#1

Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 14:50
von Grenzerei | 40 Beiträge

Nachdem ich hier über Agentenschleusen und tote Briefkästen interessante Sachen gelesen habe, möchte ich gerne wissen ob es auch zu einigen Fahnenfluchten Theorien gibt , die im Bereich der Spionage anzusiedeln sind. Die Geschichte vom Batalionskommandeur der erst in den Westen flüchtete und nach einiger Zeit zurück wieder in die DDR zurückgekommen ist, kenne ich schon.
Ich spiele vielmehr darauf an, dass „ angeblich“ die Fahnenflucht in den Westen, bei einigen Grenzern legendiert wurde um später als Kundschafter im Westen für das MFS zu arbeiten. Diese Soldaten also lange vor ihrem Dienst bei GT , schon beim MFS ausgebildet wurden, mit der Perspektive irgendwann als Kundschafter im Westen zu arbeiten.
Der Aufwand wäre sicherlich ganz schön hoch, aber es soll halt irgendwann durch das BfV ein Raster(Alter…?) bei den aufgegriffen Kundschaftern(welche wahrscheinlich legal ausgereist sind) festgestellt worden sein und das MfS musste darauf reagieren. Wie gesagt dass ist alles nur seidenes Halbwissen aus Reportagen und Büchern. Das es bei den jährlich ca. 15-18 Fahnenfluchten, nur ein sehr geringer Teil gewesen sein ist klar. Ich habe selber keine Fahnenflucht mitbekommen, aber durch den Buschfunk von einer gehört , wo ein UAZ der einen sicheren Studienplatz an der DHFK hatte, kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit getürmt ist und keiner sich richtig einen Reim drauf machen konnte. Vielleicht kann ja jemand was konstruktives mitteilen.


nach oben springen

#2

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 16:03
von utkieker | 2.920 Beiträge

Nun Grenzerei,

Natürlich wäre das denkbar um einen Agenten zu positionieren, das klappt einmal vieleicht zweimal, danach muß man sich wohl etwas neues einfallen lassen. Die Geheimdienste bestehen ja nicht aus Blödmännern. Selbstverständlich wird so ein Fahnenflüchtiger auch mit Infos auf sich Aufmersam machen, aber reicht das aus quasi als Trojaner den Einzug an besonders brisanten Stellen zu bewirken?
Ich glaube wir lesen zu viele Spionageromane und glauben dabei Wissen geschöpft zu haben, aber Romane sind keine Tatsachenberichte. Möglicherweise weiß ja unsere MfS- Fraktion mehr über die Platzierung ihrer Kundschafter.

Gruß Hartmut!


"Die Vergangenheit zu verbieten macht sie nicht ungeschehen, nicht einmal wenn man versucht sie selbst in sich zu verdrängen"
(Anja-Andrea 1959 - 2014)
nach oben springen

#3

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 17:05
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grenzerei im Beitrag #1

Nachdem ich hier über Agentenschleusen und tote Briefkästen interessante Sachen gelesen habe, möchte ich gerne wissen ob es auch zu einigen Fahnenfluchten Theorien gibt , die im Bereich der Spionage anzusiedeln sind. Die Geschichte vom Batalionskommandeur der erst in den Westen flüchtete und nach einiger Zeit zurück wieder in die DDR zurückgekommen ist, kenne ich schon.
Ich spiele vielmehr darauf an, dass „ angeblich“ die Fahnenflucht in den Westen, bei einigen Grenzern legendiert wurde um später als Kundschafter im Westen für das MFS zu arbeiten. Diese Soldaten also lange vor ihrem Dienst bei GT , schon beim MFS ausgebildet wurden, mit der Perspektive irgendwann als Kundschafter im Westen zu arbeiten.
Der Aufwand wäre sicherlich ganz schön hoch, aber es soll halt irgendwann durch das BfV ein Raster(Alter…?) bei den aufgegriffen Kundschaftern(welche wahrscheinlich legal ausgereist sind) festgestellt worden sein und das MfS musste darauf reagieren. Wie gesagt dass ist alles nur seidenes Halbwissen aus Reportagen und Büchern. Das es bei den jährlich ca. 15-18 Fahnenfluchten, nur ein sehr geringer Teil gewesen sein ist klar. Ich habe selber keine Fahnenflucht mitbekommen, aber durch den Buschfunk von einer gehört , wo ein UAZ der einen sicheren Studienplatz an der DHFK hatte, kurz vor dem Ende seiner Dienstzeit getürmt ist und keiner sich richtig einen Reim drauf machen konnte. Vielleicht kann ja jemand was konstruktives mitteilen.




Mir sind solche Fälle nicht bekannt.
NVA-Angehörige die für die Militäraufklärung der NVA tätig waren nutzten andere Wege um in das Operationsgebiet zu gelangen(eingeschleust zu werden).
Denke z.b. an Umwege über Canada oder schwimmend über den Neusiedler See.....
In welche,für den DDR-Geheimdienst,relevante Position sollte ein fahnenflüchtiger Grenzer gelangen?
Maximal wären die Aktualisierung der Abläufe bei der Einbürgerung und die Befragungsmethoden/Anwerbung westlicher G-Dienste interessant.
Dafür musste man aber keinen fahnenflüchtigen DDR-Grenzer erzeugen.

seaman


nach oben springen

#4

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 17:26
von Grenzerei | 40 Beiträge

nun erstmal hätte er für das BfV eine" reinere Weste" als jemand der mit einem Ausreiseantrag in die BRD ging.Langfristig geplant hätte er mit einem Studium, in jedem Bereich der Wirtschaft oder einer Behörde anfangen können. Wie gesagt, habe irgendwo gelesen, dass die ausgebildeten Kundschafter bei Übertritt in die BRD ein Alter von 35 hatten.Nachdem das BfV das spitz gekriegt hat, wurden "angeblich" jüngere Leute rübergeschickt.


nach oben springen

#5

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 17:31
von seaman | 3.487 Beiträge

Ab wann schickte man die "jüngeren Leute"?

seaman


nach oben springen

#6

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 18:01
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Grenzerei im Beitrag #4
nun erstmal hätte er für das BfV eine" reinere Weste" als jemand der mit einem Ausreiseantrag in die BRD ging.Langfristig geplant hätte er mit einem Studium, in jedem Bereich der Wirtschaft oder einer Behörde anfangen können. Wie gesagt, habe irgendwo gelesen, dass die ausgebildeten Kundschafter bei Übertritt in die BRD ein Alter von 35 hatten.Nachdem das BfV das spitz gekriegt hat, wurden "angeblich" jüngere Leute rübergeschickt.



Hallo,

aus welchen Grund hatte "der eine saubere Weste ?

Die zuständugen Stellen der BRD hatten nach entsprechenden Erfahrungen wohl eine sehr vorsichtige Einstellung zu Personen, die aus der DDR kamen und bestimmte Positionen anstrebten.


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.04.2013 18:09 | nach oben springen

#7

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 18:20
von eisenringtheo | 9.170 Beiträge

Zitat von utkieker im Beitrag #2
Nun Grenzerei,

Natürlich wäre das denkbar um einen Agenten zu positionieren, das klappt einmal vieleicht zweimal, danach muß man sich wohl etwas neues einfallen lassen. Die Geheimdienste bestehen ja nicht aus Blödmännern. Selbstverständlich wird so ein Fahnenflüchtiger auch mit Infos auf sich Aufmersam machen, aber reicht das aus quasi als Trojaner den Einzug an besonders brisanten Stellen zu bewirken?
Ich glaube wir lesen zu viele Spionageromane und glauben dabei Wissen geschöpft zu haben, aber Romane sind keine Tatsachenberichte. Möglicherweise weiß ja unsere MfS- Fraktion mehr über die Platzierung ihrer Kundschafter.

Gruß Hartmut!


Kommt wohl nur im Film vor...
http://de.wikipedia.org/wiki/For_Eyes_Only
wo auch eine Grenzschleusung vorkommt, wie man es sich als Laie eben so vorstellt
http://www.veoh.com/watch/v19204223k83G7...+Streng+geheim+
(ab etwa 1:30)
Theo


utkieker hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#8

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 18:25
von seaman | 3.487 Beiträge

Nun sind wir endlich wieder bei wiki & Co gelandet-der ultimative Wissensquell aller nachfolgenden Generationen....

seaman


eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#9

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 19:04
von willie | 612 Beiträge

Im Juli 1983 flüchtete ein Angeghöriger der GK Liebenrode (er war bei Bauarbeiten "feindwärts" eingesetzt) in die Bundesrepublik. Die geschah im Bereich des BGS Duderstadt.
Der Grenztruppenangehörige wurde nach seiner 6 monatigen Grundausbildung zur GK Großsensee versetzt und anschließend zu den Bauarbeiten im Bereich der GK Liebenrode abgeordnet (wimre für sechs Wochen).
Da der AGT eigentlich aus unserem BGS-Bereich (Bad Hersfeld) stammte erhielt das Sachgebiet Sicherheit der GSA Mitte 2, Bad Hersfeld, von den Kollegen aus Duderstadt die Information über die gelungene Fluchtaktion. Ich erhielt damals von meinem Vorgesetzten den Auftrag nach Duderstadt zu fahren um dem AGT einige Fragen über Vorkommnisse, Bauarbeiten usw. aus unserem Bereich zu stellen. Ich nahm u.a. eine Mappe mit Fotos von Grenztruppenangehörigen mit und legte ihm diese vor.
Bei der Befragung erschien meinen Duderstädter Kollegen einiges schon recht merkwürdig. Bei meinen gestellten Fragen erhielt ich z.T. sehr ausweichende bzw. keine Antworten. Er erkannte auch wimre kaum bzw. keine Angehörigen seiner Stammeinheit aus Großensee bzw. aus den Nachbareinheiten.
Also insgesamt alles ein wenig merkwürdig.

Meine Befragung dauerte damals etwa 1 1/2 Stunden (war Vormittags gegen 10.30 Uhr) und brachte insgesamt sehr wenig neue Erkenntnisse.

Anschließend fuhr ich zurück in meine damalige Dienstelle nach Bad Hersfeld und verfaßte einen Bericht.

Nach etwa 3 Wochen erhielt ich einen Anruf meiner Kollegen aus Duderstadt. Hier teilt man mir mit, daß der geflüchtete Angehörige der DDR-Grenztruppe auf seinen Wunsch wieder in die DDR zurückgekehrt sei.

Wir hatten damals bei seiner Befragung schon ein ungutes Gefühl, was sich ja im Nachhinein bestätigte. Meine persönliche Meinung war damals und ist auch heute noch, daß der Grenztruppenangehörige mit großer Wahrscheinlichkeit in die Bundesrepublik mit einem entsprechenden Auftrag geschickt wurde, um Informationen über den BGS, Verfassungsschutz usw. zu bekommen. Rechtl. Handhabe hatten wir ja damals keine um ihn in der Bundesrepublik zurückzuhalten. Wer gehen wollte konnte natürlich gehen wohin er wollte.

Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
seaman und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.04.2013 19:07 | nach oben springen

#10

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 19:23
von 94 | 10.792 Beiträge

Hmm, liegt es im Bereich des Möglichen, das diese Flucht eine 'Kurzschlußhandlung' war und der Flüchtling (irgendwie auch kein richtig neutrales Wort, also ich meine es neutral, ich benenne ihn mal ab jetzt mit AGT) seine Tat schon vor oder während der Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Organen, ähm staatlichen Stellen meine ich natürlich, bereute? Zumindest wäre das auch ein Erklärungsansatz.
Wurde der AGT erkennungsdienstlich behandelt und was ist über das weitere Schicksal nach 'Rückkehr' bekannt?
Achso, welchen Dienstgrad hatte der AGT zum Zeitpunkt der Flucht (offiziell)?


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


nach oben springen

#11

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 19:24
von seaman | 3.487 Beiträge

Normalerweise musste der "Geflüchtete" feststellen,dass schon konkrete Informationen,vielleicht nicht beim BGS,aber bei den unterschiedlichsten Geheimdiensten später,über das Geschehen in der DDR und über den Wirkungskreis des Betreffenden vorlagen.
Personendossiers,Listen wurden abgearbeitet und Protokolle mussten bestätigt bzw.ergänzt werden.
Das Ganze wurde mit einem "Judaslohn" vergütet,wer dieses Startgeld für ein neues Leben aussschlug,machte sich bei der Legalisierung verdächtig.
Klar doch,mit diesem Wissen und Deutschmark/Dollar in hinterhand konnte jeder westliche Geheimdienst diese Erkenntnisse für sich einsetzen.
Etwas Spielmaterial sollte da schon für einen "Übersiedler" vorhanden sein,sonst machte er sich wie im geschilderten Fall verdächtig...


seaman


nach oben springen

#12

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 19:36
von willie | 612 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #10
Hmm, liegt es im Bereich des Möglichen, das diese Flucht eine 'Kurzschlußhandlung' war und der Flüchtling (irgendwie auch kein richtig neutrales Wort, also ich meine es neutral, ich benenne ihn mal ab jetzt mit AGT) seine Tat schon vor oder während der Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Organen, ähm staatlichen Stellen meine ich natürlich, bereute? Zumindest wäre das auch ein Erklärungsansatz.
Wurde der AGT erkennungsdienstlich behandelt und was ist über das weitere Schicksal nach 'Rückkehr' bekannt?
Achso, welchen Dienstgrad hatte der AGT zum Zeitpunkt der Flucht
(offiziell)?


Hi 94,

also ED (Foto ja, Fingerabdrücke eher nein) behandelt wurde der AGT mit Sicherheit. Über seinen Dienstgrad bin ich mir nicht mehr Sicher (die grauen Zellen nehmen leider überhand) ich meine es war ein Unteroffizier kann aber auch ein ULt gewesen sein. Ja und sein weiteres Schicksal....gute Frage. Ich bis heute keinerlei Info darüber.
Gruß Willie


...Rechtschreibfehler sind die Special Effects meiner Tastatur!...
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#13

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 20:19
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #3


Denke z.b. an Umwege über Canada oder schwimmend über den Neusiedler See.....


seaman




sogar der Weg über einen längeren Aufenthalt in Australien wurde zur legendierung benutzt!


nach oben springen

#14

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 20:27
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #11
Normalerweise musste der "Geflüchtete" feststellen,dass schon konkrete Informationen,vielleicht nicht beim BGS,aber bei den unterschiedlichsten Geheimdiensten später,über das Geschehen in der DDR und über den Wirkungskreis des Betreffenden vorlagen.
Personendossiers,Listen wurden abgearbeitet und Protokolle mussten bestätigt bzw.ergänzt werden.
Das Ganze wurde mit einem "Judaslohn" vergütet,wer dieses Startgeld für ein neues Leben aussschlug,machte sich bei der Legalisierung verdächtig.
Klar doch,mit diesem Wissen und Deutschmark/Dollar in hinterhand konnte jeder westliche Geheimdienst diese Erkenntnisse für sich einsetzen.
Etwas Spielmaterial sollte da schon für einen "Übersiedler" vorhanden sein,sonst machte er sich wie im geschilderten Fall verdächtig...


seaman



@ Seaman, ich kann deine Feststellung nur bestätigen. Ich hatte nach meiner Flucht einen Aufenthalt in Oberursel / US Army / Intelligence Corps.
Es wurden vorhande Daten in den Gesprächen verifiziert, ( ich merkte wenn der Befrager sich langweilte und nur Häkchen machte ) jedes Mal wenn der Gesprächspartner aus seinem Stuhl hochkam realisierte ich, dass er etwas Neues erfuhr. Insgeheim habe ich mir einen Ast gelacht über die Geheimnistuerei in meiner ehemaligen Einheit der NVA. Der fragte mich sogar, ob Korvettenkapitän XY noch Stabschef des Battaillons war, der zeigte mir Karten von den Küstenabschnitten, die ich kannte, da war alles eingetragen, was dort stationiert war. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus.
Was du als Judaslohn bezeichnest, war für mich Verdienstausfall, denn in der Zeit, wo ich dort zur Verfügung stand hätte ich ja schon Geld verdienen können. Ausserdem begründet ein Judaslohn einen Verrat von Freunden. Die Kommunisten waren aber nicht meine Freunde, sondern damals waren sie meine Feinde. Feinde kann man bekanntlich nicht verraten. Mein Freunde sassen vor mir, z.B. die Amerikaner.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#15

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 20:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #14
[quote=seaman|p244410]
Was du als Judaslohn bezeichnest, war für mich Verdienstausfall, denn in der Zeit, wo ich dort zur Verfügung stand hätte ich ja schon Geld verdienen können. Ausserdem begründet ein Judaslohn einen Verrat von Freunden. Die Kommunisten waren aber nicht meine Freunde, sondern damals waren sie meine Feinde. Feinde kann man bekanntlich nicht verraten. Mein Freunde sassen vor mir, z.B. die Amerikaner.




Na ja,
bei mir war das genau entgegengesetzt.
Hatte keinen Verdienstausfall und verarschte Deine Freunde...
So war das damals.

seaman

Ach noch etwas,Feinde kann man schon verraten,aber Freunde niemals!


Alfred, 94, passport, Pitti53 und Feliks D. haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 03.04.2013 20:41 | nach oben springen

#16

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 20:45
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Bei mir an der Uni (FU Berlin) war ein Professor MfS-Agent. Er wurde erst nach der Wende enttarnt. Der soll schon in den fünfziger Jahren unter der Legende "Flüchtling" aus der DDR in den Westen geschleust worden sein, um Einflussagent zu werden. Hat auch in entsprechend interessierenden Richtungen gearbeitet und geforscht und angeblich Tipps gegeben, welche seiner Studenten das MfS ebenfalls als Agent anwerben soll.

Richtige Fahnenfluchten unter Legende kenne ich nicht.


nach oben springen

#17

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 20:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #15
Zitat von Gert im Beitrag #14
[quote=seaman|p244410]
Was du als Judaslohn bezeichnest, war für mich Verdienstausfall, denn in der Zeit, wo ich dort zur Verfügung stand hätte ich ja schon Geld verdienen können. Ausserdem begründet ein Judaslohn einen Verrat von Freunden. Die Kommunisten waren aber nicht meine Freunde, sondern damals waren sie meine Feinde. Feinde kann man bekanntlich nicht verraten. Mein Freunde sassen vor mir, z.B. die Amerikaner.




Na ja,
bei mir war das genau entgegengesetzt.
Hatte keinen Verdienstausfall und verarschte Deine Freunde...
So war das damals.

seaman

Ach noch etwas,Feinde kann man schon verraten,aber Freunde niemals!




rot mark. das habe ich auch von dir nicht anders erwartet. Dass du sie verars... wolltest haben sie sicher über kurz oder lang bemerkt. Die waren ja nicht dumm, auch wenn du sie nicht zu deinen Freunden zähltest. Man sollte seine "Feinde" nie unterschätzen.

Das mit dem Verrat sehe ich aber anders, denn über Feinde kann ich zwar berichten aber sie nicht verraten. Verraten kann man nach meinem Selbstverständnis nur Leute oder Ideen, die einem zuvor vertrauten. Das verstehe ich unter Verrat und das meinte ich in meinem Post so wie hier noch mal erläutet.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
nach oben springen

#18

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 03.04.2013 21:01
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17

Man sollte seine "Feinde" nie unterschätzen.



Das wäre ein Fehler....

Ob sie über kurz oder lang etwas bemerkten-klares NEIN.

seaman


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#19

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 04.04.2013 23:35
von Grenzerei | 40 Beiträge

Also wenn ich das mal hier für mich zusammenfassen kann, gibt es durch den Beitrag von willie einen Hinweis , dass so theoretisch Informationen beschafft wurden . Allerdings ist durch die frühzeitige Rückkehr des Soldaten ,das Misstrauen ,was durch den damals Vernehmenden hier bestätigt wurde, gegen nachfolgende GT-Angehörige zu groß , als das man nach diesem Muster weiter verfahren konnte.
Nach meinem laienhaften Wissensstand war der Bedarf des MFS an allen Informationen über die BRD sehr hoch und dieser Bedarf konnte nicht nur mit angeworbenen Bundesbürgern beschafft werden. Deshalb wurde durch sehr langfristige Vorbereitungen auch DDR Bürger in den Westen übergesiedelt um da als Kundschafter zu arbeiten.
Das BfV hat nicht geschlafen, und so sind laut Medienberichten (Zeitpunkt weiss ich nicht mehr) einige Kundschafter schon nach kurzer Zeit enttarnt worden, durch die Rasterfahndung.
So könnte es gute Gründe gegeben haben, dieses Raster zu unterlaufen, unter anderem mit ehemaligen GT –Leuten, welche nach ihrer „Flucht“ als Kundschafter im Bundesgebiet etc. , gearbeitet hätten.
Für mich wäre jedenfalls ein ehemaliger Fahnenflüchtiger , unverdächtiger als jemand der mit einem Ausreiseantrag ins Bundesgebiet, übergesiedelt ist.
Die andere Sache in welche Positionen er gelangen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ein zweiter „ Topas“ hätte er wahrscheinlich nicht werden können.Ich bin aber auch kein Nachrichtendienstler.


nach oben springen

#20

RE: Legendierte Fahnenfluchten

in Spionage Spione DDR und BRD 05.04.2013 07:45
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Grenzerei im Beitrag #19
Also wenn ich das mal hier für mich zusammenfassen kann, gibt es durch den Beitrag von willie einen Hinweis , dass so theoretisch Informationen beschafft wurden . Allerdings ist durch die frühzeitige Rückkehr des Soldaten ,das Misstrauen ,was durch den damals Vernehmenden hier bestätigt wurde, gegen nachfolgende GT-Angehörige zu groß , als das man nach diesem Muster weiter verfahren konnte.
Nach meinem laienhaften Wissensstand war der Bedarf des MFS an allen Informationen über die BRD sehr hoch und dieser Bedarf konnte nicht nur mit angeworbenen Bundesbürgern beschafft werden. Deshalb wurde durch sehr langfristige Vorbereitungen auch DDR Bürger in den Westen übergesiedelt um da als Kundschafter zu arbeiten.
Das BfV hat nicht geschlafen, und so sind laut Medienberichten (Zeitpunkt weiss ich nicht mehr) einige Kundschafter schon nach kurzer Zeit enttarnt worden, durch die Rasterfahndung.
So könnte es gute Gründe gegeben haben, dieses Raster zu unterlaufen, unter anderem mit ehemaligen GT –Leuten, welche nach ihrer „Flucht“ als Kundschafter im Bundesgebiet etc. , gearbeitet hätten.
Für mich wäre jedenfalls ein ehemaliger Fahnenflüchtiger , unverdächtiger als jemand der mit einem Ausreiseantrag ins Bundesgebiet, übergesiedelt ist.
Die andere Sache in welche Positionen er gelangen könnte, steht auf einem ganz anderen Blatt. Ein zweiter „ Topas“ hätte er wahrscheinlich nicht werden können.Ich bin aber auch kein Nachrichtendienstler.



Wenn Du Deinen laienhaften Wissensstand zur angedeuteten Wirkungsweise der Maßnahmen des BfV ("Anmeldung") und die Vorgehensweise der DDR-Nachrichtendienste bei den Übersiedlungsmethoden ihrer Kundschafter ergänzen möchtest:

Bodo Wegmann-Die Militäraufklärung der NVA

Helmut Müller Enbergs-Teil 2:Inoffizielle Mitarbeiter des MfS-- Anleitungen für die Arbeit mit Agenten,Kundschaftern und Spionen in der Bundesrepublik Deutschland


gruss seaman


eisenringtheo und Grenzerei haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.04.2013 07:46 | nach oben springen



Besucher
6 Mitglieder und 29 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: loryglory
Besucherzähler
Heute waren 185 Gäste und 16 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557704 Beiträge.

Heute waren 16 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen