#61

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 11:01
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Vielleicht noch "Neu Deli" für die Geschäfte hinter dem Centrum Warenhaus in der Liebknechtstr. ......?


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#62

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 11:35
von Rainman2 | 5.761 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #61
Vielleicht noch "Neu Deli" für die Geschäfte hinter dem Centrum Warenhaus in der Liebknechtstr. ......?

Hallo Nostalgiker,

der Name galt in der Republik ab 1978 (Lieferung von10.000 VW Golf) für ganz Ostberlin:
Neu Deli am Golfstrom

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#63

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 11:53
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #58
ich habe mir mal kurz vorgestellt diese 3 bisher vollgeschriebenen Seiten liest ein Historiker, welcher sich mit der Versorgungslage der DDR-Bevölkerung befasst, in ferner Zukunft. So in etwa 150 bis 200 Jahren ......
Welche Erkenntnisse würde er aus dem, was er liest, ziehen?

Der DDR Bürger war wild nach gezuckerter Kondensmilch! Der Besitz und Verzehr solcher stellte für ihn höchstes irdisches Glück dar und er nahm alle nur bekannten Anstrengungen auf sich um an das Objekt seiner Begehrlichkeit zu gelangen....

Gegen Ende der DDR, besonders in der Phase ab Nov. '89 bis Okt. 90 und dann noch im Ostteil des vereinten Landes bis '92/93 war es dem Bürger problemlos möglich sich für wenig Geld umfassend zu bewaffnen ......
Inwieweit das Angebot, von Schußwaffen mal abgesehen, auch gepanzerte Gefechts-Fahrzeuge, leichte bis schwere Attillerie, bis hin zu militärischem Fluggerät umfasste läßt sich so genau nicht mehr eruieren ......

Mal weg von der gezuckerten Kondensmilch die deren Besitzer wahrscheinlich mit der erworbenen/ertauschten Makarow verteidigten hin zum Thema.

Wie es sich für eine ordentliche Planwirtschaft gehört war das Gebiet der DDR in Versorgungszonen eingeteilt.
Das galt nicht nur für die sogenannten Waren des täglichen Bedarfs sondern auch für langlebige Konsumgüter, selbst für Bücher/Schallplatten etc. .....

Einfach dargestellt:
Berlin als Hauptstadt: Versorgungsstufe I
Bezirksstädte: Versorgungsstufe II
Kreisstädte: Versorgungsstufe III
der 'Rest': Versorgungsstufe IV
Ausnahmen: Sonderversorgungseinrichtungen staatlicher Organe
so ist das ganz einfach dargestellt. Natürlich gab es bei diesen Versorgungsstufen noch zig Ausnahmen ......

Eine Bezirksstadt im einer Industrieregion wurde besser versorgt als eine in von Landwirtschaft geprägten Region.
Eine Industrieregion konnte, mußte nicht zwingend, besser versorgt werden.
Fand in einer, meist Bezirksstadt, ein Event (Neudeutsch für Volksfeste etc.) statt, gab es Sonderversorgungen; meist Güter des täglichen Bedarfs .....

Bedarfe wurden umfassend geplant.
Berücksichtigt wurden Bevölkerungsstruktur; Anzahl, Alterstruktur etc., Kaufkraft und vieles mehr um eine 'bedarfsgerechte Versorgung' zu gewährleisten.

Was nicht immer berücksichtigt wurde und das war vor allem bei der Lebensmittelversorgung zu spüren, war eine saisonale Binnenbewegung der Bevölkerung, auch Urlaub genannt.
Besonders in Erinnerung ist mir der Fastzusammenbruch der Lebensmittelversorgung im Kreis Rügen im Sommer 1980 rum, genau kann ich mich an das Jahr nicht mehr erinnern aber da war es extrem .....

Engpässe, und/oder unterdimensionierte Bereitstellungen von Waren führte in der Regel zu einem Kaufverhalten welches folgendermaßen aussah: sehen, kaufen, dann überlegen wozu brauch ich das .....
Durch den starken Abkauf "rarer" Güter kam es zu einer zusätzlichen Verknappung und dadurch wiederum zum erhöhten Abkauf sollte sich solch ein Artikel mal in den Handel verirrt haben .....

Um Bedarfe an hochwertigen Konsumgütern zu befriedigen, immer im Rahmen der Kapazitätsgrenzen der produzierenden Betriebe, führte der Handel das sogenannte Bestellsystem ein. Autos lasse ich außen vor ......,
Dies führte zum Beispiel zu der absurden Situation das im Bezirk Neubrandenburg der 'Bedarf' an Tiefkühlgeräten fast identisch mit der Einwohnerzahl war und demzufolge weit über der tatsächlichen Anzahl vorhandener Haushalte lag.
Wenn ich von der Annahme einer 100%gen Versorgung pro Haushalt ausgehe .....
Ein anderes Phänomen war das es in den 80gern an simplen Schirmen mangelte .......
Offensichtlich hatte es die Jahre davor nicht so viel geregnet und dementsprechend gering war der Neukauf von Regenschirmen .....
Produktion runter, ist ja wenig Bedarf und prompt fing es an zu regnen ........

Ein weiters Handycap waren die sogenannten Verteilerschlüssel.
Besonders fiel mir das persönlich im Buchhandel auf.
Bücher um die sich Teile der Berliner Bevölkerung prügelten lagen in ländlicheren Gegenden wie Blei in den Buchhandlungen ......
Beispiel: "Fürsorgliche Belagerung" von Heinrich Böll. Im "normalen" Buchhandel in Berlin nicht zu bekommen, in Eisenhüttenstadt lag es Stapelweise ......
Im Falle von Literaturbeschaffungen wurden teilweise von mir Kanäle angezapft welche Zugriff auf den MdI Buchladen hatten, die Genossen dort hatten wohl andere Leseinteressen und so wurden mir ein ganzer Teil begehrter Bücher aus diesem Laden beschafft.

Von Büchern wird man nicht satt und Fahrten von Berlin in die Heimat, besonders zu Feiertagen, mutierten teilweise zu Lebensmitteltransporten .....
Der Kofferraum war meist voll damit, gut man hatte "Beziehungen" so war das Besorgen der Begehrlichkeiten nicht das große Problem .....

Farbfernseher für Eltern und Oma in Berlin gekauft und zu ihnen transportiert ......
So war das ......

Gruß
Nostalgiker



Nostalgiker, das ist wohl das Organigramm des sozialistischen Elends, ich nehme mal an, sehr treffend dargestellt aufgrund deine rwohl in der Vergangenheit erworbenen Kenntnisse in diesem Planungsmoloch.
Das hättet ihr doch viele einfacher haben können.

Als erste Massnahme den in den Genen von Sozis eingepflanzten Neidkomplex auf alle, die 5 Mark mehr hatten, abschalten.
Als zweite Massnahme private ( zwei geht nicht ohne inkraftsetzen von eins ) Produktionsmittel zulassen und die ungeheuren technologischen und wirtschaftlichen Ressourcen der Werktätigen der DDR heben durch materielle Anreize ( im Kapitalismus nennt man das Generieren von Erträgen ).
Als dritte Massnahme Rückzug der Einheitssozen-Partei auf ihre ureigenen Geschäftsfelder, das sind Parteiversammlungen, Verwalten von Mitgliedsgeldern, Ehrung von alten Kämpfern z. Karl L. und Rosa L.,evtll. auch Josef Wissarionnowitsch S aber nur für die Hardcore Sozen, weiterhin Träumen von alten Schlachten z.B. spanischer Bürgerkrieg.

Was glaubst du, wie nach Umsetzung dieses Kataloges die Post abgegangen wäre in der DDR ? Die hätten AltBundesrepublik übernehmen können, so wirtschaftlich stark wären sie geworden.


.
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#64

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 13:12
von 94 | 10.792 Beiträge

Mann! Die Kondensmilch war ja aber auch sowas von schweinelekker, besonders der Bodensatz. Da verbogs schonemal den Alulöffel beim Rauskratzen.
Bei den Büchern gabs zumindest in einigen Bezirksstädten noch eine bisher nicht erwähnte Sonderversorgungszone, die Läden hießen 'Das internationale Buch (Buch und Kunst)'.

Und hatten wir eigentlich schon die A&V-Läden? Die waren doch auch für eine gewissen 'Sonderversorgung' zuständig, odär?
Eine recht übersichtliche Aufstellung des verschieden Verkaufststellen beschreibt das DIW bereits Mitte der 80er in dem Heft 87/1985 'Konsumgüterversorgung in der DDR und Wechselwirkungen zum innerdeutschen Handel' aus der Schriftenreihe 'Beiträge zur Strukturforschung' ... http://books.google.de/books?id=mOxxvu7m9AAC&pg=PA288

Also keine Angst @Nosti, auch in 50 oder 100 Jahren wird es noch die Möglichkeit zu einem seriösen Quellenstudium geben.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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zuletzt bearbeitet 20.03.2013 13:13 | nach oben springen

#65

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 13:23
von schulzi | 1.757 Beiträge

a&v läden gab es auch ,in leipzig war es z.b. das ehemalige kaufhaus hollenkampf in der merseburger ecke lützner strasse und dan gab es in der hainstrasse in einen hinterhof das gebrauchtwarenhaus


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#66

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 13:52
von Fritze (gelöscht)
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Selbst eine mitunter sehr verträumte brandenburgische Kleinstadt hatte einen A&V. Dort gab es zu meiner Überraschung nicht nur sehr billige Lizensplatten sondern auch schon mal Originalschallplatten aus NSW. Ich erstand dort im Jahre 1984 eine indische Schwarzpressung von Pink Floyd.
Auch diverse CCR und Abba -Platten konnte ich wie durch ein Wunder dort finden.
@94 Dieser dicken süssen Kondensmilch waren einige Angehöhrige regelrecht verfallen.ich wurde schon mal angefleht,wieder meiner Oma in K.-M.-Stadt zu schreiben und um milde Dosengaben zu bitten.


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#67

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 15:36
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

In der Proskauerstrasse in Friedrichshain war mein Lieblings-A&V . Da gab es das japanische Autoradio für 1100-1200M . 250km weiter war die Wertschöpfung schon beachtlich. 1500M in Rostock auf dem Automarkt gab es ohne Feilschen. Das war schon eine echte Versorgungsoase.


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#68

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 17:03
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Der Schlüssel zu Allem war doch, etwas zum Anbieten zu haben, dann gab es keine größeren Versorgungsprobleme bzw. dann hatte jeder seine eigene Versorgungsoase. Kam man an eine Kiste Rosenthaler Kadarka ran, öffnete das einem so manches Ersatzteillager im IFA-Vertrieb. Hatte man das sehr begehrte Trabant-Geweih, war es ohne Probleme möglich, 5 Kisten Wernesgrüner Bier zu bekommen. Mit ein, zwei solcher Kistchen hatte man ruckzuck einen Werkstatttermin für eine komplette Karosserie-GR, usw. Das Nachsehen hatten die, die dann z.B. bei den Werstattterminen immer nach hinten geschoben wurden, sprich die, die niemanden kannten, der ihnen was tauschbares besorgen konnte. Das war eben der überlegene Sozialismus, der allerdings in der Theorie anders funktionieren sollte, aber von den Mächtigen in der DDR zu dem gemacht wurde, was er dann war.



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zuletzt bearbeitet 20.03.2013 17:04 | nach oben springen

#69

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 17:33
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

In Berlin gab es so einen Ersatzteilladen Trabant . Es gab Montag zur Öffnung Geweihe. Wenn dieses Teil jemand brauchte , war die Karre Schrott. Aber es gab 2Paletten. In der Schlange steht eine junge Frau. Sie fragt, was das denn sei. Einer antwortet: Das ist ein Geweih, absolute Rarität. Da hat das Mädel sich auch ein Geweih unter die Hand geklemmt.
Geweih: Das war ein Hauptteil der selbsttragenden Karosse, der frühestens nach 10Jahren vom Rost befallen war.
Das Teil kostete 38M aber im Freien Handel 150M . So wurden Marktlücken, Schwarzmarkt, Engpässe, Frust und Spekulation künstlich geschaffen. Das ist Psychologie und funktioniert in jeder Gesellschaftsordnung, aber den besten Nährboden gab es natürlich, in der besten aller deutschen demokratischen Republiken , weil Mangel in einer Planwirtschaft systemimmanent ist. Ohne Marktwirtschaft wird eben nicht nach Bedürfnissen produziert. Das ist einer der Gründe für den Zerfall der sozialistischen Idee. Man dachte echt , das man zentral die Bedürfnisse planen kann. Das hatte ich schon mit 15Jahren als Irrtum erkannt. Hat nur niemand auf mich gehört.


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#70

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 17:53
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Genau, @Eisenacher, kannst du dich noch erinnern, wie das mit den wartburg-Zylinderkopfdichtungen war ? Das Ding kostete keine 20 Ostmark, wurde aber zu Goldstaub bzw. zu 30 bis 50 Westmark, wenn man eine hatte. Bei uns gab es nie einen Wartburg, aber ne Kopfdichtung war immer im Haus. Ich hab irgendwo noch eine, wer eine braucht..., aber nur gegen West !



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#71

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 18:13
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Siehe furrys Vortext hier......"@Lebensläufer, nun hast Du es ja geschafft, über die "micheldeutschtumpen Muschkoten", die nicht in den Genuss bestimmter Versorgungsoasen (siehe Thema) kamen, den Bogen bis zum Erwerb einer Kalaschnikow zu schlagen.

Nein furry und Ja, der Muschkote stand wohl in deinem Text. Ich meine nur, die ganzen jungen Kerle damals in den Kasernen der GSSD waren einfach nicht so doof, (dümmer als wir junge DDR-Grenzsoldaten damals ) um als Muschkote durchzugehen. So einfach wollte ich das verstanden wissen, wenn ich es bemängele.

Wir sind zwar voll OT aber Irgendwo schrieb ich das schonmal. In einem anderen Forum habe ich einmal eine Aufstellung gesehen, was im Leipziger Raum(damals Bezirk Leipzig) und nicht nur da an komplizierter Technik(siehe Raketen usw) herumstand.Um diese Technik zu bedienen, sie auch ins Ziel zu bringen kann es einfach nicht nur "dumme primitive Muschkoten" in den Kasernen gegeben haben. Ich denke, damit ist gesagt, was ich mit diesem unsäglichen Begriff gemeint habe.

Lebensläufer


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#72

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 18:14
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

In Lodz kam die Kopfdichtung für den Wartburg 15M. In Ketzin auf dem Flohmarkt habe ich 10Stück in 30min. für 150M das Stück verkauft. Da kam dann noch der ABV von Ketzin in Uniform und hat 2Stück nachbestellt.


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#73

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 18:21
von Fello | 28 Beiträge

Hallo,
ich habe von 1965-1066 in Kirstingshorf /Oberzella in der Rhön gedient. In meinem Wohnort ( ehemaliger Bez. Halle) wurde zu dieser Zeit die Butter wöchentlich zugeteilt. Hatte ich Aussicht auf Kurzurlaub, habe ich mich vorher in Dorndorf mit Butter eingedeckt und mit nach Hause genommen. In dieser Region war nichts von Rationierung zu spüren.

Fello


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#74

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 19:00
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #72
In Lodz kam die Kopfdichtung für den Wartburg 15M. In Ketzin auf dem Flohmarkt habe ich 10Stück in 30min. für 150M das Stück verkauft. Da kam dann noch der ABV von Ketzin in Uniform und hat 2Stück nachbestellt.


Na dann ist es ja nicht verwunderlich, daß die DDR untergegangen ist. Wenn sogar die Vertreter der Staatsmacht in diese westlich-dekadenten Handelsweisen involviert waren .



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#75

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 19:11
von Eisenacher | 2.069 Beiträge

Kopfdichtungen waren auch gut für Heimaturlaub bei der NVA. Ich war 15mal während meiner 589Tage zu Hause. Eine Hand wäscht die Andere.


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#76

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 19:44
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Du Glückspilz Eisenacher, mehr fällt mir zu deinem Vortext einfach nicht ein. Doch halt, ich war ein Kurzurlaubsglückspilz, zumindest als Gefreiter, meine Liebeslaube in Boizenburg verschaffte meiner jungen Frau und mir einige wunderschöne Wochenenden....na, ich schweige lieber noch leicht Altherrenerotisch angehaucht.

Lebensläufer


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#77

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 21:48
von Harra318 | 2.514 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #75




Unsere damaligen Genossen, in dem sozialistischen Betrieb in dem ich gearbeitet habe, hatten dieses hier dargestellte“ Emblem“ auch als Anstecker im kleinen Format. Meist bei politischen Anlässen trugen sie es an ihrem Jackett. Bei uns, als politische Gegner des Sozialismus, wir nannten es im Fachjargon: "Das Ochsenauge“.()
Als am 7.Oktober 1989 schon abzusehen war das es die DDR nicht mehr lange geben wird,(?) oder zumindest etwas darauf hinweist das Turbulenzen in diesem Land angesagt sind, habe ich meinem Kollegen unter vier Augen gesagt, dein Ochsenauge was du dort trägst kannst du schon mal abmachen. Er antwortete mir, "das bleibt dran bis zum Schluss". (Er brauchte es nicht mehr lange zu tragen).
Gruß Harra


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#78

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 22:15
von Unner Gräzer | 399 Beiträge

Zitat von Eisenacher im Beitrag #75
Kopfdichtungen waren auch gut für Heimaturlaub bei der NVA. Ich war 15mal während meiner 589Tage zu Hause. Eine Hand wäscht die Andere.



Das ist bis heute so geblieben, viele der damaligen Genossen sitzen heute wieder in öffentlichen Ämtern und kungeln nach wie vor weiter rum. Die müssten eigentlich ihre Bonbons wieder anstecken :



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#79

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 22:36
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Die letzen beiden Beiträge sind sowas von primitiv, da schüttelt es mich nur .....


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

schulzi hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: "Versorgungsoasen"

in Leben in der DDR 20.03.2013 23:03
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Meine Trabbi-Beziehungen hatten sich fast wie von selbst ergeben. Der Meister und Inhaber (Gitter in EF) fragte mich eines Tages etwa so: "Sag mal, Du arbeitest doch in der Bude, wo der Kitt für die Scheiben herkommt ?". "Ja". Es ergab sich daraus eine hervorragende Zusammenarbeit. Es waren die verschiedensten Abdichtkitte für PKWs, die in dieser Branche eingesetzt wurden und von denen die Kunden meist nie so viel bekamen wie sie benötigten (Chemisol ..., Chemiplast ... u s.w.). Aber ich konnte das Zeug in der Absatzabteilung selbst kaufen, als Kleinkunde und Firmenangehöriger. Das ging so weit, daß mir die Werkstatt von einem Tag zum Anderen ein Ersatzgetriebe eingebaut hat, weil das kaputt ging und wir in Urlaub fahren wollten.
Ganz klar, Beziehungen waren in der DDR wichtig, um an viele Dinge zu kommen, die zwar nicht lebens- und existenzwichtig sind, aber das Leben ungemein verbessern und verschönern. Heute sind Beziehungen nicht weniger wichtig. Nicht, um an Waren und Dienstleistungen zu kommen, heute geht es z.B. um einen Arbeitsplatz und das ist schon nicht unwichtig für die Wahrung der sozialen Stellung. Vitamin B, diese Bezeichnung kenne ich eigentlich erst, seit es hier den Westen gibt und das wird seinen Grund haben.
Ja, ich weiß, daß jetzt vielleicht ein Schlaumeier kommt und sagt, daß ein Studienplatz auch in der DDR was mit Beziehungen zu tun hatte oder einen Druckposten in einer Behörde zu erhalten, aber die Auswirkungen und Gründe von Beziehungen DDR und Alt-BRD waren schon deutlich unterschiedlich.



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