#21

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:21
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #20
Zitat von Weichmolch im Beitrag #13
Josy,

sollte mir mal eine Büchse des höchstbeliebten Chesterkäse in die Hände fallen, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dann hebe ich die für Dich auf. Du darfst sie dann vor der Front ganz allein aufessen.

Weichmolch


Den Chester haben wir als Wache im Winterfeldlager bei der Gruppe mit den "nettesten" Kameraden nachts im Ofen versenkt. . . . So war der Käse auch zu was gut



...so hab ich das auch noch in Erinnerung (...im Ofen oder Lagerfeuer versenken und dann rumms...!)

Nun ja, wenn der @WM darauf besteht, ich bin bereit! Wenn es dann im Gedärm kollert und die entsprechenden Gärungsgase explosonsartig entweichen wird irgendwann der Befehl ertönen: @WM, Gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas!

Jürgen, es wird mir dann wenigstens die gleiche Freude bereiten, erst nach Stunden "Entwarnung" zu geben. Da ich aber ein humaner Mernsch bin, ich werde es nicht nur an Stunden bemessen, sondern am (Schwitz-) Wasserstand in den Schnuffigläsern..., bei 3/4 vollem Glas wird spätestens der Gasalarm aufgehoben...

Bin ich nicht edel?

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#22

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:29
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #21
Zitat von werner im Beitrag #20
Zitat von Weichmolch im Beitrag #13
Josy,

sollte mir mal eine Büchse des höchstbeliebten Chesterkäse in die Hände fallen, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dann hebe ich die für Dich auf. Du darfst sie dann vor der Front ganz allein aufessen.

Weichmolch


Den Chester haben wir als Wache im Winterfeldlager bei der Gruppe mit den "nettesten" Kameraden nachts im Ofen versenkt. . . . So war der Käse auch zu was gut



...so hab ich das auch noch in Erinnerung (...im Ofen oder Lagerfeuer versenken und dann rumms...!)

Nun ja, wenn der @WM darauf besteht, ich bin bereit! Wenn es dann im Gedärm kollert und die entsprechenden Gärungsgase explosonsartig entweichen wird irgendwann der Befehl ertönen: @WM, Gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas!

Jürgen, es wird mir dann wenigstens die gleiche Freude bereiten, erst nach Stunden "Entwarnung" zu geben. Da ich aber ein humaner Mernsch bin, ich werde es nicht nur an Stunden bemessen, sondern am (Schwitz-) Wasserstand in den Schnuffigläsern..., bei 3/4 vollem Glas wird spätestens der Gasalarm aufgehoben...

Bin ich nicht edel?

josy95



Wenn man sich überlegt mit welcher Leichtigkeit Lebensmittel vernichtet wurden. Habe den Chester auch zum verkitten der BT benutzt - keine Frage. Aber über was wir uns heute aufregen - lächerlich. Wir waren und sind schlimmer wie Pestizid.


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#23

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:35
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #22
Zitat von josy95 im Beitrag #21
Zitat von werner im Beitrag #20
Zitat von Weichmolch im Beitrag #13
Josy,

sollte mir mal eine Büchse des höchstbeliebten Chesterkäse in die Hände fallen, die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dann hebe ich die für Dich auf. Du darfst sie dann vor der Front ganz allein aufessen.

Weichmolch


Den Chester haben wir als Wache im Winterfeldlager bei der Gruppe mit den "nettesten" Kameraden nachts im Ofen versenkt. . . . So war der Käse auch zu was gut



...so hab ich das auch noch in Erinnerung (...im Ofen oder Lagerfeuer versenken und dann rumms...!)

Nun ja, wenn der @WM darauf besteht, ich bin bereit! Wenn es dann im Gedärm kollert und die entsprechenden Gärungsgase explosonsartig entweichen wird irgendwann der Befehl ertönen: @WM, Gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas!

Jürgen, es wird mir dann wenigstens die gleiche Freude bereiten, erst nach Stunden "Entwarnung" zu geben. Da ich aber ein humaner Mernsch bin, ich werde es nicht nur an Stunden bemessen, sondern am (Schwitz-) Wasserstand in den Schnuffigläsern..., bei 3/4 vollem Glas wird spätestens der Gasalarm aufgehoben...

Bin ich nicht edel?

josy95



Wenn man sich überlegt mit welcher Leichtigkeit Lebensmittel vernichtet wurden. Habe den Chester auch zum verkitten der BT benutzt - keine Frage. Aber über was wir uns heute aufregen - lächerlich. Wir waren und sind schlimmer wie Pestizid.



..Du sagst es, schreibst es!

Ganz ehrlich gesagt, es war mir damals schon nicht ganz einerlei, die Chesterbüchsen zum Spass ins Feuer zu werfen - es waren nun mal Lebensmittel und im Hinterkopf war immer der Gedanke präsent, es gab und gibt auf dieser Welt immer noch Menschen, vor allem eine Unmenge Kinder, die argen Hunger leiden müssen und für die auch so eine Büchse Chesterkäse überlebenswichtig ist, bestimmt eine Delikatesse darstellt!

@Mike, und zur heutigen Wegwerfgesellschaft einen Vergleich herzustellen..., lassen wir es lieber! Entweder macht es einen depressiv oder fürchterlich wütend...!

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
Mike59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 10.04.2013 23:54
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Weichmolch im Beitrag #10
Zitat von werner im Beitrag #8

Also zwei Wochen vorher die Dose eine Woche auf den einen Bodendeckel gestellt und zwei Wochen auf den anderen Deckel, damit sich die Feuchtigkeit etwas besser im Brot verteilt - zum Komplektetag habe ich mal eine Dose bekommen, da war das Brot auf einer Seite klatschnass und auf der anderen trocken wie Kommissbrot - und da hat mir unser Fourier mal diesen Tipp gegeben.
Nach besagter Vorbereitung Dose auf - und siehe da, noch genießbar. Ließ sich aber genauso schlecht schneiden wie ehedem.
Aber wie gelernt: Beide Böden aufmachen, das Brot von einer Seite stückchenweise rausschieben und an der Dosenkante - damals mit Kampfmesser, heute mit Brotmesser - sauber abschneiden.
Den Geschmack fand ich gar nicht so weit weg von manchen, teuren Bäcker-Vollkorn-Broten. Auf jeden Fall nahrhaft und gut gegen einen trägen Darm.



Kann/muss ich so bestätigen. Die Krümelei hatte man im Gelände zwangsläufig, dafür war das Seitengewehr eben nicht gedacht. Trotzdem erfüllte dieses High-End-Produkt der Backkunst seine Aufgabe.

Weichmolch

Das war auch meine Erfahrung. Bei halbwegs gut verteilter Feuchtigkeit konnte man das Brot essen und dann war auch der Geschmack erträglich. Das bedeutete aber, dass man es sofort nach dem beidseitigen Öffnen der Büchse, dem scheibenweise Herausschieben und Abschneiden essen musste. Etwa eine halbe Stunde nach Öffnen oder 10 Minuten nach dem Abschneiden hatte man keine Freude mehr an dem Zeug. Und das war leider die Praxis bei den Komplektetagen.

Also: Bei richtiger Behandlung stimmt der Titel des Threads nicht so richtig, zumindest aus meiner Sicht.

Übrigens habe ich bei einer Mobilmachungsübung 1982 den direkten Vergleich gehabt. Es gab sowohl frisches Brot aus der Feldbäckerei - das war frisch und schmeckte gut. Aber es klebte und ging nicht mehr vom Messer ab. Es gab aber auch die Komplekte. In der Abwechslung der beiden Brotsorte war das sogar richtig interessant in der Zeit des immer gleichen Mischbrots. Das Komplektebrot war definitiv besser verdaulich!

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#25

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 11.04.2013 00:11
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Rainmann - du warst doch als Polit auch für die Küche vergattert. Erklär mal weswegen es eigentlich kein backfrisches Brot beim Militär geben sollte. Ich könnte ja auch Linamax fragen, leider ist er nur Konditor.
Ich glaube auch du hast es schon mal erklärt - ich weiß auch weswegen.
Aber du bist glaubwürdiger.


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#26

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 15.04.2013 11:33
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Mike59
... kein backfrisches Brot beim Militär geben sollte ...


Hmm, galt das auch für frische Brötchen? Oder war GT ebend doch kein 'Militär'?
Also eine der klulinarischen Erinnerungen an die Grenzkompanie waren für mich (neben den unvergessenen Steak mit Ei zum 2ten Frühstück) frische DDR-Bäckerbrötchen mit hausschlachtner Leberwurst und selbstgezupfter Petersilie aus dem von den Hausmeistern zum Kräutergarten umfunktionierten Spurengarten. Und das zum Abendbrot, die Backwaren wurden irgendwann nachmittags geliefert und der 'kurze Dienstweg' zum Koch war nur für die von Nachteil, die diesen nicht hatten *grins*

Achso, das von Rainman erwähnte beidseitige Öffnen war jetzt mal so kein Geheimtipp, sondern als offizielle Gebrauchanweisung auf jeder Dose abgebildet ...


Quelle: http://rationworld.web.fc2.com/afrontpage/top.html


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#27

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 15.04.2013 12:02
von Fritze (gelöscht)
avatar

Aber es waren doch gar keine Korinthen in dem Dosenbrot !


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#28

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 15.04.2013 13:16
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #25
Rainmann - du warst doch als Polit auch für die Küche vergattert. Erklär mal weswegen es eigentlich kein backfrisches Brot beim Militär geben sollte. Ich könnte ja auch Linamax fragen, leider ist er nur Konditor.
Ich glaube auch du hast es schon mal erklärt - ich weiß auch weswegen.
Aber du bist glaubwürdiger.

Hallo Mike,

nun hätte ich diese freundliche Fragestellung beinahe übersehen. Oh je, da betreten wir so richtig dick das Gebiet alter Mythen. Ich hatte schon von meiner Großmutter gelernt, dass frisches, vor allem noch warmes Mischbrot ungesund ist. Irgendwann im Verlauf meiner Ausbildung oder bereits meines Einsatzes kamen immer wieder mal solche Bemerkungen zur Sprache. Ich stellte sie nicht groß in Frage, galt mir doch Oma als anerkannte Kapazität in Fragen Essen. Tatsächlich kann frisches Brot zu Verdauungsproblemen und zu Blähungen führen, vor allem wenn es so gebacken wurde, dass es noch nachgären kann. Ich denke jeder Mythos hat durchaus seine rationalen Seiten. Das wurde nun, soweit ich mich erinnere, auch als Argument gegen die Verabreichung frischen Brotes in der Truppenverpflegung gebraucht.

Und nun können wir spekulieren, ob das nur eine Schutzbehauptung war, oder ob das damals geglaubt und somit Ernährungsdoktrin war. Brot wurde auf unterschiedliche Weise beschafft. Während Brötchen i.d.R. aus der regionalen Versorgung kamen (Dorfbäcker), konnte Brot auch über den Großhandel zentral (durch das Regiment) bezogen und dann auf die Kompanien verteilt werden. Da versagt aber meine Erinnerung, ob wir das auf der Grenzkompanie so gehandhabt haben, oder ob wir auch Brot regional frisch bezogen. Diese Lücke hat ihren Grund, da ich als Leiter der Küchenkommission in der Grenzkompanie eigentlich mit den Beschaffungsprozessen weniger zu tun hatte. Klar, man zeigte mir die Lieferlisten, aber auswendig habe ich die nicht gelernt. Im Regimentsstab, wo ich dann Leiter des Küchenkollektivs war, bezogen wir das Brot definitiv über die zentrale Beschaffung des Offiziers Verpflegung. Und das war meist Großhandelsware und hatte die "Frische" gewöhnlichen Konsumbrotes. Damit war auch die Diskussion über frisches Brot in der Stabsküche weitestgehend hinfällig.

Einige der Küchenfrauen hatten aber Beziehungen zum Bäcker und brachten gelegentlich frischen Brotteig mit. Das war dann eine schnelle und gute Grundlage für Pizza, die ja damals eher noch in Form eines Gemüsekuchens, also mit dickem Boden, gemacht wurde. Das wurde dann definitiv frisch einmal die Woche zum Abendbrot rausgereicht.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#29

RE: ohne Geschmack

in Grenztruppen der DDR 15.04.2013 13:39
von Fritze (gelöscht)
avatar

ja Freunde da habt ihr eure Erklärung ! Danke nochmal an Rainman !
Dazu kann ich noch beitragen, daß mein Vater mir einst einen Grabstein zeigte auf welchem stand :" Frisches Brot ,das war sein Tod "
Ob der an den Blähungen gestorben war , oder von einer heissen Kruste erschlagen wurde ,stand leider nicht auf dem schwarzen Pophyr.


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