#1

Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 12:17
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Ich hab nun überall fleißig gelesen und nichts gefunden, was meinem neuen Forenthema in die Quere kommen könnte. Falls doch, dann bitte ich die Administratoren schon mal vorab, es entsprechend zu verschieben.
Also: Bei uns im Grenzabschnitt gab es mehrere sogenannte Verewigungsstellen.
Eine, die für mich beeindruckendste, war ein alter "Schäferwagen" im Bereich links der Morichtschlucht. Dort hatten schon etliche Jahrgänge ihre Kragenbinden, brauen Tassen, Gängeruhren, Löffel, Gedichte, Zeichnungen und Bandmaßbehälter sehr dekorativ hindrapiert. Man konnte diesen Schäferwagen nur aufsuchen, wenn man genau wußte, daß weder der Weilröder Spieß noch GAKLs im Abschnitt waren. Die haben den Wagen auch gerne besucht und sich vielleicht selbst dort verewigt. Ein Besuch des Nachts war überaus spektakulär, vor allem wenn man die Ausstattung noch nie gesehen hatte und alles nur im Taschenlampenlicht angestrahlt wurde.
Eine andere Verewigungsstelle war in einem hohlen Wurzelstumpf einer in meiner Erinnerung sehr dicken Buche rechts vom Grenzknick in Richtung Mackenrode. Dort drin steckten ganz sehr viele der bewußten Zigarren-Glasröhrchen, teilweise alt und schon kaputt, aber auch Leuchterhülsen, Bandmaßbehälter und ähnliche Behältnisse, die meisten angefüllt mit guten Wünschen für die nachfolgenden Gänger.
Eine andere Verewigungsstelle war ein Baum irgendwo im Abschnitt, benagelt mit Kragenbinden, leider hab ich komplett vergessen, wo dieser war. Eventuell in Richtung Jützenbach...

Wer kennt noch diese oder ähnliche Verewigungsstellen?

Das "Verewigen" fand mittels Inschrift (einritzen, einbrennen, berußen, Kugelschreiber...) auch auf allen anderen möglichen und unmöglichen Postenplätzen, in der Eisenbahn, an der Bushaltestelle und wasweißichnochwo statt.
Es wurde die Zahl der noch zu dienenden Tage (z.B. 43+h) angegeben und der Gängername, der nichts mit dem Spitzname in der GK zu tun hatte. Der Gängername wurde sogar eher geheimgehalten, damit nicht Spieß, GAKLs und andere auf den Verewiger schließen und vielleicht Repressalien hätten einleiten können. Er war eigentlich nur dem Pate und ganz guten Kameraden vom Grenzdienst bekannt.

HG 82/I
Olsen


zuletzt bearbeitet 17.03.2013 12:54 | nach oben springen

#2

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 12:24
von Gelöschtes Mitglied
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Diese Prozedur ist mir auch noch bekannt.
Wird wohl so ziemlich überall am Kanten gängig gewesen sein.
Nur "Meine Verewigungsstelle" würde ich wohl nicht mehr finden.........

Gruß ek40


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#3

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 12:39
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Ich habe mich vermutlich nirgends markiert, denn mir fällt gerade nichts ein, was ich da hätte einritzen sollen. Vielleicht allgemein EK 83 II, aber nüscht persönliches. Mir war sogar das Ritual mit der Abgangszigarre entfallen, bis ich hier davon las. Klar, mein Röhrchen habe ich irgendwo begraben, aber ansonsten kann ich mich an nichts derartiges erinnern. Auf meine Kragenbinden warteten zu Hause schon Bekannte. Ich selber hatte auch welche von Freunden bekommen.


EK 83 II
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#4

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 12:53
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Klar, Kragenbinden waren begehrt. Da brauchte man nicht so oft selber waschen, wenn man mehr hatte als zur Standardausrüstung strukturmäßig gehörte. Ich weiß gar nicht mehr, wieviele das waren.
Aber einige fielen immer ab und manche machten aus der "Verewigerei" einen regelrechten Kult!
Wir haben in jedem DHJ eine Kragenbinde geopfert, damit sich die Kameraden der Gruppe darauf verewigen konnten. Diese Binde wurde auch nicht ins Gebiet genagelt, sondern aufgehoben.
Naja, da hatte wahrscheinliche jedes Gebiet seine eigenen Rituale!

Mit den Bandmaßbehältern war das auch so eine Sache.
Der Ausgangsbandmaßbehälter wurde in der Regel aufgehoben, der Dienstbandmaßbehälter zur letzten Schicht im Gebiet gelassen. Manche warfen ihre Behälter so auf den K6, daß sie für die nachfolgende Kontrolle sichtbar, aber nicht erreicht- bzw. entfernbar waren, sozusagen als Belobigung!
Die Schnipsel des Dienstbandmaßes wurden gesammelt und zum Heimgang aus dem "heim"-fahrenden LO geworfen, die Schnipsel des Ausgangsbandmaßes wurden nach Hause geschickt und eine Sektflasche damit beklebt.

Die moderne Form dieser Verewigungen nennt sich wahrscheinlich geo-caching!!!

HG 82/I
Olsen


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#5

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 12:57
von suentaler | 1.923 Beiträge

In unserem Abschnitt gab es auch zwei solcher Stellen, an denen sich die "Alten" verewigten.
Deshalb hießen diese Stellen bei uns "Altengräber".
Dort wurden persönliche Gegenstände an die Bäume genagelt, wie z.B: Kragenbinden, Besteckteile, Badelatschen, Reste des Bandmaßes, Schulterstücke, u.ä., außerdem wurde das Abgangsjahr in die Baumrinde geritzt. Manche waren da sehr kreativ.
Diese Altengräber wurden von den Nachfolgern dann gern gesucht und besucht.
Aber auch der Polit interessierte sich dafür und ließ die Gräber wieder entfernen.


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
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MfG Suentaler
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[gruen]Leider kann ich nicht auf die mich erreichenden PN's antworten.
Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#6

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 13:04
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Hallo suentaler,

anhand des Bildes vermute ich, daß Du eine solche Verewingsstelle auch später nochmal aufgesucht (oder zufällig gefunden) hast.

HG 82/I
Olsen


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#7

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 13:08
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Ich hatte nur ein Bandmaß. Einzig was ich noch weiß, es musste unbedingt ein Gewebtes sein. Igelit war verpönt, außerdem fehlte da der Goldzahn. Was für ein Behälter ich damals hatte ist mir auch entfallen. Ich weiß nicht mal, wo ich den her hatte. Unser Polit hatte im Schrank seines Dienstzimmers ne Karton voll, mit alle möglichen Motiven. Es kann sein, dass ich mich da mal bedient habe.


EK 83 II
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#8

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 13:16
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Also Eigen-Bandmaßbehälterbau war bei uns Pflicht und wurde streng überwacht. Die Gewebebänder waren gefragt wegen der Stabilität (häufiges Belobigen führte zu starken Abnutzungen) und wegen des Goldzahnes.
Die Kunststoffbänder waren auch gefragt für den Bau von Mini-Bandmaßen. Diese wurden aus Kleinbild-Filmpatronen gemacht und es kam nur die abgezogene gelbe Lage des Kunststoffbandes hinein, eng gerollt.
Ich wiederhole mich, aber weiß einer noch, wie die Bemalungsregeln für die Bandmaße waren?

HG 82/I
Olsen


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#9

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 13:31
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #6
Hallo suentaler,

anhand des Bildes vermute ich, daß Du eine solche Verewingsstelle auch später nochmal aufgesucht (oder zufällig gefunden) hast.

HG 82/I
Olsen




Na sagen wir mal, ich habe sie aufsuchen lassen.

Wenn man weiß, wo man suchen muß, findet man heute dort noch an vielen Bäumen die EK-Daten.
Für Geo-Cacher hier 51°52'58.32"N 10°38'53.42"E
Viel Spaß beim suchen.


PS: Die Bandmaßbehälter wurden bei uns oft geerbt und dann weitervererbt.


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
Noch nicht einmal einen Grund konntet ihr angeben.
Andersdenkende mundtot machen - wie erbärmlich - selbst für euch ![/rot]
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MfG Suentaler
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Man kann mich aber direkt unter suentaler@emailn.de anschreiben.[/gruen]
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#10

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 13:48
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #8

Ich wiederhole mich, aber weiß einer noch, wie die Bemalungsregeln für die Bandmaße waren?




Grün war denke ich, der Abgangswochentag.


EK 83 II
OlsenWeilrode hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 17:13
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Abgangswochentag grün bemalen hätte ja bedeutet, daß man 150+ Tage vor der Entlassung schon ganz genau gewußt hätte, wann man entlassen wird. Das war bei uns, wenn ich mich recht entsinne, nicht so. Schon die alten Gefreiten (das DHJ vor uns) haben immer viel hin und her gerechnet und philosophiert, was sie machen, wenn sie an diesem oder jenem Wochentag entlassen werden.
Ich schätze, wir haben es ganz genau erst so ca. 14 Tage vor der Entlassung erfahren.

HG 82/I
Olsen


zuletzt bearbeitet 17.03.2013 19:30 | nach oben springen

#12

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 18:20
von derpae.der99 | 107 Beiträge

Tja wenn das so war, ist mein Gedanke natürlich falsch.


EK 83 II
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#13

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 18:27
von pio85 | 6 Beiträge

Hallo zusammen.Im Gebiet der GK wo ich diente ,gab es auch eine solche Stelle.Diese nannte sich Uhrenbaum und hing voller Taschenuhren der EK.
Ich selber war Pionier und habe mich in so manchem Beton verewigt.


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#14

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 18:39
von suentaler | 1.923 Beiträge

Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #11
Abgangswochentag grün bemalen hätte ja bedeutet, daß man 150+ Tage vor der Entlassung schon ganz genau gewußt hätte, wann man entlassen wird. Das war bei uns, wenn ich mich recht entsinne, nicht so. Schon die alten Gefreiten (das DHJ vor uns) haben immer viel hin und her gerechnet und philosophiert, was sie machen, wenn sie an diesem oder jenem Wochentag entlassen werden.
Ich schätze, wir haben es ganz genau erst so ca. 14 Tage vor der Entlassung erfahen.

HG 82/I
Olsen



Ich denke mal, wir wußten schon, wann wir entlassen werden, sonst hätte das ganze Bandmaß keinen Sinn gemacht.
Wie hätten wir sonst wissen sollen, wann Anschnitt ist, 150 Tage vorher .


[rot]Vielen Dank für die Sperrung.
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MfG Suentaler
.
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#15

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 19:14
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zitat von derpae.der99 im Beitrag #12
Tja wenn das so war, ist mein Gedanke natürlich falsch.


Zweifel ist der Anfang der Weisheit (altes Sprichwort von überall)

Ich denke nicht, daß Deine Gedanke völlig aus der Luft gegriffen ist.
In den Führungsstäben (Vielleicht kann sich da mal ein früherer Offizier dazu äußern?) wird es schon organisatorisch genau festgelegt gewesen sein, wer-wann-wo zu sein hat. Nur bis unten durchgesickert ist es nicht. Oder wurde bewußt verschleiert...
Hat denn Dein Entlassungstag mit der Bemalung übereingestimmt?

HG 82/I
Olsen


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#16

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 19:23
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Zitat von suentaler im Beitrag #14
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #11
Abgangswochentag grün bemalen hätte ja bedeutet, daß man 150+ Tage vor der Entlassung schon ganz genau gewußt hätte, wann man entlassen wird. Das war bei uns, wenn ich mich recht entsinne, nicht so. Schon die alten Gefreiten (das DHJ vor uns) haben immer viel hin und her gerechnet und philosophiert, was sie machen, wenn sie an diesem oder jenem Wochentag entlassen werden.
Ich schätze, wir haben es ganz genau erst so ca. 14 Tage vor der Entlassung erfahen.

HG 82/I
Olsen



Ich denke mal, wir wußten schon, wann wir entlassen werden, sonst hätte das ganze Bandmaß keinen Sinn gemacht.
Wie hätten wir sonst wissen sollen, wann Anschnitt ist, 150 Tage vorher .


Und ich denke mal, wir haben gehofft, an dem selbst ausgerechneten Tag auch entlassen zu werden.
Einige hatten in der ganzen Dienstzeit nicht halb soviel Schiß vor Dienstvergehen wie in den letzten Tagen, damit sie nicht zum Nachdienen verdonnert wurden. Ich weiß nicht, ob das DV-mäßig überhaupt so ohne Weiteres möglich gewesen wäre, aber die Angst war jedenfalls da. Bei groben Verstößen hätte es sicherlich kein Pardon gegeben, sicher auch abhängig von der Art des Verstoßes und der Mentalität von KC, ZF und Polit...

Die letzten 10 (+/-) Tage wurden sowieso nicht mehr geschnitten, da war alles egal. In der Kompanie sitzen, Kuchen essen, Rauchen und auf das Kommando "Kompanie Schutzabgabe" warten.

HG 82/I
Olsen


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#17

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 19:38
von PF75 | 3.292 Beiträge

Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #16
Zitat von suentaler im Beitrag #14
Zitat von OlsenWeilrode im Beitrag #11
Abgangswochentag grün bemalen hätte ja bedeutet, daß man 150+ Tage vor der Entlassung schon ganz genau gewußt hätte, wann man entlassen wird. Das war bei uns, wenn ich mich recht entsinne, nicht so. Schon die alten Gefreiten (das DHJ vor uns) haben immer viel hin und her gerechnet und philosophiert, was sie machen, wenn sie an diesem oder jenem Wochentag entlassen werden.
Ich schätze, wir haben es ganz genau erst so ca. 14 Tage vor der Entlassung erfahen.

HG 82/I
Olsen



Ich denke mal, wir wußten schon, wann wir entlassen werden, sonst hätte das ganze Bandmaß keinen Sinn gemacht.
Wie hätten wir sonst wissen sollen, wann Anschnitt ist, 150 Tage vorher .


Und ich denke mal, wir haben gehofft, an dem selbst ausgerechneten Tag auch entlassen zu werden.
Einige hatten in der ganzen Dienstzeit nicht halb soviel Schiß vor Dienstvergehen wie in den letzten Tagen, damit sie nicht zum Nachdienen verdonnert wurden. Ich weiß nicht, ob das DV-mäßig überhaupt so ohne Weiteres möglich gewesen wäre, aber die Angst war jedenfalls da. Bei groben Verstößen hätte es sicherlich kein Pardon gegeben, sicher auch abhängig von der Art des Verstoßes und der Mentalität von KC, ZF und Polit...

Die letzten 10 (+/-) Tage wurden sowieso nicht mehr geschnitten, da war alles egal. In der Kompanie sitzen, Kuchen essen, Rauchen und auf das Kommando "Kompanie Schutzabgabe" warten.

HG 82/I
Olsen



Also wir hatten noch bis 2 Tage vor entlassung normalen Dienst,da war nix mit rumsitzen.


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#18

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 20:13
von home63 | 85 Beiträge

Ich kenne das auch, nur bei uns hieß das E-Grab.


Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr


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#19

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 23:21
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Ich hatte bei meinen Grenzgängen voriges Jahr mal etwas gesucht, leider nicht viel gefunden ausser nur noch wenige Stellen wo man sah das dort mal etwas geritzt war.
Die Zeit hat das halt auch schon verändert, die Wunden in den Baumrinden sind verheilt.

Sonst hab ich nichts gefunden, keine Löffel in den Bäumen oder dergleichen.

Besondere Stellen hatten wir selber nicht, dass war halt mit der EK Bewegung in den Bataillionskompanien nicht so gefestigt.
Uns fehlte ja auch der Bezug zu festen Grenzabschnitten daher gabs auch keine speziellen Stellen.

Ich hatte nur ein Massband, auch ohne Behälter, dass hab ich auch noch zu Hause, da wurde nie was abgeschnitten, mir war das alles irgendwie unwichtig.
Kragenbinden hab ich auch noch und meine Schulterstücken von der Ausgangsuniform.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#20

RE: Verewigungsstellen

in Grenztruppen der DDR 17.03.2013 23:30
von OlsenWeilrode | 191 Beiträge

Einige von uns drittem DHJ haben auch noch so bissel Grenzdienst gemacht, manche haben sich regelrecht darum gerissen.
Einerseits um der Langeweile zu entgehen, andererseits auch, um noch bestimmte Dinge im Gebiet zu erledigen.
Seit der Umstellung auf K-Sicherung war in unseren Augen sowieso alles irgendwie "planlos". Manche Schichten gingen nur zwei Stunden, andere hatten dreimal hintereinander 24 Stunden A-Gruppe oder Objekt-Wache auf der Grenzwache Silkerode (ich rede jetzt nicht von den letzten zehn Tagen, daran kann ich mich fast nicht mehr erinnern). Wir haben freiwillig die Sturmbahn geharkt, den Fuhrpark geputzt, das Außengelände in Ordnung gebracht, Kohlenhaufen umgeschaufelt und geraucht, geraucht, geraucht. Abends Filme geguckt...

So beim Schreiben fällt mir ein, daß etliche unseres dritten DHJ sogar kurz vor der Entlassung noch versetzt wurden. Warum und wohin weiß ich nicht, allerdings kamen dann auch schon einige Tage vor unserer Entlassung die ersten Bunten, teilweise nur Vierteljährige. Ich war mit etwa zehn Gefreiten und dem Technik-Trupp auf der Kompanie geblieben als Fuchs der Einheit und habe mich bald zu Tode gewundert, als ich von den Bunten gegrüßt und mit "Sie" angeredet wurde. Fast DV-mäßig.
Seitens der Kompanieführung wurde streng darauf geachtet, daß es möglichst keine Kontakt zwischen den letzten "Alten" aus Weilrode und den Neuen gab, damit wir ja keine "Erfahrungen/Informationen" hätten weitergeben können.
Das war meiner Meinung nach alles der Erprobungsphase des neuen Sicherungssystems geschuldet.

HG 82/I
Olsen


zuletzt bearbeitet 17.03.2013 23:40 | nach oben springen


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