#661

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 09:18
von karl143 (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

mir fällt da ein ganz klassisches beispiel ein: in den 80´er jahren gab es plötzlich eine kanppheit an tabak (virginia-tabak) und auch bulgarien kam mit der lieferung von tabak nicht hinterher. die lieblingszigaretten wie: alte-juwel, cabinett, club, f6 wurden plötzlich nur noch unter dem ladentisch verkauft bzw. waren überhaupt nicht mehr erhältlich. in berlin- heinersdorf streikten die bauarbeiter deshalb. das mfs musste ran um zigaretten zu besorgen, aber nur weil die dortigen leiter dazu nicht in der lage waren.



da passt doch der Begriff "Bananenrepublik" wie der Deckel auf den Topf !


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#662

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 16:03
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow
Zitat von Berliner

Was hast Du in Sachen "Nebensaechlichkeiten" erlebt/gemacht ?

Hast Du es auch wie Mielke empfunden ?]


@berliner, erich mielke hat hier in seinen aussagen absolut recht. es gab soviele geheimdienstlich fremde aufgaben, weil sich andere staaliche stellen entweder nicht trauten oder versagten, das es hier den rahmen sprengen würde. viele staatliche leiter, die am ende mit ihren nerven waren, wandten sich bewusst an das mfs um etwas ändern zu können.

mir fällt da ein ganz klassisches beispiel ein: in den 80´er jahren gab es plötzlich eine kanppheit an tabak (virginia-tabak) und auch bulgarien kam mit der lieferung von tabak nicht hinterher. die lieblingszigaretten wie: alte-juwel, cabinett, club, f6 wurden plötzlich nur noch unter dem ladentisch verkauft bzw. waren überhaupt nicht mehr erhältlich. in berlin- heinersdorf streikten die bauarbeiter deshalb. das mfs musste ran um zigaretten zu besorgen, aber nur weil die dortigen leiter dazu nicht in der lage waren.
(@berliner, ich hoffe du fängst jetzt nicht an zu lachen ob der "probleme"...)

Hallo GW, guten Morgen aus den USA!

Vielen Dank fuer Deine ausfuehrliche Antwort, ich weiss Deine fachliche Kompetenz und Offenheit zu schaetzen.
Alles habe ich verstanden, nur den Satz am Ende nicht, "ob der probleme". Ob der Probleme was ? Ich komme einfach nicht mit, aber wuerde sehr gerne verstehen worauf Du hinauswillst, es scheint mir auf jeden Fall interessant zu sein...

Ich muss mir allerdings auch jetzt einen Kopf machen wieso das MfS in der Lage war, sovieles zu erledigen, wo die eigentlichen Zustaendingen machtlos dastanden ? Kamen da andere Faktoren ins Spiel, oder waren sie "zu faul oder zu bloed dazu" ? Klar, die Hinterfrage ist natuerlich wie dieses Phaenomen, "Maedchen fuer alles" ueberhaupt entstand. Es muss irgendwo, irgendwie seinen Anlauf haben...


Zitat von Alfred
Berliner,

also Bilder von Mielke hingen nicht überall, so meine Erinnerung.

Mielke war aber öfter im Fernsehen zu betrachten, so dass ER schon bekannt war.

So war Mielke bei Empfängen oder bei der Parade am 7. Oktober zu sehen.


Zitat von GilbertWolzow
Zitat von Berliner
ich haette noch eine Frage zu dieser Aussage von Mielke, aber ich glaube sie ist eine generelle Frage an Euch:

SPIEGEL: Warum waren Sie dann der am meisten gefürchtete Mann der DDR?

MIELKE: Also, ich habe ein anderes Gefühl. Ich habe mal gesagt: Ich kann meinen Kopf in den Schoß meiner Untertanen legen. Ich habe keine Angst vor den Menschen gehabt, so wie am 40. Jahrestag der DDR, als ich mich unter die Demonstranten gemischt habe.


Haette man Mielke erkannt, waere er unter die Bevoelkerung gegangen ? E.H. ist mir klar, ueberall hingen Bilder von ihm, er wollte erkannt werden, doch Mielke leitete eine geheime Organisation, da waere\'s vielleicht anders gewesen.


@berliner, ja erich mielke ist oft ohne personenschutz unterwegs gewesen. an seinem wohnort wandlitz hat er oft am wochenende die siedlung ohne begleitung verlassen, um spazieren zu gehen bzw. zu radeln. die dortige wache bekam strikten befehl, nicht zu melden, dass er das gelände verlässt, damit seine begleitung nicht mitkommt. tja, befehl ist befehl...

Hallo Alfred und GW, wieder viele morgendliche Gruesse aus den USA und ein herzliches Danke schoen von mir!

Ihr habt die Frage eigentlich sehr gut beantwortet, sowie sie dasteht, und ich danke Euch dafuer. Nun haette ich gerne gewusst, ob man im Gedraengel "diesen alten Mann" ueberhaupt erkannt haette ? Es ist das eine, alleine ins Gedraengel zu gehen, wo Du weisst dass Dich niemand kennt, voellig das andere wenn man eine Star-Qualitaet hat. Ich kann es mir halt nicht sehr vorstellen, dass die meisten dort "im Gedraengel" ihn als Chef des MfS erkannt haetten. Und das war einfach mein letzter zweifel, und ich danke Euch fuer die Antworten. (Um ehrlich zu sein, ich wuerde es auch nicht wissen, wuerde der Chef der CIA hier mir ins Gesicht spucken, aber mein "Fehler" ist dass ich mich nicht dafuer interessiere. Der Mann hat mir doch nichts getan, und deswegen ist er mir weniger relevant...).

Naja, vielleicht sind meine Sichtweisen hier ein bisschen eingeschraenkt, hier waere der umgepflantze Ami CaptnDelta wahrscheinlich viel besser.

Danke!
Berliner


zuletzt bearbeitet 27.08.2009 16:06 | nach oben springen

#663

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 16:29
von Augenzeuge (gelöscht)
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Hallo Berliner, "Jetzt geht es wieder rund- sprach der Papagei und sprang in den Ventilator.".

Nun dann will ich mal aushelfen. Der Ausdruck: ..ob der Probleme ist nicht ganz hochdeutsch- sorry GW. Ersetze das Wort "ob" mit "aufgrund" bzw. "wegen"- dann weißt du es.

Warum musste das MfS überall aushelfen? Es war einfach die Meinung des übermächtigen Vereins des MfS im Volke. Viele hatten einfach Angst eine unkonventionelle Entscheidung zu treffen, man könnte ja danebenliegen. Ich denke mit Blödheit hatte das nichts zu tun, nur damit, dass die meisten nicht an den aufrechten Gang gewöhnt waren- so hatte es Stefan Heym mal ausgedrückt. Freies Denken, freie Entscheidungen und Meinungen äussern- ohne Folgen erwarten zu müssen- all das war vom MfS in den letzten Jahrzehnten stark torpediert worden. Betriebliche Entscheidungen ohne den dummen Kommentar des oft unqualifizierten Parteisekretärs zu treffen, welche vielleicht das teilweise Hinwegsetzen über staatliche Vorschriften bedingten, das konnte man nicht, das traute man sich nicht. Die Menschen waren einfach unsicher. Ich könnte jetzt noch eine Seite darüber schreiben, welche Unsicherheiten viele hatten- in Bezug zu meiner Person, ein Ausreisewilliger. So hatte ich es erlebt. Die Macht der Partei und der politisch Stehengebliebenen war noch groß.

Zu Mielke. Nun, ich hätte ihn erkannt, aber ich bin sicher, die meisten nicht. Er war nicht so populär wie andere Politbüro-Mitglieder. Von Markus Wolf wusste ein DDR-Bürger bis Mitte der 80er kaum etwas.

Ich hoffe, alles ist etwas klarer geworden.

Gruß über den Teich vom Augenzeugen


zuletzt bearbeitet 27.08.2009 16:30 | nach oben springen

#664

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 17:17
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Augenzeuge
Ersetze das Wort "ob" mit "aufgrund" bzw. "wegen"- dann weißt du es.

Warum musste das MfS überall aushelfen? Es war einfach die Meinung des übermächtigen Vereins des MfS im Volke. Viele hatten einfach Angst eine unkonventionelle Entscheidung zu treffen, man könnte ja danebenliegen. Ich denke mit Blödheit hatte das nichts zu tun, nur damit, dass die meisten nicht an den aufrechten Gang gewöhnt waren- so hatte es Stefan Heym mal ausgedrückt. Freies Denken, freie Entscheidungen und Meinungen äussern- ohne Folgen erwarten zu müssen- all das war vom MfS in den letzten Jahrzehnten stark torpediert worden. Betriebliche Entscheidungen ohne den dummen Kommentar des oft unqualifizierten Parteisekretärs zu treffen, welche vielleicht das teilweise Hinwegsetzen über staatliche Vorschriften bedingten, das konnte man nicht, das traute man sich nicht. Die Menschen waren einfach unsicher. Ich könnte jetzt noch eine Seite darüber schreiben, welche Unsicherheiten viele hatten- in Bezug zu meiner Person, ein Ausreisewilliger. So hatte ich es erlebt. Die Macht der Partei und der politisch Stehengebliebenen war noch groß.

Zu Mielke. Nun, ich hätte ihn erkannt, aber ich bin sicher, die meisten nicht. Er war nicht so populär wie andere Politbüro-Mitglieder. Von Markus Wolf wusste ein DDR-Bürger bis Mitte der 80er kaum etwas.

Ich hoffe, alles ist etwas klarer geworden.

Gruß über den Teich vom Augenzeugen

vielen Dank, Augenzeuge!

tatsaechlich ist mir vieles klarer (klaerer ?) geworden. @GW, ob der Probleme, nein, darauf wollte ich NICHT hinaus. Das interessierte mich nicht, einfach weil es nicht Bestandteil meiner Frage war. Aber ich sehe da wie man so in ein Fettnaepfchen tritt...

@AZ, ja, irgendwie darauf wollte ich hinaus, in Bezug auf "Maedchen fuer alles", allerdings in eine leicht andere Richtung. Ich als Chef habe mehrmals erlebt, dass aus "politischen" Gruenden (und auch wegen meiner Persoenlichkeit), ich alles kontrollieren wollte. Wenn Du kompetent bist und der Chef etwas will, tust Du das auch. Du beschaffts Dir Aufsehen, Macht auch Kontrolle. Nur kann es sich ganz schnell ins Gegenteil umschlagen, wenn Du zuviel annimmst, oder wenn Du damit rechnen musst, dass die anderen Kollegen Deine "Einheimserei" nicht zu schaetzen wissen... Das war der Hintergedanke. Der Mann war ein control freak und ideologisch geblendet, und das hat dazu gefuehrt, dass er die ganze Macht an sich reissen wollte. Bis man abgeschossen wird...

Ich hoffe ich habe mich effektiv offenbart, aber diese muessen nicht meine Meinungen bleiben. Deswegen auch die Frage.
Berliner


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#665

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 19:51
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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In Antwort auf:
MIELKE: Also, ich habe ein anderes Gefühl. Ich habe mal gesagt: Ich kann meinen Kopf in den Schoß meiner Untertanen legen. Ich habe keine Angst vor den Menschen gehabt, so wie am 40. Jahrestag der DDR, als ich mich unter die Demonstranten gemischt habe.


Um ganz ehrlich zu sein:
So, wie ich Erich Mielke kennengelernt habe, und wie ich die Abläufe des Personenschutzes kenne, hat Mileke in diesem Satz (wenn er ihn so gesagt hat) nicht die Wahrheit gesagt. Warum?

1. Am 40. Jahrestag, dem 07.10.1989 war mein oberster Chef Erich Mielke für jedermann sichtbar im Fernshen auf der Festveranstaltung im Palst der Republik, zusammen mit Erich Honecker und Michail Gorbatschow, dem Politbüro und dem ZK. Allein das Protokoll dieser Veranstaltung hätte es nie und nimmer erlaubt, dass Mielke sich da auch nur länger als 5 Minuten (für's Pullern oder so...) verdrückt.

2. Nicht ein Mitarbeiter des Personenschutzes hätte ihn (auch nicht auf Befehl) allein vor den Palast der Republik gelassen, um sich unter die Demonstranten zu mischen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit rein dienstlich gesehen.

3. Zum Zeitpunkt dieser Aussage während dieses Interviews hat Mielke im Gefängnis gesessen. Er war über 80 Jahre alt und hat Dichtung und Wahrheit schon nicht mehr richtig auseinander halten können. Warum er auch immer die Behauptung aufstellt, sich unter die Demonstranten gemischt haben zu wollen, an diesem Tag wäre es ihm unmöglich gewesen (und ich behaupte an jedem anderen). Da war entweder der Wunsch der Vater des Gedankens oder er wollte sich vor dem "Spiegel" reinwaschen.

Wir lesen uns,
Thomas.


zuletzt bearbeitet 27.08.2009 19:57 | nach oben springen

#666

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 19:59
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Bunkerkommandant
In Antwort auf:
MIELKE: Also, ich habe ein anderes Gefühl. Ich habe mal gesagt: Ich kann meinen Kopf in den Schoß meiner Untertanen legen. Ich habe keine Angst vor den Menschen gehabt, so wie am 40. Jahrestag der DDR, als ich mich unter die Demonstranten gemischt habe.


Um ganz ehrlich zu sein:
So, wie ich Erich Mielke kennengelernt habe, und wie ich die Abläufe des Personenschutzes kenne, hat Mileke in diesem Satz (wenn er ihn so gesagt hat) nicht die Wahrheit gesagt. Warum?

1. Am 40. Jahrestag, dem 07.10.1989 war mein oberster Chef Erich Mielke für jedermann sichtbar im Fernshen auf der Festveranstaltung im Palst der Republik, zusammen mit Erich Honecker und Michail Gorbatschow, dem Politbüro und dem ZK. Allein das Protokoll dieser Veranstaltung hätte es nie und nimmer erlaubt, dass Mielke sich da auch nur länger als 5 Minuten (für's Pullern oder so...) verdrückt.

2. Nicht ein Mitarbeiter des Personenschutzes hätte ihn (auch nicht auf Befehl) allein vor den Palast der Republik gelassen, um sich unter die Demonstranten zu mischen. Das ist ein Ding der Unmöglichkeit rein dienstlich gesehen.

3. Zum Zeitpunkt dieser Aussage während dieses Interviews hat Mielke im Gefängnis gesessen. Er war über 80 Jahre alt und hat Dichtung und Wahrheit schon nicht mehr richtig auseinander halten können. Warum er auch immer die Behauptung aufstellt, sich unter die Demonstranten gemischt haben zu wollen, an diesem Tag wäre es ihm unmöglich gewesen (und ich behaupte an jedem anderen). Da war entweder der Wunsch der Vater des Gedankens oder er wollte sich vor dem "Spiegel" reinwaschen.

Wir lesen uns,
Thomas.



und selbst wenn er es getan hätte,was wollte er da tun?der stimme des volkes lauschen?da hätte er mal eher mit anfangen sollen.hätte schon gereicht auf seine eigenen leute zu hören


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#667

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 20:00
von Augenzeuge (gelöscht)
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Interessante Info und für mich auch glaubwürdig und nachvollziehbar. Nun, er kann die Tage verwechselt haben, z.B. mit der Demo Anfang November, als auch Markus Wolf so freudig bepfiffen wurde. Aber vielleicht äussern sich die anderen Experten noch...


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#668

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 20:07
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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In Antwort auf:
Nun, er kann die Tage verwechselt haben, z.B. mit der Demo Anfang November, als auch Markus Wolf so freudig bepfiffen wurde.


Mischa war zu dem Zeitpunkt längst im Ruhestand und Privatmann. Der konnte machen, was er wollte. Er war in kein Protokoll involviert und stand mit seinem Personenschutz nicht unter einer dienstlichen Order. Er kann teilnehmen, wo er will. Aber nicht der Minister, zu keiner Zeit. Auch wenn er es uns glauben machen möchte.


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#669

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 20:23
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Also SED Bonzen kam es nur zu gelegen,wenn Meldungen verbreitet wurden,die den MFS Chef Mielke als einen "Trottel" darstellten,der als
82jähriger in seiner Zelle mit Kindertelefonen spielte und von Vergangenheit,Gegenwart und der Zukunft nichts mehr mitbekomme.Was
war gespielt,was war ehrlich?



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#670

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 20:37
von Merkur | 1.021 Beiträge

Zitat von Bunkerkommandant
In Antwort auf:
MIELKE: Also, ich habe ein anderes Gefühl. Ich habe mal gesagt: Ich kann meinen Kopf in den Schoß meiner Untertanen legen. Ich habe keine Angst vor den Menschen gehabt, so wie am 40. Jahrestag der DDR, als ich mich unter die Demonstranten gemischt habe.


Um ganz ehrlich zu sein:
So, wie ich Erich Mielke kennengelernt habe, und wie ich die Abläufe des Personenschutzes kenne, hat Mileke in diesem Satz (wenn er ihn so gesagt hat) nicht die Wahrheit gesagt. Warum?


Thomas.


Erich Mielke war am 07.10.1989 definitiv vor Ort, also bei den Demonstrationen. Dies ist sogar fotografisch gesichert. Allerdings war er natürlich nicht allein, was er m. E. auch nicht behauptet hat.



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#671

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 21:12
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von Merkur
Erich Mielke war am 07.10.1989 definitiv vor Ort, also bei den Demonstrationen. Dies ist sogar fotografisch gesichert. Allerdings war er natürlich nicht allein, was er m. E. auch nicht behauptet hat.

@Merkur,
Um mal was zur Aufklaerung zu erfragen: Das war die "offizielle" Demonstration, bei der EM da war, nicht die "konterrevolutionaere" Demo, oder? Die "offiziellen" Demo's hatten IIRC - abseits der Hauptribuene - durchaus etwas Volksfestcharakter, mit Freibier und Bockwurst. Das der Mielke da mal mit 'reingeschaut hat ist fuer mich nachvollziehbar. Isses das wovon wir hier reden?

-Th


zuletzt bearbeitet 27.08.2009 21:13 | nach oben springen

#672

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 21:15
von Merkur | 1.021 Beiträge

Es war die "konterrevolutionäre" Demonstration, bei der Erich Mielke vor Ort war. Logischerweise nicht auf der Tribüne sondern am Straßenrand.



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#673

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 21:47
von Augenzeuge (gelöscht)
avatar

Ist ja interessant, Merkur. Wie war denn seine erste Reaktion? Hey, Bunker-Thommy, was sagst du nun?


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#674

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 21:55
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Ich frage mich nur, wie ein Mensch an zwei Stellen gleichzeitig sein kann?


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#675

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 22:06
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Bunkerkommandant
Ich frage mich nur, wie ein Mensch an zwei Stellen gleichzeitig sein kann?


aaach thomas, der minister konnte jederzeit über den volkskammerausgang, vorbei an der pimmelwand, auf die karl-liebknecht-str. treten und da tobte nun mal fast davor "das volk". keiner hätte den kleinen erich gehindert...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#676

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 27.08.2009 22:14
von Bunkerkommandant (gelöscht)
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Wenn ihr meint...
soll er doch ... aber garantiert nicht allein ohne PS!!!
So wie es sich anhört, er hätte sich unter das Volk gemischt oder so...vergesst es...


zuletzt bearbeitet 27.08.2009 22:16 | nach oben springen

#677

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2009 00:17
von Rostocker | 7.726 Beiträge

Mal ne Gegenfrage.Glaubt ihr wirklich oder daran.das sich auch heute ein Minister oder Ministerin frei ohne PS unters Volk bewegen kann? Wenn nicht,wo ist dann der Unterschied zu damals.Mal so gesehen,ist doch alles Rechtens.


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#678

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2009 00:53
von CaptnDelta (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker
Mal ne Gegenfrage.Glaubt ihr wirklich oder daran.das sich auch heute ein Minister oder Ministerin frei ohne PS unters Volk bewegen kann? Wenn nicht,wo ist dann der Unterschied zu damals.Mal so gesehen,ist doch alles Rechtens.

Rostocker
Ich glaub' da hat hier keiner das Gegenteil behauptet, mich deucht Du kaempfest gegen Windmuehlen wo keine sind.

Nachdem Gilbert W. allerdings bei der HA PS war glaub' ich ihm das wenn er sagt das der olle Mielke (oder auch Krenz) ab und zu ohne PS losgeduesst sind - auch weil's fuer die PS-Truppe warscheinlich leicht stressig wurde.

@Gilbert: Gibts da keine Anekdoten von Leuten die da ohne PS ausgebuechst sind? Z.B erkannt worden, oder vielleicht auch mal verlaufen? Gab's auch Leute mit Stammkneipen, die einfach ohne PS zum Skat-kloppen wollten?
-Th


zuletzt bearbeitet 28.08.2009 00:53 | nach oben springen

#679

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2009 08:37
von Augenzeuge (gelöscht)
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Mal eine andere Frage. Thema Agentenschleusen. Folgender Artikle stand im Focus. Hat schon mal jemand von der Grenzern erlebt, das ein Agent sich als Wessi gemeldet hat.......

Ein bizarres Pfadfinderspiel. Laut MfS-Anweisung sollten Spione, denen Enttarnung und damit Verhaftung im Westen drohte, ein Telegramm an eine Deckadresse absetzen. Inhalt: „Karla trifft am . . . um . . . Uhr bei Euch ein. Holt sie bitte vom Bahnhof ab.“ Der Hilferuf erreichte Oberstleutnant Stephan, Schleusungsexperte in Mielkes Berliner Hauptquartier. Sonderoffizier Stephan veranlaßte, daß über die im Raum Zicherie zuständige Grenzkompanie Jahrstedt der „bezeichnete Grenzabschnitt von Grenzposten frei“ gemacht wurde. Höchstpersönlich führte er den Heimkehrer durch die „konspirative Minengasse“.

Konspiration total. War eine Telegrammaufgabe in der Eile nicht möglich, hatte sich der „Kundschafter“ direkt bei den DDR-Grenzern unter dem Vorwand zu melden, er wolle als Westdeutscher in den SED-Staat übersiedeln. Das Stasi-Drehbuch weiter: „An diese Legende müssen Sie sich auch im weiteren Verlauf halten.“ Eine begründete Vorsichtsmaßnahme. Denn in der Grenzkompanie könne es geschehen, „daß Sie einer Befragung durch Offiziere der NVA-Grenze unterzogen werden, obwohl sie dazu nicht berechtigt sind“.


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#680

RE: Die Staatssicherheit der DDR

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 28.08.2009 11:41
von Merkur | 1.021 Beiträge

Natürlich hatte eine Reihe von IM im OG die Möglichkeit, sich bei Gefahr in die DDR abzusetzen. Im dargestellten Fall handelt es sich um eine Übertrittsstelle, nicht um eine Grenzschleuse.
Solche Übertrittsstellen bzw. Grenzschleusen gab es in allen Bereichen der Staatsgrenze bzw. der Grenze nach Westberlin.



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