#61

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 10:39
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von utkieker im Beitrag #14
Zitat von Pit 59 im Beitrag #4
Wenn ein DDR-Sportler irgendwo eine Medaille oder so was geholt hat: @barbara

Die haben aber nicht mehr alle Ihre Medaillen. Ich glaube 4x100 m Frauen hat eine Ihr Ding abgegeben . So wie eben alle,Doping.
Der Weltrekord ist glaube immer noch gültig.

Hallo Pit,

die letzte Medaille errang die DDR bei einer Sportart, die außerhalb aller Dopingvorwürfe zu finden ist. Bei der X. Fernschacholympiade errang die DDR 1995 die Bronzemedaille. Näheres: http://www.berliner-zeitung.de/newsticke...74,9725582.html

Gruß Hartmut!





Das ist ja ein Ding Hartmut! Alles hat seine eigenen Zyklen... find ich klasse!


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#62

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:18
von Barbara (gelöscht)
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Guten Morgen liebe Landsleute!

Zitat von Damals87 im Beitrag #10
Hallo,

Aus einem mir unbekannten Grund hatte ich allerdings früh einen Widerwillen gegen die offizielle Propaganda ääääh objektive und wertfreie Information von Schule und Qualitätsmedien und stattdessen eine gewisse Faszination für das Reich des Bösen entwickelt.

Grüße aus Hessen



Ein super Aspekt Damals87, haben "wir" noch gar nicht genannt!
Die Faszination für "das Böse" - spitzenmäßig dargestellt durch Spionagefilme - die besten waren natürlich die, die vor dem Hintergrund des "Eisernen Vorhang" spielten Sich wohlig gruselnd ins Sofa kuscheln und dann: smarte Geheimdienstler (warum sind Geheimdienstler eigentlich immer smart?), geheimnisvolle Kassiber wechselnd im nebligen Grau-Dunkel schattenhafter Häuserkulissen - mit der richtigen Musik unterlegt (volle Bläsersätze!!! Und Pauken!!!): Menschliche Schicksale auf ihren tragischen Höhepunkten, reduziert auf ein paar Meter Grenze........ Der Spion der aus der Kälte kam ........... Richard Burton mit diesen blauen Augen in Schwarz-Weiß! Spannung hoch 10! Propaganda ohne Ende!
Kann jeder James Bond gegen einpacken.
Hattet "ihr" eigentlich Ost-West Spionagefilme im Fernsehen?

Manche Klischees machten auch Spaß :-)

Übrigens, der allererste Tatort mit Kommissar Trimmel "Taxi nach Leipzig" war vollkommen unideologisch!

Ich habe nochmal gewühlt wegen Wessi-Blick nach "drüben", weil ich vor ein paar Monaten hunderte von youtube's angesehen habe auf der Suche nach einem sachlichen Bild von der DDR und dabei Folgendes gefunden habe:
ZDF Reportage 1972 Berlin-Ost 1 und 2

http://www.youtube.com/watch?v=xXLRvWKBl4w

http://www.youtube.com/watch?v=JdgrHNrWJCY

Dauern beide nur 5 min, also ich würde mich sehr freuen, wenn ihr euch das mal anseht und eure Meinung dazu sagt!
Bitte den Anfang ignorieren und auch den ein oder anderen ideologischen Satz.
Aber ist das alles in Allem nicht ein ziemlich sachliches Bild einer urbanen Stadt, auch die Bildsprache finde ich? Das könnte in jeder anderen europäischen Stadt gedreht worden sein. Der Kommentator klingt sehr "unaufgeregt".

Es gab auch noch einen Reporter, der recht früh in der DDR akkreditiert war, leider habe ich seinen Namen vergessen, der war wohl auch sehr an sachlicher Darstellung interessiert war. Weiß jemand noch wer das war?

Also wir sind uns doch hoffentlich einig, das Löwenthal und Schnitzler der Untergang des zivilisierten Abendlandes waren oder?


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#63

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:22
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von glasi im Beitrag #50
Meine Großeltern hatten sich manchmal Sachen von uns gewünscht. Sei es Kaffee oder Schokolade. Wir haben es ihnen gerne geschickt. Ich finde nichts schlimmes daran . Zum Thema West Ost Gedanken. Unsere Familie war wirklich getrennt wie in einem schlechten Film. Mein Vater Republickflüchling und CDU Mitglied. Ich bei der BW und ebenfalls CDU Mitglied. Auf der anderen Seite meine Tante Mitglied der SED und IM. Mein Onkel und Cousin bei der NVA. So war es.



Da hattest du ja alles zusammen - meine Güte!


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#64

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:24
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #62


Es gab auch noch einen Reporter, der recht früh in der DDR akkreditiert war, leider habe ich seinen Namen vergessen, der war wohl auch sehr an sachlicher Darstellung interessiert war. Weiß jemand noch wer das war?




hallo Barbara,

Meinst du vielleicht Lothar Löwe, der ab 1974 in der DDR akkreditiert war? Wenn ja, dann habe ich eine ganz persönliche Geschichte über ihn, als er in Moskau tätig war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Loewe

LG von der grenzgaengerin


zuletzt bearbeitet 07.03.2013 11:26 | nach oben springen

#65

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:28
von Barbara (gelöscht)
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Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #64
Zitat von Barbara im Beitrag #62


Es gab auch noch einen Reporter, der recht früh in der DDR akkreditiert war, leider habe ich seinen Namen vergessen, der war wohl auch sehr an sachlicher Darstellung interessiert war. Weiß jemand noch wer das war?




hallo Barbara,

Meinst du vielleicht Lothar Löwe, der ab 1974 in der DDR akkreditiert war? Wenn ja, dann habe ich eine ganz persönliche Geschichte über ihn, als er in Moskau tätig war.

http://de.wikipedia.org/wiki/Lothar_Loewe

LG von der grenzgaengerin




Jaaaaaaaaa! Du bist genial!!!! Her mit der Geschichte, ich werde auch nochmal die ein oder andre Reportage angucken und hier einstellen... Supi!


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#66

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:36
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

"Die in Moskau bewiesenen diplomatischen Fähigkeiten (Pleitgen unterhielt sehr gute Kontakte sowohl zur Regierung als auch zu Dissidenten) qualifizierten ihn 1977 für den Korrespondentenposten in Ost-Berlin. Sein dortiger Vorgänger, Lothar Loewe, war aufgrund seiner unverblümt kritischen Berichterstattung des Landes verwiesen worden, was man bei Pleitgen seitens der ARD nicht befürchtete. Insgesamt blieb er fünf Jahre auf diesem Posten." aus Wikipedia

Pleitgen hat Loewe 1977 abgelöst. Ein sehr angenehmer Berichterstatter.

MfG

GKUS64


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#67

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 11:49
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Barbara im Beitrag #65


Jaaaaaaaaa! Du bist genial!!!! Her mit der Geschichte, ich werde auch nochmal die ein oder andre Reportage angucken und hier einstellen... Supi!




Liebe Barbara,

in Moskau habe ich eine Zeit lang mit meinen Eltern im Grusinski pereulok, in der Nähe des Belorussischen Bahnhofs gewohnt. Da stand ein riesiger Neubau, der ausschließlich von Ausländern bewohnt war, die in der Sowjetunion ihre Länder verteten haben und in den verschiedensten Bereichen tätig waren. Sie kamen aus allen Erdteilen und es gab keine Trennung zwischen soz. Ländern und nichtsozialistischen Ländern.

In unserm Aufgang wohnte unter anderem Lothar Löwe. Der gute Mann hat für die Entsorgung seines Altpapiers eine geniale Lösung gefunden. Statt wie alle, es in den Müllschlucker zu werfen, hat er seine Zeitschriften daneben gelegt. So habe ich „hochoffiziell“ schon mit 10/11 Jahren den Spiegel und den Stern gelesen. Habe zwar nicht alles verstanden, aber es hat mir einen Einblick in die Gedankenwelt der „anderen“ Deutschen gegeben.

LG von der grenzgaengerin


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#68

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 12:42
von RalphT | 870 Beiträge

Zitat
Darf man fragen,was du als Westdeutscher an dieser Sendung gut fandest?
Denn im Osten hielten sich die "Einschaltquoten" seiner Hetzsendungen bekanntlich in "Grenzen".



Hallo eko40, klar darfst Du fragen: Grenzverletzerin hatte ja schon die Antwort gegeben. Zuerst hörte ich von einem Bekannten bei uns, dass es auf DDR 1und DDR2 eine Sendung laufen soll, die der schwarze Kanal heißt. Hm, da war ich neugierung und habe dann mir die erste Sendung reingezogen.
Ich fand es sehr belustigend, wie er uns so schön durch den Kakao zog. Und ich fand, er glaubte selber daran, was er da alles so vom Stapel. ließ. Das bekam ich auch viele Jahre bestätigt, wo er in einer Talkshow "sich stellte". Auch dort hat er seine Meinung bis zum Schluss vertreten. So abartig, wie sein Gesülze auch fand, aber eins stand für mich fest: Dieser Mann ging seinen Weg an den er glaubte und ließ sich auch später nach der Wende nicht umstimmen.

Ma noch ne andere Frage zu den Paketen: Ich kann mich noch entsinnen, dass mir mal einer sagte, dass er in die Pakte immer Jacobs Cafe und Schokolade packte. War in der DDR das Produkt Jacobs Cafe wirklich so begehrt?


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#69

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 13:01
von Rainman2 | 5.754 Beiträge

Zitat von RalphT im Beitrag #68
... Ma noch ne andere Frage zu den Paketen: Ich kann mich noch entsinnen, dass mir mal einer sagte, dass er in die Pakte immer Jacobs Cafe und Schokolade packte. War in der DDR das Produkt Jacobs Cafe wirklich so begehrt?

Hallo RalphT,

ich denke mal, es gab eine Menge Leute, die sich des Kaffees erfreuten und seine Zubereitung zelebrierten. Verglich man es es mit Mocca Fix, wurde die Krönung sogar zum Spitzenprodukt. Es gab auch Leute, die an Bohnenkaffee bei der Zubereitung eine Prise Salz gaben und meinten, dass verbessere den Geschmack. Nein! Tut es nicht! Fakt ist, dass vorgemahlener Kaffee immer einen Teil seines Aromas verliert. Deshalb konnte eine Krönung nicht mit einem frisch gemahlenen Rondo mithalten. Das war die einfache Wahrheit.

Ich habe zu DDR-Zeiten zwei Arten des Kaffeetrinkens kennengelernt. Die eine würde ich als "Massenschlucken" bezeichnen. Diese wurde u.a. in den Grenzkompanien zelebriert, wo auf den Soldatenstuben die "Boiler" kreisten und in den Offiziersmägen bisweilen 4-8 Kännchen Kaffee pro Tag verschwanden. Für diese Art des Trinkens, bei dem der Kaffee fast ausschließlich türkisch aufgebrüht wurde, hätte man auch aromatisierte Sägespäne verwenden können.

Die andere Art war die kultivierte Zubereitung, also das Mahlen der Bohne unmittelbar vor der Zubereitung und dann das, was man in unserer technokratischen Zeit mit dem Begriff des Schwallbrühens bezeichnen musste, um es als neue technische Revolution im sinnlosesten Markt der Menschheitsgeschichte (Kaffeemaschinenmarkt) zu verkaufen. In diesem Fall machte man sich vielleicht zum Frühstück seinen Kaffee, aber vor allem am Nachmittag setzte man sich zu einem "Schälchen Heeß'n" zusammen. Bei dieser Art durfte sich die Krönung aber weit hinten anstellen.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


zuletzt bearbeitet 07.03.2013 13:02 | nach oben springen

#70

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 13:01
von Svenni1980 | 672 Beiträge

Den schwarzen Kanal hat sich sogar mein Vater immer reingezogen. War für Ihn eher wie ne Comedyshow. Allerdings konnte man bei uns das DDR-Fernsehen nur empfangen wenn das Wetter einigermaßen passte.


Weil die Klugen immer nachgeben regieren die Dummen die Welt!!

Affen die hoch hinaus wollen, entblößen Ihren ..... (Hintern)!!
Eisenacher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 13:06
von Lutze | 8.029 Beiträge

Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Zitat von Barbara im Beitrag #65


Jaaaaaaaaa! Du bist genial!!!! Her mit der Geschichte, ich werde auch nochmal die ein oder andre Reportage angucken und hier einstellen... Supi!




Liebe Barbara,

in Moskau habe ich eine Zeit lang mit meinen Eltern im Grusinski pereulok, in der Nähe des Belorussischen Bahnhofs gewohnt. Da stand ein riesiger Neubau, der ausschließlich von Ausländern bewohnt war, die in der Sowjetunion ihre Länder verteten haben und in den verschiedensten Bereichen tätig waren. Sie kamen aus allen Erdteilen und es gab keine Trennung zwischen soz. Ländern und nichtsozialistischen Ländern.

In unserm Aufgang wohnte unter anderem Lothar Löwe. Der gute Mann hat für die Entsorgung seines Altpapiers eine geniale Lösung gefunden. Statt wie alle, es in den Müllschlucker zu werfen, hat er seine Zeitschriften daneben gelegt. So habe ich „hochoffiziell“ schon mit 10/11 Jahren den Spiegel und den Stern gelesen. Habe zwar nicht alles verstanden, aber es hat mir einen Einblick in die Gedankenwelt der „anderen“ Deutschen gegeben.

LG von der grenzgaengerin


Klasse Mann dieser Lothar Löwe,hast du dich für die Zeitschriften auch bedankt?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#72

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 13:13
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Ma noch ne andere Frage zu den Paketen: Ich kann mich noch entsinnen, dass mir mal einer sagte, dass er in die Pakte immer Jacobs Cafe und Schokolade packte. War in der DDR das Produkt Jacobs Cafe wirklich so begehrt?[blau]

ja Kaffee war schon sehr begehrt, egal welche Marke, wahrscheinlich hatte Jacobs durch gute Werbung, die auch im Osten gehört wurde, einen höheren Stellenwert. Wie schon gesagt, der Kaffepreis im Osten war auch sehr hoch [8,75 M Packung gemahlener Kaffee „Mocca-Fix“ (125 g)]. Eine Zeit lang war der Kaffee im Osten besonders knapp und man bot den "Kaffee-MIX" an, ein Gemisch aus Kaffee und Zigorie, ein unmögliches Getränk vor allem für uns Kaffee-Sachsen.

MfG

GKUS64


zuletzt bearbeitet 07.03.2013 13:18 | nach oben springen

#73

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 13:55
von Moskwitschka (gelöscht)
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Zitat von Lutze im Beitrag #71
Zitat von grenzgaengerin im Beitrag #67
Zitat von Barbara im Beitrag #65


Jaaaaaaaaa! Du bist genial!!!! Her mit der Geschichte, ich werde auch nochmal die ein oder andre Reportage angucken und hier einstellen... Supi!




Liebe Barbara,

in Moskau habe ich eine Zeit lang mit meinen Eltern im Grusinski pereulok, in der Nähe des Belorussischen Bahnhofs gewohnt. Da stand ein riesiger Neubau, der ausschließlich von Ausländern bewohnt war, die in der Sowjetunion ihre Länder verteten haben und in den verschiedensten Bereichen tätig waren. Sie kamen aus allen Erdteilen und es gab keine Trennung zwischen soz. Ländern und nichtsozialistischen Ländern.

In unserm Aufgang wohnte unter anderem Lothar Löwe. Der gute Mann hat für die Entsorgung seines Altpapiers eine geniale Lösung gefunden. Statt wie alle, es in den Müllschlucker zu werfen, hat er seine Zeitschriften daneben gelegt. So habe ich „hochoffiziell“ schon mit 10/11 Jahren den Spiegel und den Stern gelesen. Habe zwar nicht alles verstanden, aber es hat mir einen Einblick in die Gedankenwelt der „anderen“ Deutschen gegeben.

LG von der grenzgaengerin


Klasse Mann dieser Lothar Löwe,hast du dich für die Zeitschriften auch bedankt?
Lutze


Hallo Lutze,

ich habe selbst erst 2007 in einem langen Gespräch mit meinem Vater erfahren, dass Lothar Löwe der edle Spender war.

1967/68 hatte ich mit meinem Vater wegen der Zeitschriften eine mächtige Auseinandersetzung. Das hat mich jedoch noch mehr bestärkt. Ich bin dann immer nach dem Unterricht mit meiner Schulmappe zum Müllschlucker gelaufen und habe nur noch die Hochglanzeitschriften mitgenommen. Vom Format am besten zu transportieren und in meinem Zimmer verschwinden zu lassen. Im Stapel meiner Frösis und ABC - Zeitungen sind sie nicht weiter aufgefallen. Die Zeit und Tageszeitungen habe ich liegengelassen. Die waren aber nach kurzer Zeit auch alle weg. Wenn man so will, bin ich da ganz schön konspirativ vorgegangen. Nur nicht auffallen, war meine Devise.

Als mein Vater mir den Hintergrund der Geschichte erzählte, wollte ich immer wieder mal Lothar Löwe schreiben. Doch wie es so im Leben ist, schiebt man es immer wieder auf oder man vergisst es, bis es zu spät ist. 2010 ist Lothar Löwe gestorben.

Es ist aber schön, dass Lothar Löwe heute und hier Beifall bekommt. Ein nachträgliches Danke schön.

LG von der grenzgaengerin


Lutze und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#74

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 18:40
von RalphT | 870 Beiträge

Zitat
ich denke mal, es gab eine Menge Leute, die sich des Kaffees erfreuten und seine Zubereitung zelebrierten. Verglich man es es mit Mocca Fix, wurde die Krönung sogar zum Spitzenprodukt. Es gab auch Leute, die an Bohnenkaffee bei der Zubereitung eine Prise Salz gaben und meinten, dass verbessere den Geschmack. Nein! Tut es nicht! Fakt ist, dass vorgemahlener Kaffee immer einen Teil seines Aromas verliert. Deshalb konnte eine Krönung nicht mit einem frisch gemahlenen Rondo mithalten. Das war die einfache Wahrheit.



Hallo Raimann2, ich muss dazu noch mal abschließend meinen Senf dazu geben: Erst einmal wieder etwas dazugelernt, dass Rondo das noch toppen konnte. Zum Kaffee allgemein:

Ich komme ja nun aus einer Kaffeestadt. Ich kauf mir hier -oder besser gesagt- ich gönne mir hier den Münchhausen Kaffee. Kostet mehr als die Dröhnung (500g 13 Europa), aber schmeckt besser. Ich war letztes Jahr in Wien. Dort habe ich bei Meinl am Graben auch Kaffee gekauft. Einmal für sofort den frisch Gemahlenen und für später den fertig Gemahlenen. Da stimme ich mit Dir absolut überein, dass der frisch gemahlene Kaffee besser schmeckt.
Habe für den Kaffee 500g 33 Europa bezahlt. Egal, hauptsache schmeckt.

Übrigens, wer dort bei Meinl mal vor Ort ist und gerne Marmelade mag. Kann ich nur empfehlen. Ein Traum. Anbei ein Foto aus dem Verkaufsraum vor dem Tresen mit den Marmeladen.

Angefügte Bilder:
Meinl.jpg

Rainman2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#75

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 20:20
von Wanderer zwischen 2 Welten | 2.340 Beiträge

Zitat von Schuddelkind im Beitrag #53
Als Kind haben mich die noch vorhandenen Einschußlöcher an den Hausfassaden stark beeindruckt. Gab's bei uns nicht.


Also ich kann mich noch an Einschussloecher an den Hausfassaden in Saarbruecken erinnern. Nicht viele, aber einige kriegsbeschaedigte Haeuser gab es noch im Stadtbild. Das war Anfang der 70iger Jahre.


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#76

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 20:49
von glasi | 2.815 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #63
Zitat von glasi im Beitrag #50
Meine Großeltern hatten sich manchmal Sachen von uns gewünscht. Sei es Kaffee oder Schokolade. Wir haben es ihnen gerne geschickt. Ich finde nichts schlimmes daran . Zum Thema West Ost Gedanken. Unsere Familie war wirklich getrennt wie in einem schlechten Film. Mein Vater Republickflüchling und CDU Mitglied. Ich bei der BW und ebenfalls CDU Mitglied. Auf der anderen Seite meine Tante Mitglied der SED und IM. Mein Onkel und Cousin bei der NVA. So war es.



Da hattest du ja alles zusammen - meine Güte!

Das hat sich nach der Wende alles erledigt. Heute ist niemand mehr Mitglied in irgentwas.



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#77

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 21:24
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Barbara im Beitrag #3
.... und was mir gerade noch eingefallen ist:
Wenn ein DDR-Sportler irgendwo eine Medaille oder so was geholt hat: bei den sportlich Interessierten hier konnte man "Stolz" darauf spüren - Nationalstolz! Auch interessant.....

Hallo Barbara,

das kann ich so nicht bestätigen.
Wie Du auch schriebst, war für mich die DDR das ultimative, fast unerreichbare Ausland. Wenn ein DDR-Sportler gewann, dann war mir das bei ansonsten keinem weiteren Teilnehmer aus der Bundesrepublik zunächst einmal gleichgültig. Setzte sich ein DDR-Sportler gegen einen aus der Bundesrepublik durch, dann war das die Niederlage schlechthin.

Meine Oma lebte bis 1939 in Berlin Friedrichshain und sie kehrte niemals mehr dorthin zurück - aus Angst. Evtl. hat mich das mitgeprägt.

Gruß
Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#78

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 21:40
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Ari@D187 im Beitrag #77
Zitat von Barbara im Beitrag #3
.... und was mir gerade noch eingefallen ist:
Wenn ein DDR-Sportler irgendwo eine Medaille oder so was geholt hat: bei den sportlich Interessierten hier konnte man "Stolz" darauf spüren - Nationalstolz! Auch interessant.....

Hallo Barbara,

das kann ich so nicht bestätigen.
Wie Du auch schriebst, war für mich die DDR das ultimative, fast unerreichbare Ausland. Wenn ein DDR-Sportler gewann, dann war mir das bei ansonsten keinem weiteren Teilnehmer aus der Bundesrepublik zunächst einmal gleichgültig. Setzte sich ein DDR-Sportler gegen einen aus der Bundesrepublik durch, dann war das die Niederlage schlechthin.

Meine Oma lebte bis 1939 in Berlin Friedrichshain und sie kehrte niemals mehr dorthin zurück - aus Angst. Evtl. hat mich das mitgeprägt.

Gruß
Ari



Grün: Es gab eine Zeit im politischen Verhältnis der BRD zur DDR, dann wurde sowas in den Medien in etwa der Art kommentiert:
Gold gewann UVW aus Dingsdorf, bester Deutscher war XYZ aus Dingsstadt.

Und wegen dem Kaffe soll es ja schon mal vorgekommen sein, daß der Ostkaffee (natürlich eine der besseren Sorten) in eine Westtüte gekippt wurde und dann dem Besuch sichtbar für diesen der Kaffee aus eben dieser Tüte genommen wurde. Voll des Lobes über den "guten Westkaffee" waren dann die Gäste. Unbesehen, die Kaffequalität war natürlich vielfach besser, machmal war es aber auch eben die Einbildung, wenn mal der Quali-Unterschied nicht so erheblich war.
Meine Frau hatte mich mal beauftragt, eine Tüte kaffee mitzubringen und ich sollte dabei auf den Preis achten. Da habe ich Klipps Kaffee mitgebracht. mann, war das ein schauderhaftes Zeug, richtig verbrannt geschmackt.



zuletzt bearbeitet 07.03.2013 21:45 | nach oben springen

#79

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 21:43
von Ex-Huf (gelöscht)
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Zitat von RalphT im Beitrag #68

Zitat
Darf man fragen,was du als Westdeutscher an dieser Sendung gut fandest?
Denn im Osten hielten sich die "Einschaltquoten" seiner Hetzsendungen bekanntlich in "Grenzen".


Hallo eko40, klar darfst Du fragen: Grenzverletzerin hatte ja schon die Antwort gegeben. Zuerst hörte ich von einem Bekannten bei uns, dass es auf DDR 1und DDR2 eine Sendung laufen soll, die der schwarze Kanal heißt. Hm, da war ich neugierung und habe dann mir die erste Sendung reingezogen.
Ich fand es sehr belustigend, wie er uns so schön durch den Kakao zog. Und ich fand, er glaubte selber daran, was er da alles so vom Stapel. ließ. Das bekam ich auch viele Jahre bestätigt, wo er in einer Talkshow "sich stellte". Auch dort hat er seine Meinung bis zum Schluss vertreten. So abartig, wie sein Gesülze auch fand, aber eins stand für mich fest: Dieser Mann ging seinen Weg an den er glaubte und ließ sich auch später nach der Wende nicht umstimmen.

Ma noch ne andere Frage zu den Paketen: Ich kann mich noch entsinnen, dass mir mal einer sagte, dass er in die Pakte immer Jacobs Cafe und Schokolade packte. War in der DDR das Produkt Jacobs Cafe wirklich so begehrt?



Hallo Ralph,

Deine Schilderung ist sehr interessant.
Aus Sicht ehem. DDR-Bürger sei Dir jedoch gesagt, dass Sudel-Ede zu jenen wenigen privilegierten DDR-Bürgern gehörte, für den die damalige Grenze mit all ihren Konsequenzen keine Barriere im wahren Leben war. Auch wirst Du in diesem Forum User finden, die alles in der DDR supergut fanden. Allerdings nur, weil sie hier zu günstigsten und privilegierten Bedingungen lebten und bei "berufsbedingten" Auslandsaufenthalten zügellos die dem gemeinen Volk der DDR verschlossenen paradiesischen Zustände der westlichen Welt genossen haben.

In diesem Sinne...

VG Ex-Huf


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: West-Ost-Gedanken 1958 bis 1989

in DDR Zeiten 07.03.2013 21:51
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Ex-Huf im Beitrag #79
Zitat von RalphT im Beitrag #68

Zitat
Darf man fragen,was du als Westdeutscher an dieser Sendung gut fandest?
Denn im Osten hielten sich die "Einschaltquoten" seiner Hetzsendungen bekanntlich in "Grenzen".


Hallo eko40, klar darfst Du fragen: Grenzverletzerin hatte ja schon die Antwort gegeben. Zuerst hörte ich von einem Bekannten bei uns, dass es auf DDR 1und DDR2 eine Sendung laufen soll, die der schwarze Kanal heißt. Hm, da war ich neugierung und habe dann mir die erste Sendung reingezogen.
Ich fand es sehr belustigend, wie er uns so schön durch den Kakao zog. Und ich fand, er glaubte selber daran, was er da alles so vom Stapel. ließ. Das bekam ich auch viele Jahre bestätigt, wo er in einer Talkshow "sich stellte". Auch dort hat er seine Meinung bis zum Schluss vertreten. So abartig, wie sein Gesülze auch fand, aber eins stand für mich fest: Dieser Mann ging seinen Weg an den er glaubte und ließ sich auch später nach der Wende nicht umstimmen.

Ma noch ne andere Frage zu den Paketen: Ich kann mich noch entsinnen, dass mir mal einer sagte, dass er in die Pakte immer Jacobs Cafe und Schokolade packte. War in der DDR das Produkt Jacobs Cafe wirklich so begehrt?


Hallo Ralph,

Deine Schilderung ist sehr interessant.
Aus Sicht ehem. DDR-Bürger sei Dir jedoch gesagt, dass Sudel-Ede zu jenen wenigen privilegierten DDR-Bürgern gehörte, für den die damalige Grenze mit all ihren Konsequenzen keine Barriere im wahren Leben war. Auch wirst Du in diesem Forum User finden, die alles in der DDR supergut fanden. Allerdings nur, weil sie hier zu günstigsten und privilegierten Bedingungen lebten und bei "berufsbedingten" Auslandsaufenthalten zügellos die dem gemeinen Volk der DDR verschlossenen paradiesischen Zustände der westlichen Welt genossen haben.

In diesem Sinne...

VG Ex-Huf



Rot: Ex-Huf, ich glaube nicht, daß sich hier ein einziger gemeint fühlt. Nicht mal User wie ddr-Bürger, Rostocker, Feliks oder auch ich. Da meine ich eher, daß Du hier einige vom anderen Ende des Spektrums findest, die bei allem, was über die DDR gesagt wird, jedesmal das Haar in der Suppe suchen und für sich auch finden.



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