#1

Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 07.04.2013 17:49
von SET800 | 3.102 Beiträge

Hallo,
wie wurde von den DDR-Organen reagiert wenn Westbesucher Mit- oder Zuarbeit ablehnten und sich auf ihre Loyalitärspflicht zu
ihrem Staat, die BRD beriefen.. Waren damit künftige Besuche zu vergessen, wurden beantragte Einreiserlaubnisse dann nichtmehr
erteilt?



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#2

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 09:38
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

@set800, nach missglückten werbungen gab es keinerlei konsequenzen... (denn die hoffnung starb zuletzt )


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
seaman hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 10:31
von schnatterinchen (gelöscht)
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Gab es da für die Anwerbung besonders anfällige Bevölkerungsgruppen aus dem Westen?
Ich hab mal gelesen, daß besonders Studenten aus dem Süden und Südwesten der Bundesrepublik da leichter zu gewinnen waren wie ein Westberliner der die Mauer und ihre Auswirkungen täglich erlebte und bei Fahrten nach Westdeutschland regelmäßig mit den Sympatieträgern der DDR Staatsmacht in Berührung kam.


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#4

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 14:06
von eisenringtheo | 9.164 Beiträge

Es ist vermutlich eine Banalität. Wer in die DDR einreisen wollte, musste einen Antrag stellen. Bei den Personalien gab man Wohnort, die "ausgeübte Tätigkeit" und den "erlernten Beruf" ein. Und da gab es schon eine erste Sichtung, ob die betreffende Person eventuell interessante Information liefern könnte.

http://www.berlinermaueronline.de/archiv/dokumente.htm
Bislang habe ich noch nicht herausgefunden, ob es bei Passkontrolleuren , Zollangestellten und Polizei für weitere Abklärungen besondere Spezialisten gab. Denn nur dieser Personenkreis konnte am Grenzübergang mit der interessanten Person reden, ohne dass diese Person misstrauisch wurde, und dabei weitere Informationen einholen, wenn aufzuklären war, ob diese Person für das MfS wirklich interessant ist
Als ich im Herbst 1985 über Gerstungen einreiste, kam eine hübsche Zöllnerin ins Abteil, ein Trapo schickte die anderen Fahrgäste in den Gang hinaus; sie zog die Vorhänge zu, kontrollierte fünf Minuten mein Gepäck, dann setzte sie sich und plauderte dann 30 Minuten mit mir über alles mögliche, Beruf; Familie, die Schweiz, die DDR. Dann öffnete der gleiche Trapo, der vor dreissig Minuten die Fahrgäste rausgeschickt hatte, (ohne Anklopfen!) die Tür, und warf ihr einen kutzen Blick zu. Sie sagte nur: "Aha, der Zug fährt gleich ab, da muss ich jetzt aber sofort raus", grüsste und weg war sie. Die Geschichte ist mir jetzt noch schleierhaft. Nachgekommen ist nichts.
In meinem Antrag stand "ausgeübte Tätigkeit": "Sicherheitsmitarbeiter bei der Firma xxx AG* (*ist eine grössere amerikanische Gesellschaft) und "erlernter Beruf": "lic. iur". Na ja...
Theo


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2013 14:07 | nach oben springen

#5

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 14:40
von schnatterinchen (gelöscht)
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War die Hübsche wirklich vom Zoll?


zuletzt bearbeitet 11.04.2013 14:41 | nach oben springen

#6

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 15:59
von Polter (gelöscht)
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Ich muß hier mal wieder Graf Bonto in Bezug auf Geheimdienst zitieren:

" Gute Freunde werden nicht angeworben! "


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#7

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 16:23
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #3
Gab es da für die Anwerbung besonders anfällige Bevölkerungsgruppen aus dem Westen?
Ich hab mal gelesen, daß besonders Studenten aus dem Süden und Südwesten der Bundesrepublik da leichter zu gewinnen waren wie ein Westberliner der die Mauer und ihre Auswirkungen täglich erlebte und bei Fahrten nach Westdeutschland regelmäßig mit den Sympatieträgern der DDR Staatsmacht in Berührung kam.


Die West-IM des MfS waren weder politisch,kulturell oder soziologisch eine homogene Gruppe.Unter diesen Gesichtspunkten sollte man auch die Anwerbungen betrachten.
Bei den West-IM finden wir Spitzenleute aus der NATO,dem BND,VfS,sowie Parteien und Regierung.Hinzu kommen noch Spitzenquellen aus der Hochtechnologie/Wirtschaft z.b.
Demgegenüber standen aber auch mehrheitlich ,für die DDR tätige, Personen aus ganz alltäglichen Berufen vom Beamten,Taxifahrer,Angestellten,Geschäftsleuten und Arbeitern, bis hin zum Rentner.
Studenten als Perspektiv-IM wurden dabei natürlich ebenfalls geworben.Das tat man aber auch mit Journalisten,Anwälten und mit Mitarbeitern aus den Bereichen der Polizei,BW und Geheimdiensten der Bundesrepublik.


seaman


zuletzt bearbeitet 11.04.2013 16:32 | nach oben springen

#8

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 16:44
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Polter im Beitrag #6
Ich muß hier mal wieder Graf Bonto in Bezug auf Geheimdienst zitieren:

" Gute Freunde werden nicht angeworben! "






Bonto hat Recht. Nur Anscheißer und Zuträger werden angeworben!


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#9

RE: Anwerbeversuche von Westbesuchern, Loyalität?

in Spionage Spione DDR und BRD 11.04.2013 16:54
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Ich würde 3 Kategorien unterscheiden.
1. politisch Indoktrinierte, also Überzeugungstäter
2. Erpressbare
3. Die mit den leuchtenden Dollarzeichen in den Augen, also die Bestechlichen


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