#21

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 26.04.2013 10:44
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #7
Zitat von Hackel39 im Beitrag #3
Zitat von ABV im Beitrag #1
Hallo Freunde!
Über meine Erlebnisse während der Wendezeit hatte ich ja in einem anderen Thread bereits berichtet. Wie aber ging es im Oderbruch nach 1990 weiter? Ich habe meine Erlebnisse zwischen 1990 und 1996 niedergeschrieben. Wegen der besseren Lesbarkeit, habe ich eine PDF-Datei daraus erstellt. Ihr findet diese Datei unten als Anhang.

Viel Spaß beim Lesen
und viele Grüße aus dem Oderbruch
Uwe


Hallo Uwe,
das liest sich sehr gut an, einfach Klasse.
Ich werde versuchen, alles durchzulesen in meiner Abfeierwoche, was ich nicht schaffe, drucke ich aus und nehme es mit dem Zug kreuz und quer durch Einheitsdeutschland mit.

Gruß Hackel.




so, während einer Zugfahrt liest du Bücher ???




Gaaaanz ruhig, verehrter Gert, laß mich den Sachverhalt klären.
Wie bekannt, lebe ich im entvölkerten, entindustrialisiertem Morgenthau- Osten und muß erst 300-400 km überbrücken, um dort hinzukommen, wo die Niedriglohnkrake nicht hinkommt.
Auf dieser Reise lese ich, alles was ich durch meine rosarote Brille lesen kann, so einfach ist das.
Übrigens habe ich auch innerhalb der Arbeitswoche wegen asymetrischer Dienstpläne zuweilen mehrere 100 km als Fahrgast zu überbrücken, also Zeit ohne Ende, Zeit ohne Heimat.
Gruß Hackel.



Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#22

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 26.04.2013 12:43
von Damals87 | 503 Beiträge

Hallo,

ich bin ebenfalls schwer beeindruckt! Schmissig geschrieben, liest sich wie ein Roman. Und das Lokalkolorit des Oderbruchs, 1A!
Köstlich fand ich die deutsch polnische Zusammenarbeit zur Pekinesenrettung.

Weiter so!

Grüße aus Hessen


„Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden.“ Sören Kierkegaard


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#23

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 26.04.2013 20:57
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #6
Den Fragebogen brauchte ich nicht mehr ausfüllen, da sowohl der damalige Innenminister der DDR, PMD, wie auch der künftige Innenminister des Landes Brandenburg (ab 01.11.1990), Alwin Ziel wußten, aus welchem Stall ich kam.
Auch dem damaligem Vorsitzenden der GDP, Hermann Lutz (CDU), war dieser Umstand bekannt und er hat sich auch nicht daran gestossen. Die Gründe für mein Ausscheiden waren anderer Natur. U.a. war ich nicht bereit und willens ein Gelöbnis auf diesen "neuen" Staat abzulegen. Und zu dieser Entscheidung stehe ich heute noch.

Vierkrug


Hallo Vierkrug,
ich fände es interessant zu erfahren, ob es da bestimmte Passagen des Gelöbnisses waren, die Dich konkret von der beruflichen Intergration im Folgesystem abhielten oder ob Du dem neuen Staat eher allgemein abgeschworen hattest.
Die Reichsbahn war ja ähnlich strukturiert wie Militär und Polizei, mit Diensträngen, Paragrafen, Uniformpflicht, Befehlen, politischen und technischen Abteilungen sowie dem allgemeinen Disziplinverständnis, trotzdem war mir Nahtlosbahner das Gerangel um die Posten, sowohl direkt im Betrieb als auch oberhalb davon relativ egal, wir konnten nur verlieren angesichts der Straßenlobby, das wußten wir vorher schon.
Mit unseren Uniformen verloren wir auch viel Anerkennung und wenn die GDL (Lokführergewerkschaft) damals nicht die alten Werte so gut es ging hoch gehalten hätte, dann hätte ich vielleicht auch hingeschmissen.
Gruß Hackel.



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#24

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 26.04.2013 21:04
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #23
Zitat von Vierkrug im Beitrag #6
Den Fragebogen brauchte ich nicht mehr ausfüllen, da sowohl der damalige Innenminister der DDR, PMD, wie auch der künftige Innenminister des Landes Brandenburg (ab 01.11.1990), Alwin Ziel wußten, aus welchem Stall ich kam.
Auch dem damaligem Vorsitzenden der GDP, Hermann Lutz (CDU), war dieser Umstand bekannt und er hat sich auch nicht daran gestossen. Die Gründe für mein Ausscheiden waren anderer Natur. U.a. war ich nicht bereit und willens ein Gelöbnis auf diesen "neuen" Staat abzulegen. Und zu dieser Entscheidung stehe ich heute noch.

Vierkrug


Hallo Vierkrug,
ich fände es interessant zu erfahren, ob es da bestimmte Passagen des Gelöbnisses waren, die Dich konkret von der beruflichen Intergration im Folgesystem abhielten oder ob Du dem neuen Staat eher allgemein abgeschworen hattest.
Die Reichsbahn war ja ähnlich strukturiert wie Militär und Polizei, mit Diensträngen, Paragrafen, Uniformpflicht, Befehlen, politischen und technischen Abteilungen sowie dem allgemeinen Disziplinverständnis, trotzdem war mir Nahtlosbahner das Gerangel um die Posten, sowohl direkt im Betrieb als auch oberhalb davon relativ egal, wir konnten nur verlieren angesichts der Straßenlobby, das wußten wir vorher schon.
Mit unseren Uniformen verloren wir auch viel Anerkennung und wenn die GDL (Lokführergewerkschaft) damals nicht die alten Werte so gut es ging hoch gehalten hätte, dann hätte ich vielleicht auch hingeschmissen.
Gruß Hackel.


Antwort folgt morgen !!!

Vierkrug


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#25

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 12:54
von Gelöschtes Mitglied
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Sorry Hackel, dass ich erst heute Deine Anfrage beantworte, aber ich war gestern von der Gartenarbeit so platt, wie eine Maischolle.
Ich werde auch auf einen Prolog verzichten und versuchen, auch gleich zum Kern zu kommen. Vorab jedoch noch eine Bemerkung meinerseits.
Ich bewundere Menschen, wie meinen Freund Heinz (der unter dem Pseudonym "E.Rasmus" gelegentlich für den "Rotfuchs" schreibt) und auch ABV, die die Schönheit und vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten der deutschen Sprache nutzen, um ihre Beiträge entsprechend zu formulieren. Das geht mir als "Technokraten" nicht so aus der Feder.

Wie bereits bekannt, trat ich meinen Dienst in den Reihen der Volkspolizei am 15. Januar 1990 an. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde ich noch anderweitig besoldet.
Mit dem Dienstantritt spürte ich zugleich eine gewisse Reserviertheit einiger höherer Polizeioffiziere der Bezirksbehörde gegenüber meiner Person, obwohl wir uns über viele Jahre kannten und auch in gemeinsame Aktivitäten eingebunden waren. Ich hatte dafür Verständnis, denn das MfS und seine Mitarbeiter waren die Zielscheibe nicht nur des Volkszornes.
Hinsichtlich der Aufgabenwahrnehmung gab es keine Probleme und das Aufgabengebiet passte in meine Vorstellungen.
Zum gleichem Zeitpunkt gab es innerhalb der Volkspolizei die ersten Aktivitäten zur Bildung einer eigenen Polizeigewerkschaft, der GdVP (Gewerkschaft der Volkspolizei), die den Bediensteten auch ein demokratisches Mitspracherecht nicht nur bei dienstlichen Obliegenheiten sichern sollte. Initiatoren dieser Gewerkschaftsgründung in der Bezirksbehörde waren vor allem Mitarbeiter der K. Die von ihnen angeführten Argumente waren auch für mich verständlich und nachvollziehbar. Obwohl es meinerseits keinerlei Ambitionen hinsichtlich einer Kandidatur gab, wurde ich zum Vorsitzenden der GdVP in der DE gewählt.
Aber zurück zum Thema. Ich hatte im März 1967 den Fahneneid des MfS geschworen, der sich nur unwesentlich von den Fahneneiden der anderen bewaffneten Kräfte der DDR unterschied. Dieser Fahneneid war für mich zugleich mein Bekenntnis und meine Treue zur Arbeiter - und Bauern - Macht in der DDR und bestimmte letztendlich mein Denken und Handeln – oder wie es auch manchmal im Parteideutsch hieß, die Einheit von Wort und Tat.
Die DDR war nicht nur meine politische Heimat – sie war auch mein Vaterland, im dem ich aufgewachsen war, eine umfassende Schulbildung genoss und meine Studien erfolgreich absolvieren konnte. Sie war der soziale Schoß, im dem ich meine Familie gründete und mit ihr viele gemeinsame und unvergessliche Jahre verbringen konnte.
Das stand alles 1990 zur Disposition. Aus den Hoffnungen, die DDR so zu reformieren, dass die bekannten Unzulänglichkeiten und Probleme auf breiter demokratischer Basis gemeinsam mit Volk beseitigt werden, erwuchs die Erkenntnis, dass dieses nicht das Ziel und das Anliegen bestimmter politischer Kräfte gewesen ist.
Diese Unsicherheiten widerspiegelten sich auch in der Dienstdurchführung der sich noch nennenden Volkspolizei.
Es ist u.a. PMD zu verdanken, dass die Volkspolizei in dieser Phase nicht in die Handlungsunfähigkeit abrutschte und sich mit den neuen gesellschaftlichen Gegebenheiten zurechtfand. Manchmal eine Gratwanderung und Zangengeburt.
In dieser Phase war bereits zu erkennen, dass sich die Führung der Bezirksbehörde mehr der eigenen Zukunft zuwandte, wie den sich den Sorgen und Problemen der Polizisten anzunehmen. Mit einem Mal war u.a. der ehemalige Leiter der K1 ein Verfolgter des SED-Regimes – seine Ehefrau war noch zuvor offizielle Delegierte zum Parteitag der SED gewesen. Andere hochrangige Polizeioffiziere bastelten an ihrer Vita herum, um sich bei den neuen Dienstherren anzubiedern und scheuten dabei nicht einmal vor denuzierenden Methoden zurück. Sie hatten sich dem Diktat der SED beugen müssen, um nicht Schäden in ihrer Laufbahn hinnehmen zu müssen – im Stillen haben sie jedoch eine andere Haltung zum Staat DDR und der Partei bezogen.
Das war für mich u.a. Bruch des geleisteten Fahneneides und eine spezifische Form der Fahnenflucht.
Ich konnte mich mit einer solchen Denk- und Verhaltensweise keinesfalls identifizieren und ich wollte es auch nicht. Noch existierte die DDR und der Fahneneid war noch bindend.
So langsam wurde ich einigen höheren Polizeioffizieren der Behörde ein unbequemer Partner – denn wir saßen als Personalvertreter auf einem Mal als gleichberechtigte Partner bei den Dienstbesprechungen mit am Tisch.
Es gab den Versuch, mich in eine Spezialeinheit, des sich im Aufbau befindlichen BGS Ost abzuschieben. Dieser Versuch scheiterte, da die Polizeigewerkschaft auch ihre Zustimmung geben musste. Und das eigentliche Anliegen dieser Maßnahme war zu offensichtlich.

Es rückte mit den Verhandlungen zum Einigungsvertrag und dessen Unterzeichnung der Tag immer näher, an dem die deutsche Einheit staatlich vollzogen wird und die DDR aufhört zu existieren. Es wurde dann der 3. Oktober 1990 als Termin des Vollzuges genannt.
In einer Dienstversammlung wurde uns dann das künftig abzulegende Gelöbnis zur Kenntnis gebracht. Für mich der Zeitpunkt, meinen Dienst zu quittieren, denn ich konnte dieses Gelöbnis und seinen Inhalt nicht mit meiner politischen Grundposition und meinen persönlichen Überzeugungen im Einklang bringen.
Es wäre auch eine Form des Verrates gegenüber dem Kampf und dem Lebenswerk meines Vaters gewesen, der von den Nazis ins Zuchthaus verbracht wurde, im Spanienkrieg in den Reihen der Interbrigaden kämpfte und nach Kriegsende aktiv beim Aufbau der Polizei in der sowjetischen Besatzungszone und der DDR mitwirkte. Es waren westdeutsche Polizeibeamte, die meinen Vater aus dem sogenanntem Interzonenzug in Büchen herausholten und den Justizorganen in Lübeck übergaben, weil er den Wahlkampf der KPD zur Bundestagswahl in Hamburg mit unterstützen wollte. Es verbrachte viele Monate in Untersuchungshaft.

Mein Leitspruch von Immanuel Kant, dem großem deutschem Philosophen lautet: "Ich kann, weil ich will, was ich muß". Und danach handelte ich dann auch.

Ich darf mich heute KHK a.D. nennen. Ein Vorzug gegenüber meiner ehemaligen Tätigkeit, in deren Folge ich mich nicht als Hauptmann a.D. bezeichnen darf, da gedient in "fremden Heeren".

Gruß
Vierkrug

Noch ein abschliessender Hinweis für die allseits bekannten User, die wieder das "Sperrfeuer" eröffnen werden - ich trage eine schußsichere Weste !!!


Damals87, DoreHolm, seaman, Hackel39, Krepp, LEGO, Svenni1980, passport und Grete85 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#26

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 14:07
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Danke Vierkrug für diese ehrliche überzeugende Antwort.
Alles was ich in Deinen Zeilen gelesen habe, ruft aber eine Gegenfrage an Dich hervor, die ich gerne auch Thälmann oder Honecker stellen würde:
Würdest Du mit dem Wissen von heute, ein weiteres Mal auf die Loyalität dieser Arbeiterklasse vertrauen, die wir beide jeweils im Rahmen unserer Möglichkeiten zu führen versuchten, um im Wettstreit der Systeme als Sieger hervorzugehen ?
Ich rechnete mal intern in meinem damaligen Bekanntenkreis hoch, wieviele meiner damaligen Mitstreiter fit genug für den Sozialismus waren und kam auf etwa jeden fünften, eine gewagte und auch recht grobe Schätzung aber die ist entscheidend darüber, ob es überhaupt Sinn macht, etwas zu verteidigen, was viele offensichtlich gar nicht wollen, weil sie weder Krieg, Hunger, Vertreibung, Enteignung oder Terror von innen noch das Gegenmodell des Westens kennen gelernt hatten.
Ich beziehe mich hier ausdrücklich auf meinen weitgehend gleichaltrigen Bekanntenkreis von damals, die Reichsbahner in meiner FDJ- Organisation bzw. dem Bahnstandort allgemein aber auch Betriebe des Umlands, deren Jugendliche ich damals besser kennengelernt hatte, auch Mitstreiter im Anglerverein und im Wohngebiet.
Als wir schließlich im März 1990 mit einem fetten Goldklumpen vor der Wahlurne standen, gab es noch eine gewisse Hoffnung auf einen besseren Weg, wenngleich die schon sehr gering war, aber es war nun mal eine freie Wahl, die auch für mich die Weichen stellte.
Nachdem Hans im Glück am Ende seiner Tauschgeschäfte (Gold- Pferd- Kuh...) am Ende seine Schleifsteine in den Straßengraben warf, weil keiner mehr seine Arbeitskraft brauchte und die linken Alternativparteien trotzdem nicht zum Zuge kamen, begriff ich im Verlauf der ersten 10-15 Jahre danach, daß es nichts mehr zu verteidigen gab.
Aber ich will nicht weiter ablenken und vielleicht kannst Du meine Gegenfrage doch beantworten,
Gruß Hackel.



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#27

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 14:39
von Gelöschtes Mitglied
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Ich beantworte Deine Gegenfrage gern. Zumindest wäre es mit Erfahrungen und Erkenntnissen von heute, einen erneuten Versuch wert. Vertrauen kann man nicht verordnen bzw. aufoktroyieren, man muß es sich erarbeiten und erwerben.
Ich hatte es schon einmal so ähnlich formuliert - Wir hatten ein gutes Volk, für dessen Wohlergehen wir alles unternehmen wollten. Irgendwann haben wir auf unserem Weg es versäumt, die Menschen dabei mitzunehmen und dabei das Volk verloren. Zum Schluß wollten dann die Menschen und das Volk nicht mehr mit uns gehen und folgten mehrheitlich dem "goldenem Kalb".

Wir haben so oft über das Sein und das gesellschaftliche Bewußtsein postuliert, aber in der Praxis nicht umgesetzt. Die Rede von Friedrich Engels am Grabe von Karl Marx hätte nicht nur zitiert werden sollen, sondern in der praktischen Arbeit mit Inhalt und Leben erfüllt werden müssen: Hier noch einmal auszugsweise zur Erinnerung:
"Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte: die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können; daß also die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen - nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt."

Irgendwann wird es eine erneute Chance geben und dann hoffe ich, dass es die Erben besser angehen und aus den bitteren Erfahrungen und Erkenntnissen, die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.

Vierkrug


Hackel39, silberfuchs60, passport und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 15:35
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #27
Ich beantworte Deine Gegenfrage gern. Zumindest wäre es mit Erfahrungen und Erkenntnissen von heute, einen erneuten Versuch wert. Vertrauen kann man nicht verordnen bzw. aufoktroyieren, man muß es sich erarbeiten und erwerben.
Ich hatte es schon einmal so ähnlich formuliert - Wir hatten ein gutes Volk, für dessen Wohlergehen wir alles unternehmen wollten. Irgendwann haben wir auf unserem Weg es versäumt, die Menschen dabei mitzunehmen und dabei das Volk verloren. Zum Schluß wollten dann die Menschen und das Volk nicht mehr mit uns gehen und folgten mehrheitlich dem "goldenem Kalb".

Wir haben so oft über das Sein und das gesellschaftliche Bewußtsein postuliert, aber in der Praxis nicht umgesetzt. Die Rede von Friedrich Engels am Grabe von Karl Marx hätte nicht nur zitiert werden sollen, sondern in der praktischen Arbeit mit Inhalt und Leben erfüllt werden müssen: Hier noch einmal auszugsweise zur Erinnerung:
"Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte: die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können; daß also die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen - nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt."

Irgendwann wird es eine erneute Chance geben und dann hoffe ich, dass es die Erben besser angehen und aus den bitteren Erfahrungen und Erkenntnissen, die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.

Vierkrug


"Irgendwann das Volk verloren"- mir fehlen die Lebensjahre als Erwachsener in der DDR aber kann denn in jedem Fall der Staatsapparat etwas dafür, wenn Leute, die satt zu essen haben, subventionierte Kohlen, Brötchen und Fleisch zu kaufen bekommen es offensichtlich nötig haben, sobald sie die Möglichkeit dazu haben, sich einen Mehrwert am Gemeinwesen anzueignen ?
Stellt es nicht die Kausalkette des Untergangs vollkommen auf den Kopf, wenn der Schlosser des Jahres 1980 immer noch Kohlen vom großen Haufen der Lokschuppenheizung klaut, weil der Vater es 1955 auch schon gemacht hat, mit dem Unterschied, daß der Sohn ohne den Diebstahl 1955 auf dem Wickeltisch erfroren wäre, während der Dieb des Jahres 1980 nur die Tankfüllung für sein Moped finanzieren möchte?
Ist es denn legitim, 5 kg Rouladen nach einem Einzeleinkauf zu horten, so daß 5 unzufriedene Kunden zurückbleiben, die dann keine mehr bekommen um daraufhin 5 kg Butter ins Tiefkühlfach bunkern ohne Rücksicht auf die Versorgung der Folgekunden im Konsum ?
Ist es denn nicht legitim, solche Volksgenossen anzugehen, wenn man sie einmal am Anfang der Kausalkette ausgemacht hat ?
War denn die Staatsmacht nicht eher zu zahm als zu streng in einer Phase als die Formbarkeit der sozialistischen Ethik noch praktikabel gewesen wäre, anstatt den ganzen Garten verwildern zu lassen ?
Ich vergleiche es immer mit meinen Fahrten im ICE, dort kaufen manche eben Platzkarten und andere nicht und in 95 % meiner Fahrten haben am Ende trotzdem alle einen Sitzplatz, ähnlich war es mit der Versorgungssituation in der DDR, davon kann und will ich mich nicht abbringen lassen, andernorts im Forum hab ich mich darüber schon geäußert und will es hier nicht noch mehr vertiefen aber das mit der Vollversorgung mit Konsumgütern wäre innerhalb der vorgegebenen Qualität lösbar gewesen, genauso wie die Vollversorgung mit Sitzplätzen fast immer möglich ist.
Und auch die eingeschränkte Reisefreiheit war keine Frage von staatlicher Willkür oder Mißtrauen sondern schlichtweg ein Mangel an Devisen, wie Honecker selbst (wenn auch in einem unpässlichen, dafür aber gnadenlos ehrlichen Moment) bei min 0:20 auch zu gab.
http://www.youtube.com/watch?v=y1HHNGQ9HgY
An eine neue Chance glaube ich im Gegensatz zur Dir, werter Vierkrug aber nicht, bzw. ist diese Chance ist nicht ohne eine vorausgehende Katastrophe zu haben.



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#29

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 15:40
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #26
Danke Vierkrug für diese ehrliche überzeugende Antwort.
Alles was ich in Deinen Zeilen gelesen habe, ruft aber eine Gegenfrage an Dich hervor, die ich gerne auch Thälmann oder Honecker stellen würde:
Würdest Du mit dem Wissen von heute, ein weiteres Mal auf die Loyalität dieser Arbeiterklasse vertrauen, die wir beide jeweils im Rahmen unserer Möglichkeiten zu führen versuchten, um im Wettstreit der Systeme als Sieger hervorzugehen ?
Ich rechnete mal intern in meinem damaligen Bekanntenkreis hoch, wieviele meiner damaligen Mitstreiter fit genug für den Sozialismus waren und kam auf etwa jeden fünften, eine gewagte und auch recht grobe Schätzung aber die ist entscheidend darüber, ob es überhaupt Sinn macht, etwas zu verteidigen, was viele offensichtlich gar nicht wollen, weil sie weder Krieg, Hunger, Vertreibung, Enteignung oder Terror von innen noch das Gegenmodell des Westens kennen gelernt hatten.
Ich beziehe mich hier ausdrücklich auf meinen weitgehend gleichaltrigen Bekanntenkreis von damals, die Reichsbahner in meiner FDJ- Organisation bzw. dem Bahnstandort allgemein aber auch Betriebe des Umlands, deren Jugendliche ich damals besser kennengelernt hatte, auch Mitstreiter im Anglerverein und im Wohngebiet.
Als wir schließlich im März 1990 mit einem fetten Goldklumpen vor der Wahlurne standen, gab es noch eine gewisse Hoffnung auf einen besseren Weg, wenngleich die schon sehr gering war, aber es war nun mal eine freie Wahl, die auch für mich die Weichen stellte.
Nachdem Hans im Glück am Ende seiner Tauschgeschäfte (Gold- Pferd- Kuh...) am Ende seine Schleifsteine in den Straßengraben warf, weil keiner mehr seine Arbeitskraft brauchte und die linken Alternativparteien trotzdem nicht zum Zuge kamen, begriff ich im Verlauf der ersten 10-15 Jahre danach, daß es nichts mehr zu verteidigen gab.
Aber ich will nicht weiter ablenken und vielleicht kannst Du meine Gegenfrage doch beantworten,
Gruß Hackel.



Hier mal meine unerhebliche Schätzung über die Bevölkerungsstruktur der DDR:

20% Überzeugte (davon erheblicher Prozentsatz"Radieschen" (aussen rot innen weiß)
60% Mitläufer (politisch desintessierte)
20% Gegner bzw. das was die Partei dafür hielt

Das MfS hat sicherlich aussagekräftige Zahlen darüber.

Das mit der Loyalität der Arbeiterklasse habe ich nicht ganz verstanden.
Die ganz einfachen Menschen in der DDR ohne Westverwandschaft, ohne Vitamin B ,ohne Datsche , ohne Auto, mit mageren Einkommen,diejenigen die sich die Hacken abgerannt haben selbst nach einem Weihnachtsbaum im Mangelland DDR , sollten die 1990 sagen nein wir versuchen es nochmal mit den Genossen aus der zweiten Reihe?
Sollten die sagen ,ja wir sind einverstanden wenn der Lebensstandard um Jahrzehnte zurückgeschraubt wird um die Fehler der letzten Jahrzente vielleicht wieder ausbügeln zu können?
Wann ist man den fit für den Sozialismus?
Wenn es mich nicht mehr stört wenn in meinem Stadtbezirk ein Straßenzug nach dem anderen verwahrlost und zu Ruinen verkommt?
Wenn es mir nichts mehr ausmacht wenn tausende Liter hochgiftige Substanzen aus einer Galvanofirma in einem Baggersee verklappt werden, ohne das jemand zur Rechenschaft gezogen wird?
Wenn Umweltzerstörung und daraus resultierende Krankheitsfälle zum Staatsgeheimniss werden?
Wenn es in Ordung für mich ist , daß jeder der raus aus dieser DDR möchte zum Verbrecher stilisiert wird?

Gestern lief wieder diese Reportage über die Interflug.
Die Damen und Herren von dieser Gesellschaft hatten einen völlig anderen Blick auf die DDR als diejenigen die sich täglich unten in diesem Land
herumschlugen.
Von OBEN.


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#30

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 16:35
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #29
[quote=Hackel39|p249451]]


Hier mal meine unerhebliche Schätzung über die Bevölkerungsstruktur der DDR:

20% Überzeugte (davon erheblicher Prozentsatz"Radieschen" (aussen rot innen weiß)
60% Mitläufer (politisch desintessierte)
20% Gegner bzw. das was die Partei dafür hielt

Das MfS hat sicherlich aussagekräftige Zahlen darüber.

Das mit der Loyalität der Arbeiterklasse habe ich nicht ganz verstanden.
Die ganz einfachen Menschen in der DDR ohne Westverwandschaft, ohne Vitamin B ,ohne Datsche , ohne Auto, mit mageren Einkommen,diejenigen die sich die Hacken abgerannt haben selbst nach einem Weihnachtsbaum im Mangelland DDR , sollten die 1990 sagen nein wir versuchen es nochmal mit den Genossen aus der zweiten Reihe?
Sollten die sagen ,ja wir sind einverstanden wenn der Lebensstandard um Jahrzehnte zurückgeschraubt wird um die Fehler der letzten Jahrzente vielleicht wieder ausbügeln zu können?
Wann ist man den fit für den Sozialismus?
Wenn es mich nicht mehr stört wenn in meinem Stadtbezirk ein Straßenzug nach dem anderen verwahrlost und zu Ruinen verkommt?
Wenn es mir nichts mehr ausmacht wenn tausende Liter hochgiftige Substanzen aus einer Galvanofirma in einem Baggersee verklappt werden, ohne das jemand zur Rechenschaft gezogen wird?
Wenn Umweltzerstörung und daraus resultierende Krankheitsfälle zum Staatsgeheimniss werden?
Wenn es in Ordung für mich ist , daß jeder der raus aus dieser DDR möchte zum Verbrecher stilisiert wird?

Gestern lief wieder diese Reportage über die Interflug.
Die Damen und Herren von dieser Gesellschaft hatten einen völlig anderen Blick auf die DDR als diejenigen die sich täglich unten in diesem Land
herumschlugen.
Von OBEN.


Nun Schnatterinchen, vielleicht ist die Sichtweise ja abhängig davon, ob man in der Stadt oder auf dem Land gelebt hat und ob es eine schöne Stadt oder ein schönes Dorf war, ob man im Traumberuf arbeiten darf oder irgendwas machen mußte, um sein Auskommen zu haben- Unterschiede gab es in der DDR ja auch schon, es ist ja auch nur meine Sichtweise.
Fit genug für den Sozialismus und damit loyaler Arbeiter/ Angestellter war man, wenn man an seinem Platz versucht hat, das Optimale herauszuholen, wenn man sich im Verein/ der Feuerwehr/ dem Chor oder wo auch immer außerhalb des Arbeitsplatzes eingebracht hat und mit dem zufrieden war, was für den Moment erreichbar war, um sich langfristig realistische Ziele zu setzen.
Somit war es eben nicht möglich, schon mit Mitte 20 schon im eigenem Haus zu wohnen (geht heute auch nicht ohne Riesenschulden), erst recht nicht, wenn man dem Betrieb, der möglicherweise helfen könnte, nicht entgegenzukommen bereit war, sei es über außerbetriebliche Projekte wie Patenbrigaden oder eigene Qualifizierungsmaßnahmen, Überstunden usw.
Der Unzufriedene muß sich nun fragen, ob sein Zeithorizont realistisch war, meiner war es bezogen auf meine Ziele und zwar ohne in irgendeiner Form privilegiert gewesen zu sein (von meiner einzigen Westreise nach Hamburg über Jugendtourist mal abgesehen).
Am Ende Deiner Ausführungen stellst Du den Bezug zu den Medien her und so wäre es eben viel interessanter zu erfahren, ob Du vor der Haustür diese Zustände auch hattest, wie ausreisewillige Verbrecher, umweltbedingte Krankheiten oder verwahrloste Straßenzüge und nur wenn man die Summe dieser eigenen Wahrnehmung heranzieht, also ohne jegliche Beeinflussung durch heutige Medien bzw. durch Gespräche mit weniger zufriedenen Zeitgenossen in der DDR, wird man eine einigermaßen treffsichere Abschlußbilanz erstellen können.
Immerhin wurde durch eben diese Gespräche seinerzeit auch sehr viel Zweckpessimismus offenbart,so wie es heute auch häufig vorkommt aus welchem Grund auch immer.



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#31

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 16:52
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #27
Ich beantworte Deine Gegenfrage gern. Zumindest wäre es mit Erfahrungen und Erkenntnissen von heute, einen erneuten Versuch wert. Vertrauen kann man nicht verordnen bzw. aufoktroyieren, man muß es sich erarbeiten und erwerben.
Ich hatte es schon einmal so ähnlich formuliert - Wir hatten ein gutes Volk, für dessen Wohlergehen wir alles unternehmen wollten. Irgendwann haben wir auf unserem Weg es versäumt, die Menschen dabei mitzunehmen und dabei das Volk verloren. Zum Schluß wollten dann die Menschen und das Volk nicht mehr mit uns gehen und folgten mehrheitlich dem "goldenem Kalb".

Wir haben so oft über das Sein und das gesellschaftliche Bewußtsein postuliert, aber in der Praxis nicht umgesetzt. Die Rede von Friedrich Engels am Grabe von Karl Marx hätte nicht nur zitiert werden sollen, sondern in der praktischen Arbeit mit Inhalt und Leben erfüllt werden müssen: Hier noch einmal auszugsweise zur Erinnerung:
"Wie Darwin das Gesetz der Entwicklung der organischen Natur, so entdeckte Marx das Entwicklungsgesetz der menschlichen Geschichte: die bisher unter ideologischen Überwucherungen verdeckte einfache Tatsache, daß die Menschen vor allen Dingen zuerst essen, trinken, wohnen und sich kleiden müssen, ehe sie Politik, Wissenschaft, Kunst, Religion usw. treiben können; daß also die Produktion der unmittelbaren materiellen Lebensmittel und damit die jedesmalige ökonomische Entwicklungsstufe eines Volkes oder eines Zeitabschnitts die Grundlage bildet, aus der sich die Staatseinrichtungen, die Rechtsanschauungen, die Kunst und selbst die religiösen Vorstellungen der betreffenden Menschen entwickelt haben, und aus der sie daher auch erklärt werden müssen - nicht, wie bisher geschehen, umgekehrt."

Irgendwann wird es eine erneute Chance geben und dann hoffe ich, dass es die Erben besser angehen und aus den bitteren Erfahrungen und Erkenntnissen, die richtigen Schlußfolgerungen ziehen.

Vierkrug


Hallo Vierkrug,

ich denke davon sind wir weit entfernt. Ist es heute nicht so, dass die Gesetze des Marktes als Naturgesetz hingestellt werden und jeder versucht sich diesem "Naturgesetz" anzupassen um satt zu sein, es warm zu haben usw.? Und der Mensch wählt die zu seinem Volksvertreter, die den Eindruck am besten vermitteln das "Naturgesetz" im Griff zu haben und sie vor größerem Schaden bewahren kann?

Mach den Menschen mal begreiflich dass sie auf einem Irrweg sind....

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 27.04.2013 16:52 | nach oben springen

#32

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 16:54
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

@ Vierkrug: Hut ab vor Deiner Offenheit.

Mfg Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#33

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 17:58
von schnatterinchen (gelöscht)
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@Hackel39
All diese Dinge, Umweltverschmutzung extrem,umweltbedingte Krankheiten von Kindern und Stasiverfolgung habe ich selbst erlebt und nicht aus dem Fernsehen.
Ich sehe mich jedoch nicht als ein Opfer.
Ich hatte damals keine materiellen Ziele, ausser vielleicht eine Musikanlage.Meine Unzufriedenheit resultierte auch nicht aus irgendwelchen materiellen Defiziten. Ich wollte einfach meinen Weg finden.
In meinem Betrieb habe ich mich immer reingekniet. Wurde sogar von meinem Steiger zum Aktivisten vorgeschlagen. Ist aber abgelehnt worden weil ich mich nicht gesellschaftlich engagiert habe wie es hieß.Dazu muß man wissen, daß ich in Schichten auf Montage gearbeitet habe ,im Zyklus 9-5 , also 9Tage arbeiten 5Tage frei.
Von den fünf freien Tagen brauchte ich drei um mich einigermaßen zu erholen, da war nicht mehr viel los mit gesellschaftlichem Engagement.
Aber egal.
Was mir sehr gestunken hatte in der DDR war diese Doppelzüngigkeit mit der die Leute versucht haben durchzukommen und Karriere zu machen bzw. Vorteile zu erhalten.
Das ging doch schon in der Schule los.Jetzt kann man sagen, das gabs schon immer und überall aber doch nicht so flächendeckend wie in der DDR und wollten die Sozialisten nicht die besseren aufrichtigeren , ehrlicheren Menschen sein?
Ich hatte eine Freundin die hatte sich bei Jugendtourist engagiert und Reisegruppen aus Polen , Ungarn usw. betreut.
Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich ihrer Chefin dermaßen angebiedert, in der Hoffnung irgendwann mal eine Reise ins NSW zu kriegen.
Die haben sich regelrecht verbogen.
Und wo die alle hinwollten, Italien,Schweden, Österreich usw. Ich als einfacher Malocher habe da gestaunt , na was es alles gibt!
Hatte vorher nie über solche Möglichkeiten nachgedacht.Wie auch, mein Bruder saß ja gerade im Knast wegen versuchter Republikflucht.
Ich habe diese Maskerade nicht mehr ertragen und bin da nicht mehr zu den Treffen mitgegangen.
In meiner Straße hatte jemand einen Zeitungsausschnitt auf ein Blatt Papier geklebt und an die Tür einer runtergekommenen Wohnruine gezweckt.
Da stand dann "Unser Leipzig wird von Tag zu Tag schöner". In den nächsten drei Tagen stand dann ständig ein 1600er Lada mit zwei Leuten drinn gegenüber.
Was damals in der Zeitung stand hatte hatte aber auch garnichts mit der Realität draußen zu tun.
Die letzten Jahre der DDR , bin ich beruflich in zahlreichen Betrieben rund um Leipzig gewesen und überall war so eine Letargie,da saßen die Leute in den Werkstätten und ließen die Köpfe hängen weil wieder ein Kollege in den Westen abgehauen war oder ausgereist ist.
Das mancher Genosse von alldem nichts mitbekommen hat kann ich verstehen. Die waren einfach viel zu weit weg.


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#34

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 19:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #33
@Hackel39
Ich hatte eine Freundin die hatte sich bei Jugendtourist engagiert und Reisegruppen aus Polen , Ungarn usw. betreut.
Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich ihrer Chefin dermaßen angebiedert, in der Hoffnung irgendwann mal eine Reise ins NSW zu kriegen.
Die haben sich regelrecht verbogen.
Und wo die alle hinwollten, Italien,Schweden, Österreich usw. Ich als einfacher Malocher habe da gestaunt , na was es alles gibt!
Hatte vorher nie über solche Möglichkeiten nachgedacht.Wie auch, mein Bruder saß ja gerade im Knast wegen versuchter Republikflucht.
Ich habe diese Maskerade nicht mehr ertragen und bin da nicht mehr zu den Treffen mitgegangen.




Nun haben wir alles schön zusammengetragen.
Um es auf die Waage zu legen ?
Das wird nichts, weil niemand diese Waage eichen kann, bzw. wir uns vermutlich nicht einigen können, was drauf gehört und was nicht, auch müssen wir nun irgendwie zum Thema zurückfinden.
Ich hatte es irgendwie geschafft, mich mit meinem Schicksal als DDR- Bürger zu arrangieren, aber Ungeduld ist und bleibt ein schlechter Ratgeber.
Die NSW- Reise wurde mir zugeworfen, ich kann es nicht anders sagen.
Ich bekam sie von einem Bekannten, der plötzlich in der FDJ- Kreisleitung der Kreiskommission JT vorstand und mir den Auftrag gab, Pornohefte und Militaria mitzubringen woraufhin ich nur grinste und mit dem Kopf schüttelte, da ich das überhaupt nicht ernst nahm.
Wenige Wochen nach meiner Rückkehr (mit leeren Händen) war er plötzlich in Schwedt oder Brandenburg eingebuchtet, keine Ahnung warum, der Grund ist aber naheliegend und so kam ich ohne Verbiegen und doppelte Zunge zu dieser Reise, ein anderer Jugendfreund hätte ein Jahr später nach Frankreich fahren können, wenn er zwei Bürgen gefunden hätte.
Daraus wurde nichts und er war fortan nicht mehr für die FDJ zu sprechen und so ist vieles damals auch eine Mischung aus Zufall und Wildwest gewesen, auch vor der Wende schon.
Der Begriff des Raubtiersozialismus ist wohl erst nach der Wende geprägt worden (Prof. Schröder ?), zumindest hatte ich ihn nie zuvor vernommen, auch nicht im Westfernsehen, es steht aber außer Frage, daß die ganz großen Schweinereien auch vor den Demos schon am Laufen waren, wie Diebstähle im großem Stil und Schiebereien auf dem Rücken der ehrlichen Malocher, wie Du so schön sagst.
Aber wer, wenn nicht die Staatsmacht hätte denn dort einschreiten sollen und war es wirklich so ungerecht, solche Leute notfalls auch der Stasi in "Obhut" zu geben, immerhin haben sie ja auch das Gemeinwesen gefährdet, da hilft möglicherweise der ABV und die Konfliktkommission nicht mehr.
Deshalb kann ich auch Vierkrug sehr gut verstehen bezüglich seiner Endabrechnung.
Ich wiederhole nochmals meine Mutmaßung, auch wenn er und andere Mitglieder der ehemaligen Staatsmacht das hier nie zugeben würden- mit noch deutlicherem Einschreiten in einer früheren Phase des Verfalls wäre das Schiff wieder auf Kurs gekommen, aber nur weil man die Arbeitskräfte brauchte, mußte man auch die Hürde niedriger legen.
Solche Tendenzen finden sich übrigens in der heutigen Arbeitwelt wieder.
Angesichts des Fachkräftemangels in dieser Republik genießen diese wieder ungeahnte Freiheiten mit Konsequenzen, die ich für meinen Bereich hier besser nicht erläutern möchte.



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#35

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 20:20
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #33
@Hackel39
All diese Dinge, Umweltverschmutzung extrem,umweltbedingte Krankheiten von Kindern und Stasiverfolgung habe ich selbst erlebt und nicht aus dem Fernsehen.
Ich sehe mich jedoch nicht als ein Opfer.
Ich hatte damals keine materiellen Ziele, ausser vielleicht eine Musikanlage.Meine Unzufriedenheit resultierte auch nicht aus irgendwelchen materiellen Defiziten. Ich wollte einfach meinen Weg finden.
In meinem Betrieb habe ich mich immer reingekniet. Wurde sogar von meinem Steiger zum Aktivisten vorgeschlagen. Ist aber abgelehnt worden weil ich mich nicht gesellschaftlich engagiert habe wie es hieß.Dazu muß man wissen, daß ich in Schichten auf Montage gearbeitet habe ,im Zyklus 9-5 , also 9Tage arbeiten 5Tage frei.
Von den fünf freien Tagen brauchte ich drei um mich einigermaßen zu erholen, da war nicht mehr viel los mit gesellschaftlichem Engagement.
Aber egal.
Was mir sehr gestunken hatte in der DDR war diese Doppelzüngigkeit mit der die Leute versucht haben durchzukommen und Karriere zu machen bzw. Vorteile zu erhalten.
Das ging doch schon in der Schule los.Jetzt kann man sagen, das gabs schon immer und überall aber doch nicht so flächendeckend wie in der DDR und wollten die Sozialisten nicht die besseren aufrichtigeren , ehrlicheren Menschen sein?
Ich hatte eine Freundin die hatte sich bei Jugendtourist engagiert und Reisegruppen aus Polen , Ungarn usw. betreut.
Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich ihrer Chefin dermaßen angebiedert, in der Hoffnung irgendwann mal eine Reise ins NSW zu kriegen.
Die haben sich regelrecht verbogen.
Und wo die alle hinwollten, Italien,Schweden, Österreich usw. Ich als einfacher Malocher habe da gestaunt , na was es alles gibt!
Hatte vorher nie über solche Möglichkeiten nachgedacht.Wie auch, mein Bruder saß ja gerade im Knast wegen versuchter Republikflucht.
Ich habe diese Maskerade nicht mehr ertragen und bin da nicht mehr zu den Treffen mitgegangen.
In meiner Straße hatte jemand einen Zeitungsausschnitt auf ein Blatt Papier geklebt und an die Tür einer runtergekommenen Wohnruine gezweckt.
Da stand dann "Unser Leipzig wird von Tag zu Tag schöner". In den nächsten drei Tagen stand dann ständig ein 1600er Lada mit zwei Leuten drinn gegenüber.
Was damals in der Zeitung stand hatte hatte aber auch garnichts mit der Realität draußen zu tun.
Die letzten Jahre der DDR , bin ich beruflich in zahlreichen Betrieben rund um Leipzig gewesen und überall war so eine Letargie,da saßen die Leute in den Werkstätten und ließen die Köpfe hängen weil wieder ein Kollege in den Westen abgehauen war oder ausgereist ist.
Das mancher Genosse von alldem nichts mitbekommen hat kann ich verstehen. Die waren einfach viel zu weit weg.



Rot: Glatte Zweckentfremdung der MfS-Mitarbeiter. Das war so wohl die Schizophrenie von Mielke, hinter jeder Ironie gleich den Klassenfeind zu vermuten.



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#36

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 21:42
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #35
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #33
@Hackel39
All diese Dinge, Umweltverschmutzung extrem,umweltbedingte Krankheiten von Kindern und Stasiverfolgung habe ich selbst erlebt und nicht aus dem Fernsehen.
Ich sehe mich jedoch nicht als ein Opfer.
Ich hatte damals keine materiellen Ziele, ausser vielleicht eine Musikanlage.Meine Unzufriedenheit resultierte auch nicht aus irgendwelchen materiellen Defiziten. Ich wollte einfach meinen Weg finden.
In meinem Betrieb habe ich mich immer reingekniet. Wurde sogar von meinem Steiger zum Aktivisten vorgeschlagen. Ist aber abgelehnt worden weil ich mich nicht gesellschaftlich engagiert habe wie es hieß.Dazu muß man wissen, daß ich in Schichten auf Montage gearbeitet habe ,im Zyklus 9-5 , also 9Tage arbeiten 5Tage frei.
Von den fünf freien Tagen brauchte ich drei um mich einigermaßen zu erholen, da war nicht mehr viel los mit gesellschaftlichem Engagement.
Aber egal.
Was mir sehr gestunken hatte in der DDR war diese Doppelzüngigkeit mit der die Leute versucht haben durchzukommen und Karriere zu machen bzw. Vorteile zu erhalten.
Das ging doch schon in der Schule los.Jetzt kann man sagen, das gabs schon immer und überall aber doch nicht so flächendeckend wie in der DDR und wollten die Sozialisten nicht die besseren aufrichtigeren , ehrlicheren Menschen sein?
Ich hatte eine Freundin die hatte sich bei Jugendtourist engagiert und Reisegruppen aus Polen , Ungarn usw. betreut.
Die Mitglieder dieser Gruppe haben sich ihrer Chefin dermaßen angebiedert, in der Hoffnung irgendwann mal eine Reise ins NSW zu kriegen.
Die haben sich regelrecht verbogen.
Und wo die alle hinwollten, Italien,Schweden, Österreich usw. Ich als einfacher Malocher habe da gestaunt , na was es alles gibt!
Hatte vorher nie über solche Möglichkeiten nachgedacht.Wie auch, mein Bruder saß ja gerade im Knast wegen versuchter Republikflucht.
Ich habe diese Maskerade nicht mehr ertragen und bin da nicht mehr zu den Treffen mitgegangen.
In meiner Straße hatte jemand einen Zeitungsausschnitt auf ein Blatt Papier geklebt und an die Tür einer runtergekommenen Wohnruine gezweckt.
Da stand dann "Unser Leipzig wird von Tag zu Tag schöner". In den nächsten drei Tagen stand dann ständig ein 1600er Lada mit zwei Leuten drinn gegenüber.
Was damals in der Zeitung stand hatte hatte aber auch garnichts mit der Realität draußen zu tun.
Die letzten Jahre der DDR , bin ich beruflich in zahlreichen Betrieben rund um Leipzig gewesen und überall war so eine Letargie,da saßen die Leute in den Werkstätten und ließen die Köpfe hängen weil wieder ein Kollege in den Westen abgehauen war oder ausgereist ist.
Das mancher Genosse von alldem nichts mitbekommen hat kann ich verstehen. Die waren einfach viel zu weit weg.



Rot: Glatte Zweckentfremdung der MfS-Mitarbeiter. Das war so wohl die Schizophrenie von Mielke, hinter jeder Ironie gleich den Klassenfeind zu vermuten.


oder die der 'schreiberlinge' heut zu tage !!!



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#37

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 22:35
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Welche Schreiberlinge?
Glaube schon das die DDR-Überwachungsorgane die scharfe "Waffe" der Satire als einen provokanten Angriff auf die Erfolge des Sozialismus verstehen konnten und dann zur Entlarvung diverser Elemente ausrückten.
Soll ab und an vorgekommen sein.
Im Oktober 89 wurden im damaligen Kreis Stollberg Straßen über Nacht mit den falschen Losungen drapiert, hui, da waren die Wespen aber aufgescheucht, Großeinsatz.
Die Jungs konnten einen Leid tun, haben nicht kapiert das es eigentlich vorbei ist und wollten noch den Windmühlenflügelkampf kämpfen.
Wie schrieb Feliks mal, die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Ordnung


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 27.04.2013 22:57 | nach oben springen

#38

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 23:08
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #37
Welche Schreiberlinge?
Glaube schon das die DDR-Überwachungsorgane die scharfe "Waffe" der Satire als einen provokanten Angriff auf die Erfolge des Sozialismus verstehen konnten und dann zur Entlarvung diverser Elemente ausrückten.
Soll ab und an vorgekommen sein.
Im Oktober 89 wurden im damaligen Kreis Stollberg Straßen über Nacht mit den falschen Losungen drapiert, hui, da waren die Wespen aber aufgescheucht, Großeinsatz.
Die Jungs konnten einen Leid tun, haben nicht kapiert das es eigentlich vorbei ist und wollten noch den Windmühlenflügelkampf kämpfen.
Wie schrieb Feliks mal, die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Ordnung


na ja, wenn du zeitzeuge der damaligen aktionen des Mfs warst seis drum !
ich kann nur sagen das es zu diesem zeitpunkt wichtigeres gegeben hat, in den reihen des mfs, als so was !!
man wußte nur zu gut die zeichen der zeit damals zu deuten , eher als andere, glaube auch nicht im angesicht der auflösungserscheinung meiner dienststelle das es irgendwo anderst war !!!



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#39

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 23:12
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von frank im Beitrag #38
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #37
Welche Schreiberlinge?
Glaube schon das die DDR-Überwachungsorgane die scharfe "Waffe" der Satire als einen provokanten Angriff auf die Erfolge des Sozialismus verstehen konnten und dann zur Entlarvung diverser Elemente ausrückten.
Soll ab und an vorgekommen sein.
Im Oktober 89 wurden im damaligen Kreis Stollberg Straßen über Nacht mit den falschen Losungen drapiert, hui, da waren die Wespen aber aufgescheucht, Großeinsatz.
Die Jungs konnten einen Leid tun, haben nicht kapiert das es eigentlich vorbei ist und wollten noch den Windmühlenflügelkampf kämpfen.
Wie schrieb Feliks mal, die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Ordnung


na ja, wenn du zeitzeuge der damaligen aktionen des Mfs warst seis drum !
ich kann nur sagen das es zu diesem zeitpunkt wichtigeres gegeben hat, in den reihen des mfs, als so was !!
man wußte nur zu gut die zeichen der zeit damals zu deuten , eher als andere, glaube auch nicht im angesicht der auflösungserscheinung meiner dienststelle das es irgendwo anderst war !!!


Was denn da konkret?
Ich meine zum Zeitpunkt vor dem 7. Oktober 89.
Tippe mal darauf das ihr in Vorbereitung des großen Jubiläums immer noch wie eine Herde Hammel euren Schäfern hinterher gerannt seid oder willst du uns tatsächlich erzählen das du als kleines Licht den Arsch in der Reithose hattest und bist zu deinem Vorgesetzten und hast dem verkündet das nun was anders werden muss und die wahren Feinde des Sozialismus eigentlich nicht die Jungs mit den Farbtöpfen sind?


zuletzt bearbeitet 27.04.2013 23:24 | nach oben springen

#40

RE: Wildwest in Eastern Germany

in Volkspolizei/Bundespolizei/Bundesgrenzschutz 27.04.2013 23:43
von frank | 1.753 Beiträge

Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #39
Zitat von frank im Beitrag #38
Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #37
Welche Schreiberlinge?
Glaube schon das die DDR-Überwachungsorgane die scharfe "Waffe" der Satire als einen provokanten Angriff auf die Erfolge des Sozialismus verstehen konnten und dann zur Entlarvung diverser Elemente ausrückten.
Soll ab und an vorgekommen sein.
Im Oktober 89 wurden im damaligen Kreis Stollberg Straßen über Nacht mit den falschen Losungen drapiert, hui, da waren die Wespen aber aufgescheucht, Großeinsatz.
Die Jungs konnten einen Leid tun, haben nicht kapiert das es eigentlich vorbei ist und wollten noch den Windmühlenflügelkampf kämpfen.
Wie schrieb Feliks mal, die Durchsetzung der verfassungsmäßigen Ordnung


na ja, wenn du zeitzeuge der damaligen aktionen des Mfs warst seis drum !
ich kann nur sagen das es zu diesem zeitpunkt wichtigeres gegeben hat, in den reihen des mfs, als so was !!
man wußte nur zu gut die zeichen der zeit damals zu deuten , eher als andere, glaube auch nicht im angesicht der auflösungserscheinung meiner dienststelle das es irgendwo anderst war !!!


Was denn da konkret?
Ich meine zum Zeitpunkt vor dem 7. Oktober 89.
Tippe mal darauf das ihr in Vorbereitung des großen Jubiläums immer noch wie eine Herde Hammel euren Schäfern hinterher gerannt seid oder willst du uns tatsächlich erzählen das du als kleines Licht den Arsch in der Reithose hattest und bist zu deinem Vorgesetzten und hast dem verkündet das nun was anders werden muss und die wahren Feinde des Sozialismus eigentlich nicht die Jungs mit den Farbtöpfen sind?



hier, glaube ich, wurde die zeit nach dem 7. oktober angesprochen ! wie du es sagst war , an diesem tag alles wie immer , nur das wir über das kommende schon vorher informiert wurden ! genauso ist es eingetreten !!! hast du verstanden warum es hier eigentlich geht ?
keine dienststelle des Mfs hat nach diesem tag wohl den gewohnten dienst erbracht !!!



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