#221

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 08.04.2013 23:02
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zur Rolle der Kirche in der DDR nur ein erlebtes Beispiel. Zur "Wendezeit" gab es in Eisenach in der Nähe "Jakobsplan" ein kirchliches "Umweltzentrum". Das wurde natürlich nur der Umwelt zuliebe eröffnet und da gab es doch neben waschen mit Zitrussaft auch die Seitenhiebe gegen die Umweltverschmutzung der DDR Industrie. Nach der "Annektion" verschwand dies Umweltzentrum (heute Treff vom CVJM), na da gabs mit einmal wohl nichts mehr für die Umwelt zu tun? Oder war eine andere Rolle erfüllt, "Ein Schelm der schlechtes dabei denkt?" Leider weiß ich nicht mehr von wem das wundervolle Zitat ist.


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#222

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 08.04.2013 23:09
von Feliks D. | 8.887 Beiträge

Gerne etwas mehr dazu, auch wenn ich nicht alle Meinungen mittrage... http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.htm


Was ich zu sagen hatte habe ich gesagt, nun fürchte ich das allerletzte Wort. Der Sprache Ohnmacht hat mich oft geplagt, doch Trotz und Hoffnung gab ich niemals fort! Mir scheint die Welt geht aus den Fugen bringt sich um, die vielen Kriege zählt man schon nicht mehr. Auch dieses neue große Deutschland macht mich stumm, der Zorn der Worte und die Wut wird mehr. Die Welt stirbt leise stilles Schreien hört man nicht, es hilft kein Weinen und man sieht's nicht im Gesicht. Wer einen Menschen rettet rettet so die Welt, am Ende überleben wir uns doch. Nur wir bestimmen wann der letzte Vorhang fällt, still und leise verlassen wir die Welt!

Macht es gut Freunde!
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#223

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 01:01
von Kimble | 397 Beiträge

Zitat von ddr-bürger im Beitrag #221
Zur Rolle der Kirche in der DDR nur ein erlebtes Beispiel. Zur "Wendezeit" gab es in Eisenach in der Nähe "Jakobsplan" ein kirchliches "Umweltzentrum". Das wurde natürlich nur der Umwelt zuliebe eröffnet und da gab es doch neben waschen mit Zitrussaft auch die Seitenhiebe gegen die Umweltverschmutzung der DDR Industrie. Nach der "Annektion" verschwand dies Umweltzentrum (heute Treff vom CVJM), na da gabs mit einmal wohl nichts mehr für die Umwelt zu tun? Oder war eine andere Rolle erfüllt, "Ein Schelm der schlechtes dabei denkt?" Leider weiß ich nicht mehr von wem das wundervolle Zitat ist.


Egal was auf dem Etikett steht, wenn es hilft.
Mußte so sehen, FDJ- Jugendklub's wurden ja auch nicht nur als Treffpunkt für AGIPROP gegründet,
sondern oft mit dem Hintergedanken, daß man dann viel leichter mal ne Disko ausrichten konnte.


Kannten Sie die DDR ? "Ja, flüchtig"
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#224

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 08:28
von matloh | 1.204 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #215
Zitat von Vogtländer im Beitrag #214
@ Werner:
Das Bild brauchte der Herr Mielke nicht verdüstern.
Frage ich mich,warum so dolle "A..kriecherei und Verwischerei" oder anders gesagt Rückratlosigkeit(sakkra,mir fehlen irgendwie die passenden Worte!) sein mußte.Angst vor der eigenen Courage?
Gehst Du heute zu deinen Chef und hälst einen kritischen Vortrag ?
Ja.

cheers matloh


Aus gegebenem Anlass temporär: Nein, die Erde ist keine Scheibe!

"Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, wird am Ende beides verlieren." (Benjamin Franklin)
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#225

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 08:47
von Grenzwolf62 (gelöscht)
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Zitat von Feliks D. im Beitrag #202
Zitat von andy im Beitrag #40
Ich gehe an dieser Stelle noch einen Schritt weiter.

Ich distanziere mich an dieser Stelle als ehemaliger MA des MfS der DDR ausdrücklich von der durch Feliks D. in #12 geäusserten Affassung zum Umgang mit der Kirche in der DDR.
Solche Massnahmen wären nicht nur völkerechtswidrig sondern sie wären vor allem dumm gewesen, weil sie die Widersprüche zwischen Kirche und Staat nicht nur nicht gelöst sondern bis auf's Messer (und das zu Recht) verschärft hätten.

Bis zu #12 in diesem Thema hatte ich mit dem Namen Feliks D. eigentlich weitgehend Sachlichkeit verbunden.
War es ein Ausrutscher?

andy


Na da möchte ich Dir doch gleich mal mit einer unserer [zu] kritischen Kunstschaffenden antworten:

Wenn die offne Meinung ausstirbrt
Niemand contra, niemand pro
Wenn man nur um Heuchelei wirbt
Traurig bin ich sowieso


Die Frage ist nur warum Du dich ausgerechnet als ehem. MA so gerne von einer Privatmeinung distanzieren willst, denn schließlich handelt es sich bei der Aussage lediglich um eben eine solche. Es hätte also auch gereicht sich lediglich konsensverweigernd zu äußern. Andernfalls dürftest Du dich auch gleich noch als ehem. SED, DSF und FDJ-Mitglied distanzieren, ich mag keine halben Sachen!

Nachdem das geklärt wäre zur Sache, durchaus und gern auch kontrovers. Geprägt hat mich wohl in erster Linie mein Elternhaus, welches seinerzeit als "fortschrittlich" galt und da besonders mein Vater. Was hat diesen in diesen in seiner Konsequenten Ablehnung der Kirche als reaktionären Stachel in unserem Lande beeinflusst, sicher seine Aufenthalte bei den Freunden. Dort waren diese Maßnahmen ja umgesetzt und Atheismus zumindest während des Studiums ein Pflichtfach.

Ich weiß nicht auf was für einem behütetem Posten Du deine Zeit verbracht hast, aber das erzreaktionäre Wirken der Kirchen sollte ja auch Dir nicht verborgen geblieben sein. Die Kirche führte Zeit ihres Bestehens einen Kampf gegen den Sozialismus, es ist doch bekannt was unter deren Dach und Schutz alles geplant, organisiert und gedruckt wurde und wie man dort gezielt staatlichen Bemühungen entgegenarbeitet hat. Die Widersprüche zwischen reaktionärer Kirche und [sozialistischem] Staat ließen sich eben niemals im Einvernehmen lösen, nur durch Beiseitigung eines der beiden Widerparts. Die Ausgrenzung der Befürworter der "Kirche im Sozialismus" durch DIE Kirche setze ich als bekannt voraus, andernfalls sind die Reaktionen der Kirche auf diesen unpolitischen Kirchenansatz leicht zu ergoogeln.



Schleifen war natürlich, da muss ich Kritik annehmen, zu hart formuliert. Gemeint war eher das enteignen und zweckentfremden ihrer Besitztümer und Bauwerke.

Auch das Verbot sämtlicher Religionen wird hier natürlich gewollt falsch verstanden, bzw. zu weit ausgelegt! Gemeint ist damit keinesfalls eine Inhaftierung aller Gläubigen, allein der Verlust der Kirchen als Wirkungsstätten an sich und das ausbleiben von Gottesdiensten etc. hätte der Kirche einer Grundlage beraubt und den Atheismus im Lande weiter gefördert. Dass im privaten immer noch Gebetet etc. worden wäre ist natürlich klar, aber es wäre weniger geworden.

Der Fakt ist jedoch dass es keine geschützen Räume für feinlich-negative Kräfte und Gruppierungen mehr gegeben hätte in denen sie sich versammeln, austauschen, organisieren und Druckerzeugnisse herstellen konnten. Mit der Kirche hat man einen bekennenden Gegner des Sozialismus mit Samthandschuhen angefasst und damit, neben vielen vielen andereren Fehlentscheidungen, einen weiteren Grund für das spätere Versagen selbst produziert bzw. nicht neutralisiert.

Ich hoffe der Sachlichkeit ist Genüge getan, anhand dieser Aussagen kann man sicher weiter diskutieren.


Edit:/ Orthographische Mängel




Das ist "offenes Visier" und eine ehrliche Aussage, Respekt.
Ist es nicht aber so das eine Gesellschaft die nur darauf fixiert ist eventuelle Gegner "auszuschalten" nicht fähig ist ihre Ideale der Mehrheit zu vermitteln?
Die Gegner hätten doch so gar keine Chance zur existenzbedrohenden Gefahr für die Gesellschaft zu werden.
Wie heißt es immer so schön "die Menschen wurden nicht mitgenommen", leider.


zuletzt bearbeitet 09.04.2013 08:56 | nach oben springen

#226

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 09:10
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #222
Gerne etwas mehr dazu, auch wenn ich nicht alle Meinungen mittrage... http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.htm


dort findet man auch gleich die zusammenfassung:

Zitat
So wurden das MfS und die anderen Sicherheitsorgane eingesetzt, ein im Wesen gesellschaftliches und ökonomisches Problem mit geheimdienstlichen und repressiven Mitteln zu lösen - ein untauglicher Versuch mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt.


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#227

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 09:30
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #226
Zitat von Feliks D. im Beitrag #222
Gerne etwas mehr dazu, auch wenn ich nicht alle Meinungen mittrage... http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.htm


dort findet man auch gleich die zusammenfassung:

Zitat
So wurden das MfS und die anderen Sicherheitsorgane eingesetzt, ein im Wesen gesellschaftliches und ökonomisches Problem mit geheimdienstlichen und repressiven Mitteln zu lösen - ein untauglicher Versuch mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt.



und ohne jetzt den ganzen Text gelesen zu haben:
Diese Zusammenfassung in rot könnte ich auch nicht kürzer und treffender ausdrücken.
Und leider - so mein Eindruck - traf dieser unbrauchbare Lösungsansatz auch auf einige andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in der DDR zu.
Ja, und das konnte nicht gut gehen - und das deckte sich auch nicht mit den sozialistischen Idealen, die mir mal vermittelt wurden und mit denen ich mich mal identifiziert habe.
Ja, traurig, aber wahr: Eine Diktatur ("des Proletariats" - wie die Staatsform im Sprachgebrauch der SED hiess) - kann offensichtlich nicht ohne "Feinde" auskommen.
"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns", "Die Partei, die Partei, die hat immer Recht" - ich hab diese Sätze noch nicht vergessen.
Was sie wirklich zu bedeuten haben, habe ich damals viel zu spät begriffen.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
zuletzt bearbeitet 09.04.2013 09:34 | nach oben springen

#228

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:05
von ddr-bürger (gelöscht)
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Zitat von Jobnomade im Beitrag #227
Zitat von GilbertWolzow im Beitrag #226
[quote=Feliks D.|p245821]Gerne etwas mehr dazu, auch wenn ich nicht alle Meinungen mittrage... http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.htm


dort findet man auch gleich die zusammenfassung:So wurden das MfS und die anderen Sicherheitsorgane eingesetzt, ein im Wesen gesellschaftliches und ökonomisches Problem mit geheimdienstlichen und repressiven Mitteln zu lösen - ein untauglicher Versuch mit untauglichen Mitteln am untauglichen Objekt

und ohne jetzt den ganzen Text gelesen zu haben:
Diese Zusammenfassung in rot könnte ich auch nicht kürzer und treffender ausdrücken.
Und leider - so mein Eindruck - traf dieser unbrauchbare Lösungsansatz auch auf einige andere Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in der DDR zu.
Ja, und das konnte nicht gut gehen - und das deckte sich auch nicht mit den sozialistischen Idealen, die mir mal vermittelt wurden und mit denen ich mich mal identifiziert habe.
Ja, traurig, aber wahr: Eine Diktatur ("des Proletariats" - wie die Staatsform im Sprachgebrauch der SED hiess) - kann offensichtlich nicht ohne "Feinde" auskommen.
"Wer nicht für uns ist, ist gegen uns", "Die Partei, die Partei, die hat immer Recht" - ich hab diese Sätze noch nicht vergessen.
Was sie wirklich zu bedeuten haben, habe ich damals viel zu spät begriffen.

Gruss Hartmut




Orange:
Sehr oft waren diese "Feinde" real. Es gab den kalten Krieg, das wurde ja hier im Forum auch von "beiden Seiten" bestätigt. In einer solchen gesellschaftlichen Auseinandersetzung wurde auch die Kirche vor den Karren gespannt. Es geht mir dabei nicht um viele Gläubige die sich in dieser Institution vertreten sahen, es geht um die Rolle der Kirche. In der gesammten Geschichte hat die Kirche bisher gezeigt auf wessen Seite sie steht.

Ergänzung:
Es gibt auch Kirchenleute die mit der "rückschrittlichen Politik" nicht einverstanden sind. Habe z.B. an Eugen Drewermann gedacht und auch in dem Fred "Persönlichkeiten Ost - West" erwähnt. Der Mann denkt sehr sozial und ökologisch, lt. Internet steht er heute den "Linken" nah. das macht Hoffnung.


zuletzt bearbeitet 09.04.2013 10:10 | nach oben springen

#229

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:11
von Vogtländer (gelöscht)
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@ Grenzwolf und Jobnomade:
Ihr nanntet Probleme,die,wenn richtig verstanden, auch kritich von unseren MfS-lern hier geäußert genannt worden.Zumindest hab ich Feliks Feliks und auch andere (der zustimmte) so verstanden bezüglich der "Mitnahme des Volkes".
Und ja,in jeder Staatsform gibt es immer Menschen,die mit der keweiligen Staatsform auf "Kriegsfuß"(die Radikalen meine ich nicht vordergründig!) stehen.


Feliks D. und werner haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.04.2013 10:15 | nach oben springen

#230

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:39
von Jobnomade | 1.380 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #229
@ Grenzwolf und Jobnomade:
Ihr nanntet Probleme,die,wenn richtig verstanden, auch kritich von unseren MfS-lern hier geäußert genannt worden.Zumindest hab ich Feliks Feliks und auch andere (der zustimmte) so verstanden bezüglich der "Mitnahme des Volkes".
Und ja,in jeder Staatsform gibt es immer Menschen,die mit der keweiligen Staatsform auf "Kriegsfuß"(die Radikalen meine ich nicht vordergründig!) stehen.


Hallo Vogtländer,

meine Worte richte ich doch nicht als Vorwurf an Feliks oder die anderen Ex-MfS-ler, die hier im Forum schreiben.
Wir alle hier waren nur kleine Rädchen im Getriebe - auch wenn sich mancher vielleicht für grösser hält oder darstellt, als er wirklich war.
Wenn ich hier so fundamentale Feststellungen treffe - so ist das für mich betrachtet eine Art Lebensbilanz - mehr nicht.
Die DDR ist Geschichte - Punkt.
Wenn ich es als Kritik meinen würde - müsste ich diese an die damalige SED- und Staatsführung richten.
Ich bin jedoch ziemlich sicher, dass keiner von ihnen in diesem Forum mitliest und sich für das interessiert, was wir ehemaligen kleinen Erfülliungsgehilfen über das "damals" denken. Wie wir oft genug erfahren haben - und auch hier wieder herausgelesen haben:
Kritik - und war sie auch noch so konstruktiv und höflich verpackt - ist doch einfach abgebügelt worden.

Gruss Hartmut


u3644_Jobnomade.html
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#231

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:43
von Vogtländer (gelöscht)
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Ich habs auch nicht als Kritik von Dir an Feliks und "Co." aufgefasst,im Gegenteil.


zuletzt bearbeitet 09.04.2013 10:52 | nach oben springen

#232

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:49
von Vogtländer (gelöscht)
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Ja,das mit der Kritik anbringen und abbügeln.das kenne ich auch zur Genüge aus meinem Leben als Leiharbeiter.Nur hörte ich dann immer:

"Alles richtig,können wir aber nicht alles umsetzen,da die "Schiene" zu eingefahren ist und die Zeit für Änderungen ist noch nicht da,für Änderungen an die Missständen,da man zu unflexibel hier ist.."
"Na,das ist ja alles richtig,nur leider nicht umsetzbar,da die hier an ihrem Stiefel festhalten und nichts ändern wollen an ihrer Einstellung."

Dann stehst dann erst einmal doof da.So erlebt UNTER ANDEREM in einem Werk eines Flugzeugherstellers mit Schienenfahrzeugbausparte nördlich von Berlin.
Beispiele könnte ich noch einige bringen,gerade was den Bahnbereich betrifft,würde wohl aber für längere Diskusionen führen,so berfürchte ich.


Feliks D. hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.04.2013 11:05 | nach oben springen

#233

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 10:58
von schnatterinchen (gelöscht)
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Sind anscheinend alle mit nem Brett vorm Kopf rumgelaufen!?
Heute höre ich plötzlich von ehemaligen Entscheidern, daß schon nachdem den Russen ihr Atomreaktor in die Luft flog klar war das es nicht mehr lange gut gehen wird.


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#234

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 11:13
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von schnatterinchen im Beitrag #233
Sind anscheinend alle mit nem Brett vorm Kopf rumgelaufen!?
Heute höre ich plötzlich von ehemaligen Entscheidern, daß schon nachdem den Russen ihr Atomreaktor in die Luft flog klar war das es nicht mehr lange gut gehen wird.


Klar, die Erkenntnisse, daß "etwas faul ist im Staate Dänemark" (sprich DDR) war schon lange vorhanden. Sind ja keine Dummen gewesen, unsere Ökonomen. Ökonomie des Kapitalismus wurde ebenso gelehrt wie die des Sozialismus, und die unterschied sich, wimre, nur in der Verwendung des Mehrwertes, sonst prinzipiell in nichts anderem.
Hattes Du zu DDR-Zeiten, so etwa Anfang der 80er, mal die Gelegenheit gehabt, Dich mit Wirtschaftlern offen zu unterhalten ? Klar, daß deren Meinungen nicht in den Zeitungen standen, allenfalls etwas abgespeckt in Publikationen, die normalerweise kaum ein Durchschnittsbürger liest. Kritik offen bezüglich der Wirtschaftsführung an Mittag und Konsorten zu üben, war das sichere Aus für die Karriere. Da wurde nur unter Gleichbetroffenen offener diskutiert, in den Beratungen der Betriebsdirektoren innerhalb der Kombinate z.B. Meine Alter Herr hat da einiges in seinen Memoiren überliefert. Auch für mich war schon einige Jahre vor der Wende klar, daß ein Nachfolger Honeckers um unpopuläre Entscheidungen nicht drumrumkommt und das habe ich auch offen in der Parteiversammlung ausgesprochen, wenn man sich die jährliche Warenproduktion und die Spaareinlagen der Bevölkerung vor Augen hielt.



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#235

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 11:39
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Feliks D. im Beitrag #202



Die Frage ist nur warum Du dich ausgerechnet als ehem. MA so gerne von einer Privatmeinung distanzieren willst, denn schließlich handelt es sich bei der Aussage lediglich um eben eine solche. Es hätte also auch gereicht sich lediglich konsensverweigernd zu äußern, andernfalls dürftest Du dich auch gleich noch als ehem. SED, DSF und FDJ-Mitglied distanzieren. Ich mag keine halben Sachen!

Nachdem das geklärt wäre zur Sache, durchaus und gern auch kontrovers. Geprägt hat mich wohl in erster Linie mein Elternhaus, welches seinerzeit als "fortschrittlich" galt und da besonders mein Vater. Was hat diesen in diesen in seiner Konsequenten Ablehnung der Kirche als reaktionären Stachel in unserem Lande beeinflusst, sicher seine Aufenthalte bei den Freunden. Dort waren diese Maßnahmen ja umgesetzt und Atheismus zumindest während des Studiums ein Pflichtfach.

Ich weiß ja nicht auf was für einem behütetem Posten Du deine Zeit verbracht hast, aber das erzreaktionäre Wirken der Kirchen sollte ja auch Dir nicht verborgen geblieben sein. Die Kirche führte Zeit seines Bestehens einen Kampf gegen den Sozialismus, es ist doch bekannt was unter derem Dach und Schutz alles geplant, organisiert und gedruckt wurde und wie man dort gezielt staatlichen Bemühungen entgegenarbeitet hat.

Schleifen war natürlich zu hart formuliert, gemeint war eher das enteignen und zweckentfremden ihrer Besitztümer und Bauwerke.

Auch das Verbot sämtlicher Religionen wird hier natürlich gewollt falsch verstanden, bzw. zu weit ausgelegt! Gemeint ist damit keinesfalls eine Inhaftierung aller Gläubigen, allein der Verlust der Kirchen als Wirkungsstätten an sich und das ausbleiben von Gottesdiensten etc. hätte der Kirche einer Grundlage beraubt und den Atheismus im Lande weiter gefördert. Dass im privaten immer noch Gebetet etc. worden wäre ist natürlich klar, aber es wäre weniger geworden.

Der Fakt ist jedoch dass es keine geschützen Räume für feinlich-negative Kräfte und Gruppierungen mehr gegeben hätte in denen sie sich versammeln, austauschen, organisieren und Druckerzeugnisse herstellen konnten. Mit der Kirche hat man einen bekennenden Gegner des Sozialismus mit Samthandschuhen angefasst und damit, neben vielen vielen andereren Fehlentscheidungen, einen weiteren Grund für das spätere Versagen selbst produziert bzw. nicht neutralisiert.

Ich hoffe der Sachlichkeit ist Genüge getan, anhand dieser Aussagen kann man sicher weiter diskutieren.





Ich habe mich als ehemaliger MA von Deiner Auffassung zum Umgang mit der Kirche distanziert weil ich deutlich machen wollte, dass die von Dir geäusserten Auffassungen nicht die Haltung aller MfS-MA war und ist.
Ausserdem bestand aus meiner Sicht die Gefahr, dass Deine geschilderte Vorgehensweise 1:1 auf das gesamte MfS übertragen wird und genau das wollte ich verhindern.

In meinen Augen war Dein Beitrag nicht deutlich genug als Privatmeinung gekennzeichnet - dafür wird Dein Name zu sehr mit der MfS-Gruppe verbunden.

Auch ich wurde durch meine Eltern und insbesondere durch meinen Vater, der von meinem 10. bis zu meinem 19. Lebensjahr Kdr. im GR 8 gewesen ist, geprägt. In dieser Erziehung spielten insbesondere die gegenseitige Achtung, unabhängig von Religion oder Parteizugehörigkeit eine Rolle. Ich verbrachte Teile meiner Freizeit mit Soldaten und Uffz. aus der Stabskompanie und sie klopften mir anerkennend auf die Schultern wenn sie erfuhren, wessen Sohn ich war. Bis zur Wende war ich mit einigen seiner ehemaligen Fahrer in Verbindung und sie haben mir einige Episoden aus der Grenzsicherung der 70iger Jahre im Elbabschnitt erzählt.
Von Hass auf die Kirche war in meiner Erziehung nie die Rede, es hätte bei mir auch nicht gefruchtet. Einer meiner besten Freunde wurde in der Lehre der Sohn eines Pfarrers. Wir waren in vielen Dingen zwar unterschiedlicher Ansicht, trotzdem waren wir Freunde und jeder hat die Auffassungen des anderen akzeptiert.
Die Kirche hat in Deutschland eine lange Tradition, die kann ich nicht durch die Zerstörung ihrer Einrichtungen aus den Köpfen der Menschen löschen - durch solche Massnahmen wäre die Kirche nur gestärkt worden.

Der Fakt ist jedoch dass es keine geschützen Räume für feinlich-negative Kräfte und Gruppierungen mehr gegeben hätte in denen sie sich versammeln, austauschen, organisieren und Druckerzeugnisse herstellen konnten. Mit der Kirche hat man einen bekennenden Gegner des Sozialismus mit Samthandschuhen angefasst und damit, neben vielen vielen andereren Fehlentscheidungen, einen weiteren Grund für das spätere Versagen selbst produziert bzw. nicht neutralisiert..

Du meinst also, dass die fehlende Zerstörung oder Enteignung der kirchlichen Einrichtungen (dazu gehören im übrigen auch Krankenhäuser und Altenheime) mit ein Grund dafür ist, dass die DDR untergegangen ist?

Nun ja.

Ich meine das nicht.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
Jobnomade und Duck haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#236

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 12:00
von schnatterinchen (gelöscht)
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Dzierzynski baut hier einen "Gegner" Kirche auf den es so in der DDR nicht gegeben hat.
Die ev. Kirche war doch vom MfS sowas von unterwandert.Was haben denn die jungen Gemeinden und Umweltbiblitheken ausrichten können?
Ausser Aufnäher verteilen und auf ihren alten Druckmaschinen Friedensgebete vervielfältigen.
Zum anderen wurden sie von der Mehrheit der Bevölkerung doch kaum wahrgenommen. Ausser wenn im Westfernsehn gesendet wurde wie die Stasi mit den renitenten Christen in der DDR verfährt haben sich viele gefragt , hoppla, was gibts denn hierzulande alles?


zuletzt bearbeitet 09.04.2013 12:06 | nach oben springen

#237

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 12:24
von Duck | 1.741 Beiträge

Ich hatte ja schonmal in einen anderen Thread erwähnt das mein Schwiegervater auch ehemals Major beim MfS war. Als meine Frau und ich unsere beiden Kinder in eine freie Kita gaben wo der Träger nun mal die Ev.Kirche war hatte auch er erstmal geschluckt und es kamen auch solche Äußerungen wie "musste das dann ausgerechnet diese Kita sein", es hat schon eine weile gedauert meinen Schwiegervater zu erklären das seit der Hexenverbrennung im Mittelalter und unserer heutigen Zeit auch selbst in der Kirche sich was getan hat..und ich denke das meine beiden Kinder in Ihrer Kitazeit nicht zu religiösen Brandstiftern bzw. Fanatikern erzogen wurden. Letzendlich sagte mein Schwiegervater, ist es ja auch Eure Entscheidung und damit war das Thema vom Tisch.
Ich denke das Andy und sicherlich auch noch eine beträchtliche Anzahl von ehemaligen Mitarbeitern des MfS nich so radikale Ansichten zu Kirche hatten wie Feliks, die mich doch sehr an die Zeit von Stalin und Mao erinnern, die Kirchen niederbrannten oder Ställe draus machten bzw. den Besitz von Gebetsmühlen unter Strafe setzen. Meintest Du das damit Feliks "von Freunden lernen"?...dann hat Dich die Geschichte schon seit einiger Zeit überholt.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


zuletzt bearbeitet 09.04.2013 12:48 | nach oben springen

#238

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 13:15
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat aus http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.ht

...Völlig außer acht gelassen wurde bisher, dass das MfS besonders wertvolle IM überhaupt nicht als solche registrierte sondern zur Wahrung ihrer Sicherheit, speziell zum Schutz vor Verrat aus den eigenen Reihen, als Operative Vorgänge, die heute als ''Opferakten'' bezeichnet werden, führte....


Oha, Spitzen-IM wurden als Operativ-Vorgänge getarnt? Und das zum Schutz vor Verrat aus den eigenen Reihen?
Das ist, zumindest für mich eine ganz neue Information!!

Kennt jemand die entsprechende Richtlinie des Ministers, in der dieses Vorgehen autorisiert wird?

Man stelle sich vor, Diese würde gefunden werden ... Unvorstellbar.

IM Sekretär (Stolpe) jahrelanger MP in Brdbg..
Gauck als Ex-IM Leiter der Stasi-Unterlagenbehörde
usw.

Ich habe den Satz bisher ca. 50 mal gelesen und meine, dass ich ihn auch verstanden habe.

Kann mir hier jemand erläutern, wie er in das MfS passt? Das habe ich bisher nämlich noch nicht verstanden.



andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 09.04.2013 13:24 | nach oben springen

#239

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 13:20
von Gelöschtes Mitglied
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Kann sein, dass auch ich eine Blockade habe.
Es ist kein Spruch des Orakels aus Delphi, denn manche Sprüche des Orakels wurden auch fehlinterpretiert.

Vierkrug


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#240

RE: Lothar König - Ein notorischer Gesetzesbrecher unterm Schutzdach der Kirche?

in Themen vom Tage 09.04.2013 13:37
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #238
Zitat aus http://www.mfs-insider.de/Abhandlungen/Kirche.ht

...Völlig außer acht gelassen wurde bisher, dass das MfS besonders wertvolle IM überhaupt nicht als solche registrierte sondern zur Wahrung ihrer Sicherheit, speziell zum Schutz vor Verrat aus den eigenen Reihen, als Operative Vorgänge, die heute als ''Opferakten'' bezeichnet werden, führte....


Oha, Spitzen-IM wurden als Operativ-Vorgänge getarnt? Und das zum Schutz vor Verrat aus den eigenen Reihen?
Das ist, zumindest für mich eine ganz neue Information!!





Mann / Frau lernt nie aus ....


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