzu hatte das Opfer die Gasmaske aufzusetzen, während der Schlauch am unteren Ende zu gehalten wurde und der Betreffende keine Luft mehr bekam. Gleichzeitig wurde ein Aschenbecher unter dem Schlauchende gehalten. Nach einiger Zeit wurde wurde das Schlauchende wieder geöffnet wobei der Atmungsreflex einsetzte und der Betroffene dabei die ganze Asche ins Gesicht und auch in Rachen und Nase bekamen.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
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#23

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 18:22
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von 94 im Beitrag #13
Gab's eine solche 'überzogene EK-Bewegung', als Grenzer blieb man ja von diesem Schwachsinn glücklicherweise verschont, eigentlich auch in den WSE und bei WRFD? Oder waren die Wehrersatz-Diener auch da mehr Beobachter als wie Betroffene?


Nach Erzählungen anderer Mitarbeiter, die zuvor im Wachregiment "Feliks Edmundiwitsch Dzierzynski“ ihren Dienst versahen, gab es auch dort eine sogenannte EK-Bewegung mit Titulierungen, wie "Vize" und allem anderem Drumherum. Noch eine "Spezialität" die hier noch nicht erwähnt wurde, der "Heilige Geist", der manchmal nächtens auf einigen Stuben seinen Einzug hielt.

Vierkrug


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 18:25
von Gelöschtes Mitglied
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Günter Eich hatte wohl recht: (sinngemäß) Der Mensch ist des Menschen Feind


zuletzt bearbeitet 26.04.2013 18:26 | nach oben springen

#25

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 18:29
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #22
Zitat von Eisenacher im Beitrag #17
Schildkröte: Vier Stahlhelme an Knie und Ellenbogengelenken, dann einen auf den Kopf und dann auf dem Flur lang schlittern. Mit Hilfe.
Musikbox: in den Spind einschließen und dann wird eine Mark eingeworfen und der Proband singt ein Lied. z.B. Ich bin klein klein, mein Herz ist rein ich möchte auch ein EK sein. (oder so ähnlich)
Den Rest kenne ich auch nicht.

Kleine Anmerkung zur Musikbox: Wenn dem EK das Lied nicht gefiel, konnte es geschehen das der Spind einfach umgestoßen wurde, es soll Fälle gegeben haben, wo die "Musikbox" aus dem Fenster geworfen wurde.
Ich selbst kenne diese martialischen Spielchen wie "Schildkröte" oder "Musikbox" nur vom Hörensagen. In den Grenzkompanien waren solche Ausschweifungen sehr selten.
Ich möchte noch eine Schikane ergänzen "Staubsauger". Hierzu hatte das Opfer die Gasmaske aufzusetzen, während der Schlauch am unteren Ende zu gehalten wurde und der Betreffende keine Luft mehr bekam. Gleichzeitig wurde ein Aschenbecher unter dem Schlauchende gehalten. Nach einiger Zeit wurde wurde das Schlauchende wieder geöffnet wobei der Atmungsreflex einsetzte und der Betroffene dabei die ganze Asche ins Gesicht und auch in Rachen und Nase bekamen.

Gruß Hartmut!



Bei uns war die EK-Bewegung mehr Spaß, da wurde niemand gegen seinen Willen schikaniert. In anderen Einheiten mag es anders ausgesehen haben. Bei uns war es reine Langeweile ohne jemandem zu schaden.


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#26

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 20:27
von Lutze | 8.039 Beiträge

die Musikbox ist aus dem Fenster geflogen?
das ist glatter Mord,das hat mit Unsinn nichts mehr zu tun,
so einer hätte Schwedt verdient
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 26.04.2013 20:30 | nach oben springen

#27

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 20:29
von Fritze (gelöscht)
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Da haben auch welche Schwedt bekommen ! Das weiss ich aus zuverlässiger Quelle , Lutze ! Und nicht bloss paar Monate .


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#28

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 20:34
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #27
Da haben auch welche Schwedt bekommen ! Das weiss ich aus zuverlässiger Quelle , Lutze ! Und nicht bloss paar Monate .

kann man mehr dazu erfahren?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#29

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 20:47
von Fritze (gelöscht)
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Die ganze Chose war in Spechtberg-Drögeheide abgelaufen .Dort hatten einige EKs unter erheblichen Alkoholeinfluss einen Dienstjahrjüngeren in einen Schrank gesperrt mit einem Schloss abgeschlossen und warfen Knöpfe durch Schlitze in den Schrank. Ob er nun im Scchrank gesungen hat oder nicht,jedenfalls war es nicht zum Gefallen dieser Horde. Zuerst wurde der Schrank aufs Fensterbrett gekippt ,dann runtergestossen oder abgerutscht.Der Ärmste hat den Sturz aus dem 3.Stock nicht gut überstanden, so daß er an den Folgen verstarb. Die Beteiligten erhielten gestaffelt nach Schwere ihrer Teilnahme mehrmonatige und mehrjährige Haftstrafen . Der Vater eines Freundes war in den 70er und 80er Jahren im PCK-Schwedt Ingenieur . Dort arbeiteten auch Insassen des Militärgefängnisses mit Sitz in Schwedt. Und die Arbeit dort war kein Zuckerschlecken. So zum Beispiel ,im Schutzanzug den ganzen Tag Kesselwagen von Hand reinigen. Da wurde kein Fett angesetzt. Und wir hatten dies ja schon Mal im Forum . Wer aus Schwedt wiederkam sagte nichts !


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#30

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 21:03
von Lutze | 8.039 Beiträge

sehr schrecklich,sowas zu lesen,da bin ich froh,
das man mich nicht eingezogen hat
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#31

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 21:03
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 26.04.2013 21:04 | nach oben springen

#32

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 21:17
von Lutze | 8.039 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #31
Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman

wo kam die Kugelstoßmurmel bloß her?,über sowas kann ich schmunzeln,
aber einen Spint aus dem Fenster schmeißen,da bleibt mir die Spucke weg
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#33

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 21:58
von DoreHolm | 7.705 Beiträge

Da muß ich Eisenacher in #25 zustimmen. Die EK-Bewegung und Bandmaß anschneiden war mehr Jux. Da kam kein Vize zu Schaden oder wurde gedemütigt, zumindest nicht daß er es als eine solche empfand. Das hat auch etwas mit Bildungsgrad zu tun, der m.E. in den GK doch um Nuancen höher war als bei den Muckern. In der Grundausbildung, ja da kenne ich den Maskenball auch. Ebenso den einen oder anderen Uffz., der wohl ansonsten zu Hause oder in seiner Firma nichts zu melden hatte. In den GK war einer auf das Vertrauen und die Kameradschaft des Anderen angewiesen. Auswüchse hätten hier in´s Auge gehen können.



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#34

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 22:16
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Dandelion im Beitrag #16
Naturgemäß kann ich zur NVA nicht viel sagen, ich war Fahnenjunker und für ein halbes Jahr Ausbilder Grundausbildung bei der Bundeswehr.

Zu den einzelnen Begriffen:

Maskenball am Sonntag
Den Begriff kenne ich, die "offizielle" Bezeichnung dafür war "Antreten in verschiedenen Dienstkleidungen". Solche Maßnahmen waren allerdings verpönt (vielleicht sogar verboten, weiß ich nicht mehr) und somit kenne ich es aus der Praxis nicht.

- Schildkröte
- Verscheuchen der Vögel
- Training Heimfahrt
- 45° Schrankbau mehrmals am Abend


Diese Begriffe sind mir völlig unbekannt.

- Bedienung der EK
Ich habe hier gelernt, dass damit "Entlassungskandidaten" gemeint sind. Auch den Begriff gab es bei der Bundeswehr nicht: Die Wehrpflichtigen wurden in ihrem letzten Quartal als "Reservisten" bezeichnet, hatten aber weder besondere Rechte oder andere Privilegien

- Musikbox
Auch damit kann ich nichts anfangen.

Auch die im Link genannte "Reinigung des Waschraums mit der Zahnbürste" ist mir als BEM (=Besonjdere erzieherische Maßnahme) vom Begriff her bekannt, in der Praxis habe ich es jedoch nie erlebt und auch nie davon gehört. Im Gegenteil: Ich glaube mich daran zu erinnern, dass eine solche BEM in meinen Lehrgängen zwar angesprochen wurden, dass aber dringend davon abgeraten wurde, einen entsprechenden Befehl zu erteilen: Befehle mussten einen dienstlichen und sinnvollen (na gut, darüber könnte man streiten) Zweck enthalten und sie durften nicht gegen die Menschenwürde verstoßen. Und gerade eine solche Maßnahme wurde als sinnlose, erniedrigende und unwürdige Tätigkeit bezeichnet und war verpönt oder gar verboten.

Ich bin mir sicher: Wenn mir jemand diesen Befehl erteilt hätte, dann hätte ich ihn vermutlich befolgt, um nicht den Tatbestand der Befehlsverweigerung zu erfüllen. Aber am nächsten Morgen, zum Dienstbeginn und damit zum frühest möglichen Zeitpunkt, hätte der Bataillonskommandeur meine schriftliche Beschwerde auf dem Tisch gehabt. Ich bin mir sicher, dass dann die Hütte gebrannt hätte....




Schoene Schilderung und das genau ist ein Punkt!

In der NVA und eben auch bei den GT hat die Huette oft erst gebrannt wenns schon zu spaet war,jedenfalls meiner Meinung nach.
Erst wenn der Gedemuetigte keinen Ausweg mehr sah,sich die Waffe an den Kopf hielt,unerlaubt der Truppe fern blieb und eben auch ml die Waffe gegen einen Vorgesetzten richtete,dann ja dann brannte die Luft!

"Ja wenn alles lauft",mischt man sich nicht gern ein,das sind fuer mich mafioese Strukturen.
Fakt ist aus meiner Erfahrung bei den GT wars vielleicht nicht so schlimm wie bei den Muckern(also NVA Einheiten),aber auch heute noch behaupte ich mal,son Scheiss (EK Bewegung) war Schuld an manch Unheil,das es haette nicht geben muessen.
Gruss BO

P.S. nein es werden von mir z.B.nicht alle KCs ueber "einen Kamm geschoren",aber richtige Pfeiffen waren eben auch dabei(wie ueberall)


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#35

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 22:52
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #13
Gab's eine solche 'überzogene EK-Bewegung', als Grenzer blieb man ja von diesem Schwachsinn glücklicherweise verschont, eigentlich auch in den WSE und bei WRFD? Oder waren die Wehrersatz-Diener auch da mehr Beobachter als wie Betroffene?


Ach da wird der doppelnde Goethe bemüht . . . aber zu seiner Zeit soll das ja gestattet gewesen sein.

EK´s gab es auch in den WSE und auch im WR, da es aber keine DHJ gab, sondern DJ, waren mit dem 3. Dienstjahr die UaZ eben die E´s.

Ob man da von EK-Bewegung sprechen kann, liegt sicher im Auge des Betrachters, ich würde das aber nicht so betiteln, da es in meiner Wahrnehmung außer dem Bandmaß und den damit verbundenen Ritualen kaum Spökes gab, was aber vermutlich der Schichtbelastung geschuldet ist und die MOSer relativ wenig Leerlauf hatten, in dem sie die grüne Langeweile geplagt hat.

Auswüchse gab es, wenn, dann eher in den großen Einheiten als in den kleinen WSE, in denen der Kontakt doch eher familiär war.

Die Verteilung der unangenehmen Dienste und Reviere auf die ersten und die zweiten DJ waren normal. Besonders auffällige EK´s durften aber auch schon zu Erziehungszwecken derlei Reviere erledigen - siehe Rainman.

Klar gab es das, dass sich ein UaZ im 1.DJ ungerecht behandelt gefühlt hat und den Beschwerdeweg gegangen ist, weil er vom UvD eine Woche lang ein besonders beliebtes Revier bekommen hatte. Oft hatte er Recht und es war reine Schikane. Nicht selten stellte sich aber auch raus, dass die Soldaten da was unter sich geklärt haben - weil z.B. der Junge Genosse immer wieder seine Ruherunde überzogen hatte oder bei der Aufführung getrödelt hat - dadurch sich die Aufführung verzögert und die abzulösenden Posten eben länger draußen geblieben sind - blöd wenn das dann auch noch E´s waren, die nach über 100 Schichten genau auf die Uhr schauen - oder der Jenosse im Schwalbennest eingepennt ist, dadurch die OV- Meldung vergeigt hat und die Wache dadurch eine Note 5 bekommen hat, was bei den folgenden Schichten ein intensiveres Ableuchten dieses Wachzuges durch den OvD bzw. Leitungsdienst ausgelöst hat, was wiederum den EK´s keine ruhigen und entspannten Schichten beschert hat. Und dafür haben sich die EK´s dann revanchiert, eben für glatzenhaftes Verhalten.

Für Vorgesetzte immer eine Gratwanderung - wie weit ist diese Selbsterziehung in Ordnung, wann muss man eingreifen?

Ich würde also sagen, dass sich an dieser Stelle die sozialistischen Beziehungen so darstellten, dass die EK´s den jüngeren Dienstjahren beibrachten, was man tun muss, um Stress zu vermeiden, was man tun muss, wenn man die drei Jahre unrasiert über die Bühne bekommen will, wie man sich zu verhalten hat, damit der Urlaub nicht gestrichen wird, wie man bei Vergehen nicht hochgezogen wird.

Ich denke, dass die Soldaten eben auch die Wechselwirkung zwischen eigenem Verhalten / Fehlverhalten und dem Ansehen des Kollektivs gelernt haben, dass es Regeln des Zusammenlebens gibt, Abhängigkeiten voneinander.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
94 und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 22:53
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #32
Zitat von Rainman2 im Beitrag #31
Die harmloseste Variante der EK-Spielchen war die EK-Kugel. In der Regel war das eine Kugelstoßkugel, die komplett über den Flur gerollt wurde. Bei den Fliesen bzw. Terrazzoplatten die da lagen und dem Hall im Treppenhaus war das ein schöner Lärm durch die ganze Kompanie. Letzten Endes sollten wir "Buckels", also die Vorgesetzten, dazu verleitet werden, sinnlos durch das Haus zu rennen und Schuldige zu suchen. In einem meiner Nachtdienste war es mal ziemlich arg. Ich befahl dem UvD den Genossen des 3. Diensthalbjahres auszurichten, dass das Außenrevier schauderhaft aussähe und ich bereit bin, jedem einzelnen einen Bereich mit persönlichem Befehl zuzuweisen. Ich würde ihnen auch gern die Ruhe lassen, aber wenn sie keine Ruhe brauchen, gäbe es Alternativen. Ich gebe zu, den Trick hatte ich mir beim Hauptfeldwebel abgeguckt. Nicht die Drohung mit dem Revier war das Problem, sondern die mögliche Demütigung, als EK vor dem 2. DHJ sich durch das Außenrevier zu arbeiten. Es war keine kollektive Bestrafung und einem Befehl sollte man sich nicht widersetzen. Sozialistische Beziehungen? Naja, ich empfand es als ein Spiel von beiden Seiten. Und ich muss zugeben, ich gewann es selten.

ciao Rainman

wo kam die Kugelstoßmurmel bloß her?,über sowas kann ich schmunzeln,
aber einen Spint aus dem Fenster schmeißen,da bleibt mir die Spucke weg
Lutze


Lutze die "Murmeln" waren vor Ort und gut versteckt. Wir hatten lange Gänge und über den Fliesenboden....das schepperte gewaltig.
Über "Musikbox", "Schildkröte" etc wurde alles schon geschrieben.
Eine lustige Anekdote fällt mir ein, aus der Ausbildung. Wir mußten in der Ausbildung im Gang antreten, der Hauptfeld hat bitten lassen.
Wir standen mucksmäuschenstill ,nur eine Etage über uns war remmi demmi, da brüllte er (Hfw.) nach oben....wenn Hier nicht gleich RUHE ist...hole
ich mir gleich einen runter. Es wurde still und dann hörten wir leises Gelächter. Der Hfw wurde rot im Gesicht und ließ uns wegtreten...wurde auch Zeit..denn wir konnten das Lachen kaum unterdrücken...Türe zu und ablachen.


xxx
Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#37

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 23:46
von Gelöschtes Mitglied
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Einmal OT:

Zitat von werner im Beitrag #35

EK´s WSE WR DHJ DJ UaZ E´s.MOS UvD OV OvD .


Werner, das jetzt Folgende richtet sich nicht gegen Dich: Du warst "nur" der Stichwortgeber, nimm es deshalb bitte nicht persönlich.

Von den Wessis mit "Ost-Erfahrung", sprich von denen, die mehr als die Landschaft rechts und links der Transitstrecke kennen, wurde oft kolportiert, die Ossis hätten einen AKüFi. Da gab es die DSF, die Straße der OdF, HO, LPG, GPG, PGH, JP, NVA, GST, GK, WRFD, NSW, RGW, MKF, VVS - mehr fällt mir im Moment nicht ein, obwohl er sicher noch deutlich mehr gab.Und auch hier sitze ich manchmal rätselnd vor der einen oder anderen Abkürzung und versuche, herauszufinden, was damit wohl gemeint sein könnte.

Sollten die Wessis, die das behauptet haben, etwa und tatsächlich doch recht gehabt haben?


zuletzt bearbeitet 26.04.2013 23:57 | nach oben springen

#38

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 26.04.2013 23:57
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Ich bin einerseits überrascht über die Offenheit in den Beiträgen, anderseits stockt mir der Atem bei manchen Schilderungen.

Ich habe noch eine Verständnisfrage.

In der Dienstanweisung an Angehörige der Spezialeinheit des MfS innerhalb der Grenztruppen der DDR vom Oktober 1973 sind verschiedene Schwerpunktaufgaben definiert worden:

"3. Aufklärung aller anderen Erscheinungsformen staatsfeindlicher Handlungen sowie deren Zurückdrängung bzw. Verhinderung.
...

c) EK-Bewegung

- Alle Erscheinungsformen der EK-Bewegung, deren Mittel und Methoden sowie Umfang und Auswirkungen dieser
- Wer sind die Rädelsführer?
- Welche Zielsetzung wird dabei vefolgt?
- Welche Repressalien werden gegen die anderen Soldaten wirksam?"

http://de.wikisource.org/wiki/Dienstanwe...%C3%9Fbefehl%29

Nun meine Frage: Ist die EK - Bewegung als staatsfeindlich eingestuft worden oder war sie nur staatsfeindlich wenn sie sich gegen SED - Mitglieder gerichtet hat?

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 26.04.2013 23:58 | nach oben springen

#39

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 00:08
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #38
anderseits stockt mir der Atem bei manchen Schilderungen.



Mir auch. Allerdings vermute ich sehr stark, dass solche Vorkommnisse wirkliche Ausnahmen waren und blieben, das solche Exzesse wie der Fenstersturz nicht annähernd die Regel waren. Aber leider prägen solche Extreme gerne die Basis für eine Meinungsbildung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten EK's (jetzt fang ich auch schon an....) völlig friedlich waren und zwar ihr Maßband Tag für Tag weiter zerstörten, aber ansonsten eher harmlose Späße mit den "Neuen" - bei der Bundeswehr meist "Rotärsche" genannt" - trieben. Zumindest solche, die nicht zu Verletzungen oder gar zum Tod führten.


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#40

RE: RE:Sozialistische Beziehungen - Definition und Wirklichkeit

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 27.04.2013 00:48
von frank | 1.753 Beiträge

'Staubsauger' : man setzt dem 'delinquenten' eine gasmaske auf , schraubt den filter ab und kneift den schnorchelschlauch zu bis das ihm die augen zwecks luftmangel austreten ! danach wird dieser schlauch über ein zusammengekehrten haufen 'dreck' aus dem zimmer gehalten und geöffnet ! der atemeinzug sorgt dann für eine schnellere reinigung als ein gerät der marke 'hoover' !!!
diese perverse art der EK - bewegung ist mir durch bekannte schulkameraden zu ohren gekommen und durch aus als glaubwürdig, so in einer kaserne in thüringen ( NVA), vorgekommen sein soll !!!
da ja hier im thema durch einzelne 'user' immer wieder das Mfs ins spiel gebracht wird , warum auch immer ?,kann ich nur für meine
hauptabteilung sprechen : bei uns gab es bis auf's 'maßband' der drei -jährigen so etwas nicht ! selbst wenn 'das' vom vorgesetzten geäugt wurde ,war es weg !!!
aber das ganze nicht zu verwechseln mit zeit-genossen - die in sachen hygiene jede topfpflanze im zimmer eingehen ließen !
solche haben wir dann auch in den waschtrog gelegt ! eine erfahrung fürs leben und keine EK -bewegung , es hatte geholfen !! erziehung !!!



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