#341

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 22.03.2014 18:29
von Moskwitschka (gelöscht)
avatar

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #340

Gedanken gehen manchmal seltsame Wege.




Gutes Beispiel nicht wahr @Heckenhaus

Ich kann zum Beispiel maximal die Gedanken meines Partners erahnen. Bei den Gedanken eines "Gutmenschen" habe ich schon Ausfallerscheinungen. Erstens weil mir noch keiner schlüssig erklären konnte, was ein Gutmensch ist und ich zweitens daher keinen kenne, der mir so vertraut ist, dass ich nur ansatzweise erahnen könnte, wie er über andere denkt.

Im Gegenteil. Mir ist der "Gutmensch" schon entgegen geschleudert worden. Doch bin ich weder heuchlerisch noch inkonsequent. Ich habe in meinem Leben schon einige Male ganz konsequent Grenzen gezogen, die für viele nicht nachvollziehbar waren. Und ich bin die letzte, die autoritär anderen in ihr Leben eingreift. Noch nicht einmal meinen Kindern. Das einzige was ich kann, sind meine Erfahrungen weiter geben.

Meist läuft es darauf hinaus, dass ich gegen den Strom schwimme. Wahrscheinlich auch mit meinen Gedanken in diesem thread.

Bei "Blödfrau" kann ich mich wehren. Doch wenn ich jemanden "Blödmann" entgegenschleudere, dann ist das schon wieder liebevoll, ironisch. Ich habe mich extra bei realen Menschen, die mich kennen, vergewissert. Was bleibt mir daher übrig? Auf "Bezeichnungen" jeder Art in einem Forum, wo man sich selten persönlich kennt, zu verzichten. Denn egal wie, es geht nach hinten los und zerstört jede Diskussion.

LG von der Moskwitschka


zuletzt bearbeitet 22.03.2014 18:46 | nach oben springen

#342

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 22.03.2014 18:51
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #341

Bei "Blödfrau" kann ich mich wehren. Doch wenn ich jemanden "Blödmann" entgegenschleudere, dann ist das schon wieder liebevoll, ironisch. Ich habe mich extra bei realen Menschen, die mich kennen, vergewissert. Was bleibt mir daher übrig? Auf "Bezeichnungen" jeder Art in einem Forum, wo man sich selten persönlich kennt, zu verzichten. Denn egal wie, es geht nach hinten los und zerstört jede Diskussion.

LG von der Moskwitschka

Deshalb vergebe ich keine "Titel" im Forum, was ich dagegen denke, ist allein meine Angelegenheit.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
nach oben springen

#343

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 22.03.2014 19:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #342
Deshalb vergebe ich keine "Titel" im Forum, ...
Ist schonemal die erste Hälfte des Postel'schen Robustheitsgrundsatzes aus dem RFC761, be conservative in what you do. Der zweite Halbsatz lautet be liberal in what you accept from others. Man könnte man vielleicht so sagen: Man sollte sein Herz kein Äffchen sein lassen, welches gleich an jeder Palme hochspringt.

Zitat
... was ich dagegen denke, ist allein meine Angelegenheit.

Genau! Das Denken kann einem auch Niemand (das ist der wo die Mauerbauabsicht gehabt hat) abnehmen. Doch ist das Gedenkte mal in die Tastatur geklopt, na dann bleiben die Reaktionen oft nicht aus. Und jetzt wird Halbsatz zwei (siehe oben) ganz wichtig, besonders wenn sich's auch noch emotional aufschaukelt (/aufschauckeln läßt). Achso, ich sehe auch einen (qualitativ) großen Unterschied zwischen 'Denken' und 'Nachdenken'/'Mitdenken', ähnlich vielleicht wie Laufen und Nach-/Mitlaufen.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#344

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 22.03.2014 20:02
von icke46 | 2.593 Beiträge

Ich muss aber nochmal eine Lanze für Katja Ebstein brechen. Die war immer für Sachen gut, die man nicht von ihr erwartet hatte, zum Beispiel mit der Vertonung von Gedichten von Heinrich Heine.

Ein Beispiel:



Gruss

icke



94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#345

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 23.03.2014 21:45
von 94 | 10.792 Beiträge

Na da bin ich wohl nicht der einzige Katja-Fan hier, war schon jemand in 'Sister Class'?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#346

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 24.03.2014 18:55
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Stringer49 im Beitrag #327
Zitat von Barbara im Beitrag #318


[...]


Du meinst allein schon die Thread-Überschrift ist ein "Kampfbegriff"?
So war es allerdings von mir nicht gemeint.
Vielleicht müsste ich es umformulieren:
Wörter oder Begriffe, die eine echte Diskussion verhindern und somit in eine kommunikative Sackgasse führen.

Der aktuell diskutierte Begriff bezeichnet aus meiner Sicht sein eigenes Gegenteil.
Man sagt "Gutmensch" und meint "Blödmann".
:-)


Die Thread-Überschrift ist ein Container, in welchem sich die n Elemente der Sackgassensprache befinden. Sie werden als « Kampfbegriffe » benützt, aber auch da ist der textliche Kontext entscheiden. Das zusammen macht Sackgassen-Sprache und dient (ein schönes deutsches [Kampf-]Wort ?) als «Totschlag-Argument».

Wenn ein Dikator von Menschlichkeit / Humanismus spricht, ist es dann nicht eine «leere Worthülse». Sackgassen-Sprache kann auch eine Sprache der leeren Worthülsen, der «vorgestanzten» Sprech-Formeln sein.

Dein Thread führt, so denke ich, vielleicht weiter als wir gedacht haben...

Stringer49


fett:
oder sogar Missbrauch.


nach oben springen

#347

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 24.03.2014 18:57
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #329
Zitat von Freienhagener im Beitrag #328
Man muß naive "Gutmenschen" von Leuten unterscheiden, die nur so tun.

Beide hat der Sozialismus hervorgebracht, der wie wohl keine andere Weltanschauung das "Gutmenschentum" zum Grundsatz hat.
Leider gehörten die an den Hebeln zur letzteren Kategorie.
Die "liebten" uns z. B. "Alle".

Das Christentum wurde ähnlich mißbraucht, trotz Bekundung der "Nächstenliebe".


Wie hat der Sozialismus denn die urwestlichen Gutmenschen geschaffen, oder sind das alles Eingeschleuste ?
Das hat weder mit Sozialismus noch anderen Gesellschaftssystemen zu tun, sondern mit immer gut sein wollen, immer
der Meinung sein, Recht zu haben, einfach Unfehlbarkeit zu demonstrieren. Irren ist nicht. Ohne Politik im Nacken.

Im Sozialismus kannte ich keinen Gutmenschen, die waren damals nicht erforderlich...




Was ist denn das???


nach oben springen

#348

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 24.03.2014 18:58
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Freienhagener im Beitrag #328
Man muß naive "Gutmenschen" von Leuten unterscheiden, die nur so tun.

Beide hat der Sozialismus hervorgebracht, der wie wohl keine andere Weltanschauung das "Gutmenschentum" zum Grundsatz hat.
Leider gehörten die an den Hebeln zur letzteren Kategorie.
Die "liebten" uns z. B. "Alle".

Das Christentum wurde ähnlich mißbraucht, trotz Bekundung der "Nächstenliebe".


fett:

ich glaube mit "Gutmensch" ist jemand gemeint, "der nur so tut"?


nach oben springen

#349

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 24.03.2014 20:16
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Antaios im Beitrag #334
Hallo Barbara!

Das nennt sich Autoassoziationen. So arbeiten die "unabhängigen" Medien tagtäglich! und nur so kann der dumpfe Glaube an die konstruierten "Realitäten" in unserem Lande aufrecht erhalten werden.
Autoassoziationen bedingen eine absolute Ausschaltung des Verstandes. Der durch die Sinne aufgenommene Begriff wird in einer Art geistiger Kurzschlußstrecke direkt zum vorgegebenen Inhalt geschickt. Das ist wie bei den Soldaten. Bei "vorwärts, hurra" denkt keiner mehr nach, sondern es beginnt ein Automatismus ab zu laufen!

Man stelle sich einmal vor, diese "unabhängigen" Medien müßten diese "Offensichtlichkeit" irgendwann einmal beweisen, oder gar die jeweilig aufkommenden Argumente gar entkräften. Eine wahre Horrorvorstellung für diese Leute!
Dazu darf es niemals!!!! kommen und deshalb wird fleißig weiter mit "Totschlagvokabeln" (siehe Walser) jongliert!

So wie der "Rechte" immer mit Stumpfsinn, Gewalt und bestenfalls noch anrüchig kobiniert werden soll, soll der "Linke" mit Gewalt, Caos, "Diktatorisch" usw. assoziert werden, der "Demokrat" ist grundsätzlich positiv besetzt und wird in den Medien nie mit Korruption, Lüge, Ignoranz, ausgrenzungsbereit usw. in Verbindung gebracht.
Der "politisch Korrekte" ist immer auf der "richtigen" Seite und der "ewig Gestrige" (ob "links" oder "rechts" oder "Marsmännchen") kann bestenfalls in den Status des "zu Belächelnden" eingeordnet werden.
Usw. usf.

Der speziell angemahnte Begriff der "Siegerjustiz" ist leider durch viele Beispiele untermauert worden. Wie es bei den Siegern über unser Land 1945 ebenfalls gewesen ist.
Aber die "andere" Seite hätte es sicher nicht anders gehandhabt und ich vermute eher, es wäre bei einer Übernahme der BRD zu extrem unangenehmeren Auswüchsen gekommen. Auch das muß mal klar gesagt werden.

Aber ich kann mich ja auch im Straßenverkehr nicht rechtfertigen, wenn ich eine Oma auf dem Zebrastreifen überfahren habe. Auch wenn mein Nachbar dort vielleicht in ähnlicher Situation eine ganze Gruppe Rentnerinnen umgefahren HÄTTE.

Schöne Grüße,
Eckhard



Zitat von Barbara im Beitrag #1
Liebe Landsleute,
aus gegebenem Anlass habe ich mir darüber mal Gedanken gemacht, welcher Sprache wir uns hier z.T. bedienen.
Es gibt Begrifflichkeiten, die prinzipiell nur „Reflexe“ auslösen, und die eine Kommunikation regelmäßig gegen die Wand fahren lassen.
Die deutsche Sprache ist schön und hochkomplex und zeichnet sich dadurch aus, dass man sehr präzise auch schwierige Umstände darin ausdrücken kann.
Mein Stein des Anstosses ist hier:
„Siegerjustiz“
.......







Hallo Eckhard,

da hast du vieles auf einmal angesprochen.

zu fett markiert:

das bedeutet, derjenige, der jemanden als "Gutmenschen" bezeichnet, fühlt sich mit seiner eigenen Meinung durch diesen nicht Ernst genommen oder gar ins Unrecht gesetzt?
Das würde wiederum bedeuten, dass derjenige, der die immerhin abqualifizierende Vokabel "Gutmensch" benutzt, in jedem Fall auch etwas über sich aussagt - nämlich, dass er selbst sich abqualifiziert fühlt. Da wären wir vielleicht am Kern des Gebrauchs solcher Begrifflichkeiten angelangt.
.


nach oben springen

#350

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 00:14
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Hallo Barbara!

Wer den Begriff kreiert hat, mag ich nicht zu zu weisen.
Aber der Inhalt dieses Begriffes charakterisiert hauptsächlich Leute, die "dazu gehören" wollen, "politisch korrekt" sein wollen und dabei nicht einmal bemerken, wie sie gegen andere be/genutzt werden.
In der DDR nannte man sie progressive, sozialistische Persönlichkeiten.
Jede Zeit/Machtstruktur hat und braucht diese Art von Leuten.

Wichtig ist, daß man das erkennt und ihnen ggf. hilft auch mal die Augen zu öffnen. Wenn sie das überhaupt wollen und sich in ihrer Rolle nicht pudelwohl fühlen.

Das Recht auf Dummheit (nicht die Unverschuldete von Natur aus) gibt es leider.
Aber Dummheit schützt vor Strafe nicht. Und die größte Strafe für diese Menschen ist es zu erkennen, daß sie zwar alles sahen, aber es nicht begreifen wollten. Es war einfach bequemer so.
Denn auch unter ihnen gibt es sehr viele eigentlich intelligente Leute. Nur nutzten sie leider diese Intelligenz eben nicht aus.
Das hatten wir damals zwischen 33 und 45 genau so wie zwischen 45 und 89, sowie zwischen 45 und bis heute, in der BRD.
Es ist System unabhängig in der menschlichen Psyche latent präsent.

Schöne Grüße,
Eckhard


Zitat von Barbara im Beitrag #349

So wie der "Rechte" immer mit Stumpfsinn, Gewalt und bestenfalls noch anrüchig kobiniert werden soll, soll der "Linke" mit Gewalt, Caos, "Diktatorisch" usw. assoziert werden, der "Demokrat" ist grundsätzlich positiv besetzt und wird in den Medien nie mit Korruption, Lüge, Ignoranz, ausgrenzungsbereit usw. in Verbindung gebracht.
Der "politisch Korrekte" ist immer auf der "richtigen" Seite und der "ewig Gestrige" (ob "links" oder "rechts" oder "Marsmännchen") kann bestenfalls in den Status des "zu Belächelnden" eingeordnet werden.
Usw. usf.
.....
--------------------------------------------------------------
Hallo Eckhard,

da hast du vieles auf einmal angesprochen.
zu fett markiert:
das bedeutet, derjenige, der jemanden als "Gutmenschen" bezeichnet, fühlt sich mit seiner eigenen Meinung durch diesen nicht Ernst genommen oder gar ins Unrecht gesetzt?
Das würde wiederum bedeuten, dass derjenige, der die immerhin abqualifizierende Vokabel "Gutmensch" benutzt, in jedem Fall auch etwas über sich aussagt - nämlich, dass er selbst sich abqualifiziert fühlt. Da wären wir vielleicht am Kern des Gebrauchs solcher Begrifflichkeiten angelangt.


zuletzt bearbeitet 25.03.2014 00:16 | nach oben springen

#351

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 13:08
von Barbara (gelöscht)
avatar

Eckhard, ich schreibe ohne Zitat-Funktion, damit es nicht zu unübersichtlich wird.

Ich denke, dass der Begriff "Gutmenschentum" nicht mit dem der "Sozialistischen Persönlichkeit" verglichen werden kann.
Letzterer Begriff war/ist klar umrissen, unabhängig davon was erreicht wurde oder wie versucht wurde ein solches "ideales" Menschenbild zu formen. Das zu diskutieren ist aber ein anderes Thema.
"Gutmensch" ist aus meiner Sicht ein schwammiger und beliebig einsetzbarer Beriff und verunglimpft in erster Linie das Gesprächsgegenüber, wenn argumentativ scheinbar nichts mehr geht.

Der "Dummheit" möchte ich ein Lob aussprechen. Dummheit im Sinne von:
ich weiß nicht alles und kann auch nicht alles wissen. Meine eigene Meinung steht also immer auch zur Disposition.
Ich halte das prinzipiell für einen guten Ansatz in einer Diskussion - auch am Beispiel "Internetforum".

Aber ein interessanter Aspekt:
Dem "Gutmenschen" wird glaube ich nicht "Dummheit" unterstellt, sonder falsche "Meinung" und "Borniertheit".


Wer den Begriff kreiert hat, mag ich nicht zu zu weisen


Das fand ich dazu auf der Seite der "Gesellschaft für die Deutsche Sprache":

[...Unser Erstbeleg zu Gutmensch stammt aus dem Jahr 1985: In der US-amerikanischen Zeitschrift Forbes wurde Gutmensch auf den damaligen Gewerkschaftsführer Franz Steinkühler (IG Metall) bezogen. Im Englischen existiert goodman als Familienname und Allgemeinbezeichnung, auch im ironischen Sinne (so Webster‘s New Universal Unabridged Dictionary, 1979). Es wäre aber spekulativ, hier eine direkte Verbindung zum deutschen Sprachgebrauch zu sehen, da das grammatische Muster »ungebeugtes Adjektiv + Substantiv« im Deutschen seit Jahrhunderten existiert und viele Komposita hervorgebracht hat – man denke nur an Gutgeld, ‑jahr, ‑leute, ‑schein, ‑tat oder ‑wille oder an Gutmann (dieses Substantiv tritt auch als Familienname auf). Bei ‑mensch treten allerdings nur selten Adjektive als Kompositionsglied auf (Edel-, Halbmensch), zumeist sind es Substantive (Augen-, Büro-, Gefühls-, Nacht-, Steinzeit‑, Tatmensch) oder Partikeln (Über-, Un-, Urmensch). So mag die Bildung Gutmensch stilistisch auffällig sein. ....."[...]

[...]Ein Gutmensch gleiche einem Besorgten. »Die Besorgten [sehen sich] als geduldige, aber empfindsame Menschen. Sie verspüren innerlich intensiv, was von außen her auf sie einwirkt. Aber zugleich kümmern sie sich aktiv um das Leben außerhalb. Häufiger als der Durchschnitt machen sie sich Sorgen um andere Menschen. [...] Wichtig ist ihnen aber auch ihre Innenwelt. [...]« Zu Recht erkennt Bittermann die Veränderung, die schon innerhalb weniger Jahre eingetreten ist und deren Folgen heute spürbar sind: »Die Gutmenschensprache hat ihren spezifischen Ort verloren, aus dem heraus sie entstanden ist: den Ort des Protestes. [...]« Sie habe »die Massen ergriffen, aber sie hat nicht zur Volksaufklärung beigetragen. Sie ist in die Alltagssprache eingesickert und hat sich als Erkennungsmerkmal der Guten im Lande selbst erledigt.« Dies mochte 1994 so sein. Seit einigen Jahren wird, wenn unsere Beobachtungen nicht täuschen, Gutmensch durchweg distanziert und kritisch, ja abschätzig und polemisch verwendet (so z. B. schon von Michael Bonder, Ein Gespenst geht um die Welt: Political Correctness, 1995, S. 51, 55, Kapitelüberschrift »Die Republik als ideelle Gesamtcouch«). [...]



http://www.gfds.de/index.php?id=112


nach oben springen

#352

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 13:18
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #351
Der "Dummheit" möchte ich ein Lob aussprechen.

Erasmus von Rotterdam?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#353

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 13:32
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von 94 im Beitrag #352
Zitat von Barbara im Beitrag #351
Der "Dummheit" möchte ich ein Lob aussprechen.

Erasmus von Rotterdam?



Echt? Weiß ich gar nicht.
Aber ist analog zu meinem Lieblingsphilosophen Sokrates, bzw. der ihm von Plato zugesprochenen Weisheit:

Ich weiß, dass ich nicht weiß.(ohne das "s" am Ende von "nicht")
.


nach oben springen

#354

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 13:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Na ja, also so nicht ganz genau, womit wir wieder bei der Themenüberschrift wären. Sein Werk 'Moriae encomium' heißt auf deutsch gern 'Lob der Torheit', eigentlich aber auch 'Lob der Narrheit'. Inwieweit heute die Begriffen dumm, töricht und/oder närrisch synonym genutzt werden, also da gabs im Laufe der Jahrhunderte bestimmt einige Verschiebungen.

Na wie auch immer, hier das Teil beim Projekt Gutenberg ... http://gutenberg.spiegel.de/buch/7105/3


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 25.03.2014 13:53 | nach oben springen

#355

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 17:08
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #351

"Gutmensch" ist aus meiner Sicht ein schwammiger und beliebig einsetzbarer Beriff und verunglimpft in erster Linie das Gesprächsgegenüber, wenn argumentativ scheinbar nichts mehr geht.


Das Gesprächsgegenüber wird keinesfalls verunglimpft,. sondern einer realen Beurteilung unterzogen. Was nutzt Argumentation, wenn der potentielle
Gutmensch stur auf seinen Positionen beharrt ? Da kann man argumentieren und selbst noch Beweise vorlegen, selbst die sind wertlos.
Ich vergleiche Gutmenschen mit militanten Rechten oder Linken, nur eben auf ihren Gebiet, welches meist ausufernde/s Solidarität, Mitleid, Hilfsbereitschaft als einzig richtige Handlung ansieht, ohne tiefer zu ergründen, ob etwas und wieviel machbar ist.

Kleines Beispiel ist Berlin, Flüchtlingscamp in Kreuzberg. Hier fordern seit Monaten Asylbewerber Aufenthaltsrecht, Abschaffung der Residenzpflicht,
schnellste Entscheidungen zu ihren Gunsten.
Bei allem Verständnis für diese Leute, sie haben sich an die Regeln in D zu halten und sind nicht in der Position, Forderungen zu stellen.

Da gibt es dann die "Gutmenschen" , die dieses Tun unterstützen, moralisch und praktisch. Es wird gespendet, unterstützt wo es geht, um diesen Zustand,
eine Slumsiedlung in einer Grünanlage mitten in Berlin, zu schützen. Für das Recht der Flüchtlinge, die eigentlich so gut wie keine Rechte haben außer abzuwarten, aber in zugewiesenen Räumen bzw. Gebieten.
Der Rechtsstaat, die öffentliche Ordnung wird außer Kraft gesetzt, einfach weil der Senat die Proteste fürchtet, Proteste der "Gutmenschen", die dann
sicher noch Unterstützung erhalten würden von allen, die wieder eine Möglichkeit sehen, Randale zu machen.
Da kann ich noch so gut sein wollen, voller Mitgefühl, es gibt Gesetze. Und die gegen vor. Wenn hier einer der zahlreichen Unterstützer als Gutmensch
betitelt und auch mal verunglimpft wird, ist es nur berechtigt.
Gutmenschentum darf nicht das Gesetz und öffentliche Ordnung aushebeln, aber versucht wird es an allen Ecken und Enden.
Unterstützung für Hilfsbedürftige in dafür vorgesehenen Einrichtungen ja, aber nicht überall da, wo es den Leuten einfällt. Und schon gar nicht, wenn sie illegal da sind.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/fluech...en/9662050.html


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
josy95 und CASI haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#356

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 25.03.2014 18:47
von josy95 | 4.915 Beiträge

...irgendwann stürzen diese Gutmenschen auch dieses Land noch in das Chaos!

Bin bestimmt mit der Letzte, der echt bedürftigen Menschen nicht hilft, helfen will. Aber es hat alles seine Grenzen. Klar und deutlich. Auch wenn diese manchmal hart sind und ungerecht erscheinen. Oft erscheinen sie aber auch fair und gerecht, besonders den Menschen gegenüber, die wirklich Hilfe brauchen, nur keine Gutmenschen an ihrer Seite haben oder die sich nicht so gut artikulieren können.

Deutschland kann nicht das Sozialamt für die ganze Welt sein. Auch wenn es uns gut geht. Aber wie gut geht es uns eigentlich? So gut, das es vielen eigenen Kindern schlecht geht, bei ihnen immer mehr gekürzt, gespart wird...

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
nach oben springen

#357

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 26.03.2014 09:29
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #355
Zitat von Barbara im Beitrag #351

"Gutmensch" ist aus meiner Sicht ein schwammiger und beliebig einsetzbarer Beriff und verunglimpft in erster Linie das Gesprächsgegenüber, wenn argumentativ scheinbar nichts mehr geht.


Das Gesprächsgegenüber wird keinesfalls verunglimpft,. sondern einer realen Beurteilung unterzogen. Was nutzt Argumentation, wenn der potentielle
Gutmensch stur auf seinen Positionen beharrt ? Da kann man argumentieren und selbst noch Beweise vorlegen, selbst die sind wertlos.
Ich vergleiche Gutmenschen mit militanten Rechten oder Linken, nur eben auf ihren Gebiet, welches meist ausufernde/s Solidarität, Mitleid, Hilfsbereitschaft als einzig richtige Handlung ansieht, ohne tiefer zu ergründen, ob etwas und wieviel machbar ist.

Kleines Beispiel ist Berlin, Flüchtlingscamp in Kreuzberg. Hier fordern seit Monaten Asylbewerber Aufenthaltsrecht, Abschaffung der Residenzpflicht,
schnellste Entscheidungen zu ihren Gunsten.
Bei allem Verständnis für diese Leute, sie haben sich an die Regeln in D zu halten und sind nicht in der Position, Forderungen zu stellen.

Da gibt es dann die "Gutmenschen" , die dieses Tun unterstützen, moralisch und praktisch. Es wird gespendet, unterstützt wo es geht, um diesen Zustand,
eine Slumsiedlung in einer Grünanlage mitten in Berlin, zu schützen. Für das Recht der Flüchtlinge, die eigentlich so gut wie keine Rechte haben außer abzuwarten, aber in zugewiesenen Räumen bzw. Gebieten.
Der Rechtsstaat, die öffentliche Ordnung wird außer Kraft gesetzt, einfach weil der Senat die Proteste fürchtet, Proteste der "Gutmenschen", die dann
sicher noch Unterstützung erhalten würden von allen, die wieder eine Möglichkeit sehen, Randale zu machen.
Da kann ich noch so gut sein wollen, voller Mitgefühl, es gibt Gesetze. Und die gegen vor. Wenn hier einer der zahlreichen Unterstützer als Gutmensch
betitelt und auch mal verunglimpft wird, ist es nur berechtigt.

Gutmenschentum darf nicht das Gesetz und öffentliche Ordnung aushebeln, aber versucht wird es an allen Ecken und Enden.
Unterstützung für Hilfsbedürftige in dafür vorgesehenen Einrichtungen ja, aber nicht überall da, wo es den Leuten einfällt. Und schon gar nicht, wenn sie illegal da sind.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/fluech...en/9662050.html









Und was bringt das? Und wem?
Dem "Gutmenschen" dem man mal gesagt hat, was er ist - nämlich s. oben?
Dem Asylbewerber der "seine Grenzen" zu respektieren hat?
Dir, weil du mal so richtig gesagt hast, "was Sache ist"?

ob etwas und wieviel machbar ist

Exakt darum geht z.B. bei deinem zitierten Thema, und dazu wird es sicher viele verschiedene Meinungen geben - das kann man und muss man aushalten ohne einen anderen zu diskreditieren!
.
.
.


nach oben springen

#358

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 26.03.2014 09:33
von Barbara (gelöscht)
avatar

Zitat von josy95 im Beitrag #356
...irgendwann stürzen diese Gutmenschen auch dieses Land noch in das Chaos!

Bin bestimmt mit der Letzte, der echt bedürftigen Menschen nicht hilft, helfen will. Aber es hat alles seine Grenzen. Klar und deutlich. Auch wenn diese manchmal hart sind und ungerecht erscheinen. Oft erscheinen sie aber auch fair und gerecht, besonders den Menschen gegenüber, die wirklich Hilfe brauchen, nur keine Gutmenschen an ihrer Seite haben oder die sich nicht so gut artikulieren können.

Deutschland kann nicht das Sozialamt für die ganze Welt sein. Auch wenn es uns gut geht. Aber wie gut geht es uns eigentlich? So gut, das es vielen eigenen Kindern schlecht geht, bei ihnen immer mehr gekürzt, gespart wird...

josy95



Oweio - welche "anderen Länder" wurden denn speziell durch "Gutmenschen" (was immer das ist) ins Chaos gestürzt?
.


nach oben springen

#359

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 26.03.2014 11:05
von Heckenhaus | 5.158 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #357



Und was bringt das? Und wem?
Dem "Gutmenschen" dem man mal gesagt hat, was er ist - nämlich s. oben?
Dem Asylbewerber der "seine Grenzen" zu respektieren hat?
Dir, weil du mal so richtig gesagt hast, "was Sache ist"?.

Diese ganze unsinnige Diskussion über den Begriff "Gutmensch" bringt nichts. Und wieso habe ich gesagt, "was Sache ist" ?
Da scheinst du erhaben drüber zu stehen, so wie es anklingt.


Zitat
ob etwas und wieviel machbar ist

Exakt darum geht z.B. bei deinem zitierten Thema, und dazu wird es sicher viele verschiedene Meinungen geben - das kann man und muss man aushalten ohne einen anderen zu diskreditieren!
.


Aushalten muß man es, richtig, und wird nicht von beiden Seiten gelegentlich diskreditiert ?
Nehmen wir das Beispiel Asyl. Je stärker von seiten der öffentlichen Ordnung eingegriffen wird, Gesetze zur Anwendung kommen, desto lauter
schreien die vermeindlich Guten, das geht dann schon mal bis zum gewalttätigen Widerstand.

Nehmen wir die Castor-Proteste. Diejenigen, die dort teilweise sogar gewalttätig werden, sehen sich selbst als die Guten. Sie versuchen, gesetzlich
abgesicherte Maßnahmen zu be- oder verhindern. Jedes Jahr aufs Neue, seit vielen Jahren.

Warum setzen sie nicht ihre Kraft und Energie ein, um die Politik zu ändern ? In sehr vielen Fällen würde sich dieses Gehabe, "wir sind die Besseren",
erübrigen, wenn eine volksnahe Politik betrieben werden würde.
Eigentlich sind Gutmenschen eine Spezies von Revoluzern, sie kämpfen nur mit falschen Mitteln und dadurch gegen Windmühlen.
.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
nach oben springen

#360

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 26.03.2014 13:42
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #359
Diese ganze unsinnige Diskussion über den Begriff "Gutmensch" bringt nichts. Und wieso habe ich gesagt, "was Sache ist" ?
Also um mal einem Mistverständniss vorzubeugen, also weil Du es gesagt hast, bringt die Diskussion nichts? Ahja!

Oder wie ist das Und wieso habe ich gesagt zu verstehen?Also wenn es so gemeint war, na dann ist die dann folgende Anmache Da scheinst du erhaben drüber zu stehen, so wie es anklingt. dann schon heftig. Na wie auch immer, könnte man (und frau auch) den Gutmenschen, also vulgo den Blödmann oder die Blödfrau, vielleicht an seinen Reaktionen erkennen, wenn's in die Hose geht? Oft hört man dann den Ausspruch ... 'Ja ich hab doch aber es nur gut gemeint!' oder so ähnlich. Tja, gut gemeint und gut gemacht, da gibts doch ein Haufen Sprüche dazu.
Bedenklich wird's mMn immer besonders dann, wenn 'Gemeinnutz vor Eigennutz' geht. Wobei folgenden Satz hätte ja eine jede Partei wohl gern in ihrem Programm, aber seit über einen halben Jahrhundert isser irgendwie nimmer schick ...

Die Tätigkeit des einzelnen darf nicht gegen die Interessen der Allgemeinheit verstoßen,
sondern muß im Rahmen des Gesamten und zum Nutzen aller erfolgen.


Also nicht, das ich jetzt flaschverstanden werde, ich habe nichts gegen die Aussage als solche. Nur bedarf diese Binsenweisheit nach meiner Ansicht keine besondere Erwähnung bei einem sozialen Wesen und genau das macht mich dann, hmm, stutzig.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen



Besucher
17 Mitglieder und 35 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: TalSiar
Besucherzähler
Heute waren 777 Gäste und 59 Mitglieder, gestern 3617 Gäste und 188 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14376 Themen und 558765 Beiträge.

Heute waren 59 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen