#81

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 14:01
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo


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#82

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 14:19
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #81
Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo

Ist ziemlich dünnes Eis, glaube ich, Theo!

Wenn man unterstellt, dass Filme, die sich einer realen bzw. historisch halbwegs realen Umgebung bedienen wollen, auch letztlich nur Fiktionen sind, dann wird jeder Film zum Tarantino-Film. Der große Unterschied hier ist aber, dass Tarantino bewusst fiktionale Welten erschafft, in denen er seine Heldinnen und Helden nach belieben agieren lässt. Diesen Freiraum gönnen sich andere Filme nicht. Sie erlegen sich die Grenzen der Zeit und die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Menschen auf. Dass da vielleicht mal ein paar Szenen ausrutschen - nunja, jeder Film wird auch als Kind seiner Zeit, also auch mit entsprechenden Bilderwartungen, gedreht. Davon emanzipiert sich "Unsere Mütter, unsere Väter" nicht. Der Film ist auch ein Produkt unseres Zeitgeschmacks. Aber, im Versuch, die Konflikte der Figuren in einem halbwegs realen Umfeld ablaufen zu lassen, ohne dass immer gleich moralische Zeigefinger die Szenerie aufspießen, ist der Film nach meiner Auffassung achtbar und brauchbar.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


Schuddelkind und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#83

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 14:27
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #82
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #81
Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo

Ist ziemlich dünnes Eis, glaube ich, Theo!

Wenn man unterstellt, dass Filme, die sich einer realen bzw. historisch halbwegs realen Umgebung bedienen wollen, auch letztlich nur Fiktionen sind, dann wird jeder Film zum Tarantino-Film. Der große Unterschied hier ist aber, dass Tarantino bewusst fiktionale Welten erschafft, in denen er seine Heldinnen und Helden nach belieben agieren lässt. Diesen Freiraum gönnen sich andere Filme nicht. Sie erlegen sich die Grenzen der Zeit und die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Menschen auf. Dass da vielleicht mal ein paar Szenen ausrutschen - nunja, jeder Film wird auch als Kind seiner Zeit, also auch mit entsprechenden Bilderwartungen, gedreht. Davon emanzipiert sich "Unsere Mütter, unsere Väter" nicht. Der Film ist auch ein Produkt unseres Zeitgeschmacks. Aber, im Versuch, die Konflikte der Figuren in einem halbwegs realen Umfeld ablaufen zu lassen, ohne dass immer gleich moralische Zeigefinger die Szenerie aufspießen, ist der Film nach meiner Auffassung achtbar und brauchbar.

ciao Rainman


Ich habe auch lange überlegt ob es zu der Triologie einen filmschen Vergleich gibt aber außer der von Dir schon erwähnte "Werner Holt" fiel mir auch kein anderer ein. Natürlich erinnerte die Aufmachung des Films mehr an "Band of Brother" als an den DEFA-Film von 1965, liegen halt auch fast 50 Jahre dazwischen.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#84

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 14:33
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #81
Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo


Die von Dir beschriebene Szene Theo erinnert mich eigentlich mehr an die Verfilmung "Im Westen nichts Neues" spielte zwar im I.Weltkrieg aber die Handlung war ähnlich, es wurde monatelang rumgeballert, für die zig gefallenen Soldaten wurde immer mehr "neues Kanonenfutter" ran geholt und letzendlich für was?? Für eine völlig zerschossene Anhöhe.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


zuletzt bearbeitet 19.03.2013 14:34 | nach oben springen

#85

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 15:42
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #68
Zitat von DoreHolm im Beitrag #65
Zitat von Gert im Beitrag #64
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung abe rohen Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.




Keine Wahl gehabt und reagiert ? Auf was reagiert ? Meines Wissens waren Bundeswehr und NATO zuerst da. Und auch die Kernwaffen auf deutschem Boden.


DoreHolm
Hast du vergessen, dass es schon Anfang der 50er Jahre bewaffnete Streitkräfte in der DDR gab, die KVP = Kasernierte Volkspolizei. Das war die Vorgängerorga der NVA, der Namensbestandteil "Polizei" war doch nur zur Tarnung, tatsächlich waren es militärische Verbände.
Reagiert ? auf die Forderungen der Besatzer zur deutschen Wiederbewaffnung, die gleiche chose wie im Osten.




Zuerst gab es bewaffnete Hilfstruppen aus Deutschen, so z.B. die "Industrie-Polizei" in der britischen Besatzungszone.
Als Polizeikräfte getarnte Pseudo-Armeen gab es in beiden deutschen Staaten. So, wie bei uns die KVP, war im Westen der BGS eine paramilitärische Polizeitruppe, die bei Bundeswehrgründung personell und materiell überführt wurde (Der BGS wurde dann auf eine tatsächliche Grenzpolizei zurückgestutzt).



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#86

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 15:55
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #83
Zitat von Rainman2 im Beitrag #82
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #81
Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo

Ist ziemlich dünnes Eis, glaube ich, Theo!

Wenn man unterstellt, dass Filme, die sich einer realen bzw. historisch halbwegs realen Umgebung bedienen wollen, auch letztlich nur Fiktionen sind, dann wird jeder Film zum Tarantino-Film. Der große Unterschied hier ist aber, dass Tarantino bewusst fiktionale Welten erschafft, in denen er seine Heldinnen und Helden nach belieben agieren lässt. Diesen Freiraum gönnen sich andere Filme nicht. Sie erlegen sich die Grenzen der Zeit und die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Menschen auf. Dass da vielleicht mal ein paar Szenen ausrutschen - nunja, jeder Film wird auch als Kind seiner Zeit, also auch mit entsprechenden Bilderwartungen, gedreht. Davon emanzipiert sich "Unsere Mütter, unsere Väter" nicht. Der Film ist auch ein Produkt unseres Zeitgeschmacks. Aber, im Versuch, die Konflikte der Figuren in einem halbwegs realen Umfeld ablaufen zu lassen, ohne dass immer gleich moralische Zeigefinger die Szenerie aufspießen, ist der Film nach meiner Auffassung achtbar und brauchbar.

ciao Rainman


Ich habe auch lange überlegt ob es zu der Triologie einen filmschen Vergleich gibt aber außer der von Dir schon erwähnte "Werner Holt" fiel mir auch kein anderer ein. Natürlich erinnerte die Aufmachung des Films mehr an "Band of Brother" als an den DEFA-Film von 1965, liegen halt auch fast 50 Jahre dazwischen.

hast du den Film "Steiner-das eiserne Kreuz" Teil 1und 2 gesehen?
könnte man vergleichen
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#87

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 16:23
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #82

Ist ziemlich dünnes Eis, glaube ich, Theo!

Wenn man unterstellt, dass Filme, die sich einer realen bzw. historisch halbwegs realen Umgebung bedienen wollen, auch letztlich nur Fiktionen sind, dann wird jeder Film zum Tarantino-Film. Der große Unterschied hier ist aber, dass Tarantino bewusst fiktionale Welten erschafft, in denen er seine Heldinnen und Helden nach belieben agieren lässt. Diesen Freiraum gönnen sich andere Filme nicht. Sie erlegen sich die Grenzen der Zeit und die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Menschen auf. Dass da vielleicht mal ein paar Szenen ausrutschen - nunja, jeder Film wird auch als Kind seiner Zeit, also auch mit entsprechenden Bilderwartungen, gedreht. Davon emanzipiert sich "Unsere Mütter, unsere Väter" nicht. Der Film ist auch ein Produkt unseres Zeitgeschmacks. Aber, im Versuch, die Konflikte der Figuren in einem halbwegs realen Umfeld ablaufen zu lassen, ohne dass immer gleich moralische Zeigefinger die Szenerie aufspießen, ist der Film nach meiner Auffassung achtbar und brauchbar.

ciao Rainman


Die Möglichkeiten der "Special Effects" werden immer besser. Und dieser Film nutzt sie auch grandios. Nur tut das einem Film nicht immer gut? Die Konflikte der Figuren werden im übrigen gut dargestellt, vor allem merkt man gut, wie sich die persönlichen Einstellungen im Laufe der Zeit ändern und in einen gewissen Fatalismus münden, möglichst heil aus dieser "Nummer" herauszukommen und möglichst nicht den Helden zu spielen.
Theo


Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#88

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 16:30
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #64
Zitat von Schuddelkind im Beitrag #43
Zitat von Vogtländer im Beitrag #42
Mir stellt sich gerade die folgende Frage:
kann man traumatisiertes Schweigen verübeln?
Ich meine NEIN,wenn jemand miterlebt hat,wie neben einem einer durch Minen etc. ins Jenseits reiste.


Nein, aber vielleicht hätte man in beiden deutschen Staaten sehr laut schreien sollen ,als es um die Wiederbewaffnung ging!


na das hättest du mal versuchen sollen in der DDR Ende der 50er Jahre. So schnell hättest du gar nicht gucken können wie du vor einem politischen Richter von der Sorte einer Hilde Benjamin gestanden hättest.
Im Westen waren heftige Proteste gegen die Wiederbewaffnung aber ohne Erfolg. Der Westen hat eben auch nur auf die damalige Entwicklung reagiert und keine Wahl gehabt. Es war aber erlaubt friedlich dagegen zu protestieren ohne anschließend einzufahren.




Man konnte aber auch, ohne von Hilde Benjamin verurteilt zu sein, sein Leben dabei verlieren:
http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_M%C3%BCller_%28KPD%29


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Damals87 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#89

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 16:41
von Duck | 1.741 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #86
Zitat von Duck im Beitrag #83
Zitat von Rainman2 im Beitrag #82
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #81
Zitat von andy im Beitrag #76
(..)

Nein - Parallelen zu Tarantino kann ich nicht erkennen und ein Film über den 2. Weltkrieg kommt nun mal ohne Ballerei nicht aus. Leider.






Die Szene, wo eine ganze Einheit bei einem schier unmöglichen Auftrag nach tagelangem (und im Film minutenlangen!) Geballere, Blut, und Toten nahezu ausgelöscht wird und sich am Ende plötzlich einer in letztem Todesmut spontan ein Herz fasst, in heldischer Art in den Kugelhagel losrennt , mit Dauerfeuer noch mehr Tote "produziert" , ganz allein das Zielobjekt aber wider Erwarten lebend erreicht und mit Erfolg eine Telegrafenstation erobert - nur um anschliessend festzustellen, dass alles zerstört und somit funktionsfähig ist. Das anschliessende höhnisches Gelächter erfolgt aus der Erkenntnis heraus, dass die ganze tagelange, blutreiche Aktion definitiv absolut sinn- und nutzlos war. Und die Szene endet schliesslich in der Leere und Ratlosigkeit aller Akteure im vollständig verwüsteten Gebäude
Das ist eine typische Tarantino Szenerie mit einem typischen Tarantino "Antihelden". Kann sein, dass ich den Film (noch) nicht verstanden habe, denn wie bei Tarantino gibt es auch hier keine "guten" Helden: die "Guten" in diesem Film haben eigentlich ein ganz verpfuschtes Leben mit Handlungen, die ihnen im Nachhinein ein schlechtes Gewissen bereiten. Und wer sich aufrafft, seinem Gewissen folgt und gegen den Strom schwimmt, muss einfach noch viel viel mehr leiden als welche mit dem Strom schwimmen und auch schlimmste Übel erleiden (Auch das ist typisch Tarantino)
Vielleicht nehme ich meine vernichtende Kritik zurück und schaue doch noch den letzten Teil. Aus der Erkenntnis heraus, dass ein Krieg sinnlos ist, macht alles wieder einen Sinn.
Theo

Ist ziemlich dünnes Eis, glaube ich, Theo!

Wenn man unterstellt, dass Filme, die sich einer realen bzw. historisch halbwegs realen Umgebung bedienen wollen, auch letztlich nur Fiktionen sind, dann wird jeder Film zum Tarantino-Film. Der große Unterschied hier ist aber, dass Tarantino bewusst fiktionale Welten erschafft, in denen er seine Heldinnen und Helden nach belieben agieren lässt. Diesen Freiraum gönnen sich andere Filme nicht. Sie erlegen sich die Grenzen der Zeit und die Grenzen der Handlungsfähigkeit von Menschen auf. Dass da vielleicht mal ein paar Szenen ausrutschen - nunja, jeder Film wird auch als Kind seiner Zeit, also auch mit entsprechenden Bilderwartungen, gedreht. Davon emanzipiert sich "Unsere Mütter, unsere Väter" nicht. Der Film ist auch ein Produkt unseres Zeitgeschmacks. Aber, im Versuch, die Konflikte der Figuren in einem halbwegs realen Umfeld ablaufen zu lassen, ohne dass immer gleich moralische Zeigefinger die Szenerie aufspießen, ist der Film nach meiner Auffassung achtbar und brauchbar.

ciao Rainman


Ich habe auch lange überlegt ob es zu der Triologie einen filmschen Vergleich gibt aber außer der von Dir schon erwähnte "Werner Holt" fiel mir auch kein anderer ein. Natürlich erinnerte die Aufmachung des Films mehr an "Band of Brother" als an den DEFA-Film von 1965, liegen halt auch fast 50 Jahre dazwischen.

hast du den Film "Steiner-das eiserne Kreuz" Teil 1und 2 gesehen?
könnte man vergleichen
Lutze


Naja Lutze, Steiner hat ja eigentlich keinen inneren Wandel während des Krieges durchgemacht wie Holt oder halt Friedhelm, er war kein Nazi, er war Landser. Das einzige was er für sich festgestellt hat, war der Punkt wo der Krieg verloren war, das die weiteren Kampfhandlungen eigentlich nur noch mehr Tote bedeutet und das ganze eigentlich sinnlos war und er hasste die Fanatiker und karrieresüchtigen Offiziere.


08/88 - 10/88 Eisenach
10/88 - 12/88 Räsa / Unterbreizbach (Rhön Thüringen/Hessen)
12/88 - 01/90 Erbenhausen (Rhön Thüringen/Bayern)


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#90

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 16:46
von Sonne | 510 Beiträge

Nach so vielen Jahren ein toller Film zu einem Scheißthema.
Mehr gibt es nicht zu sagen,alles andere ist sinnloses Gelappere.


Gruß Sonne

05/66-10/67
18 Monate meiner Jugend
in Glowe, Rothesütte, Elend


Wer Stroh im Kopf hat, fürchtet den Funken der Wahrheit.
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#91

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 17:24
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

War grad Einkaufen. An der Kasse musste ich die Headline der Blöd-Zeitung lesen:" Waren deutsche Soldaten wirklich so grausam?"......................
Ja, liebe Blöd-redaktion, waren sie und noch viel schlimmer..........


Intellektuelle spielen Telecaster
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#92

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 17:38
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

Erwartest Du etwas anderes? @ Schuddelkind


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#93

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 17:48
von Schuddelkind | 3.507 Beiträge

Zitat von Vogtländer im Beitrag #92
Erwartest Du etwas anderes? @ Schuddelkind


Nee, aber was haben die für gehirnaputierte Chefredakteure da sitzen.............


Intellektuelle spielen Telecaster
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#94

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 17:54
von silberfuchs60 | 1.458 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #93
Zitat von Vogtländer im Beitrag #92
Erwartest Du etwas anderes? @ Schuddelkind


Nee, aber was haben die für gehirnaputierte Chefredakteure da sitzen.............


...Du meintest gehirnamputiert sicher, odäär ?


xxx
Schuddelkind hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#95

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 17:59
von Vogtländer (gelöscht)
avatar

@ Schuddelkind:
Das ist ne Frage,die wir lieber unbeantwortet lassen sollten!
Aber recht hast Du.Wirklich denken können die anscheinend nicht,sonst würden die nicht so einen Shit schreiben.


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#96

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 18:54
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Das werde ich mir auch anschauen. Aber sinnvoller als immer nur die Vergangenheit mit solchen Filmen bewaeltigen zu wollen waere es wenn sich die oeffentlich-rechtlichen mal in Filmen damit auseinander setzen wuerden wie heute junge Deutsche von der eigenen Regierung fuer die schmutzigen Kriege Amerikas in Afghanistan und sonstwo als Kanonenfutter verwendet werden. Der Adolf ist schon lange unter der Erde, aber seine geistige Ziehtochter Angela sitzt noch mitten in Berlin.......


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#97

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 19:04
von Lutze | 8.032 Beiträge

so langsam geht die Diskussion am Thema vorbei,schade
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
PF75 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#98

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 20:12
von Lebensläufer | 1.235 Beiträge

Was ist eigentlich das Thema Lutze? Unsere Väter, Mütter? Also mein Vater hat jedes Wochenende nach dem Mittagstisch seinem Herzen Luft gemacht, das füllt wirklich Bücher was mein Alter da über seine Zeit an der Ostfront und in Kriegsgefangenschaft erzählt hat. Sein kleines Glück in manchen Situationen war manchmal kaum zu fassen, er hatte so einen Massel, man glaubte es kaum.

Nur gemauert hat er immer, wenn Klein-Sohnemann wissen wollte, ob er einen Menschen direkt von Angesicht zu Angesicht getötet hatte? Die Geschichte mit dem sowjet. Panzersoldaten muss hier irgendwo stehen, der nach Hauptkampfliniendurchbruch im Hinterland abgeschossen wurde(wohl von der deutschen PAK) und dann über die Linie wieder zurück wollte. Da hat er mal was zugegeben, mein Vater der alte Wehrmachtsheini....aber auch gleich damit begründet, das der junge wohl verwundete Kerl ne Pistole dabeihatte, die er auch eingesetzt hatte.
War bestimmt dann Notwehr? Der Rest war....Und da haben Wir ....

Lebensläufer

So wie bei "Uns "an der Grenze, und da haben "Wir"....Sinn verstanden.Außerdem war Alles Befehl und Befehle sind zu befolgen. War doch so oder?


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#99

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 20:19
von Grenzwolf62 (gelöscht)
avatar

Zitat von Wanderer zwischen 2 Welten im Beitrag #96
Das werde ich mir auch anschauen. Aber sinnvoller als immer nur die Vergangenheit mit solchen Filmen bewaeltigen zu wollen waere es wenn sich die oeffentlich-rechtlichen mal in Filmen damit auseinander setzen wuerden wie heute junge Deutsche von der eigenen Regierung fuer die schmutzigen Kriege Amerikas in Afghanistan und sonstwo als Kanonenfutter verwendet werden. Der Adolf ist schon lange unter der Erde, aber seine geistige Ziehtochter Angela sitzt noch mitten in Berlin.......


Da damals war nichts mit Soldatenhandwerk als Berufsausübung für gutes Geld, da kam einfach die Einberufung zum Heldentod.


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#100

RE: Unsere Mütter,unsere Väter

in Themen vom Tage 19.03.2013 20:22
von Lutze | 8.032 Beiträge

Zitat von Lebensläufer im Beitrag #98
Was ist eigentlich das Thema Lutze? Unsere Väter, Mütter? Also mein Vater hat jedes Wochenende nach dem Mittagstisch seinem Herzen Luft gemacht, das füllt wirklich Bücher was mein Alter da über seine Zeit an der Ostfront und in Kriegsgefangenschaft erzählt hat. Sein kleines Glück in manchen Situationen war manchmal kaum zu fassen, er hatte so einen Massel, man glaubte es kaum.

Nur gemauert hat er immer, wenn Klein-Sohnemann wissen wollte, ob er einen Menschen direkt von Angesicht zu Angesicht getötet hatte? Die Geschichte mit dem sowjet. Panzersoldaten muss hier irgendwo stehen, der nach Hauptkampfliniendurchbruch im Hinterland abgeschossen wurde(wohl von der deutschen PAK) und dann über die Linie wieder zurück wollte. Da hat er mal was zugegeben, mein Vater der alte Wehrmachtsheini....aber auch gleich damit begründet, das der junge wohl verwundete Kerl ne Pistole dabeihatte, die er auch eingesetzt hatte.
War bestimmt dann Notwehr? Der Rest war....Und da haben Wir ....

Lebensläufer

So wie bei "Uns "an der Grenze, und da haben "Wir"....Sinn verstanden.Außerdem war Alles Befehl und Befehle sind zu befolgen. War doch so oder?

da will ich dir nicht wiedersprechen,aber wenn das Thema dahin abgleitet,
dass der grösste Kriegsverbrecher mit einer Angela verglichen wird,
dass ist mehr als hohl
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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