#141

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 13:50
von damals wars | 12.130 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #126
Zitat von ddr-bürger im Beitrag #118
Zitat von Gert im Beitrag #117
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #113
Warum hieß es wohl innerdeutscher Handel mit "Billig - Lohn - Land" DDR?

Und zu dem gehörte auch die Ware Mensch. Und da sind wir wieder bei den Freikäufen.

LG von der grenzgaengerin


@grenzgaengerin die DDR hat nicht nur mit Menschen gehandelt. Sie hat z.B auch mit Alkohol gehandelt und den westdeutschen Finanzminister mal so ganz nebenbei damit beschissen. Wie ? Sie hat sich mit Kriminellen aus der Bundesrepublik zusammen getan und in großem Umfang reinen Alkohol in die Bundesrepublik geschleust/geschmuggelt. Das lief irgendiwe über die Transitwege nach Berlin. Die genauen Details kenne ich nicht.


Das waren doch lobenswerte Ansätze, den Markt erkennen und danach handeln....



Na ja, deine ehemaligen Genossen hätten dafür im umgekehrten Fall mindestens 5 Jahre Bautzen verordnet



§ 0.7 Eulen nach Athen tragen, wird mit einer Haftstrafe nicht unter 5 Jahre Bautzen bestraft!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#142

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 19:12
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #112
Die Knackis durften dann in der West-Zone weiter kriminel sein und den Westzonis auf der Tasche liegen!

zu meiner Zeit im Strafvollzug und vorher in der U-Haft,
hat man auf Knackis und Knastis schon Unterschiede gemacht,
mußte ich auch erst lernen,wer was ist
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#143

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 19:34
von Vogtländer (gelöscht)
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So seh ich es auch,Lutze,ich hab Schnattchen nur auf seiner Basis geantwortet.


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#144

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 19:48
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #143
So seh ich es auch,Lutze,ich hab Schnattchen nur auf seiner Basis geantwortet.

dieses Thema hatte ich eröffnet,
die Beiträge von unseren Schnattchen habe ich mir heute
mehrmals heute durchgelesen,da kann ich nur zustimmen,
auch die Antworten von unserer Grenzgaengaerin,
ein sehr komplexes Thema
Lutze


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#145

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 19:52
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #142
Zitat von Vogtländer im Beitrag #112
Die Knackis durften dann in der West-Zone weiter kriminel sein und den Westzonis auf der Tasche liegen!

zu meiner Zeit im Strafvollzug und vorher in der U-Haft,
hat man auf Knackis und Knastis schon Unterschiede gemacht,
mußte ich auch erst lernen,wer was ist
Lutze

Verstehe ich jetzt grad nicht, komm mal mit Beispielen Lutze.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#146

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 20:34
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #145
Zitat von Lutze im Beitrag #142
Zitat von Vogtländer im Beitrag #112
Die Knackis durften dann in der West-Zone weiter kriminel sein und den Westzonis auf der Tasche liegen!

zu meiner Zeit im Strafvollzug und vorher in der U-Haft,
hat man auf Knackis und Knastis schon Unterschiede gemacht,
mußte ich auch erst lernen,wer was ist
Lutze

Verstehe ich jetzt grad nicht, komm mal mit Beispielen Lutze.

kannst du sicherlich auch nicht,
Knackis waren mehrmals im Strafvollzug,
meistens Diebstahl und Schlägerei,oder der Assi§,
Knastis meist nur einmal,
du bist bei der Kriminalpolizei,
da hätte ich auch noch Fragen,
was euch so nicht aufgefallen ist
Lutze


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#147

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 20:40
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Kannst deine Fragen ruhig stellen, Lutze.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#148

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 20:54
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #147
Kannst deine Fragen ruhig stellen, Lutze.

nach der Wende bist du zur Kripo gegangen,
wenn ich deine Beiträge richtig gelesen habe,
ist dir da wirklich nichts aufgefallen,
zwischen Knackis und Knastis?,
eines vorweg,bei meinen Vernehmungen wurde ich
korrekt behandelt,Bohnenkaffee wurde mir angeboten,
auch Zigaretten,meist F6,ist dir beim Kaffeetrinken nichts aufgefallen?,
ein Knacki hat mir den Tip gegeben
Lutze


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#149

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 21:02
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #148
Zitat von RudiEK89 im Beitrag #147
Kannst deine Fragen ruhig stellen, Lutze.

nach der Wende bist du zur Kripo gegangen,
wenn ich deine Beiträge richtig gelesen habe,
ist dir da wirklich nichts aufgefallen,
zwischen Knackis und Knastis?,
eines vorweg,bei meinen Vernehmungen wurde ich
korrekt behandelt,Bohnenkaffee wurde mir angeboten,
auch Zigaretten,meist F6,ist dir beim Kaffeetrinken nichts aufgefallen?,
ein Knacki hat mir den Tip gegeben
Lutze

Ich war vor der Wende Volkspolizist und bin dann zur Kripo gewechselt.
Mein Kaffee schmeckte wie immer Lutze.
Man sollte nicht alles glauben, was andere erzählen. Ist viel "gespinne" dabei.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#150

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.11.2013 21:15
von Lutze | 8.033 Beiträge

nein RudiEK89,
das ist kein gespinne,
bei meinen Vernehmungen wurde ich mehrmals gefragt,
ob ich einen Ausreiseantrag stellen möchte,
mit 18 Jahren ist man noch sehr jung,
sollte ich ja sagen,oder doch nein?,
wird möglicherweise dadurch das Strafmaß erhöht?,
auf Gegenfragen meinerseits habe ich mich eingestellt,
und was trinke ich zum Bohnenkaffee?
Lutze


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#151

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 02:07
von Moskwitschka (gelöscht)
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Und was hat man Dir auf dem Silbertablett serviert?

Hallo @Lutze

es ist schon eigenartig, wie mann anfängt in den Erinnerungen zu kramen. Diese Ausreiseangebote waren schon hart an der Grenze der Belastung, wenn man sich dem Anbietenden gegenüber saß. Ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich war in einer ähnlichen Situation. Nur saß ich nicht einem Vernehmer gegenüber, sondern einem Stadtrat für Gesundheitswesen. Ich habe im Forum schon einmal darüber geschrieben und abgebrochen, weil mir "Lüge" unterstellt wurde.

Das ist jetzt fast 27 Jahre her. Meine persönlichen Erfahrungen beschäftigen mich heute weniger. Auch nicht die Wut oder Enttäuschung über einen Staat, den es schon lange nicht mehr gibt. Sondern eher die Beweggründe von zwei "Partnern" - der Bundesrepublik und der DDR mit Menschen so zu verfahren - dem sogenannten Freikauf.

Ich weiß nicht, wann dieser Begriff in mein Bewußtsein drang. Vor 1989 wußte ich jedoch, dass es Mittel und Wege gibt, den Weg in den Westen zu verkürzen. Ob nun Gerüchte, Erfahrungen von Freunden, die wiederum Freunde hatten, die die DDR verlassen haben. Die ganze Tragweite erschloss sich mir erst nach 1989.

Ich gönne jedem, der diesen Weg einschlagen konnte - ob nun aus dem Knast oder auf Grund eines Ausreiseantrages. Damals für viele der Weg seine persönlichen Ziele und Vorstellungen zu verwirklichen. Was mir aber im Nachhinein bitter aufstößt, ist das Geld das von West nach Ost geflossen ist.

Und ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die Initiative von der DDR ausgegangen ist. Nach allem was mein weiß, war sie nicht in der Situation Forderungen zu stellen. Egal wer den ersten Schritt gemacht hat, es war ein Handel, der buchhalterisch erfasst wurde und bei dem im Westen über Jahre das öffentlichr Haushaltsrecht außer Kraft gesetzt wurde. Der Gewinn war dabei nicht humanitär, sondern politisch, von dem noch heute bei der Aufarbeitung der deutschen Geschichte nach 1945 gezehrt wird.

An der Stelle will ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich es genauso verwerflich finde, dss die DDR sich auf solche Geschäfte eingelassen hat.

Bei solch einem Thema kommen zwangsläufig Emotionen hoch. Auch bei mir. Doch wenn man den "Buchhaltern" auf die Spur kommen will, dann muss man selber Ärmelschoner überziehen.

LG von der grenzgaengerin


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.11.2013 02:14 | nach oben springen

#152

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 08:49
von schnatterinchen (gelöscht)
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Ja mit der Vorstellungskraft ist das so eine Sache @grenzgaengerin .
Die Anfänge dieses Menschenhandels gehen weit zurück in der Geschichte der deutschen Staaten.
Die evangelische Kirche versuchte in den 50ern , von Hilde Benjamins Schergen eingesperrten Pfarrern und Kirchenmitgliedern zu helfen.

Warum soll dieser Menschenhandel nicht von der DDR angestossen worden sein?
Nach Aussagen von Axel Springer war es so, daß ihn ein von Ost Berlin geschickter Vermittler 1962 darauf ansprach und er sich an den damaligen zuständigen westdeutschen Minister wandte , der es an Adenauer weitergab.
Der gab sofort sein Einverständnis.
Warum soll die DDR nicht in der Situation gewesen sein ,Forderungen zu stellen?
Auf diesen Gedanken kann man nur kommen , wenn man der westdeutschen Seite den humanitären Gedanken beim Häftlingsfreikauf abspricht und ihr nur taktische Beweggründe unterstellt.
Die DDR hat sich nicht auf diese Geschäfte eingelassen, sie war der Initiator und hat im wahrsten Wortsinn Kapital daraus geschlagen.
Ich habe die Auswirkungen eines Freikaufs selber erlebt.
Plötzlich, ohne die Möglichkeit sich von der Familie verabschieden zu können wurde ein Familienmitglied in den Westen abgeschoben.
Ich fühle noch heute die Erleichterung und Freude , daß nach den schlimmen Jahren ein neues Leben beginnen konnte.
So ging es sicher vielen tausenden Menschen, denen von der Bundesregierung der Bundesrepublik diese Chance gegeben wurde.
Den freigekauften Häftlingen kannst Du ja ins Gesicht sagen, daß ihr Freikauf kein humanitärer Gewinn war.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#153

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 08:58
von Vogtländer (gelöscht)
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Schnattchen,ich bleib mal heut friedlich und wünsche Dir ein schönes Wochenende.


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#154

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 09:45
von DoreHolm | 7.687 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #152
Ja mit der Vorstellungskraft ist das so eine Sache @grenzgaengerin .
Die Anfänge dieses Menschenhandels gehen weit zurück in der Geschichte der deutschen Staaten.
Die evangelische Kirche versuchte in den 50ern , von Hilde Benjamins Schergen eingesperrten Pfarrern und Kirchenmitgliedern zu helfen.

Warum soll dieser Menschenhandel nicht von der DDR angestossen worden sein?
Nach Aussagen von Axel Springer war es so, daß ihn ein von Ost Berlin geschickter Vermittler 1962 darauf ansprach und er sich an den damaligen zuständigen westdeutschen Minister wandte , der es an Adenauer weitergab.
Der gab sofort sein Einverständnis.
Warum soll die DDR nicht in der Situation gewesen sein ,Forderungen zu stellen?
Auf diesen Gedanken kann man nur kommen , wenn man der westdeutschen Seite den humanitären Gedanken beim Häftlingsfreikauf abspricht und ihr nur taktische Beweggründe unterstellt.
Die DDR hat sich nicht auf diese Geschäfte eingelassen, sie war der Initiator und hat im wahrsten Wortsinn Kapital daraus geschlagen.
Ich habe die Auswirkungen eines Freikaufs selber erlebt.
Plötzlich, ohne die Möglichkeit sich von der Familie verabschieden zu können wurde ein Familienmitglied in den Westen abgeschoben.
Ich fühle noch heute die Erleichterung und Freude , daß nach den schlimmen Jahren ein neues Leben beginnen konnte.
So ging es sicher vielen tausenden Menschen, denen von der Bundesregierung der Bundesrepublik diese Chance gegeben wurde.
Den freigekauften Häftlingen kannst Du ja ins Gesicht sagen, daß ihr Freikauf kein humanitärer Gewinn war.



Rot: Ein Stück Humanität war sicher dabei. Es war ja nicht die alleinige Entscheidung eines Einzelnen, in einer parlametarischen Demokratie gibt es eiskalte Technokraten als auch menschlich Fühlende Mitentscheider. Wenn ich mir aber, nicht nur die deutsche Praxis, anschaue, nach welchen Kriterien Menschen, die in ein Land reinwollen, ausgesucht werden und wo sich engagiert und interveniert wird, im Ausland, meine ich doch, daß das politische Kalkül hier das größere Gewicht hatte. Um international die DDR als unmenschlich darstellen zu können, hat sich die alte BRD schon einiges kosten lassen.



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#155

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 11:51
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von DoreHolm im Beitrag #154



.....................Um international die DDR als unmenschlich darstellen zu können, hat sich die alte BRD schon einiges kosten lassen.




Wie sollte das funktioniert haben , wenn kaum jemand von den Häftlingsfreikäufen erfuhr?
Hätte die Bundesregierung das an die große Glocke gehängt, wäre es das sofortige Ende gewesen mit den Häftlingsfreikäufen .


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#156

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 11:57
von Lutze | 8.033 Beiträge

@grenzgaengerin,
ein Silbertablett habe ich nicht serviert bekommen,
eine Tasse Bohnenkaffee mit zwei Stück Würfelzucker,
den Zucker habe ich vorher gelutscht,
und dann den Kaffee getrunken,
mein Vernehmer hat sich darüber gewundert,
dahintergestiegen ist er auch nicht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
zuletzt bearbeitet 23.11.2013 12:06 | nach oben springen

#157

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 12:19
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von schnatterinchen im Beitrag #155

Wie sollte das funktioniert haben , wenn kaum jemand von den Häftlingsfreikäufen erfuhr?
Hätte die Bundesregierung das an die große Glocke gehängt, wäre es das sofortige Ende gewesen mit den Häftlingsfreikäufen .



Es hat über Jahrzehnte funktioniert und die Öffentlichkeit wusste davon. Nur nicht über die Modalitäten. So schrieb der Spiegel 1979

Verunsichert sind die Bonner indes über einen anderen deutsch-deutschen Deal: Sie tappen bislang im dunkeln, ob die DDR die Modalitäten für den Freikauf politischer Häftlinge in den Westen künftig ändern will.

Irritationen auf dem heikelsten Gebiet der zwischendeutschen Beziehungen hatten Presseberichte ausgelöst, wonach Ost-Berlin aus dem diskreten Geschäft ganz aussteigen wolle, vor allem aus Sorge um seine internationale Reputation. Denn vorletzte Woche wurde die DDR in den Eliteklub der Vereinten Nationen, den Weltsicherheitsrat, gewählt. Und in einem anderen Uno-Gremium, dem Unterausschuß für Freiheitsrechte, war der Häftlingsverkauf erst kürzlich als "zynische Form des Sklavenhandels im 20. Jahrhundert" angeprangert worden.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-39868687.html

LG von der grenzgaengerin


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.11.2013 12:22 | nach oben springen

#158

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 13:03
von schnatterinchen (gelöscht)
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Es ging um die Anmerkung von Dore Holm.
Die Bundesregierung nutze die Häftlingsfreikäufe um das internationale Ansehen der DDR zu schädigen.
Hätte sie das getan, hätte nicht zigtausenden Menschen geholfen werden können.


zuletzt bearbeitet 23.11.2013 13:04 | nach oben springen

#159

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 13:14
von Moskwitschka (gelöscht)
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@schnatterinchen

Ich schrieb schon mal, dass ich nicht mehr weiß, seit wann mir der Begriff "Freikauf" ins Bewußtsein drang. Aber wenn der Spiegel seit 1975 davon regelmäßig berichtete, dann kann man annehmen, dass auch andere Medien wie Rundfunk und Fernsehen darüber beichteten.

Peinlich war die Angelegenheit für beide deutsche Regierungen. Nach quälend langen Verhandlungen hatten Bonn und Ost-Berlin gerade ihr Verkehrsabkommen bis zur Unterschriftsreife ausgehandelt, und die sozialliberalen Meinungsmacher waren in Sorge, daß Bonn unter diesen Umständen in der Rolle eines allzu spendablen DDR-Gönners erscheinen könnte -- fast 700 Millionen Mark für Nutzung und Ausbau der Autobahnen nach West-Berlin.

Ernster zu nehmen war da schon der Einwand von Koalitionspolitikern, daß die Kinder-Affäre den notorisch empfindlichen Partner in Ost-Berlin über Gebühr irritieren und womöglich den diskreten Menschenhandel vorübergehend erschweren könnte; denn seit Jahren erkauft die Bundesrepublik in der DDR mißliebig gewordenen Bürgern die Fahrt in den Westen.


http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41376612.html

Auf mich wirkte das damals wie ein Angriff auf die DDR. Erst recht, wenn Gerhard Löwenthal in diese Kerbe haute.

Und zumindest bei mir ist das nicht spurlos vorüber gegangen. Menschenhandel war und ist für mich inhuman. Besonders in einer zivilisierten Gesellschaft - egal aus welchen Gründen, egal wer der Geldgeber oder Geldempfänger war. Ich zweifelte da nicht nur an der DDR, sondern auch an der Bundesrepublik.

Daher war mein Ziel nie die Bundesrepublik - sondern Australien. Nicht zuletzt, weil ich zweimal täglich an der australischen Botschaft vorbei fuhr. So hatte jeder seine Träume.

LG von der grenzgaengerin


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.11.2013 13:19 | nach oben springen

#160

RE: freigekauft aus der DDR

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.11.2013 14:34
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #154

.....................Um international die DDR als unmenschlich darstellen zu können, hat sich die alte BRD schon einiges kosten lassen.



Wenn du so etwas zu DDR- Zeiten selber geglaubt hast, so ist das nicht schlimm. Der Satz hätte genau so im ND stehen können.
Heute, wo man es besser weiß, muß man solch durchsichtiger Propaganda aber nicht mehr auf den Leim gehen.

Speziell bei den Freigekauften war das Kosten/ Nutzen Verhältnis in Mark und Pfennige bestimmt nicht besonders
günstig für die BRD, so von der kaufmännischen Seite mal betrachtet.
Menschlich gesehen war es aber eine Großherzigkeit, dafür Mittel aus dem Steuerhaushalt zur Verfügung zu stellen.


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