#21

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 11:10
von ddr-bürger (gelöscht)
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Der Begriff "Siegerjustiz" wird mir zu oft auf das Thema "Gewinner" und "Verlierer" reduziert. meist trift es die sogenannten "Verlierer", aber "Siegerjustiz" ist der gesellschaftliche Umgang mit dem "Besiegten". Warum gibt es den ein unterschiedliches Rentenrecht, warum wird die ehemalige DDR am Strafrecht der BRD gemessen, warum wird eine Geschichte "verbogen"? Von den niedrigeren Löhnen u. Gehältern in den "neuen" Bundesländern rede ich schon gar nicht....
Es gab Kampf oder Krieg - zwischen zwei Systemen und der Sozialismus hat diesen Kampf verloren. das war kein deutsches Pronblem, sondern international. Nur in Deutschland mündete der Untergang des einen Systems in die "Angliederung der Ostgebiete" in den vorhandenen "gegnerischen" Staat BRD.


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#22

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 11:48
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #21
Der Begriff "Siegerjustiz" wird mir zu oft auf das Thema "Gewinner" und "Verlierer" reduziert. meist trift es die sogenannten "Verlierer", aber "Siegerjustiz" ist der gesellschaftliche Umgang mit dem "Besiegten". Warum gibt es den ein unterschiedliches Rentenrecht, warum wird die ehemalige DDR am Strafrecht der BRD gemessen, warum wird eine Geschichte "verbogen"? Von den niedrigeren Löhnen u. Gehältern in den "neuen" Bundesländern rede ich schon gar nicht....
Es gab Kampf oder Krieg - zwischen zwei Systemen und der Sozialismus hat diesen Kampf verloren. das war kein deutsches Pronblem, sondern international. Nur in Deutschland mündete der Untergang des einen Systems in die "Angliederung der Ostgebiete" in den vorhandenen "gegnerischen" Staat BRD.


Man oh man, setzt doch mal eure sozialistischen Filzbrillen ab, ist ja gruselig, man muss doch irgendwann bevor man 80 ist mal ankommen in der Gegenwart.


zuletzt bearbeitet 15.04.2013 11:50 | nach oben springen

#23

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 11:59
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #21
Der Begriff "Siegerjustiz" wird mir zu oft auf das Thema "Gewinner" und "Verlierer" reduziert. meist trift es die sogenannten "Verlierer", aber "Siegerjustiz" ist der gesellschaftliche Umgang mit dem "Besiegten". Warum gibt es den ein unterschiedliches Rentenrecht, warum wird die ehemalige DDR am Strafrecht der BRD gemessen, warum wird eine Geschichte "verbogen"? Von den niedrigeren Löhnen u. Gehältern in den "neuen" Bundesländern rede ich schon gar nicht....
Es gab Kampf oder Krieg - zwischen zwei Systemen und der Sozialismus hat diesen Kampf verloren. das war kein deutsches Pronblem, sondern international. Nur in Deutschland mündete der Untergang des einen Systems in die "Angliederung der Ostgebiete" in den vorhandenen "gegnerischen" Staat BRD.



Eine Befragung unserer ehemaligen osteuropäischen Brudervölker zu diesem Thema könnte auch zur Horizonterweiterung beitragen.Ist wohl alles eine Frage der Perspektive.


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#24

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 12:38
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #18
Hallo Barbara, um nicht den ganzen Text aus Deinem Beitrag # 13 hier wieder vorzuholen, Dein Abschnitt zu den beiden Arbeitnehmern Ost und West:
Das hatte ich persönlich erlebt. Würde es zwar nicht als Siegerjustiz bezeichnen, aber es war ganz sicher kein Einzelfall. Durch Strukturänderungen im Konzern wurde ich von der Erfurter Tochter zu der in Pirmasens überstellt. Das war 1993. Es gab einen neuen Arbeitsvertrag, Gehalt nur sehr geringfügig über dem aus Erfurt. Ich dachte in meiner Naivität, das waäre schon o.k. Am Folgetag unterhielt ich mich mit meiner Kollegin, die stellv. BR-Vorsitzende war. Ich hätte mich vor der Unterschrift erst mal mit ihr unterhalten sollen. 700,-DM monatlich, um diesen Betrag wurde ich geprellt. Erst Ende der 90er wurde ich wegen SE-Asieneinsatz angehoben. Zweimal erlebte ich es, daß ein Neuer aus den alten Bundesländern ohne technische Erfahrungen sofort mit diesem Gehalt eingestellt wurde, der zweite von ihnen sogar mit etwa 1000,-DM mehr (das wurde mir "zugespielt" und auch durch Dritte bestätigt). Dieser wurde nach etwa drei Jahren wegen Unfähigkeit wieder entlassen (das 13.Jahr beim westdeutschen ABI ist Schauspielunterricht ). Einen Teil seines Kundengebietes übernahm ich dann kommisarisch bis zur neuaufteilung des Vertretergebietes. War schon aufschlussreich, was mir die Kunden über meinen Vorgänger erzählten. Ich hatte in den 17 Jahren, die ich für die West-Firma gearbeitet hatte, einige Leute, die in unserer Abteilung eingestellt wurden, aus den Altbundesländern kommen und auch wieder gegangen worden sehen. Das ist auch etwas, woran man die Ungleichbehandlung erkennen kann. Einem Wettbewerber von mir, er auch aus dem Osten, den ich meist auf den Messen und auch schon mal bei einem Kunden traf, erzählte ich das mal. Er sagte, in seiner Firma (auch West) wurde da von Anfang an kein Unterschied gemacht. Also es geht doch! Kommt immer auf die Akteure an und da sind eben die persönlichen Erfahrungen von uns aus dem Osten sehr unterschiedlich und dementsprechend wird auch die Wiedervereinigung gewertet.



Ich kann verstehen dass man stinksauer ist, bei dem was du beschreibst Dore!
Ungleichbehandlung im Sinne von Bezahlung und beruflichem Weiterkommen gab es zwar auch vor der Wende schon (und wird es immer geben, da bin ich mir ziemlich sicher), aber bei "euch" wurde definitiv von Unternehmen ausgenutzt, dass die ehem. DDR-Bürger bestimmte Abläufe und offensichtlich bestimmte Rechte (Betriebsrat) nicht kannten, weil dieses in der DDR anders waren. Für mich bedeutet das, dass hier versäumt wurde Ost-Arbeitnehmer aufzuklären darüber, was anders läuft. Das hätte "Behörde" aktiv machen müssen. Und Gewerkschaft! Wenn diesbezüglich nichts passiert ist das ein ganz klares Versäumnis! Gab es das überhaupt nicht? Info-Büros bei der AfA oder der Kommune?

Wegen "Schauspielunterricht": ja so war das bei uns - oft, nicht immer -(und ist heute immer noch so), du musstest deine "Haut zum Markte tragen", ganz strategisch in Bewerbungsgesprächen sein, weil du wusstest, deine Kompetenz ist nur 1 Kriterium für eine Einstellung. Und je nachdem, was du für einen "Blödmann" du vor die sitzen hattest, wurden die Enscheidungen getroffen. Denn wer sagt eigentlich, dass ein "Personaler" immer kompetent ist?
Ich habe selber viele Bewerbungsgespräche durchlaufen, meistens erfolgreich, weil ich "die Tricks" raushatte. Ich kann total verstehen, dass man das total blöd findet, ich finde das auch. Und ich kann mir ungefähr vorstellen, wie das sein muss, wenn man ganz neu auf solch ein solches "Verfahren" trifft..
Gott sei Dank gibt es auch andere!

Wegen der unterschiedlichen Bezahlung:
mit welcher Begründung wurde oder wird das eigentlich gemacht?
Ich stelle mir vor z.B. Handwerk ist Handwerk: eine Elektriker, ein Kfz-Mechaniker, du bist glaube ich Chemiker, die Wissen-Voraussetzungen sind doch weltweit die gleichen. Strom ist Strom und eine Motor - egal welche Automarke - funktioniert im Wesentlichen gleich.
Wenn hier wirklich rein nach dem Kriterium "Ost" weniger bezahlt wurde, kann ich sehr gut verstehen, dass "ihr" von "Siegerjustiz" redet. Ich würde es allerdings "Diskriminierung" nennen, mit diesem Begriff kann nämlich auch ein "Westler" was anfangen.
Du weißt, dass ich als Frau da ein Liedchen von singen kann, denn Frauen werden bis heute bei gleicher Qualifikation nicht gleich bezahlt! Weil sie "Frau" sind! Ein Skandal!

Bei großen Fertigungsprozessen ist das vielleicht anders, da bedarf es wohlmöglich aufwändigerer Fortbildungen etc, die eine -zunächst! - geringere Bezahlung begründen würden. Das hat aber letztlich nichts mit Ost/West zu tun.
Meine Erfahrung war immer:
Ich bekomme während einer halbjährigen Probezeit erstmal weniger, dann das vereinbarte Geld, nach einem Jahr wird neu verhandelt..

Es ist völlig klar, dass "auf eurem Rücken" gute Geschäfte gemacht worden sind. Und das ist zu Recht anklagenswert.

Jetzt seid ihr ja die Wendegeneration, die das voll getroffen hat, und ich finde es sehr gut, das so ausführlich zu besprechen und auch zu verstehen, was mit "Siegerjustiz" gemeint ist.
Aber verstehst du meinen Ansatz, dass das Wort vielleicht heute nicht mehr zielführend ist? Die Generation die jetzt am Start ist braucht eine gemeinsame Sprache um solidiarisch agieren zu können? (ist ja vermutlich längst so...)


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#25

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 12:42
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Polter im Beitrag #14
Zitat aus # 1 im Thema:

" Alles gut durchgeschüttelt kann der "Sack" dann geschleudert werden, gegen – DEN STAAT? – DIE JUSTIZ? – DEN WESTEN? – DIE POLIZEI? –
Wer ist das denn eigentlich???? "

Also wird ein ganzer Sack entsorgt. Na prima !

" Aber die Sprache um ein Wort ärmer machen heißt das Denken der Nation um einen Begriff ärmer machen " Arthur Schopenhauer

Welches Wort noch in den Sack und weg?

Klassenkampf ?
Imperialismus ?
Prolet ?
Ausbeutung ?
Kriegstreiber ?
Sozialismus ?
Finanzhaie ?
Kriegstreiber ?
Lohntreiber ?
Kapitalist ?
Die Liste kann beliebig ergänzt werden. Dann Personen, Bücher, Kunst ! Das ist purer Klassenkampf und ne richtige Revolution.
Der Staat freut sich über den Sack !!




Polter, das hast du falsch gelesen. Mit geht es ganz sicher nicht um "Abschaffung von Sprache". Es kann jeder nach Belieben das Wort "Siegerjusitz" gebrauchen - aber ich darf es auch hinterfragen!


Die ganzen anderen Begriffe die du aufgeführt hast finde ich z.T. auch sehr nachdenkenswert, und werde das auch tun. Um Abschaffen geht es dabei allerdings nicht! Aber darum Inhalte mal zu präzisieren?


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#26

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 12:45
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Lebensläufer im Beitrag #19
Barbara, Grenzwolf und allgemein ins Forum. Ich wollte meinen Text hier Anfangs unter 5 eigentlich nicht so verstanden wissen, das nun Sieger und Verlierer (egal ob Ost zu West oder West zu Ost) gegenüberstehen und meinen:" Nu schau doch mal ich habe es geschafft und der Andere weiß garnicht so Recht, was er darauf entgegenen soll".

Nein weit gefehlt, ich meinte mit meinem Hinweis auf die" Minderbehandlung" des Osten wirklich gestandene ausgereifte Sachen in dieser DDR ( nur ein Beispiel 10.Klassen POS) die doch vom Westen voll ignoriert, abgeschmettert wurden. Auch den alten überlebten Kram siehe das Beamtentum West oder das Scheidungsrecht hätte einer Änderung unterzogen werden müssen und noch drei Dutzend Dinge mehr nur man hat es einfach nicht gemacht.

Man meinte doch in seiner Überheblichkeit West: "Wir, nur wir und wieder Wir, nicht Ihr nein nein, Wir", um das mal etwas zu übertreiben. Und das kam im Osten garnicht gut an, das schaffte und schafft noch heute Unfrieden, einen wirklich ganz miesen Nachgeschmack. Denn es war und ist einfach nicht fair, war egoistisch, war simpel ausgedrückt dumm, es war schlecht, nicht der Einheit unter den Landsleuten förderlich.

Lebensläufer



Lebensläufer, ich habe dich bestens verstanden, lies mal was ich Dore schon geschrieben habe...


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#27

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 12:56
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #21
Der Begriff "Siegerjustiz" wird mir zu oft auf das Thema "Gewinner" und "Verlierer" reduziert. meist trift es die sogenannten "Verlierer", aber "Siegerjustiz" ist der gesellschaftliche Umgang mit dem "Besiegten". Warum gibt es den ein unterschiedliches Rentenrecht, warum wird die ehemalige DDR am Strafrecht der BRD gemessen, warum wird eine Geschichte "verbogen"? Von den niedrigeren Löhnen u. Gehältern in den "neuen" Bundesländern rede ich schon gar nicht....
Es gab Kampf oder Krieg - zwischen zwei Systemen und der Sozialismus hat diesen Kampf verloren. das war kein deutsches Pronblem, sondern international. Nur in Deutschland mündete der Untergang des einen Systems in die "Angliederung der Ostgebiete" in den vorhandenen "gegnerischen" Staat BRD.



Es gab Profitgier, schamloses Ausnutzen der ehem. DDR-Bürger, und kriminelle Machenschaften - das zu Recht so benannt werden muss! und das ist es ja zum Teil auch, bzgl. der Treuhand z. B. gab es einges an Gerichtsverfahren?

Das Problem ist, wenn man von "Siegerjustiz" redet, kriegt man keinen Wessi auf seine Seite, der versteht das nämlich einfach nicht, weil er nicht diese System-Denke hat! Aber er unterliegt denselben "Marktgesetzen" Verstehst du wie ich das meine? Heute brauchen Arbeitnehmer eine gemeinsame solidarische Sprache.

Gerichtsverfahren: meines Wissens wurden z.B. die sog Mauerschützenprozesse nach DDR-Recht abgehalten - das stimmt doch oder?
und: es gab Kläger - waren das Bundebürger?
Hier komme ich mit "Siegerjustiz" nicht klar, ich glaube da muss man sehr genau hinsehen.


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#28

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 12:59
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #23
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #21
Der Begriff "Siegerjustiz" wird mir zu oft auf das Thema "Gewinner" und "Verlierer" reduziert. meist trift es die sogenannten "Verlierer", aber "Siegerjustiz" ist der gesellschaftliche Umgang mit dem "Besiegten". Warum gibt es den ein unterschiedliches Rentenrecht, warum wird die ehemalige DDR am Strafrecht der BRD gemessen, warum wird eine Geschichte "verbogen"? Von den niedrigeren Löhnen u. Gehältern in den "neuen" Bundesländern rede ich schon gar nicht....
Es gab Kampf oder Krieg - zwischen zwei Systemen und der Sozialismus hat diesen Kampf verloren. das war kein deutsches Pronblem, sondern international. Nur in Deutschland mündete der Untergang des einen Systems in die "Angliederung der Ostgebiete" in den vorhandenen "gegnerischen" Staat BRD.



Eine Befragung unserer ehemaligen osteuropäischen Brudervölker zu diesem Thema könnte auch zur Horizonterweiterung beitragen.Ist wohl alles eine Frage der Perspektive.





Ein nachdenkenswerter Hinweis:
Gibt es eine "Sieger/Verliere-Debatte" in den anderen ehem. sozialistischen Staaten? Wie läuft die ab?


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#29

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 13:04
von Barbara (gelöscht)
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... dass ihr mir jetzt auch noch den Clausewitz auf den Büchertisch legen wollt, wo ich mir dem Lesen kaum hinterher komme :-))))

Aber die "Miliärische Identifikation" Deutschlands, ausgehend vom Preussischen, das finde ich sehr nachdenkenswert.....





(Vierkrug, die ersten Seiten in Federico mit seiner ein wenig anderen "Schöpfungsgeschichte", dafür alleine hat sich der Kauf des Buches gelohnt...)


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#30

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 13:26
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Liebe Barbara,

ich versuche mich mal in Dein aufgezeigtes Sieger-Verlierer-Schema einzuordnen und schaffe das irgendwie nicht....
Es gab Jahre in meinem Leben, so nach 1990, da hätte ich mich zu den Verlierern gerechnet - weil ich viele Benachteiligungen erfahren habe.
Inzwischen ist das aber anders geworden, ich würde mich, wenn ich schon nach Begrifflichkeiten suche, als "Gewinner" bezeichnen.
Und wahrscheinlich bin ich schon länger auf der Gewinner-Seite, als ich mir das selbst eingestehe. Weil ich nie wirklich "Verlierer" war.
"Verlierer" unserer Generation sind diejenigen (zB Ostdeutschen), die nach dem Ende der DDR beruflich nie wieder richtig auf die Füsse gekommen sind und einen rasanten sozialen Abstieg erfahren mussten.
Ich schrieb zB hier mal von einem Bekannten, der früher Major der NVA war und heute Kraftfahrer beim Entsorgungsunternehmen ist. Es gibt sicher noch krassere Beispiele von Menschen, die heute dauer-arbeitslos, alkoholabhängig etc. sind und früher ein geachtes Mitglied der Gesellschaft waren.
Diese Menschen würde ich den "Verlierern" zuordnen.
Ansonsten: Antworten von "Gewinnern" hast Du ja hier schon gelesen:
Ich nenne mal stellvertretend für viele:
Grenzwolf, DoreHolm - und mich zähle ich auch dazu: Meine gute berufliche Ausbildung habe ich erfolgreich "vermarkten" können - auch wenn ich noch ein paar harte Lehrjahre dranhängen musste. Heute rechne ich mich klar zu den Gewinnern.
Wir (Gewinner) können sich hier einige Anekdoten zum besten geben, wie wir als "erfolgreiche Ossi's" ab und an die Neider(west) verblüfft haben.
Der Begriff "Sieger" passt für mich in dem Zusammenhang irgendwie nicht - er setzt einen "Besiegten" auf der Gegenseite voraus - und den kann ich nicht ausmachen.

"Für eine genaue und menschenfreundliche Sprache
ist Barbara :-)"


Hartmut auch :-)

in dem Sinne - Herzliche Grüsse


Grün: Ja, stimmt. hatte es vor einiger Zeit schon mal in einem anderen Thema so geschrieben: Wenn ich Plus und Minus der Wiedervereinigung (ich verwende diesen Begriff, weil der einfach der Gängige ist, obwohl ich unter einer Wiedervereinigung doch etwas Gleichberechtigteres verstehe) vergleiche, kommt unter dem Strich für mich persönlich ein Plus heraus, ohne Frage, auch bei meiner nach wie vor linken Grundeinstellung.
Mein technisch-naturwissenschaftliches Wissen hat meine Stellung in der Firma West gefestigt. Ohne Anzugeben, aber wenn man dann nach einiger Zeit über Dritte hört, daß die Vorgesetzten große Stücke auf einen halten, dann macht einen das dann auch selbstbewußter und man schweigt nicht mehr, wenn bei einer Beratung ein Altbundi, zwar auch "Fachmann", aber offensichtlichen fachlichen Mist von sich gibt. Meine Chefin sagte mir mal, daß sie meine Schreiben an Kunden unbesehen so wegschicken kann. Sie zeigte mir dann mal ein Schreiben eines Westkollegen, etwa auch mein Alter und ebenso lange in der Firma. Der muß in Deutsch Grammatik und Rechtschreibung und auch was die Formulierungen betrifft, immer gefehlt haben.
(bitte mich jetzt nicht gleich an ein paar Flüchtigkeitsfehlern auf meine eigene Unzulänglichkeit festnageln).
Was mich dann, abgesehen von meiner geringeren Bezahlung, manchmal gestört hat, daß Leute, die sich aus allen Verantwortungen immmer aalglatt herausgewunden haben und sich fachlich nie festlegten, sehr gut bezahlte Posten besetzten, obwohl offensichtlich Fehlentscheidungen getroffen wurden. Mein Kollege, auch schon fast 10 Jahre in der Abteilung, rief mich öfter an und fragte nach Klebempfehlungen, wo ich mich dann fragte, wie lange der eigentlich schon dabei ist. Habe ihm natürlich geholfen, in seinem und im Interesse unserer Abteilung. Mache unserer wichtigen Produkte kannte er gar nicht. Angeblich würde er auch nicht mehr verdienen als ich. Sein vorläufiger Rentenbescheid belief sich aber um etwa 400 € mehr als meiner. Wie das ? Da kommt man schon in´s Grübeln.



zuletzt bearbeitet 15.04.2013 13:26 | nach oben springen

#31

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 13:27
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #20
Liebe Barbara,

ich versuche mich mal in Dein aufgezeigtes Sieger-Verlierer-Schema einzuordnen und schaffe das irgendwie nicht....
Es gab Jahre in meinem Leben, so nach 1990, da hätte ich mich zu den Verlierern gerechnet - weil ich viele Benachteiligungen erfahren habe.
Inzwischen ist das aber anders geworden, ich würde mich, wenn ich schon nach Begrifflichkeiten suche, als "Gewinner" bezeichnen.
Und wahrscheinlich bin ich schon länger auf der Gewinner-Seite, als ich mir das selbst eingestehe. Weil ich nie wirklich "Verlierer" war.
"Verlierer" unserer Generation sind diejenigen (zB Ostdeutschen), die nach dem Ende der DDR beruflich nie wieder richtig auf die Füsse gekommen sind und einen rasanten sozialen Abstieg erfahren mussten.
Ich schrieb zB hier mal von einem Bekannten, der früher Major der NVA war und heute Kraftfahrer beim Entsorgungsunternehmen ist. Es gibt sicher noch krassere Beispiele von Menschen, die heute dauer-arbeitslos, alkoholabhängig etc. sind und früher ein geachtes Mitglied der Gesellschaft waren.
Diese Menschen würde ich den "Verlierern" zuordnen.
Ansonsten: Antworten von "Gewinnern" hast Du ja hier schon gelesen:
Ich nenne mal stellvertretend für viele:
Grenzwolf, DoreHolm - und mich zähle ich auch dazu: Meine gute berufliche Ausbildung habe ich erfolgreich "vermarkten" können - auch wenn ich noch ein paar harte Lehrjahre dranhängen musste. Heute rechne ich mich klar zu den Gewinnern.
Wir (Gewinner) können sich hier einige Anekdoten zum besten geben, wie wir als "erfolgreiche Ossi's" ab und an die Neider(west) verblüfft haben.
Der Begriff "Sieger" passt für mich in dem Zusammenhang irgendwie nicht - er setzt einen "Besiegten" auf der Gegenseite voraus - und den kann ich nicht ausmachen.

"Für eine genaue und menschenfreundliche Sprache
ist Barbara :-)"


Hartmut auch :-)

in dem Sinne - Herzliche Grüsse



... ist ja nicht "mein" Sieger/Verlierer-Schema lieber Hartmut. Das macht es auch so schwierig für mich :-) Aber ich versuche das zu verstehen.

Ich mit meinem persönlichen Leben komme in diesem Schema gar nicht vor: ich bin keine "Kapitalist", fühle mich aber auch nicht ausgebeutet, habe aber dennoch ein anstrengendes und sehr wechselhaftes Berufsleben vorzuweisen:
bin gekündigt worden - betriebsbedingt - (ich hasse dieses Wort, keiner kann das Zutreffen letztlich nachweisen)
bin mehrfach selber gegangen, weil ich mich bestimmten Unsinnigkeiten nicht aussetzen wollte, dadurch musste ich viel Unsicherheit aushalten...
war arbeitslos
hatte zwischendurch auch schöne Phasen im Angestelltenverhältnis, war betrieblich engagiert, auch gewerkschaftlich, fast hätten sie mich mal richtig fertig gemacht
war/bin Freelancer auf "ich kann leben"-Niveau
mein Auto ist 15 Jahre alt und ich in stolz drauf, dass es keinen einzigen Rostflecken hat !
wie's mit mir im Alter ist, kann ich nicht sagen, aber ich habe mir vorgenommen nicht zu altern :-))))
bin mir immer treu geblieben, was meine Werte angeht - diese Bilanz ist mir eh die wichtigste.
Davon abgesehen genieße ich das Leben, was in der Regel gar nichts mit Geld zu tun hat.

Also, was bin ich? ehem. Klassenfeind? System-Sieger? früher geteilt-Deutscher? jetzt gesamt-Deutscher? und von meiner Sorte gibt es ganz viele - Wessis und Ossis!

Deinen Werdegang kann ich so gut nachvollziehen, es muss für euch alle eine ausgesprochen schwierige Zeit sein, dieses sich zurecht finden im total anderen Leben (ich finde System reicht hier als Begriff gar nicht aus). Der Westen hat auf vielen Ebenen versagt, seine Landsleute wirklich Willkommen zu heißen - nachdem die Euphorie verklungen war.

Ich glaube, die Bewältigung eines solchen Prozesses hat sehr viel auch mit der persönlichen "Aufstellung" zu tun, nicht jeder kann sich gut "verkaufen", sich optimal artikulieren, obwohl er ein toller und kompetenter Mensch ist. Hier ist die gesamte Gesellschaft gefordert,nicht nur die Politik, oder die Parteien und sonstige Institutionen - und wir reden ja vom Heute!


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#32

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 13:29
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Um´s noch mal zu ergänzen. Vieles, was den Einen oder Anderen auf die Gewinnerseite gebracht hat, wäre bei einer beizeiten besseren Ökonomie, verbunden mit mehr Tolerenz bei relativen Kleinigkeiten, für Alle DDR-Bürger möglich gewesen.



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#33

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 14:30
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Ach, liebe Barbara,

Du bist "Gesamt-Deutsche" - wenn Du schon so eine Schublade besetzen möchtest - ich auch.
Sicher erinnerst Du Dich an die unbequeme Wahrheit, die Oskar LaFontaine 1990 ausgesprochen hat: "es wird eine Generation dauern, bis wir in Deutschland Ost und West gleiche Lebensverhältnisse haben".
Deshalb hat er ja auch keine Mehrheit damals bekommen - die Zwecklüge von den "bühenden Landschaften" aus der "Portokasse" finanziert schien verlockender.
Nun ist es 23 Jahre -etwa eine Generation- her und immer deutlicher wird, dass wir kein Ost-West-Problem mehr haben, sondern ein soziales Gefalle arm-reich, welches nicht so einfach geografisch festzumachen ist.
Ich vergleiche mal vom Lebensniveau Orte und Gegenden, wo längere Zeit gelebt habe/lebe:
Dresden - Regensburg. Die Oberlausiz bzw Kreis Görlitz - der Vogelsberg-Kreis (und da schneidet der Vogelsberg vielleich sogar noch schlechter ab als die arme Oberlausitz).

Was Du über Deine Biografie schreibst - so gross ist der Unterschied zwischen uns gar nicht (na gut, als Freelancer hab ich mich noch nicht versucht, mein Auto ist erst 14 Jahre und hat Rostflecken, aber ansonsten ...)
Ach, wer hätte uns ex-Ossis 1990, nachdem die erste grosse Begeisterung vorbei war, am Händchen nehmen sollen und in die Marktwirschaft sanft einführen sollen ?
Die Gewerkschaften des Westens ?
Die Linken Parteien ?
Die Behörden ?
Ja, ich erinnere mich - gleich im Sommer 1990 solte ich beim Arbeitsamt einen Kurs belegen sollen "Einführung in die Marktwirtschaft". Ich hatte aber schon meinen "Praxisteil" bei einem Nürnberger Zeitarbeitsunternehmen "gebucht". War auch lehrreich.

Mir fällt niemand so wirklich ein, der die 16,5 Millionen neu hinzugekommenen Bundesbürger hätte auf ihr künftiges Leben im Kapitalismus vorbereiten können.
Darauf war auch die Bundesrepublik nicht so recht "strukturell vorbereitet".

Um den Bogen zum "Heute" zu schlagen - was können wir tun, um möglichst keinen in unserer Gesellschaft zurückzulassen ?
- Unsere Kinder optimal auf die "rauhe Wirklichkeit" vorbereiten, in ihre gute Ausbildung investieren
- Solidarität mit den Schwächeren in unserer Gesellschaft üben - was aber nicht zur Selbstaufopferung führen darf, sonst werde ich selbst zum Problem für andere.

Bestimmt gibt es hier noch ein paar mehr wichtige Sachen..


Herzlichen Gruss von Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 15.04.2013 16:40 | nach oben springen

#34

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 14:35
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Um´s noch mal zu ergänzen. Vieles, was den Einen oder Anderen auf die Gewinnerseite gebracht hat, wäre bei einer beizeiten besseren Ökonomie, verbunden mit mehr Tolerenz bei relativen Kleinigkeiten, für Alle DDR-Bürger möglich gewesen.


Ja, DoreHolm,

zu spät: das haben die "führenden Genossen" leider "besser gewusst"..... und die "Parteibasis" hatte nur die Funktion, dem zuzustimmen.
Du weist doch noch zu gut, wie mit Kritik und Kritikern umgegangen wurde: "wer nicht für uns ist - ist gegen uns"
Und wenn Du erst mal in dieser Schublade angekommen warst....hattest Du verloren und konntest auch nichts mehr bewegen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#35

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 14:58
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #29
... dass ihr mir jetzt auch noch den Clausewitz auf den Büchertisch legen wollt, wo ich mir dem Lesen kaum hinterher komme :-))))

Aber die "Miliärische Identifikation" Deutschlands, ausgehend vom Preussischen, das finde ich sehr nachdenkenswert.....




Liebe Barbara,

Clausewitz sollte man nicht nur mit der deutschen Brille betrachten.

"Seine Theorien über Strategie, Taktik und Philosophie hatten großen Einfluss auf die Entwicklung des Kriegswesens in allen westlichen Ländern. Seine Theorien werden bis heute an allen wichtigen Militärakademien gelehrt und finden zudem im Bereich der Unternehmensführung sowie im Marketing Anwendung."

Aber da können Dir unsere Militärhistoriker und die Uniformträger bestimmt mehr dazu sagen oder schreiben.

LG von der grenzgaengerin


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#36

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 15:07
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzwolf

keine Sorge bin leider in der Gegenwart angekommen....


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#37

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 15:12
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von ddr-bürger im Beitrag #36
@grenzwolf

keine Sorge bin leider in der Gegenwart angekommen....



Na da bin ich beruhigt.


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#38

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 15:20
von ddr-bürger (gelöscht)
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@grenzwolf
Mach dir mal keine Sorgen...., ich sorge mich doch auch nicht um den Verlust Deiner Sachlichkeit.

@barbara u. Schnatterinchen

Die Situation in Deutschland war doch wohl einzigartig. bei den anderen Staaten gab es keine zwei Staaten einer Nationalität und mit verschiedenen gesell. Grundlagen. In den anderen ehem. soz. Staaten wurde ein neuer Staatsaufbau geschaffen, hier war es doch wohl eine "feindliche Übernahme". gab es früher nicht sogar im Grundgesetz der BRD ein Passus, der auf ein ungeteiltes Deutschland hinwies?

Gerade diese historische Ungleichheit zu anderen ehem. soz. Staaten macht den Vergleich nicht möglich.


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#39

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 15:29
von ddr-bürger (gelöscht)
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@barbara

leider werden hier zwei verschiedene Situationen verknüpft. der Kampf gegen die soziale Ungerechtigkeit in der BRD betrifft die Arbeitnehmer unabhängig von der Wohnstääte, ob in "Dunkeldeutschland" oder den Altbundesländern (man beachte bitte der Begriff Dunkeldeutschland wurde von "Wessis" geprägt und bis heute genutzt). der Kampf um den Abbau der Schieflage zwischen Ost- und West betrifft leider nur die Ex-DDR - Bürger.


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#40

RE: Sackgassen-Sprache

in Themen vom Tage 15.04.2013 16:08
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #34
Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Um´s noch mal zu ergänzen. Vieles, was den Einen oder Anderen auf die Gewinnerseite gebracht hat, wäre bei einer beizeiten besseren Ökonomie, verbunden mit mehr Tolerenz bei relativen Kleinigkeiten, für Alle DDR-Bürger möglich gewesen.


Ja, DoreHolm,

zu spät: das haben die "führenden Genossen" leider "besser gewusst"..... und die "Parteibasis" hatte nur die Funktion, dem zuzustimmen.
Du weist doch noch zu gut, wie mit Kritik und Kritikern umgegangen wurde: "wer nicht für uns ist - ist gegen uns"
Und wenn Du erst mal in dieser Schublade angekommen warst....hattest Du verloren und konntest auch nichts mehr bewegen.

Gruss Hartmut


Rot: Ja, das kenne ich. Als BPO-Sekretär mußte man monatlich einmal auch zu "Stimmungen und Meinungen im Betrieb" an die übergeordnete SED-Führung (hier die SED-Kreisleitung Erfurt-Nord) berichten. Einmal monatlich fand die Gesamtversammlung der BPO-Sekretäre statt, wo manche (entweder persönlich oder indirekt) entweder ihr Fett wegkriegten oder gelobt wurden. Kann mich noch allzugut daran erinnern, wenn unsere Firma aus irgendwelchen, zumeist objektiven gründen, in der Kritik stand, wie mir meine älteren Genossen aus anderen Firmen an´s Schienbein traten, wenn ich mich da im Interesse unserer Firma wehren wollte. In den Monatsberichten standen unter Stimmungen und Meinungen nicht selten meine eigenen Ansichten, die ich da gut unterbringen konnte, ohne mich gleich in die Querulantenecke stellen zu müssen. Denn gerade wir Nebenamtlichen, die voll im Betriebsgeschehen und dem privaten Alltag steckten, hatten die gleichen Probleme zu lösen wie jeder Produktionsarbeiter oder Sachbearbeiter im Büro. Einmal sagte mir unserer Erster Sekretär so sinngemäß, na, von mir würden sowieso immer "solche" Berichte kommen. Also Berichte mit Inhalten, die erst frisiert werden mußten, um sie als Zusammenfassung mit den berichten anderer BPO-Sekretäre an die nächsthöhere Leitung (Bezirksleitung) weiterzuberichten.
Vielleicht war das, nicht schönzufärben, auch der Grund, warum ich mich Jahre nach der Wende ganz normal und freundschaftlich mit meinen ehemaligen Kollegen unterhalten konnte, von denen mir einige zur Wendezeit an den Kragen wollten. In diesem Sinne habe ich mir nichts vorzuwerfen, außer daß ich damals immer noch dem Irrglauben an eine Reformierbarkeit der SED angehangen hatte, wenn nur genug Genossen den Mund aufmachen und Klartext reden. Das ich an eine Wiedervereinigung glaube, hatte ich Jahre vor der Wende schon offen ausgesprochen, aber dabei tunlichst offen gelassen, unter welchen gesellschaftlichen Gegebenheiten und wann das geschieht. Auch hatte ich klar gesagt, daß ein Nachfolger Honeckers unpopuläre Maßnahmen ergreifen muß. Interessiert hat´s niemanden und hören wollte es auch niemand, jedenfalls keiner aus den übergeordneten Organen bzw. es wurde dazu geschwiegen, denn so blind waren die aus der Kreisleitung ja nun auch nicht.



zuletzt bearbeitet 15.04.2013 16:09 | nach oben springen



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