#41

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 06.05.2013 20:59
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Na klar darfst du ! ich habe mit meinem Bruder zusammen ein Taxiunternehmen. Der Gesundheitscheck alle 5 Jahre beinhaltet auch diesen strengen Sehtest. Mit der Seefahrerei hat es nicht mehr geklappt, wer weiß für was es letztendlich gut war. Mit der deutschen Seefahrt, egal ob Fischfang oder Handelsflotte, ist es so gut wie vorbei. Es fährt das meiste deutsche Seepersonal unter irgendwelchen ausländischen Flaggen.



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#42

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 07.05.2013 01:10
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von josy95 im Beitrag #36
Zitat von seaman im Beitrag #28

Normalerweise glaube ich immer den persönlichen Erlebnissen hier schreibender User.
Bei welch ziviler Einrichtung Seeschifffahrt der DDR hast du Deine Lehre begonnen?
Weisse Flotte,Fischerei,Handelsschifffahrt...
Grundsätzlich war Parteizugehörigkeit nicht Pflicht als Reisekader West.
Laß uns das aufbröseln.

seaman





@seaman, ich will nicht an Deinen Erfahrungen oder was auch immer zweifeln.

Hochseefischerei, Handelsschiffahrt egal ob Binnenschiffahrt oder Hochsee, Deutrans, Reichsbahn..., alles was als Reisekader NSW in Frage kam wurde schon gesiebt, und das zwar ganz gewaltig! Und diese Siebfunktion ging auch über die Kandidatur als SED- Genosse, da kannst Du jetzt behaupten, was Du willst. Offiziell gab es dazu bestimmt kein Gesetz, auch keine Verordnung. I


josy95

(Schreibfehler- Edith)


Klar wurde gesiebt.
Fachlich,politisch und nach den Einstellungskriterien für NSW-Kader nach den Grenzregelungen von 1961.
Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden.
Wurde der Auslands-Reise-Kader dann bestätigt,wurden in bestimmten zeitlichen Abständen die persönlichen Daten aktualisiert bzw. Beurteilungen vom Betrieb erstellt.
Wer z.b. gegen Moral und Ethik verstieß,Arbeitsdisziplin nicht einhielt bzw. beruflich die Anforderungen nicht erfüllte,bekam keine Reisegenehmigung mehr.
Das dabei auch unverständliche Entscheidungen,mit unangenehmen beruflichen Auswirkungen für die Person, getroffen wurden ist vorgekommen.
Beging ein Familienangehöriger z.b. Republikflucht,wurde Reisekadern,die zeitlebens ihren Job verantwortungsvoll ausübten,die Reisegenehmigung entzogen.Auch bei Scheidungen kam das häufiger vor.

Zur Partei.
Die zivilen Flotten der DDR z.b. hatten einen Personalbestand,der zu den jüngsten der Welt zählte.
Der Anteil an SED-Mitgliedern dabei erreichte noch nicht mal ein Drittel bei den fahrenden Einheiten.
Selbst SED-Mitglieder mit Parteistrafen blieben meistens noch unbehelligt und blieben NSW-Kader.

seaman


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zuletzt bearbeitet 07.05.2013 09:04 | nach oben springen

#43

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 07.05.2013 10:25
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Unner Gräzer im Beitrag #41
Na klar darfst du ! ich habe mit meinem Bruder zusammen ein Taxiunternehmen. Der Gesundheitscheck alle 5 Jahre beinhaltet auch diesen strengen Sehtest. Mit der Seefahrerei hat es nicht mehr geklappt, wer weiß für was es letztendlich gut war. Mit der deutschen Seefahrt, egal ob Fischfang oder Handelsflotte, ist es so gut wie vorbei. Es fährt das meiste deutsche Seepersonal unter irgendwelchen ausländischen Flaggen.


Nun ja, @seaman. Ich bin zwar kein PG gewesen, aber mitbekommen hat man doch einiges und aus glaubhaften Schilderungen hier im Forum (wie auch Deinen) einiges dazugelernt, damalige Vermutungen haben sich bestätigt oder auch nicht. Für mich ist es zu einem ganz gewichtigen Fazit geworden, das es im erheblichen Umfang auf die handelnden Personen, angefangen in unteren Entscheidungs- und Informatenebenen bis in die höheren Ebenen ankam, wie Entscheidungen -so wie hier als s. g. Reisekader NSW- ausfielen. Eine weitere Erkenntnis bestätigt mir schon meine damalige Auffassung, das es hier eine nicht geringe Anzahl an Entscheidungsträgern gab, die in einer gewissen Art willkürlich und auch aus persönlichen Motiven egoistisch und unprofessionell und vor allem unökonomisch entschieden haben. Dies wurde durch die Machtstrukturen der SED mit ihrem Alleinherschaftsanspruch begünstigt, wenn nicht sogar gefördert. Ich möchte diese Art der Entscheidungsträger mal SED- Fürsten incl. ihrer Vettern nennen.

Auch viele Schilderungen hier und anderswo von ehem. MfS- lern belegen das. Wo in Berichten usw. auf gravierende Probleme bei nicht nachvollziehbaren Entscheidungsfindungen an höheren Stellen hingewiesen wurde, die der ohnehin schon maroden DDR- Wirtschaft noch mehr ökonomischen Schaden zufügten.

Man erlebt es doch heute in etwas abgewandelter Form immer noch, das es bei Anfragen, Anträgen usw. oft auf eine Art "guten Draht" oder auch Symphatie zum Entscheidunghsträger ankommt. Dazu Entscheidungen aus reinstem und meißt überzogenem Bürokratiegehorsam, oft dazu noch von unfähigen Leuten gefällt oder eben, ganz das Gegenteil und nennen wir sie mal auch als bürgerfreundliche Entscheidungen gefällt werden können.

Der Unterschied von damals zu heute ist nur der, das man heute mit etwas Innovation, gekoppelt mit Durchhaltevermögen gegen die eine odere andere Entscheidung angehen kann. Damals wohl eher unüblich und im ungünstigsten Fall konnte man durchaus in den Fokus "weiterer Beobachtungen", ich möchte es mal bewußt nicht Bespitzelungen nennen, geraten. Allein der Grund, die Entscheidung eines SED- Fürsten oder seiner Vettern , egal wo er oder sie saßen und was für ein Amt bekleidete wurde, anzuzweifeln war doch schon ein Grund, der Auslöser dieses Auftrages für derartige Ermittlungen zu 99% der betreffende SED- Kader selbst.

Für mich hat diese Strategie und die unzureichende Kontrolle der eigenen Entscheidungsträger der DDR- Wirtschaft und allen anderen Bereichen der DDR erheblichen wirtschaftlichen und nicht zu unterschätzenden ideologischen Schaden im eigenen Lande zugefügt, was im direkten Zusammenhang mit anderen völlig falschen Entscheidungen eines greisenhaft- senielen Politbüros letztendlich zum Untergang der DDR führen mußte.
Jetzt spekuliere ich mal..., ein entsprechender weitblickender und erfahrener Nachfolger eines E. Mielke, bei Zeiten auf diesen Posten befördert, hätte diese drastischen Fehlentwicklungen vielleicht noch einschränken, wenn auch nicht mehr restlos stoppen können....


josy95

(Schreibfehler- Edith)


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
zuletzt bearbeitet 07.05.2013 12:06 | nach oben springen

#44

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 07:53
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #42
Zitat von josy95 im Beitrag #36
Zitat von seaman im Beitrag #28

Normalerweise glaube ich immer den persönlichen Erlebnissen hier schreibender User.
Bei welch ziviler Einrichtung Seeschifffahrt der DDR hast du Deine Lehre begonnen?
Weisse Flotte,Fischerei,Handelsschifffahrt...
Grundsätzlich war Parteizugehörigkeit nicht Pflicht als Reisekader West.
Laß uns das aufbröseln.

seaman





@seaman, ich will nicht an Deinen Erfahrungen oder was auch immer zweifeln.

Hochseefischerei, Handelsschiffahrt egal ob Binnenschiffahrt oder Hochsee, Deutrans, Reichsbahn..., alles was als Reisekader NSW in Frage kam wurde schon gesiebt, und das zwar ganz gewaltig! Und diese Siebfunktion ging auch über die Kandidatur als SED- Genosse, da kannst Du jetzt behaupten, was Du willst. Offiziell gab es dazu bestimmt kein Gesetz, auch keine Verordnung. I


josy95

(Schreibfehler- Edith)


Klar wurde gesiebt.
Fachlich,politisch und nach den Einstellungskriterien für NSW-Kader nach den Grenzregelungen von 1961.
Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden.
Wurde der Auslands-Reise-Kader dann bestätigt,wurden in bestimmten zeitlichen Abständen die persönlichen Daten aktualisiert bzw. Beurteilungen vom Betrieb erstellt.
Wer z.b. gegen Moral und Ethik verstieß,Arbeitsdisziplin nicht einhielt bzw. beruflich die Anforderungen nicht erfüllte,bekam keine Reisegenehmigung mehr.
Das dabei auch unverständliche Entscheidungen,mit unangenehmen beruflichen Auswirkungen für die Person, getroffen wurden ist vorgekommen.
Beging ein Familienangehöriger z.b. Republikflucht,wurde Reisekadern,die zeitlebens ihren Job verantwortungsvoll ausübten,die Reisegenehmigung entzogen.Auch bei Scheidungen kam das häufiger vor.

Zur Partei.
Die zivilen Flotten der DDR z.b. hatten einen Personalbestand,der zu den jüngsten der Welt zählte.
Der Anteil an SED-Mitgliedern dabei erreichte noch nicht mal ein Drittel bei den fahrenden Einheiten.
Selbst SED-Mitglieder mit Parteistrafen blieben meistens noch unbehelligt und blieben NSW-Kader.

seaman






.....Opa nannte sowatt "Sippenhaft"....watt koennen die Leuts fuer Ihre Verwandschaft geschweige denn Schwiejermudder!

Einen wichtigen Teil hat der Fachmann Seaman "unterschlagen" und das betrifft den Begriff der "modernen Geiselnahme".

So einfach wie Du die bunte DDR Welt wieder machst wars in Realitaet eben doch nicht.....von wegen trotz Parteistrafe usw...

Dann musst Du den Usern hier auch mal den Begriff B U E R G E und fuer den "Auserwaehlten" b u e r g e n erklaeren!

Immer schoen bei de Wirklichkeit bleiben Seaman.

P.S. bei Deiner unangezweifelten Fachkenntnis,kannste dem geneigten Publikum auch gleich mit erklaeren was der B U R G E im Falle eines Falles bekam, wenn er sich "foermlich verbuergt"hat,also wenns daneben ging.....soll ja mal vorgekommen sein.

Dann gabs ja noch die Moeglichkeit,das die Partei,also die die immer Recht hatte,Jemanden das Vertrauen"aussprach",aber diesen Punkt koennen wir ja noch spaeter behandeln.
Gruessli BO


josy95 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 08:13
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #44
Zitat von seaman im Beitrag #42





Klar wurde gesiebt.
Fachlich,politisch und nach den Einstellungskriterien für NSW-Kader nach den Grenzregelungen von 1961.
Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden.
Wurde der Auslands-Reise-Kader dann bestätigt,wurden in bestimmten zeitlichen Abständen die persönlichen Daten aktualisiert bzw. Beurteilungen vom Betrieb erstellt.
Wer z.b. gegen Moral und Ethik verstieß,Arbeitsdisziplin nicht einhielt bzw. beruflich die Anforderungen nicht erfüllte,bekam keine Reisegenehmigung mehr.
Das dabei auch unverständliche Entscheidungen,mit unangenehmen beruflichen Auswirkungen für die Person, getroffen wurden ist vorgekommen.
Beging ein Familienangehöriger z.b. Republikflucht,wurde Reisekadern,die zeitlebens ihren Job verantwortungsvoll ausübten,die Reisegenehmigung entzogen.Auch bei Scheidungen kam das häufiger vor.

Zur Partei.
Die zivilen Flotten der DDR z.b. hatten einen Personalbestand,der zu den jüngsten der Welt zählte.
Der Anteil an SED-Mitgliedern dabei erreichte noch nicht mal ein Drittel bei den fahrenden Einheiten.
Selbst SED-Mitglieder mit Parteistrafen blieben meistens noch unbehelligt und blieben NSW-Kader.

seaman






.....Opa nannte sowatt "Sippenhaft"....watt koennen die Leuts fuer Ihre Verwandschaft geschweige denn Schwiejermudder!

Einen wichtigen Teil hat der Fachmann Seaman "unterschlagen" und das betrifft den Begriff der "modernen Geiselnahme".

So einfach wie Du die bunte DDR Welt wieder machst wars in Realitaet eben doch nicht.....von wegen trotz Parteistrafe usw...

Dann musst Du den Usern hier auch mal den Begriff B U E R G E und fuer den "Auserwaehlten" b u e r g e n erklaeren!

Immer schoen bei de Wirklichkeit bleiben Seaman.

P.S. bei Deiner unangezweifelten Fachkenntnis,kannste dem geneigten Publikum auch gleich mit erklaeren was der B U R G E im Falle eines Falles bekam, wenn er sich "foermlich verbuergt"hat,also wenns daneben ging.....soll ja mal vorgekommen sein.

Dann gabs ja noch die Moeglichkeit,das die Partei,also die die immer Recht hatte,Jemanden das Vertrauen"aussprach",aber diesen Punkt koennen wir ja noch spaeter behandeln.
Gruessli BO



Irgendetwas bringst Du hier durcheinander ,BO.
Ich bin hier nicht angetreten um das Parteileben innerhalb der SED zu erklären.
Also,mache für den Begriff"Bürge" einen extrathread auf.Vielleicht gibt es dafür Fachleute.Ich muss das hier nicht erklären ,capito?
Ansonsten ist es auch nicht mein Anliegen hier die Reisegesetze der DDR zu bewerten.Dafür kann man auch meinetwegen ein Thema eröffnen.
Also,schiebe mich nicht in eine Ecke..."bunte Welt DDR"....ich habe lediglich geschrieben,dass ich mich mit der Thematik Auswahlverfahren für NSW-Reisekader intensiv beschäftigt habe.
Ausgangspunkt dieses Themas war dabei hier die Aussage,dass dafür fast zwingend eine SED-Mitgliedschaft nötig war.
Dem habe ich widersprochen.
Mehr nicht.

seaman-
ansonsten musste das mit Deinem Opa weiter bequatschen.


zuletzt bearbeitet 08.05.2013 08:21 | nach oben springen

#46

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 08:22
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #45
Zitat von Boelleronkel im Beitrag #44
Zitat von seaman im Beitrag #42





Klar wurde gesiebt.
Fachlich,politisch und nach den Einstellungskriterien für NSW-Kader nach den Grenzregelungen von 1961.
Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden.
Wurde der Auslands-Reise-Kader dann bestätigt,wurden in bestimmten zeitlichen Abständen die persönlichen Daten aktualisiert bzw. Beurteilungen vom Betrieb erstellt.
Wer z.b. gegen Moral und Ethik verstieß,Arbeitsdisziplin nicht einhielt bzw. beruflich die Anforderungen nicht erfüllte,bekam keine Reisegenehmigung mehr.
Das dabei auch unverständliche Entscheidungen,mit unangenehmen beruflichen Auswirkungen für die Person, getroffen wurden ist vorgekommen.
Beging ein Familienangehöriger z.b. Republikflucht,wurde Reisekadern,die zeitlebens ihren Job verantwortungsvoll ausübten,die Reisegenehmigung entzogen.Auch bei Scheidungen kam das häufiger vor.

Zur Partei.
Die zivilen Flotten der DDR z.b. hatten einen Personalbestand,der zu den jüngsten der Welt zählte.
Der Anteil an SED-Mitgliedern dabei erreichte noch nicht mal ein Drittel bei den fahrenden Einheiten.
Selbst SED-Mitglieder mit Parteistrafen blieben meistens noch unbehelligt und blieben NSW-Kader.

seaman-
ansonsten musste das mit Deinem Opa weiter bequatschen.....






.....Opa nannte sowatt "Sippenhaft"....watt koennen die Leuts fuer Ihre Verwandschaft geschweige denn Schwiejermudder!

Einen wichtigen Teil hat der Fachmann Seaman "unterschlagen" und das betrifft den Begriff der "modernen Geiselnahme".

So einfach wie Du die bunte DDR Welt wieder machst wars in Realitaet eben doch nicht.....von wegen trotz Parteistrafe usw...

Dann musst Du den Usern hier auch mal den Begriff B U E R G E und fuer den "Auserwaehlten" b u e r g e n erklaeren!

Immer schoen bei de Wirklichkeit bleiben Seaman.

P.S. bei Deiner unangezweifelten Fachkenntnis,kannste dem geneigten Publikum auch gleich mit erklaeren was der B U R G E im Falle eines Falles bekam, wenn er sich "foermlich verbuergt"hat,also wenns daneben ging.....soll ja mal vorgekommen sein.

Dann gabs ja noch die Moeglichkeit,das die Partei,also die die immer Recht hatte,Jemanden das Vertrauen"aussprach",aber diesen Punkt koennen wir ja noch spaeter behandeln.
Gruessli BO



Irgendetwas bringst Du hier durcheinander ,BO.
Ich bin hier nicht angetreten um das Parteileben innerhalb der SED zu erklären.
Also,mache für den Begriff"Bürge" einen extrathread auf.Vielleicht gibt es dafür Fachleute.Ich muss das hier nicht erklären ,capito?
Ansonsten ist es auch nicht mein Anliegen hier die Reisegesetze der DDR zu bewerten.Dafür kann man auch meinetwegen ein Thema eröffnen.
Also,schiebe mich nicht in eine Ecke..."bunte Welt DDR"....ich habe lediglich geschrieben,dass ich mich mit dem Auswahlverfahren für NSW-Reisekader intensiv beschäftigt habe.
Ausgangspunkt dieses Themas war dabei hier die Aussage das dafür fast zwingend eine SED-Mitgliedschaft nötig war.
Dem habe ich widersprochen.
Mehr nicht.

seaman




Noe noe Seaman,
ick bring da nix durcheinander...
Also Meister,dann ist Dir bis heute nicht bewusst geworden,wie eng die Verknuepfung Partei,MfS Zusammenarbeit betreffend Reisekader war.
Mit dem "Erklaeren "von Parteileben hat das Nix zu tun.Das war "gelebte"DDR Realitaet und dafuer mussteste auch kein Reiskader werden wollen.
Eine genehmigte Westreise...z.B.auch noch im Jahre 1989 brachte diese Erscheinungen ans Licht.

Na denn Gruss BO


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#47

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 08:28
von seaman | 3.487 Beiträge

Irgendetwas überlesen in meinen Beiträgen?

Zitat:
"Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden."
Zitat Ende

Ansonsten geht es hier nicht um Tante Ilse aus Dresden die zum Geburtstag nach Hamburg will,sondern um junge Menschen die einen Beruf erlernen wollten,der mit ständiger Reisetätigkeit in das NSW verbunden war.

seaman


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#48

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 08:46
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #47

Irgendetwas überlesen in meinen Beiträgen?

Zitat:
"Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden."
Zitat Ende

Ansonsten geht es hier nicht um Tante Ilse aus Dresden die zum Geburtstag nach Hamburg will,sondern um junge Menschen die einen Beruf erlernen wollten,der mit ständiger Reisetätigkeit in das NSW verbunden war.

seaman



Hallo Seaman,
Wir waren da ja bei der Seefahrt(insofern ich das richtig gelesen habe,Du wolltest da was aufbroeseln)dann broeseln wir mal oder?
da moechte ich dann noch erwaehnen,es musste sich nicht ausschliesslich ums NSW handeln,aber wir koennen ja erst dabei bleiben.

"die Einstellungsbedingungen im grenzueberschreitenden Verkehr"......!!!

Grussli BO

P.S. wer ist Tante Ilse?


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#49

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 08:52
von seaman | 3.487 Beiträge

P.S. wer ist Tante Ilse?

Tante Ilse ist ein Synonym für ugs. "Lieschen Müller"....

Aufbroeseln,damit meinte ich,die Aussage des Themenerstellers U.G.,was ihm widerfahren ist,bei seiner Lehreinstellung zu einem seemännischen Beruf.Darueber kann nur er berichten.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.05.2013 09:02 | nach oben springen

#50

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 09:05
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von seaman im Beitrag #49
P.S. wer ist Tante Ilse?

Tante Ilse ist ein Synonym für "Lieschen Müller"....

Aufbroeseln,damit meinte ich,die Aussage des Themenerstellers U.G.,was ihm widerfahren ist,bei seiner Lehreinstellung zu einem seemännischen Beruf.Darueber kann nur er berichten.

seaman



Ach soo,

"Die nicht gestellte Frage beantworte ich Dir gern....Jau, ich kenne ebenfalls das "Innenleben"des Zentralen Werbebueros der Handelsflotte....in aelteren Freds haben wir dies Thema schon einmal behandelt.
Nicht nur ich selbst,sondern rund 10 Leuts aus meinem persoenlichen Umfeld,die fast Alle schon in "fein aufgelisteten Blaettern"von Einschaetzungen zu den Personen etc....
Du kennst ja ebenfalls das gesamte Prozedere.

Was soll man sagen,einen schoenen Tag noch...ick muss mal wieder.
Gruessli BO


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#51

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 09:10
von DoreHolm | 7.714 Beiträge

Aus meiner Erfahrung her kann ich die Aussagen von seaman bezüglich der mitunter nicht nachvollziehbaren Entscheidungen bestätigen. Unsere Chefsekretärin hatte eine BRD-Reise anläßlich verwandtschaftlicher Höhepunkte beantragt. Diese wurde abgelehnt, natürlich ohne Begründung. Sie beschwerte sich mit einigen Argumenten. Ich weiß nur, daß kurze Zeit später zwei Herren erschienen und sie höflich fragten, wann sie den fahren möchte. Also hat da irgend ein kleiner "Fürst" vom Grünen Tisch entschieden. Ein anderer Kollege aus dem Handwerksbereich fuhr, wie es zusammenhing weiß ich nicht, in unregelmäßigen Abständen auf Montage in die BRD. Er ließ oft genug keinen guten Faden an der DDR, aber er fuhr immer wieder. Dann mein schon mal geschilderes Beispiel, ehem. Grenzer, BPO-Sekretär und Ablehnung einer Reise nach Kuba. Nach Beschwerde beim FDGB mit dem Hinweis auf MfS-Entscheid, was aber nicht stimmte, wie ich herausbekam. Auch eine Entscheidung, die nicht nachvollziehbar war. Normalerweise hätte ich nach diesem "Vertrauensbeweis" mein Mitgliedsbuch hinschmeißen müssen. Dann hätte es vielleicht doch noch geklappt, weil dann nämlich ein paar Genossen in der Stadtbezirksleitung munter geworden wären. Aber nein, mich nur schwarz geärgert und den Schwarzen Peter dafür nicht der SED als Solche, sondern konkreten Personen zugeordnet.



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#52

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 09:11
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Boelleronkel im Beitrag #50
Zitat von seaman im Beitrag #49
P.S. wer ist Tante Ilse?

Tante Ilse ist ein Synonym für "Lieschen Müller"....

Aufbroeseln,damit meinte ich,die Aussage des Themenerstellers U.G.,was ihm widerfahren ist,bei seiner Lehreinstellung zu einem seemännischen Beruf.Darueber kann nur er berichten.

seaman



Ach soo,

"Die nicht gestellte Frage beantworte ich Dir gern....Jau, ich kenne ebenfalls das "Innenleben"des Zentralen Werbebueros der Handelsflotte....in aelteren Freds haben wir dies Thema schon einmal behandelt.
Nicht nur ich selbst,sondern rund 10 Leuts aus meinem persoenlichen Umfeld,die fast Alle schon in "fein aufgelisteten Blaettern"von Einschaetzungen zu den Personen etc....
Du kennst ja ebenfalls das gesamte Prozedere.

Was soll man sagen,einen schoenen Tag noch...ick muss mal wieder.
Gruessli BO





Diese Dinge kenne ich nun nicht.

seaman


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#53

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 09:20
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von seaman im Beitrag #47

Irgendetwas überlesen in meinen Beiträgen?

Zitat:
"Kenne diese Einstellungskriterien,habe mich damit intensiv befasst.
Das beinhaltete u.a. keine Westverwandtschaft 1.Grades.Intaktes Elternhaus.Einstellung zum Staat DDR. usw.
Da letztendlich die Bestätigung als Reisekader ins NSW vom MfS gegeben wurde,sind auch Erkundigungen am bisherigen Arbeitsplatz,Schule,Uni,evtl. bei der NVA und im persönlichen Umfeld vorgenommen worden."
Zitat Ende

Ansonsten geht es hier nicht um Tante Ilse aus Dresden die zum Geburtstag nach Hamburg will,sondern um junge Menschen die einen Beruf erlernen wollten,der mit ständiger Reisetätigkeit in das NSW verbunden war.

seaman



Das MfS hat keine Bestätigungen für Reisekader in das NSW gegeben. Es hat entweder begründete Einwände nach den Überprüfungen vorgelegt oder nicht.
Die letztendlichen Bestätigungen betreffender Personen als NSW-Reisekader erfolgten durch die Sekretariate der Kreisleitungen / Bezirksleitungen der SED (in Großstädten Stadt - bzw. Stadtbezirksleitungen) nach Vorlage durch die Kaderkommissionen der Partei. Das waren gesonderte Sekretariatsvorlagen, die unter VS erarbeitet und eingereicht wurden. Nach den Sekretariatssitzungen wurden diese Vorlagen in der VS-Stelle der betreffenden Kreis- bzw. Bezirksleitung archiviert.
Die Reisepässe für NSW-Reisekader wurden dann über die Reisestellen bei Kombinaten und über die Betriebsleitungen bei den zuständigen Pass- und Meldestellen der Volkspolizei beantragt und auch dort ausgestellt. Aufbewahrt wurden diese Reisepässe u.a. bei Kombinaten in den Reisestellen beim Büro des Generaldirektors. Sie wurden in Verbindung mit einem Dienstreiseauftrag an den Betreffenden ausgehändigt. Nach Beendigung der Dienstreise mußte der Reisepass mit Dienstauftrag und einem Reisebericht in der Reisestelle wieder abgegeben werden.

Bei der DSR wird es beim fahrendem Personal wohl etwas anders gehandhabt worden sein - denn das Seefahrtsbuch gehörte ja zur Berufsausübung.

Vierkrug


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#54

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 09:51
von Gelöschtes Mitglied
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Noch ergänzend.
Grundlage für jede Dienstreise in das NSW, wie auch in das SW, bildeten bestätigte Reisedirektiven, die auch nicht vom MfS abgesegnet wurden. Lediglich dem MfS zur Kenntnis gegeben wurden.
Inhalt dieser Direktiven, waren das Anliegen der Reise, d.h. Ziel -und Aufgabenstellung - wer unternimmt diese Dienstreise, Name, Tätigkeit bzw. Funktion - Reiseziel (Zielland und -orte) - welche Valuten werden benötigt und mitgegeben - welche Unterlagen dürfen migeführt werden usw. usf.
Gehörten mehrere Personen einer Dienstreisegruppe an, dann wurde in der Regel im Vorfeld festgelegt, wer die Verantwortlichkeit hat und führt.

Bei längerfristigen Aufenthalten, ga es noch gesonderte Festlegungen auch in Hinblick der Kontaktaufnahme mit den betreffenden diplomatischen Vertretungen in den Zielländern.

Vierkrug


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#55

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 10:19
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Vierkrug im Beitrag #53


Das MfS hat keine Bestätigungen für Reisekader in das NSW gegeben. Es hat entweder begründete Einwände nach den Überprüfungen vorgelegt oder nicht.
Die letztendlichen Bestätigungen betreffender Personen als NSW-Reisekader erfolgten durch die Sekretariate der Kreisleitungen / Bezirksleitungen der SED (in Großstädten Stadt - bzw. Stadtbezirksleitungen) nach Vorlage durch die Kaderkommissionen der Partei. Das waren gesonderte Sekretariatsvorlagen, die unter VS erarbeitet und eingereicht wurden. Nach den Sekretariatssitzungen wurden diese Vorlagen in der VS-Stelle der betreffenden Kreis- bzw. Bezirksleitung archiviert.
Die Reisepässe für NSW-Reisekader wurden dann über die Reisestellen bei Kombinaten und über die Betriebsleitungen bei den zuständigen Pass- und Meldestellen der Volkspolizei beantragt und auch dort ausgestellt. Aufbewahrt wurden diese Reisepässe u.a. bei Kombinaten in den Reisestellen beim Büro des Generaldirektors. Sie wurden in Verbindung mit einem Dienstreiseauftrag an den Betreffenden ausgehändigt. Nach Beendigung der Dienstreise mußte der Reisepass mit Dienstauftrag und einem Reisebericht in der Reisestelle wieder abgegeben werden.

Bei der DSR wird es beim fahrendem Personal wohl etwas anders gehandhabt worden sein - denn das Seefahrtsbuch gehörte ja zur Berufsausübung.

Vierkrug




Die Angehoerigen der zivilen Schifffahrt der DDR bekamen in ihr Seefahrtsbuch den sog.Sichtvermerk zum Überschreiten der Seegrenze der DDR.Das Seefahrtsbuch war ein Passersatz. Dieser Sichtvermerk wurde befristet erteilt.
Diese Passersatzgeschichte war womöglich in den Anfangsjahren der DDR entstanden,als die Reisemöglichkeiten von DDR-Bürgern stark behindert wurden.(Nichtanerkennung,Hallstein,Allied Travel Board-WB).
Zum Vergleich,als bundesdeutscher Seemann nutzte man zusätzlich zum Seefahrtsbuch den Reisepass.Konnte in Botschaften und Konsulaten weltweit die Anmusterung bestätigen lassen..
Der DDR-Seemann hatte sein Seefahrtsbuch immer in persönlichen Besitz,mit oder ohne gültigen Sichtvermerk zum Überschreiten der Seegrenze der DDR.Musste er auf dem Land -oder Luftweg die DDR-Grenze frequentieren,bekam er zum Dienstauftrag ein gesondertes Visum.Eine flexible Einsatzbereitschaft des DDR-Seemannes ließ auch keine langen kaderpolitischen Entscheidungsvorläufe zu.Abends bei der Familie z.b. in HRO und paar Stunden später in Hamburg oder im Flieger nach Afrika....

Wer nun für den 15-16 jährigen Jungseemann der DDR letztendlich die Bestätigung erteilte vermag ich nicht nachzuvollziehen.Fakt ist aber,wer ein Sichtvermerk nach Sicherheitsüberprüfung in seinem Seefahrtsbuch hatte bzw. verlängert bekam,lag letztendlich in Händen des MfS.

In einer aktualisierten Richtlinie des MfS ,der I/82,heisst es dazu:

"Zum Abschluß jeder Sicherheitsüberprüfung ist nach Einschätzung der zu überprüfenden Person auf der Grundlage der erarbeitenden und zusammengeführten Informationen die Entscheidung zu treffen,ob durch das MfS dem vorgesehenen Einsatz bzw. der Erteilung der Erlaubnis oder Genehmigung aus sicherheitspolitischen Gründen zugestimmt werden kann."

Über ein "NO" setzte sich dann keiner hinweg.
Begründet mussten und wurden diese Entscheidungen seitens des MfS nicht .Weder der DDR-Reederei gegenüber,noch dem betreffenden Seemann.

seaman


zuletzt bearbeitet 08.05.2013 10:19 | nach oben springen

#56

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 10:23
von schnatterinchen (gelöscht)
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Zitat von Vierkrug im Beitrag #53
|p251680]

Das MfS hat keine Bestätigungen für Reisekader in das NSW gegeben. Es hat entweder begründete Einwände nach den Überprüfungen vorgelegt oder nicht.
Die letztendlichen Bestätigungen betreffender Personen als NSW-Reisekader erfolgten durch die Sekretariate der Kreisleitungen / Bezirksleitungen der SED (in Großstädten Stadt - bzw. Stadtbezirksleitungen) nach Vorlage durch die Kaderkommissionen der Partei. Das waren gesonderte Sekretariatsvorlagen, die unter VS erarbeitet und eingereicht wurden. Nach den Sekretariatssitzungen wurden diese Vorlagen in der VS-Stelle der betreffenden Kreis- bzw. Bezirksleitung archiviert.
Die Reisepässe für NSW-Reisekader wurden dann über die Reisestellen bei Kombinaten und über die Betriebsleitungen bei den zuständigen Pass- und Meldestellen der Volkspolizei beantragt und auch dort ausgestellt. Aufbewahrt wurden diese Reisepässe u.a. bei Kombinaten in den Reisestellen beim Büro des Generaldirektors. Sie wurden in Verbindung mit einem Dienstreiseauftrag an den Betreffenden ausgehändigt. Nach Beendigung der Dienstreise mußte der Reisepass mit Dienstauftrag und einem Reisebericht in der Reisestelle wieder abgegeben werden.

Bei der DSR wird es beim fahrendem Personal wohl etwas anders gehandhabt worden sein - denn das Seefahrtsbuch gehörte ja zur Berufsausübung.







Seit wann hat die Stasi ihre Entscheidungen begründet? Wenn ja, wem bitteschön?

Das letzte Wort hatte doch immer die Stasi.

Das war ja das perfide, der DDR Bürger durfte sich nie sicher sein Reisen zu dürfen. Ausser als Rentner vielleicht.


zuletzt bearbeitet 08.05.2013 10:30 | nach oben springen

#57

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 11:26
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von Unner Gräzer im Beitrag #8
Was ich mit einem mal nicht mehr sehen konnte, wurde mir nicht gesagt. Wir wurden ja vor Abschluss des Lehrvertrages gründlichst untersucht, und gerade die Augen ganz besonders. Der alte Professor in Stralsund der mich untersucht hat, sagte mir unter vier Augen, daß bei mir alles i.O. ist, er mich trotzdem nicht fahren lassen darf. Ich sollte ohne großes Trara abserviert werden, weil ich nicht SED-Kandidat werden wollte (hab ich in einem anderen Thread geschildert).



Da waren die Augen offensichtlich noch gut genug. Kurze Zeit später dann nicht mehr?

Was wird dem UnnerGräzer hier eigentlich unterstellt - dass er an seinem Rechner sitzt und sich irgendwelche Geschichten ausdenkt weil er Langeweile hat?
warum?


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#58

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 11:48
von Gelöschtes Mitglied
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[quote=schnatterinchen]

Seit wann hat die Stasi ihre Entscheidungen begründet? Wenn ja, wem bitteschön?

Das letzte Wort hatte doch immer die Stasi.

Das war ja das perfide, der DDR Bürger durfte sich nie sicher sein Reisen zu dürfen. Ausser als Rentner vielleicht.[/quote]


Widerspruch, denn die führende Rolle im Staat und in der Gesellschaft der DDR hatte immer noch die SED und nicht das MfS. Das MfS bezeichnete sich zwar als Schild und Schwert der Partei, aber die Partei hatte letztendlich das Sagen.
Ein Beispiel. Leiter der MfS-Dienststellen, ob nun KD oder BV, wie auch das Ministerium konnten sich nicht über die zuständige Parteiführungsebene stellen. Die Mitarbeiter für Sicherheitsfragen bei den Kreis- und Bezirksleitungen der SED (hatten den Status eines Abteilungsleiters) unterstanden den jeweiligen
1. Sekretären und hielten nicht nur die Verbindung zu den betreffenden MfS-Diensstellenleitern.
Die jeweiligen Dienststellenleiter von KD und BV standen auch nicht den Kreis- bzw. Bezirkseinsatzleitungen vor, dass waren immer die 1. Sekretäre der KL und der BL der SED. Die Dienststellenleiter waren Mitglieder dieser Einsatzleitungen - auch bei der Sonderform der Koordinierunggruppen.

Einwände und Bedenken gegenüber bestimmten Personen mußten schriftlich begründet werden - ob Du es mir glaubst oder nicht - auch dafür gab es Bestimmungen und Regelungen - auch wenn man dem MfS in der DDR gerne alles unterjubeln möchte und es auch versucht.

Vierkrug


zuletzt bearbeitet 08.05.2013 12:10 | nach oben springen

#59

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 12:00
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von seaman im Beitrag #55
Zitat von Vierkrug im Beitrag #53


Das MfS hat keine Bestätigungen für Reisekader in das NSW gegeben. Es hat entweder begründete Einwände nach den Überprüfungen vorgelegt oder nicht.
Die letztendlichen Bestätigungen betreffender Personen als NSW-Reisekader erfolgten durch die Sekretariate der Kreisleitungen / Bezirksleitungen der SED (in Großstädten Stadt - bzw. Stadtbezirksleitungen) nach Vorlage durch die Kaderkommissionen der Partei. Das waren gesonderte Sekretariatsvorlagen, die unter VS erarbeitet und eingereicht wurden. Nach den Sekretariatssitzungen wurden diese Vorlagen in der VS-Stelle der betreffenden Kreis- bzw. Bezirksleitung archiviert.
Die Reisepässe für NSW-Reisekader wurden dann über die Reisestellen bei Kombinaten und über die Betriebsleitungen bei den zuständigen Pass- und Meldestellen der Volkspolizei beantragt und auch dort ausgestellt. Aufbewahrt wurden diese Reisepässe u.a. bei Kombinaten in den Reisestellen beim Büro des Generaldirektors. Sie wurden in Verbindung mit einem Dienstreiseauftrag an den Betreffenden ausgehändigt. Nach Beendigung der Dienstreise mußte der Reisepass mit Dienstauftrag und einem Reisebericht in der Reisestelle wieder abgegeben werden.

Bei der DSR wird es beim fahrendem Personal wohl etwas anders gehandhabt worden sein - denn das Seefahrtsbuch gehörte ja zur Berufsausübung.

Vierkrug




Die Angehoerigen der zivilen Schifffahrt der DDR bekamen in ihr Seefahrtsbuch den sog.Sichtvermerk zum Überschreiten der Seegrenze der DDR.Das Seefahrtsbuch war ein Passersatz. Dieser Sichtvermerk wurde befristet erteilt.
Diese Passersatzgeschichte war womöglich in den Anfangsjahren der DDR entstanden,als die Reisemöglichkeiten von DDR-Bürgern stark behindert wurden.(Nichtanerkennung,Hallstein,Allied Travel Board-WB).
Zum Vergleich,als bundesdeutscher Seemann nutzte man zusätzlich zum Seefahrtsbuch den Reisepass.Konnte in Botschaften und Konsulaten weltweit die Anmusterung bestätigen lassen..
Der DDR-Seemann hatte sein Seefahrtsbuch immer in persönlichen Besitz,mit oder ohne gültigen Sichtvermerk zum Überschreiten der Seegrenze der DDR.Musste er auf dem Land -oder Luftweg die DDR-Grenze frequentieren,bekam er zum Dienstauftrag ein gesondertes Visum.Eine flexible Einsatzbereitschaft des DDR-Seemannes ließ auch keine langen kaderpolitischen Entscheidungsvorläufe zu.Abends bei der Familie z.b. in HRO und paar Stunden später in Hamburg oder im Flieger nach Afrika....

Wer nun für den 15-16 jährigen Jungseemann der DDR letztendlich die Bestätigung erteilte vermag ich nicht nachzuvollziehen.Fakt ist aber,wer ein Sichtvermerk nach Sicherheitsüberprüfung in seinem Seefahrtsbuch hatte bzw. verlängert bekam,lag letztendlich in Händen des MfS.

In einer aktualisierten Richtlinie des MfS ,der I/82,heisst es dazu:

"Zum Abschluß jeder Sicherheitsüberprüfung ist nach Einschätzung der zu überprüfenden Person auf der Grundlage der erarbeitenden und zusammengeführten Informationen die Entscheidung zu treffen,ob durch das MfS dem vorgesehenen Einsatz bzw. der Erteilung der Erlaubnis oder Genehmigung aus sicherheitspolitischen Gründen zugestimmt werden kann."

Über ein "NO" setzte sich dann keiner hinweg.
Begründet mussten und wurden diese Entscheidungen seitens des MfS nicht .Weder der DDR-Reederei gegenüber,noch dem betreffenden Seemann.

seaman




Das ist mir auch alles bekannt und ich will getretenen Quark auch hier nicht noch breiter treten. Das MfS hatte nie ein "NO" - Vermerk getätigt. Wenn es Bedenken und Einwände gab, so mußten sie gegenüber der beantragenden Leitungs- und Führungsebene begründet werden - nicht gegenüber der betreffenden Person, die NSW-Reisekader werden sollte - die wußte oftmals garnicht, dass sie in die Reisekadernomenklatur aufgenommen werden sollte.

Aber bei der DSR wird sicherlich vieles anders gehabt worden sein, das will ich keinesfalls in Abrede stellen.
Und wenn mich nicht alles täuscht, ging es hier auch um die Fahrensleute.

Vierkrug


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#60

RE: Wer hat ähnliches erlebt?

in DDR Staat und Regime 08.05.2013 15:27
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #57
Zitat von Unner Gräzer im Beitrag #8
Was ich mit einem mal nicht mehr sehen konnte, wurde mir nicht gesagt. Wir wurden ja vor Abschluss des Lehrvertrages gründlichst untersucht, und gerade die Augen ganz besonders. Der alte Professor in Stralsund der mich untersucht hat, sagte mir unter vier Augen, daß bei mir alles i.O. ist, er mich trotzdem nicht fahren lassen darf. Ich sollte ohne großes Trara abserviert werden, weil ich nicht SED-Kandidat werden wollte (hab ich in einem anderen Thread geschildert).



Da waren die Augen offensichtlich noch gut genug. Kurze Zeit später dann nicht mehr?

Was wird dem UnnerGräzer hier eigentlich unterstellt - dass er an seinem Rechner sitzt und sich irgendwelche Geschichten ausdenkt weil er Langeweile hat?
warum?





Eben/Ebent....weil nicht wahr sein kann was nicht wahr sein darf !Sowatt jabs doch nich inne DDR,also wirklich,dann machen wir mal den Ironie Schalter wieder aus und bleiben ein bisschen bei den realen "Erfahrungen" die man in der "Verseuchten" Umgebung der DSR machen konnte.

Punkt um und Unnaer wirds vermutlich nur erfahren...insofern sein "Aktenmaterial noch halbwegs vollstaendig zu sichten ist und das kann ja noch ein bissle dauern.

Wie schon bei anderen Themen...kanns natuerlich auch manchmal weh tun....weil,ja weil eben manchmal Leuts unter dem Zutraegerpack waren,die einem sehr nahe standen,Einige eben viel zu nah.

Wer gurglen moechte und fuer Unnaer vielleicht ein kleiner Einblick in die Welt der DSR...guckst Du vielleicht bei Internetseite

Willkommen bei Funker Felix (Berufsverbote )

Sodann juuten Himmelsluch morjens

Gruessli BO


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