#21

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 11:40
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

es gab nach 1990 sehr verschiedene Verwendungen für die "Ehemaligen".
So konnte man z.B. den einen oder anderen General in neuer Uniform in der einen oder anderen Wachgesellschaft z.B.in der Friedrichstraße sehen. Andere landeten ganz normal in der Wirtschaft oder der Selbstständigkeit.
Und nicht wenige hatten mit Ermittlungsverfahren / Prozessen zu schaffen und alles was sich an diese anschließen konnte. Von Haft und Geldstrafen , die die Personen / Familien nicht selten bis zum Lebensende verfolgen werden.

Hier mal ein anderes Beispiel:

http://www.bz-berlin.de/archiv/20-15-rbb...ticle96603.html


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#22

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 12:09
von schnatterinchen (gelöscht)
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Einer meiner Bearbeiter der Firma habe ich 1990 an einer Fkü 180/72 getroffen bei der Versorgung der Besucher eines Ramschmarktes mit Erbsensuppe.


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#23

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 12:35
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #4
Die DR hat nur die Immobilie der HVA (Haus 15+16) übernommen (evtl. auch Büromöbel), weil die Räumlichkeiten von Rbd Berlin und Verkehrsministerium (woraus die Hauptverwaltung der DR wurde) äußerst unzureichend waren. Die Eisenbahner waren die selben, die vorher in den alten Büros saßen zzgl. einiger Wessis (häufig den Beamten, die im Westen von ihren Dienststellen wegen besonders großer Unfähigkeit weggelobt wurden).



@StabsfeldKoenig, zu der treffenden Feststellung in Deinem letzten Satz gebe ich Dir 1000% Zustimmung!.

Vergessen hast Du nur, das deren Abgang in den alten Bundesländern noch horrent versüßt wurde, damals bildete sich neben dem osttypischen Begriff "Wendehals" der für Westler noch typischere Begiff der "(Anspruchsberechtigter auf) Buschzulage"

josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#24

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 12:38
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #22
Einer meiner Bearbeiter der Firma habe ich 1990 an einer Fkü 180/72 getroffen bei der Versorgung der Besucher eines Ramschmarktes mit Erbsensuppe.
Und? Hat's geschmeckt?

Achso, Mahlzeit!


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#25

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 12:50
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #20
Zitat von werner im Beitrag #19
Ich habe eine Reihe hochrangiger Militärs als Aushilfen im Kau**lan* oder beim Biber gesehen, die meisten haben mit Würde ihr Schicksal genommen.

Da ich den ersten Schwung der auf den Markt strömenden BS von NVA, MdI, MfS, Behörden, Kreis- und BL durchlaufen lassen wollte, bin ich erst mal beim Zoll eingestiegen, wohl wissend, dass es die im so genannten Einigungsvertrag festgelegte "Einzelfallprüfung" sowieso nicht gibt und ich früher oder später ohnehin gegauckt werden würde.
Rechtzeitig, als die Säuberungswelle anlief, habe ich dann einfach zwei Anzeigen in zwei großen Tageszeitungen geschaltet,
und mir aus gut 200 Angeboten - von denen über 150 Versicherungen und Bausparkassen waren - eine rausgesucht und geantwortet. Der geschäftsführende Gesellschafter aus dem Ruhrpott hat mich per Telegramm zu 21:00 ins Palasthotel eingeladen - das Telegramm kam gut eine Stunde vor dem Termin - und eingestellt für die Übernahme einer Niederlassung.
Kommentar dieses Eigentümers des Ladens zu meiner Vita: Wenn ich in der DDR groß geworden wäre und ich eine Karrieremöglichkeit in dem Dienst bekommen hätte - warum nicht. Und der war ganz sicher kein Freund der DDR, aber Pragmatiker.


Grün: Genau das ist es, was etliche echte oder vermeintliche Bürgerrechtler so stört und nicht nur die. Auch solche, die zu DDR-Zeiten faule Säcke waren und nach der Wende nicht anders und nun neidisch drauf sind, wenn "rote Socken" einen guten und gut bezahlten Job erhalten haben. Habe ich auch persönlich erlebt. Unternehmer der Industrie fragen da kaum nach der politischen Vergangenheit. Das passiert nur in Staatsbehörden, wohl weil da eine Menge Betonköpfe der anderen Fraktion sitzen. Die sich heute noch darüber aufregen, haben mit ihren Brettern rechts, links und vorn vor´m Kopf nie begriffen, wie eine Industriegesellschaft funktioniert.



@Dore, und hier bewahrheitet sich das uralte Sprichwort "Neid ist der Grund allen Übels" wíeder auf`s treffenste!

josy95


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zuletzt bearbeitet 08.04.2013 12:50 | nach oben springen

#26

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 12:52
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #24
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #22
Einer meiner Bearbeiter der Firma habe ich 1990 an einer Fkü 180/72 getroffen bei der Versorgung der Besucher eines Ramschmarktes mit Erbsensuppe.
Und? Hat's geschmeckt?

Achso, Mahlzeit!



,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,@94, der Verdacht liegt nahe, das die Suppe verwürzt war..., vermutlich mit (rotem) Paprika "edelsüß"..."!

josy95


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#27

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 13:09
von DoreHolm | 7.683 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #23
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #4
Die DR hat nur die Immobilie der HVA (Haus 15+16) übernommen (evtl. auch Büromöbel), weil die Räumlichkeiten von Rbd Berlin und Verkehrsministerium (woraus die Hauptverwaltung der DR wurde) äußerst unzureichend waren. Die Eisenbahner waren die selben, die vorher in den alten Büros saßen zzgl. einiger Wessis (häufig den Beamten, die im Westen von ihren Dienststellen wegen besonders großer Unfähigkeit weggelobt wurden).



@StabsfeldKoenig, zu der treffenden Feststellung in Deinem letzten Satz gebe ich Dir 1000% Zustimmung!
.

Vergessen hast Du nur, das deren Abgang in den alten Bundesländern noch horrent versüßt wurde, damals bildete sich neben dem osttypischen Begriff "Wendehals" der für Westler noch typischere Begiff der "(Anspruchsberechtigter auf) Buschzulage"

josy95


Pink: So absolut würde ich das nicht sehen. Es gab ganz sicher auch fähige Leute, die vorläufig keine Aufstiegschancen in ihrer Firma sahen, weil der nächsthöhere Posten mit einem noch relativ Jungen besetzt war oder anderer, mehr subjektiver Gründe. Auch gab es echte Abenteurer, für die es eine Herausforderung war, eingefahrene Gleise zu verlassen und etwas völlig Neues mit aufzubauen oder die bei ihrem Vorgesetzten wegen ihrer großen Klappe nicht gut gelitten waren. Biedenkopf würde ich mit dazu zählen, weiß aber nicht, wie die Sachsen unter uns darüber denken.
Aber ansonsten ist da schon einiges dran, mit der Buschzulage für Weggelobte. Die waren dann plötzlich Vorgesetzte von Leuten, die mehr in der Rübe hatten, aber leider das falsche Parteibuch oder die falsche Grundgesinnung. Da wird sich auch die Bezeichnung "Besserwessi" herausgebildet haben.



josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#28

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 13:10
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von josy95 im Beitrag #26
Zitat von 94 im Beitrag #24
Zitat von schnatterinchen im Beitrag #22
Einer meiner Bearbeiter der Firma habe ich 1990 an einer Fkü 180/72 getroffen bei der Versorgung der Besucher eines Ramschmarktes mit Erbsensuppe.
Und? Hat's geschmeckt?

Achso, Mahlzeit!



,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,@94, der Verdacht liegt nahe, das die Suppe verwürzt war..., vermutlich mit (rotem) Paprika "edelsüß"..."!

josy95


Super lecker und das alles nur für ne Markfuffzich West. Mit dem Job hätte der viel eher anfangen sollen.


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#29

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 13:56
von Batrachos | 1.549 Beiträge

Hallo.
Habe Anfang der 90er in einer Wachschutzfirma in NDH gearbeitet,Geschäftsführer war ein ehemaliger Polit von NDH,
der gleich nach der Wende sich in diesem Gewerbe selbständig gemacht.
Die meisten Wachleute die dort gearbeitet haben,waren ehemalige Offiziere aus den Kompanien Klettenberg,Liebenrode,und von der
Hubschrauberstaffel NDH.Die Herren kannten sich alle untereinander und waren mit dem Chef per du. Unser Einsatzleiter war ein
ehemaliger Regimentskommandeur. auch ehemalige Hauptamtliche Mitarbeiter von der Kreisverwaltung des MfS waren dabei.
Von Ellrich her kann ich sagen das der letzte KC Hauptmann H. heute selbständig mit einer Pysiotherapiepraxis ist.
Oberleutnant S. ( GaKl) betreibt heute ein gut gehendes Bauunternehmen.
Stabsoberfähnrich F. ist heute Busfahrer im Unternehmen von seinem Neffen.
Stabsfeldwebel Theiß (Klarname da leider Mitte 2000 verstorben),hatte nach der Wende eine kleine Spedition.

Im Nachhinein kann ich sagen,das Wissen was ich heute habe,haben mir meine ehemaligen Kollegen und der Chef der Wachschutzfirma
beigebracht. Für mich einer der fähigsten Vorgesetzten die ich je hatte,gerade was Menschenführung anbelangt.

MfG Batrachos


Drosseln sind Vögel. Sie in Motorräder zu stecken ist Tierquälerei!!
Motorradfahren ist das schönste, was man angezogen machen kann.
45° ist das zu schräg-bist du zu schwach
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 14:05 | nach oben springen

#30

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 13:59
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo Grenzerei,

ich habe auch eine Geschichte zu diesem Thema, glücklicherweise nicht meine eigene.
Ein ehemaliger Major der NVA, Nachrichten-Truppen, aus meinem Bekanntenkreise.
1991 entlassen mit Abfindung (7000 DM), dann Umschulung zum Techniker und zahlreiche Bewerbungsversuche. Wohnort: Frankfurt/Oder.
Irgendwann suchte der Flughafen München Wachpersonal, er bewarb sich dort und begann. Ein paar Monate Berufspendler, dann zieht die Familie mit 2 schulpflichtigen Kindern nach. Heute abeitet er als Kraftfahrer bei einem Entsorgungsunternehmen.
Irgendwann meinte er mit bitterem Unterton zu mir "wir haben den Krieg verloren".....

Und irgendwie, für sich, hat er da Recht, ich kann ihm das nachfühlen.
Wenn ich mich daran erinnere, wie mich meine Lehrer auf dem Gymnasium gedrängt haben, Berufsoffizier (Nachrichten) zu werden und ich nur knapp daran vorbei geschrammt bin und dann doch ein ziviles Studium absolvieren konnte........ werde ich nachdenklich.
Der Lebensweg jenes Majors hätte auch meiner sein können.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 14:02 | nach oben springen

#31

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 14:21
von schnatterinchen (gelöscht)
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@Jobnomade,
solche Leute tun mir echt leid.Das haben die nicht verdient.Ich kenne aus meinem Umfeld auch einen Berufsoffizier der hatte aber kurz vor Schluß noch eine Weiterbildung von der NVA aus erhalten und ist nach Übernahme durch die Bundeswehr in die Wirtschaft und hat es geschafft. Prima Job ,gutes Geld. Naja Schmerzen haben sicher viele von denen noch lange gehabt. Wegen Sinnhaftigkeit ihres Tuns in der DDR usw.
Was mir jetzt an dem auffällt ist seine unpolitische Einstellung.Das war früher ganz anders.


zuletzt bearbeitet 08.04.2013 14:24 | nach oben springen

#32

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 14:44
von Gelöschtes Mitglied
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Eigentlich hatte ich mich hier schon geäußert, aber einige Beiträge, wie auch jüngste heutige Ereignisse veranlassen mich, hier noch einmal Flagge zu zeigen.
Wir schreiben das Jahr 2013 und es hat sich im Leben der Ehemaligen seit 1989 viel geändert und verändert. Das dabei die Erfahrungen und Entwicklungen des Einzelnen recht unterschiedlicher Natur sind, ist auch für mich normal.
Mit einigen nachfolgenden Aussagen und Feststellungen werde ich keinesfalls die ungeteilte Zustimmung auch aus den eigenen Reihen erfahren. Aber ich halte nichts vom Martyrium und sehe mich auch nicht als Opfer dieser Entwicklung. Ich wusste was ich tat und wofür ich es tat. Ich tat es aus tiefster innerer politisch – ideologischer Überzeugung. Also hatte ich auch keine Gnade zu erwarten. Ebenso wenig hatten die von uns Verfolgten keine Gnade zu erwarten. Zahlreiche persönliche Beispiele auch hier im Forum belegen diesen Sachverhalt.

Ich stütze Alfreds Aussage, wie auch die anderer Ehemaliger, dass es letztendlich nach dem Zusammenbruch vordergründig darum ging, wieder Fuß zu fassen und auch im Interesse der sozialen Sicherung der Familien ein neues Betätigungsfeld zu finden und auch für sich in dieser Gesellschaft wieder – einen neuen Platz zu finden. Wie man sieht gab es dabei auch unterschiedliche Baustellen für jeden Einzelnen. Wie man dieses Gesellschaftssystem letztendlich beurteilt und bewertet, das bleibt auch jedem Einzelnen / Betroffenen selbst überlassen.

Auch sträuben sich bei mir die Nackenhaare wenn es allgemeine Aussagen gibt, die ein falsches Bild dem Betrachter vermitteln. Auch hinsichtlich hier erwähnter Haftstrafen. Das ist mir zu allgemein. Denn ich kenne außer den Kundschaftern keinen Fall, wo ein Mitarbeiter des MfS wegen seiner Tätigkeit rechtskräftig verurteilt und in Haft genommen wurde.
Auch der ehemalige Minister nicht. Der wurde wegen eines anderen Deliktes, dass keiner Verjährung unterlag, verurteilt. Die Haftstrafe wurde wegen Haftunfähigkeit ausgesetzt.
Ich kenne nur einen Fall – man möge mich dann eines Besseren belehren – wo der ehemalige Chef der Bezirksverwaltung Schwerin, Generalmajor Werner Kohrt rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Nach seiner Entlassung als Chef der BV Schwerin, wurde er - noch von den Behörden der DDR - inhaftiert. Ihm wurden illegaler Waffenbesitz und Korruption im Zusammenhang mit dem kostengünstigen Erwerb eines Landhauses von der eigenen Dienststelle zur Last gelegt. Das Bezirksgericht Schwerin sprach ihn im Sommer 1991 der Untreue schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten gegen ihn, die er auch verbüßen mußte. Ironie des Schicksals, dass er die U-Haft in dem Gebäude absitzen musste, dass früher die U-Haftanstalt der BV Schwerin gewesen ist.
Kurzer persönlicher Einwand meinerseits – ich war froh über den Umstand, dass ich nicht wieder unter ihm in der BV Schwerin meinen Dienst versehen musste. Ich habe ihn als menschenverachtenden, arroganten und überheblichen Menschen in meinen jungen Jahren kennen gelernt. Meine späteren Vorgesetzten gaben da ein ganz anderes Bild ab.
Das es Ermittlungsverfahren und Klageerhebungen, wie auch Geldstrafen in Einzelfällen gab, bestreite ich nicht. Das ist im diesem Gesellschaftssystem rechtliche Normalität, dass bei einem begründetem Anfangsverdacht für einen Straftatbestand auch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden kann. Bestätigt sich jedoch dieser Verdacht nicht, so erfolgt auch ganz offiziell die Einstellung der Ermittlungen. Das bekommt man auch schriftlich als amtlichen Brief mit Siegel zugestellt.

Ich gehe deshalb mal davon aus, dass mit der Haft, vordergründig die ehemaligen Kundschafter gemeint sind, die durch den schändlichen Verrat ihrer ehemaligen Führungsoffiziere enttarnt und dann den Strafverfolgungsmaßnahmen unterlagen.
Aber auch hier gehört es zur Wahrheit, dass im Falle der Enttarnung westlicher Spione / Agenten durch das MfS, diese der Strafverfolgung seitens der DDR zugeführt wurden und auch abgeurteilt wurden – auch mit Haftstrafen.
Ich will damit nicht den schändlichen Verrat rechtfertigen – aber in der Geschichte gab es schon immer den Verrat und Verräter. Auch am Abendmahltisch des Jesus von Nazareth saß ein gewisser Jünger namens Judas, der für einen gewissen Lohn seinen Herrn verriet.
So bitter die Konsequenzen auch für den betreffenden Verratenen gewesen sein mögen – auch sie hatten die Chancen und Möglichkeiten für einen Neubeginn.
Beispiele dafür sind u.a. Rainer Rupp, der als freier Journalist tätig ist – oder Dr. Gabriele Gast. Heute arbeitet die promovierte Politologin als Allround-Managerin in einem Architekturbüro.

Ich habe mich nicht in die Defensivposition begeben, weil man sich aus dieser psychisch unschwer befreien kann. Angriff ist auch für mich immer noch die beste Verteidigung.

Im diesem Sinne noch eine angeregte Diskussion zu diesem Thema.

Vierkrug


Feliks D., Batrachos, Mike59, Pitti53, DoreHolm, passport, andy, werner, Damals87 und josy95 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 16:04
von DoreHolm | 7.683 Beiträge

Zitat von Jobnomade im Beitrag #30
Hallo Grenzerei,

ich habe auch eine Geschichte zu diesem Thema, glücklicherweise nicht meine eigene.
Ein ehemaliger Major der NVA, Nachrichten-Truppen, aus meinem Bekanntenkreise.
1991 entlassen mit Abfindung (7000 DM), dann Umschulung zum Techniker und zahlreiche Bewerbungsversuche. Wohnort: Frankfurt/Oder.
Irgendwann suchte der Flughafen München Wachpersonal, er bewarb sich dort und begann. Ein paar Monate Berufspendler, dann zieht die Familie mit 2 schulpflichtigen Kindern nach. Heute abeitet er als Kraftfahrer bei einem Entsorgungsunternehmen.
Irgendwann meinte er mit bitterem Unterton zu mir "wir haben den Krieg verloren".....

Und irgendwie, für sich, hat er da Recht, ich kann ihm das nachfühlen.
Wenn ich mich daran erinnere, wie mich meine Lehrer auf dem Gymnasium gedrängt haben, Berufsoffizier (Nachrichten) zu werden und ich nur knapp daran vorbei geschrammt bin und dann doch ein ziviles Studium absolvieren konnte........ werde ich nachdenklich.
Der Lebensweg jenes Majors hätte auch meiner sein können.

Gruss Hartmut



Grün: Klar, da dankt man seinem Schöpfer. Vielfach waren aber auch pure Zufälle, Zusammentreffen glücklicher oder eben auch unglücklicher Umstände, die dem einen nach der Wende einen Neuanfang gestatteten, dem anderen aber dauerhaft die Beine weghauten.
War zwar kein Hauptamtlicher und zur Wende auch schon gut ein Jahr kein PS(nebenamtlich) mehr, aber ich hatte zur richtigen Zeit in der richtigen Firma und mit den richtigen, benötigten technischen Kenntnissen gearbeitet. Wäre ich z.B. in der Fa. vor der Fahne, ein Industriekühlschrankbetrieb, geblieben, wäre auch eine Neuorientierung wegen Abwicklung fällig gewesen.



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#34

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 16:20
von andy | 1.198 Beiträge

Nach meiner Dienstquittierung bei der Firma ging ich Mitte Januar 1990 zunächst zum Potsdamer Zoll und hatte das Glück, im März 1990 meine "eigene" Güst, 100 m von zu Hause zu bekommen. Während die Grenzerkollegen echt noch Dienst nach Vorschrift machten fand ich Zollkontrollen zum damaligen Zeitpunkt schon recht albern und so mussten meine damaligen Kollegen und ich uns eine Beschäftigung suchen, um die Dienstzeit irgendwie sinnvoll auszugestalten. Einer von uns war von Beruf Landschaftsgärtner und so wurde die Güst gärtnerisch ausgestaltet. Unter seiner Leitung entstand ein nettes Refugium, welches dann glatt auch den vom damaligenSFB ausgerufenen Wettbewerb "schönste Güst" gewann. Zur "Belohnung" spendierte der SFB dann vor Ort ein üppiges Frühstücks-Buffett - meine erste direkte Begegnung mit den aufgeblasenen Frühstücksbrötchen aus Berlin-Wannsee und Co.
Verbunden war das Frühstück mit einer dreissigminütigen Radio-Direktübertragung und einer Gesprächsrunde zum Thema "Öffnung der Grenze" und so kam es, dass meine vierjährige Tochter meine Stimme im West-Rundfunk, neben mir sitzend aus dem Radio hörte. Es hat sie doch etwas verwirrt.

Übrigens, die Grenzer waren auch eingeladen, die Teilnahme wurde ihnen von vorgesetzter Dienststelle aber untersagt. Nach dem Ende der Live-Übertragung liessen sie sichaber doch noch zum Frühstück überreden.
"Meine"Güst hiess damals fälschlicherweise "Am Böttcherberg" obwohl sie sich in der Str. "Am Waldrand" in Potsdam - Klein Glienicke befand.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Gr...BCberg%C3%A4nge

Während meiner Tätigkeit an der Güst lernte ich verschiedene interessante Menschen aus Ost und West kennen.
Einer von diesen Menschen pickte eines Tages mit Hammer und Meissel an der Mauer rum, um eines gößeren Stückes ebendieser habhaft zu werden. Allerdings tat er das mit vollkommen ungeeignetem Gerät, worauf hin ich ihn dann mit dem entsprechenden Equipment ausstattete. Wir kamen ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass der Mauerspecht Marketing-Chef eines amerikanischen Unternehmens in Berlin Reinickendorf war. Wir besuchten uns gegenseitig, ich scheuchte erst seinen 8'er BMW über die AVUS und liess ihn dann Gleiches in meinem Trabbi erleben.

Irgendwann war dann der 1. Juli, die Währungsreform war da und meine Güst brauchte kein Personal mehr. Mein Manager vermittelte mir einen Termin in der Personalabteilung seiner Firma und ich fing dort am 1. Juli an, Kompressoren für die Kältetechnik von Supermärkten am Fliessband zusammenzubauen. Die Arbeit war einfach, der Verdienst war gut - die Exestenz meiner Familie erst mal monetär gesichert.

Was ich erst nach und nach mitbekam war die Tatsache, dass von den 12 Leuten an meinem Fliessband 8 ehemalige DDR-Bürger waren, die alle ihre eigenen Erlebnisse mit der Firma hatten und nachdem die Personalabteilung irgendwem einen kleinen Tip zu meiner Person gegeben hatten, war es dann mit der Freundlichkeit vorbei.
Ab diesem Zeitpunkt hatte ich dann ernsthaft Sorgen um meine Gesundheit die auch ständig von entsprechenden mehr oder weniger deutlich ausgesprochenen Drohungen untermauert wurden. Ich hatte damals einen Zeitvertrag und mein persönlicher Stolz befahl mir, diesen auch zu erfüllen.

Ich habe das ganze gesund überstanden, war aber auch froh, dass mein Zeitvertrag nicht verlängert wurde. Mit dem aus meinem damaligen Brutto (DM 4.000,-) erdientem Arbeitslosengeld kamen meine Familie und ich immer noch gut zurecht und ich begann mir meine Selbständigkeit aufzubauen.

Materiell war ich abgesichert und die damals mit der Gieskanne verteilten Födermittel taten ihr Übriges

Der Mauerspecht wurde damals einer meiner ersten Kunden und im Laufe der Zeit zu einem väterlichen Freund und Ratgeber, was er bis heute noch ist.
Durch seine Empfehlungen kam ich in Kreise, die mir sonst wohl verschlossen geblieben wären.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
GK NORD hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 16:32 | nach oben springen

#35

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 16:26
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Hallo andy,

meintest Du mit diesem Satz
"Durch seine Empfehlungen kam ich in Kreise, die mir sonst wohl verschlossen geblieben wären."
Deine Erfahrungen als Produktionsarbeiter am Fliessband?

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 16:27 | nach oben springen

#36

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 17:15
von andy | 1.198 Beiträge

Ne Hartmut, ich machte mich im Juli 1991 als Finanzberater selbständig und besuchte zuerst einen 6wöchigen Einführungslehrgang in Bonn, auf dem ich die Grundkenntnisse der Finanzberatung erlernte. Danach hiess es die nötigen Erfahrungen im Job zu machen und dafür brauchte ich eben Kunden. Nach meiner Analyse seiner Finanz-Ausstattung fand mein Mauerspecht mein Konzept so überzeugend, dass er mich innerhalb seines beruflichen und privatem Umfeld weiter empfahl. Alles Leute in einem Einkommensbereich zwischen 10-20 TDM pro Monat.
Das Schlüsselerlebnis des Mauerspechtes war die Tatsache, dass er weder eine eigen Haftpflichtversicherung noch eine eigene private Altersversorgung hatte, und das mit Anfang 50. Der Mann hatte ein BE von 20 TDM im Monat und ich Grünschnabel habe ihm damals nachgewiesen, dass er als Rentner mit der höchstmgl. ges. Altersrente seinen Lebensstandart erheblich einschränken muss und dieses hat mir die Türen geöffnet.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Jobnomade hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 17:22 | nach oben springen

#37

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 17:31
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Danke für die Aufklärung, @andy.
10-20 TDM Brutto (pro Monat, nehme ich mal an, nicht p.a.) - das sind dann schon interessante Kunden für einen Finanzberater....
Keine weiteren Fragen... Glückwunsch !
Bei Deiner Beschreibung vom kurzen Exkurs in die Welt der Fliessbandarbeit und die Reaktionen Deiner Kollegen dort musste ich innerlich grinsen und an die Losung vom Herbst 89 denken "Stasi in die Produktion" - da hatte ich mich gefragt, ob Du das Smilie am letzten Satz vergessen hast...das war der Grund meines "Nachhakens".
Für mich kam der Sprung ins kalte Wasser auch gleich mit der Währungsunion: "Kurzarbeit Null Stunden" hiess das Modell - das hätte ich zwar noch eine Weile aussitzen können - hab dann aber einen raschen Entschluss gefasst und einen Monat später bei einer Zeitarbeitsfirma in Nürnberg gejobbt. Jene letzte DDR-Firma ist dann ca. 2 Jahre später ohne mich "abgewickelt" worden.


Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 17:46 | nach oben springen

#38

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 17:42
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #32
Eigentlich hatte ich mich hier schon geäußert, aber einige Beiträge, wie auch jüngste heutige Ereignisse veranlassen mich, hier noch einmal Flagge zu zeigen.
Wir schreiben das Jahr 2013 und es hat sich im Leben der Ehemaligen seit 1989 viel geändert und verändert. Das dabei die Erfahrungen und Entwicklungen des Einzelnen recht unterschiedlicher Natur sind, ist auch für mich normal.
Mit einigen nachfolgenden Aussagen und Feststellungen werde ich keinesfalls die ungeteilte Zustimmung auch aus den eigenen Reihen erfahren. Aber ich halte nichts vom Martyrium und sehe mich auch nicht als Opfer dieser Entwicklung. Ich wusste was ich tat und wofür ich es tat. Ich tat es aus tiefster innerer politisch – ideologischer Überzeugung. Also hatte ich auch keine Gnade zu erwarten. Ebenso wenig hatten die von uns Verfolgten keine Gnade zu erwarten. Zahlreiche persönliche Beispiele auch hier im Forum belegen diesen Sachverhalt.

Ich stütze Alfreds Aussage, wie auch die anderer Ehemaliger, dass es letztendlich nach dem Zusammenbruch vordergründig darum ging, wieder Fuß zu fassen und auch im Interesse der sozialen Sicherung der Familien ein neues Betätigungsfeld zu finden und auch für sich in dieser Gesellschaft wieder – einen neuen Platz zu finden. Wie man sieht gab es dabei auch unterschiedliche Baustellen für jeden Einzelnen. Wie man dieses Gesellschaftssystem letztendlich beurteilt und bewertet, das bleibt auch jedem Einzelnen / Betroffenen selbst überlassen.

Auch sträuben sich bei mir die Nackenhaare wenn es allgemeine Aussagen gibt, die ein falsches Bild dem Betrachter vermitteln. Auch hinsichtlich hier erwähnter Haftstrafen. Das ist mir zu allgemein. Denn ich kenne außer den Kundschaftern keinen Fall, wo ein Mitarbeiter des MfS wegen seiner Tätigkeit rechtskräftig verurteilt und in Haft genommen wurde.
Auch der ehemalige Minister nicht. Der wurde wegen eines anderen Deliktes, dass keiner Verjährung unterlag, verurteilt. Die Haftstrafe wurde wegen Haftunfähigkeit ausgesetzt.
Ich kenne nur einen Fall – man möge mich dann eines Besseren belehren – wo der ehemalige Chef der Bezirksverwaltung Schwerin, Generalmajor Werner Kohrt rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Nach seiner Entlassung als Chef der BV Schwerin, wurde er - noch von den Behörden der DDR - inhaftiert. Ihm wurden illegaler Waffenbesitz und Korruption im Zusammenhang mit dem kostengünstigen Erwerb eines Landhauses von der eigenen Dienststelle zur Last gelegt. Das Bezirksgericht Schwerin sprach ihn im Sommer 1991 der Untreue schuldig und verhängte eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten gegen ihn, die er auch verbüßen mußte. Ironie des Schicksals, dass er die U-Haft in dem Gebäude absitzen musste, dass früher die U-Haftanstalt der BV Schwerin gewesen ist.
Kurzer persönlicher Einwand meinerseits – ich war froh über den Umstand, dass ich nicht wieder unter ihm in der BV Schwerin meinen Dienst versehen musste. Ich habe ihn als menschenverachtenden, arroganten und überheblichen Menschen in meinen jungen Jahren kennen gelernt. Meine späteren Vorgesetzten gaben da ein ganz anderes Bild ab.
Das es Ermittlungsverfahren und Klageerhebungen, wie auch Geldstrafen in Einzelfällen gab, bestreite ich nicht. Das ist im diesem Gesellschaftssystem rechtliche Normalität, dass bei einem begründetem Anfangsverdacht für einen Straftatbestand auch ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden kann. Bestätigt sich jedoch dieser Verdacht nicht, so erfolgt auch ganz offiziell die Einstellung der Ermittlungen. Das bekommt man auch schriftlich als amtlichen Brief mit Siegel zugestellt.

Ich gehe deshalb mal davon aus, dass mit der Haft, vordergründig die ehemaligen Kundschafter gemeint sind, die durch den schändlichen Verrat ihrer ehemaligen Führungsoffiziere enttarnt und dann den Strafverfolgungsmaßnahmen unterlagen.
Aber auch hier gehört es zur Wahrheit, dass im Falle der Enttarnung westlicher Spione / Agenten durch das MfS, diese der Strafverfolgung seitens der DDR zugeführt wurden und auch abgeurteilt wurden – auch mit Haftstrafen.
Ich will damit nicht den schändlichen Verrat rechtfertigen – aber in der Geschichte gab es schon immer den Verrat und Verräter. Auch am Abendmahltisch des Jesus von Nazareth saß ein gewisser Jünger namens Judas, der für einen gewissen Lohn seinen Herrn verriet.
So bitter die Konsequenzen auch für den betreffenden Verratenen gewesen sein mögen – auch sie hatten die Chancen und Möglichkeiten für einen Neubeginn.
Beispiele dafür sind u.a. Rainer Rupp, der als freier Journalist tätig ist – oder Dr. Gabriele Gast. Heute arbeitet die promovierte Politologin als Allround-Managerin in einem Architekturbüro.

Ich habe mich nicht in die Defensivposition begeben, weil man sich aus dieser psychisch unschwer befreien kann. Angriff ist auch für mich immer noch die beste Verteidigung.

Im diesem Sinne noch eine angeregte Diskussion zu diesem Thema.

Vierkrug



Vierkrug,
ich habe da immer so meine Bauschmerzen, wenn ich unterteile in Mitarbeiter des MfS oder Angehörige der NVA und Kundschafter die für das MfS oder die NVA tätig waren.
Für mich ist dies eins, genau wie ich keinen Unterschied zwischen den Mitarbeitern der Hauptverwaltung Aufklärung oder einer anderen Hauptabteilung sehe. Sicher gab es verschiedene Aufgaben, aber als erstes waren wir alle Angehörige des MfS.

Es gab auch hauptamtliche MA des MfS die zu Haftstrafen verurteilt wurden und diese abgesessen haben. Auch gab es einige MA die einige Zeit in U – Haft verbringen mussten, so z.B. GL Neiber. Und speziell er, in einer ganz besonderen Form der Einzelhaft. ( Schade das sein Buch nicht mehr fertig geworden ist )

Auch musste man sehen, wegen was alles Verfahren eingeleitet worden sind, da war schon einiges dabei. Und wenn jemand zig Ermittlungsverfahren – ob berechtigt oder nicht – an der Backe hast, dies soll wie mir entsprechende Personen geschildert haben kein Vergnügen sein.

Richtig, auch die DDR hat Spione verhaftet und verurteilt. In den letzten Jahren der DDR beschränkte man sich aber im wesentlichen darauf, die entsprechenden Personen unter Kontrolle zu halten.
Was ab 1990 passierte war doch wohl recht einseitig. Sicher war den Kundschaftern der DDR bekannt, dass Sie in der BRD verhaftet werden können, sie konnten sicher aber während des bestehens der DDR aber auch sicher sein, dass man sich während und auch nach der Haftzeit um sie kümmert. Auch wären sie nach Verbüßung ihrer Strafe in der DDR in kein „soziales Loch“ gefallen.

Vierkrug,

sicher hatten auch die Kundschafter nach ihrer Haftentlassung wieder die Möglichkeit ins Leben zu starten, aber unter welchen Voraussetzungen denn bitte. Einige mussten an Geldstrafen und Prozesskosten hunderttausende zahlen, abgesehen von weiteren privaten Problemen die anstanden.
Sicher schreibt Rainer Rupp heute für die „Junge Welt“ aber das Zeilenhonorar dürfte sich gerade bei dieser Zeitung in einen sehr beschränkten Rahmen bewegen, wenn es überhaupt was gibt.
Ähnlich verhält es sich ja bei Buchveröffentlichungen bei „Edition Ost“.


seaman, werner, Feliks D. und passport haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 08.04.2013 23:57 | nach oben springen

#39

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 18:51
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Alfred, ich werde mich nicht auf einen weiteren Disput an dieser Stelle mit Dir einlassen. Ich hatte bereits eingangs meines vorangegangenen Beitrages geschrieben, dass meine Aussagen und Positionen auch nicht bei allen Ehemaligen auf Zustimmung stossen werden. Es ist meine Position und Du hast Deine Sichtweise dargelegt. Und dabei belasse ich es auch.

Ciao
Vierkrug


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#40

RE: Arbeitsmarkt für DDR Militär/MfS Angehörige nach der Wende

in Grenztruppen der DDR 08.04.2013 18:55
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Es ist ja in beiden Aussagen viel wahres enthalten! Ich würde behaupten dass sie sich nicht entgegenstehen, sondern sich in ihrer Kernaussage ergänzen.


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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