#241

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 01.05.2013 23:43
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #240
Zitat von Hackel39 im Beitrag #238


"Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen"




Jetzt muss ich mal die Praktiker und die Theoretiker konkret fragen. Waren denn in der DDR überhaupt die Voraussetzungen erfüllt, dass man sich auf diese "Leuchtturmparole" berufen konnte? War es nicht eher ein Ziel?

LG von der grenzgaengerin



das heißt konkret, Frage an Alle.
Die Bedürfnisse waren sicher mehr, was die Fähigkeiten anging man mußte aus wenig ..mehr machen.
Die Voraussetzungen waren nicht gerade optimal, aber Not machte erfinderisch. Parolen gab und gibt es immer wieder z.B. " Leben und Leben lassen ",
" Arbeiten um zu Leben ", " Leben um zu Arbeiten " oder " Jeder nach seinen Bedürfnissen, Jeder nach seinen Fähigkeiten u.s.w.
Das muß jeder für sich ausmachen ob es Ziele sind und/ oder die Voraussetzungen stimmen.

LG vom silberfuchs60


xxx
zuletzt bearbeitet 01.05.2013 23:43 | nach oben springen

#242

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 01.05.2013 23:50
von Moskwitschka (gelöscht)
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Aber immer lieber Silberfuchs

Mit den Voraussetzungen meine ich die von Marx, definierten. So fit bin ich nun auch wieder nicht. Aber es ging glaube in die Richtung Aufhebung des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit, gesellschaftlichem Reichtum und so weiter....

LG von der grenzgaengerin


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#243

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 01.05.2013 23:58
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #242
Aber immer lieber Silberfuchs

Mit den Voraussetzungen meine ich die von Marx, definierten. So fit bin ich nun auch wieder nicht. Aber es ging glaube in die Richtung Aufhebung des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit, gesellschaftlichem Reichtum und so weiter....

LG von der grenzgaengerin


...liebe grenzgaengerin
wie ich " sehe " bist Du noch ganz schön fit was diese Materie betrifft, da kann ich leider nicht mehr mithalten, sorry.
Du wirst aber Hier sicher jemanden finden.


xxx
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#244

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 10:10
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzgängerin

Marx unterschied in der Wertschöpfung zwischen abstrakter und konkreter Arbeit. Mit der abstrakten Arbeit ist die Menge der Arbeit gemeint, z.B. in Arbeitsstunden, mit konkrteter Arbeit ist die Form der Tätigkeit gemeint. Die Schlußfolgerung die Menge der Arbeit schafft den Wert eines Produktes. z.B. ein Schaufelblatt. Das Blech wird ausgestanzt und in einer Form tiefgezogen. das wäre die Konkrete Arbeit stanzen und tiefziehen, daraus entsteht der Gebrauchswert des Teil. Der Wert besteht in dieser Produktionsstufe in der menge Arbeit, 10 min stanzen und 10 min tiefziehen. dazu kommt noch die absolute und konkrete arbeit in der Gewinnung des Erzes und in der Gewinnung des Tiefziehbleches und der Wert der Rohstoffe und Hilfsstoffe. Die verschiedenen Stufen der Wertschöpfung.
Das klingt sehr einfach, aber da gibt es ja noch die vergegenständlichte Arbeit. Das sind vereinfacht ausgedrückt die Maschinenstunden. Die Maschine leistet sowohl abstrakte als auch konkrete Arbeit.
In der heutigen Pruduktion entstehen unzählige Halbprodukte, Unmengen an vergegenständlichter Arbeit und und. das ist auch ein Grund warum das Sozialsystem kippen wird. Maschinenstunden zahlen nicht in Sozialkassen ein, die Menge der menschlichen Arbeit sinkt im Verhältnis zu der vergegenständlichten Arbeit.
Zurück zum "Wert" des Produktes, hier unterschied Marx analog zu den Formen der Arbeit in "Wert" und "Gebrauchswert". Der Wert wird geschaffen durch die Menge der aufgewanden Arbeit, der Gebrauchswert durch die konkrete Arbeit z.B. Tiefziehen- der Sand rutscht nicht aus der "Schaufelmulde".
Der Denkansatz ist eigentlich Richtig, nur war das auch der Grund warum ich an der damaligen DDR gezweifelt habe. Produkte mit hohem Gebrauchswert wurden verteuert um die total übertriebene Subventionspolitik aufrecht zu erhalten. So wurde Marx in der DDR verbogen....

Das Gerechte an dem Gedanken war, ein Betriebsleiter eines kleinen Betriebes hatte teilweise kaum mehr, als ein Bandarbeiter in 3 Schichten.
Jeder Mensch hat nur eine Lebenszeit, die Putzfrau und der Betriebsleiter. Der Leiter hat studiert und wollte nie den Dreck anderer wegwischen, er hatte ja auch andere intel. Anlagen und Lebensziele. Betrachten wir das Studium als vergegenständlichte Arbeit, so ergibt sich daraus die geringe Differenz, da ja 4 Jahre Studium auf ein "Lebenswerk" umgelegt wurde.
Die Putzfrau sagte sich, ach Studium schaffe ich nicht und beim putzen gibt es sofort Kohle also werde ich Putzfrau. Beide verkaufen Lebenszeit und Lebenskraft. Welches leben ist mehr wert und somit die lebenszeit höher zu bewerten, die ja verkauft wird?
Jeder machte ja seinen Job mehr oder weniger freiwillig, es gab keine gesellschaftlichen Grenzen für ein Studium... Auf solchen denken beruhte "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen".
Hier im Forum wird Bedürfniss leider zu oft auf Konsumbedürfnis reduziert und damit dieser (gebe zu realitätsferne) Slogan "verformt" (Sprache als Sackgasse)
Leider wurden in dieser Bewertung so wichtige Dinge wie Verantwortung nicht mit inbezogen, ein Chirurg macht ein Fehler und das wars..... (jedenfalls für den Patienten). Diesen emotionalen Druck kann man nicht in ein solchens Modell einbinden, die Putzfrau wischt mal drüber, der Chirurg leidet jahre unter seinem fehler und verliert Lebenszeit....
Es ist ein kompliziertes Thema und ich kann das nur aus meinem Verständnis so darlegen, halt vereinfacht.

Solche Dinge machen ja auch meine Widersprüchlichkeit aus. Für mich war das in besseres System, leider wurde es falsch umgesetzt. Nicht der gedanke war falsch - die Umsetzung. Und da hat Dore recht, der Mensch war und ist noch nicht reif für ein solches Denken und Handeln.

Marx schrieb auch die Gesellschaft mit der höheren Produktivität wird siegen, wenn ich die Menge Arbeit X in einen Automat investiert habe und dieser Automat diese Menge X an 10000 Produkte weiter geben kann, dann potentziere ich die geleistete Arbeit.

Und noch ein Fakt, eine höhere Produktivität erreiche ich auch durch Kombination techn. Fortschritt mit Ausbeutung, da hat der Sozialismus wohl schlechte Karten....


Hackel39 und Jobnomade haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#245

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 10:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #240
Zitat von Hackel39 im Beitrag #238


"Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen"




Jetzt muss ich mal die Praktiker und die Theoretiker konkret fragen. Waren denn in der DDR überhaupt die Voraussetzungen erfüllt, dass man sich auf diese "Leuchtturmparole" berufen konnte? War es nicht eher ein Ziel?

LG von der grenzgaengerin



Es war schon möglich, unter Laborbedingungen als DDR- Bürger öffentlich ein Kommunist zu sein.
Hier eine kleine Alltagsgeschichte aus der DDR wie es sie tausendfach auf allen Sektoren der Volkswirtschaft gegeben hat, min 5:00 bis 10:00 reicht eigentlich schon aus, um zu verstehen, was gemeint ist.
http://www.youtube.com/watch?v=VjoXHEkugHw
Hier war ein vorbildlicher Genosse (Filmvater May...Erik S. Klein), der seinen Parteisekretär Fred (Martin Trettau) zum Feierabendbier einlädt, um über die Planerfüllung zu diskutieren oder ihn am Wochenende zu sich nach Hause einlädt, um doch noch Quartalssieger zu werden.
Was kaum einer im Kollektiv, in dem er Vorbild ist weiß ist, daß seine Schwester ihm den Haushalt schmeißt und seine Kinder erzieht, das meine ich mit Laborbedingungen, wie sie es auch bei den Höchstleistungsschichten zum Weltfriedenstag gegeben hat...das ganze Umfeld wurde einfach ausgeblendet und fertig waren die Vorzeigekommunisten.
In der gesellschaftlichen Gesamtkalkulation ist Filmvater May aber nur Durchschnitt, weil andere ihre Kinder ordentlich erziehen und sich um ihre Familie kümmern, dafür aber am Wochenende nichts vom Kombinat hören wollen.
Wirkliche Kommunisten hat es in den letzten Jahrzehnten wohl nur ausgangs des Zweiten Weltkriegs in Deutschland in erheblicher Anzahl gegeben, da es nur einen echten Nährboden für den Kommunismus gibt und das sind vorausgegangene Katastrophen.
Ansätze kommunistischer Ideale hat es übrigens auch beim Hochwassergeschehen in Ostdeutschland gegeben, hier sah man auch nicht aufs Geld und auf die Uhr, der Zusammenhalt basierte allein auf uneigennützige Hilfe ohne familiären oder sonstigen Bezug auf die Opfer, das war schon beeindruckend, hielt aber nur für die Dauer der Katastrophe an.
Und genauso wie ein 100 m- Sprinter sein Tempo nicht über 5000 m durchhalten würde, genauso kann es wohl in unserem heutigen Alltag keine echten Kommunisten mehr geben.
Hier noch ein wenig Theorie vor einer überzeugenden praktischen Kulisse, aber vorsicht, der Film ist schwer überladen.
http://www.youtube.com/watch?v=AyNV7ESauCw



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#246

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 10:45
von Moskwitschka (gelöscht)
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Ich danke Euch für die Mühe, die ihr Euch gamacht habt. Aber leider kann ich keine konkrete Antwort auf meine Frage herauslesen.

Sackgassen-Sprache (12)

Nur die:

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #244


So wurde Marx in der DDR verbogen....




und jeder hat nach Gusto das rausgepickt, was ihm gerade in sein Kram passte.

Daher frage ich ich mal anders. Gab es in der DDR Marxisten?

LG von der grenzgaengerin


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#247

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 11:31
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Grenzwolf62 im Beitrag #231


Vielleicht war Marx im Westen schick und im Osten halt Sch...e?
Ist ja eventuell ein Unterschied ob ich gut bürgerlich ausgestattet Sozialismus spiele oder den jeden Tag vor der Haustür habe.



Marx war weder schick noch eine harte Masse, vielleicht nur schwere Kost. Doch die Ideen von Marx sind heute aktueller denn je. Daher bemühe ich mal einen Engländer:

"Die revolutionären Ideen von Karl Marx“

"Auch wird gezeigt, dass die revolutionären Ideen von Karl Marx heute sogar noch aktueller denn je geworden sind. Die Arbeiterklasse ist nicht kleiner geworden, sondern hat sich verändert und ist noch viel größer und bedeutender geworden. Die Widersprüche des Kapitalismus sind nicht verschwunden, sondern spitzen sich mit der weltweiten Krise, mit Entdemokratisierung, Verarmung und Kriegen immer weiter zu. Eine Kenntnis der revolutionären Ideen von Karl Marx ist daher nicht von gestern, sondern gehört zum Verständnis des modernen Kapitalismus."

Callinicos ist Professor für European Studies am King’s College in London.

http://www.freitag.de/autoren/freiheitsl...n-karl-marx201c

LG von der grenzgaengerin


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#248

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 11:48
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #247


http://www.freitag.de/autoren/freiheitsl...n-karl-marx201c



Ein guter Link, ich denke, ich werde mir das Buch kaufen. Speziell die Beschreibung des letzten Kapitels erinnert mich an meine eigene Vergangenheit:

1968/69 stand ich politisch ziemlich weit links, war überzeugt von der Machbarkeit mancher Ideen. In unzählien Diskussionen mit (meist älteren) Mitbürgern wurden wir sehr oft mit der Aussage: "Wenn es euch hier nicht gefällt, dann haut doch ab, rüber, in die Zone!" konfrontiert. Es war mühsam und meist erfolglos, diese Leute davon zu überzeugen, dass wir beileibe nicht die Zustände und Umstände der damaligen DDR zum Ziel hatten, sondern ganz andere Ideale verfolgten.

Aber das wahr wohl zu komplex und zu kompliziert: Es war und ist doch viel einfacher, in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken, in Gut nd Böse zu unterteilen und alte Feindbilder zu pflegen. Grautöne irritieren da nur.


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#249

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 12:13
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Dandelion im Beitrag #248
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #247


http://www.freitag.de/autoren/freiheitsl...n-karl-marx201c



Ein guter Link, ich denke, ich werde mir das Buch kaufen. Speziell die Beschreibung des letzten Kapitels erinnert mich an meine eigene Vergangenheit:

1968/69 stand ich politisch ziemlich weit links, war überzeugt von der Machbarkeit mancher Ideen. In unzählien Diskussionen mit (meist älteren) Mitbürgern wurden wir sehr oft mit der Aussage: "Wenn es euch hier nicht gefällt, dann haut doch ab, rüber, in die Zone!" konfrontiert. Es war mühsam und meist erfolglos, diese Leute davon zu überzeugen, dass wir beileibe nicht die Zustände und Umstände der damaligen DDR zum Ziel hatten, sondern ganz andere Ideale verfolgten.

Aber das wahr wohl zu komplex und zu kompliziert: Es war und ist doch viel einfacher, in Schwarz-Weiß-Kategorien zu denken, in Gut nd Böse zu unterteilen und alte Feindbilder zu pflegen. Grautöne irritieren da nur.



Danke, Dandelion, für diese Anmerkung,

Ja.... und da sind wir wieder bei dem Thema "Sackgassen-Sprache" angelangt. - das ist die gleiche Vereinfachung, wie viele "Apparatschniks" in der DDR mit kritischen Stimmen umgingen: "Wer nicht für uns ist - ist gegen uns".
Aus, basta, Ende der Diskussion. Schwarz und Weiss - keine Grautöne, keine Farben. So einfach kann die Welt sein.

@Grenzverletzerin,
Du hast hier die Frage gestellt, ob es in der DDR so etwas wie "echte Kommunisten" gab.....
Und hier keine rechte Antwort drauf gefunden.
Jein...lautet meine Antwort. Es gab viele Menschen, die guten Willen mitbrachten, eine neue Gesellschaft aufzubauen.
Aber.... leider hat jeder Mensch auch egoistische Seiten - das trägt er als Überlebenstrieb seit der Urgesellschaft mit sich herum.
Deshalb war das Modell "Sozialismus/Kommunismus" auch so schwer umzusetzten.
Und der gute Wille zum Teilen hat auch irgendwann ein Ende - wenn ich sehe, dass andere ihren Egoismus voll ausleben.
Kommunist Hackel hat hier so ein schönes Beispiel von der Apfelernte geschrieben - und da hat er aus meiner Sicht völlig richtig gehandelt.
Ach wenn man Ideale hat - darf man sich nicht von anderen ausnutzen lassen. Ich habe solche Lektionen auch immer wieder lernen müssen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 02.05.2013 12:14 | nach oben springen

#250

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 12:20
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #246
Ich danke Euch für die Mühe, die ihr Euch gamacht habt. Aber leider kann ich keine konkrete Antwort auf meine Frage herauslesen.

Sackgassen-Sprache (12)

Nur die:

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #244


So wurde Marx in der DDR verbogen....




und jeder hat nach Gusto das rausgepickt, was ihm gerade in sein Kram passte.

Daher frage ich ich mal anders. Gab es in der DDR Marxisten?

LG von der grenzgaengerin






Der Kommunismus war die Rennbahn und eine 100 m- Zeit von 0:00 der Leuchtturm, so überspitzt möchte ich es mal formulieren und laufen mußte jeder selber, verzeih mir diese Metapher.
Aus meiner Reichsbahnzeit fallen mir so aus dem Stegreif zwei Genossen ein, die uns bei diesem Rennen um das Ideal die Hacken gezeigt haben.
Einer davon war Werkmeister und der andere Lokführerkollege, beide etwa gleichalt wie die DDR.
Der Brigadelokführer war einer, der unter allen Umständen die kommunistischen Werte hoch gehalten hat, immer diskussionsbereit aber auch kameradschaftlich, geradling, offen und bestimmt in Wort und Tat.
Er war als Gewerkschafter immer um Gerechtigkeit bemüht, sei es bei der Vergabe von Ferienplätzen aber auch im Umgang mit unseren schwarzen Schafen, für den war jeder ein Mensch auch wenn er Ecken und Kanten hatte oder sich hängen ließ.
Als Ausbilder hatte er eine Engelsgeduld und auf Parteiversammlungen trat er oft sehr kritisch und konstruktiv auf und war immer geerdet mit der Praxis, einfach nur ein Vorbild für mich und wohl auch etliche andere im alten Bahnbetriebswerk.
Der Werkmeister faßte die allgegenwärtige Mangelwirtschaft als tägliche Herausforderung auf, trimmte die Schlosser wenn es kritisch war und reparaturbedingte Lokengpässe drohten auf Höchstleistungen, gab ihnen aber auch Freiheiten, falls mal Flaute herrschte ohne auch nur ansatzweise Schlendrian oder private Touren am Arbeitsplatz zu dulden.
In seiner Freizeit war er für den örtlichen Fußballverein immer anspielbar, ließ sich zu jeder beliebigen Stunde zum Hilfszug holen, wenn wieder mal was im Dreck lag und das alles zum gleichen Lohn, den seine Kollegen auch bloß hatten.
Privilegiert waren beide auf keinem Fall, sie besaßen nicht mal ein Auto.
Privat sind zumindest mir keinerlei Eskapaden bekannt, beide sind seit Jahrzehnten verheiratet und ihre Kinder sind ordentliche Menschen geworden.
Leider bekomme ich beide kaum noch zu sehen, einer ist wohl inzwischen sogar weg gezogen.
Aber das waren die Leute, auf deren Staffelstab wir mit zitternden Knien gewartet haben, in deren Fußstapfen zu treten erschien mir damals als ambitionierte Herausforderung- ob ich die erfüllt hätte, vermag ich hier nicht mehr zu sagen.



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#251

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 12:52
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #249
Zitat von Dandelion im Beitrag #248
[quote=grenzgaengerin|p250565]

http://www.freitag.de/autoren/freiheitsl...n-karl-marx201c




Und der gute Wille zum Teilen hat auch irgendwann ein Ende - wenn ich sehe, dass andere ihren Egoismus voll ausleben.
Kommunist Hackel hat hier so ein schönes Beispiel von der Apfelernte geschrieben - und da hat er aus meiner Sicht völlig richtig gehandelt.
Ach wenn man Ideale hat - darf man sich nicht von anderen ausnutzen lassen. Ich habe solche Lektionen auch immer wieder lernen müssen.

Gruss Hartmut



Möglicherweise war mein Verhalten damals gar nicht mal so unkommunistisch.
Immerhin war mein Bedürfnis damals ja das Schlauchboot und nicht der Wandertag und diese 45 Mark, hochgerechnet auf die Klasse hätten ja 1300 Mark bedeutet, die wiederum für den Wandertag viel zu viel gewesen wären, wenn alle über 100 Körbe eingesammelt hätten.
Es sei nun den Philosophen überlassen zu bestimmen, wer die wegen des später angeschafften Schlauchboots mehr gefangenen Karpfen nun zu bekommen hatten.
Zwar habe ich die Fangbeschränkung eingehalten (2 pro Tag), gleichwohl war es ein Mehrwert den ich mir angeeignet und zu größten Teil verschenkt hatte, weil mein Bedürfnis nicht höher als 2 kg Fisch pro Woche lag und das Gefrierfach im Kühlschrank hatte kaum 5 l Volumen.
So gesehen hat die DDR mit ihrer Mangelwirtschaft bezüglich Gefriertruhen schon einen gewissen Rahmen für die Ideen des Kommunismus geschaffen.
Diese ganzen Spekulationen haben einen Vorteil:
Hier im Kreisverkehr der Philosophie, in den ich mich nun hineinbegeben habe, kann ich niemals in der Sackgasse enden.
Gruß Hackel.



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#252

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 13:51
von Moskwitschka (gelöscht)
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Mir geht es nicht darum, ob und wie die DDR funktioniert hat, sondern darum ob man in der DDR Marx überhaupt verstanden hat. Marx Ideen vom Kommunismus waren und sind eine Vision, die nicht auf Finger schnippen erreichbar sind. Den beschwerlichen Weg dorthin hat er in zahlreichen Schriften dargelegt. Was mir schwer im Magen liegt, ist die Interpretationshoheit einer Partei in der DDR, die es zwar schon lange nicht mehr gibt, aber die eine sachliche Auseinandersetzung mit Marx noch heute sehr erschwert. Zumal die Probleme sich hier in Deutschland und im Rest der Welt zuspitzen.

Und um auf Staffelstab zurück zu kommen. Mein Großvater um die Jahrhundertwende des vorigen Jahrhunderts geboren, Buchdrucker von Beruf und überzeugter Sozialdemokrat, hat seine Überzeugungen über die Nazizeit gerettet. Kaum war Hitler weg, wurde er „Zwangs vereinigt“. Seine sozialdemokratische Haltung hat er auch nach 1946 in der DDR nicht aufgegeben. Auf unterschiedliche Weise hat er sie auch an mich weiter gegeben. Für mich gab es keine Möglichkeit mich mit anderen zu organisieren. Was mir aber blieb, die Gedanken weiter zu tragen. Und das erfolgreich, wenn man den Beitritt einer meiner Töchter in die SPD als Beweis heranzieht. Auf dem Höhepunkt der Agenda – Diskussion ist sie in die SPD eingetreten, weil das Agieren dieser Partei ihrem Gerechtigkeitsempfinden widersprach. Kurzfristig hat sie bestimmt nichts bewirkt, aber bei heutiger Betrachtung schon.

Ich will hier keine Werbung oder Wahlkampf für irgend eine eine Partei machen. In mir verfestigt sich jedoch immer mehr die Ansicht, dass das schwerste Erbe der DDR ist, dass sie den Menschen ihre Wurzeln genommen und sie mehr oder weder orientierungslos zurück gelassen hat.

LG von der grenzgaengerin


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#253

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 14:18
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzgängerin

ja es gab in der DDR Marxisten. Ich fühle mich dem auch sehr nah. Es gab viele die den Marxismus in den Grundzügen verstanden haben, leider gerieten sie bei der Umsetzung in eine Sackgasse. Jeder Gesellschaftform wird durch Menschen umgesetzt und das ist der Knackpunkt. Um die Situation zu retten nahm man das kleinere Übel (Marx zu verbiegen) in Kauf um das gesamte Gebilde zu retten.
Ggerade weil ich mich Marx und seinen Gedanken nah fühle habe ich mich damals distanziert und bin vom "Regen in die Traufe" gekommen.

Den Vorwurf die DDR hätte den Menschen die Wurzel genommen kann ich nicht akzeptieren. Jeder tickt da ja anders..... Heute werden Menschen die Wurzel genommen, auf sozialer Ebene. Aber darüber zu diskutieren wird wieder ein Kreisverkehr, was sind die Wurzeln, welche Bedeutung haben die verschiedenen "Wurzeln" für den einzelnen und, und.

Ich scheue mich nicht vor sachlichen Auseinandersetzungen, aber in das Hamsterrad geht mal allein...

Und Deine vielgepriesene SPD, was hat diese Partei auf sozialen Gebiet erreicht, die Agenta 2010 zusammen mit den "Grünen". Für mich ist diese Partei CDU "light". Kein Mindestlohn, dafür auch solche leute wie Clement, er machte die Leiharbeit "gesellschafgtsfähig" und sitzt heute im Vorstand einer der größten Leiharbeitsfirmen von den anderen Dingen wie die Nähe zu RWE will ich gar nichts sagen.

Und heute schwenkt diese Partei das soziale Fähnchen....


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#254

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 14:36
von Moskwitschka (gelöscht)
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Hallo DDR - Bürger,

es geht um Ideen und Zeiträume und Staffelstäbe. Und die Sozialdemokratie war nur ein Beispiel dafür, weil ich aus meinem "beschränkten" Fundus nicht mehr betragen kann.

Nicht zuletzt habe ich auf einen der vorherigen Beiträge von Hackel sehr vorsichtig reagiert.

Sackgassen-Sprache (10)

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 02.05.2013 14:46 | nach oben springen

#255

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 14:56
von Polter (gelöscht)
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@ Hackel39
Die Laborbedingungen! Einstein hatte die Oktoberrevolution der Sowjets begrüßt und gesagt, daß wenn diese Revolution scheitert, sie unter anderen Laborbedingungen wiederholt werden müsse.
Ob in der DDR ( in Gedanken auch die anderen "sozialistischen " Staaten dazugesetzt ) Marx verstanden wurde?
Ich denke eher nicht. Um Marx zu verstehen, muß man Marx lesen ! Wer hat das je getan? Marx und Engels selber verstanden ihre Gedanken
nicht als vollendet. Eher wohl als Anregung zum Handeln. Selbst in der heutigen Zeit wird um die Ideenwelt von Marx noch immer gestritten. Ja
dieser Streit entzweit die gesamte Linke dieser Welt. Ich kenne genügend Geschäftsetagen dieser Welt, in deren Bücherbord " Das Kapital "
steht. Welcher Linke hat das Manifest der Kommunistischen Partei gelesen?
Ich denke, daß Marx in den " sozialistischen " Ländern ab dem Zeitpunkt verloren hatte, an dem eine Partei anfing zu regieren, angefangen hat
zu verwalten und entsprechende Posten besetzt hat.
Damit wurde meiner Meinung nach, der völlige demokratische Inhalt der Ideen von Marx bezüglich Wirtschaft und Politik zerstört.
Eindeutig steht für mich fest, daß für den Kommunismus die Ideenwelt von Marx aufgegriffen werden muß. Und die Gesellschaft muß zum Kommunismus geführt werden und dies ist die Aufgabe einer " Partei " mit Bündnispartnern. Gegen den Widerstand der Gegner.
Ein Erträumen des Kommunismus wird es nicht geben!


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#256

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 15:24
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #251
Zitat von Jobnomade im Beitrag #249
Zitat von Dandelion im Beitrag #248
[quote=grenzgaengerin|p250565]

http://www.freitag.de/autoren/freiheitsl...n-karl-marx201c




Und der gute Wille zum Teilen hat auch irgendwann ein Ende - wenn ich sehe, dass andere ihren Egoismus voll ausleben.
Kommunist Hackel hat hier so ein schönes Beispiel von der Apfelernte geschrieben - und da hat er aus meiner Sicht völlig richtig gehandelt.
Ach wenn man Ideale hat - darf man sich nicht von anderen ausnutzen lassen. Ich habe solche Lektionen auch immer wieder lernen müssen.

Gruss Hartmut



Möglicherweise war mein Verhalten damals gar nicht mal so unkommunistisch.
Immerhin war mein Bedürfnis damals ja das Schlauchboot und nicht der Wandertag und diese 45 Mark, hochgerechnet auf die Klasse hätten ja 1300 Mark bedeutet, die wiederum für den Wandertag viel zu viel gewesen wären, wenn alle über 100 Körbe eingesammelt hätten.
Es sei nun den Philosophen überlassen zu bestimmen, wer die wegen des später angeschafften Schlauchboots mehr gefangenen Karpfen nun zu bekommen hatten.
Zwar habe ich die Fangbeschränkung eingehalten (2 pro Tag), gleichwohl war es ein Mehrwert den ich mir angeeignet und zu größten Teil verschenkt hatte, weil mein Bedürfnis nicht höher als 2 kg Fisch pro Woche lag und das Gefrierfach im Kühlschrank hatte kaum 5 l Volumen.
So gesehen hat die DDR mit ihrer Mangelwirtschaft bezüglich Gefriertruhen schon einen gewissen Rahmen für die Ideen des Kommunismus geschaffen.
Diese ganzen Spekulationen haben einen Vorteil:
Hier im Kreisverkehr der Philosophie, in den ich mich nun hineinbegeben habe, kann ich niemals in der Sackgasse enden.
Gruß Hackel.


Um das nun mal in anderen Worten zusammenzufassen:
Den Gewinn von 45 Mark aus der Apfelernte hat der Jungkommunist Hackel damals in Produktionsmittel (Schlauchboot) investiert, statt sie einfach in den grossen Konsumtopf zu werfen (Klassenkasse, Verbrauch am Wandertag für Vergnügungen). Und somit viel Weitblick beim weiteren Aufbau einer leistungsfähigen Wirtschaft in der DDR bewiesen. Dieser Weitblick fehlte den anderen - sie sahen nur das kurzzeitige Vergnügen durch Konsum.
Unter kapitalistischen Bedingungen hätte Jugendfreund Hackel damals ein tüchtiger Unternehmer werden können.
Unter sozialistischen Bedingungen ein vorbildlicher Führungskader, der ab und an bei den "Apparatschniks" aneckt.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#257

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 15:40
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #256


Um das nun mal in anderen Worten zusammenzufassen:
Den Gewinn von 45 Mark aus der Apfelernte hat der Jungkommunist Hackel damals in Produktionsmittel (Schlauchboot) investiert, statt sie einfach in den grossen Konsumtopf zu werfen (Klassenkasse, Verbrauch am Wandertag für Vergnügungen). Und somit viel Weitblick beim weiteren Aufbau einer leistungsfähigen Wirtschaft in der DDR bewiesen. Dieser Weitblick fehlte den anderen - sie sahen nur das kurzzeitige Vergnügen durch Konsum.
Unter kapitalistischen Bedingungen hätte Jugendfreund Hackel damals ein tüchtiger Unternehmer werden können.
Unter sozialistischen Bedingungen ein vorbildlicher Führungskader, der ab und an bei den "Apparatschniks" aneckt.

Gruss Hartmut



Nur hätte sein Trick mit Marx nicht funkrioniert:
" Hackels Weltbild mit seiner Theorie von der materiellen Stimulierung aus dem Stabü- Unterricht und er protestierte ganz offen dagegen, heimlich beschloß er im Falle dieser kommunistischen Variante des Arbeitslebens ("Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen"... der kommunistischen Leuchtturmparole) seine Eltern einzuschalten, falls das durchgeht."

Sackgassen-Sprache (12)

"JEDER NACH SEINEN FÄHIGKEITEN,
JEDER NACH SEINEN BEDÜRFNISSEN!"

In einer höheren Phase der kommunistischen Gesellschaft, nachdem die knechtende Unterordnung der Individuen unter die Teilung der Arbeit, damit auch der Gegensatz geistiger und körperlicher Arbeit verschwunden ist; nachdem die Arbeit nicht nur Mittel zum Leben, sondern selbst das erste Lebensbedürfnis geworden; nachdem mit der allseitigen Entwicklung der Individuen auch ihre Produktivkräfte gewachsen und alle Springquellen des genossenschaftlichen Reichtums voller fließen - erst dann kann der enge bürgerliche Rechtshorizont ganz überschritten werden und die Gesellschaft auf ihre Fahne schreiben: Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!

Aus: Karl Marx (1818-1883): Kritik des Gothaer Programms. (1875).

Die Apfelbäume trugen ihr Früchte in einer viel früheren Phase der gesellschaftlichen Entwicklung.

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 02.05.2013 15:41 | nach oben springen

#258

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 16:09
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Es steht auch außer Frage, daß ich auch nur deshalb auf sozialistischem Kurs war, weil ich den Traumjob bekommen habe und da fangen die Unzulänglichkeiten schon mal an - Ich fühlte mich dem Staat gegenüber verpflichtet, weil er dem 18jährigen Rangierlokführer bereits Millionenwerte anvertraut hatte.
Im Vorfeld dieses Traumjobs mußte ich gute Noten bringen, da es im ganzen Kreis damals nur eine einzige Stelle gab.
Mit dem Wissen um diese eine Stelle und daß es in der Klasse und garantiert auch im Kreis weitere Bewerber gegeben hat, war maximale Kraftanstrengung in der Schule gefragt, die teilweise auch auf Kosten der Kamaradschaft ging, so daß man derbere Streiche einfach nicht mehr mitgemacht hat, weil eine einzige Volle (Note 5) die Gesamtnote versauen konnte.
Da noch rechnerisch einen Einser draus zu machen, war fast schon aussichtslos und meine Lehrer waren da nicht zimperlich, allein schon ein vergessener Kittel für die Experimente im Chemieunterricht konnte eine Volle bedeuten.
Kommunismus ist ja im Prinzip eine Art Religion, so weit würde ich hier gehen.
Ein praktizierender Kommunist müßte im Prinzip nach den zehn Geboten leben vorbehaltlich weiterer Anforderungen ökonomischer Art und selbst die besten Parteigenossen waren von diesem Ideal weit entfernt.
Hackel war somit ein kleiner Meßdiener und Marx der Allmächtige.



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#259

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 16:25
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

"Parteigenossen".....

autsch, Hackel, das war aber ein sprachlicher Ausrutscher. Dieses Wort stammt aus einer Zeit, als die "führende Partei" zwar auch "sozialistisch" im Namen trug, aber noch viel schlimmeres verzapfte.
"Genossen" - heisst es nur, schlicht und einfach.

Ja, ich fühlte mich auch "verpflichtet" - ich kann's nachfühlen.
Die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik" hiessen auch so
http://de.wikipedia.org/wiki/Zehn_Gebote...Moral_und_Ethik
Insofern ist der Vergleich mit einer Religion gar nicht so weit hergeholt.
Und diejenigen, die "öffentlich Wasser predigten und heimlich Wein tranken" gab es auch, wie in jeder Religion.
(Quelle: Heinrich Heine "Deutschland, ein WIntermärchen")

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 02.05.2013 16:26 | nach oben springen

#260

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 02.05.2013 16:39
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Hackel39 im Beitrag #258


Kommunismus ist ja im Prinzip eine Art Religion, so weit würde ich hier gehen.

Hackel war somit ein kleiner Meßdiener und Marx der Allmächtige.




Der gute Marx würde jetzt im Grab rotieren:

Marx schrieb 1844 in der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie: »Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.« Das Volk berauscht sich also selbst und bekommt das Gift nicht verabreicht, wie es die Wendung »Opium für das Volk« suggerieren würde. Die Idee von der Religion als Rauschdroge stammt nicht von Marx selbst. Er war gut mit Heinrich Heine befreundet. Die beiden lernten sich 1843 kennen. Man kann daher davon ausgehen, dass Marx Heines Denkschrift für Ludwig Börne gut kannte, die im Jahr 1840 veröffentlicht wurde. Und darin heißt es sarkastisch: »Heil einer Religion, die dem leidenden Menschengeschlecht in den bittern Kelch einige süße, einschläfernde Tropfen goss, geistiges Opium, einige Tropfen Liebe, Hoffnung und Glauben!« Marx hat Heines Gedanken also aufgegriffen und noch einmal polemisch zugespitzt.

http://www.dober.de/religionskritik/marx1.html

LG von der grenzgaengerin


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